Mit neuem Schwung oder mit erfahrenen Legionären?

1. Etliche Clubspieler machen Party auf Mallorca und prompt stellen sich dort ungebetene Gäste ein, die zumindest das Baden schwierig gestalten. Aber vielleicht ist das ein gutes Omen dafür, dass der Club auch in der ersten Liga nicht baden geht.

2. Urlaub machen kann jetzt auch Mikael Ishak. Seine Hoffnung, bei der WM in Russland für Schweden spielen zu können, erfüllte sich nicht. Blöd für den Clubstürmer. Aber noch blöder für die schwedische Nationalmannschaft, bei der nicht unbedingt Kompetenz am Ruder zu sitzen scheint.

3. Nach dem vom HSV kommenden Stürmer Törles Knöll meldet der Club einen weiteren Neuzugang: Kevin Goden vom ebenfalls abgestiegenen 1. FC Köln. Beide sind eher Optionen auf die Zukunft, also sogennannte Perspektivspieler. Ob sich der FCN noch Bundesligaerfahrung einkaufen will oder ob er bewusst lieber auf den Nachwuchs als auf irgendwelche Legionäre setzt, ist bislang unklar.

4. Offenbar hat Andreas Bornemann aber zumindest einen Nachfolger für Kevin Möhwald an der Angel. Es handelt sich um den, hier bereits erwähnten, Kevin Stöger, der zuletzt beim VfL Bochum spielte.

5. Ein anderes beim Club gehandeltes Talent, zieht hingegen den FC Heidenheim vor: Niklas Dorsch, der Kapitän der zweiten Mannschaft des FC Bayern.

Ein Letztes:

Falls jemand später den Grund sucht, warum die deutsche Meisterschaft doch wieder spannend geworden ist:

Kleiner Dämpfer für den Rekordaufsteiger

Die Woche:

1. Hauptsächlich mit den Aufstiegshelden will es der Club in der ersten Bundesliga angehen. Das kündigte Sportvorstand Andreas Bornemann an. Die eine oder andere Verstärkung wird es aber sicher noch geben. Aber eben nur punktuell und mehr als vie Millionen Euro stehen dafür nicht zur Verfügung.

2. Irritationen ausgelöst haben ein paar in die nächtliche Aufstiegsfeier eingebettete, nachdenkliche Sätze von Club-Trainer Michael Köllner. Er „kokettiere mit dem Abschied“ hieß es hinterher. Im Grunde genommen hat Köllner aber nur darauf verwiesen, dass im Fußball Euphorie und Depression ziemlich nahe beieinander liegen und es keine Automatismen in diesem Business gibt. Dass er sich ein bisschen prophylaktische Unterstützung für zu erwartende Durststrecken abholt, ist da verständlich.

3. Während am Valznerweiher rund 10.000 Fans die Aufstiegsmannschaft feierten, ging es im BR-Sport um die spannende Frage, was Timo Hildebrand im Augenblick treibt. Außerdem durfte Sepp Maier wieder mal die Anekdote erzählen, wie er damals nach einer Ente hechtete. Gut, ein paar Liveminuten vom Club gab es dann auch noch. Schließlich zahlen ja nicht nur FCB-Fans Rundfunkgebühren. Das muss den BR-Sportlern wohl dann irgendwer gesteckt haben, jedenfalls lieferten sie dann – mit großer Posaune angekündigt – ausführlichst – und länger als angekündigt – die Clubaufstiegsfeier nach. Diesmal sogar ohne Luchs (Nachtrag: Er kam dann doch noch, als Reminiszenz)

4. Dass beim Aufstieg noch ganz andere mitgewirkt haben, darauf verweist das Magazin des Erzbistums Bamberg. In der Club-Kabine, so wird dort Enrico Valentini zitiert, sei auch oft über Gott diskutiert worden. In die Fußballergebnisse greife Gott aber nicht ein. Sonst gäbe es schließlich höchstens Siege gegen Mannschaften, die aus lauter Atheisten bestehen.

5. Das Gipfeltreffen zum Saisonabschluss pfiff Bibiana Steinhaus. Für das am deutschen Fußball ansonsten stark interessierte iranische Fernsehen ein No-Go. Beim Spiel der Bayern letzte Woche wurde die Schiedsrichterin jedenfalls konsequent rausgeschnitten. Noch sind der Club und die Fortuna nicht in der ersten Liga. Da kann man auf die Übertragung des Spiels auch ganz verzichten.

