Da wird der Palazzo wohl leer bleiben

1. Ja, was denn nun? Angeblich hatte der Club doch einen breiten Kader mit massenhaft Alternativen, die Trainer Michael Köllner jedes Mal vor die Qual der Wahl stellen. Jetzt soll auf einmal alles anders sein: Der 2. Anzug zwickt, Ausfälle und Verletzungen können nicht kompensiert werden. Verletzungen? Da sind Sebastian Kerk und Dennis Lippert dabei, wo der Club bereits bewiesen hat, dass er auch ohne sie zurecht kommt. Enis Alushi und Laszlo Sepsi würden wahrscheinlich eh nicht aufgestellt. Adam Zrelak höchstwahrscheinlich auch nicht. Bleiben der eher indisponierte als verletzte Eduard Löwen und Georg Margreitter. Auch bei jenen Spielern, die angeblich außer Form sind, fragt sich, ob das nicht der Normalzustand ist. Wobei es der „formschwache“ Edgar Salli mit Note 2 beim letzten Mal immerhin in die Kicker-Elf-des-Tages geschafft hat. Später wurde er dann zwar auf eine 4 abgewertet. Eines wird dadurch jedenfalls deutlich: Auch Journalisten haben Formschwächen.

2. Im DFB-Pokal wurde dem Club von Stefan Effenberg ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zugelost. Finanziell gesehen ist das eher mittelgut. Was die Chancen aufs Weiterkommen angeht auch. Seit dem Pokaltriumph vor zehn Jahren war leider regelmäßig Schluss, wenn es gegen einen Erstligisten ging.

3. Dank unserer lokalen Sportberichterstattung wissen wir jetzt, dass Club-Sportvorstand Andreas Bornemann Apfeltaschen von Hildes Backwut isst. Man mag da von Schleichwerbung sprechen. Vielleicht wird auch ein neuer Sponsor aufgebaut. Auf jeden Fall dient der Sportteil mal wieder (wie in der Vorwoche bei der Bahnfahrt von Osnabrück) dazu, in die Realitäten der einfachen Leserschaft einzutauchen. Eine lohnenswerte Aufgabe, um die sich andere Ressorts leider zu wenig kümmern.

4. Ob unseren Trainer der, in Nürnberg regelmäßig im Debakel endende, Größenwahn gepackt hat, oder ob es wieder eine von Journalisten – aus Ermangelung an Berichtenswertem – aufgebauschte Nebenbemerkung war, lassen wir mal dahingestellt. Vielleicht war auch nur die Marketingabteilung am Werkeln. Jedenfalls soll Köllner gesagt haben, der Club werde die Aufstiegsfeier in Alexander Hermanns Palazzo ausrichten. Vielleicht sollten wir einfach erstmal unsere Spiele gewinnen.

Das Spiel:

Dass Montagspartien als „Spitzenspiele“ annonciert werden, erwies sich schon häufiger als Etikettenschwindel. Diesmal galt das ganz besonders. Ein ödes Gekicke, das da im flutlichtbeleuchteten Morlock-Stadion abgeliefert wurde. Wobei die Gäste aus Ingolstadt anfangs noch die Aktiveren waren und den Club mit ihrem frühen Pressing praktisch kaum Zugang in Strafraumnähe ermöglichten. Ein abgefälschter Pass landete dann in der 14. Minute bei Pledl, der den Ex-Nürnberger Kutschke bedient und plötzlich liegt der Club hinten.

Diesem fiel danach weiterhin nicht viel ein, nur dass jetzt auch die Ingolstädter kein Interesse mehr daran hatten, die Partie irgendwie gefälliger zu gestalten. Als wir Fans schon in Depression zu versacken drohten, erbarmte sich Cedric Teuchert doch noch, setzte zu einem unwiderstehlichen Dribbling an, passte zu Kevin Möhwald, der den Ball zum Ausgleich unter die Latte hämmerte. Auf einmal war wieder Selbstvertrauen und Druck in den Clubaktionen. Doch beides blieb dann irgendwo in der Kabine.

