Fastabsprung nach Fastabstieg

  • Kommende Woche geht es wieder los. Zunächst mit dem Pokalspiel gegen RB Leipzig und dann die Woche darauf mit dem ersten Punktspiel gegen Jahn Regensburg. Zeit also für ein kleines Update.
  • Da wären zunächst die Testspiele, aus denen besonders das 5:2 gegen Hoffenheim heraussticht. Andererseits: Mit dem gleichen Ergebnis hatte der Club auch Bayern München vor dem Rückrundenstart in einem Testspiel abgefertigt. Danach holten sich die Bayern drei Titel und der Club den Fastabstieg. Insofern war es vielleicht ganz gut, dass der FCN bei der Generalprobe gegen Union Berlin wieder ein bisschen geerdet wurde. Wobei man die 2:1-Niederlage in Berlin nicht überbewerten sollte. Zum einen kam sie durch einen zweifelhaften Elfmeter – gepfiffen von einem Berliner Schiedsrichter – zustande. Zum anderen wollte Union Jubiläum feiern und das mit 4500 handverlesenen Zuschauern. Da mochte wohl keiner die Feier und die Rückkehr zur Normalität gefährden. Clubfans waren ohnehin nicht zugelassen. Aber diese Art von Wettbewerbsverzerrung (in Leipzig und Berlin wird angefeuert, in Nürnberg oder Stuttgart hingen nicht) dürfte uns noch eine Weile begleiten. Andererseits waren in Berlin auch wieder die alten Clubschwächen erkennbar. Die Abwehr wirkt nur anfangs stabil, agierte dann aber aufgrund der anhaltenden Erfolglosigkeit der Angriffsbemühungen irgendwann unkonzentriert. Vorne häuften sich dann verzweiflungsbedingte Einzelaktionen. Und dabei waren die einschlägig Bekannten aus der letzten Saison (Frey, Hack) gar nicht im Kader. Der hat sich dennoch nicht grundlegend verändert. Lediglich mit Singh, Krauß (wurde aber zur Halbzeit durch Dovedan ersetzt) und Pascal Köpke (für ihn kam nach einer Stunde Lohkemper) standen neue Namen in der Startaufstellung. Da gab es schon mal größere Umbrüche beim FCN.
  • Reisende soll man nicht aufhalten, sagt man. Das mag für den wechselwilligen Robin Hack gelten. Gilt es aber auch für den vergrätzten Clubfan? Mit der körperlichen Anwesenheit unsererseits wird es ja erst einmal nichts. Aber auch, was das Liveerlebnis via Bildschirm angeht, wird einiges getan, um uns den Absprung in die Fußballabstinenz zu erleichtern. Bislang gab es die Clubspiele, sofern sie von Sky übertragen werden durften, für 10 Euro im Monat mit dem Sky-Ticket zu sehen. Inzwischen bekommt man dafür lediglich Konferenzen. Wer nur den Club sehen will, muss monatlich 30 Euro berappen. Also das Dreifache. Da überlegt man sich schwer, ob man in der neuen Saison noch dabei sein will.
  • Der absprungwillige Robin Hack wird wiederum wohl doch bleiben (müssen). Trainer Robert Klauß hat den Wechselambitionen einen Riegel vorgeschoben. Ob das schon das letzte Wort war, wird sich weisen. Immerhin hat der Club mit Pascal Köpke schon mal Ersatz auf der Hack-Position. Mit Manuel Schäffler gibt es noch eine weitere Verstärkung im Offensivbereich. Was die Abwehr angeht, gibt es da leider (noch) wenig zu vermelden.
  • Das Kokettieren mit dem Absprung (auch hier im Blog mehrfach zelebriert) beherrscht auch unser Aufsichtsratsvorsitzender. Thomas Grethlein will sich erst noch „Bedenkzeit“ geben und hinterfragen, ob er nochmal kandidieren und sich das Amt „antun“ soll. Mitgeteilt hat er das der Bildzeitung. Die ist ja für alles Mögliche gut/schlecht. Jedenfalls wirkt die Masche: Etliche finden Grethlein plötzlich gar nicht mehr so schlecht und wollen ihn behalten – wahrscheinlich auch angesichts fehlender oder eher beängstigender Alternativen.

