Nürnberg ist für Bader kein gutes Pflaster

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Nach den jüngsten Siegen kehrte beim Club wieder Euphorie ein. Trotzdem war noch nicht so ganz klar, ob wir uns nach oben oder eher nach unten orientieren müssen. Die letzten Gegner waren nicht unbdeingt die Top-Teams der 2.Liga. Anders war das bei Hannover 96. Der mittlerweile vom Ex-Club-Sportdirektor Martin Bader gemanagte Bundesligaabsteiger ist – zumindest vom Namen und vom finanziellen Bachground her – eine andere Nummer als beispielsweise der KSC.

Doch dann dauerte es gerade einmal vier Minuten und der FCN zeigte, wer hier Herr im Haus ist. Möhwald passte auf Kempe. Dessen Schuss konnte der beim Club ausgebildete 96-Keeper Sahin-Radlinger nur nach vorne abklatschen. Matavz sagte danke und schob den Ball zur frühen Führung ins Netz. 96 drängte dann auf den Ausgleich. Aber das sah alles ziemlich Bader-like aus. Blutleeres Blenden und eher behäbig in der Birne. Der Club ging die 96er schon im Mittelfeld an und schnappte sich ein ums andere Mal die doch sehr durchsichtig angesetzten Pässe. Etwa in der 21. Minute als Petrak an der Mittellinie den Ball eroberte zu Matavz spielte, der schickte Möhwald, dessen Flanke dann Burgstaller zum 2:0 einköpfen konnte.

Danach konnte es der Club noch ein bisschen lockerer angehen lassen. Hannover hatte zwar weiterhin ein optisches Übergewicht. Aber richtig gefährlich wurde es vor dem Kasten von Kirschbaum kaum. Der Club spielte durchaus clever und lie0 kaum etwas anbrennen.

In der 2. Hälfte musste die neue Nummer 1 im Clubtor allerdings mehrfach zeigen, was sie drauf hat. Hannover verstärkte den Druck noch weiter. Die größte Chance zum Anschlusstreffer bot sich in der 72. Minute, als Schiedsrichter Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt zeigte. Brecko hatte Klaus gefoult. Doch wie schon gegen den KSC erwies sich Kirschbaum als Elfmeterkiller.

Bei ihm (allerdings – das müssen wir selbstkritisch konstatieren – auch bei Trainer Alois Schwartz) zeigt sich allmählich, dass sich Geduld auszahlt. Der vielgeschmähte und zeitweise sogar auf die Tribüne verbannte Clubtorwart ist mittlerweile ein echter Stabilitätsfaktor. Dass er seinerzeit noch von Martin Bader eingekauft wurde, belegt, dass der nicht immer verkehrt gelegen ist. Andererseits belegt Bader auch, dass man in Nürnberg manchmal schon zu viel Gedlud gehabt hat.

2015 – das Jahr der Abschiede

19.12.2015 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 19. Spieltag: 1. FC Heidenheim FCH - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa ---  Jubel nach Tor zum 0:1 - Guido Burgstaller (9, 1.FC Nürnberg / FCN ) Miso Brecko (2, 1. FC Nürnberg / FCN ) Georg Margreitter (33, 1. FC Nürnberg / FCN ) Patrick Erras (29, 1. FC Nürnberg / FCN ) Laszlo Sepsi (6, 1. FC Nürnberg / FCN ) Dave Bulthuis (4, 1.FC Nürnberg / FCN ) Alessandro Schöpf Schoepf (28, 1.FC Nürnberg / FCN ) Tim Leibold (23, 1. FC Nürnberg / FCN ) - Freude / Torjubel - Torschütze: Guido Burgstaller (9, 1.FC Nürnberg / FCN )
Das Jahr nähert sich dem Ende, die Spiele sind gespielt, und die Club-Freunde schauen zurück und ziehen Bilanz. 2015 wird dereinst wohl als das Jahr der Abschiede in die Annalen des 1.FC Nürnberg eingehen. Bereits im Februar war für Finanz-Vorstand Ralf Woy, seit 2006 in führender Funktion beim Club tätig, Schluss. Ende September endete dann auch die elfjährige Ära von Martin Bader. Die Trauer über den Weggang der beiden langjährigen Vereinsbosse hielt sich in der Fan-Gemeinde in Grenzen. Immerhin hatten sich beispielsweise die Fehlentscheidungen von Bader in der Kaderplanung gehäuft, so dass ihm der Aufsichtsrat mit Wolfgang Wolf schon nach dem Abstieg 2014 einen Abteilungsleiter mit Fußball-Sachverstand zur Seite stellte.
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Schluss mit UPS!

