Feiermodus gegen Abstiegskampf: 2:3

Es war das letzte Heimspiel nach einer Saison, die der Clubfan wohl schnell abhaken dürfte. Dafür war diese Begegnung mit allerlei anderem befrachtet. Mit Abschieden, mit Traditionspflege, mit ungewöhnlichen Witterungs- und Platzverhältnissen. Die Punkte spielten da nicht die allerwichtigste Rolle.

Das merkte man dem Club letztlich auch an. Der Spaß am Spiel stand eher im Vordergrund als lästige Pflichtaufgaben, wie Absichern nach hinten oder Decken bei Standards. Für den Gegner, die Fortuna, ging es hingegen noch darum, den Abstieg zu vermeiden. Da brennt man eben auch noch, wenn der andere schon ans Freibier denkt.

Dabei agierte der Club durchaus gefällig. Etwa in Minute 13: Mit einer schönen Aktion wird Sabiri von Möhwald im Strafraum bedient und versenkt den Ball im Düsseldorfer Kasten. Jetzt spielte der Club noch lockerer auf und zeigte durchaus Ansätze, die für die kommende Saison Hoffnungen keimen lassen. Allerdings wurde er dann nach einer knappen halben Stunde für seine Pflichtvergessenheit mit einem sauberen Konter bestraft. Der frei auf das Clubtor zusteuernde Kiesewetter spielt Raphael Schäfer in dessen letztem Heimspiel problemlos aus und macht den Ausgleich.

Danach verflachte das Spiel. Genauer gesagt soff es ein bisschen ab, denn die Drainage im bald nach Max Morlock benannten Stadion hielt mit dem Starkregen kaum Schritt. Beim Club versuchte man trotzdem schön zu kombinieren, während bei der Fortuna offenbar erst langsam durchsickerte, dass Abstiegsmitkonkurrent Arminia Bielefeld gerade den Aufstiegskandidaten Braunschweig abschlachtet. Zudem hatte auch noch ein Pfütze Erbarmen mit der Fortuna. In der 70. Minute stoppte sie den Ball für die Düsseldorfer. Bebou schnappte sich ihn, passte zu Hennings, der dann (Majestätsbeleidigung im letzten Heimspiel) auch noch Schäfer tunnelt.

Jetzt wachte der Club wieder auf. Schließlich wollte sich keiner auf diese Weise vom Publikum und von der Torwartlegende verabschieden. So war es dann eher Druck als Können, dass der Club zum Ausgleich kam. Löwen passte auf Möhwald, der dann den Ball irgendwie mit der Hüfte zum Ausgleich eintütete.

Jetzt schien dem harmonischen Saisonausklang nichts mehr entgegenzustehen. Die Clubfans durften noch die Einwechslung des seit mehr als einem Jahr verletzungsbedingt fehlenden Patrick Erras feiern. Aber für die Fortuna ging es halt immer noch gegen den Abstieg. In der 88. Minute nutzen die Düsseldorfer dann die fehlende geistige Frische in der Clubabwehr und markierten nach einer Ecke den Siegtreffer. Genauer gesagt half auch Schiedsrichter Rohde mit. Der wollte wohl schnell heim und gab nur eine Minute Nachspielzeit (der Club ist halt nicht der FC Bayern). So fehlte dann die Chance, nochmal zurückzukommen. Aber als Raphael Schäfer sich schließlich von den Fans feiern lassen durfte, war das Ergebnis schnell vergessen. Nur die entgangenen TV-Gelder könnten vielleicht noch mal schmerzen.

Club kann sich leider nicht belohnen

Schade, schade, das hatte der Club nicht verdient! Nach streckenweise überzeugenden Spiel unterlag er durch ein Tor in der Nachspielzeit noch Tabellenführer VfB Stuttgart, der nach dem Spiel mit seinen zahlreichen Fans dann schon mal den wichtigen, und fast nicht mehr erwartbaren Schritt zum Aufstieg feierte.

