Die Mutter aller Trainerentlassungen

Bereits am 2. Spieltag hatte mein Kollege hier den Trainer in Frage gestellt und dafür einiges einstecken müssen. Könnt ihr nicht erstmal abwarten und dem immerhin für eine halbe Million Ablöse von Sandhausen geholten Trainer etwas Zeit geben? Nunja, inzwischen ist einiges an Zeit vergangen und mittlerweile reden nicht bloß die Clubfreunde über Alois Schwartz, sondern fast das ganze Fanlager (einzige Ausnahme die im Auftrag der FCN-Presseabteilung twitternden Praktikanten).

Aber nicht, dass er es nicht geschafft hat, der Mannschaft Profil zu geben und ein fussballerisches Konzept zu entwickeln, könnte Schwartz nun den Kopf kosten. Derartiges steckt der Nürnberger offenbar weg. Aber zwei Mal gegen die Nachbarn aus Fürth verlieren, das nimmt er übel. Da kennt er nichts! Bei der Mutter aller Derbys gibt es keine mildernden Umstände.

Wobei wir nach solchen Umständen diesmal vergeblich suchen müssen. Weder dürfen wir die Niederlage auf den Schiedsrichter schieben, noch auf die Platzverhältnisse. Selbst eine angebliche Spuckattacke auf den Clubspieler Bulthuis reicht da wohl nicht. Der konnte schließlich mitwirken und fiel jetzt im Umfeld des limitierten, blutleerebn Club-Gekickes nicht negativ auf.

Womit wir wieder beim Trainer wären. Der hatte die Mannschaft gegenüber der Heimniederlage gegen den VfL Bochum auf fünf Positionen verändert. „Ich möchte wieder Leben auf den Platz kriegen“, hatte Schwartz gesagt. Doch was dort am allermeisten fehlte, war Leben. Ein trostloser Kick konterkarierte im Ronhof den Medienhype, der auch diesmal wider besseren Wissens mit Promitipps, historischen Betrachtungen, Liveticker und Fanstatements gnadenlos durchgezogen wurde. Was die beiden im Zweitligamittelfeld herumdümpelnden Teams da auf den Rasen brachten, war jedoch an Ödheit kaum zu überbieten. In der ersten Hälfte war es eine Ecke, die aus Clubfansicht den Höhepunkt markierte. In der 2. Halbzeit ging es zunächst so weiter. Eine kurzzeitge Rudelbildung sorgte für einen Hauch von Unterhaltung. Danach schien irgendwer bei den Fürthern gerufen zu haben: Da geht noch was! Jedenfalls drängten die plötzlich, ohne dass der Club den Verwaltungsmodus beenden konnte. Und wenn man mehr probiert, dann geht ein Schuss auch mal rein. Wie in der 77. Minute als Margreitter einen Zulj-Schuss unhaltbar für Kirschbaum abfälschte. Bezeichnenderweise dauerte es bis zur 86. Minute ehe Neuzugang Ishak den ersten Ball in Richtung Fürther Tor schoß.

Das war es dann aber auch schon. Eindeutig zu wenig, um in der 2. Liga bestehen zu können. So wird der Club kaum noch etwas reißen. Denn Fürth spielte – genau wie letzte Woche Bochum – ebenfalls eher schwach. Gegen den Club reicht derzeit jedoch schon ein bisschen mehr Wille für einen Dreier.

Auch gegen biedere Fürther verloren

derby
Selten war es im Vorfeld eines Derbys so ruhig wie diesmal. Auch wenn einige Medien mühsam versucht hatten, etwas Stimmung zu verbreiten. Selten gab es so viele frei Plätze im Nürnberger Stadion, wenn dort die Fürther antraten. Das lag mit Sicherheit nicht nur am DFB, der mit seiner depperten Anstoßzeit den einen oder anderen am Besuch hinderte. Das lag auch daran, dass Fürth im Mittelmaß versackt und der Club nicht mal dafür gut genug ist.

