Wohlwollensvorschuss

Manchmal ist es nicht verkehrt, erst mal einen Tag vergehen zu lassen, ehe man sich was von der Seele schreibt. Da kann man sich weitere Abgesänge und Schmähtiraden sparen, hat sich schon wieder so weit gesammelt, dass der Frust nicht mehr so übermächtig ist. Außerdem klingen einem auch noch die Worte das neuen Chefcoachs im Ohr, alle, die es mit dem Club gut meinen, müssten jetzt zusammenhelfen. Auch die Journalisten.

Also: Blicken wir nicht zurück, sondern nach vorne auf die beiden Relegationsspiele am 7. und 11. Juli. Gehen wir mal davon aus, dass die beiden „Notnägel“ Michael Wiesinger und Marek Mintal wissen, wo es hängt, schließlich war das ja kein neuer Stiefel, den die Mannschaft in Kiel zusammengespielt hat.

Dass die beiden bei ihrem früheren Wirken auf der FCN-Trainerbank eher semierfolgreich waren, geschenkt! Jens Keller, der viel zu lange das Vertrauen der Clubverantwortlichen genossen hat, hatte auch keine viel bessere Visitenkarte und schon mit dem FC Ingolstadt bewiesen, dass er eine von Namen und Kosten her zu ganz anderem prädestinierte Mannschaft locker in die dritte Liga führen kann. Anders als Keller und sein Co-Trainer Stickroth gehören Wiesinger und Mintal zu jenen, die beim Club nicht nur einen Job machen, sondern mit Herzblut beim Verein sind. Insofern besteht zumindest die Chance, dass da ein bisschen was auf die davon bislang eher unbeleckte Mannschaft abfärbt. Andererseits dürften es ihnen die Fans aber auch nicht allzu übel nehmen, wenn es dann in der Relegation doch nicht klappen sollte und der FCN in die dritte Liga muss. Was immer die beiden zusammencoachen, die entscheidenden Fehler wurden von anderen schon viel früher gemacht und diese Fehler dürften sich auch nicht abstellen lassen, indem man nur wieder mal „neue Impulse“ auf die Trainerbank setzt, ansonsten aber alles beim Alten belässt.

Trotzdem: Gestern noch war ich drauf und dran, diese Liebe dann endlich doch zu bereuen und die schriftliche Begleitung des „Ruhmreichen“ einzustellen. Am deutschen Fußball hält mich mittlerweile ohnehin kaum noch etwas, am Club waren es immerhin noch die Tradition und die anderen Fans. Verein und Mannschaft haben allerdings viel dazu beigetragen, unsereinem das Gefühl zu geben, dass ihnen Tradition und Fans ziemlich egal sind. Die Lösumg mit Wiesinger und Mintal ist somit immerhin ein Schritt in eine andere, richtige Richtung. Aber halt nur einer. Da müssen weitere folgen. Egal in welcher Liga.

Hilferuf nach Fürth

Blogbeiträge nach Cluberfolgen werden immer besser geklickt, als nach Niederlagen oder drögen Unentschieden. Da will man dann möglichst nicht daran erinnert werden und sucht woanders Ablenkung. Insofern hätten wir hier die Chance nutzen sollen und das 6:0 in Wiesbaden gebührend abfeiern müssen. Doch interessieren uns Zugriffszahlen? Mitichten!

Deshalb ließen wir die Klicks liegen, feierten verhalten und hakten das Ganze erst einmal unter „unerklärlicher Ausrutscher“ ab. Bei den Mitkonkurrenten aus Osnabrück oder Karlsruhe kursierten ja schon Verschwörungstheorien, die verdammt an das 5:1 der Frankfurter gegen Kaiserslautern erinnerten, weswegen der fast schon gesicherte FCN dann 1999 doch noch abgestiegen ist. Gab es da Absprachen, waren gar Drogen oder Schmiergelder im Spiel?

Nun ja! Auch in der Hinrunde gab es mit dem 4:0 in Hannover schon so einen „Ausrutscher“, der dann aber nur den Blick auf die Realitäten verstellte und allenfalls den Beweis erbrachte, dass die Mannschaft zwar gewinnen kann, aber halt nur wenn Ostern und Weihnachten zusammenfallen, also wenn alles passt und der Gegner vorwiegend mit sich selber zu tun hat.

