Der Unantastbare muss die Tore machen!

20100801 1. FCN - AntalyasporSo, Ende der Funkstille. Der Countdown für die neue Spielzeit läuft und die Club-Freunde sind zurück. Demnächst werden wir noch an dieser Stelle eine Bilanz der personellen Fluktuation ziehen. Aber ein Problem soll vorweg angesprochen werden. Wer schießt bitte 2010/11 die Tore für den Ruhmreichen? Eine Boulevardzeitung verhöhnte den Club kürzlich als „FC Trifftnix“, und so unrecht haben die Kollegen nicht. Wir wollen ja nicht schwarzmalen, aber im Angriff schaut es momentan nicht gut aus.
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Der Club-Sturm ist weltmeisterlich

Gerade einmal 32 Tore erzielte der Club in der vergangenen Saison. Die wenigsten in der ersten Liga. Nicht sonderlich überraschend haben daher nicht nur wir fast permanent die Sturmmisere des FCN beklagt. Dass nun gleich drei Clubstürmer (da liegen wir bei den Bundesligavereinen ganz vorne) für die Fußball-WM in Südafrika nominiert wurden, mutet da schon fast wie ein Witz an. Aber was den Club angeht, da sind Dinge, die andere als Witz abtun würden, Normalität.

Lassen wir uns also überraschen, wie und ob Angelos Charisteas (Griechenland), Eric Choupo-Moting (Kamerun) und der jetzt nachnominierte Albert Bunjaku (Schweiz) für ihre Nationalmannschaften treffen. Wobei Choupo-Moting wohl eh nicht mehr für den Club spielen dürfte, und Charisteas, sofern sich ein Interessent findet, genausowenig.

Immerhin ermöglichen uns die drei (theoretisch könnte man sogar noch den für Australien spielenden Dario Vidosic mit aufführen), im Clubfreunde-Blog einen WM-Beitrag zu schreiben. Ansonsten werden unsere Ergüsse zur Weltmeisterschaft im neuen NZ-WM-Blog zu finden sein, das wir Euch hiermit für die nächsten Wochen wärmstens ans Herz legen.
20100516 Charisteasurn:newsml:dpa.com:20090101:100513-10-1130320100516 Judt und Bunjaku

Neuer Trainer, alte Leier

urn:newsml:dpa.com:20090101:100117-10-11941Es erinnert irgendwie an den Auftakt dieser Saison. Auch da hatten viele hohe Erwartungen, der Club hatte gegen zweitklassige Gegner gut ausgesehen, den Kader hatte man sich schön geredet und Kritiker wurden niedergebügelt. Doch dann gab´s eine Niederlage gegen Schalke. Zum Auftakt hieß es am Schluss 1:2. Jetzt verlor der Club 0:1.

Beim Spiel auf Schalke kam zwar auch Pech dazu (zwei Pfostenschüsse). Dennoch ist das Ergebnis eigentlich trostloser als das im Hinspiel, denn inzwischen ist es das 5. Match in Folge, in dem der Club kein Tor erzielt hat. Gegen Schalke hat der neue Trainer Hecking also mit den alten Problemen zu kämpfen. Mit Charisteas, Gygax, Bunjaku, Mintal, Eigler und Choupo-Moting hat er insgesamt sechs Stürmer aufs Feld geschickt (natürlich nicht alle gleichzeitig, aber auch das hätte wohl kaum etwas genutzt): ohne Erfolg. Nun wird also wieder die alte Platte aufgelegt: es hapert im Sturm!

In der Winterpause hatte die Clubführung diese Platte vorübergehend ins Regal gestellt und behauptet, es fehlt ein gescheiter Sechser. Ich würde aber mal sagen: Wenn vorne keiner trifft, ja nicht einmal ein bisschen Angst beim Gegner verbreitet, dann schaut nicht nur jeder Sechser schlecht aus, sondern auch jeder Einser, Zweier, Dreier, Vierer oder Fünfer. Dann kannst Du höchstens auf 0:0 spielen, und dies -. das müsste jeder halbwegs intelligente Eins-bis-Sechser wissen – reicht halt nicht mehr zum Klassenerhalt. Da müssen „Dreier“ und deshalb Tore her.

