Wochenende der Ex-Cluberer

Nicht nur der FCN hat Grund zur Freude, auch für einige Ex-Cluberer war es ein ganz besonderes Wochenende. Michael Oenning zum Beispiel ist wieder Bundesliga-Coach. 2009 führte er den FCN zunächst zum Aufstieg, musste aber nach einer Niederlagenserie Ende des Jahres gehen und heuerte später als Co-Trainer beim Hamburger SV an. Nun beerbte er wie schon in Nürnberg (Thomas von Heesen) mal wieder seinen Vorgesetzten. Für Armin Veh war nach dem 0:6 gegen die Bayern Dienstschluss, Oenning erhält eine neue Chance im Oberhaus.

Dass Angelos Charisteas eine solche ebenfalls bekam, fanden viele Schalke-Fans geradezu irrwitzig. Nun gelang ausgerechnet dem beim Club glücklosen Griechen das Siegtor für die Knappen gegen Frankfurt. Und damit machte er mit seinem Chef einen weiteren Ex-Nürnberger glücklich: Felix Magath war wegen  der Verpflichtung des Europameisters von 2004 verhöhnt worden, doch wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Allerdings sieht es derzeit so aus, als würde der „Dreier“ Magath ebensowenig retten können wie das Weiterkommen in Champions-League und DFB-Pokal. Schalke wollte dem Trainer eigentlich vier Jahre Zeit geben. Aber so langfristige Planungen funktionieren doch ohnehin nur in Bremen oder Freiburg.

Einkaufstour im Winter

Ich habe sie nicht gezählt, die Club-Trainerentlassungen, die ich in den vergangenen  drei Jahrzehnten miterlebt habe. Die erste weiß ich allerdings noch sehr genau: Es war Fasching anno  1981, als Horst Heese gehen musste, weil der FCN daheim gegen den TSV 1860 München 1:2 verloren hatte und Präsident Michael A. Roth dem Coach nicht mehr zutraute, die Klasse zu halten. Am Ende ging es gut, der Club blieb  mit dem Trainergespann Fritz Popp/Fred Hoffmann in der Bundesliga  – im Gegensatz zu den „60ern“.
Nun also Dieter Hecking. Eine gute Entscheidung, meiner Meinung nach. Immerhin hat  der 45-Jährige bei allen seinen Stationen solide gearbeitet.

Erstaunlich: Er hat erst eine Entlassung auf dem Konto – und die erfolgte nicht aus sportlichen Gründen. Der SC Verl feuerte Hecking  2001, nachdem er angekündigt hatte, zum Saisonende wechseln zu wollen. In  Lübeck, Aachen und  sogar in Hannover ging er jeweils freiwillig. Wobei er bei 96 mit seinem Rücktritt einer Kündigung wohl zuvorkam; aber in Hannover ist der Trainerstuhl traditionell ein Schleudersitz, insofern sind die drei Jahre, die sich Hecking dort halten konnte, aller Ehren wert.
Außerdem  baute Hecking in Hannover auch auf die Routiniers, sorgte für eine gute Mischung aus Alt und Jung. Bei Michael Oenning konnte man ja zuletzt den Eindruck gewinnen, dass er das Durchschnittsalter der Mannschaft auf 15 senken will.
Aber ein neuer Trainer allein wird nicht reichen. Ich denke, der Club muss im Winter kräftig einkaufen gehen. Ansonsten können wir seine Spiele 2010/11 wieder montags bei DSF gucken.

Fähiger Trainer händeringend gesucht

„Wir haben noch mit niemandem verhandelt“, betonten Präsident Franz Schäfer und Manager Martin Bader am Montag treuherzig. Sie wollten damit wohl unterstreichen, wie aufrichtig und menschlich korrekt sie hinter Trainer Michael Oenning gestanden haben. Ein Zeichen von Professionalität ist das allerdings nicht. Seit Tagen stand doch Oenning zur Diskussion, da muss man sich doch zumindest Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Wenigstens mögliche Alternativen durchdenken. Sonst geht es einem genauso wie dem Clubpräsidium gestern, man stellt fest: Oenning ist nicht mehr zu halten, aber jemand anderes ist auch nicht da. Klar, kann man sich über die Feiertage in Ruhe die Marktlage bei den arbeitslosen Trainern anschauen. Das dürfte dann besonders die an dem Debakel nicht ganz unschuldigen Spieler freuen, die haben dann zum Dank fürs erfolgreiche Abschießen ihres Chefs erst einmal frei. Na bravo! (Immerhin soll laut Präsidum die Entscheidung doch noch vor Weihnachten bekannt gegeben werden)