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf18 Neuzugänge, 19 Abgänge: Man dürfte meinen, beim Club hätte sich einiges verändert. Doch dem ist mitnichten so. Das gleiche planlose Gegurke wie seit Monaten, das Einbrechen nach Gegentreffern, die bekannte Ängstlichkeit, fehlende Initiative und am Ende war „die Mannschaft“ schuld. Dabei ist die Mannschaft eine andere. Die Neuen wurden sogar in dem Bewusstsein gekauft, nicht die Fehler der Alten zu machen.

Die machen sie auch nicht, wenn sie kurz genug da sind. Dann sind sie noch nicht infiziert. So wurde in Berlin gewonnen. Allerdings nicht nur deswegen. Ein glücklicher Spielverlauf, ein wohlgesonnener Schiri und ein weiterer Aspekt halfen mit. Trainer Ismael sprach da sogar vom Geburt einer neuen Mannschaft. Aber anstatt die dann beizubehalten, stellte er um. Prompt wurde aus der neugeborenen Mannschaft wieder die bekannte Gurkentruppe.

upsDiese Umstellung ist wider besseren Wissens erfolgt. Es macht mir keiner weis, dass Ersatztorhüter Patrick Rakovsky in einer Art Alleingang dem Kicker ein Interview gibt und dort kritisiert, dass es in der Torhüterfrage gar nicht um Leistung geht. Da dürften ihm noch einige andere angetrieben haben. Doch leider haben die peripheren Beobachter bei der Interview-Lektüre wohl nur wissend gegrinst und sich gedacht, Raphael Schäfer ist halt der Bessere, das musst du halt akzeptieren, du Jungspund. Schließlich stimmt es ja auch: Schäfer rettet oft in prekären Situationen und nicht umsonst haben wir bei fast jedem Spiel in jüngster Zeit mehrfach UPS (für „uff, puh, Schäfer!“) twittern müssen. Wenn sich ein Torwart auszeichnen soll, dann macht die Clubmannschaft eigentlich alles richtig.

Schäfer, das ist offensichtlich, ist ein guter Torwart. Als Kapitän hat er jedoch in der letzten Saison versagt. Genau wie sein Spezi Martin Bader auf Vorstandsebene hat er zielstrebig an der Alleinherrschaft gearbeitet. Die Konkurrenz wurde weggegrätscht. Symbolisch war da die Verletzung von Jan Polak im Aue-Spiel. Aber – weil im Eifer des Gefechts geschehen – ist das natürlich kein Beleg. Den findet man eher in den bis heute nicht aufgeklärten Abgängen von Hanno Balitsch oder Adam Matysek.

Schäfer ist inzwischen zwar nicht mehr Kapitän, aber immer noch der verlängerte Arm von Manager Martin Bader in die Mannschaft und umgekehrt derjenige, der Bader, aber auch befreundeten Journalisten, Mannschaftsinterna hinterträgt, oder auch nicht. Schäfer ist in der FCN-Mannschaft wie Mutti: alternativlos.

Dass das ein Problem ist, hat mancher (die meisten sind schon wieder weg) erkannt. Doch genau wie bei Manager Bader nützt es halt bei machtbewussten Weggrätschern nichts, wenn man ihnen willfährige Hiwis zur Seite stellt. Gegen die dunkle Seite der Macht sind Einzelkämpfer hilflos. Das dürfte auch dem Trainer klar geworden sein, weshalb er die neugeborene Mannschaft gegen Düsseldorf doch umstellte.

Was soll er auch tun, wenn nicht einmal von uns Fans Rückendeckung kommt.