6. Obwohl er während der Saison vom Club zum SV Sandhausen gewechselt ist, hat Rurik Gislason jetzt ebenfalls Grund zu feiern: Er wurde ins isländische WM-Aufgebot berufen. In Rußland trifft er möglicherweise auf einen alten Bekannten aus FCN-Zeiten. Mikael Ishak hofft nämlich noch, für Schweden berufen zu werden.

Das Spiel:

Beim Club hallen die Festtage noch lange nach. Vor Beginn des Saisonabschlusssoiels wurden erst einmal die Meister von 1968 geehrt. Dann ging es für die derzeit aktiven Spieler um die Zweitligameisterschaft und auch gleich gut los. Bereits nach sechs Minuten konnte Georg Margreitter das 1:0 erzielen. Fortuna-Keeper Wolf hatte einen Löwen-Freistoß nur nach vorne abwehren können. Der Club blieb aber weiter am Drücker und wurde in der 13. Minute erneut belohnt. Diesmal war es Tim Leibold der nach Ishak-Zuspiel den Ball zu 2:0 ins Düsseldorfer Tor hämmerte. Aber wie das so ist, wenn alles zu reibungslos läuft. Da rappelt sich dann plötzlich der Gegner auf und die eigene Konzentration lässt etwas nach. Zunächst vereitelte Fabian Bredlow zwei Großchancen bravourös. In der 37. Minute war er dann allerdings gegen den Kopfball des freistehenden Usami machtlos. Anschlusstreffer!

In der zweiten Hälfte kam der Club aus dem Vorfreude-Modus nicht mehr so richtig raus. Andererseits hatte er das Spiel weitgehend im Griff, was ja manchmal trügerisch ist. Nach knapp einer Stunde gelingt Gießelmann mit einem Sonntagsschuss der überraschende Ausgleich. Gut, dachte man beim Club wohl: Unentschieden reicht auch. Als dann die Sorge bereits einem vorzeitigen Platzsturm galt und der Stadionsprecher bat, doch bitte nach dem Schlusspfiff noch fünf Minuten zu warten, da schlug dann die Fortuna erneut zu und schnappte durch Ayhan in der Nachspielzeit dem Club noch die Meisterschaft weg.

Aus der Meisterfeier wurde so nur eine Aufstiegsfeier. Aber, was heißt denn hier nur?

Ein Letztes:

Wenn man auf so vielen Hochzeiten unterwegs ist, kann das schon passieren:

Endlich wieder daheim!

Die Woche:

1. Sogar an prominentester Stelle im Stadtbild ist der FCN präsent:

2. Der Aufstieg hat auch musikalisch Folgen. Der Erlös geht dabei an das Fan-Hilfsprojekt „Franken-hilft“:

3. Selbst wenn die Südkurve meistens geschlossen blieb und häufig über mangelnden Zuspruch gejammert wurde: Der FCN ist was die Zuschauerzahlen angeht auf jeden Fall (Saisonabschlussspiel ist ausverkauft) Zweitligameister.

4. Ein paar Personalien gibt es zu vermelden. Unter dem Wechsel von Kevin Möhwald muss jetzt leider ein Haken gemacht werden.
Ebenfalls zu Bremen geht erstmal Ulisses Garcia. Der hat dort ohnehin noch Vertrag. Aber wohl auch keine Zukunft. Die sucht hingegen ein Nürnberger Talent, das allerdings erst von den Fürthern und dann von den Bayern entdeckt wurde, jetzt möglicherweise beim Club: Timothy Tillmann. Und dann wären da noch anstehende Vertragverlängerungen, mit Ondrej Petrak und eventuell bleibt auch Tobias Werner.

Das Spiel:

Im Hardtwaldstadion hatte der Club fast so etwas wie ein Heimspiel. Rund 9000 Fans waren zur Unterstützung und zur eventuellen Aufstiegsfeier nach Sandhausen gekommen. Auf dem Platz sahen sie allerdings zunächst eher zähe Kost. Der SV Sandhausen bemühte sich praktisch nur darum, unsere Mannschaft vom Strafraum fernzuhalten. Außer einer Chance bereits in der ersten Minute (Löwen drüber) kam daher nicht viel rum. Bis zur 38. Minute. Da war es nach einer Valentini-Ecke passiert. Den Kopfball von Margreitter konnte SVS-Keeper Schuhen zwar noch parieren, doch der Ball landete genau bei unserem Kapitän und derzeitigen Top-Torjäger, Hanno Behrens, der nur noch zur absolut verdienten Führung einköpfen musste.

