100 Jahre Einsamkeit

Der Club ist ein Weißt-du-noch?-Verein geworden. Nie war das so deutlich, als vor dem Frankenderby. Angesichts der gegenwärtigen Tristesse wurde da nur noch erinnert. Nicht nur an die erste Meisterschaft vor 100 Jahren , auch die „Legende“ und Heiner Stuhlfauth wurden zitiert. Und wenn das passiert, weiß der Clubfan: Jetzt ist es ernst.

Doch beim Club kann man offenbar nicht mal mehr mit der Historie umgehen. Gegen die Fürther lief die Mannschaft in Weiß auf. In Weiß!

Sportlich gesehen waren die Prämissen eigentlich optimal. Die Fürther hatten nach der Corona-Pause noch nichts gerissen und waren vor dem Derby das schwächste Geister-Team. Zudem konnte sich der Club erholen, während die Greuther unter der Woche noch zum Nachholspiel gegen Dresden ran mussten. Eine Prise Selbstvertrauen dürfte man zudem durch das Unentschieden beim Tabellenführer getankt haben. Wobei da schon wieder der realistische Blick verstellt wurde, denn spätestens das freitägliche Unentschieden von Sandhausen in Bielefeld hätte den Clubverantwortlichen die Augen öffnen müssen, dass die Arminia inzwischen in den Safety-Modus geschaltet hat und das 1:1 in Bielefeld nicht überbewertet werden sollte.

In der ansonsten ziemlich öden ersten Hälfte waren es vor allem zwei energische Balleroberungen durch Valentini und Schleusener, die kurz andeuteten, wie es gehen und der ersehnte Dreier eingefahren werden könnte. Letztlich verpufften allerdings die Angriffsbemühungen. Da auch Fürth sich dem gemütlichen Sommerfußball angepasst hat, hätte man von einem 0:0 ausgehen können, wäre da nicht jene clubeigene Fähigkeit der Selbsteinschläferung. Die führt dann immer zu Konzentrationsmängeln und dazu, dass der Gegner mit relativ bescheidenen Mitteln doch noch zum Torerfolg kommt. Wie Fürth in der 56. Minute durch Raum.

Danach offenbarte sich erst das ganze Dilemma des aktuellen Clubkaders. Da ist keiner, der sich noch aufbäumt, keiner dem mal was Originelles einfällt. Strukturen sind in dieser Mannschaft ohnehin nicht erkennbar. Zudem scheint inzwischen jedem klar zu sein, dass die Einkaufspolitik vor der Saison ein Schuss in den Ofen war. Dovedan saß noch nicht einmal auf der Bank, und Geis wartete dort vergeblich auf die Einwechslung. Sorg soll zudem Konditionsprobleme haben, kam dann aber ebenso wie der formschwache Kerk trotzdem noch als „Retter“ auf den Platz. Zu retten gab es da aber nichts mehr. Es blieb beim 0:1.

Dass ein Derby, und dann auch noch so, verloren wird, hätte uns zu früheren Zeiten noch auf die Palme gebracht. Inzwischen ist vieles anders. Man weiß noch nicht einmal, ob man den drohenden Abstieg beklagen oder herbeiwünschen soll, zumal einem dann solche Derbys erst einmal erspart blieben. Genausowenig weiß man, wen man beim Club als erstes ersetzen soll. Selbst die Trikotverantwortlichen scheinen dort nur noch falsche Entscheidungen zu treffen. Vom Erfolg ist dieser Verein wirklich 100 Jahre entfernt.

Kleines Lebenszeichen

War´s das? Das hatten wir vor gut fünf Wochen gefragt. Seitdem gab es hier kein Lebenszeichen mehr. Kein Spiel, kein Glubb-Weekly, keine Antwort auf die Frage.

Andererseits, was hätten wir schreiben sollen? Uns am Gestochere im Nebel beteiligen? So tun, als würde in ein paar Tagen alles weiter gehen wie gewohnt? Natürlich hätten wir die mehr oder weniger hilflosen Statements der Protagonisten aufblasen können. Aber das machen schließlich schon die – derzeit ansonsten weitgehend beschäftigungslosen – Sportkollegen.

Im Gegensatz zu diesen ist man als Blogger in der komfortablen Lage, einfach mal die Klappe halten zu können. Zumal im Augenblick das, was nicht gesagt und getan wird, dem Patienten Fußball mehr hilft, als alle aktionistischen Rettungsversuche. Der Fußball war nämlich – und da sind sich die meisten Fans einig  – schon vor Corona krank. Inzwischen fällt das auch dem Letzten auf. Zum Beispiel hier.

Unser philosophisch gebildeter Aufsichtsratsvorsitzender hat daher darauf verwiesen, dass jeder Krise auch eine Chance innewohnt. Dem kann man nur zustimmen. Hoffentlich nutzt der Fußball sie nicht so wie Medeiros in Fürth oder Baumann 1999 gegen Freiburg.

