Eingeknastet in der Zweiten Liga

Der Club ist schon  als Meister aus der Bundesliga abgestiegen (im Jahr 1969), als Pokalsieger (2008), mit 17 Auswärtsniederlagen (1984), mit einer Hinrunde ohne Sieg (2014) und mit einem Sturz von 12 auf 16 am letzten Spieltag (1999): Für negative Superlative ist der Ruhmreiche also bekannt. Nun aber mal ein positiver Rekord im Jahr 2016: 38 Zweitliga-Spiele in Serie hat der 1.FC Nürnberg stets ein Tor erzielt, das glückte außer der SG Wattenscheid 09 (September 1987 bis Dezember 1988) keinem Verein.
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Mühsamer Jahresabschlusserfolg

Daheim machen sie dich ein. Das gilt beim Club in letzter Zeit leider öfter. Wobei diesmal der FC Kaiserslautern zu Gast war. Bei dem schien die Offensive kein Problem zu sein. Dafür stand die Frage im Raum, ob es gelingt, den Zu-Null-Königen einen reinzuballern. Entsprechend unansehnlich gestaltete sich dann auch die erste Halbzeit. Fehlpässe am laufenden Band, uninspiriertes Angerenne, planloses Rumgekicke bei gefühlter Überlegenheit des 1.FCN. Wobei dem zugute gehalten werden muss, dass ihm Schiedsrichter Markus Schmidt in der 20. Minute ein korrektes Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte. Das war dann aber schon das Highlight der ersten Hälfte im stark unterfüllten Frankenstadion.

In der zweiten Hälfte egalisierte der Club dann doch den bisherigen Rekord der SG Wattenscheid und traf im 38. Zweitligaspiel in Folge ins Tor (Behrens nach Ecke in der 51. Minute). Jetzt aber, dachten wir! Der Bann war schließlich gebrochen und der FCK hatte ja wochenlang kein Tor mehr erzielt. Doch nicht mit dem Club. Der ist bekanntlich ein Samariter. Der hilft jedem aus der Patsche und baut auch hoffnungslose Fälle auf.

Die Mannschaft ließ sich hinten reindrängen, wurde seltsam apathisch. Oft wurde der Club minutenlang in der eigenen Hälfte beschäftigt. In der 62. Minute hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn es nach einem Handspiel von Dave Bulthuis Elfer gegeben hätte. Die Warnung verpuffte freilich. Weiter bettelte der Club nach einem Kaiserslauterner Treffer. In der 78. Minute war es dann soweit. Völlig unüberraschend köpfte Zoua nach einer Ecke (das erste Tor nach einer Standardsituation für den FCK) den ziemlich haltbar aussehenden Ball ins Clubnetz.

Jetzt ließen es die Pfälzer wieder ruhiger angehen, ohne dass der Club richtig zwingend zurückkommen konnte. Aber wir haben ja Guido Burgstaller. Noch! Der hatte sich seinen großen Auftritt für die 90. Minute aufgehoben. Von Behrens freigespielt zog er im Strafraum ab und traf zum 2:1.

Am Ende ein versöhnlicher Jahresabschluss. Mit dem bereits bei den vorigen Spielen erwähnten bitteren Beigeschmack, dass der Matchwinner wohl die längste Zeit für den FCN die Kastanien aus dem Feuer geholt hat.

Guido, wir werden dich vermissen!

1470805079So schnell läuft das in Liga 2. Da zählt man gerade noch die Differenz zu den Aufstiegsrängen und schon geht es in die andere Richtung. Wahrscheinlich war in den Köpfen der Clubspieler auch schon der Dreier gegen den SV Sandhausen so gut wie eingefahren. Im Laufe der Partie verfestigte sich das dann wohl noch, denn der Club spielte eine halbe Stunde lang nur auf das Tor des SVS. Der konnte sich erst in der 28. Minute befreien. Da sprang Kuhn über den vollkommen unmotiviert reingrätschenden Bulthuis, kann allein aufs Tor zusteuern, zu Wooten passen und der stellt das Spiel auf den Kopf.