Nach der Pause lie0 es der FCN ruhiger angehen. Nach vorne ging gar nichts. Eigentlich spielten nur die Hausherren. Aber die schafften es trotz des gut spielenden Ex-Clubberers Rurik Gislason nicht, Fabian Bredlow zu überwinden. Und so war es dann ein Konter in der 76. Minute, der die Entscheidung brachte. Die Sandhäuser waren aufgerückt und so konnte dann Tim Leibold ziemlich unbedrängt den Sack zu und den Aufstieg perfekt machen.

Am Ende bescherten die die auf den Platz stürmenden Clubfans dem SV Sandhausen dann auch noch Erlebnisse, die sie so wohl noch nicht kannten.

Der Club ist wieder da, wo er hingehört. Nie mehr zweite Liga, nie mehr, nie mehr!

—und nächsten Sonntag geht es im letzten Spiel dann noch um die Zweitligameisterschaft.

Ein Letztes:

Auch wenn sich Wege trennen, finden sich Gemeinsamkeiten:

Souverän die Hürde gemeistert

Die Woche:

1. Da wollten einige schon im Anschluss an das Braunschweigspiel den Aufstieg feiern. Der Bürgermeister hatte via Facebook Fans mit eigenem Vorgarten schon den Mund wässrig gemacht. Die hofften dort bereits am Tag der Arbeit ein Stück Siegerrasen pflanzen zu können. Auch die Öffnung der Südkurve wurde wegen des zu erwartenden Ansturms der Feierwilligen angekündigt. Doch schon am Sonntag bewiesen die Ingolstädter, dass ihnen der Club wurst ist. Genau wie übrigens der FCB-Werbesendung „Blickpunkt Sport“. Dort wurde lediglich beklagt, die Niederlage der Schanzer gegen Holstein Kiel habe Jahn Regensburg die Relegationshoffnungen genommen. Der Club kam dort nur in einer Randbemerkung („spielt auch noch um den Aufstieg mit“) vor.

2. Ohnehin erhebt sich die Frage, wo denn der Fan überhaupt noch feiern oder vielleicht den einen oder anderen Frust herunterspülen soll. Letzte Woche erreichte uns nämlich auch die Meldung: „s`Gärtla“ ist endgültig Vergangenheit. Die städtische Bürokratie hat sich da wieder mal erfolgreich als Totengräber betätigt.

3. Gerade hatte der Spezi noch in seiner NZ-Kolumne angeregt, in jeder städtischen Amtsstube ein Club-Bläbberla aufzuhängen, da sprang auch schon der bayerische Kruzifix-Präsident, der mit selbigen auch im Stadion aufschien, auf den Zug auf. Er werde für die Mannschaft im Aufstiegsfall einen Empfang geben. Jetzt fragen sich viele: Motiviert das, oder eher nicht?

4. Und nein, es geht beim Club nicht nur um den Aufstieg:

Das Spiel:

Auch wenn der Aufstieg noch nicht perfekt gemacht werden konnte, waren mehr als 45.000 Zuschauer zum letzten Montagsspiel ind Morlock-Stadion gepilgert. Die Atmosphäre war also schon mal bundesligareif. Aber auch auf dem Rasen ließ der Club keine Zweifel daran aufkommen, dass man es wissen will. Das war auch der Braunschweiger Eintracht ziemlich schnell klar, die eher ängstlich und nervös auf Schadensverhinderung aus war. Das wäre in der ersten Halbzeit auch beinahe gut gegangen. Denn trotz drückender Überlegenheit gelang es dem Club wieder mal nicht, den Ball im Kasten zu versenken. Bis zur 45. Minute. Dann war es der auch sonst souverän spielende Erras-Ersatz Ondrej Petrak, der nach einer Ecke den Ball aus 20 Metern ins rechte Ecke hämmerte, zur hochverdienten Führung.