Auch für den FCN im Speziellen bietet die Krise eine Chance. Beispielsweise die, den zuletzt immer noch drohenden Abstieg zu vermeiden; egal, ob die Saison noch irgendwie zu Ende gegurkt oder ob ein Schlussstrich darunter gezogen wird. Während in letzterem Fall wohl niemand absteigen dürfte, wäre der Club für Geisterspiele mental wohl besser gerüstet als die Konkurrenz. Ein Heimvorteil war bislang eh nicht auszumachen, zumindest parziell leere Ränge kannten die Spieler schon und dank der Aschenbahn drang die Fanunterstützung ohnehin moderater ans Spielerohr als anderswo.

Auch wir Clubfans tun uns mit dem Shutdown etwas leichter. Freudlosigkeit herrschte bereits,  als noch gespielt wurde. Auf einen Abstieg konnten wir uns ebenfalls schon einstellen. Wenn man da nicht alleine leidet, sondern der gesamte Profifußball mitabsteigt, ist das leichter zu ertragen. Oder anders gesagt: Wenn Bayern, Leipzig, Dortmund oder Schalke von ihren hohen Rössern runter müssen, amüsiert sich der, der ohnehin nur auf einem Pony unterwegs ist.

Also: Haltet weiter durch! Die aktuelle Durststrecke ist für einen guten Zweck. In jeder Hinsicht.

Nicht schön, aber erfolgreich

Die Woche:

  • Wer gewinnt, hat Recht. So setzte Clubtrainer Jens Keller nach dem Sieg gegen Sandhausen zur Medienschelte an. Angeblich missfiel ihm, wie nach dem HSV-Debakel die Leistung einiger Spieler beurteilt wurde. Wahrscheinlich aber war er auch sauer, weil darauf hingewiesen wurde, dass er sich halt etwas vercoacht hat. Egal! Obwohl wir uns nicht angesprochen fühlen müssen, geben wir gerne den Sündenbock (Scheißbock?), wenn´s dem Verein dient.
  • Apropos Trainer: Künftigen Entlassungen kann der Club stressfreier entgegen sehen. Das Phantom steht bereit. Marek Mintal hat alle Prüfungen bestanden und darf nun auch Profimannschaften trainieren.
  •  Kaum punktet der Club wieder, taucht Aufsichtsratschef Dr. (so viel Zeit muss sein) Thomas Grethlein wieder aus der Versenkung auf. In dem langen Interview sind es aber weniger die Infos, die bestechen, als vielmehr der salbungsvolle Tonfall und die verbindliche Wortwahl. Man könnte sich Dr. (so viel Zeit muss sein) Grethlein gut auch als Bundespräsidenten oder als Landesbischof vorstellen.
  • Beim Club muss vor allem gespart werden. Das fällt einem wieder ein, wenn die Fanradio-Reporter nicht mehr im Stadion sitzen, sondern nur die Sky-Bilder kommentieren.

Das Spiel:

Die neue, gegen Sandhausen erfolgreiche, Taktik bedeutet einerseits, dem Gegner den Ball überlassen und über schnelles Umschalten irgendwann ein Tor zu machen. Andererseits verlangt sie aber auch viel Geduld beim Zuschauer. Eine Stunde verbreiteten beide Mannschaften an der Bremer Brücke gähnende Langeweile. Die Osnabrücker demonstrierten, dass sie genauso wenig das Spiel machen können, wie der Club in seinen Krisenzeiten. So brannte dann trotz zwei Drittel Ballbesitz kaum etwas an in der erneut umgestellten Clubabwehr (Margreitter und Handwerker für die angeschlagenen Sörensen und Heise). Nach vorne ging beim Club allerdings auch wenig. Der für den gesperrten Frey spielende Adam Zrelak hing völlig in der Luft, Schleusener und Hack hatten kaum Ballkontakte.

Aber was soll´s? Auf die Tore kommt es an.. Dass das Tor ausgerechnet dem hauptsächlich durch diverse Stockfehler aufgefallenen Hanno Behrens gelang, ist da nur noch ein zusätzlicher Beleg.

Wie schon gegen Sandhausen kam die Flanke von links (Nürnberger) und statt Frey köpfte diesmal unser Kapitän mit dem Rücken zum Tor ins selbige.

Der Club führte.

Bei den Hausherren machte sich zunehmend Frust bemerkbar. Die besseren Chancen hatte der Club. Robin Hack hätte zwei Mal erhöhen können. Auch Behrens kam noch einmal zu einer Gelegenheit. Letztlich schaukelte der Club die knappe Führung aber nach Hause.

Früher hätten wir solche Spiele zwar interessanter gestaltet, aber wohl verloren. Insofern: Erstmal da unten raus, dann kann man vielleicht wieder an den Zuschauer denken.

