Relegation: OB Maly im Interview

So wie es aussieht sind zwei Drittel der Stadtspitze am Sonntag in Urlaub. Die beiden SPD-Bürgermeister überlassen es also dem CSU-Mann Klemens Gsell, am Sonntag den Aufstieg (immerhin wäre der Club dann Rekordaufsteiger) mit den Fans und der Mannschaft zu feiern. Ich unterhielt mich heute mit OB Ulrich Maly über das Thema. Einen Tipp für Sonntag gab der Oberbürgermeister bei der Gelegenheit auch gleich ab:

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Beim Club ist alles möglich

Es ist wirklich nett zu beobachten, wie jetzt Fans,  Journalisten und Spieler gleichermaßen versuchen, trotz des tollen Auswärtssieges in Cottbus und des Jubels über die drei Tore (Bild) auf die Euphoriebremse zu treten. „Wir haben noch nichts erreicht“, wird Torwart Raphael Schäfer in der NZ zitiert – und das nicht bloß im Text, sondern gleich in der Überschrift. Nach dem Spiel in Cottbus wunderte sich selbst Clubtrainer Michael Oenning über diese seltsame, fränkische Zurückhaltung: „Dann müsste die ja bei uns vier Tore schießen“, gab er zu bedenken.

Aber Oenning ist halt kein Nürnberger.  Und auch noch nicht so lange Clubfan wie wir. Sonst würde er wissen: Wenn es einen Verein gibt, der so eine komfortable Ausgangsposition noch vergeigen kann, dann ist das. na?

Klar, nur der Club schafft so etwas!

Wir erinnern nur an den Last-Minute-Abstieg 1999. Wer den erlebt hat und nach dem Spiel gegen Freiburg mit Tränen in den Augen auf die Aufbauten für die fest eingeplante Nichtabstiegsfeier geblickt hat, der feiert nicht mehr zu früh. Nie mehr!

Im Fußball ist alles möglich, beim Club erst recht!

Auf dem Weg zum Rekordaufsteiger?

Dreist, diese Bielefelder. Club-Freund Vip hat darauf verwiesen, dass wir uns durch den Absturz der Arminen nun wieder den Titel des Rekordabsteigers mit ihnen teilen müssen. Aber der Club kann sich revanchieren – bezwingt er in der Relegation Energie Cottbus, zieht er nach Erstliga-Aufstiegen nämlich mit Bielefeld gleich und beide sind künftig Rekordhalter. Es wäre Aufstieg Nummer sieben.

Ein österreichischer Stadionsprecher hat den Club wegen dessen permanenter Pendelei zwischen Erst- und Zweitklassigkeit (einmal gings sogar noch eine Etage tiefer) mal als „Paternoster-Klub“ bezeichnet. Der treue Club-Fan Heino Hassler sieht das aber ganz anders – Ab- und Aufstiege schaffen schließlich auch Abwechslung, man lernt neue Vereine und andere Stadien kennen.  Er muss es wissen, wurde er doch Ende der 60er Jahre Club-Fan, als es für den FCN gerade zum ersten Mal nach unten ging. Mehr über seine emotionale Achterbahnfahrt mit dem Club erfahrt ihr hier 

Wer Karten will, muss leiden

Es gibt im Fußball wohl kaum eine Odelgrube, in der unser Ruhmreicher nicht schon mal schwimmen war. Klar, dass er nun auch der erste sein musste, der die neue (gut, in grauer Vorzeit gabs die auch schon mal) Relegationsspielregelung durchexerziert. Genauso klar, dass er – obwohl das schon etliche Zeit irgendwie absehbar war – da nun völlig planlos reinschlittert. Und erst recht klar, dass er mal wieder die Chance nutzt, es seinen (blöden) Fans zu zeigen. Die sind schließlich an allem schuld. Ohne die könnte der Club am Valznerweiher in der Bezirksoberliga kicken und bräuchte sich nicht mit dem ganzen Profistress rumplagen – und müsste auch noch (das Allerletzte!) Stadionmiete zahlen.

Aber nun sind sie halt da die Fans. Noch dazu sind sie ziemlich anhänglich. Erwerben sogar für teures Geld eine Dauerkarte und löhnen dann trotzdem noch fürs Relegationsspiel. Aber nicht bloß das. Nein, nachdem die Clubverantwortlichen wissen, dass die Dauerkartenbesitzer immer kommen, kann man sie auch gleich am Sonntag im Stadion die Karten kaufen lassen. Am besten während des Spiels, dann sind sie noch nicht daheim.

Und weil die Clubfans so ziemlich die abgebrühtesten Fans sind, die es in Fußballdeutschland gibt, nehmen sie auch sowas in Kauf. Sie verzichten also darauf, den Club gegen 1860 München siegen zu sehen und stellen sich lieber am Kartenhäuschen an. Dass die Häuschen nur unzureichend besetzt waren, überschreitet dann bei einigen aber wohl doch die Abbrühungsgrenze.

Nun gut, kann man sich ja noch am nächsten Tag vor den Fanshop stellen. Dort ist auch nicht mehr Personal. Internet, modernes Ticketing, schon mal davon gehört? Das was der Club angeboten hat, soll gestern jedenfalls nicht, oder nur eingeschränkt, funktioniert haben. Ein Fan, der dann bei uns angerufen hat, war angeblich sogar vier Stunden in der Warteschleife (14 Cent/Minute).

Okay, okay! Wir wollen jetzt nicht allzusehr auf den Clubverantwortlichen herumtrampeln. Wenn die Liga Relegationsspiele einführt, dann sollte sie sich nicht nur darüber Gedanken machen, wie man die so terminiert, dass Spieler und Funktionäre auf ihre acht Wochen Urlaub kommen, sondern auch darüber, wie man dann den Ticketverkauf organisiert. Insofern war der Club halt auch Versuchskaninchen. Oder um im obigen Bild zu bleiben: Wenn der Club wo reinspringt, ist oft noch Odel drin. Später wird dann Wasser oder – spätestens, wenn die Bayern dran sind – Champagner nachgefüllt.

Club nicht mehr alleiniger Rekordabsteiger

So, jetzt ist es soweit: Der Club ist nicht mehr alleiniger Rekordabsteiger. Nachdem Arminia Bielefeld jetzt doch runter muss (hätten sie mal besser letztes Jahr machen sollen) hat der Verein jetzt auch sieben Abstiege vorzuweisen, genau wie der Club.

Wird also Zeit, dass wir wieder was „reißen“. Also Aufstieg. Das lässt uns dann alle Optionen offen: 10.Meisterschaft, 8.Abstieg… Der Relegationsgegner Energie Cottbus lässt uns aber nicht wirklich ruhig schlafen.

Da geht es auch darum, dass der Osten in der 1.Bundesliga vertreten sein soll. Wogegen wir an sich nichts haben. In diesem Fall aber schon. Zudem muss Franken auch in der höchsten Spielklasse vertreten sein. Also gibt`s nur eins: Oberhausener, hängt euch gegen Mainz rein!