Insofern wollten wir erst einmal das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart abwarten. Da war der Club dann prompt wieder der Alte. Nichts zu sehen vom gewonnenen Selbstvertrauen, von umgestoßenen Bock oder von den – schon wieder nach oben geschriebenen – Unterschiedsspielern. Der Club fing – wie gewöhnlich – ganz nett an. leistete sich dann aber bereits in der 11. Minute den ersten Fehler (diesmal war es Margreitter, der pennte) und lag prompt 0:1 hinten. Danach lief es so, wie wir das noch aus Erstligazeiten bei frühen Rückständen gegen überlegene Teams kennen: Die „Mannschaft“ fiel in sich zusammen. Beim VfB wunderter man sich ein ums andere Mal, wie einfach gegen den Club Torchancen generiert werden konnten. Am Ende kassierte der FCN genau jene sechs Tore, die er gegen Wiesbaden noch geschossen hatte. Und damiti war er sogar noch gut bedient. Der jetzt als Aufsteiger feststehende VfB hätte nämlich locker noch mehr Treffer erzielen können gegen eine völlig desolate Clubabwehr. Wobei die Kritik an der Abwehr nur das eine ist. Nach vorne ging nämlich auch nichts. Da bestand 90 Minuten lang eigentlich nie Gefahr für den Stuttgarter Keeper Kobel. Das Ergebnis war also auch in der Höhe mehr als verdient.

Verdient hätte diese Truppe nach diesem Auftritt auch den Abstieg in die dritte Liga. Dass der mittlerweile – zumindest auf direktem Weg – nicht mehr möglich ist, haben wir den Darmstädtern zu verdanken, die gegen Wehen-Wiesbaden gewonnen haben. Am nächsten Sonntag geht es also nurmehr darum, wer in die Relegation muss, der KSC oder der FCN.

Der Club hat zwar zwei Punkte Vorsprung, muss aber noch nach Kiel, während der KSC in Fürth gewinnen muss. Da die Hoffnung, die Kieler zu schlagen, nach dem heutigen Auftritt nicht allzu groß ist, sind wir wohl auf die Hilfe des Kleeblatts angewiesen. Schlimmer kann eine Demütigung kaum sein.

100 Jahre Einsamkeit

Der Club ist ein Weißt-du-noch?-Verein geworden. Nie war das so deutlich, als vor dem Frankenderby. Angesichts der gegenwärtigen Tristesse wurde da nur noch erinnert. Nicht nur an die erste Meisterschaft vor 100 Jahren , auch die „Legende“ und Heiner Stuhlfauth wurden zitiert. Und wenn das passiert, weiß der Clubfan: Jetzt ist es ernst.

Doch beim Club kann man offenbar nicht mal mehr mit der Historie umgehen. Gegen die Fürther lief die Mannschaft in Weiß auf. In Weiß!

Sportlich gesehen waren die Prämissen eigentlich optimal. Die Fürther hatten nach der Corona-Pause noch nichts gerissen und waren vor dem Derby das schwächste Geister-Team. Zudem konnte sich der Club erholen, während die Greuther unter der Woche noch zum Nachholspiel gegen Dresden ran mussten. Eine Prise Selbstvertrauen dürfte man zudem durch das Unentschieden beim Tabellenführer getankt haben. Wobei da schon wieder der realistische Blick verstellt wurde, denn spätestens das freitägliche Unentschieden von Sandhausen in Bielefeld hätte den Clubverantwortlichen die Augen öffnen müssen, dass die Arminia inzwischen in den Safety-Modus geschaltet hat und das 1:1 in Bielefeld nicht überbewertet werden sollte.

In der ansonsten ziemlich öden ersten Hälfte waren es vor allem zwei energische Balleroberungen durch Valentini und Schleusener, die kurz andeuteten, wie es gehen und der ersehnte Dreier eingefahren werden könnte. Letztlich verpufften allerdings die Angriffsbemühungen. Da auch Fürth sich dem gemütlichen Sommerfußball angepasst hat, hätte man von einem 0:0 ausgehen können, wäre da nicht jene clubeigene Fähigkeit der Selbsteinschläferung. Die führt dann immer zu Konzentrationsmängeln und dazu, dass der Gegner mit relativ bescheidenen Mitteln doch noch zum Torerfolg kommt. Wie Fürth in der 56. Minute durch Raum.

Danach offenbarte sich erst das ganze Dilemma des aktuellen Clubkaders. Da ist keiner, der sich noch aufbäumt, keiner dem mal was Originelles einfällt. Strukturen sind in dieser Mannschaft ohnehin nicht erkennbar. Zudem scheint inzwischen jedem klar zu sein, dass die Einkaufspolitik vor der Saison ein Schuss in den Ofen war. Dovedan saß noch nicht einmal auf der Bank, und Geis wartete dort vergeblich auf die Einwechslung. Sorg soll zudem Konditionsprobleme haben, kam dann aber ebenso wie der formschwache Kerk trotzdem noch als „Retter“ auf den Platz. Zu retten gab es da aber nichts mehr. Es blieb beim 0:1.

Dass ein Derby, und dann auch noch so, verloren wird, hätte uns zu früheren Zeiten noch auf die Palme gebracht. Inzwischen ist vieles anders. Man weiß noch nicht einmal, ob man den drohenden Abstieg beklagen oder herbeiwünschen soll, zumal einem dann solche Derbys erst einmal erspart blieben. Genausowenig weiß man, wen man beim Club als erstes ersetzen soll. Selbst die Trikotverantwortlichen scheinen dort nur noch falsche Entscheidungen zu treffen. Vom Erfolg ist dieser Verein wirklich 100 Jahre entfernt.