Vielleicht ist es ja die Angst vor dem Mittelmaß und der Langeweile, die den FCN umtreibt. Insbesondere Sepsi bemüht sich vehement um Unterhaltungswerte. Schon in der 4. Minute säbelte er im Torraum über den Ball und bescherte den Fürthern so die erste dicke Chance. Danach war es mit den Bemühungen um Kurzweil zumindest hinten erstmal vorbei. Stattdessen drückte der Club, aber außer einem Lattentreffer von Matavz sprang dabei nichts heraus. Salli rannte und fiel viel. Die anderen zeigten sich durchaus bemüht, aber unglücklich und limitiert. Dabei machten die Fürther nie den Eindruck, mehr als eine biedere Zweitligatruppe zu sein. Chancen hatten sie praktisch keine, dennoch erzielten sie in der 40. Minute ebenfalls einen Lattentreffer. Anders als vorher auf der anderen Seite war Sepsi wieder mal indisponiert und Dursun schaffte mit einer Akrobatikeinlage das 1:0.

Von den Spielanteilen her war das zwar nicht verdient. Aber beim Fußball zählen nun mal die Tore, auch wenn die, wie das 2:0, mit viel Glück erzielt werden. Wieder war Sepsi beteiligt. Einen Schuss von Steininger fälschte er so unglücklich ab, dass der Ball hinter dem etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Kirschbaum in die Maschen plumpste. Sicher ist das Pech. Sicher spielt da auch das mangelnde Selbstvertrauen eine Rolle. Andererseits war das alles eben auch nur Dienst nach Vorschrift, was der Club da anbot. Jeder, Sepsi vielleicht ausgenommen, schaute nur, dass man ihm nachher nichts vorwerfen kann. Eventuell gar, er habe gegen den Trainer gespielt. Der hatte allerdings zuvor schon vom Manager den Freibrief erhalten, er dürfe auch das Derby verlieren und müsse trotzdem nicht um seinen Job fürchten. Dass er den einzigen, den man als Aktivposten beim Club bezeichnen konnte, Cedric Teuchert, erst nach gut einer Stunde brachte und dass er Sepsi erst in der 77. Minute erlöste lieferte jetzt nicht unbedingt die geeigneten Argumente, weiter an ihm festzuhalten. Der Anschlusstreffer in der letzten Minute auch nicht.

Am Ende reagierte die Nordkurve nur noch mit Schweigen. Viel mehr fällt einem zum Club im Augenblick auch nicht mehr ein. Vielleicht ist das Sparen an Worten die richtige Antwort auf die Sparpolitik des FCN. Die Fürther Fans skandierten derweil, der Club sei nächste Saison in der 3. Liga dabei. Viel Intelligenz braucht es nicht zu dieser Aussage. Aber wer die Langeweile scheut, hinten erstmal zu Null zu spielen und dann vorne zu schauen, ob vielleicht was klappt, der braucht wohl die Kurzweil des Abstiegskampfes und die Chance erneut eine Relegation spielen zu können. Dann aber gegen den Drittletzten der 2. Liga.

Hat der FCN die Stimmung aufgeheizt?

Motiv:   Eröffnung Pizza Pasta Bar " Vapiano " in der Poppenreuther Str. 50 , Fürth Foto: Mark Johnston
Es gibt auch Clubfans, die sind nicht nur friedlich, die wohnen sogar in Fürth. Sebastian N. zum Beispiel. Doch auch solche Fans haben manchmal Hunger. Auf eine Pizza zum Beispiel. Am Tag vor dem Derby wollte N. sich eine in der Nachbarschaft besorgen, doch was musste er lesen? Pizza gibts nicht, es besteht Betretungsverbot für Fans des FCN.

Der Fan ist zunächst sauer auf die Vapiano-Filiale, für die das angebliche „Betretungsverbot für Nürnberg-Anhänger“ ausgesprochen wurde und beschwert sich bei dieser via Facebook. Das grenze an Gesinnungsterror, meint er. Doch dann stellte sich heraus, die Vapiano-Filiale (Bild: Mark Johnston) wusste gar nicht, dass sie mit einem Bann belegt worden war:

Auf die Frage warum Clubfans bei uns nicht rein dürfen können wir leider nur antworten, dass wir es nicht wissen. Wir als Vapiano haben uns im Gegenteil extra vorbereitet auf einen Ansturm des Hungers vor oder nach dem Spiel. Wir haben uns auch gewundert warum denn niemand kommt.

Wir haben lediglich der Polizei gestattet auf unserem Parkplatz Station zu beziehen jedoch nicht, niemanden rein bzw. raus zu lassen. Davon hören selbst wir zum Ersten Mal. Wir möchten uns auf jeden Fall für diesen unschönen Vorfall entschuldigen. Ihr alle könnt sogar sicher sein, dass bei Vapiano jeder Fan zu jeder Zeit willkommen ist egal von welchem Verein.