Ein Letztes:

Als twitternder Clubfan wird man immer wieder auch mit Infos aus Nantes versorgt. Der dortige Fußballverein postet nämlich ebenfalls unter dem Hashtag #FCN. Dieser Tage war beim französischen Erstligisten ausnahmsweise mehr los als abei uns. Grund war das Topspiel gegen Paris St.Germain und das Diven-Gehabe der beiden gegnerischen Topstars. Mbappe schmollte nach einer Auswechslung und Neymar hatte sich nach einer pompösen Geburtstagsfeier wegen einer „Rippenverletzung“ krank gemeldet. Eine andere Welt!

Die SPD des Fußballs

Man könnte im Rückblick auf 2019 fast witzeln, dass der 1.FC Nürnberg seine Trainer  genauso rasch wechselt wie die SPD ihre Vorsitzenden. 2019 benötigten die Genossen sechs Chefs und der Club vier Übungsleiter. Ein Vergleich, der auch deswegen passt, weil weder der Traditionsverein noch die stolze Partei 2019 aus ihrem Dauertief herausgekommen sind.


Allerdings bewies der Club mehr Geduld mit Michael Köllner als die SPD mit Andrea Nahles. Denn er durfte 21 Spieltage bleiben, obwohl dem 1.FC Nürnberg in der Hinserie 2018/19 nur zwei Siege glückten und er als Tabellenletzter überwinterte. Und 2019 ging so weiter, wie 2018 aufgehört hatte – mit Enttäuschungen und Pleiten. Nach zwei Niederlagen und einem Remis schied der Club im Pokal bei Zweitligist Hamburger SV aus und leistete sich anschließend eine 0:2-Niederlage im Kellerduell beim späteren Mitabsteiger Hannover 96.   Erst dann war Schluss für Köllner, mit ihm ging Sportchef Andreas Bornemann, der sein Schicksal mit dem des Trainers verknüpft hatte.


Köllners Assistent Boris Schommers übernahm für die verbleibenden 13 Spiele und startete mit einem 0:0 gegen Borussia Dortmund sehr solide. Letztlich aber war der Kader zu schwach für die Bundesliga. Unter Schommers verlor der Club zunächst zwar knapper als unter Köllner, aber er verlor. So baute der FCN seine Sieglos-Serie auf 20 Bundesligapartien aus, bis am 27. Spieltag mit einem 3:0 gegen den FC Augsburg endlich der dritte Saisonsieg gelang. Es sollte der letzte bleiben. Immerhin trotzte man den Münchner Bayern noch ein 1:1 ab, was aber deren siebten Meistertitel in Folge auch nicht verhindern konnte.  Die Saison endete mit zwei Packungen – nach dem 0:4 gegen Mönchengladbach war der Abstieg auch rechnerisch besiegelt, und zum Saisonabschluss leistete sich der Club ein 1:5 in Freiburg.

Platz 18 mit nur 19 Punkten und drei Siegen – selbst in der Horrorsaison 1983/84 hatte der FCN  viermal gewonnen. Damals war der Altmeister aber angesichts prominenter Neuzugänge wie Manfred Burgsmüller mit großen Erwartungen in die Saison gestartet, diesmal kam der Abstieg indes wenig überraschend.

Im Sommer kamen viele neue Gesichter an den Valznerweiher – darunter auch  Coach Damir Canadi. Der durfte aber auch nur zwölf  Spieltage bleiben. In den ersten vier Partien gelangen noch zwei 1:0-Siege in Dresden und gegen Osnabrück, doch in den folgenden acht Spielen holte der Club nur noch einen „Dreier“, und zwar beim 4:0 in Hannover. Nach dem 1:3 in Bochum musste Canadi im November gehen. Vereinsikone Marek Mintal übernahm für ein Spiel und musste eine 1:5-Klatsche gegen Bielefeld erleben. Cheftainer Nummer vier, Jens Keller, konnte  auch erst im fünften Spiel dreifach punkten, aber mit dem 2:0 gegen Dresden hat man wenigstens einen versöhnlichen Jahresabschluss geschafft und zugleich einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf auf Distanz gehalten.


Denn eben dort, im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga, befindet sich der Club nach 18 Spieltagen. Mit 19 Punkten (immerhin so viele wie in der gesamten Vorsaison) belegen die Nürnberger Rang 16 und müssten nach derzeitigem Stand gegen den Dritten aus der Dritten Liga Relegationsspiele um den Klassenerhalt bestreiten. In eben dieser  Dritten Liga haben die Ex-Trainer Köllner und Schommers übrigens die Traditionsklubs 1860 München und Kaiserslautern zuletzt auf Kurs gebracht.


Beim Club muss Bornemann-Nachfolger Robert Palikuća in der Winterpause wohl vor allem die Abwehr verstärken, wenn man den Tabellenkeller verlassen will. Mit dem Toreschießen klappt es ganz gut, aber die Defensive zeigte sich  chronisch instabil – so verspielte der Altmeister zum Beispiel 2:0-Führungen gegen Heidenheim sowie Kiel (jeweils 2:2) und kassierte bereits 34 Gegentore, nur Wiesbaden (35) und Karlsruhe (36) sind noch anfälliger.


Schafft der 1.FC Nürnberg die Wende? Nach dem katastrophalen Jahr 2019 kann es eigentlich nur besser werden. Aber das dachte die SPD auch oft, etwa nach der Bundestagswahl 2009. Doch später kam es dann noch schlimmer – und auch der Austausch von Vorsitzenden half auf Dauer nicht…

Torhungriger Bunjaku

Torhungriger Bunjaku

In der Regionalliga West sorgte am Wochenende ein rüstiger Senior für Aufsehen: Der 35-jährige Albert Bunjaku traf beim 7:0-Erfolg des FC Viktoria Köln beim TV Herkenrath gleich fünffach! Bunjaku? Da war doch was. Richtig, einst ging er für den Club auf Torejagd. Und ab und zu wollten die Club-Freunde ja schauen, was denn Ex-Nürnberger so treiben. Dass Bunjaku sein erstes Punktspieltor für den FCN erzielte, ist übrigens ziemlich genau ein Jahrzehnt her. Er traf im März 2009 in der Zweiten Bundesliga beim 2:2 in Duisburg. Am Ende der Saison stieg Bunjaku mit dem Club dank der erfolgreichen Relegation gegen Energie Cottbus (3:0, 2:0) in die Bundesliga auf. Zehn Jahre später peilt der Routinier wieder einen Aufstieg an: Viktoria Köln firmiert als Tabellenführer der Regionalliga West – behaupten die Kölner diesen Platz bis zum Ende, geht es rauf in die Dritte Liga. Die Relegation, in der die Viktoria 2017 an Carl Zeiss Jena gescheitert war, bleibt den Meistern der Staffeln West, Südwest und Nordost diesmal erspart. Freilich wäre es für den Spitzenreiter gut, wenn Bunjaku sich auch an den verbleibenden fünf Spieltagen so treffsicher zeigen würde wie am Wochenende – denn der zwischenzeitlich schon recht komfortable Vorsprung auf Verfolger Rot-Weiß Oberhausen ist auf drei Punkte zusammengeschmolzen.

Beim Club hatte der Angreifer seine stärkste Spielzeit 2009/10. In der Winterpause 2008/09 war er vom damaligen Drittligisten Erfurt eher als Ergänzungsspieler an den Valznerweiher gekommen, im ersten Halbjahr kam er denn auch nur auf sieben Zweitliga-Einsätze und den einen besagten Treffer. Doch in der Saison darauf avancierte Bunjaku, der bei seinem Bundesligadebüt am zweiten Spieltag in Frankfurt gleich sein erstes Bundesligator erzielte, zur Stammkraft und hatte mit zwölf Treffern bei 30 Einsätzen als erfolgreichster Nürnberger Torjäger einen maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt. Eine Sternstunde erlebte er im Januar 2010, als er beim 3:1 in Hannover alle drei Tore erzielte.  Zum Vergleich: Vereinslegende Marek Mintal gelang in jener Spielzeit nur ein Treffer. 2010 durfte Bunjaku als nachnominierter Stürmer für die Schweiz auch an der Weltmeisterschaft teilnehmen. 2010/11 konnte er verletzungsbedingt nur an den ersten drei Spieltagen mitwirken (kein Tor). Und in der Saison 2011/12 versuchte er vergeblich, seinen Stammplatz zurückzuerobern. Sein einziges Tor bei 17 Bundesligaeinsätzen war aber ein goldenes: Bunjaku besorgte drei Minuten nach seiner Einwechslung das 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, unser Bild (Foto: Sportfoto Zink) zeigt ihn beim Torjubel mit Almog Cohen.  Einen neuen Vertrag gab es trotzdem nicht.

Bunjaku, der zu Beginn seiner Profikarriere bei Schaffhausen und Paderborn gespielt hatte,  wechselte vom Club zum 1.FC Kaiserslautern in die Zweite Liga, weitere Stationen waren St. Gallen und Erzgebirge Aue. Im September 2018  heuerte er dann bei dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln an, der schon seit Jahren mit hohem finanziellen Aufwand versucht, der Viertklassigkeit zu entkommen. Vielleicht klappt es heuer – auch dank eines rüstigen Seniors mit Nürnberger Vergangenheit.