Mit Glück und Grethlein

Inzwischen habe ich mir wieder ein paar Spiele angetan. Auch die vom Club. So ganz kann man es dann doch nicht lassen.

Wenn man ohne Vertrag woanders mitgucken kann und daher nichts zahlen muss, fällt einem aber leider auch auf, dass man immer noch Zeit investiert. Zeit, die man eigentlich für vieles sinnvoller nutzen und unterhaltsamer verbringen könnte. Oben steuern die Bayern ihren drölfzigsten Titel an. Unten wird der Club nur durch die Hilfe der Gegner noch einigermaßen am Leben gehalten. In der ersten Hälfte des Heimspiels gegen Aue wäre ich beinahe weggenickt. Spielerisch und kämpferisch kommt da gar nichts. Nicht einmal akustisch. Die Clubspieler haben offenbar besonders große Angst vor Tröpfcheninfektion und taumeln deshalb stumm in Richtung 3. Liga. Der ebenfalls ziemlich ruhige Trainer Jens Keller scheint mit seinem Latein ohnehin am Ende (dürfte sich eher um das kleine Latinum handeln), was sich auch in dem hilflosen Wortgeschwurbel widerspiegelt, mit dem er die Lokalpresse abspeist.

Einzig Aufsichtsratschef Thomas Grethlein ist mit verbalen Supportversuchen im fanentleerten Stadion zu hören. Außer „FCN“ und „Weiter“ hatte er aber nichts auf der Platte. Da erkennt man erst, wie originell doch die Fans sind. Wobei es auch da Ausnahmen gibt, zum Beispiel wenn fast eine Halbzeit lang bloß das hier gebrüllt wird. Die Leistungen der Fans verhalten sich da anscheinend umgekehrt proportional zu denen auf dem Platz.

Im Heimspiel gegen Aue schien zumindest Kapitän Hanno Behrens dem „Weiter“ seines AR-Vorsitzenden Gehör zu schenken. Sein energischer Vorstoß führte dann wenigstens zum Ausgleich.

In Regensburg war es mit dem von Keller geschmähten Ishak ebenfalls einer der „Alten“, der uns endlich mal ein Feldtor bescherte. Aber egal, auf welcher Seite das Tor fällt, beim FCN scheint das immer Lähmung und Zurückschalten in den Verwaltungsmodus zu bedeuten. Gegen den Jahn ging das sogar eine Zeit lang gut. Statt jedoch nach den beiden Aluminiumtreffern aufzuwachen und das eigene Glück nicht weiter zu strapazieren, bettelte der Club so lange bis er 1:2 in Rückstand lag. Dass dann in der Nachspielzeit noch der kaum erwartbare Ausgleich durch den derzeit besten Clubstürmer (Eigentor) fiel, dürfte höchstens dazu dienen, den trostlosen Auftritt wieder irgendwie schönzureden. In der Tabelle hat sich der Abstand zum Mittelfeld für den Club weiter vergrößert. Möglicherweise muss so lange gezittert werden, bis Dresden seine beiden Nachholspiele absolviert hat.

Andererseits ertappe ich mich mittlerweile bei dem Gedanken, ob nicht ein Abstieg und eine völlige Neuorientierung für den FCN besser wäre als eine irgendwie glücklich zustande gekommene Verlängerung des jetzt noch deutlicher zu Tage tretenden Trauerspiels. Ohne Fans ist der Club, noch mehr als andere Vereine, ein Nichts.

Doch wie soll eine solche Neuorientierung stattfinden? Bekanntlich gibt es nichts Richtiges im Falschen. Einige Fankommentatoren schlagen da vor, das Rad der Zeit um etwa 15 Monate zurück zu drehen, Köllner und Bornemann wieder zu holen und stattdessen die, für deren Entlassung verantwortlichen „Amateure“ in die Wüste zu schicken. Die Beiträge unserer Scoutingabteilung machen Bornemanns reservierte Haltung, was Neuverpflichtungen anging, nachträglich verständlich. Aktuelles Beispiel ist der, lediglich durch seinen Fehlschuss im Derby aufgefallene, Iuri Medeiros, der jetzt an Braga abgegeben werden soll.

Kosten minimieren dürfte beim Club wieder oberstes Gebot werden. Guter Fußball für die Fans interessiert da eher weniger. Ohnehin weiß keiner genau, wie es nach der Saison weiter geht. Im August dürfte es bestimmt noch keinen Impfstoff geben. Ob wir gegen Fürth oder gegen Würzburg nicht hin dürfen, ist dann auch egal.

Immerhin scheint Grethlein – trotz stark limitierter Mittel – erkannt zu haben, dass es beim Produkt Fußball auch um Unterhaltungswerte geht. Das ist schon mal ein Hoffnungsschimmer. Vielleicht finden sich ja in der Möchtegern-Kulturhauptstadt noch ein paar – derzeit ohnehin beschäftigungslose – Künstler, die wenigstens das mit der akustischen Unterstützung ein bisschen besser hinbekommen.

