Die Schmach schnell getilgt

Die Woche:

1. „Weekly“ ist zwar englisch, bezieht sich aber trotzdem nicht auf englische Wochen und eine entsprechende Erscheinungsweise. Deswegen habe ich mir erlaubt, das Mittwochspiel (wo war das noch gleich?) erstmal schweigend zu übergehen. Ohnehin beschlich mich das Gefühl, dass hier auch andere nicht voll bei der Sache waren. Ich will nicht behaupten, das Spiel (hier eine Analyse, der man nciht viel hinzufügen muss) wurde von vorneherein abgeschenkt. Aber wenn man sich schon im Flieger verletzt, wenn man den wichtigsten Stürmer schont, wenn man mit ungewohnter Fünferkette und drei Innenverteidigern antritt und die Mannschaft mental nicht auf die Gelbe Wand vorbereitet, dann scheint wohl nicht der allerletzte Siegeswille vorgeherrscht zu haben. Vielleicht hatten einige beim Club auch an das Heimspiel gegen die Bayern in der Abstiegssaison vor Augen, wo der Club zwar nur 0:2 verlor, sich aber zwei Stammspieler schwere Verletzungen zugezogen hatten und langfristig ausfielen. Am Mittwoch hatte sich immerhin niemand verletzt.

2. Mit den Schalkern verbindet uns inzwischen nicht nur eine Fanfreundschaft, sondern auch eine Satiregemeinschaft. Der in Fürth (!) erscheinende Postillon machte sich jetzt gleichermaßen über den Club („Mit mehr Nachspielzeit hätten wir das Spiel noch gedreht“) und über Schalke 04 („Erste Punkte für Schalke: Mannschaftsbus auf Rückfahrt von Freiburg geblitzt“) lustig. Sagen wir mal so: Schön wenn man in einem langweilig gewordenen Business für Gelächter sorgen kann.

3. Wie zu erwarten war, bekam Deutschland den Zuschlag, die EM 2024 auszurichten. Was das mit Nürnberg zu tun hat? Nichts!

Das Spiel:

Am heutigen Samstag lief wieder eine optimal auf- und eingestellte Mannschaft auf. Petrak wie gewohnt im Abwehrzentrum, Ishak vorne dabei, dazu durfte Eduard Löwen von Anfang an ran und die beiden Neuzugänge Misidjan und Pereira sollten auf Außen wirbeln. Taktisch kehrte Köllner wieder zu Bewährtem zurück und ließ mit 4-3-3 bzw. 4-1-4-1 spielen. Dazu war die Mannschaft diesmal auch voll darauf fokussiert, das 0:7 vom Mittwoch vergessen zu machen.

Torchancen waren zunächst allerdings Mangelware. Viele hatten ein „enges Spiel“ erwartet und das schien sich zu bewahrheiten. Bis zur 28. Minute. Da wurde Tim Leibold von Lukebakio im 16er gefoult. Kapitän Hanno Behrens hämmerte den Ball dann aus 11 Metern ins Düsseldorfer Tor. Danach musste der diesmal glänzende Bredlow gegen die immer wieder schnell umschaltenden Düsseldorfer die Führung festhalten.

Zur zweiten Halbzeit brachte Köllner für den zwar viel Betrieb veranstaltenden aber nach hinten oft zu sorglosen Matheus Pereira Federico Palacios. Dessen großer Moment sollte aber erst später kommen. Dazwischen war es Ishak, der nach 64 Minuten auf 2:0 erhöhte. Behrens hatte den Ball aus der Abwehr gedroschen, der Düsseldorfer Bodzek verlängerte unglücklich zum Club-Torjäger, der dann eiskalt abschloss.

Aufgegeben hat sich die Fortuna dennoch nicht und drückte weiter auf den Anschluss. Doch mitten in die Drangphase startete der Club einen Konter über Löwen, der zu Palacios spitzelte und der lupfte den Ball über Düsseldorfs Keeper Rensing zur Entscheidung.

Am Ende stehen sechs Punkte aus der englischen Woche. Ein Mitbewerber um den Abstieg wurde zudem auf Distanz gehalten. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Was den Mittwoch betrifft: Schwamm drüber!

Ein Letztes:

Realitätsferner Optimismus vor dem Mittwochspiel: