Alte Schwachstellen, neuer Soundtrack

Nur schlecht reden möchte den neuen Club auch keiner. Deswegen fangen wir mal mit dem Positiven an. Die erste Halbzeit war durchaus ansehnlich. Der Club praktizierte teilweise Powerplay, entwickelte viel Druck und schnürte den Zweitliga-Siebzehnten aus Hamburg teilweise ein. Allerdings: Richtig gefährlich wurde es vor dem Tor von St. Pauli trotzdem nicht. Irgendein Pass kam immer nicht an und eine Idee, wie der Ball ins Netz finden soll, war letztlich auch nicht erkennbar.

Das könnte man auf das kurzfristige Fehlen von Kevin Möhwald schieben. Aber in den letzten Spielen, als er noch die Fäden im Mittelfeld ziehen sollte, war es leider auch nicht anders. Heute kam allerdings noch hinzu, dass nun Tobias Kempe allein für die Standards verantwortlich war und daraus null Kapital zu ziehen wusste.
weiter lesen

Nur 1:1 beim Schlusslicht

366189949Ausgerechnet beim Tabellenletzten St.Pauli riss die kleine Club-Siegesserie. Am Millerntor gab es nur ein 1:1 nach einem Spiel, das durchaus als seltsam bezeichnet werden kann. Denn eigentlich hatte man nie das Gefühl, der Gegner stünde zu Unrecht im Keller. Das war zwar alles bemüht und von viel Einsatz geprägt, was St. Pauli da ablieferte. Aber eben auch sehr limitiert und fehlerbehaftet. Dass die Hamburger dann trotzdem bereits in der 6. Minute in Führung gingen war einerseits einer Fehlentscheidung (Abseits) vom indisponierten Schiri Harm Osmers zu verdanken, andereseits auch einem eklatanten Komminikationsproblem in der neu formierten FCN-Abwehr. Hovland, Sepsi und Kirschbaum waren sich nicht einig, wer den Ball wegschlägt. Sepsi passte dann einfach zu Buchtmann, der sich mit dem 1:0 revanchierte.

Anders als durch eine solche Blödheit, so schien es, hätte dieser Gegner wohl kaum ein Tor erzielt. Das zog sich eigentlich durchs ganze Spiel. Immerhin dauerte es nicht mal eine Viertelstunde ehe Burgstaller (wer sonst?) nach einer Ecke den Ausgleich markierte. Jetzt, so hofften nicht nur wir, setzt der Club seine spielerische, gedankliche und körperliche Überlegenheit um und nagelt das Schlusslicht am Tabellenende fest. Doch aus der gefühlten Überlegenheit resultierte leider nichts. Auch hier half Schiri Osmers wieder ein bisschen mit, als er nach einer halben Stunde ein klares Handspiel von Hedenstad nicht mit einem Elfer ahndete.

Nun ja, es war noch genug Zeit. Der Club legte aber nicht noch einen Zahn zu, auch der Zeugwart reagierte nicht auf die offensichtlich falsche Stollenwahl. Stattdessen passte sich unsere Mannschaft immer mehr dem Gegner an, produzierte selber Fehlpässe am laufenden Band und agierte planlos und mit Einzelaktionen. Als St. Pauli am Ende nicht mehr konnte, zog der Club brav mit und konnte auch nicht mehr. Auch Trainer Alois Schwartz konnte dann irgendwie nicht und schaffte es nicht, rechtzeitig frische Kräfte auf den nassen Rasen zu bringen. Am Ende hatte dann sogar noch St.Pauli die Riesenchance auf den Siegtreffer. Da musste man sogar noch froh sein über den Punkt. Wobei an diesem Montagabend für den Club wesentlich mehr drin gewesen ist.

Club gewinnt netten Sommerkick

3818787460Diesmal hat der Club seine Hausaufgaben gemacht. Bei bestem Frühsommerwetter, vor 50.000 Zuschauern und gegen einen sympathischen Gegner. Da erledigt man seine Hausaufgaben gerne. Blöd nur, wenn die dann nichts mehr nützen.

Im Parallelspiel in Leipzig besiegten nämlich die Roten Bullen den KSC und machten damit den Aufstieg klar. Der Club hat jetzt also den Relegationsplatz sicher. Die letzten Hoffnungen, doch noch den Direktaufstieg zu schaffen, sind dahin.

Gleich von Beginn an deutete der Club an, dass er gegen den FC St. Pauli nichts anbrennen lassen wollte. Der Dauerdruck auf das von Himmelmann gehütete Pauli-Tor wurde in der 22. Minute belohnt, als Füllkrug den Ball ins Gästetor stocherte. Danach nahm der Club den Druck etwas raus. Was fünf Minuten später beinahe bestraft worden wäre. Den durchgebrochenen Keller konnte Margreitter nur mit einem Foul stoppen. Er wa letzter Mann, was die Rote Karten bedeutet hätte. Schiri Fritz entschied jedoch auf Abseits. Fälschlicherweise. Das war nett.

Danach plätscherte das Spiel dahin. Der Club war überlegen, ohne aber zwingende Chancen herauszuspielen. St. Pauli hoffte auf Konter. Aber beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie sich kein Bein für eine Ergebnisänderung ausreißen wollten.

Beim Club schien es eher darum zu gehen, dass sich vorbelastete Spieler ihre Gelbe abholen, um dann für die Relegation clean zu sein. Irgendwann schien dann auch auf dem Platz die Nachricht durchgedrungen zu sein, dass die Brausekicker gegen den KSC führten. Festhalten konnte man lediglich, dass sich Stieber und Blum, die diesmal in der Startelf auflaufen durften, nicht nachhaltig aufdrängen konnten. Beide wurden nach einer Stunde auch ausgewechselt.