Ein Letztes:

Kleines Lebenszeichen

War´s das? Das hatten wir vor gut fünf Wochen gefragt. Seitdem gab es hier kein Lebenszeichen mehr. Kein Spiel, kein Glubb-Weekly, keine Antwort auf die Frage.

Andererseits, was hätten wir schreiben sollen? Uns am Gestochere im Nebel beteiligen? So tun, als würde in ein paar Tagen alles weiter gehen wie gewohnt? Natürlich hätten wir die mehr oder weniger hilflosen Statements der Protagonisten aufblasen können. Aber das machen schließlich schon die – derzeit ansonsten weitgehend beschäftigungslosen – Sportkollegen.

Im Gegensatz zu diesen ist man als Blogger in der komfortablen Lage, einfach mal die Klappe halten zu können. Zumal im Augenblick das, was nicht gesagt und getan wird, dem Patienten Fußball mehr hilft, als alle aktionistischen Rettungsversuche. Der Fußball war nämlich – und da sind sich die meisten Fans einig  – schon vor Corona krank. Inzwischen fällt das auch dem Letzten auf. Zum Beispiel hier.

Unser philosophisch gebildeter Aufsichtsratsvorsitzender hat daher darauf verwiesen, dass jeder Krise auch eine Chance innewohnt. Dem kann man nur zustimmen. Hoffentlich nutzt der Fußball sie nicht so wie Medeiros in Fürth oder Baumann 1999 gegen Freiburg.

Auch für den FCN im Speziellen bietet die Krise eine Chance. Beispielsweise die, den zuletzt immer noch drohenden Abstieg zu vermeiden; egal, ob die Saison noch irgendwie zu Ende gegurkt oder ob ein Schlussstrich darunter gezogen wird. Während in letzterem Fall wohl niemand absteigen dürfte, wäre der Club für Geisterspiele mental wohl besser gerüstet als die Konkurrenz. Ein Heimvorteil war bislang eh nicht auszumachen, zumindest parziell leere Ränge kannten die Spieler schon und dank der Aschenbahn drang die Fanunterstützung ohnehin moderater ans Spielerohr als anderswo.

Auch wir Clubfans tun uns mit dem Shutdown etwas leichter. Freudlosigkeit herrschte bereits,  als noch gespielt wurde. Auf einen Abstieg konnten wir uns ebenfalls schon einstellen. Wenn man da nicht alleine leidet, sondern der gesamte Profifußball mitabsteigt, ist das leichter zu ertragen. Oder anders gesagt: Wenn Bayern, Leipzig, Dortmund oder Schalke von ihren hohen Rössern runter müssen, amüsiert sich der, der ohnehin nur auf einem Pony unterwegs ist.

Also: Haltet weiter durch! Die aktuelle Durststrecke ist für einen guten Zweck. In jeder Hinsicht.

Die SPD des Fußballs

Man könnte im Rückblick auf 2019 fast witzeln, dass der 1.FC Nürnberg seine Trainer  genauso rasch wechselt wie die SPD ihre Vorsitzenden. 2019 benötigten die Genossen sechs Chefs und der Club vier Übungsleiter. Ein Vergleich, der auch deswegen passt, weil weder der Traditionsverein noch die stolze Partei 2019 aus ihrem Dauertief herausgekommen sind.


Allerdings bewies der Club mehr Geduld mit Michael Köllner als die SPD mit Andrea Nahles. Denn er durfte 21 Spieltage bleiben, obwohl dem 1.FC Nürnberg in der Hinserie 2018/19 nur zwei Siege glückten und er als Tabellenletzter überwinterte. Und 2019 ging so weiter, wie 2018 aufgehört hatte – mit Enttäuschungen und Pleiten. Nach zwei Niederlagen und einem Remis schied der Club im Pokal bei Zweitligist Hamburger SV aus und leistete sich anschließend eine 0:2-Niederlage im Kellerduell beim späteren Mitabsteiger Hannover 96.   Erst dann war Schluss für Köllner, mit ihm ging Sportchef Andreas Bornemann, der sein Schicksal mit dem des Trainers verknüpft hatte.


Köllners Assistent Boris Schommers übernahm für die verbleibenden 13 Spiele und startete mit einem 0:0 gegen Borussia Dortmund sehr solide. Letztlich aber war der Kader zu schwach für die Bundesliga. Unter Schommers verlor der Club zunächst zwar knapper als unter Köllner, aber er verlor. So baute der FCN seine Sieglos-Serie auf 20 Bundesligapartien aus, bis am 27. Spieltag mit einem 3:0 gegen den FC Augsburg endlich der dritte Saisonsieg gelang. Es sollte der letzte bleiben. Immerhin trotzte man den Münchner Bayern noch ein 1:1 ab, was aber deren siebten Meistertitel in Folge auch nicht verhindern konnte.  Die Saison endete mit zwei Packungen – nach dem 0:4 gegen Mönchengladbach war der Abstieg auch rechnerisch besiegelt, und zum Saisonabschluss leistete sich der Club ein 1:5 in Freiburg.