Das bekam da schon der ersten Knacks. Denn beim Club schwand das Selbstvertrauen und die Ordnung. Dazu häuften sich die Fouls, mit denen die Sandhausener dem FCN schon im Mittelfeld regelmäßig den Zahn zogen. Die hofften offenbar darauf, dass Schiri Dr. Martin Thomsen ihnen die gesamten 90 Minuten wohlgesonnen ist. Das tat er dann aber doch nicht. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff durchbrach Guido Burgstaller (wer sonst?) die allgemeine Clublethargie, ließ drei Gegner stehen und konnte von Kulovits nur mit einem Foul gebremst werden. Der hatte vorher schon Gelb gesehen und durfte dann vorzeitig seinen Trainingsanzug überziehen. Mehr als eine Halbzeit hatte der Club also noch, den Rückstand wettzumachen und das mit einem Mann mehr.

Die nun auch zahlenmäßige Überlegenheit mündete zwar in einer Art Powerplay, das aber spätestens am Strafraum der Weißen verpuffte. Meistens aufgrund von Fehlpässen und der Kompromisslosigkeit, mit der Sandhausen verteidigte. Der Club rannte immer planloser an, fand jedoch nicht den Schlüssel, um die dezimierte Gästemannschaft zu knacken.

Dabei hätte hier viellich der ehemalige Sandhausen-Trainer Alois Schwartz im Vorfeld den einen oder anderen Tipp geben können. Schließlich kennt er den Gegner aus dem FF. Und wenn es vorne nicht klappt, dann kommt auch noch Pech dazu. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe des SVS schießt Klingmann einfach mal in Richtung Kirschbaum. Abermals ist Bulthuis der Unglücksrabe und fälscht den Schuß unhaltbar ab. 0:2! Blöder kann ein Spiel nicht laufen.

Trotzdem waren immer noch 35 Minuten Zeit und der Club immer noch einen Mann mehr. Doch den elf Nürnbergern fiel gegen die zehn Gäste weiterhin nichts ein. Ein ums andere Mal flogen zwar Bälle in den Strafraum, doch jedesmal wurden sie abgefangen. Beim Club paarte sich langsam Panik mit Verzweiflung. Und dann kam es noch dicker. In der 76. Minute machte der Gegner vor, wie man auch ohne Hilfe eines Gegenspielers trifft und Lukasik erhöhte sogar auf 0:3. Da war es dann endgültig ein gebrauchter Tag.

Dass dann Guido Burgstaller mit einer schönen Einzelaktion noch den Ehrentreffer erzielte, machte es eigentlich nur noch schlimmer. Denn dass der Österreicher nicht zu halten sein wird, wurde angesichts dieses Spiels überdeutlich. Wer selbst gegen Sandhausen zuhause und in Überzahl verliert, der kann sich jedweden Aufstiegstraum abschminken und damit auch die dringend nötigen Einnahmen, die nötig wären um Burgstaller zu halten. Guido, wir werden dich vermissen! Erst recht angesichts des blutleeren und brozlosen Gekickes, das deine Nochmannschaftskamerade heute abgeliefert haben.

Hauptsache drei Punkte

2764529253Beim Spiel in Aue durfte Sylvestr gegen seinen Ex-Verein mal wieder von Anfang an spielen – und kurz vor der Pause hätte er vielleicht sogar ein Tor erzielen können, aber er verpasste die Flanke Kempes. Aus Club-Sicht war das indes nicht schlimm, denn Möhwald stand völlig frei und erzielte mit einem Flachschuss das zu diesem Zeitpunkt durchaus etwas überraschende Führungstor für die Nürnberger. Die Defensive von Erzgebirge Aue hatte den Mittelfeldmann völlig aus den Augen verloren. Der Treffer in der 44. Minute war einer der wenigen Höhepunkte einer ereignisarmen ersten Hälfte.

Auch im zweiten Abschnitt vermochte keines der Teams zu überzeugen. Sylvestr, wegen des Ausfalls von Matavz in die Startelf gerückt, konnte die Chance nicht nutzen und machte nach 81 Minuten für Teuchert Platz. Ein anderer dagegen traf gegen seinen alten Arbeitgeber. Nicky Adler, der in der Abstiegssaison 2007/08 ein wenig erfolgreiches Gastspiel beim Club gegeben hatte, besorgte den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Nach einer Flanke des Auers Hertner gewann dessen Teamkollege Kaufmann das Kopfballduell gegen Sepsi und lenkte den Ball ins Zentrum, wo Köpke den Nürnberger Abwehrchef Hovland abbblockte – Adler war zur Stelle und besorgte das 1:1 (60.). Kurz darauf hätte Susac die Gastgeber sogar in Führung bringen, aber sein harmloser Kopfball aus aussichtsreicher Position ist kein Problem für Club-Torsteher Kirschbaum (67.).

 

Und so hat am Ende doch der 1.FC Nürnberg die Nase vorn. Standardspezialist Möhwald setzte mit einem Eckstoß Burgstaller in Szene, dessen Kopfball von Kaufmann unhaltbar abgefälscht wird. 2:1 für den Club durch Burgstallers zehntes Saisontor (77.). Nach einem wenig ansehnlichen Spiel steht als Fazit: Hauptsache drei Punkte. Für Aue dürfte es in dieser Verfassung nicht einfach werden, die Klasse zu halten.

 

Ärgerliche Pleite in Braunschweig

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Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. In Nürnberg machen sie das sogar besonders gerne. Deswegen konnte dem Club-Freund etwas unwohl werden, als es nach dem 6:2 gegen Berlin allerorten hieß, der 1.FC Nürnberg habe die Relegation sicher. Wenigstens Kollege vip baute noch eine kleine löbliche Einschränkung ein: „So gut wie“, schrieb er. Da erkennt man den treuen Fan, der spätestens seit dem Abstiegsinferno anno 1999 weiß, dass gerade beim Ruhmreichen Theorie nicht immer grau sein muss. St. Pauli hätte ja in den letzten drei Spielen nur dreimal 6:0 gewinnen und der 1.FC Nürnberg drei Pleiten kassieren müssen (zweimal 0:1, einmal 0:2) – und schon wären die Hamburger vorbeigezogen. Wer die Club-Historie nur lange genug verfolgt, dem kommen solche Szenarien alles andere als unwahrscheinlich vor… Doch seit diesem Wochenende sind die bösen Deppen-Gespenster verjagt. St. Pauli hat durch das 0:2 gegen energisch um den Klassenverbleib kämpfende Münchner „Löwen“ die letzte theoretische Restchance auf Rang drei verspielt, Trainer Rene Weiler und seine Schützlinge werden am Ende mindestens „Bronze“ holen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: In Braunschweig gab es eine bittere 1:3-Niederlage.