Nach der Halbzeit wurde auf der nach unten offenen Ödnessskale ein neuer Tiefpunkt anvisiert. Nichts ging mehr. Lediglich Torwat Thorsten Kirschbaum fiel – übrigens auch zum Unmut seines Trainers – durch wiederholtes Meckern auf. Blöderweise war es dann ebenfalls Kirschbaum, der der zweiten Hälfte doch noch einen Höhepunkt bescherte: Der Torhüter legte sich nach einem harmlosen Rückpass den Ball zu weit vor und grätscht dann den mittlerweile eingewechselten Ingolstädter Stürmer Lezcano um: Elfmeter! Lezcano versenkt diesen in Stop-and-Go-Manier zum Siegtreffer.

Unverdient war das nicht. Trotzdem war das eine saublöde und durch mangelndes Engagement und einen Torwartfehler selbstverschuldete Niederlage.

Ein Letztes:

Ein clubaffines Alphornduo hat auf dem Consumenta-Stand der Greuther Fürther einen musikalischen Derbysieg nachgereicht. Die beiden intonierten dort „Die Legende lebt“. Was man übrigens vom Kleeblatt derzeit nicht unbedingt behaupten kann.

Charisma und Charisteas

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juni 2014 plötzlich wieder beim 1. FC Nürnberg im Gespräch: Angelos Charisteas (rechts).

Die außerordentliche Mitgliederversammlung beim 1.FC Nürnberg begann stürmisch und endete harmonisch. In ihrem Verlauf avancierte Martin Bader vom angezählt wirkenden Sündenbock zum wieder lieb gewonnenen Sportvorstand. Viele, vor allem diejenigen, die am Montagabend nicht in der Meistersingerhalle zugegen waren, dürften sich angesichts dieser Wandlung jetzt fragen: Wie hat der Bader das nur wieder geschafft? Nun ja, „das“ hatte mehrere Gründe. Picken wir einfach einmal eine Szene heraus, die sich inmitten von Tagesordnungspunkt fünf, „Diskussion und Aussprache“, abgespielt hat. Da trat ein Mitglied aus einer der beiden langen Schlangen, die sich vor den zwei Mikrophonen im Publikum gebildet hatten, nach vorne und kritisierte Bader für dessen Transferpolitik.

Als der Redner Bader am Ende einer längeren Argumentationskette „fachliche Fehler“ beim Transfer von Angelos Charisteas vorhielt, schüttelten viele der rund 1200 Anwesenden teils verwundert, teils belustigt mit dem Kopf. Einige lachten. Zur Erinnerung: Der Grieche war 2007 für viel Geld an den Valznerweiher gekommen und hatte den Verein, bis er 2010 wieder ging, noch mehr Geld gekostet. So richtig es sein mag, dass Charisteas ein teurer Reinfall war; seitdem ist nun wirklich viel Wasser die Pegnitz hinab geflossen. „Für was wollen sie den Bader denn jetzt noch alles verantwortlich machen“, grummelte es aus den hinteren Reihen. Unruhe machte sich breit. Das Mitglied am Mikrophon verlor durch seine durchaus richtige, aber völlig deplatzierte Aussage jedenfalls die Aufmerksamkeit der meisten Cluberer im Saal. Doch einer blieb ruhig und hörte unbeeindruckt weiter zu: Martin Bader. Und genau das ist der Punkt.

Im Gegensatz zu einem an diesem Abend mitunter aufbrausenden Aufsichtsratsmitglied Günther Koch, einem bisweilen herrisch und wortkarg agierenden Finanzvorstand Ralf Woy, und zu einem gewohnt gesprächigen, aber rhetorisch eher schwachen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Schramm, antwortete Bader auf alle Fragen eloquent, sachlich – und vor allen Dingen charismatisch. Das Beispiel mit Charisteas spiegelt einen Abend wider, den Baders Charisma prägte. Selbst als ein anderes Mitglied den Pokalsieg von 2007 als „Betriebsunfall“ abkanzelte und dafür vom Publikum ausgepfiffen und niedergebuht wurde, bewahrte Bader die Contenance. Langatmige „Wirtschaftsprüfungen“ durch Mitglieder ertrug der Sportvorstand ebenso geduldig wie drollige Liebesbekundungen oder Stammtischparolen aus der versammelten Clubfamilie. Immer hatte er eine Antwort parat. Und entspannte so die Situation.

