Clubspieler in die Nationalelf! Bloß in welche?

wolfIrgendwie ist es schon erstaunlich: Kaum gewinnt der Club ein paar Mal, schon kommen sogar Nationaltrainer, ja selbst Manchester United, an und buhlen um die Nürnberger Spieler. Mehmet Ekici konnte sich gar entscheiden, spiele ich für Deutschland oder die Türkei. Bei Andi Wolf ist das zwar nicht der Fall. Jogi Löw winkte schon einmal (bevor sich Wolf schwer verletzte) ab. Aber Wolf, der 1982 in Tadschikistan geboren wurde, braucht die Sympathie Löws gar nicht. Er kann – und wird möglicherweise schon bald – für Russland spielen. Der dortige Trainer Dick Advocaat hat ihn jedenfalls im Visier. Wir gönnen es ihm auf jeden Fall.

Das ist jedenfalls besser als bei Ilkay Gündogan. Der wird wohl – dann aber für Deutschland – erst Nationalspieler, wenn er nicht mehr für den Club spielt. Es ist nämlich so: Nürnberg liegt zwar in Deutschland, wenn es aber um die Nationalelf geht, dann liegt es ganz weit weg.

Die Wahrheit über einen Trainerplatzverweis

Gut, eigentlich gehört dies eher in das NZ-Blog „Die EM auf der Couch„, aber das ist inzwischen geschlossen und wird nicht neu bestückt. Also bringen wir eben hier die endlich aufgedeckte Wahrheit über den Platzverweis der beiden Trainer beim EM-Spiel Deutschland gegen Österreich.

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Die Vertonung hat übrigens Dominik Kuhn besorgt, von dem auf meinem Vipraum-Blog auch ein schwäbelnder Obama zu sehen ist und  der auch für den legendären Todesstern Stuttgart verantwortlich ist.

Ähnliches gibt es übrigens (wie die Besucher meines Adventskalenders bereits wissen) inzwischen auch auf Fränkisch.

Als die Spieler revoltierten

Auch da war der Club mal wieder Vorreiter: Im Oktober 1984 gab es eine bislang in der deutschen Fußballgeschichte noch unbekannte Spielerrevolte. Mehrere Clubprofis warfen nach einem vom damaligen Trainer Heinz Höher angesetzten Morgentraining (um sechs Uhr, also noch in der Dunkelheit, ließ er die Profis durch den Wald laufen) den Bettel hin. Sie übergaben eine Erklärung an die Nürnberger Tageszeitungen, worin sie ankündigten, nicht mehr unter Höher trainieren zu wollen. Beim nächsten Training waren ganze fünf Spieler anwesend. Der Rest boykottierte.

Präsident Gerd Schmelzer knöpfte sich daraufin jeden einzelnen der Spieler vor und kündigte Udo Horsmann, Stefan Lottermann, Rudi Kargus und Horst Weyerich die Verträge. Später bekamen auch noch Detlef Krella und Manfred Walz die Kündigung. Thomas Brunner der ebenfalls zu den Unterzeichnern der Presseerklärung gehörte, wurde hingegen als reuiger Sünder „begnadigt“ (später kam heraus, dass Höher offenbar absichtlich die Mannschaft provoziert hatte, um etliche Spieler, von denen er nicht überzeugt war, loszuwerden).

Nach den Kündigungen stand ein Spiel in Aachen an. Nur nach Rücksprache mit ihren Anwälten traten die verbliebenen Spieler überhaupt in Aachen an. Man verlor mit 1:2.  Dennoch gilt die Niederlage als Wende und Geburt einer jungen Mannschaft. Mit ihr schaffte der Club nicht nur den Aufstieg in die erste Liga ,  Hans Dorfner, Dieter Eckstein und Stefan Reuter avancierten später sogar zu Nationalspielern.

Insofern war die Spielerrevolte eigentlich eher ein Wendepunkt. Wir verbuchen sie dennoch als unseren:

TIEFPUNKT 12

Ballack stoppt Bevölkerungszuwachs

Anderswo wird alles dafür getan, dass sich die Mitarbeiter fortpflanzen. Sogar schwangerschaftsfördernde Stühle sind da im Einsatz. Im Fußball wird inzwischen jedoch das genaue Gegenteil propagiert. Fördert die Zeugungsunfähigkeit! Oder so. Jedenfalls scheint das die Botschaft des neuen Werbespots von Adidas (übrigens auch Clubausrüster) zu sein. Und wer ersetzt die Pille für den Mann? Michael Ballack. Ich sage nur: Aua!

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Nutella im Hirn

Der Club soll froh sein, dass er in der 2. Liga spielt, wo es etwas rustikaler zur Sache geht und wo statt Mimosen, Nesseln oder höchstens Gänseblümchen wachsen. Was derzeit eine oder zwei Ebenen höher abgeht, erinnert mich verdammt an Andi Möller („vom Feeling her hab ich ein gutes Gefühl!“), der damals noch ein Einzelfall war.

Was erlauben Kuranyi, Frings oder Ballack? Wenn Leute, die noch nie (Kuranyi) oder schon lange keine (Ballack, Frings) gescheiten Leistungen abgeliefert haben, anfängen von Stammplätzen, Kapitänsämtern, Pfründen etc. zu faseln, da stimmt doch was nicht. Nutella im Hirn, würde ich sagen, und muss ausnahmsweise mal den Franz Beckenbauer loben, der gesagt hat:

Das ist ein Mimosenhaufen geworden, das ist schier unglaublich. Die sollen ihren Mund halten und Fußball spielen.

So, und jetzt ein Arbeitssieg gegen Koblenz. Ich habe fertig!