Dabei schien die Ausgangslage so günstig: Weil die Bielefelder Arminia, für die es eigentlich um nichts mehr geht, den Nürnbergern vielleicht aus einer gewissen Rekordabsteiger-Solidarität heraus Schützenhilfe leistete und RB Leipzig ein 1:1 abtrotzte, erschien vor dem Spiel in Niedersachsen sogar Rang zwei und der direkte Aufstieg wieder in Reichweite. Mit einem „Dreier“ gegen die ebenfalls nur noch um die goldene Ananas kickende Eintracht hätte der Club den Abstand auf den Brauseklub auf zwei Punkte verkürzt. Leider nahm Braunschweig das Duell der beiden Absteiger von 2014 sehr ernst und machte diese Planspiele der Nürnberger zunichte. Kurz vor der Pause brachte Khelifi die Braunschweiger in Führung (43.), nachdem zuvor die Gäste die Mehrzahl an Tormöglichkeiten verzeichnet hatten. Aber Rurik Gislason verfehlte bei seinen beiden Kopfballchancen (15./24.) ebenso das gegnerische Gehäuse wie später Niclas Füllkrug per Freistoß (33.). Von einem Rückstand haben sich die Nürnberger in dieser Spielzeit zwar selten verunsichern lassen, aber diesmal lief es auch in der zweiten Hälfte nicht besser für die gegenüber dem Berlin-Spiel mit unveränderter Formation aufgelaufenen Weiler-Schützlinge. Reichel per Abstauber (60.) und der sträflich freistehende Sauer (67.) erhöhten auf 3:0 für den Deutschen Meister von 1967. Guido Burgstaller traf zwar aus der Drehung ins kurze Eck (78.), aber dieser Anschlusstreffer kam zu spät. Nun dürfte es schwierig werden, Leipzig noch abzufangen.

Während der Tabellenführer SC Freiburg (69 Punkte, mit dem Ex-Cluberer Frantz) die sofortige Rückkehr ins Oberhaus durch ein 2:1 in Paderborn perfekt machte, brauchen die derzeit ins Trudeln geratenen Leipziger (64) noch zwei Punkte, um Platz zwei sicherzustellen. Sie spielen nächste Woche gegen Karlsruhe und zum Schluss in Duisburg. Der 1.FCN (59) hat zwar die bessere Tordifferenz, aber bei fünf Punkten Rückstand sind die Aussichten trübe. Der Club braucht für den direkten Aufstieg zwei Siege gegen St. Pauli sowie Paderborn – und noch ein paar Pferde, die vor die Apotheke kotzen.

Karussell statt Kontinuität

13.09.2015 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 06. Spieltag: SpVgg Greuther Fürth Fuerth - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / JüRa ---  Benedikt Röcker Roecker (2, SpVgg Greuther Fürth ) gg Alessandro Schöpf Schoepf (28, 1.FC Nürnberg / FCN ) -- Derby Frankenderby -- Und wieder ist einer weg: Stürmer Jakub Sylvestr wechselt auf Leihbasis zum abstiegsgefährdeten SC Paderborn. 28 Spieler umfasste der Kader des 1.FC Nürnberg in der Hinserie, wenn man Nachwuchsstürmer Cedric Teuchert mitzählt. Nun sind es nur noch 24. Sylvestr kam im Sommer 2014  als großer Hoffnungsträger und amtierender Torschützenkönig, er erzielte auch gleich im ersten Zweitligaspiel das „goldene Tor“ gegen seinen alten Verein Erzgebirge Aue. Doch schon in der vergangenen Rückserie tat  er sich schwer, und im Saisonverlauf 2015/16 pendelte der Angreifer zwischen Bank und Tribüne. In der Stürmer-Hierarchie von Trainer Rene Weiler war Sylvestr hinter Burgstaller, Füllkrug, Blum und selbst Nachwuchsmann Hercher nur noch die Nummer 5. Angesichts der geringen Einsatzchancen ist sein Wechsel logisch – nun soll er Paderborn aus dem Keller schießen.

Auch die zuvor abgewanderten Reservisten Willi Evseev (zu Holstein Kiel) und Stefan Kutschke (Dynamo Dresden) standen im bisherigen Saisonverlauf höchst selten (Kutschke) oder gar nicht (Evseev) für die Profis auf dem Platz.

Viel schwerwiegender ist freilich der Abgang von Mittelfeldstratege Alessandro Schöpf Richtung Schalke. Vielleicht hat der Club hier für sechs Millionen Euro den Aufstieg verkauft. Man wird sehen. Schöpf, Kutschke, Evseev, Sylvestr. Da warens nur noch 24.