Da gehen sie hin, die Feindbilder

  • Im letzten Beitrag hatten wir noch Bedenken geäußert, der neue Sportvorstand Dieter Hecking könnte zu arg „old school“ sein und den Club nicht wirklich weiter bringen. Statt dem damals noch befürchteten Markus Weinzierl hat Hecking aber den Leipziger Co-Trainer Robert Klauß aus dem Hut gezaubert. Das könnte zusammen mit seiner Erfahrung durchaus passen.
  • Aus Leipzig bringt Klauß das hoch gehandelte Talent Tom Krauß mit. Der 19-Jährige soll als Leihspieler Spielpraxis sammeln.
  • Neben der Leipzig-Connection gibt es offenbar auch eine Bayern-Connection. Vom FCB will der Club das Torwarttalent Früchtl, den Offensivallrounder Sarpreet Singh und den Flügelspieler Oliver Batista-Meier (hat sich mittlerweile aber wohl zerschlagen) ausleihen. Mit den Bayern und Red Bull im Boot, das muss man auch erst mal sacken lassen.
  • Den ganz großen Umbruch wird es aber beim Club – schon coronabedingt – nicht geben. Platz im ziemlich breiten Kader machten lediglich Felix Dornebusch, Dinos Mavropanos, Philip Heise, Patrick Erras, Mikael Ishak, Michael Frey und Sebastian Kerk. Dabei schmerztt vor allem der Weggang von Patrick Erras (zu Werder Bremen), der nicht nur als Vorlagengeber zum immens wichtigen Schleusener-Tor in Ingolstadt einer der wenigen Lichtblicke der vergangenen Katastrophensaison war. Er wäre vielleicht sogar beim Club geblieben, wenn der zu Saisonende handlungsfähig gewesen wäre.
  • Ein paar gefühlte Neuzugänge gilt es ebenfalls zu vermelden. Virgil Misidjan steht offenbar nach langer Verletzung wieder zur Verfügung, außerdem kehren Simon Rhein (Würzburg), Törles Knöll (Wehen-Wiesbaden) und Kevin Goden (Braunschweig) von ihren Leihbereinen zurück.
  • Im Trainerstab tat sich einiges. So trennte sich der FCN unter anderem von Mentalcoach Mathias Berthold, von Torwarttrainer Martin Scharrer und Fitnesstrainer Florian Klausner. Was jetzt angesichts der vielen Gegentore, der Fitnessdefizite und der Schwächen im Mentalbereich durchaus nachvollziehbar ist. Als Neuzugänge vermeldet der FCN: Tobias Schweinsteiger (der Bruder des bekannten Bayernspielers Bastian Schweinsteiger wird Co-Trainer), Tobias Dippert (der Athletiktrainer kommt ebenfalls von den Bayern) sowie Dennis Neudahm (Torwarttrainer, kommt aus Hoffenheim).
Der erst vor wenigen Wochen engagierte Rehacoach Frank Steinmetz darf bleiben.
  • Der bisher als Doping-Experte gefragte Heroldsberger Professor Fritz Sörgel hat sich zu einer anderen FCN-Baustelle geäußert: dem Aufsichtsrat. Vergleichbar Kritisches war hier auch schon zu lesen. Ob es bei der nächsten JHV zum Umbruch kommt, da gibt es dennoch Zweifel. Zum einen steht nur ein Teil der Aufsichtsräte zur Wiederwahl an. Zum anderen müssten sich erst einmal kompetente Gegenknadidaten melden. Selbstkritik scheint diesem seltsamen Gremium ohnehin fremd. AR-Mitglied Ulrich Maly äußerte dieser Tage erst, dass er da gerne weiter machen wolle und Unkenntnis im sportlichen Bereich dabei kein Problem sei. Er sei dort schließlich „nie mit dem Ehrgeiz, sportliche Kompetenz zu haben, angetreten„.
  • Bleibt noch die Frage nach der Gefühlslage. Wirklich bereut haben wir diese Liebe zwar nicht, ein bisschen mehr Gegenleistung wäre aber schon nett. Im Augenblick sind es lediglich Namen, aus denen man Hoffnung schöpfen kann. Allerdings ist da auch die Botschaft herauszulesen, dass wir gefälligst unser alten Feindbilder (Bauern, Dosenplörre) begraben sollten. Uns wiederum an unserer eigener Begeisterung erfreuen, das dürfte noch eine Weile dauern. Statt einer Dauerkarte wird es dann erstmal wohl nur ein Sky-Ticket. Übersetzt heißt das: Kein Strauß Rosen, sondern nur ein Gänseblümchen für die – gerade nicht mehr ganz so – große Liebe.

Hilferuf nach Fürth

Blogbeiträge nach Cluberfolgen werden immer besser geklickt, als nach Niederlagen oder drögen Unentschieden. Da will man dann möglichst nicht daran erinnert werden und sucht woanders Ablenkung. Insofern hätten wir hier die Chance nutzen sollen und das 6:0 in Wiesbaden gebührend abfeiern müssen. Doch interessieren uns Zugriffszahlen? Mitichten!

Deshalb ließen wir die Klicks liegen, feierten verhalten und hakten das Ganze erst einmal unter „unerklärlicher Ausrutscher“ ab. Bei den Mitkonkurrenten aus Osnabrück oder Karlsruhe kursierten ja schon Verschwörungstheorien, die verdammt an das 5:1 der Frankfurter gegen Kaiserslautern erinnerten, weswegen der fast schon gesicherte FCN dann 1999 doch noch abgestiegen ist. Gab es da Absprachen, waren gar Drogen oder Schmiergelder im Spiel?

Nun ja! Auch in der Hinrunde gab es mit dem 4:0 in Hannover schon so einen „Ausrutscher“, der dann aber nur den Blick auf die Realitäten verstellte und allenfalls den Beweis erbrachte, dass die Mannschaft zwar gewinnen kann, aber halt nur wenn Ostern und Weihnachten zusammenfallen, also wenn alles passt und der Gegner vorwiegend mit sich selber zu tun hat.