Platz 18 mit nur 19 Punkten und drei Siegen – selbst in der Horrorsaison 1983/84 hatte der FCN  viermal gewonnen. Damals war der Altmeister aber angesichts prominenter Neuzugänge wie Manfred Burgsmüller mit großen Erwartungen in die Saison gestartet, diesmal kam der Abstieg indes wenig überraschend.

Im Sommer kamen viele neue Gesichter an den Valznerweiher – darunter auch  Coach Damir Canadi. Der durfte aber auch nur zwölf  Spieltage bleiben. In den ersten vier Partien gelangen noch zwei 1:0-Siege in Dresden und gegen Osnabrück, doch in den folgenden acht Spielen holte der Club nur noch einen „Dreier“, und zwar beim 4:0 in Hannover. Nach dem 1:3 in Bochum musste Canadi im November gehen. Vereinsikone Marek Mintal übernahm für ein Spiel und musste eine 1:5-Klatsche gegen Bielefeld erleben. Cheftainer Nummer vier, Jens Keller, konnte  auch erst im fünften Spiel dreifach punkten, aber mit dem 2:0 gegen Dresden hat man wenigstens einen versöhnlichen Jahresabschluss geschafft und zugleich einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf auf Distanz gehalten.


Denn eben dort, im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga, befindet sich der Club nach 18 Spieltagen. Mit 19 Punkten (immerhin so viele wie in der gesamten Vorsaison) belegen die Nürnberger Rang 16 und müssten nach derzeitigem Stand gegen den Dritten aus der Dritten Liga Relegationsspiele um den Klassenerhalt bestreiten. In eben dieser  Dritten Liga haben die Ex-Trainer Köllner und Schommers übrigens die Traditionsklubs 1860 München und Kaiserslautern zuletzt auf Kurs gebracht.


Beim Club muss Bornemann-Nachfolger Robert Palikuća in der Winterpause wohl vor allem die Abwehr verstärken, wenn man den Tabellenkeller verlassen will. Mit dem Toreschießen klappt es ganz gut, aber die Defensive zeigte sich  chronisch instabil – so verspielte der Altmeister zum Beispiel 2:0-Führungen gegen Heidenheim sowie Kiel (jeweils 2:2) und kassierte bereits 34 Gegentore, nur Wiesbaden (35) und Karlsruhe (36) sind noch anfälliger.


Schafft der 1.FC Nürnberg die Wende? Nach dem katastrophalen Jahr 2019 kann es eigentlich nur besser werden. Aber das dachte die SPD auch oft, etwa nach der Bundestagswahl 2009. Doch später kam es dann noch schlimmer – und auch der Austausch von Vorsitzenden half auf Dauer nicht…

Peinlicher Saisonabschluss

Die Woche:

  • Es hat nicht geklappt. Inzwischen gibt es anderswo (hier, hier oder hier) genügend Analysen, warum es für den Club sofort wieder runter ging. Deshalb hier erstmal nur so viel: Letztlich gilt für die gesamte Saison das, was fast nach jedem Spiel zu bemängeln war: Die Mannschaft wollte, konnte aber nicht und der erhoffte Lerneffekt stellte sich nicht (bzw. nur teilweise und zu spät) ein; was allerdings auch an fehlender Erfahung des Lehrpersonals lag. Vom einjährigen Bundesligaausflug bleibt vor allem das quälend lange Sterben der Hoffnung kleben. Zum Schluss führte das sogar zu einem abstrusen Wunderglauben, nach dem Motto: Es muss doch einen Grund geben, dass wir immer noch eine Chance haben. Der Erstliga-Ausflug trug immerhin zur weiteren finanziellen Konsolidierung des Vereins bei. Ohnehin das oberste Ziel bei den FCN-Verantwortlichen. Nun gehts also wieder gegen Aue oder Fürth. Der Hamburger SV ist überraschenderweise auch dabei, was zwar gut ist für die Finanzen, nicht aber für die Mission Wiederaufstieg.
  • Klar ist mittlerweile: Boris Schommers bleibt nicht beim Club. Ein Wunderheiler war er halt ebenfalls nicht. Alles Gute!
  • Bereits am Montag wird Peter Hermann beim Club erwartet. Er soll als Sportdirektor fungieren. Palikuca kennt ihn noch von Fortuna Düsseldorf, von wo ihn die Bayern für eine Rekordablöse als Co-Trainer für Jupp Heynckes losgeeist hatten. Die Älteren von uns erinnern sich an ihn noch als Co-Trainer von Michael Oenning. Viele halten ihn für den Vater des Düsseldorfer Höhenflugs. Sieht so aus als wolle der FCN eine Art Fortuna 2.0 werden.
  • Dazu passt dann auch die Meldung, dass der Club den Düsseldorfer Angreifer Marvin Ducksch auf dem Zettel hat.
  • Womit wir bei der beliebten Rubrik „Wer geht, wer bleibt?“ wären. Da hat sich dieser Tage der Nebel noch nicht weiter gelichtet. Den aktuellen Zwischenstand erfahrt ihr hier.

