Same Procedure

Die Woche:

  • Der heutige Gast aus Hamburg bescherte uns auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Tim Leibold. Dessen Doch-Abgang, nachdem er zuvor noch Treuebekenntnisse abgegeben hatte, war, sagen wir mal, unglücklich inszeniert. Im Vorfeld hatte deshalb sein ehemaliger WG-Kumpel Sebastian Kerk ein gutes Wort für ihn eingelegt. Geholfen hat es nichts: Leibold wurde bei jeder Aktion ausgepfiffen.
  • Fast die halbe Belegschaft von Radio Gong arbeitet mittlerweile nebenbei beim FCN. Guido Seibelt wird neuerdings von seinem Kollegen Sebastian Wendl als Stadionsprecher unterstützt. Gut, dass bei Privatradios die Unabhängigkeit der journalistischen Mitarbeiter nicht allzu groß geschrieben wird.
  • Am Spielfeldrand soll beim Club künftig Gleichberechtigung herrschen. Neben den Balljungen sollen auch Ballmädchen zum Einsatz kommen. Ist zwar nur eine schlecht entlohnte Hilfstätigkeit, aber immerhin!
  • Edgar Salli spielt jetzt bei Sepsi. Der gleichnamige Ex-Clubspieler ist dort freilich nicht aktiv, sondern bei Universitatea Cluj. Das ist aber ebenfalls ein rumänischer Erstligaverein.
  • Ist der FCN-Kader aufgebläht? Obwohl sich (zugegeben, einfache Additionen sind da etwas schwierig) Zugänge und Abgänge in etwa die Waage halten, hatte die Bildzeitung spekuliert, der Club müsse noch einige Spieler abgeben. „Müssen“ stimmt wohl nicht. Dennoch könnte es noch den einen oder anderen Abschied geben, falls sich Interessenten finden. Zumal jinziwschen auch die lange angekündigte Kreativkraft fürs Mittelfeld gefunden wurde: der aus Schweinfurt stammende und zuletzt für den 1.FC Köln spielende, inzwischen aber vertragslose Johannes Geis.

Das Spiel:

In der zweiten Liga halten manche Aussagen höchstens mal eine Woche. Zum Beispiel die, dass die Clubabwehr sicher steht. Gegen den HSV hielt die Null gerade einmal 12 Minuten. Dann war es ausgerechnet der nach Hamburg gewechselte Tim Leibold, der auf Links Dampf machte, nach innen zu Dudziak flankte, der mit einer kurzen Drehung Sörensen aussteigen ließ und den Ball zum 1:0 ins Clubtor zirkelte.

Danach versuchte der Club, der bislang nach vorne überhaupt nichts zustande brachte, wenigstens offensiver zu werden. Aber so richtig gefährlich war das alles nicht. Nach einer halben Stunde zeigten die Gäste, wie das geht. Erneut war es Leibold, der kurz vor der Strafraumgrenze einen Freistoß herausholte. In der Mauer standen auch drei weiße Hamburger, die den zuvor noch hochgelobten Mathenia wohl irritierten. Sie stellten sich dem Ball nämlich nicht in den Weg, sondern duckten sich weg. Mathenia kam zu spät und der von Kittel getretene Freistoß landete zum 2:0 im Clubtor. Trainer Canadi reagierte prompt und brachte Ishak als zweiten Stürmer neben dem blassen Dovedan. Abgesehen von einem Abseitstor durch Behrens war das Sturmspiel des FCN aber weitgehend von Harmlosigkeit geprägt.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Denn nun kamen Erinnerungen an die peinlichen Klatschen im einjährigen Erstligagastspiel auf. Vorne agierte der Club weiter hilf- und planlos. Bezeichnend der Auftritt von Ishak, der schon nach dem ersten Ballverlust nur noch mit hängenden Schultern durch die HSV-Hälfte geisterte. Hinten lieferte Georg Margreitter das Gegenstück. Offenbar hatte HSV-Trainer Dieter Hecking schon vorher die Parole ausgegeben: den braucht ihr nicht stören. Prompt schien sich beim Clubverteidiger Verunsicherung einzustellen.

Ach so, Tore fielen in der zweiten Hälfte auch. In der 72. Minute hämmerte Narey den Ball zum 3:0 ins linke Eck. Nicht mal zehn Minuten später gab es noch das 4:0 (Eigentor Handwerker). Dazu rettete Mathenia noch zwei Mal bravourös. Insofern geht die Niederlage auch in der Höhe in Ordnung.

Jedenfalls wurde deutlich: Man kann auch in der zweiten Liga den gleichen Grottenkick abliefern wie in der ersten. Man kann dort auch einbrechen. Selbst gegen Mannschaften, die, wie der HSV heute, nicht brillieren oder Klassefußball zelebrieren.

Hoffen wir, dass die notwendigen Schlüsse draus gezogen werden. Immerhin haben wir die Favoritenbürde los. So wird das nämlich mit dem Wiederaufstieg nichts.

Ein Vorletztes:

Beim Auftaktspiel gegen Dresden haben die Nürnberger Fans sich ein bisschen Häme in Richtung des Aufstiegskonkurrenten VfB Stuttgart und dessen zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Dietrich nicht verkneifen können. „Dietrich, der erste Mann, der über das WLAN-Kabel gestolpert ist“, hieß es auf dem Transparent. Für ähnliche Peinlichkeiten war – die Älteren erinnern sich – früher eigentlich ein anderer (der) Club bekannt.

Ein Letztes:

…und hier noch ein Video, das zeigt, warum man die Schalke-Fans gern haben muss.

