Peters clevere Strategie

Freiburg schlagen, sagt Kollege vip zu Recht, ist dem Unternehmen Aufstieg zumindest nicht undienlich. Diese Erfahrung hat jüngst auch der MSV Duisburg gemacht, der allerspätestens seit dem 2:0 über den Tabellenführer und der peinlichen Fürther Vorstellung (ätsch) wieder  ganz dick im Aufstiegsgeschäft ist.

Seit Peter Neururer die „Zebras“ trainiert, rollen die das Feld von hinten auf. Neururer scheint ein probates Mittel für die Rückkehr in die Bundesliga gefunden zu haben: Er hat sich dafür entschieden, alle Spiele bis Saisonschluss zu gewinnen oder zumindest nicht zu verlieren. Eine clevere Taktik, die den MSV Platz um Platz nach vorne befördert.

Dass Neururer Mannschaften zumindest zeitweise aus ihrer Lethargie wecken kann, hat er schon in Saarbrücken, Ahlen, Bochum und bei etlichen anderen Stationen bewiesen. Wegen seiner vielen Vereine gilt er allerdings auch als Durchlauferhitzer, der spätestens nach zwei oder drei  Jahren wieder vor die Tür gesetzt wird. Andererseits: Welcher Verein beschäftigt seine Trainer schon länger als drei Jahre? Werder Bremen mit seinen Langzeit-Übungsleitern ist eine der wenigen branchenunüblichen Ausnahmen, und selbst die Hanseaten hatten zwischen Otto Rehhagel (1981-1995) und Thomas Schaaf (seit 1999) einen gehörigen Verschleiß.

Nein, Neururer hat sein schlechtes Image wahrscheinlich eher daher, dass Auftritt und Abgang bei ihm meist etwas geräuschvoller verlaufen als bei anderen Trainern. Dazwischen ist er zumeist sehr erfolgreich. Zudem muss man zu seiner Verteidigung sagen, dass er es auch nicht selten mit größenwahnsinnigen Erwartungen in den jeweiligen Vorstandschaften seiner Klubs zu tun hatte.

Aber mein Plädoyer wird wenig Sinn haben, denn bei den Club-Fans ist Neururer seit seiner sms-Absage 2005 unten durch. Damals sollte er Wolfgang Wolf beerben, doch er gab Martin Bader per Kurzmitteilung einen Korb – offenkundig im Schockzustand, nachdem er einen grauenhaften Club-Auftritt gegen Stuttgart gesehen hatte. Und jetzt vermasselt er dem FCN mit seiner cleveren „Alles-Gewinnen-Strategie“ vielleicht auch noch den Bundesliga-Aufstieg. Neururer und Nürnberg werden keine Freunde mehr.