Haben also Polizei oder Stadt Fürth dem Vapiano das Geschäft vermiest?

Polizeisprecherin Elke Schönwald weist das energisch zurück. Selbstverständlich habe jeder Fan, ganz gleich von welchem Verein, die Möglichkeit gehabt, das Vapiano (sowie das ebenfalls in der „Faninfo“ genannte Hotel Mercure) zu betreten. Verbote gab es nur für jene 33 Clubfans, die aufgrund früherer Vorkommnisse mit einem Bereichsbetretungsverbot belegt worden waren.

Ging also der „Gesinnungsterror“ von der Stadt Fürth aus? Offenbar ebenfalls nicht! Der dortige Ordnungsamtsleiter Hans Peter Kürzdörfer beteuerte, derartiges habe nicht in den Auflagen gestanden, die an die Vereine und Fanorganisationen herausgingen. „So etwas steht uns gar nicht zu“, sagte Kürzdörfer.

Es scheint also so zu sein, dass da jemand beim 1.FC Nürnberg von sich aus ein bisschen gezündelt hat.

Die sollten lieber auf dem Platz ein Feuerwerk abbrennen, möchte man als frustrierter FCN-Anhänger dem hinzufügen.

Nachtrag 16. September 2015: Inzwischen hat sich auch der Club zu dem Vorgang geäußert. Laut FCN-Sprecherin Katharina Wildermuth ist die Fan-Info auf Bitten der Polizei Fürth so formuliert worden. Dabei habe auch der Wunsch der Betreiber (also Mercure-Hotel und Vapiano) eine wichtige Rolle gespielt. Dies, so Wildermuth, sei auch im Protokoll der Sicherheitsbesprechung vermerkt. „Wir können uns nicht erklären, wie die Polizei Nürnberg jetzt zu einer anderen Aussage kommt“, sagt Wildermuth. Auch die Äußerung von Vapiano, davon nichts gewusst zu haben, kann sie nicht nachvollziehen. Im übrigen stelle sich die Frage, welches Interesse der FCN haben soll, so etwas von sich aus in die Fan-Info zu schreiben.

Der Derbydepp verliert zway zu dray

COyLA73WgAEKBWM.jpg_largeSeien wir ehrlich, einen Sieg hätte diese Clubmannschaft nicht verdient. Aber so, wie das Spiel gelaufen ist, kann man die Schuld, dass es auch diesmal nicht zu einem Derbyerfolg für den FCN gereicht hat, auch bei Schiedsrichter Felix Zwayer suchen. Der Ausgleichstreffer zum 1:1 fiel nach einem Freistoß, der keiner war. Der 2:1-Führung der Fürther ging eine klare Abseitsstellung voraus. Insofern könnte man an der Schiedsrichtergilde und am DFB verzweifeln. Vor allem vor dem Hintergrund des abstrusen Elfmeters, den die Bayern gestern geschenkt bekommen haben. Andererseits, die Bayern haben Knete um Schiedsrichter überzeugen zu können. Was aber hat Fürth? Das dürfte selbst für Zwayer nicht reichen.

Die Fürther hatten noch nicht einmal torgefährliche Stürmer. Sonst hätten sie nämlich bereits zur Halbzeit klar führen müssen. Aber entweder verzogen sie oder sie trafen das Außennetz. Auch Thorsten Kirschbaumn war einige Male auf dem Posten bzw. kooperierte mit dem Pfosten.

Und ja, auch der Führungstreffer für den Club kam durchaus glücklich zustande. Der Schuß von Guido Burgstaller wurde unhaltbar von einem Grünen abgefälscht. Danach verließ man sich beim Club leider allzusehr auf das Glück und die Fürther Abschlussschwäche. In der 39. Minute konnte dann Berisha nach besagtem Freistoß doch den Ausgleich erzielen.

In der zweiten Hälfte gelang den Fürthern mit Schirihilfe sogar die Führung. Erst fünf Minuten vor Schluss markierte Schöpf ohne diese Hilfe den Ausgleich. Erst in der Nachspielzeit gab dann der Deppenfaktor den Ausschlag und Freis machte das Siegtor für die anderen, die – und das muss man leider konstatieren – wieder einmal mehr Siegeswillen ausstrahlten.

