Bitte nicht den Ballack!

urn:newsml:dpa.com:20090101:100609-99-01624Um sich von Ölkatastrophen, Finanzkrisen oder unfähigen Regierungen abzulenken, suchen sich manche gern andere Probleme. Zum Ablenken. Heute bin ich schon in aller Früh von gutgelaunten Radiomoderatoren auf so ein Problem gestoßen worden. Es lautet: Wohin mit Ballack?
Michael Ballack sucht bekanntlich einen neuen Verein. Und da werden unter anderem Leverkusen, Schalke und Real Madrid genannt.
Doch was sagte dann einer der Gutgelaunten: „Wäre der nicht was für den Club?“
Ballack zum Club? Spontan fiel mir da nur ein: Wir haben doch schon den Charisteas. Noch einen, der seinen Zenith schon überschritten, aber immense Gehaltsforderungen hat, sollte man sich eigentlich nicht antun. Im Radio meinte dann immerhin einer, Ballack könnte vielleicht zu teuer für den FCN sein.
Danke! Dieser vernünftige Einwand wurde dann allerdings durch den Einwurf einer weiblichen Ulknudel konterkariert, der Club habe doch schon einen Torwart.
Eine Mittelfeldeverstärkung könnte der FCN sicher noch brauchen. Aber bitte nicht den Ballack. Bitte nicht!

Makaay: Der Kelch ging vorüber

Was an Neujahr im ARD-Videotext verkündet wurde, scheint kein Thema mehr zu sein. „Makaay  vor Wechsel nach Nürnberg“, hieß es da. Doch das Dementi des FCN kam prompt. Meiner Meinung nach hat der Club da nochmals Glück gehabt. Düstere Erinnerungen an den Fall Jan Koller beschlichen mich angesichts der Makaay-Meldung.

Koller, zwischen 2001 und 2006 bei Dortmund ungemein erfolgreich,  kam im Winter 2007/08   nach längerer Bundesligapause an den Valznerweiher und wurde als vermeintlicher Retter gefeiert. Doch der damals 35-jährige tschechische Nationalstürmer  wirkte wie ein Fremdkörper in der Club-Elf, überzeugte bei seinen 14 Bundesligaspielen für den Club selten und erzielte nur zwei Tore (damit aber immerhin zwei mehr als weiland Uli Hoeneß). Obendrein nahm Koller als Mittelstürmer Angelos Charisteas den Platz weg – Charisteas schien gegen Ende der Hinserie damals gerade in die Spur gefunden zu haben. Jedenfalls stieg der Club am Ende ab.
Daher denke ich – auch wenn ich glaube, etwas Routine könnte der Club-Elf nicht schaden (die Innenverteidiger-Hoffnung Breno ist ja auch erst 20) – der 34-jährige Makaay ist nach zweieinhalbjähriger Bundesliga-Abstinenz keine Alternative. Auch wenn er zwischen 2003 und 2007 fleißig für die Bayern traf. 2005 wäre er mit 22 Treffern sogar beinahe Torschützenkönig geworden. Allein: Phantom Marek Mintal hatte 24-mal getroffen…