Im Stile eines Aufsteigers

1. FC Heidenheim - 1. FC N¸rnberg„Hier regiert der FCN!“, dröhnte es durch das Stadion, auswärts wohlgemerkt. Wer solche Fans hat, gehört in die Bundesliga. Wer solche Spiele gewinnt, steigt am Ende auf. Zwei schlagkräftige Argumente, die für den 1. FC Nürnberg als ernsthaften Aufstiegskandidaten sprechen, der nach dem 3:0 (1:0) am Samstagnachmittag in Heidenheim Tabellenplatz drei in der 2. Liga gefestigt hat – und somit auf einem Relegationsplatz überwintert.

Von Beginn an dominierte der umtriebige Nürnberger Anhang die Geräuschkulisse und das Geschehen auf den Rängen in der mit rund 14.500 Zuschauern besetzten Voith-Arena. Ganz im Gegensatz dazu der Spielablauf auf dem Rasen: Hier war der 1. FCH optisch überlegen, der FCN lauerte auf Konter und Standardsituationen. Und das tat der Club äußerst effektiv.

Vier Chancen, drei Treffer: Dank der Kaltschnäuzigkeit von Guido Burgstaller (16.), Alessandro Schöpf (60.) sowie Hanno Behrens (84.) und seiner gnadenlosen Effizienz hieß der Sieger am Ende 1. FC Nürnberg. Sehr zum Leidwesen der Gastgeber, die mit einem ihrer Meinung nach nicht gegebenen Elfmeter haderten, den unmittelbar vor dem 2:0 Miso Brecko an Arne Feick verschuldet haben soll(59.). Unsere Meinung: kein Elfer.

Da der FC St. Pauli (30 Punkte) bereits am Freitag mit 1:2 gegen den KSC verloren hat, zählt der Club nun mit 33 Punkten zu den drei Topteams der Liga. Nur RB Leipzig (41), das die SpVgg Greuther Fürth im Ronhof parallel zum Spiel des FCN mit 2:1 bezwang, und der SC Freiburg (35) haben bislang mehr auf dem Konto. Die mitgereisten Clubfans sangen derweil bis weit nach Spielende: „Franconia, Fantastica…!“ und „FCN – Liebe, Glaube, Leidenschaft“. Dem können wir uns nur anschließen.

Der Spielplan verheißt nichts Gutes

Wir wollen nicht unken und letztlich muss man die Gegner nehmen, wie sie kommen. Dennoch verheißt der Spielplan für die nächste Saison nicht unbedingt Gutes (freilich nicht, weil sich Neuzugang Didavi im Trainingslager leicht verletzt hat, siehe Bild).

Erfahrungsgemäß kämpfen Topmannschaften zu Beginn der Saison noch mit der Integration teurer Starspieler, sind noch nicht gut eingespielt und mit den Gedanken woanders. Hin und wieder müssen sie sich noch von lukrativen Showturnieren erholen. Daher ist es gut, möglichst früh gegen sie antreten zu können.

Auf der anderen Seite trumpfen Aufsteiger erfahrungsgemäß zu Beginn der Saison immer mächtig auf. Da nehmen sie noch den Drive aus dem Erfolgserlebnis mit und sind topmotiviert, es den Etablierten zu zeigen. Insofern ist es besser, gegen Aufsteiger erst später zu spielen, wenn sich vielelicht schon die ersten Verletzungen und die ersten Frustrationen eingestellt haben und deutlich wird, dass die Spielerdecke zu dünn ist und die Qualität vielleicht doch nicht reicht. Gleiches gilt auch für die Sieger der Relegationsspiele, die – das weiß der Club aus eigenem Erleben – noch wissen wie Erfolg sich anfühlt und wie man ihn erreicht.

So, und jetzt schauen wir uns mal den Spielplan an: Auftakt am 6. August gegen einen Aufsteiger (Hertha BSC). Drei Wochen später wieder gegen einen Aufsteiger (FC Augsburg). Am 24. September geht es dann nach Mönchengladbach, die die Relegation gewonnen haben. Erst am 28. Oktober sind die Bayern dran. Da kann man nur hoffen, dass sich der Meister am dritten Spieltag noch nicht gefunden hat und der Club aus Dortmund drei Punkte gegen den Fehlstart mitbringt.

Hier die Termine der ersten sieben Spiele.