Ich mache mal einen Anfang uns sage: Schluss mit UPS!

Hölderlin kam nicht bis zum Valznerweiher

Wie man es macht, ist es verkehrt. Eigentlich dachte ich: der Worte sind genug gewechselt. Deswegen hielt ich mich zurück, und vertraute darauf, beim Patienten mögen vielleicht die Selbstheilungskräfte einsetzen und eine Wende herbeiführen. Wenn jemand unter schweren psychischen Belastungen leidet, ist es manchmal gut, das Thema zu wechseln und so diesen Belastungen die Bedeutung zu nehmen.

Nun kommen aber Kommentatoren hier im Blog (Wolferl!) und in den Netzwerken daher und werfen uns Sprachlosigkeit vor. Uns! Also ob wir nicht wüssten, was wir tun. Also ob wir nicht alles schon gesagt hätten. Nur vielleicht nicht zu jedem. Verwiesen sei nur auf das reichhaltige Oeuvre zu den Bereichen Angst und Mentalcoach.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, jetzt doch die Stimme zu erheben: Eventuell dürfte dieser Tage ein gewisser Dave bei der Geschäftsstelle vorsprechen, für dessen Verpflichtung wir uns hier schon einmal vehement ins Zeug legen wollen. Der Mann weiß, wo der Hebel angesetzt werden muss. Also, Club, stell ihn ein!

Hier unsere Twitter-Konversation während des Frankfurt-Debakels. Auch als Beweis dafür, dass Hölderlin Recht hat mit seinem Satz: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ Nur vielleicht nicht am Valznerweiher.

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Am Valznerweiher grassiert nämlich Morbus glubb. Eigentlich eine Banalangst, die Ähnlichkeiten mit Morbus brasil aufweist und die wir einmal populärwissenschaftlich als „Angst in das Loch zu fallen, in dem man schon steckt“ beschreiben wollen oder auch als Self-fullfilling Prophecy für das Worst-Case Scenario. Banalangst heißt allerdings nicht, dass die Folgen banal wären, das haben wir schließlich in der vergangenen Saison schon gemerkt. Wir beziehen uns dabei auf den oben erwähnten, deutschen Psychoanalytiker Fritz Riemann, der von vier Grundformen der Angst spricht, auf die sich die Banalängste beziehen. weiter lesen

Verbeek als Sprücheklopfer spitze

1. FC Nürnberg - Bayer LeverkusenFast könnte der geneigte Betrachter zu dem Schluss kommen, die Mannschaft des 1.FC Nürnberg 2013/14 sei bundesligatauglich gewesen. Jetzt hat jedenfalls schon wieder ein bisheriger Club-Profi bei einem Erstligisten eine neue sportliche Heimat gefunden: Hiroshi Kiyotake geht zu Hannover 96.

Gefühlt sind damit fast alle Kicker der Stammelf in der Bundesliga geblieben, nur der Verein natürlich nicht – aber auch jener Coach, der 22 Spiele lang und damit die meiste Zeit für das Team verantwortlich war, hat keinen neuen Klub im Oberhaus gefunden. Dabei ist Gertjan Verbeek zumindest als Sprücheklopfer erstklassig. Das beweist ein Blick auf die Internetseite der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

Die sucht für jede Saison das beste Fußballerzitat. Für 2013/14 umfasst die Sammlung 142 Sprüche  – und der kauzige Niederländer ist gleich sechsmal dabei. Seine meiner Meinung nach stärkste Aussage: „Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet.“ Originell auch seine Überlegungen zur Berufsauffassung von Fußballern im Vergleich mit anderen Professionen: „Du hast sicher auch schon einen schlechten Tag gehabt. Dann kannst du sagen: Ich nehm’ frei und ärger’ meine Frau. Aber Spieler müssen spielen.“ Ebenfalls mit in der Auswahl sind unter anderem Verbeeks Einlassungen darüber, dass selbst Bayern-Spieler auf die Toilette müssen und seine Freude über den Vergleich mit Rod Stewart: „Wir müssen spielen, wie ein Rockstar singt.“

Nun, das hat bekanntlich nicht ganz so gut geklappt. Tröstliches hat da Emanuel Pogatetz parat: „Es läuft nicht immer alles gut im Leben, aber zum Glück läuft auch nicht immer alles schlecht.“ Der ehemalige Club-Verteidiger ist damit ebenso nominiert, unter den 142 Sprüchen finden sich auch Zitate von Sportvorstand Martin Bader, Torwart Raphael Schäfer und Kiyotake.