Mission gestartet

Die Woche:

  • Sorry für die Verspätung! Aber langfristige Reiseplanung und die Fahrstuhlaffinitäten der eigenen Mannschaft lassen sich nicht immer gut vereinbaren. Sprich: Wer denkt denn nach einem Heimsieg gegen Düsseldorf daran, dass der Club schon wieder im Juli ran muss?
  • In der 2. Liga bekommt der Fernsehzuschauer wenigstens alle Spiele aus einer Hand (Sky) serviert. Allerdings geschieht das inzwischen so lieb- und emotionslos, dass dagegen selbst die Wettervorhersage einem Gefühlsausbruch ähnelt. Lasst es halt bleiben, wenn ihr keine Lust habt!
  • Was bei Sky an Enthusiasmus fehlt, wird im Textilbereich (Umbro) wieder ausgeglichen. Da gerät die Vorstellung des Heimtrikots im neuen Clubhaus schon zum Megaevent. Allerdings ist der Club hier bloß Teil eines neuen, lukrativen Geschäftsfeldes. Insgesamt drei neue Trikots werden in dieser Saison angeboten. Bei einem Preis von 84,95 Euro pro Stück, darf sich der Käufer dann fast schon Sponsor nennen.

Das Spiel:

Am Beton in Liga 1 hatte sich der Club die Zähne ausgebissen. Aber auch die 2. Liga ist hartes Brot. Gottseidank ist unsere Erinnerung daran noch frisch. Man braucht da vorne ein bisschen Glück und ein Überraschungsmoment um ein Tor zu erzielen und hinten einen Mathenia zwischen den Pfosten,.

Gegen Dynamo Dresden wurde dennoch offensichtlich, dass beim FCN noch längst nicht alles stimmt. Die Abwehr präsentierte sich zwar weitgehend sattelfest. Aber im Kreativbereich haperte es doch noch ziemlich (Jäger und Behrens sind da allerdings auch die falschen Leute dafür). Da reichte ein lichter Moment zweier Neuzugänge (Sorg flankte in der 53. Minute auf Dovedan, der den Ball per Kopf zum Siegtreffer im Dresdner Gehäuse unterbrachte).

Die Hausherren hatten jenen einen lichten Moment nicht und gingen so als Verlieren vom Platz. Ableiten lässt sich über die Spielstärke der neu formierten Clubmannschaft daher noch nicht viel. Aber wer auch durchwachsene Spiele erfolgreich abschließen kann, der ist mit Sicherheit am Ende oben mit dabei und kann die Mission Wiederaufstieg vielleicht schon in dieser Saison abschließen.

Ein Letztes:

Unterwandert:

Zum Saisonstart

  • Selbst in spielfreien Zeiten wird der Clubfan mit ausreichend Lektüre beglückt. Die Substanz kann zwar nicht mit der Menge Schritt halten. Aber wenn ein Verlag einem Journalisten schon den Auslandsaufenthalt im österreichischen Trainingslager bezahlt, dann muss eben auch geliefert werden. Zum Ausgleich haben wir uns in vornehmer Zurückhaltung geübt und kommen erst jetzt – nachdem sich der Nebel gelichtet hat – zurück.
  • Neun neue Spieler hat der FCN verpflichten können. Der teuerste (2,5 Millionen) war Nikola Dovedan (offensives Mittelfeld) vom 1. FC Heidenheim. 2 Mio. soll Rechtsaußen Iuri Medeiros von Sporting Lissabon gekostet haben, wo auch der – leider inzwischen wieder zurückgekehrte, aber von Schalke 04 umgarnte – Matheus Pereira kickt. Für jeweils eine halbe Million wechselten Robin Hack (Linksaußen aus Hoffenheim) und Asger Sörensen (Innenverteidiger aus Salzburg) nach Nürnberg. 450.000 Euro kostete Fabian Schleusener (Stürmer vom SC Freiburg). Für Linksverteidiger Tim Handwerker flossen 300.000 Euro nach Köln. Ablösefrei konnte sich der Club zuvor schon Felix Lohkemper (Mittelstürmer vom FC Magdeburg), Oliver Sorg (Rechtsverteidigeer von Mitabsteiger Hannover 96) und Andreas Lukse (Ersatz für Keeper Mathenia von Trainer Canadis früheren Verein SCR Altach) schnappen.
  • Allerdings hatte der Club auch einige – mehr oder weniger – schmerzliche Abgänge zu verzeichnen. Ewerton und Tim Leibold werden künftig den Aufstiegskonkurrenten HSV unterstützen. Ebenfalls zur Konkurrenz (VfB Stuttgart) wechselte Fabian Bredlow. Eduard Löwen wird bei Hertha BSC weiter in der ersten Liga aktiv sein. Immerhin elf Millionen Euro brachten diese Abgänge dem FCN ein, so dass – Stand jetzt – ein Transferplus vor rund fünf Millionen bleibt. Zu ihren Stammvereinen zurück kehrten die Leihspieler Robert Bauer (Werder Bremen), Timothy Tillman (FC Bayern), Yuya Kubo (KAA Gent) und der bereits erwähnte Matheus Pereira (Sporting Lissabon). Noch unklar ist, wo Ivo Ilicevic und Edgar Salli landen. Bei beiden ist der Vertrag ausgelaufen.
  • Die Testspiel-Bilanz ist eher durchwachsen. Peinlichen Niederlagen gegen Bayreuth und Basel stand zum Schluss immerhin ein achtbares 1:1 gegen Paris Saint-Germain gegenüber. Eher im Zeichen der Fanfreundschaft stand das Spiel gegen Rapid Wien. Dass es eine 1:2-Niederlage gab, spielte da eine untergeordnete Rolle. Andererseits wissen wir nicht nur aus dem letzten Jahr, dass die Zahl der Testspielerfolge kaum Rückschlüsse auf den Saisonverlauf zulässt. Ernst wird es erst am Samstag in Dresden. Zumindest zeigt das Transfergeschehen, dass der Club hinter den Mitabsteigern und Fastaufsteiger HSV rangiert. Insofern ist es sicher nicht verkehrt, dass Neu-Trainer Damir Canadi zwei Jahre für den Wiederaufstieg eingeräumt werden.
  • Was das nichtspielende Personal angeht, hat sich die angekündigte Zusammenarbeit mit Peter Hermann leider zerschlagen. Dafür wurde die in der Vergangenheit häufig bemängelte Einbindung früherer Clubspieler vorangetrieben, neben Tomas Galasek und Dieter Frey ist jetzt auch Andreas Wolf fest am Valznerweiher engagiert. Apropos Wolf. Der war nicht immer nur der resolute Abräumer, sondern machte in seiner aktiven Zeit auch einige Verunsicherungsphasen durch, weshalb die Clubfreunde damals an die eher unrühmliche Mentalcoachperiode beim FCN erinnerten. Der kehrte jetzt zum zwischenzeitlich verpönten „Psychoquatsch“ zurück und ließ im Trainingslager zwei „Teambuilder“ aufmarschieren.
  • Im Testspiel gegen Paris brillierte mit Federico Palacios ausgerechnet einer, dem beim Club keine bedeutende Rolle zugedacht war. Zudem standen mit Hack und Sörensen lediglich zwei Neuzugänge auf dem Platz. Entweder ist also noch einiges an Integrationsarbeit zu leisten oder es erweist sich, dass der zweite Anzug (Canadi setzt da auch auf seinen bislang kaum eingesetzten Landsmann Lukas Jäger) durchaus ausbaufähig ist.