Das Spiel:

Wenn sich beim Club auch noch das Gefühl einschleicht, dass eh nichts mehr geht, dann wird die fehlende Erstligatauglichkeit erst richtig offensichtlich. Spielerisch und mit nur 99 Prozent Einsatz geht gar nichts. Das wurde dann auch beim – letztlich nicht mehr relevanten – Saisonabschluss in Freiburg deutlich.

Nichts wars mit dem Ehrgeiz, wenigstens den ersten Auswärtssieg landen zu wollen. Bereits in der 7. Minute klapperte es. Der Freiburger Terrazzino ließ vier Clubabwehrspieler stehen und markierte das 1:0. Die Breisgauer machten das Spiel. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das 2:0 fällt. Die Zeit war in der 34. Minute gekommen. Waldschmidt schießt, Margreitter fälscht noch ab, so dass Mathenia schlecht aussieht.

In der zweiten Hälfte ging es ähnlich weiter. Beim Club war kein Aufbäumen, kein Widerstand erkennbar. Früher hätte man gesagt, da brechen alle Dämme. Aber letztlich brach nur fehlende Qualität durch. Und so durften die Freiburger, für die es höchstens um gute Stimmung ging, locker und relativ ungehindert nachlegen. Zweimal Petersen und einmal Grifo erhöhten auf 5:0. Danach schaltete die eh schon nicht die volle Leistung abrufende Heimmannschaft noch einen Gang runter. So konnte ausgerechnet Eduard Löwen, der den Club bekanntlich verlässt, eine gewisse Bundesligatauglichkeit nachweisen und in der 70. Minute per Weitschuss den Ehrentreffer erzielen.

Letztlich passte der blamable Auftritt in Freiburg aber zur gesamten Saison. Gerade einmal drei Siege und traurige 19 Punkte: Deutlicher kann eine Mannschaft eigentlich nicht demonstriert bekommen, dass sie da oben nichts zu suchen hat.

Ein Letztes:

Was die Dauerkarte für die kommende Saison kostet, ist noch unklar. Ungeachtet dessen sollen wir dem Club schon jetzt eine Einzugsermächtigung erteilen, wenn wir eine Dauerkarte (die sich übrigens automatisch verlängert) bekommen wollen. Wenn irgendein Internethändler so ein Geschäftsgebaren an den Tag legen würde, wäre der Aufschrei groß.

Wieder im Fahrstuhl

Die Woche:

  • Irgendwo hatten wir immer noch eine vage Hoffnung. Aber letztlich war die durch nichts begründet. Schon seit Monaten stehen die Zeichen auf Abstieg. Dass der erst nach dem vorletzten Spieltag feststeht und das bei gerade mal 19 Punkten, grenzt eigentlich an ein Wunder. Normalerweise hätte ein derart miese Bilanz eine mehrmonatige Abschiedstour bedeutet. Andererseits beweist das auch, dass es wohl noch nie so einfach war, drinzubleiben.
  • Dem als neuen Clubtrainer gehandelten Damir Canadi eilt ein etwas zweifelhafter Ruf voraus. Menschlich sei er schlimm wird kolporiert. Der Österreicher wird im Umgang gern mal mit Peter Pacult verglichen. Allerdings habe der wenigstens gewusst, „dass er nicht Gott ist“. Allerdings springt Canadi auch mit Journalisten nicht gerade respektvoll um. Vielleicht hat dann wenigstens das Kuscheln dort ein Ende.
  • Apropos Kuscheln: Vor diesem Hintergrund fällt es dann auch kaum auf, ob der neue Clubvorstand vom Verein selber oder von anderweitig bezahlten Journalisten interviewt wird.
  • Einen Trainer, der im nahen Erlangen geboren und beim Club groß geworden ist, und der von daher gut zum FCN passen würde, hat sich jetzt laut Bild der 1. FC Köln geangelt: Achim Beierlorzer.
  • Defizite bei einem gewissen Herrn Sabiri auszumachen, ist nicht schwer. Zumal der frühere Clubspieler inzwischen – meistens als Ersatzspieler – mit seinem Verein aus der ersten englischen Liga abgestiegen ist. Dass er sich jetzt mit seinem alten Verein beschäftigt, mag man als Nachtreten bezeichnen. Ein Schuh wird aber auch draus, dass ihn Bornemann und Köllner los haben wollten und die beiden jetzt nicht mehr da sind. Für eine Rückführung zum FCN gibt es aber wohl noch andere Hinderungsgründe.
  • Besagter Andreas Bornemann hat inzwischen beim FC St.Pauli als Sportdirektor angeheuert. Beim Club hätte er zwar noch bis nächstes Jahr Vertrag gehabt, aber dort ist man froh, ihn von der Gehaltsliste streichen zu können und zahlt ihm sogar noch eine Abfindung von 150.000 Euro.
  • Die U19 des FCN ist leider ebenfalls abgestiegen. Trotz eines 4:0 im letzten Spiel gegen die Stuttgarter Kickers geht es runter in die Bayernliga.
  • Keine schlechte Taktik, dort, wo erfolglose Vorgänger gebremst haben, Gas zu geben. Sportvorstand Palikuca kann sich eine Pinola-Rückkehr durchaus vorstellen.