Womit wir bei den Fans wären. Da machten die aus Stuttgart angereisten Gäste, die für ein ausnahmsweise fast gefülltes Nürnberger Stadion sorgten, mehr Betrieb als die Club-Anhänger. Das lag nicht nur an deren Quantität, sondern auch daran, dass den Nürnberger Ultras wieder mal irgendetwas Verstummendes über die Leber gelaufen ist.

Erfreulicher war da schon das Auftreten der Clubelf. Die musste diesmal auf Brecko (verletzt) und Möhwald (Sperre) verzichten. Als Schwächung erwies sich das nicht. Eher im Gegenteil. Hinten machte „Ersatzmann“ Kammerbauer Breckos Seite dicht. Und auch den angeblichen Mittelfeldstrategen vermisste keiner. Zwar gab es anfangs immer wieder Fehler beim letzten Pass. Das lag aber eher daran, dass der Tabellenführer aus Stuttgart früh presste und so ein geordnetes Aufbauspiel kaum zuließ. Allerdings hatte Trainer Michael Köllner diesmal Cedric Teuchert von Beginn an spielen lassen. Der erwies sich dann als echter Aktivposten, den die Stuttgarter nie in den Griff bekamen. In der 25. Minute überraschte er sie mit einem schnell ausgeführten Freistoß, den er zu Hanno Behrens spielt. Der hämmert den Ball einfach mal zum 1:0 ins linke Eck. Und nicht nur das: Acht Minuten später wird Teuchert von Löwen in der eigenen Hälfte angespielt, läuft unwiderstehlich über den halben Platz und hat dann noch genug Power, den Ball zum 2:0 zu versenken. Jetzt hatte der Club die Partie im Griff und der VfB suchte vergeblich nach dem Dosenöffner.

Der kam dann leider nach der Pause in Gestalt des Ex-Cluberers Daniel Ginczek. Das ist halt der Unterschied, dass es sich der VfB leisten kann, solche Spieler dem Club wegzukaufen und sie dann sogar noch als Joker bringen zu können. Beim Club wiederum spielte der Joker halt schon von Beginn an. Dazu gesellte sich noch eine, in der letzten Zeit auffällige geistige Absenz nach Pausen. Noch nicht mal zwei Minuten waren gespielt, da zeigte Schiedsrichter Dankert auf den Punkt. Mühl hatte Terodde gefoult und der markierte den Anschlusstreffer. Drei Minuten später traf dann besagter Ex-Cluberer nach einer Ecke sogar noch zum Ausgleich. Jetzt musste einem unsere Mannschaft fast schon ein bisschen Leid tun. Zumal sie nicht aufsteckte, sondern sich durchaus weitere Chancen erspielte, den dritten Treffer zu erzielen. Den machte dann leider der Aufstiegsaspirant. Klein haute den Ball in der Nachspielzeit mitten ins Clubherz.

Wie gesagt, jammerschade, dass sich der Club für eines der wohl besten Spiele in dieser Saison nicht belohnen konnte. Aber immerhin lässt sich auf dieser Leistung aufbauen.

Frankenderby zum Abgewöhnen

Dass der fränkische Profifussball auf den Hund gekommen ist, das kann man leider nicht bloß der Tabelle entnehmen. Was da heute in der Würzburger Flyeralarm-Arena von den beiden Mannschaften abgeliefert wurde, hatte mit besagter Sportart nur noch wenig zu tun. Ein Spielfluß war kaum erkennbar. Spielideen und ein Spielplan auch nicht. Wobei man den Würzburgern zumindest attestieren muss, dass sie wohl die Absicht hatten, nach der frühen Führung eher destruktiv ans Werk zu gehen.

Bis zur 10. Minute hatte nämlich der Club noch durchaus ansehnlich agiert, sich eine Überlegenheit erspielt und Druck aufs Würzburger Tor entwickelt. Allerdings ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Das gelang den Kickers bei ihrer ersten Chance ungleich besser. Rama wird von Behrens und dem erneut indisponierten Kapitän Brecko nicht attackiert und markiert so das zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich überraschende 1:0. Danach verlor der Club völlig den Faden und wurde von den Kickers zeitweise regelrecht vorgeführt. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelingt es, ein paar Chancen zu generieren.