Die Luft ist draußen

  • Der Club steht am Tabellenende. Die Punkteausbeute ist historisch schlecht. Dennoch behauptet der Aufsichtsratsvorsitzende, der Verein sei „attraktiver“ geworden. Woran er das festmacht? An der Zahl der Bewerbungen für die Nachfolge von Andreas Bornemann. Möglicherweise liegt das aber nicht an der Attraktivität des FCN, sondern daran, dass inzwischen die Zahl arbeitsloser Bewerber größer geworden ist.
  • Für Adam Zrelak ist die Saison gelaufen. Im Training zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Wir wünschen gute Besserung.
  • Punkte sind im Fußball nicht alles. Für Toleranz, Offenheit und Fairness im Sport hat der 1. FCN jetzt den „Makkabäer 2019“ erhalten.
  • Sie lernen es einfach nicht: Auch wenn sich kaum noch einer an den letzten Sieg erinnern kann, wird vor jedem Spiel auf Zuversicht gemacht. Irgendwo wird noch ein Aspekt herbeigezerrt, der einen möglichen Sieg begründen könnte. Nach dem Motto: Wenn der Samstag auf einen Montag fällt und alle 150 Prozent geben, dann holen wir die drei Punkte. Wie wäre es damit: Einfach den Mund halten und erstmal auf dem Platz dafür sorgen, dass man medial wieder glaubwürdig wird.
  • Der Club präsentiert sich mit einem eigenen Stand auf der Freizeitmesse. Unter anderem werden dort derzeit eher schlecht verkäufliche Trikots mit Rabatt verhökert. Es werden aber auch Gespräche mit Fans geführt. Mancher Zuspruch und manches Lob ist dabei eher zweischneidig. Zum Beispiel, wenn sich Bayern-Fans dafür bedanken, dass der FCN dem Meisterschaftskonkurrenten aus Dortmund zwei Punkte abgenommen hat.

Das Spiel:

Notgedrungen lief diesmal eine auf drei Positionen veränderte Clubmannschaft auf. Ishak ersetzte der verletzten Zrelak, Kerk lief für den gesperrten Pereira und Erras für Petrak auf. Der Club kam zunächst gut ins Spiel. Diesmal schien sich auch das nötige Glück einzustellen. In der 9. Minute ließ Konate am Strafraum das Bein stehen, Leibold fiel drüber, Schiedsrichter Schlager entschied zunächst auf Freistoß und Gelb, via VAR wurde jedoch auf Elfmeter nachgebessert. Behrens tritt an, verlädt Gästekeeper Gulacsi, doch der Ball knallt an die Latte.

Der Club spielt zwar weiter gut mit, aber mehr und mehr übernimmt Leipzig das Kommando. Anders als gegen Dortmund reichte es aber nicht, durch Hintenreistellen die Null zu sichern. Zunächst konnte sich Mathenia noch mehrfach auszeichnen. Nach einem Eckball kommt Klostermann aber in der 40. Minute völlig freistehend an den Ball und hämmert diesen durch die im Torraum versammelte Abwehr am diesmal machtlosen Mathenia in die Maschen. Der Club hätte eigentlich führen müssen. Jetzt liegt er wieder hinten.

In der zweiten Hälfte muss Leipzig nicht mehr mit vollem Einsatz agieren. Beim Club überwiegt allerdings die Angst, sich einen der gefürchteten schnellen Konter zu fangen. Deswegen geht nach vorne nicht viel. Für Aufregung muss da eben der Kölner Keller sorgen. In der 58. Minute bekommt Konate nach einem Foul an Ishak erneut die gelbe Karte vors Gesicht gehalten. Der muss runter, dachten alle. Aber nichts da. Wie sich – erst jetzt – herausstellte, hatten die Kölner die erste Gelbe wegen der Nachbesserung auf Elfmeter zurückgenommen. Kann man machen, allerdings versteht der Zuschauer, vor allem wenn er im Stadion sitzt, zunehmend weniger, was sich auf dem Rasen abspielt.

Ob der Club gegen zehn Leipziger ein Tor gemacht hätte, ist eh fraglich. Diesmal ging nach vorne nicht viel zusammen. Das lag auch daran, dass Kerk und Kubo blaß blieben und der Club inzwischen leider auch was den läuferischen und kämpferischen Einsatz angeht nicht den Eindruck erweckte, als würde er sich mit aller Kraft gegen den Abstieg aufbäumen.

Immerhin gab es diesmal keine Klatsche und das ist ja auch schon was.

Ein Letztes:

Matheus Pereira hat für seine Tätlichkeit im Düsseldorf-Spiel einiges einstecken müssen und sich jetzt entschuldigt. Erinnert sei in diesem Zusammenhang daran, dass beim Club schon mal ein Leihspieler aus Südamerika zunächst durch mangelnde Disziplin auf dem Platz aufgefallen ist, um sich dann zu einem Publikumsliebling zu entwickeln. Einem, für den sich jetzt, da Bornemann weg ist, vielleicht sogar wieder eine Tür öffnen könnte.

