Das Stadion ist schuld

Lasst uns über das Stadion reden. Da ist mehr los. Da bröckelt der Beton. Schon werden wieder Baupläne gewälzt. Große Pläne. Für die EM 2024, aber nicht nur.

Die Realtät auf dem nur wenige Zentimetre über dem Grundwasserspiegel liegenden Rasen sieht leider anders aus. Da bemüht sich die Mannschaft gerade, eher kleine Stadionlösungen zu forcieren. ODer Zuschauerzuspruch wird von Spiel zu Spiel bescheidener. Das liegt allerdings nur bedingt an den manchmal ungünstigen Anstosszeiten. Das liegt bedingt an der mediokren Tabellensituation, wo nicht einmal mehr die Volloptimisten an den Wiederaufstieg glauben. Das liegt aber vor allem an dem uninspirierten Bemühen, wie die Clubmannschaft unter Alois Schwartz ihre Heimspiele gestaltet. Braves Handwerk, sinnbefreites Kilometerfressen, aber kein Plan, wie man eine Abwehr knackt. Selbst an der Bochumer scheitert unser FCN und die kamen mit dem Ruf eines der schlechtesten Auswärtsteams und immer für ein Gegentor gut zu sein nach Nürnberg. Trotzdem: Selbst gegen diesen VfL hätten wir heute noch stundenlang anrennen können. Da wäre nichts passiert. Dafür ist der Club hinten immer für einen Treffer anfällig. So – leider – auch heute.

Die Spielweise des Clubs erinnert inzwischen frappant an die Ausstrahlung ihres Trainers: bieder und blaß. Insofern erkennt man zwar die Handschrift von Alois Schwartz, aber nichts, was irgendwie Hoffnung macht. Selbst da, wo diese bislang aufkeimte, herrscht inzwischen Ödnis. Sabiri zum Beispiel hat sich längst angepasst. Teuchert oder Ishak kommen zu spät, um noch etwas zu reißen und hängen zudem vorne in der Luft, weil aus dem Mittelfeld nichts kommt. Gislason, in München noch der einzige Aktivposten, wirbelte heute nur noch alibimäßig. Torgefahr ging von ihm auch nicht aus.

Eine seltsame Bräsigkeit scheint auf der gesamten Mannschaft zu lasten und die liegt nicht nur am Weggang von Guido Burgstaller oder daran, dass die Mannschaft zu wenig Qualität hat. Jakub Sylvestr, vom Club als untauglich ausgemustert, hat zeitgleich für seinen neuen Verein drei Tore gemacht.

So scheint selbst auf dem anderen Schauplatz, über Spielerverkäufe die Finanzen wieder ins Lot zu bringen, der Wurm drin zu sein. Womit wir wieder bei Stadion wären. Wenn da der Beton bröckelt, dann strahlt das eben auch auf die Mentalität der dort agierenden Beteiligten ab. Einen anderen Grund kann es schließlich nicht geben… Oder fällt euch einer ein?

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Der FCN ist noch nicht so weit

Gegen Eintracht Braunschweig hatte der Club etwas gutzumachen. Mit 6:1 ging er im Hinspiel unter. Den Treffer für den FCN schoß der mittlerweile zu Schalke 04 abgewanderte Guido Burgstaller. Wenig Hoffnung für das Rückspiel machte zum einen das Fehlen des früheren Goalgetters. Zum anderen die Tatsache, dass der Club zuhause antreten musste. Da tut er sich nämlich in dieser Saison – wieder einmal – schwer. Das Spiel machen, das ist nicht so unser Ding.

Das mussten wir anfangs allerdings auch nicht. Da übernahm gleich mal die Eintracht die Initiative. Ganz offensichtlich hatten die den Plan (sowas kennen wir eher weniger), erstmal richtig Druck zu machen und den Club ins Hintertreffen zu bringen. Das gelang auch in der 23. Minute. Da spielte Hernandez die halbe FCN-Abwehr aus, passte zu Nyman, der nur noch ins Tor zu schieben brauchte. Eine Minute zuvor hatte Nyman schon den Pfosten getroffen.

