Bayern am Rand einer Niederlage

Die Woche:

  • Ex-Trainer Köllner war bekanntlich bei „Blickpunkt Sport“ zu Gast. Unter anderem erzählte er dort, dass die Übernahme der Mannschaft durch Co-Trainer Boris Schommers „so nicht besprochen“ war. Muss man nicht verstehen. Schommers tut es übrigens auch nicht. Köllner fand die Formulierung später dann auch „missverständlich“. Fazit: Sendezeit und Papier verbraucht.
  • Seine (nicht unsere) wirklich wichtigen Ziele hat der FCN erreicht: Seit 12 Jahren erhält er erstmals wieder die Lizenz ohne Auflagen
  • Wie der Vater, so der Sohn. Das raunten manche, nachdem Sven Jablonski als Videoschiedsrichter das korrekte Behrens-Tor gegen Schalke verhindert hatte. Jablonskis Vater war nämlich beim ominösen Phantomtor 1994 Linienrichter. Schiedsrichter war damals ein gewisser Herr Osmers. Diesmal gab wieder ein Herr Osmers bei einem Spiel der Bayern gegen den Club den Unparteiischen. Im Kölner Keller. Harm Osmers ist aber weder verwandt noch verschwägert mit dem Phantomtor-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers. Dafür saß wiederum jener Schiedsrichter, der das Behrens-Tor aberkannte, im Videokeller bei der Bayern-Hilfsaktion im Pokalspiel gegen Bremen. So dient die Namensgleichheit dann eben doch als Wegweiser in Sumpfgebiete.

Das Spiel:

Nach den Ergebnissen vom Samstag war der Club in Zugzwang. Nur mit einem Sieg bestand eine realistische Chance, wenigstens noch den Relegationsplatz 16 zu erreichen. Trainer Schommers setzte bei der Aufstellung erneut auf Kontinuität. Allerdings rückte diesmal Eduard Löwen zu Mikael Ishak mit in den Sturm. Dafür standen bei FCB-Ballbesitz sechs Mann in der Abwehr.

In der ersten Hälfte kam der FCB so zu mehr Torchancen. Die beste als Mathenia einen Alaba-Freistoß gerade noch gegen die Latte lenken konnte. Auf der anderen Seite passierte nicht viel. Lediglich eine Unaufmerksamkeit des Bayern-Keepers hätte beinahe eine ungeahnte Möglichkeit für Löwen eröffnet. Aber Ulreich konnte den Ball gerade noch wegspitzeln.

So ging es torlos in die Pause.

Danach belohnte sich der Club endlich für sein couragiertes Spiel gegen den Tabellenführer. Eine Flanke von Kerk nahm Löwen auf. Seinen Schuss konnte Ulreich zwar noch abwehren, doch Pereira setzte den Nachschuss überlegt ins lange Eck. Jetzt war Stimmung im Stadion und der Club hatte Oberwasser. Drei Minuten später tauchen drei Cluberer vor dem Bayerntor auf. Aber Löwen bleibt am letzten Mann, an Süle hängen. Das hätte eigentlich das 2:0 und der dringend notwendige Dreier gegen heute schwache Bayern sein müssen.

Die schafften es auch danach nicht, das Clubtor in Gefahr zu bringen. Höchstens bei Standardsituationen. Etwa in der 69. Minute als James einen Freistoß erneut nur an die Latte zirkeln kann. Jetzt verstärkten die Münchner den Druck weiter. Den Ausgleich markierten sie allerdings nur mit viel Glück. Eine Kimmich-Flanke versuchte Bauer in der 75. Minute aus dem Strafraum zu schlagen, traf aber genau den hinter ihm stehenden Gnabry, von dem sich der Ball ins Clubtor senkte.