HannoverDie Fans haben dafür jetzt noch die Gelegenheit über die möglichen Alternativen zu diskutieren. An erster Stelle ist da der bereits erwähnte Dieter Hecking (links) zu nennen. Er hat zwar Erfahrung im Abstiegskampf und mit jungen Spielern (wobei beim Club eigentlich eher die älteren zu früherer Leistungskraft zurückgeführt werden müssten), ob er einen Bezug zu Nürnberg und seinen Fans aufbauen kann, ist fraglich.

koller Das gilt natürlich auch für Marcel Koller (rechts), der bei Bochum zudem nicht unbedingt bewiesen hat, dass er im Kampf um den Klassenerhalt der Richtige ist. Bei Volker Finke sind wir uns gar nicht sicher, ob der überhaupt will. Gleiches gilt für Hans Meyer, der immerhin nicht einmal umziehen müsste. Bei Lothar Matthäus ist eigentlich jedes Wort zu viel.

Nachdem er bei Twitter so gut 😉 angekommen ist, wollen wir aber einen Vorschlag unbedingt noch in die Runde werfen, den man zumindest einmal andenken sollte: Wie wäre es, wenn sich Club und Greuther Fürth einen Trainer teilen? Immerhin wäre das Coach-Sharing ein echter Sparbeitrag in klammen Zeiten (der Club muss angeblich 9 Millionen Euro einsparen) und die Gelegenheit dazu ergibt sich wahrscheinlich in 100 Jahren nicht mehr. Zudem würde der Doppeltrainer sich schon aus persönlichen Gründen massiv dafür einsetzen, dass der Club die Klasse hält, sonst käme es nämlich nächste Saison vielleicht wieder zum Derby in der zweiten Liga und dann wüsste er nicht, auf welche Bank er sich hocken soll.

Zum Schluss noch ein schöner Verschreiber, der gestern der in diesem Fall doch etwas zu vorschnellen Deutschen Presseagentur unterlief, den wir aber erst auf den zweiten Blick realisierten, schließlich ist man als Clubfan gewohnt, dass in Nürnberg die Trainer nicht alt werden (remember Jef Vliers):
hecking

Das war´s dann wohl für Oenning

urn:newsml:dpa.com:20090101:091220-10-11381Eins muss man dem Club immerhin bescheinigen. Von den Fürthern lässt er sich nicht überholen.. Wenn die eine Krise haben, dann legt er noch eine Schippe drauf. Und dass der heutigen Entlassung von Benno Möhlmann eine weitere mit Michael Oenning folgt, das scheint so gut wie ausgemacht. Auf Oenning würde ich jedenfalls nicht einmal mehr Centbeträge wetten.

Dabei ist Oenning dummerweise nur ein Teil des Problems. So wie die Mannschaft in Köln aufgetreten ist – immerhin ging es da nicht um die goldene Ananas – möchte man mwollny Recht geben. Er schrieb auf Twitter: „Zeugwart Chicco Vogt behalten, der Rest darf gehen.“

Dazu wird es wahrscheinlich nicht kommen. Dennoch gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Mannschaft ist wirklich so schlecht, wie sie sich in den letzten vier Spielen präsentiert hat, dann nützt auch ein anderer Trainer nichts. Oder aber, sie hat absichtlich schlecht gespielt, um den Trainer loszuwerden. Dann gebricht es ihr jedoch an Charakter. Auch keine gute Basis für einen Neuanfang.

Wie auch immer, als Clubfan muss man zwar schwer leiden, aber langweilig wird es zumindest nicht. Wir wagen trotzdem mal einen Blick in die Zukunft: Morgen präsentiert der Club Dieter Hecking als neuen Trainer und der scheucht die verängstigten Luschen dann vor Weihnachten noch einmal durch den verschneiten Reichswald.

Aber vielleicht kommt es auch ganz anders. Denn: Depperter geht immer!

