Eigler zeigt es allen

Wunderbar! So eine klare Sache hätten wir nicht erwartet. Schon nach 17 Minuten war der Käse eigentlich gegessen. Da stand es durch Tore von Wollscheid und zweimal Eigler bereits 3:0. Danach war das eine lockere Partie, bei der man nie das Gefühl hatte, als würde da noch was anbrennen. Der Club war eine Klasse besser als St.Pauli und hatte alles jederzeit im Griff.

In der zweiten Hälfte lehnten sich dann alle schon gemütlich zurück, freuten sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie Ilkay Gündogan und Marek Mintal, schauten mal was der Neue, Ben Khalifa, drauf hat und fanden sich mit dem 3:0 ab. Aber da hatten sie nicht mit Christian Eigler gerechnet. Der genoss es ganz offensichtlich, vorne allein im Sturm zu stehen, und legte dann in der Schlussphase noch zwei Tore nach. Nicht nur seine Kritiker, zu denen wir manchmal auch gehörten (wir schämen uns hiermit!), dürften jetzt Ruhe geben, auch diejenigen, die meinten ein Julian Schieber sei vorne nicht so leicht zu ersetzen, dürften eines Besseren belehrt worden sein.
Beim Club ist offenbar jeder zu ersetzen. Schön!

Kann sein, dass das für den Europacup reicht. Uns würde es schon langen, wenn wir diesmal die Bayern überholen. Im Augenblick liegen die nur drei Punkte vor dem Club und müssen in vier Wochen noch ins Frankenstadion. Da ist alles drin. Dann wäre der Club die Nummer eins im Freistaat und beim Bayerischen Rundfunk müsste man wohl das Sendekonzept überdenken.

Der negative Eigler

In der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ erinnert man sich manchmal daran, dass auch noch ein anderer Verein im Norden des Sendegebiets in der Bundesliga mitkickt: der FCN. Am Montag war es wieder soweit und Torschütze Christian Eigler durfte als Studiogast Platz nehmen. Und sagen wir es einmal so: Er vermittelte nicht unbedingt den Eindruck, als sei Franken ein Hort von Intelligenzbestien.

Auf die Frage, welche drei Adjektive auf ihn zuträfen, fiel ihm eigentlich nur eines ein (die anderen waren vorgesagt): NEGATIV. Wie? „Negativ! Ja, ich hab ein bisschen eine negative Ausstrahlung.“ Das sagte er wirklich. Kann man sich hier noch einmal ansehen.

Aber wir können den Christian beruhigen. So negativ war der Eindruck am Bildschirm nun auch nicht. Die Begründung für den Platzverweis („Ich war ein bisschen übersäuert am Schluss, vom Kopf her.“) war durchaus originell. Im übrigen wäre ein wirklich Negativer spätestens nach der ersten Frage von Moderatorin Janina Nottensteiner zum FC Bayern aufgestanden, hätte „Scheiß-Bauern!“ gerufen und das Studio verlassen. Eigler sagte hingegen brav, „jeder würde gern mal für die Bayern spielen“. Das wirkt positiv auf die BR-Leute. Da darf er sicher gern mal wiederkommen.

Uns soll´s recht sein, solange solche Tore der Anlass sind:
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Immerhin ein Tor

urn:newsml:dpa.com:20090101:100123-10-10939Sehen wir es mal positiv: Nach fünf torlosen Spielen konnten wir Clubfans endlich mal wieder jubeln. Dass das Tor ausgerechnet Christian Eigler, noch dazu auf etwas ungewöhnliche Weise (Schulter), gemacht hat, das beweist immerhin: Nichts ist unmöglich. Insofern möchte man gerne daran glauben, dass der doch immer mehr ins Unmögliche abdriftende Klassenerhalt doch noch geschafft werden kann.

Mit einem Unentschieden zuhause gegen wirklich nicht übermächtig aufspielende Frankfurter läuft das allerdings nicht. Gegen wen will der Club denn die nötigen Punkte holen, wenn nicht gegen derart mittelmäßige Gegner? Aber vielleicht verleiht ja einfach der Gedanke, dass man doch noch Tore erzielen kann, Flügel. Die werden auf jeden Fall nötig sein.

Was leider immer noch auffällt: Beim Club ist auch unter Dieter Hecking keine taktische Ausrichtung erkennbar. Die Mannschaft scheint immer noch nach dem Motto „Schau mer halt, dann seh mer scho“ ins Spiel zu gehemn. Wenn dabei wenigstens jeder einzelne versuchen würde, möglichst seine Zweikämpfe zu gewinnen, dann wäre das wenigstens etwas. Aber dazu reichen offenbar die spielerischen Mittel nicht.

Insofern war das Tor eigentlich der einzige Hoffnungsschimmer. Wenn aber jeden Spieltag ein weiterer dazu käme, dann könnte es vielleicht noch reichen.