In der zweite Hälfte waren gerade drei Minuten vergangen, da war besagter Petrak der Vorbereiter für den zweiten Treffer. Er bediente Kevin Möhwald, der im zweiten Versuch den besten Braunschweiger, Torwart Fejzic, überwinden konnte. Danach schaltete der Club einen Gang runter. Die abstiegsbedrohten Braunschweiger, die übrigens am letzten Spieltag noch gegen unseren Aufstiegskonkurrenten Holstein Kiel ran müssen, machten nie den Eindruck, als könnten sie dem Club nochmal gefährlich werden.

Auch wenn noch nichts fix ist: Ein ganz wichtiger Sieg. Jetzt lastet der Druck wieder auf den Kielern. Und deren Chancen, sich gegen den HSV verpfeifen lassen, sind heute deutlcih gestiegen.

Ein Letztes:

Als treuer Clubfan nerven einen die Trittbrettfahrer des Erfolgs, die sich nur ins Stadion bequemen, wenn es was zu bejubeln gibt. Die spechten nun massenhaft nach Karten. Aber dafür gelten strenge Voraussetzungen. Ganz strenge!

So sehen Aufsteiger aus!

2821547782Die Prämissen waren eher schlecht. Ausgerechnet beim Spitzenspiel fehlten nicht nur Raphael Schäfer und der gelb-gesperrte Abräumer Dave Bulthuis, sondern auch der verletzte Patrick Erras. Dabei hielten wir ihn doch für die personifizierte Serie. Mit Erras hat der FCN nicht verloren. Überhaupt gab es die letzte Niederlage in der Vorsaison gegen RB Leipzig. Und diesmal liefen wieder die Roten Bullen als Gegner auf.

Wer aber dachte, der Club würde vor den Dosen klein beigeben und die durchaus vorhandenen Ausreden mitnehmen, der sah sich getäuscht. Es ging munter los in Richtung Dosentor. Der Club hatte eindeutige Spielvorteile und hielt die Leipziger weitgehend vom Strafraum fern, so dass es gar keine Rolle spielte, dass da hinten mit den „Neuen“ Hovland und Petrak eine umformierte Abwehr stand. Nicht nur das: In der 40. Minuten hätte es eigentlich einen Elfer für den Club geben müssen. Denn der Leipziger Halstenberg verschätzt sich und bringt Sebsatian Kerk zu Fall. Aber Schiri Zwayer, der schon zuvor eher dosenfreundlich gepfiffen hat, entschied sich, den Tabellenführer zu schonen.

Kerk hatte auch mit einem super getretenen Freistoß in der ersten Hälfte eine der besten Clubchancen zu verzeichnen. Mit dem Halbzeitstand 0:0 war RB also durchaus gut bedient.

In der zweiten Hälfte ging es zunächst so weiter. Der Club drückte und von Leipzig ging kaum Gefahr aus. Bis zur 52. Minute. Da war die Clubabwehr auf einmal unsortiert. Forsberg passt auf Poulsen, die Clubabwehr spekuliert fälschlicherweise auf Abseits und der Millioneneinkauf Selke macht das – völlig unverdiente – 1:0.

Lange musste man sich dann mit der traurigen Erkenntnis anfreunden, dass eben Geld doch Tore schießt und zum Geld dann oft noch Glück und Referee dazukommen. Sogar über die zwischenzeitliche Führung der Fürther in Bochum mussten wir uns freuen. Hielten die uns wenigstens den ärgsten Verfolger um den Relegationsplatz vom Leib.

Bis zur 70. Minute. Dann gelang ausgerechnet Erras-Vertreter Petrak nach einer Ecke der Ausgleich. Und nicht nur das: Fünf Minuten später drehte Füllkrug mit seinem Tor das Spiel, womit dann auch das Ergebnis wieder zum Match passte. Dass die Leipziger zwar eine Dosen-, aber keine Gurkentruppe sind, stellten sie danach unter Beweis. Minutenlang wurde der Club im eigenen Strafraum eingeschnürt. Aber die Abwehr hielt. In der Nachspielzeit konnte Guido Burgstaller seine Klasseleistung sogar noch mit dem 3:1 belohnen.

Der Club scheint im Augenblick offenbar jeden schlagen zu können. Deswegen schauen wir mal nach oben: Zu Leipzig sind es nur noch drei Punkte und zu Freiburg (die spielen allerdings am Montag noch gegen den KSC) haben wir nach Punkten sogar aufgeschlossen.