Beim Hinspiel gegen Schalke haben wir prophezeit, der Club werde gegen den Abstieg spielen und dafür Prügel bezogen. Diesmal prophezeien wir nicht, dass der Club wohl der erste Absteiger sein wird. Wir möchten nicht schon wieder recht haben.

Spaß macht das alles zur Zeit jedenfalls nicht mehr. Und wenn sich Fans ins Off verabschieden, wundert uns das nicht. Aber keine Angst, wir bleiben trotzdem dran, wir sind schließlicch Kummer gewohnt.

Weiß eigentlich jemand, was die längste torlose Periode einer Erstligamannschaft war? Das wäre doch ein Rekord, der dem Club noch fehlt.

Brave Babyschritte und etwas Pech

Im Gegensatz zu manchen notorischen Euphorikern haben wir den Sieg gegen die schwache Hertha nicht überbewertet. Deswegen war es für uns kaum überraschend, dass der Club nach der Niederlage im Pokal auch in der Bundesliga gegen den „Retortenverein“ Hoffenheim den Kürzeren zog. Nicht überraschend war auch, dass sich wieder einmal zeigte: Dem Club fehlt es an Durchschlagskraft im Sturm. Es fehlt ihm aber auch – und das nicht nur vorne – an Esprit, Inspiration und Einfallsreichtum. Das ist alles zu brav, zu berechenbar…..zu sozialdemokratisch. Ein Weitschuss von Pinola, eine Chance für Mintal, eigentlich wars das, was man als Gefahr für das Hoffenheimer Tor bezeichnen konnte.

Gut, für das Foul an Bunjaku hätte man Elfer geben können. Gut, das 1:0 war ein Sonntagsschuss, also Pech (siehe Video). Daher war das Spiel in Hoffenheim, trotz des klareren Ergebnisses, eigentlich eine Steigerung gegenüber dem Pokalspiel, wo der Club eine Klasse schlechter war. Somit war das Spiel ein weiterer, kleiner Schritt auf dem Weg zur Erstligareife. Möglicherweise sind diese Schritte und die Saison aber einfach zu kurz, als dass es am Ende zum Klassenerhalt reichen kann.
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Nicht treffen hat auch Vorzüge

Wir als geborene Autodidakten in Sachen psychologische Sperren, haben uns einmal Gedanken gemacht, wie man die Hemmungen der Clubspieler im und um den gegnerischen Strafraum lösen könnte. Am besten löst man Verklemmungen, indem man deren Vorzüge aufzeigt. Es ist nämlich keineswegs gut, immer einzunetzen, wie dieses Video beweist:
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Der Club braucht Künstler

Also gut, der Club will sich nicht verstärken – auch wenn die Fans das wollen. Ist zumindest konsequent. Zumal es ja nicht nur um die Nachfrage, sondern auch darum geht, ob es für das vorhandene Geld Angebote gibt. Dabei – und das haben unsere Kollegen bei den Clubfans-United sehr richtig angemerkt – muss man auch die Auswirkungen auf die FCN-Youngsters berücksichtigen. Aufbauend ist das für die bestimmt nicht, wenn man ihnen nach drei Spielen auf diese Weise gleich wieder das Vertrauen entzieht (und wahrscheinlich hat man ihnen auch anderes in Aussicht gestellt, als auf der Bank zu sitzen).

So weit, so vernünftig! Trotzdem hätten wir schon gern auch mal einem echten Fußballkünstler im Stadion bei der Arbeit zugesehen – oder jemandem, der den Ball einfach öfter mal reinhaut.