Insofern wollten wir erst einmal das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart abwarten. Da war der Club dann prompt wieder der Alte. Nichts zu sehen vom gewonnenen Selbstvertrauen, von umgestoßenen Bock oder von den – schon wieder nach oben geschriebenen – Unterschiedsspielern. Der Club fing – wie gewöhnlich – ganz nett an. leistete sich dann aber bereits in der 11. Minute den ersten Fehler (diesmal war es Margreitter, der pennte) und lag prompt 0:1 hinten. Danach lief es so, wie wir das noch aus Erstligazeiten bei frühen Rückständen gegen überlegene Teams kennen: Die „Mannschaft“ fiel in sich zusammen. Beim VfB wunderter man sich ein ums andere Mal, wie einfach gegen den Club Torchancen generiert werden konnten. Am Ende kassierte der FCN genau jene sechs Tore, die er gegen Wiesbaden noch geschossen hatte. Und damiti war er sogar noch gut bedient. Der jetzt als Aufsteiger feststehende VfB hätte nämlich locker noch mehr Treffer erzielen können gegen eine völlig desolate Clubabwehr. Wobei die Kritik an der Abwehr nur das eine ist. Nach vorne ging nämlich auch nichts. Da bestand 90 Minuten lang eigentlich nie Gefahr für den Stuttgarter Keeper Kobel. Das Ergebnis war also auch in der Höhe mehr als verdient.

Verdient hätte diese Truppe nach diesem Auftritt auch den Abstieg in die dritte Liga. Dass der mittlerweile – zumindest auf direktem Weg – nicht mehr möglich ist, haben wir den Darmstädtern zu verdanken, die gegen Wehen-Wiesbaden gewonnen haben. Am nächsten Sonntag geht es also nurmehr darum, wer in die Relegation muss, der KSC oder der FCN.

Der Club hat zwar zwei Punkte Vorsprung, muss aber noch nach Kiel, während der KSC in Fürth gewinnen muss. Da die Hoffnung, die Kieler zu schlagen, nach dem heutigen Auftritt nicht allzu groß ist, sind wir wohl auf die Hilfe des Kleeblatts angewiesen. Schlimmer kann eine Demütigung kaum sein.

100 Jahre Einsamkeit

Der Club ist ein Weißt-du-noch?-Verein geworden. Nie war das so deutlich, als vor dem Frankenderby. Angesichts der gegenwärtigen Tristesse wurde da nur noch erinnert. Nicht nur an die erste Meisterschaft vor 100 Jahren , auch die „Legende“ und Heiner Stuhlfauth wurden zitiert. Und wenn das passiert, weiß der Clubfan: Jetzt ist es ernst.

Doch beim Club kann man offenbar nicht mal mehr mit der Historie umgehen. Gegen die Fürther lief die Mannschaft in Weiß auf. In Weiß!

Sportlich gesehen waren die Prämissen eigentlich optimal. Die Fürther hatten nach der Corona-Pause noch nichts gerissen und waren vor dem Derby das schwächste Geister-Team. Zudem konnte sich der Club erholen, während die Greuther unter der Woche noch zum Nachholspiel gegen Dresden ran mussten. Eine Prise Selbstvertrauen dürfte man zudem durch das Unentschieden beim Tabellenführer getankt haben. Wobei da schon wieder der realistische Blick verstellt wurde, denn spätestens das freitägliche Unentschieden von Sandhausen in Bielefeld hätte den Clubverantwortlichen die Augen öffnen müssen, dass die Arminia inzwischen in den Safety-Modus geschaltet hat und das 1:1 in Bielefeld nicht überbewertet werden sollte.

In der ansonsten ziemlich öden ersten Hälfte waren es vor allem zwei energische Balleroberungen durch Valentini und Schleusener, die kurz andeuteten, wie es gehen und der ersehnte Dreier eingefahren werden könnte. Letztlich verpufften allerdings die Angriffsbemühungen. Da auch Fürth sich dem gemütlichen Sommerfußball angepasst hat, hätte man von einem 0:0 ausgehen können, wäre da nicht jene clubeigene Fähigkeit der Selbsteinschläferung. Die führt dann immer zu Konzentrationsmängeln und dazu, dass der Gegner mit relativ bescheidenen Mitteln doch noch zum Torerfolg kommt. Wie Fürth in der 56. Minute durch Raum.

Danach offenbarte sich erst das ganze Dilemma des aktuellen Clubkaders. Da ist keiner, der sich noch aufbäumt, keiner dem mal was Originelles einfällt. Strukturen sind in dieser Mannschaft ohnehin nicht erkennbar. Zudem scheint inzwischen jedem klar zu sein, dass die Einkaufspolitik vor der Saison ein Schuss in den Ofen war. Dovedan saß noch nicht einmal auf der Bank, und Geis wartete dort vergeblich auf die Einwechslung. Sorg soll zudem Konditionsprobleme haben, kam dann aber ebenso wie der formschwache Kerk trotzdem noch als „Retter“ auf den Platz. Zu retten gab es da aber nichts mehr. Es blieb beim 0:1.

Dass ein Derby, und dann auch noch so, verloren wird, hätte uns zu früheren Zeiten noch auf die Palme gebracht. Inzwischen ist vieles anders. Man weiß noch nicht einmal, ob man den drohenden Abstieg beklagen oder herbeiwünschen soll, zumal einem dann solche Derbys erst einmal erspart blieben. Genausowenig weiß man, wen man beim Club als erstes ersetzen soll. Selbst die Trikotverantwortlichen scheinen dort nur noch falsche Entscheidungen zu treffen. Vom Erfolg ist dieser Verein wirklich 100 Jahre entfernt.

