Statt dem A- fällt nun das D-Wort

Die Woche:

Zumindest laut Bildzeitung steht dem Club ein personeller Aderlass bevor. Vor dem Abschied stehen demnach:

1. FCN-Finanzvorstand Michael Meeske. Der soll als Nachfiolger des beim HSV beurlaubten Heribnert Bruchhagen im Gespräch sein. Meeske kam allerdings vom innerstädtischen Rivalen St.Pauli zum Club. Er kennt also den HSV und ganz blöd ist er auch nicht.

2. Kevin Möhwald ist sich angeblich bereits mit Werder Bremen einig. Was, laut Bild, auch seine schlechte Form in den letzten Spielen erklären soll. Da Möhwald keine Anstalten gemacht hat, seinen Ende der Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern, war mit einem Wechsel leider zu rechnen. Dass er nun zu Werder will, braucht man nicht verstehen. Wenn´s dumm läuft, muss er in der Relegation mit seinem alten Verein gegen seinen neuen spielen.

3. Und da ist dann noch der mittlerweile in unserer Fangunst ziemlich abgerauschte FC Schalke ß4, der nach der Verpflichtung von Schöpf, Burgstaller und Teuchert offenbar nach weiteren Clubspielern schielt. Da gab es schon vor Wochen ein Treffen mit Tim Leibold. Nun scheint Schalke auch am Club-Allrounder und an Eduard Löwen dran zu sein. Besonders ärgerlich, dass da S04 in einer sportlich entscheidenden Phase Unruhe in den FCN bringt. Möglicherweise absichtlich. Denn so ein Kaufladen ist halt günstiger, solange er in der 2.Liga spielt.

Das Spiel:

Nach der Derbypleite hatten wir uns Wiedergutmachung, Leidenschaft, Kampfgeist und spielerisches Feuerwerk gewünscht. Doch ganz offensichtlich lag es, wenn man irgendeine Erkenntnis von der Bielefelder Alm mitnehmen will, nicht an der falschen Einstellung, dass das gegen Fürth daneben ging.

Der Club begann in Bielefeld mit einem neuformierten Sturm. Zrelak, Salli und Stefaniak sollten die Torflaute beenden. Daraus wurde leider nichts. Den Dreien gelang fast nichts. Salli machte immerhin noch Betrieb. Zrelak fiel lediglich durch seine Frisur und zwei kläglich vergebene Chancen auf. Stefaniak stand völlig neben sich.

Gut, von hinten kam auch wenig. Möhwald musste bereits nach 25. Minuten verletzt raus. Für ihn kam Löwen, dem Trainer Köllner eigentlich – und nicht zu Unrecht – eine schöpferische Pause schenken wollte.

Immerhin hielt die Abwehr lange dicht. Vor allem die Innenverteidigung (Margreitter und Ewerton) ließ wenig anbrennen. Torwart Fabian Bredlow erwischte wieder einen guten Tag und rettete ein paar Mal bravourös. Aber als sich dann alle schon mit einer neuerlichen Auswärts-Nullnummer anzufreunden schienen, passierte es doch noch. Der ansonsten so souveräne Ewerton kann eine Flanke nicht klären und Kerschbaumer nutzt die Konfusion in der FCN-Abwehr.

Nach dem Derby ist eine derart späte Niederlage natürlich ein weiterer Schlag für die Psyche. Umsomehr als das Spiel auch zeigte, dass der Club höchstens nominell einen Sturm besitzt. Angesichts dessen verbietet es sich eigentlich, weiterhin von Aufstieg zu sprechen. Stattdessen macht der gute alte Depp wieder die Runde.

…und wir dachten wirklich, beim Club hätten sich die Zeiten geändert.

Ein Letztes:

Noch ein Nachtrag zum Derby (da müsst ihr halt durch). Er belegt, dass nicht jede gekaufte Zeitung auch gelesen wird.

FCN-Update: Rückblicke und Abgänge

Die Clubspieler hatten das Jahr zumeist in wärmeren Regionen ausklingen lassen. Heute mussten sie zum Trainingsauftakt ins stürmische Franken. Einer war – wenig überraschend – leider nicht dabei: Cedric Teuchert. Bereits im alten Jahr hatte die Bild-Zeitung schon vom bevorstehenden Wechsel zu Schalke 04 erfahren. Jetzt wurde die Meldung vom FCN selber und dann auch den „Nordbayern“ bestätigt, nachdem zuvor noch Hoffnungsvolles verbreitet wurde.

