Dr. Schieber und der Scheich

3582120531Man muss ja aufpassen, dass man keine Beleidigungsklage provoziert oder schuld ist, wenn sich Schiedsrichter was antun. Aber Schiedsrichter Jochen Drees gab heute allen Anlass mal wieder an der Zunft zu zweifeln. Das sah derart offensichtlich nach Schiebung aus, was da in der Münchner AllianzArena abging, dass man fast schon Bedenken äußern möchte. Wenn ich geschmiert werde und die Löwen in der 2. Liga halten will, dann mache ich das doch etwas weniger offensichtlich.

Aber der Reihe nach: 68.500 Zuschauer waren ins Münchner Stadion gekommen. Zweitligarekord und eine Kulisse, die zwar die Wichtigkeit für die Sechziger unterstreicht, aber wenig zur Situation des FCN passen wollte. Da geht nach oben und unten nichts mehr. Da ist eigentlich nur noch geordneter Saisonabschluss angesagt. Halt nicht unangenehm auffallen oder sich gar den Vorwurf einhandeln, Wettbewerbsverzerrung betrieben zu haben.

In der ersten Halbzeit gelang das auch recht gut. Der Club spielte überlegen auf und demonstrierte fast einen Klassenunterschied zu den Löwen, die gehemmt und harmlos wirkten und kurz vor der Pause fast ohne Gegenwehr das 0:1 durch Stark hinnehmen mussten.

In der Pause scheinen dann aber schon die ersten Weichen gestellt worden zu sein. Die Sechziger kamen etwas stärker auf und schafften nach einem Freistoß den Ausgleich. Danach übernahm Dr. Drees das Kommando. Zunächst gab er einen seltsamen Elfmeter für 1860, den Adlung zur Führung versenkte. Danach gab Drees erst den einwandfreien Ausgleich durch Dave Bulthuis, um ihn – angeblich hatte der Linienrichter, freilich zu Unrecht, Abseits erkannt – dann wieder zurückzunehmen. Schließlich schickte er auch noch Javier Pinola mit Gelb-Rot vom Platz, so dass der jetzt zum Saisonabschluss fehlt.

Wahrscheinlich lesen weder Drees noch der DFB, noch viele Kollegen die Tweets zum Spiel. Deswegen vermitteln wir hier mal einen kleinen Eindruck:

Steckt nur im Sturm der Wurm?

mainz.8092061.jpg.8092066In der vergangenen Saison war Mainz 05 nur ganz knapp vor dem Club. Das war in der zweiten Liga. In der ersten Liga trennen die beiden Aufsteiger derzeit Welten. Die Mainzer stehen auf Platz 6, noch vor den Münchner Bayern. Der Club hängt unten drin.

Beim Spiel in Mainz waren „die unseren“ aber nicht unbedingt schlechter (NZ-Bericht). Wenn die Schiedsrichter korrekt agiert hätten, wäre am Ende auch ein Punkt rausgesprungen. Aber wie sagte schon Jürgen Wegmann: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“

Wobei das „kein Glück“ schon etwas relativiert werden muss. Albert Bunjaku hätte mindestens ein Tor machen müssen. Es ist also immer noch das Gleiche wie zu Beginn der Saison: Im Sturm steckt der Wurm. Dass der gleiche Spruch derzeit auch bei den Bayern die Runde macht, obwohl die mit Gomez, Toni und Klose Leute haben, die vom Namen her erste Kategorie sind, kann uns nicht unbedingt beruhigen, gibt aber zu denken. Belegtdies doch auch, dass Geld und große Namen offenbar auch keine Torgarantien sind. Denn selbst wenn der Club alles Geld der Welt hätte, dann wäre er derzeit besser beraten, von den Bayern Daniel van Buyten als Torjäger zu verpflichten und nicht einen Mario Gomez.

Torgefahr kann man nämlich auch als Abwehrspieler ausstrahlen. Beim Club fehlt sie leider vorne wie hinten. Oder, wie bei den Bayern (Stichwort: Kreativloch), in der Mitte. Ob es nur reicht, in der Weihnachtspause einen Stürmer zu verpflichten, das wagen wir deshalb zu bezweifeln.

Zwei Mal Gelb, ist das nicht Rot?

Jetzt ist endlich auch das Video zum Stereo-Gelb von Schiedsrichter Thomas Metzen beim Spiel Mainz gegen St.Pauli online. Da habe ich schon tagelang darauf gewartet. So etwas muss man für die Nachwelt festhalten. Zumal das auch noch Konsequenzen hatte, die über einen DSF-Deppenkommentar hinausgehen. Auch der DFB gab sich gewohnt humorlos und sprach eine Rüge aus. Das übliche Monogelb halt, das beim zweiten Mal zu Rot wird.

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Was das mit dem Club zu tun hat? Nix, bzw.: Irgendwie muss man sich ja ablenken.