Eine Antwort blieb Bader aber doch schuldig. Es ist die Antwort auf die Frage nach einer Vision, einer roten Linie oder einer Philosophie. Bader wusste, mehrmals angesprochen, nicht so recht, was er darauf antworten sollte. Vielleicht kann er das auch gar nicht. Geht man schließlich nach dem Applaus der Cluberer, die spätestens nach der Bader-Aussage des Abends schlechthin („Der 1. FC Nürnberg hat keinen Preis, den 1. FC Nürnberg kann man nicht kaufen)“ enthusiastisch und losgelöst von den Sorgen der vergangenen Saison zu sein schienen, die mit glänzenden Augen nach vorne blickten in Richtung Podium, ja, geht man allein danach, dann ist die Antwort auf die Frage nach einer Philosophie leicht. Sie lautet schlicht und ergreifend: Martin Bader. Das dürfte der Kurzmann-Fraktion* gar nicht schmecken.

 *Kurzmann-Fraktion: Bezeichnung für eine Gruppe von Oppositionellen beim 1. FC Nürnberg, die oftmals unter dem Deckmantel der Anonymität die Kommentarspalten im Internet unsicher machen und dort vor wüsten Beleidigungen gegenüber Bader und einiger Pressevertreter nicht zurückschrecken – und Rainer Kurzmann, Initiator der außerordentlichen Mitgliederversammlung, Bader-Gegner und Buhmann des Abends. Anschauungsbeispiele finden Sie in Kürze unter diesem Blogbeitrag.

Befallen vom FCB-Syndrom

Wir haben uns hier bereits früher in der medizinischen Diagnostik Fußball-affiner Krankheiten versucht. Zum Beispiel haben wir im Clubfreunde-Blog erstmals das Waldi-Syndrom definiert und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Diesmal geht es um das FCB-Syndrom oder FC-Bayern-Syndrom. Das ist zwar schon seit Jahren bekannt, allerdings wurde mit dem Begriff seinerzeit Erfolg bei gleichzeitiger Unbeliebtheit erklärt. Inzwischen hat sich das Krankheitsbild gewandelt. Durch noch mehr Erfolg (Triple) verblasst der Faktor Unbeliebtheit fast völlig. Wenn einer alles gewinnt, sind die anderen generell die Loser, also auch all jene, bei denen man unbeliebt sein könnte. Man muss diese also nicht mehr ernst nehmen.

Die Gründe,die zu einer Infektion führen, liegen vorwiegend im persönlichen Bereich. Den am FCB-Syndrom Leidenden geht es wie den meisten Menschen: Sie gewinnen selten und haben meist nicht den Erfolg, der ihnen zustünde. Anstatt sich damit abzufinden, versuchen sie als Fan des FCB zu demonstrieren, dass sie in Wirklichkeit Siegertypen und zu Höherem geboren sind. Gleichzeitig bietet ihnen dies die Chance, Andersfanige (also zum Beispiel Clubfans) mit herablassendem Blick in die Verliererecke zu stellen und sie so als lästige Konkurrenz im beruflichen Alltag auszuschalten. weiter lesen

Die neuen Macher des Glubbforums im Interview

Schon seit etlichen Jahren wird über alles, was den 1. FC Nürnberg betrifft, nicht nur im Stadion oder an Stammtischen diskutiert, sondern auch im Internet. Was einst unter dem Dach der Vereinshomepage begann, ist längst fest in der Hand der Fans: ein gemeinschaftliches Forum für den internetaffinen Clubfan. Bis Mitte Februar war dieser zentrale Anlaufpunkt das Forum auf nordkurve-nuernberg.de.

