Bayern-Pleite: Schadenfreude ist erlaubt

Das war ein Neun-Punkte-Wochenende für Club-Fans! Der FCN holte sich einen lockeren „Dreier“, während Greuther Fürth verlor und Bayern München gar regelrecht unterging. Olaf Ü. verfügt wohl über prophetische Kräfte: Jedenfalls hat der Nürnberger schon in der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung in der Kolumne „Gewissensfrage“ – dort gibt der Rechtswissenschaftler Dr. Dr. Rainer Erlinger Auskunft zu ethischen Problemen – folgende Frage aufgeworfen: „Ist es unmoralisch, wenn ich mich freue, dass Bayern München eine Klatsche bekommt?“

Eigentlich, so Dr. Dr. Erlingers Replik, sei Schadenfreude ethisch bedenklich. Aber in diesem speziellen Fall konnte er dann doch grünes Licht geben und Olaf zugestehen, sie „relativ ruhigen Gewissens“ zu empfinden. Mit diesem philosophischen Beistand dürfte  Olaf dann das 5:1 der Wolfsburger gegen die Bayern gleich doppelt enthusiastisch bejubelt haben.  Oberbürgermeister Ulrich Maly hat auf den Artikel bei der Pressekonferenz der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur hingewiesen. Auch er schien über die Antwort des Doppeldoktors sehr erfreut…

Ein „Retter“ wird Bratwurstkönig

hoeness.JPGIn München überlegt Uli Hoeneß derzeit, ob er nicht noch ein paar Jährchen als Manager dran hängen soll, bevor er im Präsidium nur noch den Grüßaugust gibt. Ein bisschen Grüßaugust war der Uli auch, als er noch für unseren Club kickte. Das war in der Saison 1978/79.

Nach dem Abstieg 1969 durfte der FCN endlich wieder Bundesligaluft schnuppern. doch die vergleichsweise junge Mannschaft war überfordert. Deshalb präsentierte der damalige Präsident Lothar Schmechtig kurz vor der Winterpause einen besonderen Deal, er holte den Münchner Nationalspieler Uli Hoeneß, der nach längerer Verletzung bei den Bayern nicht mehr richtig Tritt fassen konnte, als „Retter“ nach Nürnberg. Doch der „Retter“ hatte nur außerhalb des Spielfelds Erfolg. Er begründete nämlich in Nürnberg seine Karriere als Bratwurstfabrikant (laut EU-Verordnung darf auch ein Münchner an Nürnberger Bratwürsten verdienen, solange die Fabrik in Nürnberg steht). Auf dem Platz hat Hoeneß möglicherweise das Hirn nicht frei und versagte daher kläglich. In elf Spielen traf er nicht ein Mal ins gegnerische Tor. Am Ende der Saison war der Club wieder in der 2. Liga und Hoeneß verkrümelte sich Richtung München, wo bereits der Managerposten auf ihn wartete.

Hoeneß war leider nicht der erste (und auch nicht der letzte), der vor und nach seiner Clubzeit Erfolge feierte, beim FCN aber seine Fähigkeiten nicht zeigen konnte/wollte.

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Ein Phantomtor und die Folgen

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Inzwischen ist in Nürnberg das Wort „Phantom“ wieder positiv besetzt, und zwar mit Marek Mintal (wobei der seine Phantomquaölitäten derzeit leider nur andeutet). Doch das war schon einmal anders. In der Saison 1993/94. Am 23. April 1994 spielte der Club gegen die Bayern und verlor mit 1:2 durch zwei Tore von Thomas Helmer. Zwei Tore? Nein, das eine setzte Helmer neben das Tor. Der Balljunge brachte sogar den Ball wieder aufs Spielfeld, spätestens da hätte Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers nachvollziehen können, warum sich die Nürnberger so aufregten. Er blieb aber dabei: Tor ist Tor.

Doch der eigentliche Tor war am Ende nicht Osmers, oder der nicht gerade faire Sportsmann Helmer, sondern, wie sollte es anders sein: der Club. Er legte erfolgreich Widerspruch gegen die Wertung des Spiels ein. Es gab ein Wiederholungsspiel, das der FCN mit 5:0 verlor. Der Club stieg wegen des schlechteren Torverhältnisses ab. Und das ist noch nicht einmal die ganze Geschichte. Manni Schwabl hätte nur den Elfmeter gegen die Bayern verwandeln müssen. Doch er scheiterte an Raimund Aumann (der zuvor angeblich in seiner ganzen Laufbahn noch keinen Elfer gehalten hatte). Insofern hätte nur Schwabl treffen oder der Widerspruch abgelehnt werden müssen, dann wäre der Club drin geblieben. Die ganze Geschichte kann man ausführlich auf der Seite von Andy Köpke nachlesen, der damals beim Phantomtor nicht hinter sich greifen musste, aber dennoch geschlagen wurde.

Das Phantomtor und seine Folgen gehören also ebenso zu unserer Parade der Ultra-Tiefpunkte in der Clubgeschichte.

TIEFPUNKT 4