Nachtrag: Am Montag tagte das Präsidium an „unbekanntem Ort“. Kurz nach 14 Uhr war klar: Die Ära Oenning beim Club ist beendet. Als Nachfolger im Gespräch: Dieter Hecking und Marcel Koller. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Umfrage: Wie soll es beim Club weitergehen?

Drei Niederlagen in Folge, eine peinlicher als die andere. Kein Tor geschossen, eine verunsicherte Mannschaft, ein angezählter Trainer, ein Manager, der sich in Durchhalterparolen ergeht… Beim Club ist endgültig die Krise ausgebrochen. Im Spiel gegen den HSV forderten Fans „Oenning raus!“, andere bedrohten Manager Martin Bader. Wobei hier Sachen ablaufen, die mit Fußballbegeisterung nichts mehr zu tun haben.
Nichtsdestotrotz sollte man sich jetzt am Valznerweiher langsam Gedanken machen. Einfach nur darauf zu warten, dass Torhüter Raphael Schäfer wieder kommt und vielleicht auch mal wieder (wie in Wolfsburg) das Glück, dürfte zum Klassenerhalt nicht ausreichen, zumal sich auch das Glück hart tut, einer Mannschaft Gutes zu tun, die zwar vorne keine Tore schießt, aber regelmäßig einbricht, wenn sie in Rückstand gerät.
Doch, wo sollen die Clubverantwortlichen den Hebel ansetzen? Um ihnen eine Hilfestellung anzubieten, starten wir hier eine Umfrage. Weil es aber an mehreren Stellen Defizite gibt, ist Multiple-Choice mit bis zu drei Antworten möglich.

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Raus aus dem Schaumbad!

16639179Zur Halbzeit hieß es gegen den HSV noch 0:0. Da konnte man über das Fantransparent „Schluss mit der Schönrednerei“ noch lächeln. Doch dann kam die Pause. Und was machen die Clubspieler da in der Kabine? Warmduschen? Feiern? Vorglühen? Weihnachtslieder singen? Mit der Wettmafia verhandeln? Jedenfalls nichts Leistungsförderndes.

Dabei sollte da doch der Trainer eine Ansprache halten, die Richtung vorgeben, vielleicht taktische Anweisungen geben, Mut machen. Nix! Das hat der Michael Oenning wohl dem Bruno Labaddia überlassen. Dessen Mannschaft, die übrigens auch junge Spieler und keine ausgemachten Stürmer drin hat, macht dann auswärts vier Dinger. Dabei ist der HSV zur Zeit beileibe keine Übermannschaft, genau wie der BVB, der dem Club am letzten Wochenende auch vier einschenkte.

Dass die Fans am Schluss „Oenning raus!“ rufen, ist dann bloß folgerichtig. Mit Pubertät hat das jedenfalls nichts zu tun. Eher mit Klarblick und berechtigtem Ärger. Weil: Inzwischen kann man nicht einmal mehr sagen, das liegt nur am Sturm (obwohl: Eigler war wieder mal höchstens in der Rückwärtsbewegung gut, trotzdem ließ ihn der Trainer auf dem Platz), da will man schon gar nicht mehr differenzieren. Letztlich hat es überall gehapert.

Wir können da nur unseren Twitterbeitrag wiederholen: Die Zeit des Schaumbadens ist vorbei, Herr Bader! Gegen Köln geht es im letzten Spiel des Jahres jedenfalls schon um Wurst.

So, Thomas Susemihl ist jetzt auch zurück aus dem Stadion und postet Folgendes:

In der 66. Minute kann der Sturmlauf beginnen. Charisteas und Choupo-Moting kommen aufs Feld. Zusammen mit Bunjaku und Eigler spielen jetzt vier Angreifer. Okay, sagen wir drei Stürmer und ein Stürmer-Darsteller. Doch dann im Gegenzug das 0:3. Da war jetzt auch Coach Michael Oenning ratlos. Ich hab doch alles versucht, scheint sein Blick auszudrücken. Die 1. Halbzeit war durchaus nicht übel. Vier Chancen wurden erarbeitet. Außer dem diesmal in der Defensive überforderten Diekmeier und dem wie stets überforderten Eigler, hielt der Club auch kämpferisch dagegen.