Wollte mich nur entschuldigen. In dieser schwierigen Moment ich sage
Entschuldigung liebe Fans und @1_fc_nuernberg ein sehr großer Fehler gemacht ,mehr niemals aufgeben pic.twitter.com/OmptpxFghM— Matheus Pereira (@MatheusPereira) 27. Februar 2019

Es reicht vorne und (vor allem) hinten nicht

Die Woche:

  • Er möchte gerne einen Bundesligaverein trainieren, hatte David Wagner bei seinem Abschied in Huddersfield gesagt. Huddersfield? Spielt da nicht das im Unfrieden vom Club geflüchtete Talent Abdelhamid Sabiri? Nun ja, vielleicht erwägt Wagner ja, sich mal die gute Nachwuchsarbeit bei Sabiris Ex-Verein aus nächster Nähe und in verantwortlicher Position anzuschauen.
  • Was die angekündigten Neuverpflichtungen angeht, steht der Club bislang bloß am Schaufenster und drückt sich die Nase platt, während die anderen zuschlagen. Kingsley Schindler, der beim FCN auf der Wunschliste stand, geht zum 1. FC Köln. Dort hat er wahrscheinlich eine bessere Perspektive, verdient mehr Geld und kennt auch den Trainer. Unser Trainer dagegen kennt halt… Fuchsmühl.
  • Ebenfalls nach Köln wechselt Florian Kainz.  Auch der bisher bei Werder Bremen spielende Stürmer war beim Club im Gespräch.
  • Obwohl eigentlich gerade niemand zum Feiern zumute ist („Gruselstimmung„), wenn der Sponsor zufrieden gestellt werden muss, schmeißt man sich eben doch in Schale und nimmt ein paar Häppchen zu sich. Beim Neujahrsempfang des FCN ging es aber nicht nur darum, die Nürnberger Versicherung bei der Stange zu halten, auch Schiedsrichter waren eingeladen. Hilfe kann man schließlich auch von dieser Seite gebrauchen.
  • Bei dieser Gelegenheit tauchte auch Meeske-Nachfolger Niels Russow aus der Versenkung auf. Weil schöne Worte allein nichts zählen, präsentierte er dabei  einen Vorschlag: eine eigene Clubbude auf dem Christkindlesmarkt. Vielleicht könnte man da gleich die löchrige Clubabwehr reinstellen. „Jeder Schuss ein Treffer!“
  • Lothar Matthäus ist gleichfalls wieder aufgetaucht. Als „Orakel“ bei Sport-Bild. Er tippt den BVB als Meister und den Club als ersten Absteiger. Hoffen wir, dass die Fußballrealität nicht so öde ist, wie ihre „Experten“.

Das Spiel:

Keine Neuzugänge in der Winterpause. Trotzdem liefen im vereisten Morlock-Stadion ein paar (gefühlte) Neuzugänge auf. Die verletzungsbedingt länger ausgefallenen Ewerton, Valentini, Löwen und Mathenia konnten wieder eingreifen und verhindern, dass Clubtrainer Köllner mit irgendeiner Aufstellungsüberraschung aufwarten musste. Trotzdem änderte sich auch mit der mutmaßlich besten Elf wenig am Gesamtauftritt. Der Club werkelte bemüht im Mittelfeld, doch alles war viel zu umständlich angelegt und letztlich zu unpräzise, um wirklich Gefahr für das Hertha-Tor heraufzubeschwören. Hinten lief es dann leider auch wie immer. In der 15. Minute hebelten Selke und Ibisevic mit einem einfachen Doppelpass unsere Viererkette aus und der Club lag mal wieder hinten.

Dass es nicht bei diesem Rückstand blieb, hatten wir dann aber doch einem schmerzlich Vermissten zu verdanken. Eduard Löwen ging nach einer Ecke Risiko drosch den Ball scharf in Richtung langes Hertha-Eck, wo Kapitän Hanno Behrens eindrücken konnte: 1:1. Der Club hatte endlich mal wieder ein Tor erzielt. War das die Wende?

Leider nein! Schon nach fünf Minuten in Hälfte zwei gingen die Berliner wieder in Front. Wieder aus dem nichts und wieder war es viel zu einfach, wie da der Torschütze (Duda) freigespielt wurde.  Immerhin musste sich der Club nicht vorwerfen lassen, sich aufzugeben oder hängenzulassen. Mit Herz und Leidenschaft, aber leider halt nicht mit Ideen und Zielstrebigkeit, ging es weiter nach vorne. Dazu half dann auch der Schiedsrichter nicht mit. Zwei Mal hätte Winkmann durchaus Elfmeter geben können, aber so ist das eben, wenn man unten drin steht, dann wird die absurde Handregel plötzlich mal nachvollziehbar ausgelegt (keine Absicht von Stark).

Und während unsere Elf sich weiter wacker aber erfolglos abrackerte, klapperte es abermals in Mathenias Kasten. Wieder war Duda sträflich frei und erhöhte auf 3:1. Danach war die Luft natürlich raus. Bei dem Aufwand, der beim Club für ein Tor betrieben werden muss, glaubten nicht mal Vereins-Euphoriker mehr an eine Wende. Schließlich war es dann vor allem Mathenia zu verdanken, dass es bei den drei Toren für die Hertha blieb.

Inzwischen kann man allerdings nicht mehr sagen, der Club habe Lehrgeld gezahlt. Neue Lehren waren da nicht dabei. Nur die Erkenntnis, dass es entweder nicht reicht oder dass aus den alten Lehren nicht die nötigen Konsequenzen gezogen wurden.