Schade! Und wie schon bei früheren Transfers zu den Schalkern bekommt auch die schöne Fanromantik wieder einen Knacks. Für die königsblauen Chefs sind wir eben doch bloß der Ausbildungsverein. Der wiederum kann die knappe Million, die der Transfer bringen soll, freilich gut brauchen. Nun ja. Wenigstens wechselt Teuchert nicht zu den Bayern.

Was die Wintertransfers angeht könnte es durchaus noch schlimmer kommen. Da droht dann nicht bloß der Verlust eines Jokers, sondern der echter Leistungsträger.

Natürlich gab es sie auch wieder, die mehr oder weniger besinnlichen Jahresrückblicke. Verquickt mit einer aufkommenden Köllner-Mania. So ist das halt, wenn sich der Club in einer Aufwärtsbewegung befindet. Neben Atmosphärischem wurden uns aber auch harte Zahlen und Fakts serviert.

Vielleicht rafft sich ja auch noch einer meiner Kollegen zu einem Rückblick auf. Ansonsten melde ich mich hier mit aktuellen Updates wieder. Hoffentlich sind da keine unerfreulichen dabei.

2:3 gegen Schalke: „Ich werd verrückt, ein Tor!“

Fuflball: DFB-Pokal, 1. FC N¸rnberg - FC Schalke 04, 2. Runde am 26.10.2016 in Grundig Stadion, N¸rnberg (Bayern). Der N¸rnberger Tobias Kempe (r) erzielt gegen Schalkes Torwart Ralf F‰hrmann (3.v.l.) das 2:3 per Elfmeter. Foto: Daniel Karmann/dpa (Wichtiger Hinweis: Der DFB untersagt die Verwendung von Sequenzbildern im Internet und in Online-Medien w‰hrend des Spiels (einschliefllich Halbzeit). Sperrfrist! Der DFB erlaubt die Publikation und Weiterverwertung der Bilder auf mobilfunkf‰higen Endger‰ten (insbesondere MMS) und ¸ber DVB-H und DMB erst nach Spielende.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Drei, vier, fünf, Aogo. Aaaaaaahogo streichelt den Ball. Ahhhhh ist das schön. Auf die Schwimmbadkurve, und der Club schwimmt. Flachschuss. Ahhhh. Die Kirsche ist unten. Der Kirschbaum hat die Pille.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio zu Beginn der zweiten Hälfte 

FCN-Aufsichtsrat und Reporterlegende Günther Koch (GüKo), der das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 am Mittwochabend im Fanradio kommentierte, war sich zu Beginn des zweiten Durchgangs sicher: Das Ding ist durch. Ein Eindruck, den man zu diesem Zeitpunkt teilen konnte. Die erste Hälfte war klar an die Knappen gegangen, Konoplyanka (20.), Huntelaar (31.) und nochmal Konoplyanka (45.) hatten die Blauen in Front gebracht. Doch dann, wie aus dem Nichts, gelang dem Club das 1:3 und es wurde nochmal spannend.

„Ich werd verrückt, ein Tor“, jubelte GüKo, nachdem sich Burgstaller auf der linken Außenbahn durchgetankt und den Ball in die Mitte gebracht hatte, wo Kempe am langen Eck draufhielt und Schalkes Baba anschoss, der die Kugel ins eigene Netz bugsierte (59.). Plötzlich war wieder Leben im Nürnberger Spiel gegen die in den zweiten 45 Minuten lethargischen Gäste. Erstmals in dieser Partie entfachte der Club Druck auf das gegnerische Tor – und das zahlte sich aus. Wieder über links war es in der 66. Minute Behrens, der Fahrt aufnahm, nach innen zog und in den Sechzehnmeterraum eindrang. Dort rauschte Junior Calcara an und grätschte ihn um – Elfmeter!