Doch die 2. Hälfte geriet zur kompletten Katastrophe. Die Viererkette wurde ständig durch, zugegebenermaßen, intelligente Pässe ausgehebelt. Nordtveit war als defensiver Mittelfeldmann ein Totalausfall (Mnari!) und die achtbeinige Offensivmaschine sorgte nur durch abstruse Laufwege für Aufregung. Konzept und Feuer gleich null, dazu zuletzt 0:9 Punkte und 0:9 Tore. Aber Herr Oenning hat ja Vertrauen in den Kader.

Jetzt beginnt die Trainerdiskussion

Germany Soccer BundesligaMit dem 0:4 war der Club in Dortmund noch gut bedient. Was da im Strafraum teilweise abgelaufen ist, spottete jeder Beschreibung. Ersatzkeeper Alexander Stephan war da noch der Abgeklärteste. Wenn dann ein Andreas Wolf nach dem Spiel den Leitwolf mimt und fordert, die Kollegen müssten sich mehr reinhängen, dann nervt das nur noch. Wolf war einer der schlechtesten Spieler auf dem Platz. Allein wie er sich beim 0:3 hat vorführen lassen. Da wäre er gut beraten gewesen, den Mund zu halten und in sich zu gehen. Überhaupt sind es längst nicht mehr die so genannten Jungen, die die Spiele vergeigen, sondern die angeblichen Leistungsträger.

Dabei sah es die ersten Minuten gar nicht mal so schlecht aus. Der Club spielte engagiert nach vorne. Aber halt nur ein paar Minuten. Prompt kassierte er dann den Gegentreffer. Wahrscheinlich dachten die Clubspieler: Wir machen es wie Freiburg, hauen denen erst einmal einen rein und rühren dann hinten Beton an. Aber sowohl das Reinhauen, wie das mit dem Beton kann der Club nicht. Außerdem ist der BVB nicht irgendwer. Der, das weiß halb Fußballdeutschland, tut sich schwer, wenn jemand nur hinten drin steht. Wenn aber eine (schlechtere) Mannschaft anfängt mitzuspielen, dann schlachten die die ab.

Womit wir beim Trainer wären. Auf Twitter wurde noch während des Spiels die Trainerdiskussion eröffnet. Micheal Oenning müsse jetzt den Hut nehmen, forderten etliche. Konkreter formulierte boehmmi Oennings Fehlleistungen: „Was hat sich unser Trainergott dabei gedacht, in der Halbzeit beim Stand von 3:0 Judt einzuwechseln?“ Max-Jacob Ost (aka: GNetzer) schrieb allerdings genauso richtig: „Ob wir den neuen oder den alten Club erleben, sehen wir daran, wer in der nächsten Woche auf der Trainerbank sitzt.“ Will heißen: Wenn noch Roth am Ruder wäre, wäre Oenning jetzt wohl fällig. Aber das hat damals auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Allerdings: Oenning, das muss man wohl so feststellen, ist wohl derjenige, der derzeit am meisten Lehrgeld zahlt. Wie lernfähig er ist, und ob sich diese Lektionen auszahlen und dem Club noch einmal zugute kommen, wir wissen es nicht. Oenning ist mit Sicherheit kein Schlechter. Aber ihm fehlt in der ersten Liga die Erfahrung. In der zweiten hat sie ihm auch gefehlt, da hat er sie sich im Laufe der Saison aber angeeignet. Ob das diesmal wieder klappt?

Eines ist jedenfalls klar: Ein in der Weihnachtspause nachgekaufter Stürmer wird es alleine nicht bringen, selbst wenn der Club das Geld für einen Luca Toni aufbringen könnte.

Etwas Beschäftigung mit dem Gegner ist nie verkehrt

jpeg-1476F800CA0F32E0-20091128-img_23130530.onlineBildGut, im Nachhinein ist leicht Klugscheißen. Dennoch: Wenn ich der Robin Dutt wäre, gerade 0:6 verloren hätte und dann zu einem Mitkonkurrenten um den Abstieg müsste, der gerade gegen den amtierenden Meister gewonnen hat, was würde ich tun? Erst (um es in der Pokersprache auszudrücken) All-in und dann vorsichtig weiter spielen. Warum? Bei einer Mannschaft wie dem Club, die sich schon seit Jahren hart damit tut, das Spiel zu machen und mit überraschenden Aktionen einen mit Mann und Maus verteidigenden Gegner auszuhebeln, hast du praktisch keine andere Möglichkeit. Die Chancen, dass diese Rechnung aufgeht, steigen natürlich noch, wenn der Gegner einem den Gefallen tut und es aufgrund eines gewissen Überlegenheitsgefühls erst einmal locker angehen lässt.