Die Betonung liegt auf „war“, denn diverse Probleme brachten die Plattform an den Rand des Abgrunds. Erst ging das Forensystem in die Knie, später taten sich personelle Fragezeichen auf. Bis Klarheit herrschte, dass der Provider seine Technik nicht ganz im Griff hatte, waren bereits zwei Wochen ins Land gezogen. Der Weg für einen Relaunch war damit aber noch längst nicht frei. Weil „Docfred“, der bisherige Webmaster und Administrator der verschiedenen Nordkurven-Systeme, seinen Posten fast zeitgleich aus persönlichen und beruflichen Gründen aufgab, stand die Zukunft des Forums weiter in den Sternen.

Letztlich wurden mit den Usern „Danny“ und „Sickobilly“ aber zwei Clubfans gefunden, die in der neuen virtuellen Heimat unter www.glubbforum.de künftig ihre Freizeit opfern werden. Im Interview mit den Clubfreunden blicken „Danny“ und „Sickobilly“ auf ereignisreiche Wochen zurück und verraten, was sie dazu bewogen hat, die Aufgabe zu übernehmen.

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Belek: Die Konkurrenz ist neidisch auf den Club

Zur Abwechslung schreibt diesmal unser Printkollege Uli Digmayer (zur Zeit mit dabei im Trainingslager in Belek) für unser Clubfreunde-Blog:

20100105 FCN - DuisburgDie türkische Riviera ist dieser Tage fest in rot-schwarzer Hand. Rund 170 Fans im Alter zwischen sechs und 76 Jahren haben den 1. FC Nürnberg dieses Jahr ins Trainingslager nach Belek begleitet – absoluter Rekord, wie die beiden „Reiseleiter“ Jürgen Bergmann und „Fiddl“ Maul nicht ohne Stolz berichten.

„Schon irgendwie komisch: Umso schlechter es sportlich läuft, desto größer ist der Zusammenhalt der Fans“, sagt Club-Urgestein Maul. In der Nachbarschaft logierende Vereine wie der Hamburger SV, der MSV Duisburg, der 1. FC Köln oder, ähem, die SpVgg Greuther Fürth können angesichts der fränkischen Invasion nur neidisch herüberblicken.

Auch der neue Trainer Dieter Hecking staunt über die Anhänglichkeit der Fans: „So etwas ist ja keineswegs selbstverständlich.“ Und soll deshalb auch belohnt werden: Geduldig erfüllen die Profis nach jeder Trainingseinheit Autogramm- und Fotowünsche.

Am freien Nachmittag der Mannschaft lud der Verein außerdem zu einer Fan-Sprechstunde ins noble Teamhotel „Cornelia Diamond“. Bei Kaffee und Kuchen standen Sportdirektor Martin Bader, Trainer Hecking, die beiden Neuzugänge Andreas Ottl und Breno sowie Kapitän Andreas Wolf, Raphael Schäfer und Javier Pinola Rede und Antwort.

Am Freitag steht für den sportlich aktiven Teil der „Cluberer“ dann noch ein freundschaftliches Fußballmatch gegen die Kollegen vom HSV auf dem Programm. Im vergangenen Jahr hatte man in Belek bereits Werder Bremen geschlagen. Bergmann: „Wenn wir auch dieses Spiel gewinnen, sind wir norddeutscher Fan-Meister!“ In Sachen Reisefreudigkeit scheinen Nürnbergs treue Anhänger jetzt schon titelreif. Uli Digmayer

Erschien in 1.FCN, Fans, Journalisten | Kommentare deaktiviert für Belek: Die Konkurrenz ist neidisch auf den Club

Der Block 8 und die Wahrheit

Auf uns Journalisten versuchen bekanntlich unterschiedlichste Interessensgruppen einzuwirken. Und weil uns häufig die zeitlichen und personellen Kapazitäten fehlen, fallen wir auch hin und wieder auf manches rein, was uns aus wesentlich besser besetzten Pressestellen zugesteckt wird.

