Feuerwehr unterbrach Diskussionsrunde

Braucht der Club in der neuen Saison einen Feuerwehrmann? So werden im Branchenjargon jene Trainer bezeichnet, die kurzfristig einspringen, um eine in arge Abstiegsnöte geratene Mannschaft doch noch vor dem Gang in die tiefere Etage zu bewahren. Am Donnerstag im Südpunkt tauchten indes echte, leibhaftige Feuerwehrleute auf. Ein entsprechender Alarm war losgegangen und unterbrach die Diskussionsrunde mit Club-Altstar Heiner Müller, Rainer Zietsch, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, und Co-Trainer Dirk Bremser jäh. Zuvor hatten sich die drei mit Moderator Markus Löser unter dem Motto „Aus der Not eine Jugend machen?“ angeregt über die Nachwuchsförderung einst und jetzt unterhalten.

Als Müller, der Meister von 1961, noch aktiv war, war es beinahe logisch, dass Nachwuchsleute aus dem eigenen Verein oder zumindest aus Nürnberg kamen und in die erste Elf integriert wurden. In jener Mannschaft, die das Finale um die Deutsche Meisterschaft vor 50 Jahren mit 3:0 gegen Borussia Dortmund gewann, standen mit Müller (TSV Roth), Joe Zenger (FC Herzogenaurach) und Roland Wabra (SV Unterreichenbach) nur drei Akteure, die ihre fußballerischen Wurzeln nicht in der Frankenmetropole hatten. Als „die Bäuerle“ galten die Kicker vom Lande damals in der Mannschaft, erzählte Müller.

Dirk Bremser gehört zur Kategorie „Prophet im eigenen Lande“: Beim VfL Bochum wurde er ausgebildet, aber der VfL hatte letztlich keine Verwendung für das Talent, das in der Bundesliga in den 90ern  für Duisburg und Uerdingen aktiv war.

Rainer Zietsch spielte von 1991 bis 1996 für den Club und leitet seit 2006 das Nachwuchsleistungszentrum, aus dem zuletzt so viele hoffnungsvolle Talente wie Plattenhardt, Chandler, Mendler oder Wießmeier hervorgingen. Zietsch betonte, wie sehr der Verein nicht nur auf die spieltechnischen Fertigkeiten, sondern auch auf das Sozialverhalten der Jungs achtet. „Ein Marvin Plattenhardt gehörte vergangene Saison schon zu den Profis, aber er war sich auch nicht zu schade, auch noch in der U19 zu spielen.“ Solche Akteure würden dem Club weiterhelfen. Zietsch schilderte auch, wie sehr mittlerweile schon um 15-Jährige geworben wird. Ganze Familien würden deshalb etwa von Berlin nach Hoffenheim ziehen.  Der Club will sich an solchen Werbemaßnahmen aber nicht beteiligen, sagte Zietsch.

Und dann ging mitten in der Debatte der Feueralarm los und ein großes Löschauto rückte an. Allerdings war es ein Fehlalarm. Wegen einer technischen Störung ging der allerdings wenig später gleich wieder los. Und so musste Löser die Debatte abbrechen und die Experten konnten nicht mehr ihren Tipp loswerden, was sie vom Club in der neuen Spielzeit erwarten. Doch sicher hoffen alle, dass er keine Feuerwehrleute braucht.