Die Braunschweiger zogen sich daraufhin zurück und ließen den Club kommen. Wohl wissend, dass der da Schwierigkeiten hat. Zwar ergab sich die eine oder andere Chance. Zwingend war das aber fast alles nicht.

Nach der Pause stellten sich die Braunschweiger weiter hinten rein und warteten auf Konter. Ein Burgstaller wäre jetzt gut, dachten wir. Aber wir haben ja jetzt Abdelhamid Sabiri. Der wird eine halbe Stunde nach dem Führungstreffer von Matavz bedient, lässt den Eintracht-Verteidiger alt aussehen und markiert den inzwischen vollauf verdienten Ausgleich.

Danach spielte fast nur noch der Club, bei dem vor allem die angeblich noch nicht so weiten Youngsters die Akzente setzten. Patrick Kammerbauer zum Beispiel. Oder Dennis Lippert, der als sich der Tabellendritte dann doch wieder aufgerappelt hatte, in der 81. Minute für seinen bereits geschlagenen Keeper Kirschbaum auf der Linie rettete.

Doch obwohl der Club am Ende mehr zu bieten hatte als die kräftemäßig schon verausgabten Braunschweiger, reichte es dann nicht mehr zum Siegtreffer. Mancher hätte da wahrscheinlich früher frische Kräfte eingewechselt. Aber Trainer Alois Schwartz ist da bekanntlich zurückhaltend. Auch was die angeblich nicht so weiten jungen Spieler angeht, tritt er auf die Bremse und wünscht sich gleiches von den Clubberichterstattern. Sagen wir mal so: Es sind eher ein paar andere nicht so weit, um ganz oben anzugreifen.

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Mühsamer Jahresabschlusserfolg

Daheim machen sie dich ein. Das gilt beim Club in letzter Zeit leider öfter. Wobei diesmal der FC Kaiserslautern zu Gast war. Bei dem schien die Offensive kein Problem zu sein. Dafür stand die Frage im Raum, ob es gelingt, den Zu-Null-Königen einen reinzuballern. Entsprechend unansehnlich gestaltete sich dann auch die erste Halbzeit. Fehlpässe am laufenden Band, uninspiriertes Angerenne, planloses Rumgekicke bei gefühlter Überlegenheit des 1.FCN. Wobei dem zugute gehalten werden muss, dass ihm Schiedsrichter Markus Schmidt in der 20. Minute ein korrektes Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte. Das war dann aber schon das Highlight der ersten Hälfte im stark unterfüllten Frankenstadion.

In der zweiten Hälfte egalisierte der Club dann doch den bisherigen Rekord der SG Wattenscheid und traf im 38. Zweitligaspiel in Folge ins Tor (Behrens nach Ecke in der 51. Minute). Jetzt aber, dachten wir! Der Bann war schließlich gebrochen und der FCK hatte ja wochenlang kein Tor mehr erzielt. Doch nicht mit dem Club. Der ist bekanntlich ein Samariter. Der hilft jedem aus der Patsche und baut auch hoffnungslose Fälle auf.

Die Mannschaft ließ sich hinten reindrängen, wurde seltsam apathisch. Oft wurde der Club minutenlang in der eigenen Hälfte beschäftigt. In der 62. Minute hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn es nach einem Handspiel von Dave Bulthuis Elfer gegeben hätte. Die Warnung verpuffte freilich. Weiter bettelte der Club nach einem Kaiserslauterner Treffer. In der 78. Minute war es dann soweit. Völlig unüberraschend köpfte Zoua nach einer Ecke (das erste Tor nach einer Standardsituation für den FCK) den ziemlich haltbar aussehenden Ball ins Clubnetz.

Jetzt ließen es die Pfälzer wieder ruhiger angehen, ohne dass der Club richtig zwingend zurückkommen konnte. Aber wir haben ja Guido Burgstaller. Noch! Der hatte sich seinen großen Auftritt für die 90. Minute aufgehoben. Von Behrens freigespielt zog er im Strafraum ab und traf zum 2:1.