Dass da nun die Kommentatoren beim Freiburger Spiel von einer taktischen Meisterleistung sprechen, ist mehr als nur eine Übertreibung. Wenn man in Nürnberg antritt, muss man kein Trainerfuchs sein, da ergibt sich die Taktik fast von selbst. Was sonst hätten die Freiburger wohl tun sollen? Wenn man sich in den Gegner hineinversetzt, dann hätte man da als Nürnberger Trainer problemlos draufkommen und entsprechend reagieren können. Aber zum In-den-Gegner-Hineinversetzen gehört halt neben Souveränität auch ein bisschen geistige Frische. Die fehlt leider nicht nur auf dem Platz, sondern auch bei denen, die für die Taktik verantwortlich sind. Und dass der Club heute die besten Chancen in der Schlussphase hatte, als man längst alle taktischen Zwänge über Bord geworfen hatte, ist da bestimmt kein Gegenargument.

Kein Glück mit neuen Trainern

20091112 Ingolstadt - FCNUnd wieder einmal hat unser Club bislang unbekannte Phänomene im Fußballgeschehen entdeckt. Diesmal ist es der Neue-Trainer-Fluch. Beim Club scheint es ganz egal zu sein, wen dieser neue Trainer trainiert: Ob Bundesliga- oder Schülermannschaft, der FCN verliert immer. Diesmal war es der Drittligist FC Ingolstadt, der sich gerade erst von Horst Köppel getrennt hat und erstmals unter Michael Wiesinger auflief. Mit 3:0 ging der Club in Ingolstadt unter.
Hoffen wir mal, dass Trainer Michael Oenning außer der Erkenntnis, dass er beim nächsten Mal, wenn eine Mannschaft mit neuem Trainer antritt, die Leistungsträger ruhig schonen kann, noch andere Lehren ziehen konnte. Selbstbewusstsein dürfte er aus diesem Testspiel mit Sicherheit gezogen haben.

Langsam wird´s peinlich

Langsam wird´s peinlich, ja blamabel. Das 0:4 in Leverkusen zeigt nämlich nicht bloß vom Ergebnis her: Der Club hat mit dieser Mannschaft in der ersten Liga nichts verloren. Die Bayer-Fans skandierten. „So spielt ein Absteiger.“ Viel Fußballverstand gehört zu einer solchen Erkenntnis nicht.

Doch, was tun? Die jungen Spieler, auf die der Club setzt, sind mit der Situation überfordert. Ihnen jetzt einfach weiter Zeit geben, dazu braucht es viel Geduld, die wohl weder beim Umfald noch bei den Fans vorhanden ist. Für erfahrene Profis, die das Spiel lenken und den Ball auch mal aus weniger aussichtsreichen Situationen im Tor versenken können, ist weder der Markt noch das Geld da.

Bleibt nur: Trainer Michael Oenning und Manager Martin Bader auszuwechseln. Die schauen zwar immer so, als hätten sie einen Plan. Das, man erinnert sich, hatte aber auch ein Thomas von Heesen mimisch drauf. Gegen Oenning, für den es uns schon leid tun würde, spricht, dass er genausowenig Bundesligaerfahrung hat wie seine jungen Spieler. An Schalke sieht man, dass ein erfahrener Trainer auch mit jungen Spielern und ohne Finanzmittel was reißen kann. Eigentlich wäre Oenning also fällig. Aber einerseits sind auch nicht unbedingt die Brüller unterwegs, um beim Club anzuheuern, andererseits fragt sich, ob Interimspräsident Schäfer, ein ebenfalls angeschlagener Bader und ein nicht gerade Selbständigkeit gewohntes Präsidium überhaupt zu einem wie auch immer gearteten Schritt in der Lage sind. Möglicherweise kulminiert alles in der Mitgliederversammlung am 13. Oktober.