Für Nichtparteiische war das sicher ein ganz nettes und unterhaltsames Fußballspiel. Für Clubfans war es hingegen ein Schlag in die Magengrube. Umso mehr als das Derby mittlerweile in einer Weise gehypt wird, die solche Niederlagen noch viel peinlicher macht. Wenn man bedenkt, dass da extra Kleiderordnungen erlassen, Autobahnen gesperrt und Zeitungen mit Playstationspielen gefüllt werden, dann tun die null Punkte gleich doppelt weh. Und noch was, eure Ruckreden (Grethlein) oder eure Beförderungen (Sportdirektor Wolf) könnt ihr euch sparen. So kann man nicht in ein Derby gehen. Zwayer hin oder her.

Die Hoffnung währte 70 Minuten

Es hätte ein ungewöhnliches Spiel werden können. Schließlich hält Kapitän Raphael Schäfer nicht so häufig Elfmeter. Wir erinnern uns: In der Pokalsiegersaison 2006/07 wechselte  Trainer Hans Meyer den etatmäßigen Stammtormann sogar aus, wenn es um das Entschärfen von Strafstößen ging (auch im Finale gegen Stuttgart lief sich Reservekeeper Daniel Klewer in der Verlängerung schon warm, als Kristiansen abzog und mit dem 3:2 eine Elfmeter-Entscheidung unnötig machte). Und von Referee Dingert heißt es, dass er selten welche pfeift. Nun ja, diesmal trat beides ein. Dingert pfiff einen fragwürdigen Strafstoß für den FC Bayern München und gegen den Club, und Alaba scheiterte doch glatt an Schäfer.

So schien es beim 0:0 zur Pause, als hätte der 1.FC Nürnberg vielleicht eine kleine Chance, einen Punkt aus München zu entführen. Trainer Michael Wiesinger hatte Beton angerührt und mit Chandler und Plattenhardt zwei Defensivspieler anstelle von Kiyotake und Mak nominiert.  Eine Rechnung, die aufging – leider nur  70 Minuten lang. Doch dann ging das Geschehen seinen erwarteten Gang. Flanke Lahm, Kopfball Ribery – 1:0. Nochmals Flanke Lahm, und Robben schiebt den Ball ins Gehäuse zum 2:0-Endstand für den haushohen Favoriten.

Der Club, das muss man ehrlich zugeben. war letztlich überfordert, obgleich sich der eingewechselte Kiyotake redlich bemühte, nochmals für neuen Schwung zu sorgen. Die Enttäuschung am Valznerweiher sollte sich in Grenzen halten, auch wenn der letzte Bundesliga-Sieg in München nun schon – um mit BAP  zu sprechen – verdammt lang  her ist. Am 28. März 1992 war das. Der hier schreibende Club-Freund hatte das Glück, damals im Olympiastadion zu weilen, als der 1.FC Nürnberg in München 3:1 gewann.

Auch vor 21 Jahren spielte übrigens ein Elfmeter eine Rolle – beim Stand von 2:1 für den Club hätte Effenberg ausgleichen können, scheiterte aber an Keeper Andreas Köpke. Wenig später machte Sergio Zarate mit seinem zweiten Tor den Sack zu, zuvor hatte bereits Christian Wück für die Gäste getroffen. Die anderen Club-Helden waren Thomas Brunner, Kay Friedmann, Jörg Dittwar, Hans Dorfner, Marc Oechler, Andre Golke, Martin Wagner, der verletzungsbedingt frühzeitig gegen Wück ausgetauschte Dieter Eckstein und (als Libero, den es damals noch gab) Rainer Zietsch.  Als Trainer amtierte der mittlerweile verstorbene Willi Entenmann.

Nun reichts aber mit der Nostalgie. Auch wenn man in München verlieren kann, zwei Punkte aus drei Spielen sind nicht viel, hinzu kommt das peinliche Pokal-Aus.  Der Club braucht ein Erfolgserlebnis. Am besten schon kommende Woche, im nächsten bayerischen Derby gegen den FC Augsburg.

Viel Aufregung, wenig Fußball

Das war sie also, die Mutter aller Derbys. Wer die Vorgeschichte nicht kennt, wer die Emotionen, die mediale Aufregung im Vorfeld und das peinliche Sicherheitstheater der Stadt Fürth nicht mitbekommen hat, der dürfte ziemlich enttäuscht gewesen sein, was sich da knapp 90 Minuten im Ronhof auf dem Platz abspielte. Torszenen gab es praktisch keine. Spielerisch war ebenfalls wenig geboten. Ein 0:0 der eher schlechteren Sorte.

