Das giltet nicht!

Nicht, dass wir dem FC St.Pauli und dessen Fans nicht mal ein Erfolgserlebnis gönnen würden. Aber doch nicht gegen den Club. Und dann noch so glücklich. Also nein! Das giltet nicht!
Wobei das aus anderen Gründen nicht gilt. Denn trotz allem ist uns natürlich klar: Wer die mehreren Tore schießt, der gewinnt. Und am Millerntor galt dann auch noch eine andere, eigentlich verschollen geglaubte, Fußballerregel: drei Ecken, ein Tor.

Doch der Reihe nach: Der Club war die ersten 45 (!) Minuten die bessere Mannschaft, spielte überlegen, hatte in Hamburg alles im Griff, schaffte es nur nicht, den letzten Pass an den Mann zu bringen um so Torgefahr zu erzeugen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit waren die Spieler dann wohl schon in der Kabine, überlegten, ob sie den Pausentee mit braunen oder weißen Zucker einnehmen sollen und was das Vergnügungsprogramm am Abend noch so alles bieten könnte. Tja, und da machte dann die scheinbar unterlegene Mannschaft das Tor. Nach einer Ecke.

Nach der Pause kam der Club wieder – schließlich lachte ja das Vergnügungsprogramm – erzielte schnell den Ausgleich (Ekici, er hatte wie Schieber gegen den VfB, ein Tor versprochen) und ließ es dann erneut ruhiger angehen. Prompt lag Pauli wieder vorn, wieder nach einer Ecke. Dann abermals der Club, offenbar brauchte er immer erst einen Rückstand um zu einer gewissen Zielstrebigkeit zu finden. Aber wer dachte, nun werden sie ihre Lektion gelernt haben, der sah sich getäuscht. Pauli schob erneut einen Treffer nach, diesmal zur Abwechslung nicht nach einer Ecke. Danach war wohl die Zeit zu kurz für den Ausgleich.

Im Grunde genommen hat der Club nicht schlecht gespielt, sondern sich nur durch rätselhafte Fehler bei Standards auf die Verliererstraße gebracht. Gerade die so gepriesene Abwehr, die bislang die wenigsten Tore in der Bundesliga zugelassen hatte, patzte unverständlicherweise.

Unverständlicherweise? Nein! Man muss sich nur anschauen, wie sich die St.Pauli-Kicker bei Ecken dopen, wie sie mit ihren Eckfahnen sensible, junge Kollegen verängstigen. So geht das nicht! Jeder Scheiß wird vom DFB geahndet. Wenn einer beim Jubel nur mal das T-Shirt lüftet, gibt´s gleich ne Karte. Wenn Trainer Hecking am Spielfeldrand der Ball verspringt, werden 3000 Euro Strafe verlangt und sowas ist erlaubt? Nicht bloß, dass da Spieler eingeschüchtert werden, da schauen doch auch Kinder zu! Alles was recht ist, das Spiel muss wiederholt werden!

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Ein Freilos gegen St. Pauli

Die Saison war ja bisher relativ nervenschonend, dümpelte der ansonsten doch stets im Aufstiegs- oder Abstiegskampf steckende FCN doch im gehobenen Mittelmaß vor sich hin. Zwar war der Kontakt zur Spitzengruppe nie ganz abgerissen, doch es sah lange nicht so aus, als würde die Oenning-Elf wirklich in der finalen Saisonphase noch um den Aufstieg mitspielen. Nun, nach vier Siegen in Serie, ist alles anders. Gegen St. Pauli wäre sogar der Sprung auf Platz zwei drin. Und vorbei ist es mit der gemütlichen Saison im Niemandsland.

Ich werde mir das Duell mit dem Kiez-Klub von der Haupttribüne aus zu Gemüte führen. Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur  hat zwei Tickets unter Journalisten verlost und ich war einer der glücklichen Gewinner. Jetzt hoff ich mal, dass sich der Gewinn nicht als trojanisches Pferd entpuppt und der Club ausgerechnet, wenn ich nach längerer Absenz mal wieder dabei bin, ein Waterloo erleidet…Aber eigentlich geht es für Pauli doch um nichts mehr. Vielleicht denken die Hamburger ja an das Jahr 2001. Da hat der als Zweitliga-Meister feststehende FCN das letzte Spiel gnädig mit 1:2 gegen die Jungs von der Reeperbahn verloren und den St. Paulianern damit den Mitaufstieg ermöglicht. Danach feierten Club- und Pauli-Fans gemeinsam. Zeit, sich zu revanchieren, oder, FC St. Pauli?