Abschied von Aufstiegsträumen

1608020460Das Hinspiel bescherte den Club-Fans einen der wenigen Höhepunkte in der kurzen Ära Ismael: Der 1. FC Nürnberg setzte sich gegen den 1. FC Kaiserslautern in einer sehenswerten Partie mit 3:2 durch. Zweifacher Torschütze damals: Alessandro Schöpf, der nach Bank und Sperre in Kaiserslautern wieder in die Startelf zurückkehrte. Zudem brachte Trainer Rene Weiler gegenüber der 0:1-Heimpleite gegen Heidenheim Mössmer, Blum und Koch neu, draußen blieben Polak (gesperrt), Füllkrug (verletzt), Stark und Mlapa (beide Bank).

Für Danny Blum war das Spiel aber verletzungsbedingt schon nach 20 Minuten beendet, Sebastian Kerk ersetzte die verletzte Offensivkraft. Da stand es schon 1:0 für die Lauterer: Orban hatte nach einem Demirbay-Eckstoß zwar per Kopf nur die Latte getroffen, aber Ring stocherte den Ball über die Linie (15.). In der 31. Minute erhöhte Hofmann dann auf 2:0 für die Gastgeber, die als Tabellendritter im Gegensatz zum Club noch voll im Aufstiegsrennen mitmischen. Hofmann staubte nach einem Lattenkracher von Löwe ab. Kaiserslautern hatte das Spiel in der Folgezeit im Griff. Dass Weiler für Rechtsverteidiger Ondrej Celustka mit Peniel Mlapa noch einen Stürmer brachte (68.), half den Gästen zunächst wenig. Doch als die Partie schon gelaufen schien, verkürzte Hinspielheld Schöpf nach einer Kopfballverlängerung von Mlapa auf 1:2. Anschließend musste Kaiserslautern noch zwei Eckstöße des Clubs überstehen, bis die drei Punkte und der 2:1 (2:0)-Sieg unter Dach und Fach waren.

Für jene Anhänger des 1.FC Nürnberg, die doch noch irgendwie von der sofortigen Bundesliga-Rückkehr träumten, dürfte das letzte Fünkchen Hoffnung nun erloschen sein. Da neben Lautern auch die zweitplatzierten Darmstädter gewannen (5:0 gegen Union Berlin), beträgt der Rückstand der Nürnberger auf Relegationsplatz drei und Aufstiegsrang zwei neun Spiele vor Saisonschluss  satte elf Punkte. Dass der Club hier noch einmal herankommt, erscheint unrealistisch.

Es war übrigens erst das vierte Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine in der Zweiten Bundesliga. Die Pfälzer spielten nach Gründung der Bundesliga 1963 stattliche 33 Jahre ununterbrochen erstklassig, erst 1996 ging es für ein Jahr nach unten. Weil die Nürnberger aber die Saison 1996/97 in der Drittklassigkeit zubrachten und gegen Teams wie Egelsbach oder Ditzingen kickten, begegnete man sich da nicht. Nach dem zweiten Abstieg der Lauterer 2006 hatten sich die Kräfteverhältnisse umgekehrt. Nun spielte der Club meistens oben, Lautern blieb, von einem zweijährigen Intermezzo (2010-2012) abgesehen, zweitklassig. Nur 2008/09 gab es zwei Zweitligaduelle, die jeweils die Gastgeber gewannen (Lautern mit 2:1, der Club mit 3:0). Und auch an diesem Samstag blieben die Punkte bei den Platzherren – wie schon in der Vorrunde, als der Club sich beim eingangs erwähnten 3:2 über einen gelungenen Montagabend freuen durfte.

Keine Pferde vor der Apotheke

„Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen“, meinte der damalige Trainer Friedel Rausch vor dem letzten Saisonspiel 1998/99 und wollte damit andeuten, dass der Club trotz fast perfekter Rettung noch abstürzen könnte. Was er dann ja auch tat. Diesmal standen also keine Pferde mit nervösen Mägen vor Apotheken. Der Club ist zwar fettnäpfchenerprobt, aber einen 3:0-Hinspielsieg gegen ersatzgeschwächte Cottbuser zu verplempern – das schafft selbst er nicht. 