Aufschlussreich übrigens ein kleiner Rückblick auf die Liste der Spieler, die vor und während der Saison 2014/15 kamen oder von der zweiten Mannschaft in den Profikader befördert wurden: Colak, Mendler, Ramirez, Ott, Özdemir, Candeias, Celustka, Radlinger, Mlapa, Bihr, Nikci, Dittgen, Pachonik, Schöpf, Evseev, Sylvestr – sie alle sind schon wieder weg oder gehören zumindest dem Profikader nicht mehr an.    Übrig geblieben von den damaligen Zugängen sind Bulthuis, Hovland, Blum, Koch, Füllkrug, Polak, Mössmer, Kerk und natürlich Burgstaller, wobei Koch ebenfalls gehen dürfte.

Gut, Schöpf verkaufte der Verein mit einem satten Gewinn, doch von allen anderen Spielern trennte man sich sehr rasch freiwillig wieder. Motto: Karussell statt Kontinuität –  die Transferbilanz der Saison 2014/15 war mehr als durchwachsen. Diejenigen, die sie zu verantworten haben, sind allerdings auch nicht mehr da.

Per Kopf zum Jubiläumssieg

243381448So richtig anstrengen musste sich der Club für den Jubiläumssieg, den 250. Erfolg in seiner Zweitliga-Geschichte,  nicht – der 1.FC Kaiserslautern präsentierte sich doch arg von der Rolle. Das lag natürlich auch daran, dass die Pfälzer schon ab der 18. Minute in Unterzahl agieren mussten, weil Patrick Ziegler nach einem groben Foulspiel gegen Guido  Burgstaller „Rot“ sah. Damit die Überzahl nicht gleich wieder leichtfertig verspielt wird, brachte Trainer Rene Weiler nach einer halben Stunde Kapitän Jan Polak anstelle des ebenfalls am Rande eines Platzverweises stehenden Tim Leibold (30.). Polak hatte zunächst wieder auf der Bank schmoren müssen, weil Weiler der Anfangself vom Sandhausen-Spiel vertraute.

Kurz vor Schluss der ersten Hälfte gelang dann dem zuletzt arg kritisierten Abwehrchef Even Hovland per Kopf nach einem Eckstoß von Kevin Möhwald das 1:0 für die Gäste aus Nürnberg (41.). Nach dem Seitenwechsel ging es sehr gemächlich weiter, Polak und Co. schoben den Ball hin und her, ohne dass die Heimelf auf dem einst so gefürchteten Betzenberg in irgendeiner Form Druck gemacht hätte. Man hatte den Eindruck der Club macht das, was Kritiker in der Vergangenheit oft Kanzlerin Angela Merkel vorwarfen – er schläferte den Gegner ein.

Vorne wiederum zeigten sich die Nürnberger absolut effizient: Alessandro Schöpf köpfte nach einer feinen Burgstaller-Flanke das 2:0 (56.), und bereits fünf Minuten später erhöhte Burgstaller selbst – wieder nach einem Möhwald-Eckstoß, wieder per Kopf – auf 3:0 (61.). „Was ist denn jetzt kaputt?“ twitterte daraufhin ein Club-Fan, der dem Braten offenbar noch nicht recht trauen wollte. Aber es blieb dabei. 3:0. Sicher kein hoch unterhaltsamer Fußball-Abend, aber immerhin drei Punkte bei einem der heiß gehandelten Aufstiegsanwärter. Wobei die Pfälzer – in den Vorjahren einmal Dritter, zweimal Vierter – in dieser Form kaum eine Chance haben, in die Spitzengruppe der Zweiten Liga zurückzukehren.

Beim Club bekam der zwischenzeitlich in die Reserve verbannte Jakub Sylvestr eine Bewährungschance, Weiler wechselte ihn für Danny Blum ein (65.), und beinahe hätte der Angreifer auch noch ein Kopfballtor beigesteuert, doch der Ball ging knapp vorbei (68.). Ein 4:0 wäre auch des Guten zu viel gewesen und hätte die schöne historische Parallele kaputt gemacht: Der erste der inzwischen 250 Club-Siege in der Zweiten Bundesliga war nämlich auch ein 3:0. Am 10. August 1974 siegte der 1.FCN mit diesem Ergebnis gegen den FSV Mainz 05. Die Torschützen: Rudi Sturz, Slobodan Petrovic und natürlich die Nürnberger Zweitliga-Legende Dieter Nüssing.

