Endlich wird wieder Fußball gespielt


Zuletzt spielten sich beim Club die Ereignisse außerhalb des Platzes ab. Trainer Alois Schwartz musste nach der Derby-Pleite gehen und Interims(?)-Coach Michael Källner durfte übernehmen. Bereits im Vorfeld demonstrierte er einen neuen Stil. Während bei Schwartz das Glas meistens halbleer und die Klage über verletzte Spieler laut war, sprach Köllner von der Qual der Wahl. Mutig voran ging er auch bei der Aufstellung. Da feierte der 20-Jährige Eduard Löwen gleich mal sein Startelfdebüt. Insgesamt änderte Köllner gegenüber dem Fürth-Spiel auf sechs Positionen. Dass er dabei nicht bloß auf die Jugend setzte, war notgedrungen. Kirschbaum hatte sich im Training verletzt, also durfte Raphael Schäfer wieder einmal ran.

In der ersten Halbzeit hatte der Routinier aber praktisch keine Ballkontakte. Da sahen er und wir plötzlich einen ganz anderen Club. Der ließ hinten kaum etwas zu und erarbeitete sich nicht nur ein deutliches Übergewicht, sondern auch eine um die andere Chance. Bereits nach wenigen Minuten verzeichnete der FCN mehr Torszenen als im Derby während des gesamten Spiels. In der 15. Minute hätte es beinahe schon geklappert, aber Margreitters Kopfball traf nur den Pfosten. Nach 20 Minuten hätte sich die Überlegenheit eigentlich auch numerisch niederschlagen müssen. Behrendt, Bielefelds letzter Mann, foulte den durchgeeilten Möhwald, bekam aber von Schiri Koslowski lediglich die gelbe Karte serviert (Koslowski haben wir schon in unguter Erinnerung vom 5:4 in Bochum, so dass zumindest die Verwunderung klein blieb). Eine Viertelstunde später belohnte sich der Club dann endlich für den Druck, den er inszenierte. Der agile Salli passte schön zu Petrak, der den Ball rechts unten versenkte. Zur Pause war die Führung mehr als verdient und mancher der die zuletzt so blutleeren Vorstellungen unserer Mannschaft noch in Erinnerung hatte, rieb sich erstaunt die Augen.

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit leider ändern. Da gab der FCN plötzlich das Heft aus der Hand. Der Tabellenletzte aus Bielefeld kam stärker auf, belegte aber auch, warum er die schlechteste Auswärtsmannschaft ist und unten im Keller festhängt. Trotzdem bekam Schäfer dann noch zwei Mal Gelegenheit, sich auszuzeichnen und den Sieg sicherzustellen.

Eine Gelegenheit erhielt auch Dominic Baumann, der in der 83. Minute den ziemlich glücklosen Winterneuzugang Mikael Ishak im Sturm ersetzen durfte. Er fiel dann aber, auch mangels entsprechender Zuspiele, vor allem durch seine Frisur auf. Immerhin bewies Köllner mit seinem Einsatz abermals Mut.

Uns Fans bescherte das zu Ende der Spielzeit doch wieder auftretende Betteln um ein Gegentor das schon bekannt Nervenflattern. Insofern ist nicht alles neu nach dem Trainerwechsel. Zudem war Bielefeld auch zu limitiert, um dem Club die Schwachstellen aufzuzeigen. Aber immerhin gab es mal wieder ein Tor und einen Heimsieg zu bejubeln. Der war auch deshalb wichtig, um wieder etwas Luft zum Tabellenende zu erhalten.

War das die Wende?

3175481375Eigentlich drehte sich alles um Clubtrainer Alois Schwartz. Übersteht er die Partie gegen den Kellernachbarn in Bielefeld? Zu halten wäre er bei einer Niederlage kaum noch gewesen. Gegen wenn sollte der Club noch seinen ersten Sieg einfahren, wenn nicht gegen die Arminia?

Und zur Halbzeit sah es auch so aus, als müssten wir die Ära Schwartz abhaken oder zumindest den Sparfüchsen an der Clubspitze noch mehr Druck machen. Doch nach dem Spiel dürfen wir nun (erst einmal) nicht mehr über den Trainer reden, sondern über Guido Burgstaller.