Der Club gab danach allerdings nicht auf. In der 89. Minute hatte er endlich einmal das Schiedsrichterglück, das sonst so oft gefehlt hatte. Der eingewechselte Davies hatte den ebenfalls eingewechselten Margreitter im Strafraum gefoult. Elfmeter! Nochmal die Riesenchance auf den Dreier. Nachdem Behrens zuletzt zwei Mal verschossen hatte, trat diesmal Leibold an. Aber er scheiterte am Innenpfosten. Das waren Millimeter! Aber das ist halt auch die aktuelle Situation beim Club:

Sie spielen mittlerweile gut, haben die Bayern am Rande einer Niederlage und scheitern dann an den eigenen Nerven. Wobei in der Schlussminute Mathenia wiederum nervenstark gegen den allein durchgebrochenen Coman rettete und so den, wenn auch wahrscheinlich wertlosen, Punkt rettete.

Wenn wir nur unsere Elfmeter verwandelt hätten, hätten wir wohl sechs Punkte mehr, und wären noch gut dabei. So schaut es – trotz einer guten Leistung und dem Nachweis, durchaus bundesligatauglich zu sein – leider schlecht aus.

Der Abstand zu Rang 16 ist an diesem Wochenende auf fünf Punkte angewachsen. Und inzwischen gibt es nur noch drei Möglichkeiten das wettzumachen.

Ein Letztes:

Elfmeter verschossen. Vielleicht lag´s nicht nur am Pfosten. Zuvor musste Tim Leibold nämlich in der Bild lesen, er werde beim FCN „die Flatter machen“. Tim Leibold veröffentlichte seine „Gegendarstellung“ dann via Instagram:

Weit entfernte Galaxien

Die Woche:

1. Der FC Bayern schwebe in einer anderen Galaxie, hatte Clubtrainer Michael Köllner vor dem Spiel konstatiert. Das gilt auch für den Rasen. Der ist nämlich auch anders als üblich. Geholfen haben die schlechten Platzverhältnisse diesmal nicht. Auch nicht die in der fernen Galaxie kurzfristig aufgetauchte Phobie vor Wollmützen . Die aber noch im Vorfeld durch gutes Zureden kuriert werden konnte.

2. Gegen Bayer Leverkusen präsentierte sich der Club im Max-Morlock-Schwimmbecken einigermaßen erfolgreich. Das brachte ihm jetzt eine Einladung der Barracudas Nürnberg ein. Die freuten sich sichtlich, dass es noch eine zweite Wasserballmannschaft in Nürnberg gibt. Das Match soll irgendwann im nächsten Jahr stattfinden.

3. Noch kein Weihnachtsgeschenk? Dann kann ich euch die aktuelle Club-Chronik ans Herz legen. Grandiose Erfolge, peinliche Niederlagen, Skandale, Intrigen, menschliche Verwerfungen… Alles drin!

4. Das publizistische Interesse am Clubtrainer ist ungebrochen. Das liegt wohl weniger an den Erfolgen als am Dialekt. Damit kann Michael Köllner immer noch als der große Unbekannte verkauft werden, obwohl bereits im eigenen Blatt mehrfach Portraits abgedruckt waren und regelmäßige Leser eigentlich wissen müssten, dass er aus Fuchsmühl stammt und gelernter Zahnarzthelfer ist. Im neuerlichen SZ-Portrait findet sich immerhin eine Zusatzinformation: Es gebe auch Leute, die Köllner nicht leiden können, heißt es da. Wer hätte das gedacht? Für die FAZ musste gar der NN-Sportchef zur Feder greifen. Wahrscheinlich waren die Sprachbarrieren für die Frankfurter doch zu hoch.

Das Spiel:

In der Allianz-Arena spiegelten die 80 Prozent Ballbesitz der Bayern auch das Kräfteverhältnis wider. Anders als die Mitabstiegsbewerber aus Düsseldorf konnte der Club auch nicht durch schnelle Nadelstiche diese Unterlegenheit wett machen. Die Torgefahr ging gegen Null. Freilich war auch den Bayern anzumerken, dass sie einen neuerlichen Punktverlust gegen einen Underdog tunlichst vermeiden wollten. Vielleicht war das auch der Grund, warum es nicht wie gegen Dortmund oder Leipzig eine Klatsche für den Club gab.