Das Spiel:

Verletzungsbedingt musste Trainer Schommers diesmal umstellen. Ewerton und Pereira, mit die besten in den letzten Wochen, fehlten. Margreitter und der zuletzt nicht mal auf der Bank sitzende Misidjan kamen dafür rein. Letzterer ewar noch in Aktivposten. Bis zum Strafraum sah das beim FCN teilweise sogar ganz gut aus. Dann fehlten jedoch immer ein paar Millimeter, wurde oft die falsche Entscheidung getroffen oder zu durchsichtig gespielt. Das zog sich leider halt schon durch die gesamte Saison. Mönchengladbach hatte zwar auch zwei, drei gute Chancen, überzeugte insgesamt aber kaum. Eine konkurrenzfähige Bundesligamannschaft hätte da längst führen müssen. Die Abstiegskonkurrenz machte das vor. Während Stuttgart und Hannover vorne lagen, ging es in Nürnberg torlos in die Kabine.

Roch es da schon streng nach Abstieg, kam dann in der 56. Minute der KO. Ausgerechnet Ex-Clubspieler Drmic war es, der Mönchengladbach in Front brachte und den Club den letzten Zahn zog. Danach war die Sache eigentlich gegessen, zumal der VfB Stuttgart und Hannover nachlegten. Selbst wenn jetzt doch noch wundersamerweise jemand entdeckt hätte, wie das geht mit dem Tore schießen, es hätte nichts mehr gebracht.

Stattdessen brach der Club danach ein. Gladbach legte noch drei Dinger nach. Genau genommen nur zwei. Denn das 0:2 war ein Eigentor von Lukas Mühl.

So wurde dann eben auch deutlich, was passiert, wenn der Einsatz nicht hundertprozentig stimmt. Dann geht der Club unter. Stimmt er, dann reicht es aber auch nicht zum Sieg. Insofern ist der Abstieg folgerichtig. Jetzt wahrscheinlich auch noch als Tabellenletzter mit traurigen 19 Punkten.

Als erstklassig erwiesen sich hingegen die Fans, die den FCN trotz des 9. Abstiegs feierten und Maximilian Kerners „Iech bin a Glubberer“ intonierten.

Ein Letztes:

Palikuca könnte in jedem Film den Mafia Boss spielen. #fcn— Chris1900 (@1fcn_1990) 9. Mai 2019


Es reicht vorne und (vor allem) hinten nicht

Die Woche:

  • Er möchte gerne einen Bundesligaverein trainieren, hatte David Wagner bei seinem Abschied in Huddersfield gesagt. Huddersfield? Spielt da nicht das im Unfrieden vom Club geflüchtete Talent Abdelhamid Sabiri? Nun ja, vielleicht erwägt Wagner ja, sich mal die gute Nachwuchsarbeit bei Sabiris Ex-Verein aus nächster Nähe und in verantwortlicher Position anzuschauen.
  • Was die angekündigten Neuverpflichtungen angeht, steht der Club bislang bloß am Schaufenster und drückt sich die Nase platt, während die anderen zuschlagen. Kingsley Schindler, der beim FCN auf der Wunschliste stand, geht zum 1. FC Köln. Dort hat er wahrscheinlich eine bessere Perspektive, verdient mehr Geld und kennt auch den Trainer. Unser Trainer dagegen kennt halt… Fuchsmühl.
  • Ebenfalls nach Köln wechselt Florian Kainz.  Auch der bisher bei Werder Bremen spielende Stürmer war beim Club im Gespräch.
  • Obwohl eigentlich gerade niemand zum Feiern zumute ist („Gruselstimmung„), wenn der Sponsor zufrieden gestellt werden muss, schmeißt man sich eben doch in Schale und nimmt ein paar Häppchen zu sich. Beim Neujahrsempfang des FCN ging es aber nicht nur darum, die Nürnberger Versicherung bei der Stange zu halten, auch Schiedsrichter waren eingeladen. Hilfe kann man schließlich auch von dieser Seite gebrauchen.
  • Bei dieser Gelegenheit tauchte auch Meeske-Nachfolger Niels Russow aus der Versenkung auf. Weil schöne Worte allein nichts zählen, präsentierte er dabei  einen Vorschlag: eine eigene Clubbude auf dem Christkindlesmarkt. Vielleicht könnte man da gleich die löchrige Clubabwehr reinstellen. „Jeder Schuss ein Treffer!“
  • Lothar Matthäus ist gleichfalls wieder aufgetaucht. Als „Orakel“ bei Sport-Bild. Er tippt den BVB als Meister und den Club als ersten Absteiger. Hoffen wir, dass die Fußballrealität nicht so öde ist, wie ihre „Experten“.