Mit dem Zweiten sieht man besser

Nach dem öden 0:0 gegen Bochum gäbe es genug Anlass, hier wieder alles Mögliche zu kritisieren. Wir lassen es bleiben. Es ist eh schon fast alles gesagt. Stattdessen offerieren wir euch einen Weg, wie ihr Zeit und Geld sparen könnt:

Schaut euch die Spiele nur auf dem Second Screen an. Bei Twitter.

Kreativität wächst nämlich bei Langeweile. Auch bei sich selber kann man das beobachten. Wobei ein Grund dabei auch sein dürfte, dass man beim Formulieren der Tweets nicht durch das Spielgeschehen gestört wird und sich die Sachlage über 90 Minuten kaum ändert, sieht man einmal vom einzigen Höhepunkt des Spiels, dem Lattentreffer von Hack, ab.

Hier also ein kleiner Eindruck vom Second Screen unter dem Hashtag #FCNBOC:

…und von uns gab´s natürlich auch was:

Club schlägt die Bayern

  • Dort, wo die Bayern unterwegs sind, tummeln sich auch die Werbetreibenden. Einen kleinen Eindruck bekommen wir in der Diaspora Lebenden aktuell gerade. Da mottet Magenta Sport Alt-Moderator Fritz von Thurn und Taxis für das Freundschaftsspiel des FCN in Nürnberg aus und bekommt prompt allerorten kostenlose Werbung.
  • Er war fast schon beim FC Barcelona. Doch Uli Hoeneß wollte das Talent nicht ziehen lassen. Dann versuchte sich der FCB-Nachwuchsspieler relativ erfolglos beim Club. Jetzt ist Timothy Tillman bei den Greuthern gelandet. Anders als für uns Fans liegt für die Akteure im bezahlten Fußball Fürth eben nahe bei Nürnberg.
  • Der ehemalige Bild-Reporter Daniel Westgate ist nicht mehr Pressesprecher beim FCN. Man wolle mehr und transparenter mit den Fans kommunizieren, ließ der kaufmännische Vorstand Niels Rossow verlauten. Für Westgate wird jetzt im Verein eine andere Verwendung gesucht, seinen als „Leiter Sportkommunikation“ aufgewerteten Posten übernimmt der 42-jährige Christian Bönig. Zumindest in der Pressestelle ist jedenfalls nichts von einer „Verkleinerung des Kaders“ zu bemerken.
  • Wir Fans fragen uns schon länger, warum beim Club die Leistungskurve vieler Spieler nach unten zeigt. Bei der Ursachenforschung ist mancher bei Instagram fündig geworden. Da hat sich erst eine Spielerfrau beklagt, dass selbst ihr Hund nicht wieder nach Nürnberg will. Am 6. Januar postete dann Mikael Ishak einen Hilferuf, er sitze ohne Klopapier daheim und könne auch keines kaufen, weil alle Läden geschlossen hätten. Vielleicht ist die Stadt schuld; und das bayerische Ladenschlussgesetz.
  • Reizvoller als in Norwich auf der Bank zu sitzen, scheint Nürnberg aber allemal zu sein. Zumal, wenn der Aufenthalt zeitlich befristet ist. Linksverteidiger Philipp Heise, an dem der Club schon länger dran ist, kommt zumindest auf Leihbasis bis zum Saisonende. In den nächsten Tagen will Sportvorstand Palikuca noch eine weitere Abwehrverstärkung präsentieren.

Das Spiel:

Mit „Das Spiel“ haben wir die Begegnung gegen die Bayern wahrscheinlich höher gehängt als alle Beteiligten. Club-Trainer Jens Keller hatte schon vorab beklagt, das Testspiel komme zur Unzeit, weil die Mannschaft müde und platt sei. Das dürfte den Kaufleuten beim FCN nicht allzusehr gefallen haben, zumal der Kartenverkauf ohnehin nicht den Erwartungen entsprach. Andererseits schien genau das Druck von der Mannschaft zu nehmen. Die zeigte, dass sie durchaus mit den Bayern mithalten kann, dass sie sich offenbar sogar leichter tut mit einem Gegner, der selbst das Spiel machen und immer Ballbesitz haben will.

So ging der Club in der 22. Minute sogar durch Frey in Führung (Assist: Behrens) und hatte weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Allerdings sah man zwölf Minuten später, dass die Münchner, wenn sie sich gezwungen sehen, immer noch einen Gang hochschalten können und dann gegen eine nicht gerade sattelfeste Abwehr auch zum Erfolg kommen. Diesmal war es Davies, der den Ausgleich machte.

In der Pause wurde komplett durchgewechselt. Lediglich Clubkeeper Dornebusch blieb mangels Alternativen im Spiel. Bei den Bayern standen praktisch nur noch Jugend- und Drittliga-Spieler auf dem Platz. Beim Club wirkte sich die zuletzt beklagte Größe des Kaders hingegen positiv aus. Wohl auch, dass einige ein bisschen Werbung für sich machen wollten. So war es dann der wechselwillige Mikael Ishak der bereits nach wenigen Sekunden den Club erneut in Führung brachte. Beim 3:1 legte Ishak für seinen ebenfalls aufs Abstellgleis geratenen Sturmkollegen Adam Zrelak auf. Das 4:1 hatte Torschütze Schleusener ebenfalls einer Vorlage von Ishak zu verdanken. Danach hatte der Club immer noch nicht genug: Hack erhöhte sogar auf 5:1. Die Bayern konnten hingegen zunächst einen Elfmeter nicht verwerten (Dornebusch hielt) und danach lediglich noch ein bisschen Ergebniskosmetik betreiben.