 

Ein Letztes:

Warum Köllner das Lachen noch nicht verlernt hat (mehr dazu auf Twitter):

Wenn du Salli Fußball spielen siehst. #fcn pic.twitter.com/5peHyw4nAx— Hob Hammkowski (@Harry_Hammer84) 17. Januar 2019

„Aber Peter Laudenklos ist doch der Chef des NLZ?“ #fcn pic.twitter.com/lddJhyjbW1
— SchoensteKind (@SchoensteKind) 17. Januar 2019

Der Berg kreißte und gebar eine Raute

1. Der Club erinnert ein bisschen an Angela Merkel:
Außer der Raute und ein paar leeren Worten passiert nichts. Das vorhandene Personal bekommt ein paar neue Dienstanweisungen. Das muss reichen. Von den angekündigten personellen Verstärkungen ist jedenfalls weit und breit nichts zu sehen.

2. Lediglich zu zwei Testspielen hat es im spanischen Trainingslager Benahavis gereicht. Wohl damit das nicht so dürftig rüberkommt hat der FCN gegen Excel Mouscron, das in der belgischen Liga ähnlich schlecht dasteht, drei „Halbzeiten“ gespielt. Am Ende stand es 1:2. Dazu kam die – weiß Gott nicht neue – Erkenntnis, dass schon eine Halbzeit für einen Torwatfehler reicht, die Torausbeute aber durch die Länge der Spielzeit nicht zunimmt. Lediglich der eingewechselte Yuya Kubo traf, übrigens nach schönem Zuspiel des wieder einsatzbereiten Eduard Löwen.

3. Während die einen von einem „Trainingslager aus der Hölle“ sprachen, formuliert die FCN-PR-Maschine: „Nicht alles lief perfekt.“ Der Glaube sei noch da. Nun ja, was sollen sie auch schreiben?

Ein Letztes:

Wenn sonst nichts Hoffnung macht, dann muss halt ein Vogelschiss auf Eduard Löwens Stirm herhalten.

Wir melden uns vom Abgrund

1. Ich hoffe, ihr würdigt das, dass wir euch über die Feiertage mit Blicken in den „Abgrund“ (Günther Koch, 1999) verschont und mit dem Weekly ausgesetzt haben. Sowas dient auch dem eigenen Wohlbefinden. Jetzt wird es dennoch wieder langsam Zeit, den Realitäten ins Auge zu schauen. Macht ja sonst (fast) keiner.

2. Eine dieser Realitäten ist die hier schon erwähnte und nicht bloß den Spielern fehlende Erstligaerfahrung. Gut, ein bisschen Kenntnis im Abstiegskampf ist vorhanden. Eventuell soll da vielleicht noch weitere dazu gekauft werden. Wobei es sich in beiden Fällen eher um Erfahrung im Absteigen handelt und absteigen können die Zweitligacracks auch alleine.

3. Apropos zweite Liga. Da gehört der Club was seine finanziellen Möglichkeiten angeht eigentlich hin. Dass es letzte Saison zum Aufstieg gereicht hat, war ja eher ein „Unfall“. Ein ziemlich glücklicher noch dazu. In diesem Jahr sind nämlich in der 2.Liga derartige „Unfälle“ nicht zu erwarten. Da sind die Aufstiegsplätze an Köln und Hamburg vergeben und wie die Relegation für den Zweitklassigen ausgeht, wissen wir inzwischen ja. Insofern war es schon mal clever, diese Saison in der ersten Liga zu „überbrücken“ und sich so die Langeweile eine Klasse tiefer zu ersparen.

4. Langeweile macht sich jedoch auch dort schnell breit, wo die seriöse Finanzpolitik regiert. Dass beim Club auf Konsolidierung gesetzt wird, ist trotzdem richtig. Jetzt noch schnell irgendwelche teuren „Heilsbringer“ zu verpflichten, die wahrscheinlich nicht ohne Grund auf dem Markt sind, bringt – da sei etwa an Koller, Charisteas oder Hoeneß erinnert – allenfalls neue Schulden. In der Trainerfrage verhält es sich ähnlich. Klar hat Köllner Fehler gemacht, klar geht ihm Erstligaerfahrung ab. Aber was sind denn die Alternativen? Gisdol, Neururer, Matthäus? Zudem ist Köllner Teil des Konsolidierungskonzepts. Er erledigt mehrere Jobs gleichzeitig und ist somit eine kostengünstige Lösung. Ein Trainerwechsel wäre die Abkehr vom Sparkurs und der ist beim Club mittlerweile eben wichtiger als das Sportliche. Natürlich könnte man dem Oberpfälzer auch einen Berater mit Erfahrung zur Seite stellen. Aber der kostet halt auch und außerdem ist Köllner für sowas wohl eher nicht zugänglich.