Am Ende ein versöhnlicher Jahresabschluss. Mit dem bereits bei den vorigen Spielen erwähnten bitteren Beigeschmack, dass der Matchwinner wohl die längste Zeit für den FCN die Kastanien aus dem Feuer geholt hat.

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Guido, wir werden dich vermissen!

1470805079So schnell läuft das in Liga 2. Da zählt man gerade noch die Differenz zu den Aufstiegsrängen und schon geht es in die andere Richtung. Wahrscheinlich war in den Köpfen der Clubspieler auch schon der Dreier gegen den SV Sandhausen so gut wie eingefahren. Im Laufe der Partie verfestigte sich das dann wohl noch, denn der Club spielte eine halbe Stunde lang nur auf das Tor des SVS. Der konnte sich erst in der 28. Minute befreien. Da sprang Kuhn über den vollkommen unmotiviert reingrätschenden Bulthuis, kann allein aufs Tor zusteuern, zu Wooten passen und der stellt das Spiel auf den Kopf.

Das bekam da schon der ersten Knacks. Denn beim Club schwand das Selbstvertrauen und die Ordnung. Dazu häuften sich die Fouls, mit denen die Sandhausener dem FCN schon im Mittelfeld regelmäßig den Zahn zogen. Die hofften offenbar darauf, dass Schiri Dr. Martin Thomsen ihnen die gesamten 90 Minuten wohlgesonnen ist. Das tat er dann aber doch nicht. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff durchbrach Guido Burgstaller (wer sonst?) die allgemeine Clublethargie, ließ drei Gegner stehen und konnte von Kulovits nur mit einem Foul gebremst werden. Der hatte vorher schon Gelb gesehen und durfte dann vorzeitig seinen Trainingsanzug überziehen. Mehr als eine Halbzeit hatte der Club also noch, den Rückstand wettzumachen und das mit einem Mann mehr.

Die nun auch zahlenmäßige Überlegenheit mündete zwar in einer Art Powerplay, das aber spätestens am Strafraum der Weißen verpuffte. Meistens aufgrund von Fehlpässen und der Kompromisslosigkeit, mit der Sandhausen verteidigte. Der Club rannte immer planloser an, fand jedoch nicht den Schlüssel, um die dezimierte Gästemannschaft zu knacken.

Dabei hätte hier viellich der ehemalige Sandhausen-Trainer Alois Schwartz im Vorfeld den einen oder anderen Tipp geben können. Schließlich kennt er den Gegner aus dem FF. Und wenn es vorne nicht klappt, dann kommt auch noch Pech dazu. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe des SVS schießt Klingmann einfach mal in Richtung Kirschbaum. Abermals ist Bulthuis der Unglücksrabe und fälscht den Schuß unhaltbar ab. 0:2! Blöder kann ein Spiel nicht laufen.

Trotzdem waren immer noch 35 Minuten Zeit und der Club immer noch einen Mann mehr. Doch den elf Nürnbergern fiel gegen die zehn Gäste weiterhin nichts ein. Ein ums andere Mal flogen zwar Bälle in den Strafraum, doch jedesmal wurden sie abgefangen. Beim Club paarte sich langsam Panik mit Verzweiflung. Und dann kam es noch dicker. In der 76. Minute machte der Gegner vor, wie man auch ohne Hilfe eines Gegenspielers trifft und Lukasik erhöhte sogar auf 0:3. Da war es dann endgültig ein gebrauchter Tag.

Dass dann Guido Burgstaller mit einer schönen Einzelaktion noch den Ehrentreffer erzielte, machte es eigentlich nur noch schlimmer. Denn dass der Österreicher nicht zu halten sein wird, wurde angesichts dieses Spiels überdeutlich. Wer selbst gegen Sandhausen zuhause und in Überzahl verliert, der kann sich jedweden Aufstiegstraum abschminken und damit auch die dringend nötigen Einnahmen, die nötig wären um Burgstaller zu halten. Guido, wir werden dich vermissen! Erst recht angesichts des blutleeren und brozlosen Gekickes, das deine Nochmannschaftskamerade heute abgeliefert haben.