Es wird spannend sein, ob die sportlich zuletzt so erfolglosen (Ex-)Cluberer im Sprüche-Wettbewerb vielleicht weit kommen. Eine Jury wird die besten elf Zitate auswählen und dann den Kreis nochmals auf vier Sprüche verengen. Aus diesem Quartett wählt dann das Publikum bei der Gala der Akademie im Oktober den Fußball-Spruch des Jahres. Der Jury gehören unter anderem Reporter-Legende Manni Breuckmann, die Buchautoren Horst Evers und Christoph Ruf sowie Ex-Profi Hans Sarpei an.

Trainer Stephan Schmidt, vergangene Saison zeitweise bei Zweitliga-Absteiger Cottbus tätig, dürfte gute Chancen haben mit seiner Erkenntnis: „Die Tabelle ist kalt und hässlich!“ Welcher Club-Fan mag ihm da nicht recht geben?

Charisma und Charisteas

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juni 2014 plötzlich wieder beim 1. FC Nürnberg im Gespräch: Angelos Charisteas (rechts).

Die außerordentliche Mitgliederversammlung beim 1.FC Nürnberg begann stürmisch und endete harmonisch. In ihrem Verlauf avancierte Martin Bader vom angezählt wirkenden Sündenbock zum wieder lieb gewonnenen Sportvorstand. Viele, vor allem diejenigen, die am Montagabend nicht in der Meistersingerhalle zugegen waren, dürften sich angesichts dieser Wandlung jetzt fragen: Wie hat der Bader das nur wieder geschafft? Nun ja, „das“ hatte mehrere Gründe. Picken wir einfach einmal eine Szene heraus, die sich inmitten von Tagesordnungspunkt fünf, „Diskussion und Aussprache“, abgespielt hat. Da trat ein Mitglied aus einer der beiden langen Schlangen, die sich vor den zwei Mikrophonen im Publikum gebildet hatten, nach vorne und kritisierte Bader für dessen Transferpolitik.

Als der Redner Bader am Ende einer längeren Argumentationskette „fachliche Fehler“ beim Transfer von Angelos Charisteas vorhielt, schüttelten viele der rund 1200 Anwesenden teils verwundert, teils belustigt mit dem Kopf. Einige lachten. Zur Erinnerung: Der Grieche war 2007 für viel Geld an den Valznerweiher gekommen und hatte den Verein, bis er 2010 wieder ging, noch mehr Geld gekostet. So richtig es sein mag, dass Charisteas ein teurer Reinfall war; seitdem ist nun wirklich viel Wasser die Pegnitz hinab geflossen. „Für was wollen sie den Bader denn jetzt noch alles verantwortlich machen“, grummelte es aus den hinteren Reihen. Unruhe machte sich breit. Das Mitglied am Mikrophon verlor durch seine durchaus richtige, aber völlig deplatzierte Aussage jedenfalls die Aufmerksamkeit der meisten Cluberer im Saal. Doch einer blieb ruhig und hörte unbeeindruckt weiter zu: Martin Bader. Und genau das ist der Punkt.

Im Gegensatz zu einem an diesem Abend mitunter aufbrausenden Aufsichtsratsmitglied Günther Koch, einem bisweilen herrisch und wortkarg agierenden Finanzvorstand Ralf Woy, und zu einem gewohnt gesprächigen, aber rhetorisch eher schwachen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Schramm, antwortete Bader auf alle Fragen eloquent, sachlich – und vor allen Dingen charismatisch. Das Beispiel mit Charisteas spiegelt einen Abend wider, den Baders Charisma prägte. Selbst als ein anderes Mitglied den Pokalsieg von 2007 als „Betriebsunfall“ abkanzelte und dafür vom Publikum ausgepfiffen und niedergebuht wurde, bewahrte Bader die Contenance. Langatmige „Wirtschaftsprüfungen“ durch Mitglieder ertrug der Sportvorstand ebenso geduldig wie drollige Liebesbekundungen oder Stammtischparolen aus der versammelten Clubfamilie. Immer hatte er eine Antwort parat. Und entspannte so die Situation.

Eine Antwort blieb Bader aber doch schuldig. Es ist die Antwort auf die Frage nach einer Vision, einer roten Linie oder einer Philosophie. Bader wusste, mehrmals angesprochen, nicht so recht, was er darauf antworten sollte. Vielleicht kann er das auch gar nicht. Geht man schließlich nach dem Applaus der Cluberer, die spätestens nach der Bader-Aussage des Abends schlechthin („Der 1. FC Nürnberg hat keinen Preis, den 1. FC Nürnberg kann man nicht kaufen)“ enthusiastisch und losgelöst von den Sorgen der vergangenen Saison zu sein schienen, die mit glänzenden Augen nach vorne blickten in Richtung Podium, ja, geht man allein danach, dann ist die Antwort auf die Frage nach einer Philosophie leicht. Sie lautet schlicht und ergreifend: Martin Bader. Das dürfte der Kurzmann-Fraktion* gar nicht schmecken.

 *Kurzmann-Fraktion: Bezeichnung für eine Gruppe von Oppositionellen beim 1. FC Nürnberg, die oftmals unter dem Deckmantel der Anonymität die Kommentarspalten im Internet unsicher machen und dort vor wüsten Beleidigungen gegenüber Bader und einiger Pressevertreter nicht zurückschrecken – und Rainer Kurzmann, Initiator der außerordentlichen Mitgliederversammlung, Bader-Gegner und Buhmann des Abends. Anschauungsbeispiele finden Sie in Kürze unter diesem Blogbeitrag.

Schluss mit dem Deppentum!

Dass der Club ein Depp ist, wird als gegeben hingenommen. Deswegen kommen wir auch immer wieder in Situationen wie die augenblickliche und fühlen uns dann eher heimisch, als dass wir auf die Barrikaden gingen.

Die Feststellung der Club ist ein Depp ist aber falsch und irreführend. Selbst der Urheber Klaus Schamberger hat inzwischen nachgebessert und gesagt „Der Club ist ein Knalldepp“. Freilich ist der Club nicht per se ein Depp, sondern eher eine Ansammlung von Deppen, die den Verein regelmäßig in die Bredouille reiten.

In dieser Saison herrschte die größte Deppendichte im Kader. „Das ist die dümmste Mannschaft, die der Club je hatte“, klagte neulich ein Kollege. Auch von vielen, die Clubspieler mal privat getroffen haben oder sonstwie hinter die Kulissen schauten, kam da kein Widerspruch. Mancher wird einwenden, ein Fußballer muss es nicht in der Birne, sondern in den Beinen haben. Aber das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Zumindest einige sollten schon noch Verstand besitzen.

Womit wir bei Martin Bader wären. Der ist einer der wenigen, die was in der Birne haben. Deswegen hat er nach dem Weggang von Timmy Simons immerhin bemerkt, dass da eine intellektuelle Lücke im Team entstanden ist. Freilich suchte er dann nach einem „Sechser“ und nicht nach einer Intelligenzbestie. Trotzdem: Bader ist im Verein der Deppen ein Aktivposten. Deshalb ist er es. der sich jetzt einen Mitarbeiter für das Sportliche suchen darf. Bader als Verantwortlichen für die Misere in die Wüste zu schicken, kann man im Internet (wo ja auch oft das Motto gilt „hier bin ich Depp, hier darf ich´s sein“) schnell fordern und trifft da sicher keinen Unschuldigen. Aber wer, bitteschön, soll jetzt neue Verträge mit vorhandenen oder künftigen Spieler abschließen? Günther Koch? Ulrich Maly? Sollen die vielleicht auch den neuen Trainer suchen?