Das Spiel:

Keine Neuzugänge in der Winterpause. Trotzdem liefen im vereisten Morlock-Stadion ein paar (gefühlte) Neuzugänge auf. Die verletzungsbedingt länger ausgefallenen Ewerton, Valentini, Löwen und Mathenia konnten wieder eingreifen und verhindern, dass Clubtrainer Köllner mit irgendeiner Aufstellungsüberraschung aufwarten musste. Trotzdem änderte sich auch mit der mutmaßlich besten Elf wenig am Gesamtauftritt. Der Club werkelte bemüht im Mittelfeld, doch alles war viel zu umständlich angelegt und letztlich zu unpräzise, um wirklich Gefahr für das Hertha-Tor heraufzubeschwören. Hinten lief es dann leider auch wie immer. In der 15. Minute hebelten Selke und Ibisevic mit einem einfachen Doppelpass unsere Viererkette aus und der Club lag mal wieder hinten.

Dass es nicht bei diesem Rückstand blieb, hatten wir dann aber doch einem schmerzlich Vermissten zu verdanken. Eduard Löwen ging nach einer Ecke Risiko drosch den Ball scharf in Richtung langes Hertha-Eck, wo Kapitän Hanno Behrens eindrücken konnte: 1:1. Der Club hatte endlich mal wieder ein Tor erzielt. War das die Wende?

Leider nein! Schon nach fünf Minuten in Hälfte zwei gingen die Berliner wieder in Front. Wieder aus dem nichts und wieder war es viel zu einfach, wie da der Torschütze (Duda) freigespielt wurde.  Immerhin musste sich der Club nicht vorwerfen lassen, sich aufzugeben oder hängenzulassen. Mit Herz und Leidenschaft, aber leider halt nicht mit Ideen und Zielstrebigkeit, ging es weiter nach vorne. Dazu half dann auch der Schiedsrichter nicht mit. Zwei Mal hätte Winkmann durchaus Elfmeter geben können, aber so ist das eben, wenn man unten drin steht, dann wird die absurde Handregel plötzlich mal nachvollziehbar ausgelegt (keine Absicht von Stark).

Und während unsere Elf sich weiter wacker aber erfolglos abrackerte, klapperte es abermals in Mathenias Kasten. Wieder war Duda sträflich frei und erhöhte auf 3:1. Danach war die Luft natürlich raus. Bei dem Aufwand, der beim Club für ein Tor betrieben werden muss, glaubten nicht mal Vereins-Euphoriker mehr an eine Wende. Schließlich war es dann vor allem Mathenia zu verdanken, dass es bei den drei Toren für die Hertha blieb.

Inzwischen kann man allerdings nicht mehr sagen, der Club habe Lehrgeld gezahlt. Neue Lehren waren da nicht dabei. Nur die Erkenntnis, dass es entweder nicht reicht oder dass aus den alten Lehren nicht die nötigen Konsequenzen gezogen wurden.

 

Ein Letztes:

Warum Köllner das Lachen noch nicht verlernt hat (mehr dazu auf Twitter):

Wenn du Salli Fußball spielen siehst. #fcn pic.twitter.com/5peHyw4nAx— Hob Hammkowski (@Harry_Hammer84) 17. Januar 2019

„Aber Peter Laudenklos ist doch der Chef des NLZ?“ #fcn pic.twitter.com/lddJhyjbW1
— SchoensteKind (@SchoensteKind) 17. Januar 2019

In Unterzahl ans rettende Ufer


Na also. Mit dem 2:1 gegen Erzgebirge Aue hat der Club zwar noch nicht die magische 40-Punkte-Marke erreicht (38 sind es jetzt), aber der Ligaverbleib dürfte trotzdem kaum mehr in Gefahr geraten. Das rettende Ufer scheint erreicht. Der Sieg ist umso höher zu bewerten, weil Aufsteiger Aue zuletzt sechs Spiele ungeschlagen geblieben war und der Siegtreffer auch noch in Unterzahl fiel. Kammerbauer, diesmal für den zuletzt indisponierten Kapitän Brecko als Rechtsverteidiger aufgeboten, hatte gegen Pascal Köpke (den Sohn der Nürnberger Torhüter-Legende) die Notbremse gezogen und dafür „Rot“ gesehen (49.). Den fälligen Freistoß verwandelte Kvesic direkt zum zwischenzeitlichen 1:1 (51.). Kempe war zuvor nach einer Hereingabe von Möhwald per Linksschuss der Führungstreffer geglückt (24.). Das 2:1 besorgte dann ein Spieler, um den es zuletzt eher ruhig geworden war: Der junge Teuchert, als „Joker“ für Matavz gekommen, überlief nach Vorarbeit von Behrens zwei Gegenspieler und traf ins rechte Eck. Danach retteten die Schützlinge von Trainer Michael Köllner den Vorsprung über die Zeit.
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