Gefühlt war das aber trotzdem eine Demütigung. Da wurde genau jener galaktische Unterschied, den Köllner schon im Vorfeld erwähnt hatte, deutlich. Zumal nichts von den gleichzeitig geforderten Qualitäten zu sehen war, die nötig gewesen wären, in München irgendwas zu reißen.

Nach vorne ging praktisch gar nichts, so dass der FCB seit langem mal wieder gegentorlos blieb, und hinten ist der Club halt immer für den einen oder anderen Klops gut. Mit dem 3:0 waren wir letztlich noch gut bedient.

Andererseits: Realistisch gesehen müssen die Punkte eh gegen andere Gegner eingefahren werden. Trotzdem ist es halt mit den Bayern wie mit den Fürthern: Gegen Unsympathen würden wir gerne überdurchschnittliches Engagement sehen.

Ein Letztes:

Der zweiterfolgreichste Hashtag zum Münchenspiel lautete übrigens #FreeWollmütze

Mehr als nur ein Spiel verloren

Nein, was Einsatz und Leidenschaft angeht, hat sich der Club nichts vorzuwerfen. Das war Klasse. Die ersten 15 Minuten spielte unser FCN die angeblich beste Mannschaft der Welt an die Wand. Chancen auf Chancen. Kiyotake traf sogar spektakulär die Latte. Aber leider kam nichts Zählbares raus. Stattdessen mussten Chandler und Ginczek den bravourösen Einsatz mit Verletzungen bezahlen. Und dann kam auch noch aus dem Nirvana die Führung der Bayern. Nichts zum Spiel beigetragen, trotzdem in Führung. Dusel? Bedingt!

Danach zeigten die Millionäre nämlich, dass sie einfach nur ihre Kräfte schonen und solche Spiele wie in Nürnberg als lästige Pflichtübung betrachten. Schon der Rasen. Wie ungepflegt. Sowas ist ein Matthias Sammer nicht gewohnt. In seinen Sphären wird Gras mit der Nagelschere geschnitten und jeder Halm einzeln gedüngt. Und dann auch noch die Behauptung des Club-Trainers, Fussball sei ein Männersport. Solchen Leuten muss man zeigen, dass die Bayern auch im Treten die besseren sind. Ob sie überhaupt auf Toilette müssen, wie normale Menschen und wie von Verbeek behauptet, daran muss man nach den 90 Minuten im Nürnberger Stadion auch leise Zweifel anmelden.

Wahrscheinlich hat ihnen das der Guardiola längst abgewöhnt. Wer pisst, findet sich das nächste Mal auf der Tribüne wieder.

Dass der Club gegen diese Cyborgs keine Punkte gemacht hat, ist insofern nicht verwunderlich. Leider hat er noch mehr verloren als nur das Spiel. Da sind zum einen die beiden Verletzten. Da ist aber auch zum anderen die Lektion für die anderen: Wer gegen diese Nichtpisser gewinnen will, der zahlt doppelt. Letztlich hat das Derby nur die Frankfurter Eintracht bestätigt. Gegen diese Bayern ist es besser, die zweite Mannschaft auflaufen zu lassen und zu schauen, dass das Ergebnis nicht zweistellig wird. Das werden die nächsten Bayern-Gegner mit Sicherheit beherzigen. Wenn ich der DFB oder die DFL wäre, würde mir das Sorgen machen. Doch was treiben die: Schicken Schiedsrichter zu den Bayernspielen, deren Hauptbestreben es ist, die Stars mögen sich bitteschön nicht verletzen.

Fußball, du kannst so langweilig sein.

