Makaay: Der Kelch ging vorüber

Was an Neujahr im ARD-Videotext verkündet wurde, scheint kein Thema mehr zu sein. „Makaay  vor Wechsel nach Nürnberg“, hieß es da. Doch das Dementi des FCN kam prompt. Meiner Meinung nach hat der Club da nochmals Glück gehabt. Düstere Erinnerungen an den Fall Jan Koller beschlichen mich angesichts der Makaay-Meldung.

Koller, zwischen 2001 und 2006 bei Dortmund ungemein erfolgreich,  kam im Winter 2007/08   nach längerer Bundesligapause an den Valznerweiher und wurde als vermeintlicher Retter gefeiert. Doch der damals 35-jährige tschechische Nationalstürmer  wirkte wie ein Fremdkörper in der Club-Elf, überzeugte bei seinen 14 Bundesligaspielen für den Club selten und erzielte nur zwei Tore (damit aber immerhin zwei mehr als weiland Uli Hoeneß). Obendrein nahm Koller als Mittelstürmer Angelos Charisteas den Platz weg – Charisteas schien gegen Ende der Hinserie damals gerade in die Spur gefunden zu haben. Jedenfalls stieg der Club am Ende ab.
Daher denke ich – auch wenn ich glaube, etwas Routine könnte der Club-Elf nicht schaden (die Innenverteidiger-Hoffnung Breno ist ja auch erst 20) – der 34-jährige Makaay ist nach zweieinhalbjähriger Bundesliga-Abstinenz keine Alternative. Auch wenn er zwischen 2003 und 2007 fleißig für die Bayern traf. 2005 wäre er mit 22 Treffern sogar beinahe Torschützenkönig geworden. Allein: Phantom Marek Mintal hatte 24-mal getroffen…

Wer den Club alles nach oben führte

Aufstieg klar und Sommerpause, da kann man schon einmal etwas in der Historie wühlen. Die Frage lautet: Wie heißen die bisherigen Aufstiegstrainer und Vorgänger von Michael Oenning? Wolfgang Wolf oder Klaus Augenthaler kennt noch jeder und auch der Triumph von Felix Magath ist noch in guter Erinnerung. Die anderen Aufstiegsmacher sind jedoch heute nicht mehr so gegenwärtig, doch haben sie ihren Teil zum Club-Mythos beigetragen. Da ist einmal der Wiederaufstieg in die Bundesliga 1978. Damals hieß der heute fast vergessene Trainer Werner Kern, der in der Bundesliga aber schon nach wenigen Monaten wegen Erfolglosigkeit von Club-Legende »Zapf« Gebhardt abgelöst wurde. Trotzdem ging es wieder runter, aber nach einem kleinen Intermezzo mit dem Belgier Jef Vliers, machte Gebhardt die Clubberer wieder erstklassig.

Letzter im Bunde der Aufstiegs-Heroen war 1986 Horst Höher, der dann sensationell in den UEFA-Cup einzog. Und dann gab es noch Willi Entenmann, der den Club 1997 aus der Regionalliga führte.

Jetzt kommen wahrscheinlich Thomas Broich und Timo Rost. Die Angst der potentiellen Absteiger-Konkurrenz aus Mainz, Bochum oder Hannover hält sich da sicherlich in Grenzen.

Nie mehr zweite Liga!

Der Club hat es geschafft! Wir sind Rekordaufsteiger. Das ist – was die Nerven der Fans angeht –  ein weitaus bedeutender Titel als Rekordmeister oder Europameister. Trotzdem wäre es schön, wenn nicht wieder da angeknüpft würde, sondern jetzt endlich mal etwas mehr Konstanz in die Sache reinkäme. „Drinbleiben für immer!“, wie Günther Koch sagte.  Dazu muss nun mit den hoffnungsvollen Jungspielern erfolgtreich verhandelt werden. Ein neuer Trikotsponsor wäre im Sinne von Sympathiewerbung auch nicht verkehrt….

Den grandiosen Aufstieg kann man auch noch mal bei uns bei Twitter nachlesen.

Club: Wer soll gehen?

Zum Jahreswechsel soll es beim Club personelle Schnitte geben. Oder wie die NZ-Überschrift heute andeutet: Es werden „Köpfe rollen“. Die Köpfe, die auf jeden Fall nicht rollen (wobei mich der Ausdruck ein bisschen an Roths unsägliches Revolverzitat erinnert) werden, das sollen die von Bader und Oenning sein. Roth & Co dürften wohl auch nicht gemeint sein. Also geht es gegen die Spieler.  Doch wo da anfangen? Außer Schäfer könnte man von denen, die bisher gespielt haben, fast  jeden nehmen. Oder doch nicht? Gebt mal Prognosen oder Empfehlungen ab!