Ein Letztes:

Beim offiziellen Mannschaftsfoto vermittelte ein „Blitzer“ den irrigen Eindruck, Nürnberg sei eine Radlerstadt:

Ungewohnt aktiv

  • Die Saison ist zwar vorbei. Vom Club gibt es – vor allem wegen der Aktivitäten des neuen Sportvorstands – jedoch mehr zu berichten als sonst. Zumal ja die Spielberichte zuletzt ohnehin eher zu Redundanz tendierten. Meinen ursprünglichen Wunsch nach einer Pause (die anderen beiden Clubfreunde pausieren ohnehin schon) habe ich also erstmal zurückgestellt.
  • Die Trainerposition wird jetzt, wie erwartet, von Damir Canadi übernommen. Der 49-jährige Wiener wurde für zwei Jahre verpflichtet. Unmissverständliches Ziel: der Wiederaufstieg. Canadi bringt übrigens mit Eric Orie seinen eigenen Co mit.
  • Die Verpflichtung Canadis sorgte für Verwerfungen bei Palikucas Ex-Verein Fortuna Düsseldorf. Dessen Trainer Friedhelm Funkel sah darin den Beweis, dass Palikuca schon länger Kontakt zu Canadi hatte und ihn eigentlich als seinen Nachfolger bei der Fortuna verpflichten wollte. Das Ganze ist wohl auch Beleg für zunehmende Mimosenhaftigkeit bei den Bundesligatrainern.
  • Lange war unklar, ob er bleibt: Jetzt hat der FCN mit Christian Mathenia sogar einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen. Auf der Torhüterposition herrscht also schon mal Klarheit, zumal auch Patrick Klandt und Jonas Weidlinger weiter an den Verein gebunden wurden. Angesichts dessen ist allerdings fraglich, was aus Fabian Bredlow wird. Er hat noch ein Jahr Vertrag.
  • Was den anderen Lichtblick in der Abstiegstruppe angeht, haben sich die Hoffnungen leider zerschlagen. Der von Sporting Lissabon ausgeliehene Matheus Pereira verlässt den Club. Mach´s gut!
  • Auch der teuerste Neuzugang der vergangenen Saison dürfte bald weg sein: Virgil Misidjan hat – und da trug wohl auch Ex-Trainer Boris Schommers mit dazu bei – keine Lust mehr auf Nürnberg
  • Als Neuzugänge stehen bereits Rechtsverteidiger Oliver Sorg vom Hannover 96 und Stürmer Felix Lohkemper vom Zweitligaabsteiger FC Magdeburg fest. Beide kommen ablösefrei. Auch der Darmstädter Marvin Mehlem könnte zum FCN wechseln. Ebenso Marvin Bakalorz. Er war sogar Kapitän beim Mitabsteiger Hannover 96. Scheint so, als würde der FCN mittlerweile besser zahlen als der Kind-Club.-
  • Erstaunlich in diesem Kontext auch, wie problemlos jetzt frühere Publikumslieblinge eingebunden werden. Neben der geplanten Rückholung von Javier Pinola wurde bekannt, dass Tomas Galasek als Jugendtrainer eingestellt werden soll. Entweder hat Palikuca da mehr Mittel zur Verfügung oder er geht anders um mit Leuten, die ihm eventuell reinreden könnten. Vielleicht stimmt auch beides.
  • Trotzdem rechnet man beim Club mit einem Zuschauerrückgang. Daher wird die Südkurve im Morlock-Stadion künftig leer bleiben. Schaut auf jeden Fall traurig und eher drittklassig aus. Kein Wunder, dass der Ruf nach einem Neubau wieder laut wird. Andererseits, wie sollte denn ein neues Stadion dimensioniert sein, damit es für eine Fahrstuhlmannschaft wie den Club längerfristig passt?