Befallen vom FCB-Syndrom

Wir haben uns hier bereits früher in der medizinischen Diagnostik Fußball-affiner Krankheiten versucht. Zum Beispiel haben wir im Clubfreunde-Blog erstmals das Waldi-Syndrom definiert und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Diesmal geht es um das FCB-Syndrom oder FC-Bayern-Syndrom. Das ist zwar schon seit Jahren bekannt, allerdings wurde mit dem Begriff seinerzeit Erfolg bei gleichzeitiger Unbeliebtheit erklärt. Inzwischen hat sich das Krankheitsbild gewandelt. Durch noch mehr Erfolg (Triple) verblasst der Faktor Unbeliebtheit fast völlig. Wenn einer alles gewinnt, sind die anderen generell die Loser, also auch all jene, bei denen man unbeliebt sein könnte. Man muss diese also nicht mehr ernst nehmen.

Die Gründe,die zu einer Infektion führen, liegen vorwiegend im persönlichen Bereich. Den am FCB-Syndrom Leidenden geht es wie den meisten Menschen: Sie gewinnen selten und haben meist nicht den Erfolg, der ihnen zustünde. Anstatt sich damit abzufinden, versuchen sie als Fan des FCB zu demonstrieren, dass sie in Wirklichkeit Siegertypen und zu Höherem geboren sind. Gleichzeitig bietet ihnen dies die Chance, Andersfanige (also zum Beispiel Clubfans) mit herablassendem Blick in die Verliererecke zu stellen und sie so als lästige Konkurrenz im beruflichen Alltag auszuschalten. weiter lesen

Das war leider zu erwarten

Fußball kann so langweilig sein. Vor allem, wenn der FC Bayern mitwirkt. Wer das begeisternde Spiel der Dortmunder gegen Stuttgart gesehen hat und dann den billigen Sieg der Bayern im Frankenstadion, der weiß, warum viele Fans die Münchner nicht leiden können.

Allein schon die Aufstellung. Ribery, Alaba, Schweinsteiger und Gustavo wurden vom Bayern-Trainer Jupp Heynckes geschont. Der dachte wohl, gegen den Club kann er auch mit einer B-Mannschaft bestehen. Das klappte allerdings nicht. Die „Stars“ wurden dann doch eingewechselt und prompt machten die Bayern das – nach dem Spielverlauf unverdiente – Tor. Ausgerechnet Arjen Robben, den Javier Pinola eigentlich schon zum Statisten degradiert hatte.

Geld schießt offenbar doch Tore. Der Club leider nicht. Auch diesmal, so leid es mir tut, war die Torgefahr erschreckend gering. Mit einem stumpfen Schwert kann man halt nicht kämpfen. Das ist umso ärgerlicher, als der Club (auch wenn das Sky-Kommentator Marcel Reif als einziger anders sah) eigentlich insgesamt die bessere Mannschaft war. Aber wenn die FCN-Spieler, wie zuletzt in Stuttgart und jetzt gegen die Bayern, nicht das Tor treffen, nützt das halt auch nichts.

Und die Bayern sind halt so langweilig, dass sie solche Spiele auch noch gewinnen. Da der Club kurzweiliger ist und neben Niederlagenserien auch Siegesserien kann, hoffen wir, dass er nächstes Wochenende gegen Freiburg damit anfängt. Sonst schaut es nämlich schlecht aus, zumal die Abstiegskonkurrenz weitgehend gewonnen hat.

Meister werden wir wohl nicht

Man muss der Wahrheit ins Auge sehen: Der Club wird in dieser Saison wohl nicht mehr Meister. Dazu fehlen ihm einfach Souveränität und Abgeklärtheit. Dazu lassen sich die jungen Spieler von international erfahrenen Gegner zu leicht Angst und Schrecken einjagen. Und mit vollen Hosen kann man halt oben nicht mithalten.

Andererseits: Wollten wir Meister werden? Sind wir da schon reif dafür? Könnten wir das psychisch überhaupt verkraften? Nein – und zwar drei Mal! Insofern war das 0:4 gegen die Bayern halt leider Normalität, die schonungslose Aufdeckung der wirklichen Kräfteverhältnisse.