Nun gut, „besser besetzt“ kann man beim Club nicht sagen. Dennoch ist man auch hier nicht unbegabt darin, einen heißen Brei im kaltzuschwafeln.

Wir präsentieren Euch hier gerne noch einmal die Presseerklärung zum geplanten Stadionausbau im Wortlaut:

Club bald vor 48.500 Fans: Umbau im easyCredit-Stadion bringt 2.800 neue Stehplätze

Das easyCredit-Stadion in Nürnberg wird zur Rückrunde der Saison 2009/10 auf eine Kapazität von rund 48.500 Plätze erweitert. Bislang können noch 46.780 Zuschauer die Heimspiele des 1. FC Nürnberg sehen. Mit dem Umbau bieten der Club und die Betreibergesellschaft zudem ab dem ersten Rückrundenheimspiel gegen Eintracht Frankfurt (Januar 2010) 2.800 Tickets mehr im beliebten und günstigen Stehplatzbereich in der Nordkurve an.

Hintergrund des geplanten Umbaus ist die bisherige Nutzung eines Teils der Sitzplätze im Oberrang als Stehplätze. Spätestens zum Jahreswechsel müsse die vorgesehene Nutzungsweise des Oberrangs als Sitzplatzbereich wieder sichergestellt sein, teilte die Bauordnungsbehörde der Stadt Nürnberg der Stadion Nürnberg Betriebs-GmbH mit.

„Um das zu gewährleisten, aber auch nicht auf die sensationelle Atmosphäre verzichten zu müssen, haben wir uns entschieden, den Fans aus dem ‚Stimmungsblock‘ 8 im Oberrang, die eben unser Team im Stehen unterstützen, alternativ Stehplätze im Unterrang anzubieten“, erklärte 1. FCN-Vizepräsident und Geschäftsführer Ralf Woy.

Dazu hat die Stadion-Nürnberg Betriebs GmbH für den 1. FC Nürnberg ein Konzept entwickelt, das gleichzeitig mehr Plätze im easyCredit-Stadion schafft und somit auch der erhöhten Nachfrage für die Liga-Spiele Rechnung trägt. „Wir ziehen bei diesem Umbau-Projekt mit unserem Partner 1. FCN gemeinsam an einem Strang und haben hierzu mit den Vorplanungen bereits begonnen“, verdeutlicht Klaus Daedelow, Geschäftsführer der Stadion Nürnberg Betriebs-GmbH.

Die geplante Kapazitätserweiterung im Stehplatzbereich wird nach Genehmigung durch die Stadt Nürnberg durch den Umbau der Blöcke 1 und 3 aus Sitz- in Stehplätze erreicht; die Kosten für den Umbau trägt der 1. FC Nürnberg. Für internationale Spiele, werden wie in der Vergangenheit auch künftig alle Stehplatzbereiche zu Sitzplätzen umgerüstet. Dauerkartenbesitzer in den umzubauenden Sitzplatzblöcken sind vom 1. FCN informiert worden; ihnen werden zur Rückrunde ohne Aufpreis neue Sitzplätze im easyCredit-Stadion angeboten.

Alles toll, möchte man meinen. Jeder dürfte zufrieden sein. Dass der Block 8, „der Stimmungsblock“ (Woy), wegfällt bzw. durch Sitzplätze deeskaliert wird, das wird geschickt umgangen. Das wissen allenfalls Insider. Und selbst wenn einen als Journalist das ungute Gefühl beschleicht, dass da einiges ein bisschen zu toll klingt um ganz sauber zu sein, tut man sich hart, mögliche Gegenpositionen einzuholen. Beim Nordkurve-Forum kommt man z.B. mittlerweile ohne Anmeldung nicht mehr rein. Immerhin wurden wir wenigstens hier fündig. Mit der Anmerkung, dass manche „Wahrheiten“ lauter anklopfen als andere, wollen wir Euch die Erklärung der Ultras zu dem Thema natürlich ebenfalls nicht vorenthalten:

Die fünfte Saison auf Block 8 wird für ULTRAS NÜRNBERG die letzte Spielzeit mit Standort im Oberrang sein.