 

Schmeichelhafter Punktgewinn gegen die „Löwen“

17.08.2015 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 03. Spieltag: 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN - TSV 1860 München Muenchen Löwen Loewen --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / WoZi ---  Niklas Stark (16, 1.FC Nürnberg / FCN ) Daylon Claasen (7, TSV 1860 München ) 2:2 im Derby gegen  den bisher noch punktlosen letztjährigen Beinahe-Absteiger TSV München 1860 – doch nach diesem Spielverlauf kann der 1.FC Nürnberg mit dem einen Punkt durchaus zufrieden sein. Gerade in den ersten 45 Minuten sind die „Löwen“ überlegen. Fast hätte sich der Club aber erfolgreich durch Durchgang eins gemogelt und wäre mit einem schmeichelhaften 0:0 in die Pause gegangen. 1860 hat zwar klare Feldvorteile, taucht jedoch nur einmal wirklich gefährlich vor dem Nürnberger Gehäuse auf, als der Ex-Nürnberger Okotie und Hain bei einer Doppelchance nacheinander den Ball nicht im Tor unterbringen (23.). Doch unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff werden die Gäste dann doch noch für ihr Engagement belohnt. Zwar triffft der seit dem 9. Februar torlose Angreifer Okotie nach einem Adlung-Eckstoß per Kopf nur den Pfosten, aber aus dem Hintergrund eilt Bülow herbei und köpft den zurückspringenden Ball ins Netz. Club-Torwart Kirschbaum ist da bereits geschlagen, weil er dem Okotie-Kopfball vergeblich hinterhergehechtet war.

Die Nürnberger werden im ersten Abschnitt nur zweimal ansatzweise gefährlich: 60-Keeper Eicher ist bei einer Brecko-Flanke jedoch vor dem einköpfbereiten Burgstaller am Ball (38.), und Blum (nach überstandener Krankheit wieder anstelle von Sylvestr erste Wahl) verfehlt das Münchner Tor knapp (44.).

Trainer Rene Weiler reagiert mit einem Doppelwechsel auf die schwache Vorstellung seiner Startelf. Nach der Pause beginnen der zunächst zugunsten von Petrak auf die Bank verbannte Gislason und Füllkrug für Schöpf sowie Behrens.Und dann klingelt es innerhalb weniger Minuten dreimal. Doch während der Treffer der „Löwen“ durch Wolf wegen einer Abseitsstellung von Okotie nicht zählt, gelingt im Gegenzug Burgstaller mit einem wuchtigen Schuss das 1:1 (54.). Und kurz darauf tankt sich Brecko in den Münchner Strafraum und legt quer zum freistehenden Stark, der das 2:1 besorgt (63.). Eine Kombination der Nürnberger Außenverteidiger also. Die Führung der Hausherren hält elf  Minuten, dann versucht Petrak nach einer unübersichtlichen Situation im Club-Srafraum zu klären, doch der Ball landet bei Adlung – 2:2 (74.). In der Schlussphase haben dann wieder die Münchner die besseren Chancen, aber Schindler scheitert am Pfosten (83.) und Okotie aus abseitsverdächtiger Position an Kirschbaum (88.). So bleibt es beim 2:2, 60 München hat als letzter Zweitliga-Verein nun auch den ersten Punkt geholt. Der Club belegt jetzt Rang neun. „Es gibt noch viel zu tun bei uns“, sagt der Nürnberger Fußball-Chef Wolfgang Wolf nach Spielende. Dem ist nichts hinzuzufügen.