Nach der Pause verlegen sich die Hausherren gänzlich aufs Zerstören. Wobei es beim konzeptlosen Club nicht allzuviel zu zerstören gab. Da lief – wieder einmal – nichts zusammen. Neben Kapitän Brecko sind vor allem der weitgehend abgetauchte, eigentlich als Mittelfeldregisseur vorgesehene, Kevin Möhwald und der wohl nur als Platzhalter aufgestellte Stürmer Ishak zu nennen. Von dem war in der ersten knappen Stunde überhaupt nichts zu sehen. Umso mehr dann von seinem Nachfolger Cedric „ist noch nicht soweit“ Teuchert. Wie schon gegen Aue machte er wieder ein wichtiges Tor (80. Minute) und kaschierte so eine ziemlich unterirdische Mannschaftsleistung. Zudem hielt er einen Mitbewerber um den Abstieg auf Distanz. Wobei der unter zwei schlechten Zweitligamannschaften noch die bessere war.

Wird Zeit, dass die Saison abgepfiffen wird, sonst verlieren auch noch die Fans die Lust am Fußball.

Alte Schwachstellen, neuer Soundtrack

Nur schlecht reden möchte den neuen Club auch keiner. Deswegen fangen wir mal mit dem Positiven an. Die erste Halbzeit war durchaus ansehnlich. Der Club praktizierte teilweise Powerplay, entwickelte viel Druck und schnürte den Zweitliga-Siebzehnten aus Hamburg teilweise ein. Allerdings: Richtig gefährlich wurde es vor dem Tor von St. Pauli trotzdem nicht. Irgendein Pass kam immer nicht an und eine Idee, wie der Ball ins Netz finden soll, war letztlich auch nicht erkennbar.

Das könnte man auf das kurzfristige Fehlen von Kevin Möhwald schieben. Aber in den letzten Spielen, als er noch die Fäden im Mittelfeld ziehen sollte, war es leider auch nicht anders. Heute kam allerdings noch hinzu, dass nun Tobias Kempe allein für die Standards verantwortlich war und daraus null Kapital zu ziehen wusste.

Im Sturm lief diesmal Dominic Baumann auf. Inzwischen scheint es aber schon egal, wen Michael Köllner dorthin stellt, er mutiert immer zum Ausfall.

Aber beim vom Köllner propagierten Neuaufbau ist die Mannschaft ja auch erst bei 80 Metern angelangt. Die restlichen 20 werden erst noch durchgenommen. Insofern wollen wir nochmal Geduld walten lassen.

Leider erhöht die Flaute vorne dann aber den Druck hinten. Da ist die Clubabwehr halt immer für den einen oder anderen Aussetzer gut. Das war dann auch diesmal so. Bulthuis lascher Kopfball bringt St. Pauli in Ballbesitz. Den Schuss von Sahin kann Schäfer dann zwar abwehren, aber genau zu Bouhaddouz der nur noch abstauben muss. Jetzt war der Wurm im gesamten Clubspiel drin. Das Anrennen gestaltete sich noch planloser, die Folge: In der 70. Minute machte erneut Bouhaddouz den Deckel drauf. Und nachdem sich unsere Mannschaft nicht mal mehr selber einen Torerfolg zutraute, war der Käse gegessen.

Nicht unerwähnt bleiben soll allerdings auch ein Akteur, den Köllner unter der Woche in die Pflicht genommen hat: das Publikum. Das war diesmal zweigeteilt. Da waren zum einen die Ultras, die jedoch zum Stimmungsboykott aufgerufen hatten, was sich für Außenstehende jedoch nicht einmal negativ bemerkbar machte. Statt dem bekannten, eher eintönigen, mit Trommelklang unterlegten Singsang war diesmal sogar zu hören, ob der Club am Drücker war oder der Gegner eine Chance besaß. Die Nicht-Ultras im Stadion schienen ihre Chance zu nutzen, sich auch mal akustisch äußern zu können. Leider brachte sie der Spielverlauf dann eben auch zum Verstummen. Insofern war das, was den Neuaufbau anging, eine eher gescheiterte Doppelstunde.