Und GüKo? Der rastete im Fanradio nun richtig aus. „Strafstoß für Nürnberg. Das ist die Hölle!“, brüllte der 74-Jährige in das Mikrofon. Tatsächlich wurde es ungemütlich für den Bundesligisten aus Gelsenkirchen, denn Kempe verwandelte den Elfer sicher mit einem strammen Flachschuss ins linke untere Eck (68.). Es folgte ein kaum mehr für möglich gehaltenes Aufbäumen beim FCN, man merkte der Truppe von Coach Alois Schwartz an, dass sie sich inzwischen gefunden hat. Doch es reichte nicht mehr für ein drittes Tor. Da half auch aller Enthusiasmus von GüKo („Merkt euch eins, der Teuchert wird noch Nationalspieler, das sage ich euch heute“) nichts.

Insgesamt betrachtet, ging der Sieg für den FC Schalke 04 in Ordnung. Zu fehleranfällig und löchrig hatte sich die wegen Bulthuis‘ Ausfall notgedrungen umformierte Abwehr um die Innenverteidiger Hovland und Mühl präsentiert. Die Gegentreffer durch Konoplyanka fielen beide nach Ecken und hätten durch klugeres Stellungsspiel trotz Klassenunterschied verhindert werden können. Günther Koch machte in seiner Analyse noch einen Schuldigen aus: „Was der Salli hier geboten hat, ist eine Unverschämtheit“, befand der Aufsichtsrat. Auch wenn er mit Salli unserer Ansicht nach hier zu hart ins Gericht ging, hatte er in einer weiteren Äußerung recht: Am Ende fehlte die Kraft.

„Salli, ein vogelwilder Fußballer. Ein Leichtgewicht, 1,70 Meter groß, 55 Kilo. Dunkelhaarig, dunkelhäutig sowieso.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio nach der Einwechslung von Edgar Salli

 

Jetzt sind wir wieder alleiniger Rekordhalter

Nein, das konnten wir uns nicht bieten lassen, dass Arminia Bielefeld genauso oft aus der Bundesliga abgestiegen ist wie wir. Nun ist das endlich repariert. Man kann also auch noch im tiefsten Loch was Positives finden. Das war´s aber auch schon.

Im letzten Spiel auf Schalke lief zwar eine verjüngte und runderneuerte Mannschaft auf. Kapitän Schäfer, Pinola, Plattenhardt und Kiyotake waren nicht dabei. Stattdessen ließ Nachwuchstrainer Prinzen einige seiner Nachwuchskräfte auflaufen. Geändert hat das letztlich alles nichts. Es lief wie immer. Auch auf Schalke. Der Club spielte ein bisschen mit. Doch dann macht irgendeiner wieder einen depperten Fehler, dann liegt man hinten, bricht innerlich zusammen. Wenns gut läuft, geht noch ein Schuss an den Pfosten (diesmal traf den Martin Angha). Doch das Aluminium kann auch den Blick auf die Realitäten verstellen. Trifft das einer, kann er sein Pech bejammern, anstatt seine Unfähigkeit. Josip Drmic traf immerhin noch und bewahrte Roger Prinzen vor der Schmach als Nulltore-Trainer in die an Negetivrekorden nicht gerade arme Clubhistorie einzugehen. 26 Punkte am Ende einer Spielzeit, das müssen künftige Trainer erst einmal toppen. Und damit ist der Club immerhin noch 17. geworden. Und nicht nur der letzte Braunschweig hat mitgespielt, auch der HSV hat verloren. Der Club hätte, wie so oft, nur seine Chance nutzen sollen.

Aber verdient hat diese Mannschaft den Bundesligaverbleib nicht. Ob sie in der Relegation noch eine Chance gehabt hätte, dürfte in dieser Form auch zweifelhaft gewesen sein. Insofern behalten wir wenigstens noch unseren Titel als Relegationsweltmeister.

Doch ich bin schon wieder im Sarkasmusmodus. Dabei weiß ich genau, spätestens morgen bin ich stinksauer. Bayern Meister, Fürth steigt möglicherweise auf, der Club geht runter und ist in Bayern wahrscheinlich bestenfalls noch die Nummer 4. Katastrophaler geht es aus Clubfansicht eigentlich gar nicht mehr. Und wenn man dann daran denkt, mit welcher Laxheit und welcher Einstellung uns die Mannschaft und die Clubführung in diese Situation gebracht haben. Eigentlich ist da nichts, wo man noch Hoffnung draus ziehen kann. Ohnehin wurde diese Fähigkeit bei uns Clubfans in dieser Saison schon überstrapaziert. Jetzt ist mal Schluss! Jetzt sollte es endlich vorbei sein mit dem Sich-in-die-Tasche-lügen und dem In-Watte-packen. Mit Muschis holt man auch in der 2. Liga nichts. Mit diesem Aufsichtsrat, mit diesem Management auch nicht. Und dass wir Fans mit bedingungsloser Liebe da nichts ausgleichen können, das haben wir ja gesehen.