Die Bayern wollten sich fürs Champions-League-Spiel schonen und daher gleich klar machen, wo es lang geht. Nach zwei Minuten fiel schon das 1:0. Nichts wars mit der Strategie von Trainer Dieter Hecking, möglichst lang die Null halten und dann vielleicht vorne mal einen Konter reinhauen. So versuchen es Hinz und Kunz, wenn sie gegen stärkere Gegner antreten. Und ein Jupp Heynckes weiß das natürlich und stellt seine Leute entsprechend ein. Die konnten dann relativ locker ihr Spiel machen. Die Clubmannschaft lief nur hinterher und hätte sich auch nicht beklagen dürfen wenn es 6:0 oder 7:0 geheißen hätte. Immerhin nach dem 4:0 legten dien FCN-Kicker wenigstens die Angst ab und spielten halbwegs auf Augenhöhe mit. Sogar einige Chancen gab es, auch wenn die für Manuel Neuer keine ernsthafte Gefahr darstellten. Vielleicht sollten Clubtrainer künftig ihren Spielern einreden, es stünde schon 0:4 und es sei eh schon alles egal. Dann könnte vielleicht mal was gehen in München.

Aber, wie gesagt, der Club spielt nicht um die Meisterschaft mit, sondern gegen den Abstieg. Deswegen war es auch richtig, dass sich einige bereits für den nächsten Samstag schonten. Da geht es nämlich gegen den SC Freiburg und gegen den sind die Punkte wichtiger als gegen die Bayern – wenngleich Siege gegen die einfach die schönsten sind.

Bauern bauen auf

Sonst baut der Club ja gerne mal kriselnde Konkurrenten auf. Diesmal warens die Bayern, die die kleine Niederlagenserie des FCN beendeten. Mit gnädiger Mithilfe des Bayerntorwarts Thomas Kraft durfte Christian Eigler dann doch noch den Ausgleich erzielen. Zunächst sah es nicht danach aus. Der Rekordmeister spulte das eher wie ein Trainingsspielchen runter. Lediglich bei manchen Zweikämpfen sah man, dass die Bayern die Clubspieler eher als Sparringspartner betrachteten und pampig wurden, wenn die nicht ehrfürchtig auf Distanz gingen. Bastian Schweinsteiger zum Beispiel, der fehlende Klasse durch Rumjammern und Reklamieren meint ausgleichen zu müssen (oder Arjen Robben, der sich beim bestimmt nicht Clubfreundlichen Schiri die rote Karte wegen Beleidigung abholte).

Bezeichnend auch, dass das frühe Tor durch Thomas Müller wohl auch desweegen fiel, weil Javier Pinola wohl mit den Gedanken eher bei der Wiedergutmachung für die Spuckattacke aus dem Hinspiel gegen Schweinsteiger beschäftigt war, als mit seinem Gegenspieler Arjen Robben. Danach sah das Spiel lange Zeit nach „Einigung am grünen Tisch“ aus. Wir geben euch den Ekici für ein weiteres Jahr, dafür gebt ihr uns die Punkte. So oder ähnlich hätte der Deal lauten können. Auich Schiedsrichter Knut Kircher schien dafür zu sein, dass Ekici weiter beim Club bleibt und die Bayern für den Endspurt in der Bundesliga nicht durch irgendwelche Karten belastet werden.

Doch Thomas Kraft hatte dankenswerterweise etwas dagegen. Er ermöglichte dem ansonsten ziemlich ungefährlichen Christian Eigler ein weiteres Tor. Danach hätte der Club, wenn er etwas energischer zur Sache gegangen wäre, sicher noch den Sack zumachen können. Aber nachdem es bis zum überraschenden Ausgleich doch stark nach Bayernsieg ausgesehen hat, hält sich die Trauer doch in Grenzen.

Und dass die Bauern uns aufbauen, wo es geht, hat doch auch etwas.