Nicht schlecht, aber zu harmlos

Bis vor wenigen Wochen wäre da jede Menge Zündstoff drin gewesen. Inzwischen sind unser Ex-Manager und unser Ex-Chefscout bei ihrem neuen Verein auch abserviert worden. Dazu geht für den Club nach oben nichts mehr und nach unten nicht mehr viel. Insofern wra das eine gute Gelegenheit für den aktuellen Clubcoach Michael Köllner, beim Spiel in Hannover seine taktischen Umstellungen einzustudieren.

Wobei sich die diesmal in 4-3-2-1 auflaufende Mannschaft mittlerweile schon fast von selbst aufstellte. Zehn Ausfälle sind zu beklagen. So musste dann sogar der angeblich kranke Dave Bulthuis ran. Nicht verwunderlich also, dass einem zu Beginn des Spiels angst und bange werden musste um unseren Club. Hannover legte furios los und hatte eine Torchance nach der anderen. Doch nach gut zehn Minuten hatte sich die Notelf gefunden und der Elan der 96er verpuffte. Plötzlich versuchte es die von ihrem Hörgerätehersteller zum Aufstieg verdonnerte Mannschaft mit weiten, aus der Verzweiflung geborenen Pässen. Auf der anderen Seite schaffte es der Club aber leider auch nicht, offensiv etwas zu reißen. Folgerichtig ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Doch nach der Pause passierte es dann doch. Der ehemalige Nürnberger Niklas Füllkrug bediente seinen Sturmkollegen Martin Harnik, der dann in der 47. Minute die Führung markierte. Da zeigte sich leider auch, dass Hannover Spieler hat, die wenigstens einmal einen Angriff erfolgreich zu Ende spielen können ohne dabei auf Fehler der gegnerischen Abwehr bauen zu müssen. Auf der anderen Seite musste der Club erkennen, nicht immer auf die Mithilfe des Schiedsrichters bauen zu können. Der pfiff eine elfmeterverdächtige Situation gegen der Clubangreifer Eduard Löwen.Trotzdem: Wie schon in den letzten Spielen ging halt nach vorne viel zu wenig zusammen. Da war nicht nur der erneut enttäuschende Winterzugang Ishak dran schuld, sondern auch die meist verunglückten Flanken, besonders von dem zudem oft zu langsamen Mannschaftskapitän Miso Brecko. Während der Club immer stärker auf den Ausgleich drängte, jedoch nur einen Pfostentreffer durch Mühl zustande brachte, ließ Hannover auf der anderen Seite ein paar hundertprozentige Konterchancen liegen.

Verdient hätte sich der Club den Ausgleich durchaus. Doch neben der schon bekannten Schwäche vor dem gegnerischen Kasten, fehlte diesmal auch das gnädige Eingreifen des Schiris. Dann kommt halt am Ende so eine unbefriedigende 1:0-Niederlage heraus, nach der morgen keiner mehr fragt. Immerhin bleibt festzuhalten: Der Club kann selbst gegen einen potenziellen Aufsteiger mithalten. Hätten wir einen solventen Mäzen wie 96 und demzufolge noch Guido Burgstaller mit dabei, hätten wir das wahrscheinlich gewonnen.