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Kein Sieger im Frankenderby

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Wer ist die Nummer eins in Franken? Die Antwort ist erst einmal vertagt. Tabellarisch sind es weiterhin die Kickers aus Würzburg. Gefühlt ist es der Club. Das Frankenderby ging zwar 2:2 aus. Doch der Club erzielte seine Tore dank einer Energieleistung von Guido Burgstaller und dank des Powerplays in der Schlussphase. Die Würzburger hingegen machten ihre mit Glück und mit Hilfe von Schiedsrichter Gerach.

Zunächst herrschte allerdings Langeweile im Derby, das in dieser Konstellation zum letzten Mal vor etwas 40 Jahren stattfand. Die Würzburger waren als Sechster zum Neunten gekommen. Insofern war ein gewisser Respekt sicher gerechtfertigt. Dazu kam wohl auch, dass man den Aufsteiger noch nicht so kennt und schon deswegen Vorsicht walten ließ. Die erste Halbzeit fand deshalb fast ausschließlich im Mittelfeld statt. Torszenen gab es so gut wie keine. Die Abwehrreihen standen gut und für die ohnehin schon unter unwirtlichen Witterungsbedingungen leidenden Zuschauer gab es wenig, woran sie sich erwärmen konnten. Bis zur 45. Minute. Da zeigte Guido Burgstaller, wie wertvoll er für den Club ist. Mit einer Einzelaktion tanzte er erst drei Würzburger aus und brachte dann noch den Ball im Tor unter. Gerade noch rechtzeitig, bevor Schiri Gerach zur Pause in die Pfeife blasen konnte.

Jetzt, so schien es, war das Abwehrbollwerk der Unterfranken geknackt und der von diesen nicht ungeschickt zum Favoriten gestempelte FCN auf der Siegerstraße. Zumal der Club weiter drückte und dem 2:0 näher war. Bis zur 54. Minute. Da landete der Ball beim Würzburger Soriano, der den Ball einfach mal aus der Drehung Richtung Tor zog und weil Mühl ihn noch abfälschte, gab es für den ansonsten wieder talelosen Thorsten Kirschbaum nichts zu Halten. Schlimm genug, dachte man. Doch nur eine Minute später attackiert Hovland den eingewechselten Rama vor dem Strafraum, der fällt dann erst innerhalb des Sechzehners und der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Verdient war der Elfer allenfalls aufgrund der im Vergleich zum Clubverteidiger besseren Schauspielleistung des Würzburgers. Die Kickers drehten so innerhalb von nicht einmal zwei Minuten ein vom Club schon gewonnen geglaubtes Spiel. Dazu holte sich der im Spielaufbau wieder einmal arg ausbaufähig agierende Clubkapitän Miso Brecko auch noch die fünfte gelbe Karte und fehlt somit gegen den VfB Stuttgart.

Das war es dann aber mit den Blackouts zuungunsten des FCN. Der machte weiter Druck, zumal Trainer Schwartz auch noch mit Teuchert und Salli zwei frische Offensivkräfte einwechselte und zwar bereits nach einer Stunde (bislang wechselte er meistens wesentlich später). Der Club schnürte die Kickers teilweise regelrecht in deren Hälfte ein. Allerdings dauerte es bis zur 89. Minute ehe ausgerechnet Hovland den längst verdienten Ausgleich markierte. Zu mehr reichte es dann leider nicht. Schade!

