Club kann sich leider nicht belohnen

Schade, schade, das hatte der Club nicht verdient! Nach streckenweise überzeugenden Spiel unterlag er durch ein Tor in der Nachspielzeit noch Tabellenführer VfB Stuttgart, der nach dem Spiel mit seinen zahlreichen Fans dann schon mal den wichtigen, und fast nicht mehr erwartbaren Schritt zum Aufstieg feierte.

Womit wir bei den Fans wären. Da machten die aus Stuttgart angereisten Gäste, die für ein ausnahmsweise fast gefülltes Nürnberger Stadion sorgten, mehr Betrieb als die Club-Anhänger. Das lag nicht nur an deren Quantität, sondern auch daran, dass den Nürnberger Ultras wieder mal irgendetwas Verstummendes über die Leber gelaufen ist. weiter lesen

Alte Schwachstellen, neuer Soundtrack

Nur schlecht reden möchte den neuen Club auch keiner. Deswegen fangen wir mal mit dem Positiven an. Die erste Halbzeit war durchaus ansehnlich. Der Club praktizierte teilweise Powerplay, entwickelte viel Druck und schnürte den Zweitliga-Siebzehnten aus Hamburg teilweise ein. Allerdings: Richtig gefährlich wurde es vor dem Tor von St. Pauli trotzdem nicht. Irgendein Pass kam immer nicht an und eine Idee, wie der Ball ins Netz finden soll, war letztlich auch nicht erkennbar.

Das könnte man auf das kurzfristige Fehlen von Kevin Möhwald schieben. Aber in den letzten Spielen, als er noch die Fäden im Mittelfeld ziehen sollte, war es leider auch nicht anders. Heute kam allerdings noch hinzu, dass nun Tobias Kempe allein für die Standards verantwortlich war und daraus null Kapital zu ziehen wusste.
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Das Stadion ist schuld

Lasst uns über das Stadion reden. Da ist mehr los. Da bröckelt der Beton. Schon werden wieder Baupläne gewälzt. Große Pläne. Für die EM 2024, aber nicht nur.

Die Realtät auf dem nur wenige Zentimetre über dem Grundwasserspiegel liegenden Rasen sieht leider anders aus. Da bemüht sich die Mannschaft gerade, eher kleine Stadionlösungen zu forcieren. ODer Zuschauerzuspruch wird von Spiel zu Spiel bescheidener. Das liegt allerdings nur bedingt an den manchmal ungünstigen Anstosszeiten. Das liegt bedingt an der mediokren Tabellensituation, wo nicht einmal mehr die Volloptimisten an den Wiederaufstieg glauben. Das liegt aber vor allem an dem uninspirierten Bemühen, wie die Clubmannschaft unter Alois Schwartz ihre Heimspiele gestaltet. Braves Handwerk, sinnbefreites Kilometerfressen, aber kein Plan, wie man eine Abwehr knackt. Selbst an der Bochumer scheitert unser FCN und die kamen mit dem Ruf eines der schlechtesten Auswärtsteams und immer für ein Gegentor gut zu sein nach Nürnberg. Trotzdem: Selbst gegen diesen VfL hätten wir heute noch stundenlang anrennen können. Da wäre nichts passiert. Dafür ist der Club hinten immer für einen Treffer anfällig. So – leider – auch heute.

Die Spielweise des Clubs erinnert inzwischen frappant an die Ausstrahlung ihres Trainers: bieder und blaß. Insofern erkennt man zwar die Handschrift von Alois Schwartz, aber nichts, was irgendwie Hoffnung macht. Selbst da, wo diese bislang aufkeimte, herrscht inzwischen Ödnis. Sabiri zum Beispiel hat sich längst angepasst. Teuchert oder Ishak kommen zu spät, um noch etwas zu reißen und hängen zudem vorne in der Luft, weil aus dem Mittelfeld nichts kommt. Gislason, in München noch der einzige Aktivposten, wirbelte heute nur noch alibimäßig. Torgefahr ging von ihm auch nicht aus.

Eine seltsame Bräsigkeit scheint auf der gesamten Mannschaft zu lasten und die liegt nicht nur am Weggang von Guido Burgstaller oder daran, dass die Mannschaft zu wenig Qualität hat. Jakub Sylvestr, vom Club als untauglich ausgemustert, hat zeitgleich für seinen neuen Verein drei Tore gemacht.

So scheint selbst auf dem anderen Schauplatz, über Spielerverkäufe die Finanzen wieder ins Lot zu bringen, der Wurm drin zu sein. Womit wir wieder bei Stadion wären. Wenn da der Beton bröckelt, dann strahlt das eben auch auf die Mentalität der dort agierenden Beteiligten ab. Einen anderen Grund kann es schließlich nicht geben… Oder fällt euch einer ein?

Der FCN ist noch nicht so weit

Gegen Eintracht Braunschweig hatte der Club etwas gutzumachen. Mit 6:1 ging er im Hinspiel unter. Den Treffer für den FCN schoß der mittlerweile zu Schalke 04 abgewanderte Guido Burgstaller. Wenig Hoffnung für das Rückspiel machte zum einen das Fehlen des früheren Goalgetters. Zum anderen die Tatsache, dass der Club zuhause antreten musste. Da tut er sich nämlich in dieser Saison – wieder einmal – schwer. Das Spiel machen, das ist nicht so unser Ding.