Endlich wird wieder Fußball gespielt


Zuletzt spielten sich beim Club die Ereignisse außerhalb des Platzes ab. Trainer Alois Schwartz musste nach der Derby-Pleite gehen und Interims(?)-Coach Michael Källner durfte übernehmen. Bereits im Vorfeld demonstrierte er einen neuen Stil. Während bei Schwartz das Glas meistens halbleer und die Klage über verletzte Spieler laut war, sprach Köllner von der Qual der Wahl. Mutig voran ging er auch bei der Aufstellung. Da feierte der 20-Jährige Eduard Löwen gleich mal sein Startelfdebüt. Insgesamt änderte Köllner gegenüber dem Fürth-Spiel auf sechs Positionen. Dass er dabei nicht bloß auf die Jugend setzte, war notgedrungen. Kirschbaum hatte sich im Training verletzt, also durfte Raphael Schäfer wieder einmal ran.

In der ersten Halbzeit hatte der Routinier aber praktisch keine Ballkontakte. Da sahen er und wir plötzlich einen ganz anderen Club. Der ließ hinten kaum etwas zu und erarbeitete sich nicht nur ein deutliches Übergewicht, sondern auch eine um die andere Chance. Bereits nach wenigen Minuten verzeichnete der FCN mehr Torszenen als im Derby während des gesamten Spiels. In der 15. Minute hätte es beinahe schon geklappert, aber Margreitters Kopfball traf nur den Pfosten. Nach 20 Minuten hätte sich die Überlegenheit eigentlich auch numerisch niederschlagen müssen. Behrendt, Bielefelds letzter Mann, foulte den durchgeeilten Möhwald, bekam aber von Schiri Koslowski lediglich die gelbe Karte serviert (Koslowski haben wir schon in unguter Erinnerung vom 5:4 in Bochum, so dass zumindest die Verwunderung klein blieb). Eine Viertelstunde später belohnte sich der Club dann endlich für den Druck, den er inszenierte. Der agile Salli passte schön zu Petrak, der den Ball rechts unten versenkte. Zur Pause war die Führung mehr als verdient und mancher der die zuletzt so blutleeren Vorstellungen unserer Mannschaft noch in Erinnerung hatte, rieb sich erstaunt die Augen.

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit leider ändern. Da gab der FCN plötzlich das Heft aus der Hand. Der Tabellenletzte aus Bielefeld kam stärker auf, belegte aber auch, warum er die schlechteste Auswärtsmannschaft ist und unten im Keller festhängt. Trotzdem bekam Schäfer dann noch zwei Mal Gelegenheit, sich auszuzeichnen und den Sieg sicherzustellen.

Eine Gelegenheit erhielt auch Dominic Baumann, der in der 83. Minute den ziemlich glücklosen Winterneuzugang Mikael Ishak im Sturm ersetzen durfte. Er fiel dann aber, auch mangels entsprechender Zuspiele, vor allem durch seine Frisur auf. Immerhin bewies Köllner mit seinem Einsatz abermals Mut.

Uns Fans bescherte das zu Ende der Spielzeit doch wieder auftretende Betteln um ein Gegentor das schon bekannt Nervenflattern. Insofern ist nicht alles neu nach dem Trainerwechsel. Zudem war Bielefeld auch zu limitiert, um dem Club die Schwachstellen aufzuzeigen. Aber immerhin gab es mal wieder ein Tor und einen Heimsieg zu bejubeln. Der war auch deshalb wichtig, um wieder etwas Luft zum Tabellenende zu erhalten.

Der FCN ist noch nicht so weit

Gegen Eintracht Braunschweig hatte der Club etwas gutzumachen. Mit 6:1 ging er im Hinspiel unter. Den Treffer für den FCN schoß der mittlerweile zu Schalke 04 abgewanderte Guido Burgstaller. Wenig Hoffnung für das Rückspiel machte zum einen das Fehlen des früheren Goalgetters. Zum anderen die Tatsache, dass der Club zuhause antreten musste. Da tut er sich nämlich in dieser Saison – wieder einmal – schwer. Das Spiel machen, das ist nicht so unser Ding.