5:2 gegen die Bayern: Das hört sich super an. Allerdings waren die Voraussetzungen im Nachhinein eher als Aufbauhilfe zu verstehen. Und die älteren unter den Clubfans wissen, FCB-Aufbauhilfe muss nicht immer zum Erfolg führen (Hoeneß!).

Positiv mitnehmen kann der Club immerhin, dass man gegen nicht ganz so motivierte Bayernstars mithalten und dass man gegen Drittliga-Bayern sogar gewinnen kann. Vielleicht passt der Kader also doch, bloß die Liga nicht.

Ein Letztes:

Die SPD des Fußballs

Man könnte im Rückblick auf 2019 fast witzeln, dass der 1.FC Nürnberg seine Trainer  genauso rasch wechselt wie die SPD ihre Vorsitzenden. 2019 benötigten die Genossen sechs Chefs und der Club vier Übungsleiter. Ein Vergleich, der auch deswegen passt, weil weder der Traditionsverein noch die stolze Partei 2019 aus ihrem Dauertief herausgekommen sind.


Allerdings bewies der Club mehr Geduld mit Michael Köllner als die SPD mit Andrea Nahles. Denn er durfte 21 Spieltage bleiben, obwohl dem 1.FC Nürnberg in der Hinserie 2018/19 nur zwei Siege glückten und er als Tabellenletzter überwinterte. Und 2019 ging so weiter, wie 2018 aufgehört hatte – mit Enttäuschungen und Pleiten. Nach zwei Niederlagen und einem Remis schied der Club im Pokal bei Zweitligist Hamburger SV aus und leistete sich anschließend eine 0:2-Niederlage im Kellerduell beim späteren Mitabsteiger Hannover 96.   Erst dann war Schluss für Köllner, mit ihm ging Sportchef Andreas Bornemann, der sein Schicksal mit dem des Trainers verknüpft hatte.


Köllners Assistent Boris Schommers übernahm für die verbleibenden 13 Spiele und startete mit einem 0:0 gegen Borussia Dortmund sehr solide. Letztlich aber war der Kader zu schwach für die Bundesliga. Unter Schommers verlor der Club zunächst zwar knapper als unter Köllner, aber er verlor. So baute der FCN seine Sieglos-Serie auf 20 Bundesligapartien aus, bis am 27. Spieltag mit einem 3:0 gegen den FC Augsburg endlich der dritte Saisonsieg gelang. Es sollte der letzte bleiben. Immerhin trotzte man den Münchner Bayern noch ein 1:1 ab, was aber deren siebten Meistertitel in Folge auch nicht verhindern konnte.  Die Saison endete mit zwei Packungen – nach dem 0:4 gegen Mönchengladbach war der Abstieg auch rechnerisch besiegelt, und zum Saisonabschluss leistete sich der Club ein 1:5 in Freiburg.

Platz 18 mit nur 19 Punkten und drei Siegen – selbst in der Horrorsaison 1983/84 hatte der FCN  viermal gewonnen. Damals war der Altmeister aber angesichts prominenter Neuzugänge wie Manfred Burgsmüller mit großen Erwartungen in die Saison gestartet, diesmal kam der Abstieg indes wenig überraschend.

Im Sommer kamen viele neue Gesichter an den Valznerweiher – darunter auch  Coach Damir Canadi. Der durfte aber auch nur zwölf  Spieltage bleiben. In den ersten vier Partien gelangen noch zwei 1:0-Siege in Dresden und gegen Osnabrück, doch in den folgenden acht Spielen holte der Club nur noch einen „Dreier“, und zwar beim 4:0 in Hannover. Nach dem 1:3 in Bochum musste Canadi im November gehen. Vereinsikone Marek Mintal übernahm für ein Spiel und musste eine 1:5-Klatsche gegen Bielefeld erleben. Cheftainer Nummer vier, Jens Keller, konnte  auch erst im fünften Spiel dreifach punkten, aber mit dem 2:0 gegen Dresden hat man wenigstens einen versöhnlichen Jahresabschluss geschafft und zugleich einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf auf Distanz gehalten.


Denn eben dort, im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga, befindet sich der Club nach 18 Spieltagen. Mit 19 Punkten (immerhin so viele wie in der gesamten Vorsaison) belegen die Nürnberger Rang 16 und müssten nach derzeitigem Stand gegen den Dritten aus der Dritten Liga Relegationsspiele um den Klassenerhalt bestreiten. In eben dieser  Dritten Liga haben die Ex-Trainer Köllner und Schommers übrigens die Traditionsklubs 1860 München und Kaiserslautern zuletzt auf Kurs gebracht.