Das mussten wir anfangs allerdings auch nicht. Da übernahm gleich mal die Eintracht die Initiative. Ganz offensichtlich hatten die den Plan (sowas kennen wir eher weniger), erstmal richtig Druck zu machen und den Club ins Hintertreffen zu bringen. Das gelang auch in der 23. Minute. Da spielte Hernandez die halbe FCN-Abwehr aus, passte zu Nyman, der nur noch ins Tor zu schieben brauchte. Eine Minute zuvor hatte Nyman schon den Pfosten getroffen.

Die Braunschweiger zogen sich daraufhin zurück und ließen den Club kommen. Wohl wissend, dass der da Schwierigkeiten hat. Zwar ergab sich die eine oder andere Chance. Zwingend war das aber fast alles nicht.

Nach der Pause stellten sich die Braunschweiger weiter hinten rein und warteten auf Konter. Ein Burgstaller wäre jetzt gut, dachten wir. Aber wir haben ja jetzt Abdelhamid Sabiri. Der wird eine halbe Stunde nach dem Führungstreffer von Matavz bedient, lässt den Eintracht-Verteidiger alt aussehen und markiert den inzwischen vollauf verdienten Ausgleich.

Danach spielte fast nur noch der Club, bei dem vor allem die angeblich noch nicht so weiten Youngsters die Akzente setzten. Patrick Kammerbauer zum Beispiel. Oder Dennis Lippert, der als sich der Tabellendritte dann doch wieder aufgerappelt hatte, in der 81. Minute für seinen bereits geschlagenen Keeper Kirschbaum auf der Linie rettete.

Doch obwohl der Club am Ende mehr zu bieten hatte als die kräftemäßig schon verausgabten Braunschweiger, reichte es dann nicht mehr zum Siegtreffer. Mancher hätte da wahrscheinlich früher frische Kräfte eingewechselt. Aber Trainer Alois Schwartz ist da bekanntlich zurückhaltend. Auch was die angeblich nicht so weiten jungen Spieler angeht, tritt er auf die Bremse und wünscht sich gleiches von den Clubberichterstattern. Sagen wir mal so: Es sind eher ein paar andere nicht so weit, um ganz oben anzugreifen.

Mühsamer Jahresabschlusserfolg

Daheim machen sie dich ein. Das gilt beim Club in letzter Zeit leider öfter. Wobei diesmal der FC Kaiserslautern zu Gast war. Bei dem schien die Offensive kein Problem zu sein. Dafür stand die Frage im Raum, ob es gelingt, den Zu-Null-Königen einen reinzuballern. Entsprechend unansehnlich gestaltete sich dann auch die erste Halbzeit. Fehlpässe am laufenden Band, uninspiriertes Angerenne, planloses Rumgekicke bei gefühlter Überlegenheit des 1.FCN. Wobei dem zugute gehalten werden muss, dass ihm Schiedsrichter Markus Schmidt in der 20. Minute ein korrektes Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte. Das war dann aber schon das Highlight der ersten Hälfte im stark unterfüllten Frankenstadion.

In der zweiten Hälfte egalisierte der Club dann doch den bisherigen Rekord der SG Wattenscheid und traf im 38. Zweitligaspiel in Folge ins Tor (Behrens nach Ecke in der 51. Minute). Jetzt aber, dachten wir! Der Bann war schließlich gebrochen und der FCK hatte ja wochenlang kein Tor mehr erzielt. Doch nicht mit dem Club. Der ist bekanntlich ein Samariter. Der hilft jedem aus der Patsche und baut auch hoffnungslose Fälle auf.

Die Mannschaft ließ sich hinten reindrängen, wurde seltsam apathisch. Oft wurde der Club minutenlang in der eigenen Hälfte beschäftigt. In der 62. Minute hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn es nach einem Handspiel von Dave Bulthuis Elfer gegeben hätte. Die Warnung verpuffte freilich. Weiter bettelte der Club nach einem Kaiserslauterner Treffer. In der 78. Minute war es dann soweit. Völlig unüberraschend köpfte Zoua nach einer Ecke (das erste Tor nach einer Standardsituation für den FCK) den ziemlich haltbar aussehenden Ball ins Clubnetz.

Jetzt ließen es die Pfälzer wieder ruhiger angehen, ohne dass der Club richtig zwingend zurückkommen konnte. Aber wir haben ja Guido Burgstaller. Noch! Der hatte sich seinen großen Auftritt für die 90. Minute aufgehoben. Von Behrens freigespielt zog er im Strafraum ab und traf zum 2:1.

Am Ende ein versöhnlicher Jahresabschluss. Mit dem bereits bei den vorigen Spielen erwähnten bitteren Beigeschmack, dass der Matchwinner wohl die längste Zeit für den FCN die Kastanien aus dem Feuer geholt hat.