Wenn´s zu viel wird, können wir uns dann ja, wie die Sechziger-Fans, mal dagegen wehren 😉

Saublödes Last-Second-Tor

So einen depperten Treffer in der letzten Sekunde muss man erst einmal verdauen. Das war sozusagen das I-Tüpfelchen auf ein trauriges Spiel. Die geborene Nullnummer hat dann doch noch so getan als sei sie ein richtiges Fußballspiel gewesen.

Aber mei! Wie schon gegen Bremen können wir auch diese Niederlage generös wegstecken. Dann kommen wir halt doch nicht nach Europa. Wird Europa schon sehen was es davon hat. Sollen sie sich halt wieder mit den Bauern langweilen (wobei: so wie der Club in Köln spielte, versäumt Europa auch nichts).

Zum Beispiel hat man in Köln auch gesehen, dass Julian Schieber vorne sehr fehlt. Für das gegnerische Tor gab es kaum Gefahr. Da war nichts. Hinten rettete Schäfer dafür einige Male bravourös, weil die Kölner dann doch etwas mehr Druck machten.

Aber letztlich wurde das Spiel wohl auf der Kartenebene entschieden. Vor der Pause hätte Mohamad eigentllich wegen Nachtretens Rot sehen müssen. Stattdessen gabs nur Gelb. Auch noch für Andi Wolf, der dann dauernd am Rande eines Platzverweises stand und folgerichtig ausgewechselt wurde.

Überhaupt stiegen die Kölner teilweise überhart und unfair ein. Genauso, wie es ihr Edelfan, der BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, eigentlich dem Club unterstellt hatte. Auch so kann man vor dem Spiel Stimmung machen und Schiedsrichter für die falsche Seite sensibilisieren.

Aber wir haben ja gesagt: Wir stecken das weg! Wir stecken das weg! Wir stecken das weg! Macht uns doch gar nichts! Wir stehen da drüber….

…ein klein bisschen hätte es uns aber schon gefallen, die Bayern noch einzuholen. Das müssen wir schon zugeben. Vielleicht ist uns gegen diese überhart einsteigende Bande ja am nächsten Samstag das Glück etwas holder.

Aufbauhilfe gegen Nichtabstiegshilfe?

148408372Das war halt mehr als nur ein Drei-Punkte-Spiel. Da kommt der Club, seit langem mal wieder in der Tabelle vor den Bayern stehend, nach München, sollte also mal das Selbstbewusstsein besitzen, um dort was zu reißen. Und da sind die Bayern, denen langsam die Meisterschaftsfelle davonzuschwimmen scheinen, die den Sieg unbedingt brauchen. Ein Situation, die den Clubfreund ins Träumen bringt. Drei Punkte in München, den Nervgegner Nummer 1 besiegen, auf Distanz halten, und gleichzeitig dafür sorgen, dass die die Saison praktisch abschreiben können oder mimndestens massiv die Panik bekommen. Es hätte so schön sein können.

Andererseits, die Bayern haben die Punkte gebraucht und dringend ein Erfolgserlebnis. Der Clubfan kann zwar normalerweise die Bayern nicht leiden. Der Clubverantwortliche schon. Immerhin hat der FCB dem Club mit Leihgeschäften aus der Bredouille geholfen. Zwei Ex-Leihspieler waren in München dabei: Andreas Ottl und Breno. Ekici, diesmal eher unauffällig, (noch) beim Club. Unterstellt, in der Bundesliga ist eh alles nur Geschäft, war das Nichtabstiegshilfe gegen Aufbauhilfe. Der Club gab jedenfalls für die keineswegs übermächtigen und durchaus schlagbaren Bayern den Aufbaugegner.