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2:3 gegen Schalke: „Ich werd verrückt, ein Tor!“

Fuflball: DFB-Pokal, 1. FC N¸rnberg - FC Schalke 04, 2. Runde am 26.10.2016 in Grundig Stadion, N¸rnberg (Bayern). Der N¸rnberger Tobias Kempe (r) erzielt gegen Schalkes Torwart Ralf F‰hrmann (3.v.l.) das 2:3 per Elfmeter. Foto: Daniel Karmann/dpa (Wichtiger Hinweis: Der DFB untersagt die Verwendung von Sequenzbildern im Internet und in Online-Medien w‰hrend des Spiels (einschliefllich Halbzeit). Sperrfrist! Der DFB erlaubt die Publikation und Weiterverwertung der Bilder auf mobilfunkf‰higen Endger‰ten (insbesondere MMS) und ¸ber DVB-H und DMB erst nach Spielende.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Drei, vier, fünf, Aogo. Aaaaaaahogo streichelt den Ball. Ahhhhh ist das schön. Auf die Schwimmbadkurve, und der Club schwimmt. Flachschuss. Ahhhh. Die Kirsche ist unten. Der Kirschbaum hat die Pille.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio zu Beginn der zweiten Hälfte 

FCN-Aufsichtsrat und Reporterlegende Günther Koch (GüKo), der das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 am Mittwochabend im Fanradio kommentierte, war sich zu Beginn des zweiten Durchgangs sicher: Das Ding ist durch. Ein Eindruck, den man zu diesem Zeitpunkt teilen konnte. Die erste Hälfte war klar an die Knappen gegangen, Konoplyanka (20.), Huntelaar (31.) und nochmal Konoplyanka (45.) hatten die Blauen in Front gebracht. Doch dann, wie aus dem Nichts, gelang dem Club das 1:3 und es wurde nochmal spannend.

„Ich werd verrückt, ein Tor“, jubelte GüKo, nachdem sich Burgstaller auf der linken Außenbahn durchgetankt und den Ball in die Mitte gebracht hatte, wo Kempe am langen Eck draufhielt und Schalkes Baba anschoss, der die Kugel ins eigene Netz bugsierte (59.). Plötzlich war wieder Leben im Nürnberger Spiel gegen die in den zweiten 45 Minuten lethargischen Gäste. Erstmals in dieser Partie entfachte der Club Druck auf das gegnerische Tor – und das zahlte sich aus. Wieder über links war es in der 66. Minute Behrens, der Fahrt aufnahm, nach innen zog und in den Sechzehnmeterraum eindrang. Dort rauschte Junior Calcara an und grätschte ihn um – Elfmeter!

Und GüKo? Der rastete im Fanradio nun richtig aus. „Strafstoß für Nürnberg. Das ist die Hölle!“, brüllte der 74-Jährige in das Mikrofon. Tatsächlich wurde es ungemütlich für den Bundesligisten aus Gelsenkirchen, denn Kempe verwandelte den Elfer sicher mit einem strammen Flachschuss ins linke untere Eck (68.). Es folgte ein kaum mehr für möglich gehaltenes Aufbäumen beim FCN, man merkte der Truppe von Coach Alois Schwartz an, dass sie sich inzwischen gefunden hat. Doch es reichte nicht mehr für ein drittes Tor. Da half auch aller Enthusiasmus von GüKo („Merkt euch eins, der Teuchert wird noch Nationalspieler, das sage ich euch heute“) nichts.

Insgesamt betrachtet, ging der Sieg für den FC Schalke 04 in Ordnung. Zu fehleranfällig und löchrig hatte sich die wegen Bulthuis‘ Ausfall notgedrungen umformierte Abwehr um die Innenverteidiger Hovland und Mühl präsentiert. Die Gegentreffer durch Konoplyanka fielen beide nach Ecken und hätten durch klugeres Stellungsspiel trotz Klassenunterschied verhindert werden können. Günther Koch machte in seiner Analyse noch einen Schuldigen aus: „Was der Salli hier geboten hat, ist eine Unverschämtheit“, befand der Aufsichtsrat. Auch wenn er mit Salli unserer Ansicht nach hier zu hart ins Gericht ging, hatte er in einer weiteren Äußerung recht: Am Ende fehlte die Kraft.