Beim Club muss Bornemann-Nachfolger Robert Palikuća in der Winterpause wohl vor allem die Abwehr verstärken, wenn man den Tabellenkeller verlassen will. Mit dem Toreschießen klappt es ganz gut, aber die Defensive zeigte sich  chronisch instabil – so verspielte der Altmeister zum Beispiel 2:0-Führungen gegen Heidenheim sowie Kiel (jeweils 2:2) und kassierte bereits 34 Gegentore, nur Wiesbaden (35) und Karlsruhe (36) sind noch anfälliger.


Schafft der 1.FC Nürnberg die Wende? Nach dem katastrophalen Jahr 2019 kann es eigentlich nur besser werden. Aber das dachte die SPD auch oft, etwa nach der Bundestagswahl 2009. Doch später kam es dann noch schlimmer – und auch der Austausch von Vorsitzenden half auf Dauer nicht…

Langsam fehlen die Worte

Die Woche:

  • Ein bisschen verwundert hörten wir, was Spieler und Trainer nach dem Auftritt in Stuttgart von sich gaben. Demnach war es offensichtlich eher Pech, dass das Spiel verloren wurde. Ist das schleichender Realitätsverlust oder soll auf die Zartbesaitung der Spieler Rücksicht genommen werden? Wenn letzteres stimmt, fragt man sich allerdings wie das zum brandredenden Palikuca passt. Kein Wunder, dass auch wir Fans manchmal schwankend sind, ob wir pfeifen oder Aufbauarbeit leisten sollen.
  • Ein Aussage nach dem Stuttgart-Spiel gab dann aber doch zu denken. Michael Frey erklärte, der Mannschaft habe am Ende die Kraft gefehlt. Kurz danach kamen übrigens Rufe nach Felix Magath und seinen Medizinbällen.
  • Geschichte scheint sich manchmal zu wiederholen. Vom Ingolstadt-Itermezzo unseres derzeitigen Trainers reden wir dabei (noch!) nicht. Vielmehr sind nach einer Club-Niederlage erneut Zweifel an der Identität eines Gegenspielers aufgetaucht. Diesmal geht es um den Schützen zum 1:1, mit dessen Einwechslung übrigens die Wende zugunsten des VfB kam. Wobei auch wir nicht genau wussten, heißt der nun Silas oder Wamangituka. Inzwischen kursiert auch der Name Mvumpa Katompa. Wie schon bei Bakery Jatta vom HSV soll der Spieler zudem ein Jahr älter sein. Der Club zeigte sich immerhin lernfähig und legte dieses Mal keinen Protest ein.
  • Der Begriff Trendwende trendet derzeit am Valznerweiher. Gerade so, als sei es nur eine Art Modererscheinung, dass der Club auch in der zweiten Liga nicht zurecht kommt.
  • Vergangene Woche hatten wir hier gefragt, wo sich denn der Aufsichtsrat versteckt. Prompt ist dessen Chef Thomas Grethlein aus der Versenkung aufgetaucht. Allerdings hat er sich nicht dazu gesäußert, wie der Club aus der Krise kommen will. Auch das eigene Vorgehen und dessen Auswirkungen auf die aktuelle Krise (Zweijahresplan) hat er nicht hinterfragt. Nein, er hat seiner Freude darüber Ausdruck verliehen, dass Nürnberg nicht zu den drei Absteigern im Rennen um den Kulturhauptstadttitel gehört. Ist wohl auch nur einer dieser Erfolgsfans, der Herr Grethlein.

Das Spiel:

Dass das kein schönes Spiel werden würde, war zu erwarten. Gegen Holstein Kiel konnte Jens Keller zwar wieder aus dem Vollen schöpfen und beispielsweise Robin Hack aufs Feld schicken. Der sollte offenbar die Konter fahren. Ansonsten überließ der Club, der bekanntlich nicht damit zurecht kommt, selber das Kommando zu übernehmen, den Gästen weitgehend das Spielgerät. Auch was Ecken, Passquote und Zweikämpfe anging, waren die Kieler im Vorteil. Echte Torchancen entwickelten sich allerdings hier wie da nicht.

Kampf und Krampf dominierten die Anfangsphase. Bis zur 37. Minute. Da bekam der Club nach einem Foul an Dovedan aus aussichtsreicher Position einen Freistoß. Den verwandelte dann ausgerechnet ein Verteidiger: Asger Sörensen hämmerte den Ball unhaltbar ins linke Eck.

Euphorie kam allerdings nur kurz auf. Keine zwei Minuten später fiel Özcan in Strafraum. Behrens, der zuvor schon durch etliche unglückliche Aktionen aufgefallen war, rutschte auf dem nassen Boden aus und zog den Kieler mit zu Boden. Eigentlich zu wenig für einen Elfmeter. Aber egal: Felix Dornebusch, die Nürnberger Nummer 5, hielt nämlich den vom „Gefoulten“ selbst geschossenen Strafstoß. So rettet der Club das 1:0 in die Pause. Wie schon in Stuttgart.