Das mussten wir anfangs allerdings auch nicht. Da übernahm gleich mal die Eintracht die Initiative. Ganz offensichtlich hatten die den Plan (sowas kennen wir eher weniger), erstmal richtig Druck zu machen und den Club ins Hintertreffen zu bringen. Das gelang auch in der 23. Minute. Da spielte Hernandez die halbe FCN-Abwehr aus, passte zu Nyman, der nur noch ins Tor zu schieben brauchte. Eine Minute zuvor hatte Nyman schon den Pfosten getroffen.

Die Braunschweiger zogen sich daraufhin zurück und ließen den Club kommen. Wohl wissend, dass der da Schwierigkeiten hat. Zwar ergab sich die eine oder andere Chance. Zwingend war das aber fast alles nicht.

Nach der Pause stellten sich die Braunschweiger weiter hinten rein und warteten auf Konter. Ein Burgstaller wäre jetzt gut, dachten wir. Aber wir haben ja jetzt Abdelhamid Sabiri. Der wird eine halbe Stunde nach dem Führungstreffer von Matavz bedient, lässt den Eintracht-Verteidiger alt aussehen und markiert den inzwischen vollauf verdienten Ausgleich.

Danach spielte fast nur noch der Club, bei dem vor allem die angeblich noch nicht so weiten Youngsters die Akzente setzten. Patrick Kammerbauer zum Beispiel. Oder Dennis Lippert, der als sich der Tabellendritte dann doch wieder aufgerappelt hatte, in der 81. Minute für seinen bereits geschlagenen Keeper Kirschbaum auf der Linie rettete.

Doch obwohl der Club am Ende mehr zu bieten hatte als die kräftemäßig schon verausgabten Braunschweiger, reichte es dann nicht mehr zum Siegtreffer. Mancher hätte da wahrscheinlich früher frische Kräfte eingewechselt. Aber Trainer Alois Schwartz ist da bekanntlich zurückhaltend. Auch was die angeblich nicht so weiten jungen Spieler angeht, tritt er auf die Bremse und wünscht sich gleiches von den Clubberichterstattern. Sagen wir mal so: Es sind eher ein paar andere nicht so weit, um ganz oben anzugreifen.

Der Klassenerhalt ist noch drin

Die Hinrunde begann schon extrem bescheiden. Gegen Aufsteiger Dresden war da aber immerhin noch in 1:1 drin. Damals schoß Burgstaller den Treffer und der Schiri ließ so lange nachspielen, bis Dynamo dann doch noch traf.

Zum Rückrundenauftakt musste der Club ohne solche Hilfen auskommen. Wesentlich schwerer wog dabei aber das Fehlen des Hinspieltorschützen Burgstaller. Der wurde auf der linken Seite durch den Youngster Adelhamid Sabiri ersetzt. Und das nicht einmal schlecht. Zumindest nach vorne lief fast alles über die Seite des Debütanten. Allerdings kamen nach einer Anfangsphase, in der der Club eigentlich alles im Griff hatte, auch die Dresdner zunehmend über diese Seite vors FCN-Tor. Da offenbarten sich dann die Schwächen in der Defensive. Sabiri fehlte da noch die Abstimmung mit Linksverteidiger Sepsi und dem fehlten wieder einmal Übersicht und Durchsetzungsvermögen. Nach einer guten halben Stunde ließ er den Dresdner Berko vorbeiziehen, der dann unbehindert in den Strafraum flanken konnte, wo Heise nur noch einschieben brauchte.

Jetzt wurde auch ergebnismäßig deutlich, was sich schon auf den Rängen und akustisch manifestierte: die Dynamo-Übermacht. Von einem Heimvorteil konnte nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Der Club sah sich zwar irgendwie in der Rolle, das Spiel machen zu müssen, fand aber nicht die adäquaten Mittel. Vor allem fehlte jegliches Überraschungsmoment. So konnte man höchstens das stete Bemühen loben und hoffen, der Trainer würde in der Pause die richtigen Worte und die entsprechenden Stellschrauben finden.