Es wird also kein Weg daran vorbei führen, dass einige nicht ganz Unschuldige an dem Debakel weitermachen werden. Dass dabei der Ober den Unter sticht ist leider eine Regelmäßigkeit – nicht nur im Fußballgeschäft. Wer also auf einen Umbruch gehofft hat, der kann sich ganz schnell wieder setzen. Es werden nur kleine Brötchen gebacken, weil sonst nämlich die Gefahr droht, dass der unschuldige Rest bereits beim Mehlkauf scheitert.

Ich möchte daher noch nicht einmal meine alte Forderung nach einem Rücktritt des Aufsichtsrats aufrecht erhalten. Eine Bitte an das Gremium hätte ich aber dennoch: Passt wenigstens darauf auf, dass die Mächtigen im Verein (Bader, Schäfer, Woy…) nicht wieder nur minderbemitteltes Personal einstellen bloß damit ihnen niemand ins Handwerk pfuschen und ihre Positionen streitig machen kann. Lieber ein Streit zwischen intelligenten Menschen als noch einmal so ein lemmingartiges Abgrundgetaumel.

Nehmt endlich den Kampf gegen das Deppentum auf, dann bereue ich auch diese Liebe nicht!

Unaufgeregt in den Abgrund

Vor dem Spiel in Wolfsburg hatte Clubmanager Martin Bader noch die Parole ausgegeben, wir müssten eben auch gegen Mannschaften, die oben stehen, Punkte machen. Allerdings: Wolfsburg war halt eine Klasse besser und eine Mannschaft, die mitspielen, auf fiese Tricks verzichten und offensiv brillieren will, die kann da gleich gar nicht gewinnen. zumindest, wenn sie so bestückt ist wie der FCN.

Bei Wolfsburg saß da etwa ein Timm Kose auf der Bank. Einer, der letzte Saison unserer Abwehr die in dieser Saison schmerzlich vermisste Stabilität verlieh. Dafür stand bei uns Emanuel Pogatetz im Zentrum. Er kam damals von der Wolfsburger Bank und hat sich beim Club jetzt auch nicht unbedingt weiterentwickelt. Aber Plattenhardt, Stark oder Angha machten es freilich auch nicht besser. Schon daran sieht man: Der VfL Wolfsburg hat andere Ansprüche und ein anderes Personal. Dass der Club da nicht mit Mitspielen mithalten kann, müsste eigentlich auch einem Martin Bader klar sein.

Dabei sah es in Wolfsburg anfangs gar nicht mal schlecht aus. Da machte Markus Feulner, der diesmal neben Schäfer als einziger so etwas wie parzielle Erstligatauglichkeit ausstrahlte, aus der ersten richtigen Chance gleich den Nürnberger Führungstreffer. Sicherheit gab der aber nicht. Vor allem deckte er das Problem des FCN auf: Hinten reinstellen geht nicht. Deswegen fiel der Ausgleich dann auch nach einem Konter der Wolfsburger. Konter im eigenen Stadion gegen einen Abstiegskandidaten? Das muss man sich auch erst einmal geben. Prompt war der Rhythmus ganz raus. Die Muffe sauste und wie das so ist, kam dann auch noch Pech dazu. Frantz verletzt sich, verliert den Ball und Wolfsburg dreht noch vor der Pause das Spiel. Danach war die Sache eigentlich schon gegessen. Anders als der Club können die Wolfsburger Vorsprünge verwalten und dazu kam noch, dass Drmic fast völlig unterging. Ob es am Gegenspieler Knoche lag oder ob er mit den Gedanken schon beim BVB weilte? Vielleicht beides. Auch von Kiyotake sah man nicht viel (hat wohl auch schon Angebote).

Von einem Ruck, einem Aufbäumen war wenig zu spüren. Einzig Verbeek gab wieder alles und wechselte zwei frische Stürmer (Pekhart und Mak) ein. Wobei das leider eher Zeichen der Verzweiflung als Joker, die ein Spiel entscheiden, sind. Torungefährlicher geht es kaum. Da zudem die Konkurrenz um den Abstieg (bis auf den HSV) – anders als der Club – offenbar die Zeichen der Zeit begriffen hat und aufgewacht ist, war es das wohl. Auch wenn das auf dem PLatz, wie gesagt, nicht so sichtbar wurde. Manchmal hatte ich beim Zuschauen sogar das Gefühl, vielleicht wissen die mehr. Vielleicht bekommen da zwei Mannschaften ihre Lizenz für die nächste Saison nicht. Vielleicht droht dem FCB wegen der Hoeneß-Affaire doch mnoch der Zwangsabstieg.