Jetzt kann sich der FCN voll auf die Relegation konzentrieren. Vielleicht ein kleiner Vorteil gegenüber Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt. Dass es der desolate VfB noch packt, bezweifle ich. Wobei wir gegen die sicher die besten Chancen gehabt hätten.

Am ersten Advent gleich vier Lichtlein angezündet

3855106929Da denkst du erst, oje, das wird heute nichts: Der auswärtschwache Club beim relativ souverän aufspielenden Tabellendritten St. Pauli, am Millerntor, wo der FCN seit 21 Jahren kein Tor mehr erzielt hat. Und dann auch noch ohne den gelbgesperrtemn Guido Burgstaller, der bislang meistens beteiligt war, wenn es mal für den Club was Zählbares gab. Die Erwartungshaltung war also niedrig.

Aber dann machte der Club die Wundertüte auf. Selten haben wir Fans derart relaxt ein Spiel verfolgen können. Spätestens nach 53 Minuten hatte sich auch der FC St.Pauli aufgegeben, so dass es diesmal eine fast schon langweilige Schlussphase zu beobachten gab. Nichts mit Nervenflattern und Bibbern bis zum Schlusspfiff. Im Gegenteil: Eine Minute vor Schluss ließ der jahrelang Torlose dann sogar noch den vierten Treffer folgen.

Doch der Reihe nach: Statt Burgstaller sollte diesmal Niclas Füllkrug vorne wirbeln und das tat er dann auch. Während der FC St.Pauli anfangs permanent auf das Gästetor drängte, nutzte der Club seine erste richtige Chance: Mit dem Knie bugsierte Füllkrug den Ball ins Hamburger Gehäuse. Danach verlagerten die Gäste das Geschehen weiter nach vorne. Bereits im Mittelfeld verpufften die meisten FCSP-Angriffe. Der Club kam sogar zu der einen oder anderen Chance und in der 43. Minute war es erneut Füllkrug, der einen Pass des diesmal gut aufgelegten Alessandro Schöpf mitnahm und dann nicht lang fackelte.

2:0 zur Pause. Wer hätte das gedacht? Aber es kam noch besser. Gerade einmal acht Minuten nach Wiederanpfiff machte dann Leibold, erneut auf Pass von Schöpf, den Deckel drauf. Während die St.Pauli-Fans unermüdlich am Anfeuern waren, hatte sich ihre Mannschaft dann wohl in ihr Schicksal gefügt. Dazu trug sicher auch bei, dass sie nie den Schlüssel fand, um die Clubabwehr zu öffnen. Wenn dann doch einmal ein Ball aufs Tor flog, war Raphael Schäfer auf dem Posten. Der Altersteilzeit-Keeper strahlt da die nötige Ruhe aus, die seinen beiden jungen Kollegen (noch, oder dauerhaft?) fehlt.

Hinten den Zahn ziehen und vorne gnadenlos effizient verwandeln, mit diesem Rezept zündete der Club dann am 1. Advent gleich vier Lichtlein an. Dass der Auswärtssieg gegen eine Mannschaft gelang, die bislang oben rangierte und auch noch als relativ heimstark gilt, lässt auf einmal wieder Aufstiegsträume blühen. Immerhin ist der Club inzwischen bereits auf Platz 6 geklettert und hat sogar die Kräuterkicker dank des besseren Torverhältnisses überholt. Die 2. Liga ist zwar relativ ausgeglichen und viel hängt da an Kleinigkeiten. Dennoch könnte es sein, dass wir mal schreiben: Der 1. Advent war der Knackpunkt, da wurden die Weichen zur Aufholjagd gestellt.

Ladehemmung für Meeske?

pauliSchon als ich die komischen FCN-Reaktionen auf das links abgebildete Ansinnen von St.Pauli las, dachte ich: Da haben sie wieder mal was abgekartet. Typisch Club. Wenn man schon kein Geld hat und kein Konto in der Schweiz, muss man halt mit Punkten handeln. Jetzt holen sie damit den Michael Meeske als Finanzvorstand und der kann dann die bislang fehlenden Voraussetzungen schaffen…

Aber da hatte ich das Spiel noch nicht gesehen. Das Unvermögen, das mir da entgegengähnte, ließ mich rasch umdenken. Auch perfiede Pläne bauen auf Kompetenzen auf. Die fehlen der Clubmannschaft aber völlig. Die Ladehemmung, die sie offenbart, wird langsam nachgerade peinlich. Auch die in letzter Zeit häufig verbreitete Auffassung, die Mannschaft spiele gut, belohne sich nur nicht, drängte sich beim Hamburger Stadtteilclub nicht auf. Letzterer spielte lediglich ebenso kläglich wie wir und deswegen sah der Club nicht ganz so schlecht und alles bis kurz vor Schluss nach einer Nullnummer aus. Doch dann fand St.Pauli in der letzten Spielminute doch noch zum Wesen des Spiels zurück, das wir leider völlig aus dem Auge verloren haben.

Woran es diesmal gelegen hat? Vielleicht war der Flug unruhig? Vielleicht haben die abgesagte und dann doch stattgefundene Aufsichstratssitzung zu stark gestresst? Vielleicht hat die medizinische Abteilung…..

Doch Scherz beiseite: Beim Club zieht sich die Misere von ganz oben bis zum jeweiligen gegnerischen Strafraum. Die Saison ist offensichtlich schon abgehakt. Hoffnung, dass es in der nächsten besser werden könnte, stellt sich leider auch nicht ein – selbst, wenn wir jetzt Meeske verpflichten können.