„Salli, ein vogelwilder Fußballer. Ein Leichtgewicht, 1,70 Meter groß, 55 Kilo. Dunkelhaarig, dunkelhäutig sowieso.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio nach der Einwechslung von Edgar Salli

 

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Nürnberg ist für Bader kein gutes Pflaster

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Nach den jüngsten Siegen kehrte beim Club wieder Euphorie ein. Trotzdem war noch nicht so ganz klar, ob wir uns nach oben oder eher nach unten orientieren müssen. Die letzten Gegner waren nicht unbdeingt die Top-Teams der 2.Liga. Anders war das bei Hannover 96. Der mittlerweile vom Ex-Club-Sportdirektor Martin Bader gemanagte Bundesligaabsteiger ist – zumindest vom Namen und vom finanziellen Bachground her – eine andere Nummer als beispielsweise der KSC.

Doch dann dauerte es gerade einmal vier Minuten und der FCN zeigte, wer hier Herr im Haus ist. Möhwald passte auf Kempe. Dessen Schuss konnte der beim Club ausgebildete 96-Keeper Sahin-Radlinger nur nach vorne abklatschen. Matavz sagte danke und schob den Ball zur frühen Führung ins Netz. 96 drängte dann auf den Ausgleich. Aber das sah alles ziemlich Bader-like aus. Blutleeres Blenden und eher behäbig in der Birne. Der Club ging die 96er schon im Mittelfeld an und schnappte sich ein ums andere Mal die doch sehr durchsichtig angesetzten Pässe. Etwa in der 21. Minute als Petrak an der Mittellinie den Ball eroberte zu Matavz spielte, der schickte Möhwald, dessen Flanke dann Burgstaller zum 2:0 einköpfen konnte.

Danach konnte es der Club noch ein bisschen lockerer angehen lassen. Hannover hatte zwar weiterhin ein optisches Übergewicht. Aber richtig gefährlich wurde es vor dem Kasten von Kirschbaum kaum. Der Club spielte durchaus clever und lie0 kaum etwas anbrennen.

In der 2. Hälfte musste die neue Nummer 1 im Clubtor allerdings mehrfach zeigen, was sie drauf hat. Hannover verstärkte den Druck noch weiter. Die größte Chance zum Anschlusstreffer bot sich in der 72. Minute, als Schiedsrichter Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt zeigte. Brecko hatte Klaus gefoult. Doch wie schon gegen den KSC erwies sich Kirschbaum als Elfmeterkiller.

Bei ihm (allerdings – das müssen wir selbstkritisch konstatieren – auch bei Trainer Alois Schwartz) zeigt sich allmählich, dass sich Geduld auszahlt. Der vielgeschmähte und zeitweise sogar auf die Tribüne verbannte Clubtorwart ist mittlerweile ein echter Stabilitätsfaktor. Dass er seinerzeit noch von Martin Bader eingekauft wurde, belegt, dass der nicht immer verkehrt gelegen ist. Andererseits belegt Bader auch, dass man in Nürnberg manchmal schon zu viel Gedlud gehabt hat.

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Na also: der erste Heimsieg

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Geht doch! Nach dem Sieg in Bielefeld hat der Club auch sein Heimspiel gegen die Eisernen aus Berlin gewonnen. Die liegen dem FCN bekanntlich. Auch diesmal fanden sie nicht die richtigen Mittel, um den Club zu knacken. Obwohl sie vor dem Spiel auf Rang 2 und der FCN auf 16 stand.

Aber auch beim Club fehlten erst einmal die Mittel. Zwar hatten die Ultras bei ihrer Choreo Kampf eingefordert. Doch erstmal gab es Krampf auf dem Platz – vor übrigens fast schon beschämend leeren Rängen.

Fehlpässe, Mittelfeldgeplänkel, kaum geordnete Aktionen und jede Menge Nickligkeiten prägten das Spiel. Nach 39 Minuten stieg dann der bereits verwarnte Pedersen hart gegen den diesmal tadellosen Clubkeeper Thorsten Kirschbaum ein und flog vom Platz. Jetzt aber, dachten wir. Schließlich konnte auch gegen die Arminia eine Überzahl letztlich zum Sieg genutzt werden. Beim ersten gefährlichen Gegenstoß sprintete Edgar Salli auf links los. Aber statt eine Torchance zu generieren, stellte er wieder Parität her. Übermotiviert greift er seinem Gegenspieler Hedlung ins Gesicht und sieht ebenfalls das zweite Gelb. Doch es dauerte nur drei Minuten, in denen man sich über die Blödheit der Clubmannschaft auslassen konnte. Dann fasste sich der diesmal torgefährlichste Clubspieler (zumindest von denen, die in der Startelf standen) ein Herz: Aus 20 Metern zog Kevin Möhwald ab und überrascht damit den offenbar von dem bisherigen Mittelfeldgeplänkel eingelullten Gästetorwart Busk. Verdient war die Führung nicht. Aber andererseits sind wir auch schon oft unverdient hinten gelegen.