Ein Letztes:

Peinlicher Saisonabschluss

Die Woche:

  • Es hat nicht geklappt. Inzwischen gibt es anderswo (hier, hier oder hier) genügend Analysen, warum es für den Club sofort wieder runter ging. Deshalb hier erstmal nur so viel: Letztlich gilt für die gesamte Saison das, was fast nach jedem Spiel zu bemängeln war: Die Mannschaft wollte, konnte aber nicht und der erhoffte Lerneffekt stellte sich nicht (bzw. nur teilweise und zu spät) ein; was allerdings auch an fehlender Erfahung des Lehrpersonals lag. Vom einjährigen Bundesligaausflug bleibt vor allem das quälend lange Sterben der Hoffnung kleben. Zum Schluss führte das sogar zu einem abstrusen Wunderglauben, nach dem Motto: Es muss doch einen Grund geben, dass wir immer noch eine Chance haben. Der Erstliga-Ausflug trug immerhin zur weiteren finanziellen Konsolidierung des Vereins bei. Ohnehin das oberste Ziel bei den FCN-Verantwortlichen. Nun gehts also wieder gegen Aue oder Fürth. Der Hamburger SV ist überraschenderweise auch dabei, was zwar gut ist für die Finanzen, nicht aber für die Mission Wiederaufstieg.
  • Klar ist mittlerweile: Boris Schommers bleibt nicht beim Club. Ein Wunderheiler war er halt ebenfalls nicht. Alles Gute!
  • Bereits am Montag wird Peter Hermann beim Club erwartet. Er soll als Sportdirektor fungieren. Palikuca kennt ihn noch von Fortuna Düsseldorf, von wo ihn die Bayern für eine Rekordablöse als Co-Trainer für Jupp Heynckes losgeeist hatten. Die Älteren von uns erinnern sich an ihn noch als Co-Trainer von Michael Oenning. Viele halten ihn für den Vater des Düsseldorfer Höhenflugs. Sieht so aus als wolle der FCN eine Art Fortuna 2.0 werden.
  • Dazu passt dann auch die Meldung, dass der Club den Düsseldorfer Angreifer Marvin Ducksch auf dem Zettel hat.
  • Womit wir bei der beliebten Rubrik „Wer geht, wer bleibt?“ wären. Da hat sich dieser Tage der Nebel noch nicht weiter gelichtet. Den aktuellen Zwischenstand erfahrt ihr hier.

Das Spiel:

Wenn sich beim Club auch noch das Gefühl einschleicht, dass eh nichts mehr geht, dann wird die fehlende Erstligatauglichkeit erst richtig offensichtlich. Spielerisch und mit nur 99 Prozent Einsatz geht gar nichts. Das wurde dann auch beim – letztlich nicht mehr relevanten – Saisonabschluss in Freiburg deutlich.

Nichts wars mit dem Ehrgeiz, wenigstens den ersten Auswärtssieg landen zu wollen. Bereits in der 7. Minute klapperte es. Der Freiburger Terrazzino ließ vier Clubabwehrspieler stehen und markierte das 1:0. Die Breisgauer machten das Spiel. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das 2:0 fällt. Die Zeit war in der 34. Minute gekommen. Waldschmidt schießt, Margreitter fälscht noch ab, so dass Mathenia schlecht aussieht.

In der zweiten Hälfte ging es ähnlich weiter. Beim Club war kein Aufbäumen, kein Widerstand erkennbar. Früher hätte man gesagt, da brechen alle Dämme. Aber letztlich brach nur fehlende Qualität durch. Und so durften die Freiburger, für die es höchstens um gute Stimmung ging, locker und relativ ungehindert nachlegen. Zweimal Petersen und einmal Grifo erhöhten auf 5:0. Danach schaltete die eh schon nicht die volle Leistung abrufende Heimmannschaft noch einen Gang runter. So konnte ausgerechnet Eduard Löwen, der den Club bekanntlich verlässt, eine gewisse Bundesligatauglichkeit nachweisen und in der 70. Minute per Weitschuss den Ehrentreffer erzielen.

Letztlich passte der blamable Auftritt in Freiburg aber zur gesamten Saison. Gerade einmal drei Siege und traurige 19 Punkte: Deutlicher kann eine Mannschaft eigentlich nicht demonstriert bekommen, dass sie da oben nichts zu suchen hat.

Ein Letztes:

Was die Dauerkarte für die kommende Saison kostet, ist noch unklar. Ungeachtet dessen sollen wir dem Club schon jetzt eine Einzugsermächtigung erteilen, wenn wir eine Dauerkarte (die sich übrigens automatisch verlängert) bekommen wollen. Wenn irgendein Internethändler so ein Geschäftsgebaren an den Tag legen würde, wäre der Aufschrei groß.

Wieder im Fahrstuhl

Die Woche:

  • Irgendwo hatten wir immer noch eine vage Hoffnung. Aber letztlich war die durch nichts begründet. Schon seit Monaten stehen die Zeichen auf Abstieg. Dass der erst nach dem vorletzten Spieltag feststeht und das bei gerade mal 19 Punkten, grenzt eigentlich an ein Wunder. Normalerweise hätte ein derart miese Bilanz eine mehrmonatige Abschiedstour bedeutet. Andererseits beweist das auch, dass es wohl noch nie so einfach war, drinzubleiben.
  • Dem als neuen Clubtrainer gehandelten Damir Canadi eilt ein etwas zweifelhafter Ruf voraus. Menschlich sei er schlimm wird kolporiert. Der Österreicher wird im Umgang gern mal mit Peter Pacult verglichen. Allerdings habe der wenigstens gewusst, „dass er nicht Gott ist“. Allerdings springt Canadi auch mit Journalisten nicht gerade respektvoll um. Vielleicht hat dann wenigstens das Kuscheln dort ein Ende.
  • Apropos Kuscheln: Vor diesem Hintergrund fällt es dann auch kaum auf, ob der neue Clubvorstand vom Verein selber oder von anderweitig bezahlten Journalisten interviewt wird.
  • Einen Trainer, der im nahen Erlangen geboren und beim Club groß geworden ist, und der von daher gut zum FCN passen würde, hat sich jetzt laut Bild der 1. FC Köln geangelt: Achim Beierlorzer.
  • Defizite bei einem gewissen Herrn Sabiri auszumachen, ist nicht schwer. Zumal der frühere Clubspieler inzwischen – meistens als Ersatzspieler – mit seinem Verein aus der ersten englischen Liga abgestiegen ist. Dass er sich jetzt mit seinem alten Verein beschäftigt, mag man als Nachtreten bezeichnen. Ein Schuh wird aber auch draus, dass ihn Bornemann und Köllner los haben wollten und die beiden jetzt nicht mehr da sind. Für eine Rückführung zum FCN gibt es aber wohl noch andere Hinderungsgründe.
  • Besagter Andreas Bornemann hat inzwischen beim FC St.Pauli als Sportdirektor angeheuert. Beim Club hätte er zwar noch bis nächstes Jahr Vertrag gehabt, aber dort ist man froh, ihn von der Gehaltsliste streichen zu können und zahlt ihm sogar noch eine Abfindung von 150.000 Euro.
  • Die U19 des FCN ist leider ebenfalls abgestiegen. Trotz eines 4:0 im letzten Spiel gegen die Stuttgarter Kickers geht es runter in die Bayernliga.
  • Keine schlechte Taktik, dort, wo erfolglose Vorgänger gebremst haben, Gas zu geben. Sportvorstand Palikuca kann sich eine Pinola-Rückkehr durchaus vorstellen.

Das Spiel:

Verletzungsbedingt musste Trainer Schommers diesmal umstellen. Ewerton und Pereira, mit die besten in den letzten Wochen, fehlten. Margreitter und der zuletzt nicht mal auf der Bank sitzende Misidjan kamen dafür rein. Letzterer ewar noch in Aktivposten. Bis zum Strafraum sah das beim FCN teilweise sogar ganz gut aus. Dann fehlten jedoch immer ein paar Millimeter, wurde oft die falsche Entscheidung getroffen oder zu durchsichtig gespielt. Das zog sich leider halt schon durch die gesamte Saison. Mönchengladbach hatte zwar auch zwei, drei gute Chancen, überzeugte insgesamt aber kaum. Eine konkurrenzfähige Bundesligamannschaft hätte da längst führen müssen. Die Abstiegskonkurrenz machte das vor. Während Stuttgart und Hannover vorne lagen, ging es in Nürnberg torlos in die Kabine.

Roch es da schon streng nach Abstieg, kam dann in der 56. Minute der KO. Ausgerechnet Ex-Clubspieler Drmic war es, der Mönchengladbach in Front brachte und den Club den letzten Zahn zog. Danach war die Sache eigentlich gegessen, zumal der VfB Stuttgart und Hannover nachlegten. Selbst wenn jetzt doch noch wundersamerweise jemand entdeckt hätte, wie das geht mit dem Tore schießen, es hätte nichts mehr gebracht.

Stattdessen brach der Club danach ein. Gladbach legte noch drei Dinger nach. Genau genommen nur zwei. Denn das 0:2 war ein Eigentor von Lukas Mühl.

So wurde dann eben auch deutlich, was passiert, wenn der Einsatz nicht hundertprozentig stimmt. Dann geht der Club unter. Stimmt er, dann reicht es aber auch nicht zum Sieg. Insofern ist der Abstieg folgerichtig. Jetzt wahrscheinlich auch noch als Tabellenletzter mit traurigen 19 Punkten.

Als erstklassig erwiesen sich hingegen die Fans, die den FCN trotz des 9. Abstiegs feierten und Maximilian Kerners „Iech bin a Glubberer“ intonierten.

Ein Letztes:

Palikuca könnte in jedem Film den Mafia Boss spielen. #fcn— Chris1900 (@1fcn_1990) 9. Mai 2019


Wunder dauern halt länger

Die Woche:

  • Der neue Sportvorstand Robert Palikuca hat zumindest für die Scoutingabteilung neues Personal gefunden. Chefscout soll demnach Kevin Cruickshank vom englischen Zweitligisten Stoke City werden.
  • Nicht nach Palikucas Wünschen hat sich (Noch?-)FCN-Trainer Boris Schommers positioniert. Der Sportvorstand hatte wohl geplant, Schommers wieder zurück auf die Co-Trainerposition und ihm einen neuen Cheftrainer vor die Nase zu setzen. Gehandelt wurde hier der Österreicher Damir Canadi. Da macht Schommers aber nicht mit. Er will weiter als Chef arbeiten. Beim FCN – oder halt anderswo.
  • Peter Handke hat mal über die Angst des Tormanns beim Elfmeter geschrieben. Was eigentlich Quatsch ist. Der Torwart, das ist inzwischen auch sportpsychologisch untermauert, braucht überhaupt keine Angst zu haben. Die beschleicht höchstens den Stürmer. Besonders dann, wenn er nicht stressresistent, bundeligaunerfahren und …. beim Club ist.
  • Club-Verteidiger Robert Bauer widerlegt gerade das Märchen von der Überbelastung der Fußballprofis. Angeblich sollen manche Vereine, sobald sie tabellarisch gesichert sind, die Leistung verweigern, nur um sich keine europäische Zusatzbelastung einzuhandeln. Hertha BSC ist zum Beispiel so ein Kandidat. In Berlin ist allerdings das Freizeitangebot auch ein anderes. In Nürnberg, so erfahren wir von Bauer, bleibt da nur die Playstation. Wer damit nicht allzuviel anzufangen weiß, der fühlt sich leicht „mental unterfordert“. Bauer hat deshalb ein Fernstudium angefangen.