Ein Trugschluss! Nicht nur, dass Schwartz den abermals indisponierte Sepsi wieder auf den Rasen schickte und den vorne vielleicht zu etwas mehr Wirbel fähigen Teuchert auf der Bank ließ: Es dauerte nicht einmal eine Minute bis Kirschbaum erneut hinter sich greifen durfte. Berko hatte sich in der geistig noch nicht voll präsenten Clubabwehr durchgesetzt und zum 2:0 erhöht. Dynamo spielte jetzt mit seinen 10.000 Fans im Rücken noch selbstbewusster auf und beim Club wurde die eh schon vorhandenen Defizite noch deutlicher: Keiner da, der die Mannschaft mal mitreißt, fehlendes taktisches Verständnis und die schon erwähnte Einfallslosigkeit. Erst nach einer Stunde sah sich der Trainer dann bemüßigt, doch zwei neue Spieler zu bringen. Auslöser war allerdings eine Verletzung von Kapitän Brecko. Kammerbauer und Teuchert kamen. Prompt wirkte Dynamo verunsichert. Der Club kam plötzlich zu Chancen und in der 72. Minute auch zum Tor. Lukas Mühl konnte nach einer Ecke den Ball ins Tor bugsieren. Ein Tor, das dem Club jetzt immerhin den Titel beschert, die längste Zeit wenigstens einen Treffer erzielt zu haben. Bislang lagen wir da gleichauf mit Wattenscheid.

Kaufen können wir uns dafür nichts. Zumal es dann bei diesem einen Treffer blieb. Das ganze Winterpausengeschwätz, die ewigen Durchhalteparolen und das Gefasel von der optimalen Vorbereitung: alles obsolet. Die Chance, doch noch nach oben schielen zu können, wurde nicht vertan, sie besteht – das muss man leider konstatieren – mit diesem Team leider nicht. Ob sie mit Burgstaller bestanden hätte, ist jetzt auch eine müßige Überlegung. Als einziges Ziel kann derzeit nur gelten, die Klasse zu erhalten, die Kasse zu konsolidieren und noch ein paar Youngsters an die 2. Liga ranzuführen. Der FCN-Winter wird wohl noch etwas länger andauern.

Mühsamer Jahresabschlusserfolg

Daheim machen sie dich ein. Das gilt beim Club in letzter Zeit leider öfter. Wobei diesmal der FC Kaiserslautern zu Gast war. Bei dem schien die Offensive kein Problem zu sein. Dafür stand die Frage im Raum, ob es gelingt, den Zu-Null-Königen einen reinzuballern. Entsprechend unansehnlich gestaltete sich dann auch die erste Halbzeit. Fehlpässe am laufenden Band, uninspiriertes Angerenne, planloses Rumgekicke bei gefühlter Überlegenheit des 1.FCN. Wobei dem zugute gehalten werden muss, dass ihm Schiedsrichter Markus Schmidt in der 20. Minute ein korrektes Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte. Das war dann aber schon das Highlight der ersten Hälfte im stark unterfüllten Frankenstadion.

In der zweiten Hälfte egalisierte der Club dann doch den bisherigen Rekord der SG Wattenscheid und traf im 38. Zweitligaspiel in Folge ins Tor (Behrens nach Ecke in der 51. Minute). Jetzt aber, dachten wir! Der Bann war schließlich gebrochen und der FCK hatte ja wochenlang kein Tor mehr erzielt. Doch nicht mit dem Club. Der ist bekanntlich ein Samariter. Der hilft jedem aus der Patsche und baut auch hoffnungslose Fälle auf.

Die Mannschaft ließ sich hinten reindrängen, wurde seltsam apathisch. Oft wurde der Club minutenlang in der eigenen Hälfte beschäftigt. In der 62. Minute hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn es nach einem Handspiel von Dave Bulthuis Elfer gegeben hätte. Die Warnung verpuffte freilich. Weiter bettelte der Club nach einem Kaiserslauterner Treffer. In der 78. Minute war es dann soweit. Völlig unüberraschend köpfte Zoua nach einer Ecke (das erste Tor nach einer Standardsituation für den FCK) den ziemlich haltbar aussehenden Ball ins Clubnetz.

