Club sucht wieder mal einen Sponsor

Überraschend kam das nicht, dass NKD als Trikotsponsor aussteigt. Das Bindlacher Textilunternehmen kämpft schon seit Wochen ums Überleben und will sich nun konsequent auf die Kernzielgruppe ausrichten. Die Fans des FCN gehören offenbar nicht dazu.

Drei Millionen
hat NKD mit dem Club jährlich vereinbart. Eigentlich war die Partnerschaft auf vier Jahre angelegt. Jetzt wird sie vorzeitig nach dieser Saison beendet. Die drei Millionen sind zwar im Vergleich zu dem, was andere Verein kassieren eher wenig, jedoch um einiges mehr als die Summe, die der Vermarkter SportFive als Bürgschaft zahlen müsste, falls er keinen Trikotsponsor für den FCN finden sollte. Und leicht hat sich SportFive schon beim letzten Mal nicht getan, zumal die Clubfans (wir nehmen uns da nicht aus) ziemlich sensibel mit dem Thema umgehen (siehe auch easyCredit). Man will sich schließlich nicht für den Sponsor schämen müssen. Und so war Areva dann auch nicht mehr vermittelbar, was schließlich erst zum Notnagel NKD führte.

Beim Club reagiert man noch gelassen. Schließlich hat die Saison gerade erst begonnen. Ob die Zahl der möglichen Kandidaten für ein Sponsoring steigt, ist freilich eher zweifelhaft. Zumindest in der Region. Da setzen international agierende Unternehmen (wie leider auch viele Kollegen) lieber auf die Bayern, zum Beispiel Schaeffler. Aber vielleicht geht ja etwas über die Japan-Connection (aber bitte nicht Tepco!). Ansonsten sieht es nämlich schlecht aus, denn auf grauen Mäusen wirbt es sich schlecht. Da scheiden dann selbst die Aufzughersteller aus.

Nachtrag 14.8.2013: Kaum meldet NKD den Ausstieg kündigt Grundig Neuigkeiten an. Auf der Pressekonferenz am kommenden Freitag wird daher nicht bloß Trainer Michael Wiesinger einiges zum Spiel gegen Hertha BSC erzählen. Murat Sahin von Grundig, Alfred Diesner von der Stadion-Betreibergesellschaft und Martin Bader werden ebenfalls da sein. „Wir von Grundig sind hier Gast und freuen uns Ihnen am Freitag einige Neuigkeiten rund um unser Sponsorenengagement sowie technische Neuheiten für den Club und unsere Region vorzustellen“, heißt es in der Ankündigung.

Billige Trikots made in Fernost

Areva war gestern. Zumindest was die Clubtrikots angeht (der Atomkonzern sponsert nämlich weithin das an diesem Wochenende in Erlangen stattfindende Poetenfest). Beim Club kann man sich derweil statt mit Uranabbau in Niger mit Kinderarbeit in Fernost beschäftigen. Der neue Trikotsponsor heißt nämlich NKD.

Die Abkürung NKD steht für „niedrig kalkuliert Discount“. Und billige Textilien lassen sich nun einmal kaum zu Tariflöhnen in Deutschland anfertigen. Andererseits dürfte auch kein Unternehmen, das solche Löhne zahlt, seine Wettbewerbsfähigkeit noch weiter schwächen, indem es einen Bundesligaverein sponsert. Das sollte auch einmal gesagt werden. Insofern bekommst du da halt meistens nur Wiesenhof, Areva, Gazprom oder Konsorten.

Freilich könnte man sich darüber aufregen, dass einheimische Unternehmen nicht freudig die Chance nutzen und sich die Clubbrust krallen (Schäffler engagiert sich aber halt lieber beim FCB). Dass da so ein österreichisches Unternehmen mit Billigklamotten und einer Unterabteilung in Bindlach ankommen muss. Noch dazu, wo die gerade mal drei Millionen im Jahr zahlen und nicht die vom Club anvisierten vier. Mit den drei Millionen liegt der FCN am unteren Ende bei den Trikotsponsoren . Gut, Fürth bekommt nur halb so viel. Aber die Bayern dafür von der deutschen Telekom (wie telefoniert ihr eigentlich?) das Zehnfache.