Zunächst lief es jedoch anders. In der 67. Minute war es Hack, der den Club mit 2:0 in Führung brachte. Da schien alles für den Club zu laufen. Da dachte man wieder mal: Jetzt ist sie da, die Wende, jetzt setzt sich die angebliche Qualität des Kaders durch. Allerdings war zunächst der aus der Vereinslosigkeit verpflichtete Clubkeeper Dornebusch mehrfach gefragt, um die Null zu halten. Die KStorche aus Kiel schlugen dann allerdings in der 77. Minute doch zu. Serra macht den Anschlusstreffer und schon begann erneut das Zittern. Der Club stand nur noch mit Mann und Maus hinten drin, um den lange ersehnten Sieg nach Hause zu fahren. Aber der Club, – vor allem der Club 2019 – wäre nicht der Club, wenn so etwas klappen würde. Mit der letzten Aktion erzielte Thesker noch den Ausgleich. Die Krise geht weiter. Nächstes Wochenende gibt´s Kellergipfel gegen Dresden. Es schwant einem nichts Gutes.

Ein Letztes:

Der Kader ist doch nicht so schlecht, wie viele behaupten:

Kurioses Unentschieden

Die Woche:

  • Nicht wenige von uns glauben, dass es große Künstler am Ball gibt. Dass die irgendwann mal im Club-Dress spielen, diese Hoffnung hat wohl selbst FCN-Aufsichtsratsmitglied Ulrich Maly aufgegeben. „Kommst du nicht zur Kunst, kommt die Kunst zu dir“, hat er verlauten lassen und damit eine erstmalig beim heutigen Heimspiel durchgeführte Kunstaktion angekündigt. Wir Fans würden trotzdem lieber den Aufstieg wählen als den Kulturhauptstadttitel. Nur falls einer fragt. So richtig gezündet haben die Bandenbotschaften (z. B. „reden über Zentimeter“) jetzt auch nicht.
  • Ohnehin ist der FCN eher der Verein der braven Handwerker. Das wird nicht nur im Namen eines Mitglieds unseres Profikaders deutlich, sondern auch auf Sponsorenebene.
  • Nach dem Sieg in Hannover ging der zuvor etwas gesenkte Clubblick ganz schnell wieder nach oben. Gerade weil das aber so schnell gehen kann, sollte man die Distanz nutzen, um sich mal mit dem RWE-Phänomen zu beschäftigen. Es gibt nämlich Schlimmeres als geplatzte Aufstiegshoffnungen.
  • Unter Ausschluss der Öffentlichkeit findet am Mittwoch das Testspiel gegen den FC Ingolstadt statt. Der Club nutzt so die Länderspielpause.

Das Spiel:

Gegentoren gehen meistens eigene Fehler voraus. Wer, wenn nicht der Club, könnte eine derartige Binsenweisheit widerlegen? Es kann nämlich auch ein Fehler des Linienrichters zu einem Tor führen. So geschehen in der 23. Minute. St. Pauli griff über rechts an. Beim Pass auf Ohlsson hob der Linienrichter sofort die Fahne. Jeder, auch die Clubabwehr dachte: Abseits! Schiri Koslowski setzte die Pfeife zum Mund, pfiff aber offenbar nicht. Dass St.Pauli-Stürmer Gyökeres den Ball noch ins Netz schoss, geschenkt! Aber da sind ja noch die Videoschiedsrichter. Die erkannten zurecht, dass keine Abseitsstellung vorlag. Das Tor wurde gegeben. Bleibt als Erkenntnis nur: Immer weiterspielen, nicht von Unparteiischen irritieren lassen! Trotzdem: Unglücklicher kann ein Rückstand kaum fallen. Wobei sich das unglücklich durchaus auch auf den Videobeweis und das gegenwärtige Schiedsrichterwesen bezieht.

Leider war der Club dann auch noch unglücklich im Verwerten der sich zahlreich ergebenden Großchancen. War gegen Hannover 96 fast jeder Schuss ein Treffer, schien das von Himmelmann allerdings auch exzellent gehütete gegnerische Tor wie vernagelt. So gimg es mit dem Rückstand in die Pause.

Inzwischen hat der Club längst aufgeholt, was Ballbesitz und Passquoten angeht. Die in Hannover erfolgreiche Taktik war ja nach der Fahnenirritation nicht mehr aufrechtzuhalten. Dass der Club dann in der 51. Minute zum Ausgleich kam, war längst verdient, wenn auch der Treffer eher glücklich zustande kam. Dovedan, der diesmal wieder nicht überzeugen konnte, wollte eigentlich nach rechts ablegen, von einem gegnerischen Abwehrbein prallte der Ball jedoch zu Hanno Behrens, der den Ball in die Maschen wuchtete.

Danach hatten allerdings prompt die Hamburger eine Großchance. Miyaichi legte allerdings vor dem Clubtor anstatt selbst zu schießen noch quer, so dass Sörensen noch dazwischen gehen konnte. Zehn MInuten später war wieder die Fahne des Linienrichters oben und der Ball im Tor. Diesmal allerdings in dem von Mathenia. Diesmal zählte es aber nicht. Der Clubkeeper wurde von einem im Abseits stehenden Gegner irritiert.

Allerdings schaffte es der FCN aber ebenfalls nicht, seine Chancen zu nutzen. Hack traf lediglich den Pfosten. In der Nachspielzeit musste Mathenia noch einmal Kopf und Kragen riskieren, um wenigstens den einen Punkt zu sichern. Danach pfiff Schiri Koslowski ab. Bezeichnend, dass das noch nicht das Ende war. Minutenlang wurde Mathenia auf dem Platz verarztet, ehe er sich dann doch noch in den Spielerkreis einklinken konnte.