Der war nach seiner Sperre und seiner Nichtberücksichtigung in der Startelf beim Derby wieder von Anfang an dabei. In der vom Club überlegen geführten Anfangsphase beteiligte er sich erfolgreich am Vergeben von Chancen. Die größte vergeigte er in der 40. Minute als er einen nach einem Foul an Behrens verhängten Strafstoß so harmlos schoss, dass ihn wahrscheinlich auch die Oma von Arminia-Keeper Hesl gehalten hätte. Im Gegenzug, und das war der Club wieder ganz der Alte, erzielte der Bielefelder Schuppan, der bislang nur als doppelter Eigentorschütze aufgefallen war, den Führungstreffer für die Hausherren. Für die war das erst die zweite Torchance. Während der Club bereits mehr als ein Dutzend zu verzeichnen hatte.

In der Kabine muss dann wohl irgendwer dem Guido gesagt haben, dass er auf diese Tour seinen Marktwert kaum steigern und seine Wechselwünsche sicher nicht realisieren kann. Jedenfalls spielte der dann wie ausgewechselt. In der 52. Minute hämmerte er den Ball volley ins linke Eck und machte so erstmal seinen Elfer-Fehler wett. Danach dezimierte sich die Arminia auch noch selber, nachdem der bereits verwarnte Torschütze Schuppan Salli von den Beine holte. Zunächst wusste der Club mit der zahlenmäßigen Überlegenheit wenig anzufangen. Erst in der 81. Minute bewies dann Burgstaller (wer sonst?), dass er das Spiel verstanden hat und haute den Ball erneut ins Tor. Vier Minuten später zeigte auch Neueinkauf Matavz Lernbereitschaft und erhöhte auf 3:1. Danach ging es erst einmal auf den Gegenseite hoch her. So richtig ruhig wird man beim Club nie. Selbst wenn er mit zwei Toren gegen einen dezimierten Gegner führt. Aber am Ende war er da, der erste Dreier.

Endlich können wir mal jubeln und vielleicht weiß jetzt auch die Mannschaft, wie es geht.

Club rutscht in der wahren Tabelle ab

409864349Kennt ihr die Wahre Tabelle? Da stand der Club bislang auf Platz eins. In der wahren Tabelle werden nämlich Schiedsrichterfehlleistungen rausgerechnet – und was die Unparteiischen angeht, da waren wir bislang eben selten die Nutznießer. Jetzt hat sich da einiges ausgeglichen. Dafür haben wir in der realen Tabelle einen Riesenschritt in Richtung Relegation gemacht, denn der FC St.Pauli (Heimniederlage gegen Paderborn) liegt mittlerweile acht Punkte hinter uns.

Doch der Reihe nach! Auf der Bielefelder Alm sah es lange nicht nach einem Clubsieg aus. Im Gegenteil. Die Arminia drängte mit Macht gegen das Clubtor. Entlastung gab es selten und die verpuffte meistens, weil die Clubelf seltsam schlampig im Aufbau agierte. Spätestens der letzte Pass landete immer beim Gegner. Das ging praktisch eine Stunde lang so. Doch dann fiel dank einer fgeinen Einzelleistung von Sebastian Kerk (Bild) das 1:0. Den Bielefeldern gab das einen Knacks. Das können wir aus leidvollen Eigenerfahrungen nachvollziehen. Wenn du unten stehst, dann sitzt sowas einfach schmerzhafter. Und dann kommt auch noch der Schiedsrichter dazu. Diesmal Martin Petersen aus Stuttgart. Der pfiff drei Minuten später nicht nur Elfmeter, er stellte auch gleich noch den Bielefelder Hornig vom Platz. Beides, sagen wir mal, zweifelhaft. Aber so ist das, wenn du unten drin steckst und der andere in der (wahren!?) Tabelle vorne steht. Danach waren die Bielefelder nur noch zu zehnt und lagen mit zwei Toren hinten. Dass der Club dann noch zwei Mal durch Burgstaller (im Hinspiel hatte er allerdings noch zwei Mal getroffen) und Behrens traf, war die fast logische Folge.