5. Zumindest verbal sind die „Führungsspieler“ des FCN immer gut dabei. Jetzt hat Georg Margreitter die Hinrunde analysiert und festgestellt, man sei gegen die Großen zu ehrfürchig gewesen und habe gegen die Kleineren dem Druck nicht standgehalten, im Endeffekt also: hier wie da Scheiße gespielt. Offenbar meint er aber, das Problem im mentalen Bereich verorten zu können.

6. 1:1 endete das erste Testspiel gegen den PEC Zwolle. Knöll traf für einen ansonsten wenig überzeugenden FCN. Aber es ging – wieder mal- um den Lerneffekt. Diesmal stand „Raute“ auf dem Programm.

Ein Punkt beim Montags-Wasserball

Die Woche:

1. Was Gehälter angeht, ist der Club der Billigheimer der Liga. Sogar der SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf zahlen besser. Unter den untersuchten Proficlubs liegt der Bundesligaaufsteiger mit seinem durchschnittlichen Jahresgehalt von 360.00 Euro international auf Rang 263 bei 349 gelisteten Vereinen. Das belegt vielleicht, warum alles andere als der Abstieg schon ein großer Erfolg wäre. Andererseits sind 360.000 Euro Jahresgehalt jetzt nicht gerade ein Hungerlohn.

2. Der Club plant bereits für den Abstiegsfall. Mit Michael Köllner.

3. Obwohl sich Christian Mathenia gegen Schalke verletzt hat, ist die Torwartposition offenbar die einzige, auf der der Club keine Probleme hat. Meint zumindest der Kicker, der seine Clubbilanz mit der Überschrift versieht: „FCN offenbart Defizite in Defensive und Offensive„. Also eigentlich fast überall.

4. Unser alter „Spezi“ Martin Bader hat mal wieder einen Trainer entlassen. Bei Michael Frontzeck zelebriert er das bereits zum zweiten Mal. Gut, dass wir das als unbeteiligte Zuschauer beobachten dürfen.

5. Einer, an den wir uns ungleich lieber erinnern, ist unser langjähriger Linksverteidiger Javier Pinola. Mit seinem derzeitigen Verein River Plate hat er es ins Finale der Copa Libertadores geschafft. Wegen Fanausschreitungen konnte das Endspiel nicht in Buenos Aires stattfinden. „Eine Schande“, meint der Kicker. Ob „Ersatzstandort“ Madrid zum Zuge kommt, ist auch zweifelhaft. Wie so vieles bei diesem Theater.

Das Spiel:

Erstes Montagspiel in der Bundesliga: Zunächst ging es ruhig los. Das lag auch am angekündigten Stimmungsboykott, wobei ohnehin nur 32.000 Zuschauer da waren (womit bewiesen wäre, dass solche Montagsspiele auch finanzielle Nachteile bringen). Dazu kam, dass kaum ein geordnetes Spiel möglich war. Die heftigen Regenfälle hatten den Rasen in eine Wasserlandschaft verwandelt. Flache Bälle blieben sofort liegen. Sicheren Stand hatten die Spieler selten. Aber dennoch: Der Club blieb sich auch unter diesen widrigen Umständen treu. Zwischen der 20. und 30.Minute lässt jedesmal die Konzentration nach und dann klappert´s. Da können die Leverkusener nach einer halben Stunde einen Pass des ansonsten durchaus überzeugenden Startelfneulings Kevin Goden abfangen. Den von Brandt in den Strafraum geschlagenen Ball kann Bredlow nur zur Mitte abwehren, wo ihn Havertz ganz cool ins rechte Toreck lupft. Solche Aktionen funktionieren eben auch, wenn der Platz unter Wasser steht. Leider ging dem Club diese witterungsangepasste Spielweise ab. Zunächst.

In der Kabine muss dann wohl der eine oder andere Tipp vermittelt worden sein. Beim Club wurde jedenfalls plötzlich schnörkellos das Mittelfeld überbrückt und der Gegner besser vom eigenen Sechzehner ferngehalten. In der 56. Minute war es dann soweit. Der Club machte Druck, kam zu seinen ersten Ecken. Die zweite konnten diesmal die Leverkusener nur zur Mitte klären, wo Georg Margreitter aus dem Rückraum den Ball halbhoch ins Tor zimmerte. Danach verstärkten beide Trainer die Offensive. Mit dem Punkt wollten sie sich nicht zufrieden geben. Letztlich nutzte das jedoch nichts. Wobei dabei wohl auch die immer ungünstiger werdenden Platzverhältnisse eine Rolle und – ehrlicherweise muss das gesagt werden – mehr dem Club in die Karten spielten.

Alles in allem geht das Unentschieden aber in Ordnung. Der Club hat sich den Punkt durch eine engagierte Leistung in der zweitem Hälfte verdient, während er in der ersten wieder mal viel zu harmlos agierte.

Ein Letztes:

Absurditäten gibt es im modernen Profifußball reichlich. Jetzt kommt eine neue hinzu. Die wird wohl dazu führen, dass viele Bundesligavereine am Ende lieber auf Platz 15 landen als auf Platz 7.