Aber wie geht es jetzt weiter? Man will ja nicht unken, aber sich in der Liga wirklich fest zu etablieren, hat seit Hannover (Aufstieg 2002) und vielleicht noch Frankfurt (Aufstieg 2005) keiner mehr geschafft. Die Bochumer (Aufstieg 2006) haben sich diesmal gerade noch gerettet, ihre Mitaufsteiger Cottbus (Abstieg 2009) und Aachen (Abstieg 2007) befinden sich aber ebenso wieder in Liga zwei wie der komplette Aufsteiger-Jahrgang 2007. Damals schafften Karlsruhe (Abstieg 2009), Duisburg und Rostock (beide Abstieg 2008) den Sprung nach oben.

Weitere Beispiele gefällig? Vom Aufsteiger-Jahrgang 2005 konnte sich Frankfurt wie gesagt bis heute halten, Duisburg und Köln mussten aber sofort wieder runter. Der Aufsteiger-Jahrgang 2004 mit Mainz (Abstieg 2007), Nürnberg (Abstieg 2008) und Bielefeld (Abstieg 2009) erwies sich immerhin noch als begrenzt haltbar. Die Aufsteiger von 2003 hatten weniger Glück: Für Frankfurt und Köln war nach einem, für Freiburg nach zwei Jahren Schluss.

Wie die Namen der Aufzählung zeigen: Die meisten kommen irgendwann wieder. Aber die meisten müssen eben auch schnell wieder runter…

Wer den Club alles nach oben führte

Aufstieg klar und Sommerpause, da kann man schon einmal etwas in der Historie wühlen. Die Frage lautet: Wie heißen die bisherigen Aufstiegstrainer und Vorgänger von Michael Oenning? Wolfgang Wolf oder Klaus Augenthaler kennt noch jeder und auch der Triumph von Felix Magath ist noch in guter Erinnerung. Die anderen Aufstiegsmacher sind jedoch heute nicht mehr so gegenwärtig, doch haben sie ihren Teil zum Club-Mythos beigetragen. Da ist einmal der Wiederaufstieg in die Bundesliga 1978. Damals hieß der heute fast vergessene Trainer Werner Kern, der in der Bundesliga aber schon nach wenigen Monaten wegen Erfolglosigkeit von Club-Legende »Zapf« Gebhardt abgelöst wurde. Trotzdem ging es wieder runter, aber nach einem kleinen Intermezzo mit dem Belgier Jef Vliers, machte Gebhardt die Clubberer wieder erstklassig.

Letzter im Bunde der Aufstiegs-Heroen war 1986 Horst Höher, der dann sensationell in den UEFA-Cup einzog. Und dann gab es noch Willi Entenmann, der den Club 1997 aus der Regionalliga führte.

Jetzt kommen wahrscheinlich Thomas Broich und Timo Rost. Die Angst der potentiellen Absteiger-Konkurrenz aus Mainz, Bochum oder Hannover hält sich da sicherlich in Grenzen.

Nie mehr zweite Liga!

Der Club hat es geschafft! Wir sind Rekordaufsteiger. Das ist – was die Nerven der Fans angeht –  ein weitaus bedeutender Titel als Rekordmeister oder Europameister. Trotzdem wäre es schön, wenn nicht wieder da angeknüpft würde, sondern jetzt endlich mal etwas mehr Konstanz in die Sache reinkäme. „Drinbleiben für immer!“, wie Günther Koch sagte.  Dazu muss nun mit den hoffnungsvollen Jungspielern erfolgtreich verhandelt werden. Ein neuer Trikotsponsor wäre im Sinne von Sympathiewerbung auch nicht verkehrt….

Den grandiosen Aufstieg kann man auch noch mal bei uns bei Twitter nachlesen.

Relegation: OB Maly im Interview

So wie es aussieht sind zwei Drittel der Stadtspitze am Sonntag in Urlaub. Die beiden SPD-Bürgermeister überlassen es also dem CSU-Mann Klemens Gsell, am Sonntag den Aufstieg (immerhin wäre der Club dann Rekordaufsteiger) mit den Fans und der Mannschaft zu feiern. Ich unterhielt mich heute mit OB Ulrich Maly über das Thema. Einen Tipp für Sonntag gab der Oberbürgermeister bei der Gelegenheit auch gleich ab:

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