Die Vielzahl von Spekulationen und Gerüchte zur Zukunft der NORDKURVE NÜRNBERG, die die Nürnberger Fanszene umtrieben, wurden mit der durch den 1. FC Nürnberg getätigten, offiziellen Bekanntgabe des definitiven Endes des Block 8 als Stimmungsblock auf traurige Weise bestätigt. Ab der Rückrunde dieser Saison wird gemeinschaftliches Stehen im Sitzplatzbereich im Oberrang nicht mehr geduldet, wodurch uns die Grundlage für unser Handeln in diesem Bereich der Nordkurve entzogen wird. Unsere Anstrengungen, den Block 8 auch weiterhin als Motor innerhalb der gewachsenen Nordkurve nutzen zu können, wurden nicht belohnt. Das Aus für den Oberrang ist nicht nur eine herbe persönliche Enttäuschung für jeden Einzelnen in unserer Gruppe, sondern auch ein großer Rückschritt für die Stimmung in der Nordkurve und somit auch für die organisierte Unterstützung der Mannschaft des 1. FC Nürnberg. weiter lesen

Klatsche für den Club und die Experten

Der 6:2-Niederlage gegen Aachen etwas Positives abzugewinnen, ist zwar nicht einfach, aber es geht. Denn eine Klatsche bringt manchmal mehr Erkenntnisse, als eine knappe Niederlage. Zum Beispiel die, dass nicht nur die Spieler und das Umfeld – um die Skifahrersprache zu bemühen – „verwachst“ hatten, und zwar total.

Auch die Expertenmeinungen wurden konterkariert. Unsere Sportjournalistenkollegen sahen den Club fast unisono wieder auf Aufstiegskurs. Auch andere Fachleute meinten, der FCN habe sich nun an die 2.Liga gewöhnt und sei bislang meistens unter Wert geschlagen worden.

An die Stimmung im Aachener Tivoli hatten sich unsere Spieler allerdings ganz offensichtlich noch nicht gewöhnt. Auch an Schneetreiben und schlechtes Wetter. Doch das gehört auch dazu, wenn man aufsteigen und in der 2.Liga oben mitspielen will.

Im Augenblick sieht die Momentaufnahme jedenfalls so aus: Die Fürther packens (endlich, und vielleicht nur aus Daffke), der Club ganz offensichtlich nicht. Insofern ist der Blick auf die Tabelle für den Club-Fan fast noch peinlicher als der Auftritt in Aachen.

Bevor jetzt jedoch Ärger und Frust hochkochen und eventuell vorschnelle Entscheidungen getroffen werden, verweisen wir auf unsere, noch laufende Tiefpunkte-Abstimmung. Ein Blick in die Geschichte relativiert manches doch ein bisschen.

Wortkarge Journalisten

Vor dem Rostock-Spiel hat Club-Trainer Michael Oenning den hiesigen Sportkollegen Antwort auf alle drängenden Fragen gegeben. Nur: So richtig drängte da nichts. Was hat Mario Breska? Das war schon der Höhepunkt, dem die Antwort „Er hat Probleme mit dem Wadenbeinköpfchen“ in nichts nach stand.

Die Pressekonferenzen werden bekanntlich aufgezeichnet und ins Internet gestellt. Alexander von den Clubfans United wunderte sich danach, warum den Journalisten da nicht mehr eingefallen ist. Ich muss gestehen, nachdem ich das Video gesehen hatte, dachte ich auch: Komische Veranstaltung. Vor allem hatte ich das Gefühl, der Oenning nimmt meine Kollegen nicht so ganz ernst.

Also bin ich gleich zu unserem Sportchef gerast um ihn  zu interviewen, was denn da los sei. Nichts, sagt er. „Der Club beantwortet zur Zeit alle Fragen auf dem Platz.“ Na, dann bin ich mal gespannt, wie er die Sportredakteure heute abend entlastet.