Das Spiel:

Das sah anfangs ziemlich gut aus, was der Club in Wolfsburg auf dem Rasen zelebrierte. Da war nichts davon zu spüren, dass der VfL noch um Europa mitspielt und der Gast mit gerade mal 19 Punkten den vorletzten Rang ziert. Der Club machte Druck und erarbeitete sich eine Reihe von Torchancen. Allerdings war da nichts wirklich zwingendes dabei.

Erst nach einer halben Stunde kamen die Hausherren besser ins Spiel und machten mehr Druck, ohne allerdings selber Zählbares zu generieren. Da musste dann schon der Club in Gestalt von Sebastian Kerk mithelfen. Bei einem Rückpass zu Mathenia übersieht der den Wolfsburger Mehmedi, der kommt vor dem Club-Keeper an den Ball, so dass der Ex-Fürther (ausgerechnet!) Felix Klaus nur noch einzuschieben braucht. Bitter! Unverdient! Aber das kennen wir inzwischen schon zur Genüge.

In der zweiten Hälfte konnten die Wölfe dann abwarten und den Club kommen lassen. Der kam aber nur selten und wenn, dann war er weiterhin im Abschluss zu ungenau und zu überhastet. Wirkliche Torgefahr kam keine auf. Dann verletzten sich auch noch unsere Aktivposten Ewerton und Pereira. In der 78. Minute rutschte der für Ewerton eingewechselte Margreitter nach einem Freistoß weg, so dass Tisserand aus kurzer Distanz den Sack zumachen konnte. Beim Club hatte man jetzt nicht mehr das Gefühl, als würde irgendjemand noch an sich glauben. Wolfsburg schaukelte den Sieg nach Hause.

Dabei hätte der Club heute erneut die Riesenchance gehabt, im Schneckenrennen am Tabellenkeller nochmal ans Licht zu krabbeln. Stuttgart hat nämlich in Berlin nicht punkten können. Der Relegationsplatzz ist also weiter fünf Punkte entfernt. Sechs Punkte sind noch zu vergeben. Also ist theoretisch noch was drin. Aber dazu müssten wir halt zwei Spiele gewinnen. Und wie das gehen soll, das fragt man sich nach dem heutigen Spiel dann eben doch.

Ein Letztes:

Veranstaltet der Club-Sportchef demnächst Elternabende?

Welche Eltern kennt Palikuca nicht 🙈😂#leibold #perreira #fcn— Yllib (@Markus23s) 29. April 2019

Bayern am Rand einer Niederlage

Die Woche:

  • Ex-Trainer Köllner war bekanntlich bei „Blickpunkt Sport“ zu Gast. Unter anderem erzählte er dort, dass die Übernahme der Mannschaft durch Co-Trainer Boris Schommers „so nicht besprochen“ war. Muss man nicht verstehen. Schommers tut es übrigens auch nicht. Köllner fand die Formulierung später dann auch „missverständlich“. Fazit: Sendezeit und Papier verbraucht.
  • Seine (nicht unsere) wirklich wichtigen Ziele hat der FCN erreicht: Seit 12 Jahren erhält er erstmals wieder die Lizenz ohne Auflagen
  • Wie der Vater, so der Sohn. Das raunten manche, nachdem Sven Jablonski als Videoschiedsrichter das korrekte Behrens-Tor gegen Schalke verhindert hatte. Jablonskis Vater war nämlich beim ominösen Phantomtor 1994 Linienrichter. Schiedsrichter war damals ein gewisser Herr Osmers. Diesmal gab wieder ein Herr Osmers bei einem Spiel der Bayern gegen den Club den Unparteiischen. Im Kölner Keller. Harm Osmers ist aber weder verwandt noch verschwägert mit dem Phantomtor-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers. Dafür saß wiederum jener Schiedsrichter, der das Behrens-Tor aberkannte, im Videokeller bei der Bayern-Hilfsaktion im Pokalspiel gegen Bremen. So dient die Namensgleichheit dann eben doch als Wegweiser in Sumpfgebiete.

Das Spiel:

Nach den Ergebnissen vom Samstag war der Club in Zugzwang. Nur mit einem Sieg bestand eine realistische Chance, wenigstens noch den Relegationsplatz 16 zu erreichen. Trainer Schommers setzte bei der Aufstellung erneut auf Kontinuität. Allerdings rückte diesmal Eduard Löwen zu Mikael Ishak mit in den Sturm. Dafür standen bei FCB-Ballbesitz sechs Mann in der Abwehr.

In der ersten Hälfte kam der FCB so zu mehr Torchancen. Die beste als Mathenia einen Alaba-Freistoß gerade noch gegen die Latte lenken konnte. Auf der anderen Seite passierte nicht viel. Lediglich eine Unaufmerksamkeit des Bayern-Keepers hätte beinahe eine ungeahnte Möglichkeit für Löwen eröffnet. Aber Ulreich konnte den Ball gerade noch wegspitzeln.

So ging es torlos in die Pause.

Danach belohnte sich der Club endlich für sein couragiertes Spiel gegen den Tabellenführer. Eine Flanke von Kerk nahm Löwen auf. Seinen Schuss konnte Ulreich zwar noch abwehren, doch Pereira setzte den Nachschuss überlegt ins lange Eck. Jetzt war Stimmung im Stadion und der Club hatte Oberwasser. Drei Minuten später tauchen drei Cluberer vor dem Bayerntor auf. Aber Löwen bleibt am letzten Mann, an Süle hängen. Das hätte eigentlich das 2:0 und der dringend notwendige Dreier gegen heute schwache Bayern sein müssen.

