Sollen wir die jetzt auch noch belohnen?

In schweren Zeiten braucht man Tröstliches. Deswegen das Positive vorweg: Unser Club hat 120. Geburtstag feiern und in schönen Erinnerungen schwelgen dürfen. Außerdem haben wir den DFB-Pokal gewonnen. Zwar nur im Bayerischen Fernsehen und als Wiederholung. Aber immerhin.

Leider hat das Umfeld, in dem unser Ruhmreicher zugange ist, das mit der Maskenpflicht offenbar missverstanden und stattdessen alle Masken fallen lassen. Jetzt regiert nur noch der Reibach, dem Fan wird seine Überflüssigkeit vor Augen geführt und von Vereinen, die beste Drähte in Politik und Wirtschaft haben, werden berechtigte Skrupel der Konkurrenz schamlos ausgenutzt. Zudem wird wieder deutlich, dass es sich beim Profifußball um gut bezahlte Sklavenhaltung handelt. Nirgendwo wurden Spieler gefragt, ob sie das Kasperletheater mitmachen und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen wollen. Wenn das alles irgendeine Vorbildfunktion haben sollte, dann gute Nacht!

Und wer jetzt einwendet, die hätten doch alle Demut und Bescheidenheit bekundet. Ja, der Seifert vielleicht. Der hat das noch bei Karstadt gelernt. Schon wenn Palikuca was von Demut erzählt, kämen einem Zweifel, wenn man nicht als Clubfan schon vor der Pandemie im Demutsmodus gewesen wäre.

Demut ist ohnehin nicht überall angebracht. Haben wir unseren Sportvorstand für seine juristischen Aktivitäten im Fall Bakery Jatta noch kritisiert, hoffen wir jetzt, dass er seine Anwaltskontakte spielen lässt, um im Abstiegsfall DFL und DFB bis vor die Bundesgerichte zu zerren.

Wobei, wahrscheinlich wird hier die Drohung reichen. Das dürfte dann schon so hingemauschelt werden, dass nur juristisch weniger beschlagene Vereine absteigen. Wenn überhaupt einer absteigt, schließlich ist die Zukunft der 3.Liga noch völlig unklar.

Das Mauscheln dürfte in den nächsten Wochen jedenfalls um einiges einfacher werden. Zuschauer, die sich über etwaige Fehlentscheidungen aufregen könnten, gibt es nicht mehr und die verbliebenen Journalisten – allen voran die leicht beeinflußbaren Sky-Kommentatoren – dürften letztlich eher am Erhalt ihres Arbeitsplatzes als an der Aufdeckung irgendwelcher Schummeleien interessiert sein.

Stellt sich also auch für uns die Frage: Sollen wir uns an dieser Farce beteiligen? Sollen wir unsere Sky-Tickets reaktivieren oder gar ein Abo abschließen? Gemeinsam mit anderen den Club gucken, das geht ja sowohl im Stadion als auch in der Kneipe nicht mehr.

Wir sind noch unschlüssig. Einerseits sollte man denen auf die Finger schauen. Andererseits gilt: Wer zahlt, signalisiert Zustimmung. Und das wollen wir auf gar keinen Fall.

Vorerst werden wir das Ganze also unter größtmöglicher Abstandwahrung sowohl zum Mitzuschauer als auch zum Arschlochfußball beobachten. Die gewohnten aktuellen Beiträge zu den Spielen werdet ihr hier erst einmal nicht finden. Wir melden uns, wenn es aus Clubfansicht was anzumerken gibt oder wenn uns wieder der Kragen platzt.

In eigener Sache

Bei den Clubfreunden hat sich einiges geändert. Unser verehrter Stefan Hofer hat den Arbeitgeber gewechselt und ist daher auch leider nicht mehr bei den Clubfreunden aktiv (vielen Dank für alles und viel Erfolg im neuen Job). Für ihn springt Isabel Strohschein ein. Sie hat schon einmal vor fünf Jahren als Gastautorin für die Clubfreunde geschrieben und ist jetzt voll dabei. Allerdings als Freie, nachdem sie – wie ich übrigens auch – ihr Angestelltenverhältnis beim Verlag beendet hat. Marco ist also der einzige, der dort noch das Clubfreundefähnchen hochhält.

Vor diesem Hintergrund sind wir so frei, einige Änderungen im Blog durchzuführen. Wir wollen weg von den Spielberichten und unabhängig vom – sowieso zunehmend nervenden (gerade steht auch noch ein Montagabendspiel an) – Spielplan bloggen. Das jeweilige Spiel wird dafür in einem Wochenrückblick berücksichtigt. Dort geht es aber auch um alles, was sonst noch so beim Club und rund um den Club passiert ist. Der Wochenreport soll „Glubb-Weekly“ heißen und schon im Namen andeuten, dass hier internationaler Fußball auf fränkische Bodenständigkeit trifft. Wer also nicht regelmäßig alle Medien und Foren durchforsten und sich einfach nur im Wochenrhythmus updaten will, der ist hier richtig. Unabhängig vom Weekly soll hier auch jede Woche ein Clubthema eingehender behandelt werden.

Natürlich wollen wir dabei weiter aus der Fanperspektive bloggen – ohne Rücksicht auf etwaige Vorteile bei der Vergabe von Informationen oder Freikarten.

Jako und das letzte Trikot

Wir haben ja hier auch schon über Sponsoren abgelästert, insofern haben wir vollstes Mitgefühl mit dem Blogger-Kollegen Trainer Baade, der derzeit Troubles mit dem Trikothersteller Jako hat, dem Ausrüster des Bundesligavereins Eintracht Frankfurt.

Der Blogger hatte sich negativ über das Jako-Logo ausgelassen und eine Abmahnung bekommen. Er zahlte, unterschrieb eine Unterlassungserklärung und nahm den Beitrag vom Netz. Doch dann kam eine erneute Abmahnung, diesmal wollte Jako statt vorher rund 1000 Euro gleich 5000 Euro. Grund: Der Blogbeitrag war von einem Newsaggregator gespiegelt und ins Netz gestellt worden. Jeder weiß, dass auch juristische Keulen wenig helfen, um einmal im Netz stehende Beiträge wieder zu entfernen. Deswegen droht die Sache nun für Jako auch zum Bumerang zu werden. Offenbart sie doch, dass man dort vom Internet wenig Ahnung zu haben scheint.

Eine ausführliche Darstellung des Falls gibt es bei Alles außer Sport, der Titel lautet: „Wie Jako Leuten das letzte Trikot auszieht.“

So sehen (Uhren-)Gewinner aus

Nach monatelangem Warten auf freudige Momente kommt es jetzt für manche Clubfans knüppeldick. Nicht nur, dass der FCN am Montag in Freiburg gewonnen hat (falls jemand was zu den Ultras absondern will, kann er das bei der Gelegenheit gerne tun, uns fällt dazu nichts ein), nun kommt für sie auch noch eine Clubuhr hinterher. Und alles nur, weil sie einen kleinen Kommentar hier bei uns im Clubfreundeblog platziert haben. So einfach geht Gewinnen.
Die Gewinnermannschaftsaufstellung lautet:

Carsten Cerny
Jens Bernsdorf, Jörg Hußnätter, Walter Schindler, Frank Janschersky,
Michael Hoppe, Christian Kohl, Wolfgang Rupprecht,
Friedbert Nitsche, Jürgen Wälzlein.

Die Uhren werden in den nächsten Tagen zugestellt. Vielen Dank fürs Mitmachen!

Nachtrag (siehe Kommentar): die Mannschaft wurde noch einmal umgestellt. Sie sieht jetzt wie folgt aus:

Carsten Cerny
Jens Bernsdorf, Marco Knapp, Walter Schindler, Frank Janschersky,
Michael Hoppe, Christian Kohl, Jörg Hußnätter, Wolfgang Rupprecht,
Friedbert Nitsche, Jürgen Wälzlein.