NKD zahlt dem Club also das, was ihm Areva in der vergangenen Saison überwiesen hat. Wobei die schon mal mit vier Millionen dabei waren und dann nach und nach abgespeckt haben. Immerhin muss man auch berücksichtigen, dass SportFive, das den Club vermarktet, auch einen Ausfallbetrag hätte zahlen müssen, falls sich kein Sponsor gefunden hätte und dafür war es jetzt, zwei Tage vor Saisonstart, allerhöchste Zeit. Insofern schaut das eher nach Torschlusspanik als nach Liebesheirat aus.

Nun werben die FCN-Spieler und die Fans, die eigentlich lieber das „Der Club“-Trikot gehabt hätten, also für NKD. Für das Unternehmen gilt neben zweifelhafter Herstellungspraktiken auch das, was teilweise für easyCredit gegolten hat. Der Club wird in die Billigheimerecke geschoben und das Publikum ganz offenbar so eingestuft, dass es nicht bloß günstig an Kredite kommen muss, sondern sich auch kleidungsmäßig wenig leisten kann. Die Griechen unter den Bundesligateilnehmern, der Hartzverein unter den Top-18.

Schön, dass uns die Wirtschaft mal sagt, wo wir eigentlich stehen.

Trikotsponsor gesucht

Wir haben hier schon lange gegen Club-Sponsor Areva angeschrieben. Deswegen finden wir es auch gut, dass der Vertrag nun offenbar ausläuft. Obwohl wir mit Parteipolitik nichts am Hut haben und auch wissen, dass Sponsoern, die per se schon als sympathisch gelten, nicht auch noch Geld zahlen, um beim Club auf den Trikots aufzutauchen, wollen wir dennoch die Presseerklärung der Nürnberger Grünen und der Ärzte gegen den Atomkrieg hier zur Diskussion stellen. Weil wir zudem nicht nur lästern, sondern uns auch positiv an der Sponsorensuche beteiligen wollen, erinnern wir noch einmal an unseren Brief an Schmitt + Sohn und verweisen darauf, dass dies angesichts der aktuellen FCN-Schwächeperionde durchaus wieder eine Option für die Zukunft sein könnte. Wenn andere sich auch mal Gedanken machen würden, wer beim Club als Trikotsponsor einspringen soll, wäre das sicher auch kein Fehler.

Hier die grüne Presseerklärung:
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Söder & Maly, übernehmen Sie!

Für eines war die IPPNW-Veranstaltung im Nürnberger Künstlerhaus schon einmal gut (Bericht). Auch bei den organisierten Atomkraftgegnern hat man jetzt erkannt, Fußballfans kann man nicht dazu instrumentalisieren, das Leid der Welt zu beenden. Das sollten erst einmal diejenigen ran, die das mit etwas weniger Aufwand angehen können und die, wie die beiden FCN-Aufsichtsräte Markus Söder (Umweltminister) und Ulrich Maly (OB von Nürnberg), nicht zur eigenen Erbauung, sondern wegen ihrer politischen Position in diesem Gremium sitzen. Und wenn sich nicht einmal die Literaten beim Poetenfest in Erlangen über ihren Sponsor aufregen, warum sollten da die FCN-Fans einen Aufstand anzetteln?

Dass Stadtkämmerer Harald Riedel (SPD) und Sportdirektor Martin Bader sich allerdings am Dienstag zum eher unpolitischen Thema „easyCredit-Stadion“ aufs Podium setzten, der Einladung, das Gleiche einen Tag später beim ungleich politischeren Thema Areva ebenfalls zu tun, aber nicht nachkamen, belegt: das Club- und Stadt-Führungspersonal ist leider nur im Larifari groß.

Vielleicht sind sie aber einfach nur deshalb nicht gekommen, weil zeitgleich zur Podiumsdiskussion Schalke 04 gegen Inter Mailand spielte.

Umso mehr muss man den Fans Respekt zollen, die trotzdem im Künstlerhaus waren und dort unseren Club nicht völlig doof da stehen ließen.

Wer wenigstens per Mausklick gegen den Trikotsponsor protestieren will, der kann sich ab sofort der Facebook-Gruppe Clubfans gegen Atomkraft anschließen.

Wer zusätzlich argumentativ Nachholbedarf hat, hier ein Greenpeace-Film zum Uranabbau von Areva in Niger:
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Schluss mit Politik im Fußball!

Nachdem jetzt langsam alle aufwachen und mitbekommen, was die fünf Buchstaben AREVA auf den Clubtrikots zu bedeuten haben, könnten wir uns eigentlich zurücklehnen und der Sache ihren Lauf lassen. Schließlich haben wir da schon seit längerem darauf hingewiesen.  Auch auf die skandalösen Bedingungen, unter denen unser sauberer Sponsor in Niger arbeiten lässt.