In der ersten Halbzeit schon nachgerade erschreckend harmlos, ließ der FCN den FCB das Spiel machen und hatte praktisch keine einzige Torchance. In der zweiten Hälfte ging es wenigstens ansatzweise nach vorne. Schieber hatte zwei exzellente Torchancen, machte aber nichts draus. Aber das war es auch schon. Irgendwie wirkten die Clubspieler immer so als hätten sie die Handbremse angezogen. Der FCB hatte chancenmäßig ein eindeutiges Übergewicht und hätte, nicht bloß wegen des verschossenen Elfers, durchaus höher gewinnen können. Der Club ermöglichte es Bayern-Trainer van Gaal sogar, seinen Rekonvaleszenten Ribery und Breno wieder Spielpraxis zu geben. Nach dem 3:0 schienen kurzfristig sogar – wie in der vergangenen Saison – wieder alle Dämme zu brechen.

Schade, schade! Es hätte so schön sein können! Hoffen wir mal, dass wir nun für nächste Saison wieder zwei Leihspieler beim FCB gut haben.

Maximal ein Punkt ist drin – für die Bayern!

brungs_maier

Ein seltenes Bild in der Saison 1967/68: Franz Brungs scheitert an Sepp Maier.

26 Mal standen sich der Rekordmeister aus München und der Ex-Rekordmeister aus Nürnberg in der Landeshauptstadt anlässlich eines Bundesliga-Duells gegenüber. 26 Mal 90 Minuten, in denen sich die Bayern eine beeindruckende Bilanz gegen den fränkischen Rivalen erarbeiteten. 19 Siege heimsten die Münchner bei vier Unentschieden und drei Club-Erfolgen ein. Grund genug für den sieben Euro zahlenden Südkurvenbesucher, sich auch am kommenden Sonntag als haushoher Favorit zu fühlen. Ein Trugschluss, dem wir nicht aufsitzen werden.

Blickt man nämlich etwas genauer hin, kommt man nicht daran vorbei, zu erkennen, dass der Club in München fast immer hielt, was er versprach. Stempelte die Tabelle den Ruhmreichen im Vorfeld des Derbys zum Punktelieferanten, gab es an der Isar fast nie etwas zu holen. 23 Mal reiste der 1. FC Nürnberg als die im Klassement schlechter platzierte Mannschaft nach München – mit der atemberaubenden Ausbeute von insgesamt unfassbaren sechs Punkten (nach der 3-Punkte-Regel). Stand der fränkische Gast allerdings zufällig mal in der Tabelle vor den Bayern, konnte die Schickeria stets den Schampus auch nach Spielende im Kühlschrank lassen. Mehr als ein Punkt war für den FCB dann nämlich nie drin.

Zuletzt gab es das seltene Szenario im August 2006. Hans Meyers Traumfabrik begann gerade erst zu produzieren und verschonte den FCB beim 0:0 zumindest halbwegs. Genug für den Club, um auch nach Spieltag drei Spitzenreiter zu bleiben.

Unvergessen der 30. Durchgang der Saison 1991/92, als der weit vor den Münchnern rangierende FCN mit 3:1 im Olympiastadion gewann. Wück und Zarate (2) wurden zu Helden, „Tiger“ Effenberg zum Deppen, weil er beim Stand von 1:2 per Strafstoß an Köpke scheiterte.

Und dann war da noch die Spielzeit 1967/68! Am vorletzten Spieltag hatte der Club die Möglichkeit, mit einem Sieg bei Beckenbauer, Müller und Co. die neunte Meisterschaft einzutüten. Brungs mit seinem sechsten Saisontor gegen Sepp Maier (nach fünf Stück beim 7:3 im Hinspiel) und Strehl sorgten für den 2:0-Erfolg und brachten die Schale mit in die Noris.

Womit wir beim nächsten Punkt, der für den Club spricht, wären. Stand der FCN vor dem Derby in München vor den Bayern, holte der 1. FC Nürnberg am Ende der Saison in mehr als 66 Prozent der Fälle einen Titel (2007 Pokal, 1968 Meisterschaft). Die Bayern dagegen gingen am Schluss immer leer aus. Was soll da noch schief gehen?