Am Club lag das nur bedingt. Die Mannschaft spielte souveräner und abgeklärter als die Fürther. Die wiederum versuchten ihre spielerische Unterlegenheit anderweitig wett zu machen. Nehmen wir nur Gerald Asamoah. Bezeichnend, dass er bei der einzig nennenswerten Torchance nicht den Abschluss suchte, sondern auf Elfer spielte. Er und Sararer (wenn Schäfer der Schweini wäre würde er wegen dessen Spuckattacke das Sportgericht anrufen) legten es auch gar nicht auf Fußballspielen an, sondern aufs Vergiften der Atmosphäre. Schiedsrichter Brych, den die Fürther permanent zulaberten, stellte dann auch prompt nach 36 Minuten Markus Feulner vom Platz. Für ein Foul, das ungeschickt, aber vielleicht auch mit Gelb hätte geahndet werden können.

In der zweiten Halbzeit dämmerte es aber auch Brych, worauf die Fürther abzielten und schickte schließlich Sercan Sararer runter. Asamoah wurde hingegen nicht von Brych, sondern von Mike Büskens rausgenommen. Vielleicht reichen seine Verbalfähigkeiten nicht für 90 Minuten.

Blöderweise hatte der Club bei der Gelb-Roten der Fürther schon Esswein und Kiyotake ausgewechselt. Aus dem Mittelfeld kam dann leider nicht mehr allzuviel.

Mag sein, dass die Fürther einen Punkt gewonnen haben. Die Chance, sich bei halbwegs neutralen fränkischen Fans ein paar Sympathien zu erarbeiten, haben sie vergeigt. Westentaschen-Materazzis, die in der ersten Liga nichts verloren haben! Umso ärgerlicher, dass gegen die nicht mehr als ein 0:0 rausgesprungen ist.

Den FCN zum Sieg schreien!

Medial ist das Frankenderby inzwischen genügend aufgeheizt (bzw. auch wieder nicht: Das Foto oben wurde für die Zeitung friedensfördernd mit Photoshop bearbeitet). Da brauchen wir nicht auch noch Senf dazu geben. Ein Aspekt nur: Mittlerweile bekommt man den Eindruck, dass gar nicht einmal Fans, sondern ganz andere an Gewalt im Fußball interessiert sind. Deren billige Rechnung darf nicht aufgehen. Den Kolleginnen von den Greutherweibern wollen wir uns da gerne anschließen.

Schön, dass das andere, wenn auch etwas weniger feminin, genauso sehen. weiter lesen

Leute, das nehmen wir euch übel!

Eigentlich sollte man nichts schreiben, wenn man gerade emotional aufgewühlt ist. Aber, das ist ein Blog, das ist das Internet! Da kann man sich nicht erst mal sammeln und dann wohlformuliert Bilanz ziehen. Der Club ist ein Peinsack, einer für den man sich fremdschämen muss. Das einzig Gute: Jetzt ist erstmal Weihnachtspause und wir müssen Stümper wie Pekhart oder Cohen (langsam ist es vorbei mit der Sympathie), Lethargiker wie Hegeler oder Blindgänger wie Eigler ein paar Tage nicht mehr sehen. Auch Dieter Hecking nicht, der wohl mit seinem Experiment, Timothy Chandler auf Links spielen zu lassen, grandios daneben lag. Wahrscheinlich hat er im Guardian gelesen, dass Lionel Messi auch auf der „falschen“ Seite seine größten Erfolge feierte. Aber Dieter: das ist der Club, das ist Chandler!

Und, was am allerschlimmsten ist: Der Gegner hieß Fürth. Noch dazu waren diese Fürther etwa eine halbe Stunde lang in Unterzahl. Doch was passiert? Nichts! Der Club kann, wir kennen das schon, das Spiel nicht machen. Nicht einmal gegen Fürther in Unterzahl. Deswegen kann man diesem Tweet nur zustimmen: „Die Fürther haben nicht gut gespielt, der Club war einfach nur schlecht.“

In der ersten Halbzeit war es ein unansehnliches Gestopsel. Die Spielvereinigung wurde geradezu eingeladen, weiter lesen

Maximal ein Punkt ist drin – für die Bayern!

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Ein seltenes Bild in der Saison 1967/68: Franz Brungs scheitert an Sepp Maier.