Aber schließlich sind wir, im Gegensatz zu manchen, die sich da jetzt zu dem Thema äußern, Clubfans. Und als solche wollen wir uns nicht dauernd von unserem Verein teildistanzieren müssen. Und als solche behaupten wir auch (wieder einmal), dass Geld nicht alles ist und dass sich diese fünf Buchstaben durchaus als Ballast erweisen können für den, der sie auf der Brust herumtragen muss. Zumindest könnten sie halbwegs intelligente Spieler davon abhalten, dieses Trikot tragen zu wollen.

Also nochmal: Trennt euch endlich von diesem Sponsor! Areva ist kein „normales“ Unternehmen. Mit den fünf Buchstaben ist (mittlerweile) eine politische Aussage verbunden und gerade wenn man Politik aus dem Sport heraushalten will, muss man den Vertrag auflösen.

Diskutiert wird das politische Thema übrigens am 13. April, 19.30 Uhr,  im K4 am Königstor bei einer Veranstaltung der Grünen und der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War).

Besser wäre es allerdings Vorstand und Aufsichtsrat des FCN würden sich noch mal ernsthaft darum kümmern. Da könnte beispielsweise der dort vertretene Umweltminister Markus Söder mal zeigen, dass seine plötzlichen Ausstiegsparolen kein populistisches Ex-und-Hopp-Geschwätz sind. Wohlan!

Uranstaub für alle

Wir haben hier schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass der Trikotsponsor des FCN vielleicht den einen oder anderen Euro in die Vereinskasse bringt, jedoch sehr viel an Sympathien kostet. Am Donnerstag wurde im ARD-Magazin „Kontraste“ wieder einmal auf die skandalösen Zustände in Niger aufmerksam gemacht, wo Areva das Uran für unsere Atomkraftwerke abbauen lässt und Arbeiter und Bewohner schutzlos dem Uranstaub aussetzt. Da gleichzeitig auf Sat.1 die Europa-League übertragen wurde, hat die Sendung wahrscheinlich wieder kaum einer gesehen. Und hinterher heißt es dann: Ich wusste das alles gar nicht.

Der Beitrag ist aber hier in der ARD-Mediathek zu finden. Da kann man Versäumtes nachholen. Zumindest die nächsten Tage. Dann muss – ja, auch dafür zahlen wir Rundfunkgebühren – irgendein Fernsehbeschäftigter die Sendung wieder depublizieren.

niger
areva
…und dass diese Firma auch das Erlanger Poetenfest sponsert, macht die Sache nicht besser. Sie wirft höchstens einen Teil des schlechten Lichtes auf unsere Dichter.

Trennt euch endlich von diesem Sponsor!

20100307 Choupo-MotingIch weiß, ich weiß: Manche mögen gerne Sport Sport sein lassen und betonen, Fußball sei doch die schönste Nebensache der Welt. Andere argumentieren damit, Atomenergie sei sauber und beherrschbar und Areva biete gute Arbeitsbedingungen und sei ein wichtiger Arbeitsgeber in der Region.

Mag sein, dass Areva in Erlangen nett zu den Mitarbeitern ist, sogar Betriebskindergärten anbietet und korrekte Löhne bezahlt. In Niger tun sie das genaue Gegenteil. Der Spiegel berichtet jetzt aus diesem trotz seines Uranreichtums bettelarmen Land in Afrika und über die Rolle, die der Atomkomnzern Areva dort spielt. Unser FCN findet dabei leider auch traurige Erwähnung. Imagefördernd ist das bestimmt nicht. Und dass in Twitter und Facebook inzwischen zahlreiche Leser des Artikels dem Club wegen dieses Sponsors den Abstieg gönnen, wundert nicht. Ich muss ehrlich sagen, ich schäme mich da, ein Clubfan zu sein.

Daher noch einmal unser Appell an die FCN-Verantwortlichen:
Beendet endlich diese Kooperation!