Jetzt ließen es die Pfälzer wieder ruhiger angehen, ohne dass der Club richtig zwingend zurückkommen konnte. Aber wir haben ja Guido Burgstaller. Noch! Der hatte sich seinen großen Auftritt für die 90. Minute aufgehoben. Von Behrens freigespielt zog er im Strafraum ab und traf zum 2:1.

Am Ende ein versöhnlicher Jahresabschluss. Mit dem bereits bei den vorigen Spielen erwähnten bitteren Beigeschmack, dass der Matchwinner wohl die längste Zeit für den FCN die Kastanien aus dem Feuer geholt hat.

Mit Glück bei der Fortuna gepunktet

dpaDas Spiel in Düsseldorf war fast eine Blaupause zur peinlichen Heimniederlage gegen Sandhausen. Nur, dass diesmal der Club auf der Sonnenseite stand. Die Fortuna machte fast durchgehend das Spiel. Nur halt keine Tore. Der Club stand hinten zwar nicht ganz sicher, aber immerhin – auch dank der Rückkehr von Margreitter – stabiler als zuletzt. Und dann hatte der Club einerseits jenes Glück, das die Düsseldorfer diesmal nur im Namen hatten. Und andererseits mit Guido Burgstaller auch den abermaligen Matchwinner. Dazu kam, dass uns Schiedsrichter Rene Rohde in manchen Situationen zumindest nicht benachteiligt – oder sagen wir mal: zu unseren Gunsten genau hingesehen – hat. Zum Beispiel in der 28. Minute als der Düsseldorfer Bebou im Nürnberger Straßraum hinfällt. Dass da vor allem der Rasen dran Schuld war, wäre nicht allen DFB-Unparteiischen aufgefallen.

Da stand es allerdings bereits 1:0 für den Club. Bereits nach sechs Minuten machte Burgstaller seinen 13. Treffer in dieser Saison. Auf Vorlage von Miso Brecko übrigens, dessen Flanken sonst nicht unbedingt immer den eigenen Mann finden.

Das frühe Tor baute den Club natürlich auf. Düsseldorf rannte zwar weiter an. Aber, das kennen wir aus dem Sandhausen-Spiel: Für Überlegenheit und Ballbesitz kannst du dir nichts kaufen. Im Gegenteil: Das scheint eher zu lähmen und die Fehleranfälligkeit zu erhöhen. Folglich versiebten die Fortunen ihre durchaus vorhandenen Chancen meist kläglich.

Wenn die Heimmannschaft das Spiel macht und der Club nur reagieren muss, fällt andererseits auch jene in dieser Woche diskutierte Schwäche nicht so ins Gewicht: der fehlende Leader in der Abwehr. Wobei uns der schon seit dem Weggang von Timmy Simons fehlt. Aber das nur am Rande.

In der zweiten Hälfte bot sich das gleiche Bild. Düsseldorf fand nicht die geeigneten Mittel. Der Club wartete auf Konter. In der 66. Minute, also ziemlich genau eine Stunde nach dem 1:0, war es dann soweit. Diesmal legte Burgstaller super für Matavz auf. Der setzt sich dann gut durch und hebt den Ball ins Düsseldorfer Tor. Kurz darauf hatte der Club sogar noch die Chance, auf 3:0 zu erhöhen. Bei den Düsseldorfern kam jetzt zum nach wie vor vorhandenen Bemühen noch Verzweiflung hinzu. Aber dann endlich auch mal Glück, als der Schiedsrichter in der 87. Minute Ayhan für sein brutales Einsteigen gegen den eingewechselten Kammerbauer nicht mit Rot bestrafte. Allerdings hatte Schiri Rohde zuvor schon bei Burgstaller mal ein Auge zugedrückt. So dass wir uns auch hier nicht beschweren dürfen.

Alles in allem: Ein gelungener Ausflug nach Düsseldorf und eine Wiedergutmachung für das Sandhausenspiel.