Wer keine Chancen hat, kann auch nichts vergeigen

Auf dem Transfermarkt wird gegenwärtig noch einiges nachgebessert. Der HSV schießt dabei mit Ruud van Nistelrooy wohl den Vogel ab. Nürnberg hätte mit Roy Makaay zwar einigermaßen mithalten können, aber den wollte man ja beim FCN nicht. Stattdessen leiht man jetzt noch Mickael Tavares vom HSV aus. Nach dem Motto: Die werden schon sehen, wo sie mit ihren Stürmern bleiben, wenn sie die Sechser nicht ehren.

Ich wage allerdings, nachdem ich das Frankfurtspiel gesehen habe, die Behauptung: Weder Makaay noch Ruud van Nistelrooy (mal abgesehen davon, dass wir den eh nicht bezahlen könnten) würden dem Club in der jetzigen Situation helfen. Gegen die Eintracht gab es bestenfalls zwei Situationen, wo man gedacht hat, da hätte ein Goalgetter, der etwas abgeklärter ist und mehr Selbstbewusstsein besitzt als unsere „Stürmer“, den Ball vielleicht reingemacht. Letztlich hapert es hinten (was ist eigentlich mit Andi Wolf los?) und im Mittelfeld genauso. Da stimmen wir durchaus überein mit dem „Veteran“, der inzwischen bei den Clubexperten eine neue Kolumne begonnen hat.

Im Prinzip müsste jemand die Zügel im Mittelfeld in die Hand nehmen, überraschende Pässe spielen, das Spieltempo bestimmen und den „Stürmern“ mehr Chancen erarbeiten. Wie das aber Leute, die genau wissen, dass sie im Juni wieder weg sind, leisten sollen, das bleibt das Geheimnis von Martin Bader. Insofern sehen wir das Leihgeschäft mit Mickael Tavares genauso skeptisch, wie das mit Andreas Ottl und Breno.

Makaay: Der Kelch ging vorüber

Was an Neujahr im ARD-Videotext verkündet wurde, scheint kein Thema mehr zu sein. „Makaay  vor Wechsel nach Nürnberg“, hieß es da. Doch das Dementi des FCN kam prompt. Meiner Meinung nach hat der Club da nochmals Glück gehabt. Düstere Erinnerungen an den Fall Jan Koller beschlichen mich angesichts der Makaay-Meldung.

Koller, zwischen 2001 und 2006 bei Dortmund ungemein erfolgreich,  kam im Winter 2007/08   nach längerer Bundesligapause an den Valznerweiher und wurde als vermeintlicher Retter gefeiert. Doch der damals 35-jährige tschechische Nationalstürmer  wirkte wie ein Fremdkörper in der Club-Elf, überzeugte bei seinen 14 Bundesligaspielen für den Club selten und erzielte nur zwei Tore (damit aber immerhin zwei mehr als weiland Uli Hoeneß). Obendrein nahm Koller als Mittelstürmer Angelos Charisteas den Platz weg – Charisteas schien gegen Ende der Hinserie damals gerade in die Spur gefunden zu haben. Jedenfalls stieg der Club am Ende ab.
Daher denke ich – auch wenn ich glaube, etwas Routine könnte der Club-Elf nicht schaden (die Innenverteidiger-Hoffnung Breno ist ja auch erst 20) – der 34-jährige Makaay ist nach zweieinhalbjähriger Bundesliga-Abstinenz keine Alternative. Auch wenn er zwischen 2003 und 2007 fleißig für die Bayern traf. 2005 wäre er mit 22 Treffern sogar beinahe Torschützenkönig geworden. Allein: Phantom Marek Mintal hatte 24-mal getroffen…