Die schafften es auch danach nicht, das Clubtor in Gefahr zu bringen. Höchstens bei Standardsituationen. Etwa in der 69. Minute als James einen Freistoß erneut nur an die Latte zirkeln kann. Jetzt verstärkten die Münchner den Druck weiter. Den Ausgleich markierten sie allerdings nur mit viel Glück. Eine Kimmich-Flanke versuchte Bauer in der 75. Minute aus dem Strafraum zu schlagen, traf aber genau den hinter ihm stehenden Gnabry, von dem sich der Ball ins Clubtor senkte.

Der Club gab danach allerdings nicht auf. In der 89. Minute hatte er endlich einmal das Schiedsrichterglück, das sonst so oft gefehlt hatte. Der eingewechselte Davies hatte den ebenfalls eingewechselten Margreitter im Strafraum gefoult. Elfmeter! Nochmal die Riesenchance auf den Dreier. Nachdem Behrens zuletzt zwei Mal verschossen hatte, trat diesmal Leibold an. Aber er scheiterte am Innenpfosten. Das waren Millimeter! Aber das ist halt auch die aktuelle Situation beim Club:

Sie spielen mittlerweile gut, haben die Bayern am Rande einer Niederlage und scheitern dann an den eigenen Nerven. Wobei in der Schlussminute Mathenia wiederum nervenstark gegen den allein durchgebrochenen Coman rettete und so den, wenn auch wahrscheinlich wertlosen, Punkt rettete.

Wenn wir nur unsere Elfmeter verwandelt hätten, hätten wir wohl sechs Punkte mehr, und wären noch gut dabei. So schaut es – trotz einer guten Leistung und dem Nachweis, durchaus bundesligatauglich zu sein – leider schlecht aus.

Der Abstand zu Rang 16 ist an diesem Wochenende auf fünf Punkte angewachsen. Und inzwischen gibt es nur noch drei Möglichkeiten das wettzumachen.

Ein Letztes:

Elfmeter verschossen. Vielleicht lag´s nicht nur am Pfosten. Zuvor musste Tim Leibold nämlich in der Bild lesen, er werde beim FCN „die Flatter machen“. Tim Leibold veröffentlichte seine „Gegendarstellung“ dann via Instagram:

Wieder nichts, aber…

Die Woche:

  • Verpfiffen fühlten wir uns – wieder mal – nach dem Unentschieden gegen Schalke. Wobei die Frage ist, ob überhaupt gepfiffen wurde, bevor Hanno Behrens den Ball am Schalker Keeper Nübel vorbeispitzelte und das vermeindliche 1:0 erzielte. Schiedsrichter Dr. (so viel Zeit muss sein) Kampka soll schon vor dem Tor gepfiffen haben (was laut Sportschau auch nach intensiven Studiums der O-Ton-Aufzeichnungen aber nicht zu belegen ist). Dann wäre das Spiel unterbrochen gewesen und der Kölner Keller hätte nicht eingreifen dürfen. Dann hätte sich nur die Frage gestellt, warum pfeift der Mann so voreilig?. Andernfalls liegt der Fokus auf den Videoassistenten. Und da muss man aufpassen, nicht in den Verschwörungsmodus zu geraten. Geleitet wurde das Assistententeam nämlich von Sven Jablonski. Das ist zum einen der jüngste Bundesligaschiedsrichter, zum anderen der Sohn von Jörg Jablonski, der 1994 als Linienrichter verantwortlioch dafür war, dass damals das berühmte Phantomtor gegen den Club gegeben wurde. Bei Sven Jablonski müsste jetzt eigentlich verstärktes Laufen im Bremer Bürgerpark angesagt sein.
  • Seiner Heimatzeitung hat Ex-Clubtrainer Michael Köllner jetzt ein Interview gegeben. Demnach drückt er dem Club noch die Daumen. Angeblich habe er auch schon wieder neue Angebote. Trotzdem ist er aber am Sonntag Gast in der Trainer-Verkupplungsshow „Blickpunkt Sport“.
  • Thomas Ziemer, die Älteren erinnern sich, hat sich auch zur Situation beim FCN geäußert. Die sieht er als desolat an und glaubt, dass der Verein näher an der dritten als an der ersten Liga steht. Auch beim NLZ sieht er vieles im Argen liegen.
  • Wer geht, wer bleibt? Offenbar ist Eduard Löwen wohl am Gehen. Er ist schließlich „Jungstar“. Da wundert es nicht, wenn die Russen, neben den Frankfurtern, Interesse haben. Andererseits gingen wir alle auch davon aus, dass Matheus Pereira den Club zu Saisonende verlässt. Doch Neu-Sportvorstand Palikuca scheint da seine Beziehungen spielen zu lassen. Ungewohnter Einsatz, wenn man da an die Bornemannschen Winterpausenaktivitäten denkt.

Das Spiel:

Im Gegensatz zur Köllner-Ära muss man über die Aufstellung nicht viel Worte verlieren. Wenn sich niemand verletzt und keiner gesperrt ist, spielen bei Schommers bekanntlich immer die gleichen. Der Stabilität der Abwehr kommt das auf jeden Fall zugute. Allerdings werden auch die Konter nur mit angezogener Handbremse gefahren. Absicherung nach Hinten ist oberstes Gebot.

Gegen Bayer Leverkusen war dann in der ersten Hälfte vor allem die Abwehr gefragt. Nach etwas zehn Minuten entfachten die Werkskicker Dauerdruck, agierten aber letztlich meistens zu umständlich. Die beste Chance hatte Havertz in der 18. Minute. Mathenia konnte seinen Schuss aber noch gegen das Aluminium lenken.

Der Club hätte allerdings zehn Minuten später ebenfalls in Führung gehen können. Bender stellt sich strafstoßverdächtig Eduard Löwen in den Weg. Aber gut, den Elfer kann man auch nicht geben. Gegen den Club sowieso.