Andererseits: Irgendwer muss die Weichen umstellen. Insofern ist die Lage weitaus bescheidener als bei früheren Abstiegen. Dabei hätte man doch für diesen Fall vorsorgen können. Schließlich ist es nichts Ungewöhliches, dass der Club absteigt. Aber, das wissen wir. Was wissen Bader und die abgetauchten Aufsichtsräte?

Es dürfte spannend werden. Hoffnung will allerdings nicht aufkeimen.

Ohne Sinn ist alles torlos

Warum sollte die Hinrunde anders aufhören als sie die ganze Zeit gelaufen ist? Das Problem ist wahrscheinlich auch unsere Erwartunghaltung. Jedesmal lassen wir uns wieder von den Durchhalteparolen und den Ankündigungen einzelner FCN-Spieler einlullen und gehen hoffnungsvoll in die Partie. Jedesmall ist es dann aber halt wieder nichts.

Nichts? Das stimmt nicht ganz. Die spielen ja nicht schlecht. Man merkt auch, dass sie ihre Lektionen langsam lernen. Inzwischen können sie auch im Nürnberger Stadion das Spiel machen. Inzwischen überbrücken sie das Mittelfeld schneller. Inzwischen stehen sie hinten sicherer (Pinola ist als Innenverteidiger durchaus eine Option). Inzwischen werden auch Chancen reihenweise herausgespielt. Aber gewonnen wird halt nicht.

Ohne Sinn ist nämlich alles torlos. Und ohne Trost alles aluminiumfrei. Es sollte halt einfach auch mal einer reingehen. Sonst steht leider zu befürchten, dass die Mannschaft die Verbeek`schen Instruktionen zwar bald verinnerlicht hat, es jedoch dann bereits zu spät ist. Diesmal haben die Konkurrenten Braunschweig und Freiburg gewonnen. Und so schlecht wie Schalke sich heute präsentiert hat: Solche Mannschaften werden nicht allzu oft in Nürnberg aufkreuzen. Insofern waren es zwei verlorene Punkte.

Immerhin, man muss schließlich das Positive sehen, kommt jetzt die Winterpause. Die haben sich nicht nur die Fans verdient. Auch der Club scheint sie dringend zu brauchen.

Und wenn wir dann noch richtig gut spielen…

3:0 gegen Schalke, fast jeder Schuss ein Treffer, relaxtes Zuschauen, kein Nervenflattern in der Endphase, was will man als Clubfan mehr. Dabei war das jetzt nicht einmal die Offenbarung, was die Mannschaft da ablieferte. Wie würden solche Spiele erst laufen, wenn wir richtig gut spielen würden, wenn nicht jeder dritte oder vierte Pass ein Fehlpass wäre? Gar nicht auszudenken! Am Ende würde das Nürnberg nach Europa führen. Aber wollen wir da hin?

Andererseits: Die Schalker stellten sich aber vor dem Tor auch selten dämlich an. Bezeichnend die Situation als Draxler vor dem Fast leeren Tor noch in den Ball rutscht und ihn nur an den Pfosten semmelt. Kurz danach macht der Club aus dem Nichts das erste Tor. Dem ging eventuell auch noch ein Handspiel (Hand Gottes?) voraus. Während Schalke noch weitere gute Chancen hatte, besaß der Club in der ersten Halbzeit gerade mal eine halbe, bezeichnenderweise auch durch Markus Feulner, der seinen Fuß nicht mehr ganz an eine Flanke von Timothy Chandler hinbekam.