Dass so etwas nicht völlig illusorisch ist, beweist dieses Video. Der Mann heißt Jeremy Lynch, hat mal für den FC Arsenal gespielt und ist nach unseren Erkenntnissen ablösefrei. Vielleicht ließe er sich überzeugen, wenn ihm Oenning – von Künstler zu Künstler – ein bisschen Chopin vorspielt 😉
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via Fuvi-Blog

Harry-Initiative am Ziel

CharisteasSo schnell kann es gehen. gestern war er noch der ungeliebte Kostgänger, den man möglichst schnell loswerden wollte, doch nach dem Frankfurt-Spiel ist Angelos Charisteas plötzlich der Club-Hoffnungsträger. Nach seiner Einwechslung machte er enormen Wirbel und bereitete das Tor seines Sturmpartners Bunjaku vor. Die Initiative „Gebt-Harry-eine-Chance„, die in den letzten Monaten eher belächelt wurde, scheint also urplötzlich am Ziel angekommen zu sein. Trainer Michael Oenning hat jedenfalls durchblicken lassen, dass er das nächste Mal Harry und Bunjaku in der Startelf bringen und Boakye und Eigler auf die Bank setzen wird.
Nach dem Erfolg der Harry-Kampagne halten wir es für an der Zeit, die Initiative „Gebt-Vidosic-eine-Chance“ anzuregen. Wir können uns aber durchaus auch vorstellen, dass Ähnliches bald für Eigler und Boakye passiert.

Meine Kontaktlinsen sind verrutscht

Die Diskussion, ob unser Club für ein Kernkraftunternehmen wie Areva Werbung machen sollte, wollen wir hier nicht noch einmal aufwärmen. In den heutigen Presseorganen sieht man jedenfalls, dass sich ein solcher Sponsor nicht umsonst engagiert und die Fußballprofis gerne dazu benutzt, um von aktuellen Krisenmeldungen abzulenken. Auf unserem Bild wird zusätzlich deutlich, dass man sich Kernenergie offenbar auch schön trinken kann. Doch, wie gesagt, darum geht es gar nicht.

Vielmehr hat Club-Trainer Oenning bei diesem PR-Termin eine recht eigenwillige Erklärung für das Fehlen einiger Spieler genannt. Die seien zwar auch mit nach Erlangen gefahren, nicht jedoch um sich den Hersteller von Kernkraftwerken anzuschauen, sondern um zum Augenarzt zu gehen.

Mal unterstellt, dass dies keine Schutzbehauptung war, um nicht zugeben zu müssen, dass es unter den Spielern auch AKW-Gegner gibt, die so einen Good-Will-Termin nicht mitmachen wollen, heißt das doch: Wir wissen jetzt, warum der Club so wenig Tore schießt (und zudem bedeutet das wohl auch: In Nürnberg gibt es keine gescheiten Augenärzte).

Wenn künftig einem Stürmer so etwas passiert:

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dann hat er immerhin auch eine prima Ausrede: Meine Kontaktlinsen sind verrutscht.

Harry weg, Stürmerproblem da

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Ein Eckball in der 57 Minuten: Der portugiesische Torwart Ricardo irrt im Fünf-Meter-Raum herum, doch der griechische Schädel stößt zu. Der Kopfball war der einzige Torschuss von Angelos Charisteas im EM-Endspiel 2004 Griechenland-Portugal. Doch bekanntermaßen traf der Stürmer und Euro-Harry ward geboren.

Sein erster Einsatz beim Club war ein Testspiel gegen den FSV Erlangen-Bruck am 11. Juli 2007; nach 18 Minuten traf der Grieche zum 1:0. Was verheißungsvoll begann, wurde schnell zur Tragikomödie. Ein Begriff, der ja einst von den Griechen erfunden wurde. Jetzt wechselt Charisteas zumindest für ein halbes Jahr nach Leverkusen und nicht mal der Wirt meines Stammgriechen trägt Trauer.

Auch Mario Breska zieht kurz vor Ende der Transferperiode weiter, immerhin einst auch als Offensivkraft geholt. Bleiben also Eigler und Boakye übrig, zwei Stürmer sind nicht gerade üppig. Vielleicht kommt ja noch Albert Bunjaku, immerhin ein erfolgreicher Drittligaspieler. Klingt sehr nach kontrollierter Offensive.

Scheinbar wollen Michael Oenning und Martin Bader unbedingt, dass hinten die Null steht. Um aufzusteigen braucht es halt wieder einen starken Marek Mintal.