Hart erarbeitete Punkte

Das war ein hartes Stück Arbeit. Auch für uns Fans. Dabei sah es wieder mal so gut aus. Ähnlich wie am vergangenen Wochenende in Dortmund griff der Schiedsrichter ein und gab dem Club einen, sagen wir mal, nicht unbedingt zwingend notwendigen Elfmeter. Timmy Simons verwandelte und sorgte so, was den FCN anging, immerhin für ausgleichende Gerechtigkeit. Dass dann Tomas Pekhart noch einen schönen Angriff zum 2:0 abschloß, ließ uns – wieder einmal – hoffen, eine geruhsame zweite Halbzeit zu erleben. Aber es ist halt der Club. Der macht sowas nicht. Wäre ja langweilig…

Trotzdem habe ich das Gefühl, Trainer Michael Wiesinger muss noch an seiner Kabinenstrategie arbeiten. Schon beim HSV war es so, dass der Gegner verwandelt aus der Pause kam und die Clubelf irgendwie lethargisch nur auf Schadensbegrenzung abzielte. So fallen die Gegentore dann eben fast zwangsläufig. So auch heute. Immerhin waren die Gladbacher dann in ihren Mitteln beschränkt und der Club fing sich schließlich noch einigermaßen, so dass begleitet vom üblichen Fan-Nervenflattern das 2:1 heimgezittert werden konnte.

Interessant am Rande waren die vielen Ballverluste, die sich Gladbach im Mittelfeld leistete, aus denen der Club aber – abgesehen von 2:1 – viel zu wenig machte. Nicht vregessen sollten wir auch, dass in der ersten Hälfte Schäfer zwei Mal bravourös die Null festhielt. Dann gab es noch das Debüt von Berkay Dabanli. Mu Kanazaki durfte sich leider trotz der anhaltenden Mu-Rufe nur warmlaufen. Vielleicht beim nächsten Mal. Bedarf besteht im Mittelfeld auf jeden Fall. Da kann auch dieser, letztlich verdiente, Heimsieg nicht drüber hinweg täuschen.

Diese Niederlage war leider verdient

Nicht nur beim Straßenlärm liegt Nürnberg auf Platz 3, auch in punkto Social Visibility bei den Bundesligavereinen, also beim Lärm den die Fans im Netz machen.

Diesmal war es dort aber lange auffällig still. Nicht bloß NLMXM wunderte sich „Irgendwie sind die twittenden Clubfans aber ruhig….“ In Gladbach entwickelte sich nämlich genau das Spiel, das Trainer Dieter Hecking vorhergesagt hatte. Zwei Mannschaften mit ähnlicher Spielauffassung und mit eher taktischer Disziplin als individueller Klasse trafen da aufeinander. Allerdings stellte sich schon bald heraus, dass die Heimmannschaft weitaus mehr Druck entfachen konnte. Vor allem hatte sie einen Marco Reus dabei. Der machte den Unterschied. Da nützte es leider auch nichts, dass Ersatz-Ersatz-Keeper Alexander Stephan eine gute Leistung ablieferte und einige Male Klasse hielt. Zwar chaffte es auch Reus nicht, selber ein Tor zu machen. Aber dafür entwickelte er auch schauspielerische Fähigkeiten und die würdigte Schiri Knut Kircher mit einem, letztlich spielentscheidenden Elfer.

Beschweren dürfen wir uns aber dennoch nicht. Gladbach war überlegen. Vor allem vorne brachte der Club kaum etwas zustande. Bedenklich war dies anfangs noch nicht, da schließlich nur Tomas Pekhart im Sturm stand. Da war die Sturmschwäche quasi taktisch verordnet. Nach dem Gegentor brachte Hecking dann aber mit Eigler und Bunjaku noch zwei Stürmer, ohne dass sich das auswirkte. Vielleicht braucht Bunjaku noch Zeit. Vielleicht muss der Club da aber auch noch nachbessern.

Letztlich führt aber kein Weg vorbei: Der Gladbacher Sieg war verdient. Die waren einfach besser.