Club-Sponsor Areva im Zwielicht

GreenpeaSpätestens seit der gestrigen Mitgliederversammlung hat man beim Clubpräsidium wohl auch erkannt, dass ein Sponsor nicht nur Einnahmen bringt. Rundfunkmoderator und Clubmitglied Günther Koch hatte die Clubverantwortlichen mit den jüngsten Enthüllungen über die Machenschaften von Trikotsponsor Areva konfrontiert. Zunächst hatte die französische Zeitung Liberation -gestern dann auch der TV-Sender arte , das Handelsblatt und jetzt auch NZ-Frankreich-Korrespondent Lutz Hermann – darüber berichtet, dass Areva Atommüll nicht wie vereinbart in La Hague wiederaufbereitet, sondern nach Sibirien verschifft. Ein Grünen-Politiker warf den beteilgten Konzernen – neben Areva handelt es sich noch um den weltweit größten Atomstromkonzern Electricite de France (EdF) – daraufhin vor, sie verhielten sich wie „ökologische Kriminelle“.

Als dann ein Clubfan in der Mitgliederversammlung ebenfalls von „Kriminellen“ sprach, nahm Geschäftsführer Ralf Woy den Trikotsponsor in Schutz. Woy kannte aber zu diesem Zeitpunkt die neuerlichen Vorwürfe noch nicht. Morgen in der Präsidiumssitzung dürfte er sich dann wohl informiert haben.

Dass die Exporte nach Sibirien kein Einzelfall sind und Areva schon wiederholt unangenehm aufgefallen ist, das wissen die Leser unseres Blogs schon lange. Als Beispiel seien dieser Taz-Artikel vom Juli 2008 oder dieser Tagesschau-Beitrag vom Oktober 2008 aufgeführt.

…und selbst wenn es Areva wieder schaffen dürfte, sich da herauszuwinden, meinen wir Clubfreunde: Der FCN sollte ein Zeichen setzen und sich von diesem Sponsor trennen.

Bitte nur harmlose Fragen!

MintalBeim Club setzt man mittlerweile zur Fanbetreuung auch so neumodisches Zeugs wie Internet ein. Sogar mit einzelnen Spielern chatten kann man da. Heute war Marek Mintal dran. Brav beantwortete er Fragen zur Stimmung im Kader („gut“), zum Spielort Bamberg („schöne Stadt“), zu den jungen Spielerkollegen („mit denen komme ich sehr gut zurecht“), zu seinem Freizeitverhalten („bin zuhause bei der Familie“) oder zu seinem größten Vorbild („mein Vater“).

Immerhin beantwortete er auch die Frage: „Viele kritisieren, ihr seid zu brav und es fehlt der Kampf – wie seht ihr das?“ Er sagte: „Da hast Du schon ein bisschen Recht. Wir arbeiten jetzt daran!“

Wir dachten dann, vielleicht könnte man ein bisschen Pfeffer in das belanglose Gechatte bringen und fragten:

„Belastet Dich als Kernkraftgegner das Areva-Logo auf der Brust?“

Wundersamerweise 😉 ist die Frage aber inzwischen von der Homepage verschwunden.
Mintals Antwort „Ich gehe jetzt in den Kraftraum.“ steht nun etwas kontextlos im Raum.

Beim Club strahlt auch das Logo

Es ist schon ein Phänomen, wie der Club, kaum dass er einmal nicht auf einem Abstiegsplatz steht und gegen die Bayern keine Packung bekommen hat, sofort wieder abhebt. Als Beleg dafür müssen wir ausnahmsweise mal einen Vorgang in eigener Sache anführen.
Für unser Franken-Profil bei StudiVZ/meinVZ hatten wir beim 1.FCN angefragt, ob wir (wie andere Vereine auf anderen Heimatprofilen auch) das Club-Logo verwenden dürfen, um damit auf die Vereinshomepage, die NZ-Presseberichte über den Club und dieses Blog zu verlinken. Im Augenblick haben wir stattdessen einen Clubschal (was zwar albern ist, aber für unsere Zwecke ausreicht). Doch anstatt sich zu freuen, dass wir dem Verein zusätzliche Reichweite und den Fans zusätzlichen Content liefern, zeigen uns die Clubverantwortlichen die kalte Schulter.
Normalerweise würden wir darüber nicht herumjammern, sondern das einfach in unsere Postings einfließen lassen. Die Begründung für die Ablehnung, für deren Formulierung der Verein (wahrscheinlich hat bei der Sprachwahl Sponsor Areva mitgeholfen) übrigens mehr als zwei Wochen brauchte, wollten wir unseren Bloglesern aber dann doch nicht vorenthalten:

Nach eingehender Prüfung haben wir uns entschieden, dass Logo des 1. FCN für Ihr Anliegen nicht freizugeben. Der 1. FCN plant einen eigenen Auftritt bei Studi-VZ, für diesen Fall wollen wir uns die Strahlkraft unseres Logos exklusiv bewahren.