26 Mal standen sich der Rekordmeister aus München und der Ex-Rekordmeister aus Nürnberg in der Landeshauptstadt anlässlich eines Bundesliga-Duells gegenüber. 26 Mal 90 Minuten, in denen sich die Bayern eine beeindruckende Bilanz gegen den fränkischen Rivalen erarbeiteten. 19 Siege heimsten die Münchner bei vier Unentschieden und drei Club-Erfolgen ein. Grund genug für den sieben Euro zahlenden Südkurvenbesucher, sich auch am kommenden Sonntag als haushoher Favorit zu fühlen. Ein Trugschluss, dem wir nicht aufsitzen werden.

Blickt man nämlich etwas genauer hin, kommt man nicht daran vorbei, zu erkennen, dass der Club in München fast immer hielt, was er versprach. Stempelte die Tabelle den Ruhmreichen im Vorfeld des Derbys zum Punktelieferanten, gab es an der Isar fast nie etwas zu holen. 23 Mal reiste der 1. FC Nürnberg als die im Klassement schlechter platzierte Mannschaft nach München – mit der atemberaubenden Ausbeute von insgesamt unfassbaren sechs Punkten (nach der 3-Punkte-Regel). Stand der fränkische Gast allerdings zufällig mal in der Tabelle vor den Bayern, konnte die Schickeria stets den Schampus auch nach Spielende im Kühlschrank lassen. Mehr als ein Punkt war für den FCB dann nämlich nie drin.

Zuletzt gab es das seltene Szenario im August 2006. Hans Meyers Traumfabrik begann gerade erst zu produzieren und verschonte den FCB beim 0:0 zumindest halbwegs. Genug für den Club, um auch nach Spieltag drei Spitzenreiter zu bleiben.

Unvergessen der 30. Durchgang der Saison 1991/92, als der weit vor den Münchnern rangierende FCN mit 3:1 im Olympiastadion gewann. Wück und Zarate (2) wurden zu Helden, „Tiger“ Effenberg zum Deppen, weil er beim Stand von 1:2 per Strafstoß an Köpke scheiterte.

Und dann war da noch die Spielzeit 1967/68! Am vorletzten Spieltag hatte der Club die Möglichkeit, mit einem Sieg bei Beckenbauer, Müller und Co. die neunte Meisterschaft einzutüten. Brungs mit seinem sechsten Saisontor gegen Sepp Maier (nach fünf Stück beim 7:3 im Hinspiel) und Strehl sorgten für den 2:0-Erfolg und brachten die Schale mit in die Noris.

Womit wir beim nächsten Punkt, der für den Club spricht, wären. Stand der FCN vor dem Derby in München vor den Bayern, holte der 1. FC Nürnberg am Ende der Saison in mehr als 66 Prozent der Fälle einen Titel (2007 Pokal, 1968 Meisterschaft). Die Bayern dagegen gingen am Schluss immer leer aus. Was soll da noch schief gehen?

Derby, hä?

Was ist denn los mit euch? Seid ihr krank? Alle reden vom Derby, bloß ihr nicht! Mit solchen Reaktionen sehen sich die 3 Clubfreunde dieser Tage konfrontiert. Schließlich beschäftigt das bevorstehende Derby gegen die Greuther am Sonntag inzwischen die Lokalmedien wie kaum etwas anderes.

Da werden alte Spieler ausgegraben, die noch einmal in Erinnerungen schwelgen, da wird auf die Bahn eingeprügelt, weil sie keine Sonderzüge einsetzt. Und sogar Reiterstaffeln aus München werden nach Fürth gelotst. Bloß die sonst so mitteilungsbedürftigen Clubfreunde bringen nicht einmal ein lasches Posting zustande?

Tja, vielleicht ist es gerade das, dass alles schon gesagt ist. Dass uns statt Derbyfieber eher eine gewisse Langeweile befällt und sich der Sound of Silence unserer bemächtigt. Fürth, war da was? Naja, drei Punkte halt. Wäre schön. Aber wenn nicht, ist auch noch nicht aller Tage Abend. Die Freiburger sind schließlich schon fast durch, obwohl sie gegen den Club verloren haben. Und Fürth, da muss man kein großer Prophet sein, würde auch bei einem Sieg (was Gott natürlich verhüten möge) nicht aufsteigen.

Wenn dann auch noch einige Fans meinen, das Spiel und die Aufstiegsfrage werde auf der Straße entschieden, dann fällt uns erst recht nichts mehr ein.

Aber, ich würde mal sagen: Spätestens Sonntagmittag wird es uns dann auch erfassen, das Fieber, und dann werden wir voller Inbrunst brüllen:

Die putz mer wech!