Andernfalls wäre das einer der unaufgeregtesten Abstiege in der mit Abstiegen reich gesegneten Clubgeschichte. Ich versuche also, mich anzupassen und mir einzureden: ich reg mich nicht auf, ich reg mich nicht auf, ICH REG MICH NICHT AUF!

Balitsch – nun also doch noch

In der Winterpause 2004/05 zog sich die Personalie Balitsch hin wie ein Kaugummi. Beinahe täglich gab es um den Jahreswechsel herum neue Wasserstandsmeldungen. Zunächst schien die Tendenz dahin zu gehen, dass der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen zum Club wechselt. Wolfgang Wolf, damals Coach am Valznerweiher, hätte den 23-Jährgen gerne gehabt, der in den Planungen des Leverkusener Kollegen Klaus Augenthaler (Wolfs Vorgänger in Nürnberg) keine Rolle mehr spielte. Dann wollte sich Balitsch in Leverkusen durchsetzen – und wechselte schließlich doch Anfang Januar zum FSV Mainz 05.

Manager Martin Bader war damals schwer enttäuscht. Nun, genau acht Jahre später, konnte er sein damaliges Vorhaben offenkundig umsetzen. Balitsch, inzwischen 31 und nach der Mainzer Station (Rückrunde 2004/05) und fünf Jahren in Hannover (2005-2010) nach Leverkusen zurückgekehrt, wechselt vom Werksklub nach Nürnberg. In Leverkusen war er laut Fachblatt „kicker“ in den vergangenen eineinhalb Jahren ungemein wichtig fürs Teamgefüge, weiter lesen

Ein ganz wichtiger Sieg – vor allem für Bader

urn:newsml:dpa.com:20090101:100130-10-11339Ganz, ganz wichtiger Sieg gegen Hannover. Das war ein so genanntes 6-Punkte-Spiel und die Wiedergutmachung für die Niederlage im Hinspiel, mit der sich der Club in der Bundesliga ganz unten festsetzte. Nachdem auch die anderen Mannschaften mitspielten, schaut es jetzt in der Tabelle nicht mehr ganz so hoffnungslos aus.

Dass diesmal Wolf nicht dabei war, Mintal aber (zunächst) schon, zeigt uns, dass den „Alten“ wohl eine Pause ganz gut tut. Mintal lieferte ein gutes Spiel ab, die Abwehr wirkte ohne die Aussetzer von Andi Wolf sicherer als zuletzt. Über Neuzugang Tavares (Bild) kann man dabei aber noch nicht allzuviel sagen. Gut, von Hannover wurden die Abwehrspieler auch wenig gefordert.

Am besten waren natürlich die drei Tore von Albert Bunjaku. „So einen bräuchten wir“, dürften da einige Manager von anderen Vereinen mit Sturmproblemen gedacht haben. Bunjaku taucht nun sogar ganz vorne in der Torschützenliste auf (mit 9 Treffern in 16 Spielen liegen nur Kevin Kuranyi mit 10 Toren in 19 Spielen und der Ex-Clubberer Stefan Kießling mit 12 in 19 Spielen vor ihm) . Wer hätte das gedacht? Andererseits belegt das natürlich auch, dass der Club nur einen torgefährlichen Stürmer besitzt. Aber immerhin: Das ist einer mehr als gestern.

Clubmanager Martin Bader (dem hier im Blog ein Kommentator schon den Terroristenvornamen Andreas gegeben hat) dürfte deshalb etwas ruhiger schlafen können. Die Kritik an seiner laschen Haltung was den Einkauf von neuen Stürmern angeht, wird wohl fürs erste leiser werden.

Aber wie gesagt: Es war nur Hannover 96, und dass die zur Zeit Probleme haben war mehr als offensichtlich.