Fazit: Nach dem Höhenflug in Hannover ist der Club wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Da war definitiv mehr drin. Und noch eine Erkenntnis: Nehmt den Offiziellen bitte die Fahnen weg. Die Schiedsrichter sind eh akustisch miteinander verbunden und diese analogen Relikte dienen offenbar nur noch der Irritation von Spielern und Zuschauern.

Ein Letztes:

Leiser! Ich hör nix! Vielleicht könnte der Akustiker der österreichischen Skinationalmannschaft weiterhelfen…

Verteidiger gesucht

Die Woche:

  • Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an Boris Schommers. Genauer gesagt natürlich nicht die Älteren, sondern diejenigen, bei denen Tiefpunkte nicht schnell im Nebel des Vergessens verschwinden. Jener Trainer, unter dem der ohnehin erwartbare Abstieg besiegelt wurde, hat jetzt am Betzenberg angeheuert. Dort darf der Club demnächst im Pokal antreten.
  • Auch Ex-Sportvorstand Andreas Bornemann dürfte vielen noch erinnerlich sein. Jetzt beschäftigte er sich mit seinem Nachfolger und äußerte Unverständnis über dessen Verhalten im Fall Jatta, bei dem die Bildzeitung jetzt übrigens nochmal nachgelegt hat.
  • Hat man sich erstmal auf jemanden eingeschossen, dann ist es wahrscheinlich auch egal, wenn dafür eigentlich die Gründe fehlen. Die angeblichen Tricksereien Palikucas beim Leibold-Transfer sind jedenfalls eher unter normales Geschäftsgebaren einzuordnen.
  • Gut, es war „nur“ die U21, aber wir nehmen Erfolgserlebnisse in schlechten Zeiten bekanntlich gnadenlos mit. Im Derby gegen die Fürther Spielvereinigung siegten wir mit 5:1. Oleoleoleeee!
  • Die Nürnberger Sparkasse hat sich gerade erst lästiger Zinszahlungen entledigt und daher Geld übrig, gleichzeitig aber auch Rufaufbesserung nötig. Die richtigen Voraussetzungen also, um als Sponsor beim Club einzusteigen. Dem kann das nur recht sein.
  • Tradition trifft Tradition, könnte man meinen, wenn der Ruhmreiche FCN am Christkindlesmarkt einen eigenen Stand aufmacht. Beim FCN heißt das dann aber: Club goes Christkindlesmarkt.

Das Spiel:

Die schwache Defensivleistung in Darmstadt hatte Folgen. Trainer Canadi ließ gegen der KSC mit neuformierter Abwehr verteidigen. Für Erras, Margreitter und Nürnberger spielten Handwerker, Jäger und Kerk. Das schien sich scheinbar positiv auszuwirken. Der Club machte das Spiel und ließ die von Ex-FCN-Trainer Alois Schwartz trainierten Karlsruher kaum einmal in Tornähe kommen. Allerdings war dann ein Elfmeter nötig um das KSC-Bollwerk zu knacken. In der 24. Minute war Dovedan durchgestartet, wurde von Carlson von den Beinen geholt und Johannes Geis verwandelte souverän.

Danach dachte sich die Mannschaft wohl: Lassen wir es etwas lockerer angehen, schließlich haben wir jetzt eine sattelfeste Abwehr. Dies erwies sich als Irrtum. Auch mit neuem Personal knüpfte unsere Defensive nahtlos an die Leistung von Darmstadt an. Plötzlich hatte der KSC hochkarätige Chancen. In der 40. Minuten war es dann soweit: Der ebenfalls früher beim FCN aktive Stiefler nutzte die Pomadigkeit der Clubabwehr zum Ausgleich. Dass dann noch Gelegenheiten zur neuerlichen Führung relativ kläglich vergeben wurden. kannten wir dann ebenfalls vom Darmstadt-Spiel.

Wer dachte, der Club würde nach der Pause zur anfänglichen Dominanz zurückfinden, sah sich getäuscht. Im Spiel fehlte die ordnende Hand. Bezeichnend auch, dass dann Kapitän Hanno Behrens wieder ausgewechselt und durch Neuzugang Cerin (der ein ziemlich unauffälliges Debüt gab) ersetzt wurde.

Auch der gegen Darmstadt noch als Unterschiedsspieler Fabian Hack passte sich der allgemeinen Mediokrität an. Bei seiner einzigen Torgelegenheit säbelte er am Ball vorbei.

Trainer Canadi zahlte ebenfalls Lehrgeld und machte die anfängliche Umstellung weitgehend wieder rückgängig, indem er Nürnberger und Erras für Handwerker und Kerk brachte.

Da sich immerhin Mühl in der zweiten Hälfte steigerte, Mathenia keinen Parter machte und der KSC nicht unbedingt zu den torgefährlichsten Mannschaften der Liga zählt, blieb es schließlich beim 1:1.

Als Fazit bleibt einerseits: So kann sich der Club den Wiederaufstieg abschminken. Und andererseits: Mindestens ein solider Verteidiger wird noch dringend gesucht. Bitte bei Herrn Palikuca melden.

Ein Letztes:

…und demnächst werden wir sie auf Skiern sehen: