Rumpelfüßler und Rumpelschiris

17406869Okay, wenn uns am Ende ein Punkt fehlt, dann haben wir das Schiedsrichter Florian Meyer zu verdanken. Aber eigentlich hätten heute drei Punkte rausspringen müssen, wenn das mit dem Klassenerhalt noch etwas werden soll. Dafür haben aber die meisten Clubspieler, vor allem in der ersten Halbzeit, viel zu wenig abgeliefert. Wenn man sich anschaute, was Andi Wolf, Marek Mintal, Eigler oder Pinola da präsentierten, das war nicht mal zweitligatauglich. Das wurde diesmal umso deutlicher, weil Breno und Bunjkaku zeigten, wie man in der ersten Liga spielen muss. Leider färbt da nichts ab. Immerhin, Schäfer rettete einige Male bravourös. Jedoch hat er sich bei den Schiris offenbar schon soweit ins Abseits gespielt, dass die nicht einmal mehr klare Fouls im Strafraum gegen ihn pfeifen.

Unabhängig davon gilt aber leider: Hinten unsicher, im Mittelfeld schlampig und vorne ohne jede Zielstrebigkeit. So gewinnt man nicht einmal gegen Gladbach. Und wenn man da keine Punkte macht, wo dann? Da hilft es auch wenig, dass die Kritiker von Beginn der Saison verstummt sind. Eine Mannschaft, die aus eineinhalb Chancen ein Tor macht, die hat nicht unbedingt ein Stürmerproblem. Aber wen interessiert das im Augenblick noch?

Trotzdem, und da sind wir (seltsame Koinzidenz wieder mal) einig mit den Greuthern: So wie die Schiedsrichter zur Zeit irgendwelchen Sympathien und dem großen Geld folgen, da möchte man eigentlich dem Profifußball lieber den Rücken kehren. Immerhin hätten die Schiris im nächsten Clubspiel gegen die Bayern jetzt die Chance, gelich zwei Scharten wieder auszuwetzen. Ob gegen den FCB ein zwölfter Mann zum Sieg reicht, das wagen wir allerdings zu bezweifeln.

Nachtrag: Nachdem Hannover sich daheim fünf Dinger einschenken lässt und die Hertha nicht einmal gegen Mainz gewinnt, dürfte es wohl auf einen Dreikampf um den Relegationsplatz rauslaufen. Wenn die Schiris da nicht weiter negativ eingreifen, hat der Club dabei durchaus gute Karten. Das heißt allerdings: zittern bis zum Ende und hoffen, dass sich die anderen noch blöder anstellen.

noch ein Nachtrag: …dass Freiburg in der Nachspielzeit noch einen sicher geglaubten Punkt in Frankfurt liegen lässt, zeigt: die wollen da auch noch unten mitmischen. Insofern könnte sogar noch ein Vierkampf draus werden.

Wieder einmal: „Retter“ von den Bayern

breno_DW_Sport_Marb_526427gDas letzte Mal als sich der Club einen Retter von den Bayern holte, ging das bekanntlich in die Hose. Der Club stieg ab, Uli Hoeneß laborierte am Knie und schoss kein einziges Tor.

Auch damals holte man den „Retter“in der Winterpause. Jetzt, 31 Jahre später, holt der Club erneut Rettung von den Bayern, der brasilianische Verteidiger Breno (Bild) soll auf Leihbasis die Abwehr verstärken. Andreas Ottl soll im defensiven Mittelfeld aushelfen. Und dann kursiert – schließlich ist es eh schon egal, ob zwei oder drei Ex-Bayern beim FCN kicken (dann fremdeln die wenigstens nicht) – das Gerücht, Roy Makaay könnte ablösefrei von Feyenoord Rotterdam zum Club wechseln.

Eins scheint auf jeden Fall klar: Der Club wird langsam wieder der alte. Nichts mehr mit Bescheidenheit, Kontinuität, Setzen auf Junge, Verzicht auf so genannte Altstars… Mit Michael Oenning ist diese Absicht, obwohl die auch nicht unbedingt hundertprozentig durchgesetzt wurde, anscheinend zu den Akten gelegt worden. Dieter Hecking scheint eher die bewährten Rezepte zu bevorzugen. Dafür allerdings wurde er wohl auch geholt.

Absichten und gute Vorsätze sind das eine, der Erfolg ioft etwas anderes. Auch schlechte Erfahrungen, zumal wenn sie Jahrzehnte zurück liegen, müssen einen ja nicht ewig belasten. Uns wäre es jedenfalls am liebsten, wir müssten den Namen Hoeneß hier nicht noch einmal erwähnen. Und wenn ein paar Bayern-Exporte dem Club weiterhelfen, warum nicht. Vorurteile sind dazu da, widerlegt zu werden.

Eins ist aber auch klar, diese Zugänge (wie viele auch immer es sein werden) dürften, da sie z.T. nur auf Leihbasis kommen, keine Option auf die Zukunft sein. In der Sommerpause wird es wieder einmal einen Nauaufbau geben müssen. Ganz egal, ob die Rettungsaktion gelingt.