Am Ende also 4:0. Das hilft auch unserem Torverhältnis. Ganz verdient war es vielleicht nicht. Aber, wie gesagt, wir haben immer noch was gut. Und weil wir bei gut sind: Patrick Rakovsky bot diesmal eine astreine Partie. Das ist das zweite Ausrufezeichen, neben dem klaren Ergebnis.

Mit Glück und Burgi

1826413618Als ob wir es nicht geahnt hätten. Da nehmen die ersten (allen voran eine hiesige Tageszeitung) schon wieder das Wort Aufstieg in den Mund. Da gewinnt der FCN dann auch noch am berüchtigten Betzenberg und das sogar mit 3:0 und dann kommt Bielefeld… „Däi budsmer wech!“ sagt da der Franke. Aber nur der, der den Club nicht kennt. Nicht umnsonst ist der FCN – übrigens genau mit jener Arminia aus Bielefeld zusammen – ganz vorne bei den Abstiegen und Aufstiegen, weil es normales Ernstnehmen auch vermeintlich schwacher Gegner nicht gibt, weil immer gleich abgehoben wird, wenn man gerade mal ein bisschen Land gesehen hat.

Wobei abgehoben wohl der falsche Begriff ist für das, was Brecko, Hovland und Kirschbaum in der 4. Minute veranstaltet haben. Die Drei standen da im Torraum brav Spalier und dachten wohl, haha der kleine Bielefelder, mal gucken, was der so treibt? Tja, ins Tor schießen, was sonst! Danach war die Mannschaft erst einmal perplex. Nichts ging mehr. Kaum ein Pass erreichte noch den eigenen Mann. Gedanklich waren die Roten immer eine Idee langsamer als die Weißen und der ernüchterte Fan sehnte nur noch die Pause herbei, in der Hoffnung, dass während er sich ein Bier holt ein Hallowach durch die Kabine dröhnen würde.

Mitnichten! Erneut war es der Bielefelder Klos, der diesmal schon in der 3. Minute der zweiten Hälfte dem Club den Zahn zog. Diesmal pennte Kirschbaum solo und konnte einen Weitschuss nur noch zum dankbaren Gegner abklatschen. Danach stand Bielefeld mit allen elf Mann hintendrin und der Club hatte, wie schon in der ersten Halbzeit, keinen Plan und auch keine überraschende Idee um das Bollwerk zu knacken. Die besseren Chancen hatte sogar Bielefeld, ließ sie aber fahrlässig liegen. In der 83. Minute durfte dann endlich Kevin Möhwald mal eine Ecke treten (warum nicht schon früher?) und prompt war Guido Burgstaller zur Stelle und markierte den Anschlusstreffer. In der 89. Minute schaffte Burgstaller sogar den kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich, während die Bielefelder danach noch einmal den Pfosten trafen.

Über mangelndes Glück dürfen wir uns zurzeit also nicht beklagen. Verdient war der Punkt nämlich eigentlich nicht. Hoffnung macht eher, dass ein Unentschieden gegen einen Aufsteiger aus der dritten Liga in einem Heimspiel nicht unbedingt Aufstiegsträume nährt. Insofern besteht die Aussicht, dass die nächsten Begegnungen vielleicht etwas aufgeweckter angegangen werden.

Club nicht mehr alleiniger Rekordabsteiger

So, jetzt ist es soweit: Der Club ist nicht mehr alleiniger Rekordabsteiger. Nachdem Arminia Bielefeld jetzt doch runter muss (hätten sie mal besser letztes Jahr machen sollen) hat der Verein jetzt auch sieben Abstiege vorzuweisen, genau wie der Club.

Wird also Zeit, dass wir wieder was „reißen“. Also Aufstieg. Das lässt uns dann alle Optionen offen: 10.Meisterschaft, 8.Abstieg… Der Relegationsgegner Energie Cottbus lässt uns aber nicht wirklich ruhig schlafen.

Da geht es auch darum, dass der Osten in der 1.Bundesliga vertreten sein soll. Wogegen wir an sich nichts haben. In diesem Fall aber schon. Zudem muss Franken auch in der höchsten Spielklasse vertreten sein. Also gibt`s nur eins: Oberhausener, hängt euch gegen Mainz rein!