Ein Tor ist 7,32 breit und 2,44 hoch. Für Schalke war das heute zu klein. Für den Club weitgehend ausreichend (Kiyo scheiterte kurz vor dem Ende allerdings auch noch am Aluminium). Und je mehr sich Schalke am Nürnberger Strafraum abmühte und an der massierten Abwehr und am eigenen Unvermögen scheiterte, desto mehr steigerte sich die Effektivität des Clubs. Erst der wieder glänzend aufgelegte Alexander Esswein mit feinem Solo und strammen Schuss und dann Mike Frantz, der ebenso schön einen Konter abschloß, indem er auch noch Gästekeeper Timo Hildebrandt austanzte.

Der Club ist im Augenblick nicht nur unangenehm, sondern auch effektiv. Das früher fehlende Glück ist auch zurückgekehrt. Ein bisschen müssen wir aber auch unseren Schalker Freunden danken. Die haben es uns nicht allzu schwer gemacht.

Eklig, aber nicht erfolgreich

Langsam wird es eng. Dabei geht es, was die Clubleistung angeht, durchaus aufwärts. Auf Schalke war der Club jener eklige Gegner, den Trainer Dieter Hecking vor der Begegnung gefordert hatte. Schon im Mittelfeld machten die FCN-Spieler den Schalkern das Leben schwer. Sich selber aber leider auch. Denn kaum wurde der Ball erobert, war er auch schon wieder weg. Zur Vorgabe eklig spielen gehörte halt nicht: genau passen. So lief der Ball beim Club höchstens mal über zwei oder drei Stationen. Klar, dass da vorne wenig lief. Dabei waren die Champions-League-geschwächten Gegner in der Abwehr keineswegs sattelfest.

Aber wenn die besten Chancen von Spielern wie Pinola oder Cohen abgeschlossen werden, die bekanntlich nicht die gelernten Goalgetter sind, dann wird das nichts. Andererseits war der einzige Stürmer Tomas Pekhart völlig zugestellt und fiel praktisch überhaupt nicht auf. Mike Frantz verletzte sich, wieder einmal, früh. Timo Gebhart hatte immerhin ein paar gute Szenen. Kiyotake hatte zu Beginn eine gute Chance, passt sich aber leider – auch was die Fehlpässe angeht – mehr der restlichen Mannschaft an als umgekehrt. Da geht halt dann schwer was in Richtung Tor. Hinten stand immerhin mit Youngster Rakovsky der beste Mann zwischen den Pfosten. Die paar kleineren Fehler waren eher auf Übermotiviertheit zurückzuführen und nicht gravierend. Beim Tor von Farfan in der 77. Minute gabs nichts zu halten. 92 Minuten volle Konzentration, das bringt die Clubabwehr eben auch an besseren Tagen nicht hin.

Eigentlich hätte der Club durchaus ein Unentschieden in Gelsenkirchen verdient gehabt. Aber so ist das halt, wenn man unten drin steht. Alte Fußballerweisheit! Dummerweise steht der Club jetzt unten noch drinner und beim nächsten Gegner greift endlich der Magath-Effekt, so dass da eine erneute Niederlage zu befürchten ist. Harte Zeiten dräuen. Als Clubfans müssen wir uns wohl in mehrfacher Hinsicht warm anziehen..

Ein Super-Mittwoch

Vielleicht sollte der Club immer mittwochs unter Flutlicht spielen. Dann stellt sich für uns ein ganz ungewohntes Fanerlebnis ein. Nicht mehr zittern, bangen, fluchen, verzweifeln. Nein, relaxtes, zufriedenes Zurücklehnen ist angesagt, unterbrochen durch wiederholtes Jubeln. So soll es sein!

Gut, Schalke spielte heute abend harmlos und unengagiert. Vom Torwart angefangen, der kaum einen Ball hielt, bis zum viel gelobten Sturm, der kaum zu sehen war.

Der Club knüpfte hingegen an die erste Hälfte in Freiburg an. Aus drei Chancen machte er drei Tore. Dabei hatte der FCN gerade einmal 32 Prozent Ballbesitz. Das nennt man kaltschnäuzig.

Besonders Daniel Didavi lieferte ein Klassespiel ab, machte zwei Tore selber und war auch an den anderen beiden beteiligt. Dass der Club dann gleich das vierte Tor nachlegte, nachdem Schalke nach einem Schäfer-Patzer den Anschlusstreffer erzielt hatte, zeigt: Die wollten uns heute nicht zittern sehen. Vielen Dank!