Ins Schleudern kam da auch die twitternde Clubpressestelle. Offenbar zählt man da schon die Platzverweise mit.

Andererseits ist ja auch die Clubpressestelle, übrigens eine der bestbesetzten im ganzen Profifußball, inzwischen mitbeteiligt, wenn der Club gewinnt. Heute erst hatte Katharina Fritsch (vormals Wildermuth) ihren ersten größeren Arbeitsnachweis und liefert dann gleich noch den Beweis mit, dass sich sowas wirklich in der Tabelle niederschlägt.

Doch zurück zum Spiel. Da drückte erst der Club. Kevin Möhwald hätte eigentlich zwei Treffer nachlegen müssen. Auch Burgstaller und Matavz hatten exzellente Chancen. Bis etwa zur 60. Minute war der Club nahe am 2:0. Doch dann ging offenbar gar nichts mehr. Uniontrainer Keller nahm seinen Schwachpunkt in der Abwehr raus (Schönheim) und ab da drängte nur noch Union. Die haben offenbar auch mitbekommen, dass der Club im Gegensatz zu früher gegen Ende gerne mal schwächelt und die Konzentration verliert. Und dass wir die Null halten können, haben wir bislang auch noch nicht nachweisen können. Doch diesmal zeigte sich nicht nur Kirschbaum verbessert. Auch die Innenverteidiger Hovland und Bulthuis machten einen stabilen Eindruck. Zudem wirkte Union, das im Gegensatz zum Club das letzte Spiel am Montag austragen musste, nicht ganz auf der Höhe. Trotzdem passierte beim FCN nach vorne gar nichts mehr. Das änderte sich erst als Alois Schwartz in der 80. Minute Cedric Teuchert einwechselte. Der brauchte nur drei Minuten (schon wieder) um den Sack zuzumachen. Abgeklärt ließ er nach einem Bulthuis-Zuspiel den Torwart aussteigen und schob den Ball dann zum 2:0 ins Netz.

Fazit: Es geht aufwärts. Allerdings hat der Club noch viel Luft nach oben. Aber mit Teuchert auch einen, der nicht nur Tore machen, sondern vielleicht auch dafür sorgen kann, dass künftig wieder mehr Leute den Weg ins Stadion finden.

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Schade, es wäre zu schön gewesen!

3423278530Das war nix! Der Club hätte eine gute Saison mit dem Aufstieg krönen können. Der Club hatte einen Gegner, der offensichtliche Defizite aufwies. Der Club hatte auch noch Glück, kam mit einem Auswärtstor aus dem Hinspiel in Frankfurt zurück. Die Fans hängten sich mit einer aufwändigen Choreo rein. Halb Nürnberg war auf den Beinen. Es war also alles angerichtet für ein Fußballfest mit anschließender Aufstiegsfeier. Doch dann vergaß der Club das Fußballspielen.

Die erste Hälfte verlief ähnlich wie in Frankfurt. Die Eintracht hatte zwar ein deutliches Übergewicht, drängte den Club hintenrein, war aber unfähig, mal gefährlich aufs Tor zu schießen. Offensichtlich hatte der Club auf diese Unfähigkeit gebaut. Je länger das Spiel jedoch dauerte, desto mehr wuchs der Druck. Zudem ließen auch die Kräfte und die Konzentration nach. Das erwies sich auch schon in Frankfurt, wie kräftezehrend diese Mauertaktik ist. Letztlich wuchs die Gefahr für das Tor vom Raphael Schäfer praktisch minütlich. In der 66. Minute war es dann soweit. Severovic machte das Tor und die eh nicht besonders intelligente Taktik war im Eimer.