So ging es dann torlos in die Pause.

In der zweiten Halbzeit ging das einseitige Spiel leider weiter. Der Club ließ sich weiterhin hinten rein drängen. Das ging eine Stunde lang gut. Aber dann war es eben doch passiert. Nach der neunten Ecke köpfte Alario den Ball in die lange Ecke, wo Leibold zwar noch artistisch zu klären versucht. Doch die Torlinientechnik bewies, der Ball war deutlich hinter der Linie.

Eigentlich hätte der Club jetzt kommen müssen, doch da offenbarte sich eben auch, dass Leverkusen defensiv sicher stand und den Clubflügelspielern Perreira und dem eingewechselte Misidjan kaum Raum gönnte. Erst in der 83. Minute kam der Club überhaupt zur ersten Ecke. Kurz darauf kann Löwen eine Superkombination des FCN nicht im Kasten versenken. Der Club löste jetzt die Handbremse, was sich prompt rächte. Bauer verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball und Volland hatte dann wenig Probleme, den Sack zuzumachen.

Leverkusen tat sich zwar schwer, aber der Sieg geht leider völlig in Ordnung. Ärgerlich, denn so wurde die Chance, auf den Relegationsplatz zu klettern, vergeben. Immerhin hat Stuttgart verloren, so dass sich nächste Woche nochmal eine Chance eröffnet. Dann müssten wir aber gegen die Bayern gewinnen.

Eine Letztes:

Neuer Sportdirektor und dann das. Da macht sich mancher Gedanken.

Jose #Mourinho in #Nürnberg… 😲😳 #Thespecialone

(gesehen bei Erik Engelhardt auf Instagram) pic.twitter.com/RkBtAy1wgn— SteWö (@Flying_Stevie) 15. April 2019

Torhungriger Bunjaku

Torhungriger Bunjaku

In der Regionalliga West sorgte am Wochenende ein rüstiger Senior für Aufsehen: Der 35-jährige Albert Bunjaku traf beim 7:0-Erfolg des FC Viktoria Köln beim TV Herkenrath gleich fünffach! Bunjaku? Da war doch was. Richtig, einst ging er für den Club auf Torejagd. Und ab und zu wollten die Club-Freunde ja schauen, was denn Ex-Nürnberger so treiben. Dass Bunjaku sein erstes Punktspieltor für den FCN erzielte, ist übrigens ziemlich genau ein Jahrzehnt her. Er traf im März 2009 in der Zweiten Bundesliga beim 2:2 in Duisburg. Am Ende der Saison stieg Bunjaku mit dem Club dank der erfolgreichen Relegation gegen Energie Cottbus (3:0, 2:0) in die Bundesliga auf. Zehn Jahre später peilt der Routinier wieder einen Aufstieg an: Viktoria Köln firmiert als Tabellenführer der Regionalliga West – behaupten die Kölner diesen Platz bis zum Ende, geht es rauf in die Dritte Liga. Die Relegation, in der die Viktoria 2017 an Carl Zeiss Jena gescheitert war, bleibt den Meistern der Staffeln West, Südwest und Nordost diesmal erspart. Freilich wäre es für den Spitzenreiter gut, wenn Bunjaku sich auch an den verbleibenden fünf Spieltagen so treffsicher zeigen würde wie am Wochenende – denn der zwischenzeitlich schon recht komfortable Vorsprung auf Verfolger Rot-Weiß Oberhausen ist auf drei Punkte zusammengeschmolzen.

Beim Club hatte der Angreifer seine stärkste Spielzeit 2009/10. In der Winterpause 2008/09 war er vom damaligen Drittligisten Erfurt eher als Ergänzungsspieler an den Valznerweiher gekommen, im ersten Halbjahr kam er denn auch nur auf sieben Zweitliga-Einsätze und den einen besagten Treffer. Doch in der Saison darauf avancierte Bunjaku, der bei seinem Bundesligadebüt am zweiten Spieltag in Frankfurt gleich sein erstes Bundesligator erzielte, zur Stammkraft und hatte mit zwölf Treffern bei 30 Einsätzen als erfolgreichster Nürnberger Torjäger einen maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt. Eine Sternstunde erlebte er im Januar 2010, als er beim 3:1 in Hannover alle drei Tore erzielte.  Zum Vergleich: Vereinslegende Marek Mintal gelang in jener Spielzeit nur ein Treffer. 2010 durfte Bunjaku als nachnominierter Stürmer für die Schweiz auch an der Weltmeisterschaft teilnehmen. 2010/11 konnte er verletzungsbedingt nur an den ersten drei Spieltagen mitwirken (kein Tor). Und in der Saison 2011/12 versuchte er vergeblich, seinen Stammplatz zurückzuerobern. Sein einziges Tor bei 17 Bundesligaeinsätzen war aber ein goldenes: Bunjaku besorgte drei Minuten nach seiner Einwechslung das 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, unser Bild (Foto: Sportfoto Zink) zeigt ihn beim Torjubel mit Almog Cohen.  Einen neuen Vertrag gab es trotzdem nicht.

Bunjaku, der zu Beginn seiner Profikarriere bei Schaffhausen und Paderborn gespielt hatte,  wechselte vom Club zum 1.FC Kaiserslautern in die Zweite Liga, weitere Stationen waren St. Gallen und Erzgebirge Aue. Im September 2018  heuerte er dann bei dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln an, der schon seit Jahren mit hohem finanziellen Aufwand versucht, der Viertklassigkeit zu entkommen. Vielleicht klappt es heuer – auch dank eines rüstigen Seniors mit Nürnberger Vergangenheit.