Wo stehen wir? Erstmal ganz oben!

Vorbereitungsspiele sind das eine. Selbst wenn man alle sieben gewinnt, bleibt da eine Unsicherheit: Wo steht die Mannschaft, wenn es ernst wird?

Was den Club angeht lautet die Antwort: erstmal ganz oben. Allerdings: Aussagekräftig ist das zu Beginn der Saison natürlich überhaupt noch nicht, zumal sich mit dem FC Kaiserslautern eine Mannschaft im inzwischen nach Weltmeister Max Morlock benannten Stadion präsentierte, die nicht gerade zu den Favoriten der 2. Liga zählt. Zudem schwächte sich der FCK auch noch selber. Die Pfiffe und Beleidigungen der Fans gegen den eigenen Keeper (Marius Müller kehrte vom ungeliebten RB Leipzig zurück) verfehlten ihre Wirkung nicht. Beim ersten Treffer in der 13. Minute ließ der Lauterer Keeper einen Schuss vom kaum wiederzuerkennenden Mikael Ishak prallen. Der leicht abseitsverdächtige Edgar Salli schiebt den Ball erst zu Sebastian Kerk (spielte gegen seinen Interimsverein als sei er nie weggewesen), der lässt Kapitän Hanno Behrens ran, welcher eiskalt verwandelt. Beim 2:0 (25. Minute) fungierte Müller gar als Torschütze und bugsiert eine Kerk-Ecke ins eigene Netz.

Nur an Müller und am Unvermögen des FCK lag es freilich nicht. Der Club spielte souverän und selbstbewusst auf und ließ außer in der Anfangsphase kaum etwas zu. Pressing im Mittelfeld, ständige Positionswechsel und dauerndes Bemühen um Ballbesitz zeichneten das Clubspiel aus. Der FCK merkte offenbar schnell, dass in Nürnberg nicht viel zu holen ist. Der Club konnte so bereits nach einer halben Stunde einen Gang zurückschalten und abwarten. Weil der Gegner aber nichts zuzusetzen hatte, litt das Spielniveau doch ziemlich deutlich.

Das ging in der zweiten Hälfte zunächst so weiter. Der Club wollte nicht, Kaiserslautern konnte nicht. Bis zur 54. Minute. Da packte Kevin Möhwald ein Pfund raus und hämmerte den Ball aus 22 Metern ins FCK-Gehäuse. Die sichere und angesichts der Harmlosigkeit des Gegners ungefährdete Führung gab Trainer Michael Köllner die Gelegenheit, Neuzugang Adam Zrelak, Rurik Gislason und Cedric Teuchert einzuwechseln.

Ohne große Probleme wurde dann der Auftaktsieg fix gemacht. Aber wie gesagt, wo wir genau stehen, lässt sich bei diesem Gegner noch nicht genau verorten. Auf jeden Fall erstmal weiter vorne als uns das viele Experten zugetraut haben. Und meistens, wenn uns keiner was zutraut…