Der Club besann sich dann endlich doch darauf, dass Fußball von Kombinationen, von Zielstrebigkeit und vom Zug zum Tor lebt. Auf einmal deutete die Mannschaft an, wie es auch hätte laufen können. Aber auch die Eintracht kann hinten dicht machen. Auch wenn das mit nicht unbedingt sympathiefördernden Mitteln geschah. Letztlich sah man aber bei beiden Relegationsspielen Ähnliches wie in der Pokalbegegnung gegen die Hertha. Gegen Erstligamannschaften reicht es beim Club einfach nicht. Weder spielerisch, noch taktisch. Letztlich fehlte auch die Erfahrung und das Selbstvertrauen.

Ob das künftig besser wird, da kann man Zweifel äußern. Der Club hätte den Aufstieg aus finanziellen Gründen bitter nötig gehabt. Jetzt werden etliche der Leistungsträger der ja durchaus erfolgreichen Zweitligasaison wahrscheinlich den Verein wechseln und Geld für adäquaten Ersatz ist keines da. Der Club ist erneut am Boden. Hoffentlich rappelt er sich wieder auf. Und hoffentlich werden wir nicht jahrelang dieser so knapp verpassten Chance nachtrauern. Vor allem wurde die ja nicht erst gegen Frankfurt verpasst, wenn man sich nur angesehen hat, wie die Würzburger Kickers (die uns jetzt auch als Gegner blühen könnten) den MSV Duisburg daheim abgefertigt haben, während der Club gegen die drei Punkte verschenkte.

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Club gewinnt netten Sommerkick

3818787460Diesmal hat der Club seine Hausaufgaben gemacht. Bei bestem Frühsommerwetter, vor 50.000 Zuschauern und gegen einen sympathischen Gegner. Da erledigt man seine Hausaufgaben gerne. Blöd nur, wenn die dann nichts mehr nützen.

Im Parallelspiel in Leipzig besiegten nämlich die Roten Bullen den KSC und machten damit den Aufstieg klar. Der Club hat jetzt also den Relegationsplatz sicher. Die letzten Hoffnungen, doch noch den Direktaufstieg zu schaffen, sind dahin.

Gleich von Beginn an deutete der Club an, dass er gegen den FC St. Pauli nichts anbrennen lassen wollte. Der Dauerdruck auf das von Himmelmann gehütete Pauli-Tor wurde in der 22. Minute belohnt, als Füllkrug den Ball ins Gästetor stocherte. Danach nahm der Club den Druck etwas raus. Was fünf Minuten später beinahe bestraft worden wäre. Den durchgebrochenen Keller konnte Margreitter nur mit einem Foul stoppen. Er wa letzter Mann, was die Rote Karten bedeutet hätte. Schiri Fritz entschied jedoch auf Abseits. Fälschlicherweise. Das war nett.

Danach plätscherte das Spiel dahin. Der Club war überlegen, ohne aber zwingende Chancen herauszuspielen. St. Pauli hoffte auf Konter. Aber beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie sich kein Bein für eine Ergebnisänderung ausreißen wollten.

Beim Club schien es eher darum zu gehen, dass sich vorbelastete Spieler ihre Gelbe abholen, um dann für die Relegation clean zu sein. Irgendwann schien dann auch auf dem Platz die Nachricht durchgedrungen zu sein, dass die Brausekicker gegen den KSC führten. Festhalten konnte man lediglich, dass sich Stieber und Blum, die diesmal in der Startelf auflaufen durften, nicht nachhaltig aufdrängen konnten. Beide wurden nach einer Stunde auch ausgewechselt.

Jetzt kann sich der FCN voll auf die Relegation konzentrieren. Vielleicht ein kleiner Vorteil gegenüber Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt. Dass es der desolate VfB noch packt, bezweifle ich. Wobei wir gegen die sicher die besten Chancen gehabt hätten.

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