Auch was die Tabelle angeht, ist die Angst einigermaßen gewichen. Im Gegensatz zum Club hat die Abstiegskonkurrenz weitgehend Federn lassen müssen. Ein Supermittwoch also für uns Clubfans!

Feiern werden wir aber erst, wenn auch der letzte Zweifel beseitigt ist.

FCN auf Platz 3 der Blog-Bundesliga

Obwohl der Club in der Bundesligatabelle derzeit gut da steht (Platz 9), im Internet rangiert er sogar noch weiter oben. Beispielsweise, wenn es um die Erwähnung bei Twitter geht. Aber auch bei den Blogs. Bei eBuzzing werden regelmäßig die einflussreichsten Sportblogs präsentiert. Aktuell (März 2012) ist da der Club mit zwei Blogs in den Top 20 vertreten. Auf Platz 13 rangieren die Clubfans-United und auf Platz 20 „die 3 Clubfreunde“ (Juhu!). Wenn man dann noch bedenkt, dass – zum Beispiel auf Platz 1 mit „Trainer Baade“ oder Womansoccer.de auf Platz 7 – auch etliche nicht an Vereinen orientierte Blogs dabei sind, wird die Clubphalanx noch deutlicher.

Gut auf Platz 2 landet das „Königsblog“ (Schalke 04), auf Platz 3 „Der Betze brennt“. Auf 5 ist „Fabulous Sankt Pauli“ zu finden. Wenn man dann auch noch Platz 8 berücksichtigt (St.Pauli News) und 11 (Der Übersteiger), dann müssen wir einräumen, dass St. Pauli blogmäßig noch vor dem FCN liegt. Auch auf Schalke trifft das zu, denn S04 hat noch ein weiteres Blog auf Rang 9 (blogundweiss.de). Der FCN rangiert demnach „nur“ auf Platz 3. Es ist also noch Luft nach oben. Trotzdem: Der Club ist schwer im Kommen, auch was das Internet angeht.

On The Highway To Liga 2

Eigentlich ist es das alte Lied, nur klingt es von mal zu mal trauriger und resignierter. Wieder einmal spielte der Club zunächst auf Augenhöhe mit. Die Mannschaft machte über weiter Strecken keinen schlechten Eindruck. Aber Haltungsnoten zählen eben in der Bundesliga nicht. Dass diesmal mit Daniel Didavi endlich das bislang fehlende Kreativelement von Anfang an dabei war, änderte gar nichts. War in der letzten Saison und zu Beginn dieser Saison noch Euphorie mit dabei, die die größtenteils jüngeren Spieler beflügelte, ist da inzwischen natürlich nichts mehr zu spüren. Jetzt wären Spieler gefragt, die auch einmal ein Spiel entscheiden können, die in ausgeglichenen Begegnungen den Turbo auspacken können, die souverän auf ihre Chance warten und die dann verwerten können. Da hat Schalke beispielsweise Huntelaar oder Raul. Der Club hat niemanden.

Fehlt das Euphorielement geht es halt allein um spielerische Qualität, und da – das muss man leider so konstatieren – ist der Club ein echter Abstiegskandidat. Die Euphorie und die daraus resultierende Spielfreunde kommt halt nicht wieder, wenn man dauernd verliert (inzwischen sind es bereits acht Spiele ohne Sieg). Ein Teufelskreis also, in dem sich der Club befindet. Die Chance besteht da nur darin, dieser Situation ins Auge zu blicken. Das heißt: nicht mehr versuchen, weiter schön auf Augenhöhe mitzuspielen und einen halbwegs passablen Eindruck zu machen, sondern sich halt mal hinten reinstellen, auch mit einem Punkt zufrieden sein, dem Gegner die Lust nehmen, von diesem dann auch mal völlig unterschätzt werden und hin und wieder mit Glück vorne einen versenken. Abstiegskampf halt!

Ob das Trainer Dieter Hecking mit dieser Mannschaft hinbekommt, keine Ahnung! Auf Anhieb fällt mir da nur Almog Cohen als Option ein. Der kämpft in guten Tagen wenigstens. Andererseits, erinnern wir uns an die letzte Abstiegssaison, ein Trainerwechsel und dann einen wie Thomas von Heesen holen, das ist auch keine Lösung.