Club springt auf Rang 14

Die Ausgangslage vor dem Spiel versprach enorme Spannung: Der  Club hat seine ersten beiden Rückrundenspiele gewonnen und sich  dann  gegen die übermächtigen Münchner Bayern  gut aus der Affäre gezogen  – der vor der Saison stets als Abstiegskandidat gehandelte  FC Augsburg wiederum segelte nach acht Spielen ohne Niederlage und vier Heimsiegen in Serie Richtung Europacup.

Der 1.FC Nürnberg musste aber gegenüber dem München-Spiel auf die verletzten Chandler, Frantz und Ginczek verzichten, dafür war der genesene Nilsson wieder dabei. Zudem rückten Angha und Mak in die Startelf, der den Vorzug vor Gebhart bekam – jedenfalls 55 Minuten lang, dann musste Mak für den Ex-Stuttgarter weichen.  Für Gebhart wiederum war dann aber bald auch wieder Schluss, Trainer Gertjan Verbeek wechselte den gerade erst in die Partie gekommenen Mittelfeldspieler  wieder aus, worüber Gebhart freilich wenig amüsiert war.
Seine Teamkollegen indes dürften besserer Laune sein. Josip Drmic köpfte mit seinem elften Saisontor (Platz vier der Torschützenliste) den Club zum dritten Saisonsieg. Der 1:0-Auswärtserfolg ist vor allem deshalb wichtig, weil man sich damit in tabellarische Gefilde bewegen konnte, die vor kurzem noch fast unerreichbar  schienen: Auf Platz 14 liegt der Club nun, zog an Freiburg und auch an Stuttgart vorbei, die tags zuvor verloren hatten.  Der Club, bei dem der nach der Pause für den angeschlagenen Kiyotake eingewechselte Campana sein Bundesligadebüt gab, hat vor dem direkten Abstiegsrang 17 jetzt vier Zähler Vorsprung. Es kam den Nürnbergern zupass, dass Schlusslicht Braunschweig den Vorletzten HSV mit dem 4:2-Erfolg noch tiefer in die Krise riss und der FCN sich daher weiter von dem Bundesliga-Dino absetzen konnte.
Eintracht Braunschweig ist der nächste Gegner – mit einem Sieg vor eigenem Publikum könnte der Club den Vorsprung auf die  Niedersachsen auf acht Punkte ausbauen.

Das lange Warten auf den Dreier

Wieder kein Sieg. Stattdessen das fünfte Unentschieden im siebten Spiel. Aber: Wenn man nur eine Halbzeit gut spielt und die andere grottig, dann kommt halt schon statistisch nicht mehr als ein Remis heraus.

Doch von vorne. Der Club musste nicht bloß ohne der verletzten Ginczek antreten, auch der andere Torgefährliche, Pelle Nilsson, musste krankheitsbedingt passen. So ließ sich die Mannschaft in der ersten Hälfte von Bremen teilweise vorführen. Auf rechts bekamen Chandler und Kiyotake überhaupt keinen Fuss auf den Boden. Permanent brannte es lichterloh und eine nennenswerte Entlastung gab es praktisch nicht. Dass Bremen da nur 2:0 führte, war eigentlich noch glücklich. Keine alte Sau hätte zu diesem Zeitpunkt nur einen Cent auf den FCN gewettet. Der Sky-Reporter konstatierte nur lapidar: „Der Club hat Riesenprobleme, vorne, hinten und in der Mitte.“ Im Netz wurden bereits wieder die Wiesinger-raus-Rufe laut. Da half es auch nicht, dass Kiyotake kurz vor der Halbzeit den Anschlusstreffer erzielte. Ein Glücksschuss halt, dachte jeder.

Nach der Pause wechselte Wiesinger Drmic für den wieder einmal blassen Alexander Esswein ein. Prompt kam der Club besser ins Spiel. Kiyotake, dem das Abwehren sichtlich keine Freude macht, blühte auf und auch die anderen zeigten auf einmal Biss und Spielfreude. Folgerichtig machte Drmic den Ausgleich. Danach ließ es der Club gleich wieder ruhiger angehen und geriet hinten wieder in die bekannten Schwierigkeiten. Dabanli, der schon das 1:0 der Bremer durch ein Eigentor erzielt hatte, bekam den Ball nicht weg und Werder lag erneut vorne. Der Club wachte wieder auf und mit einem Zuckerpass von Kiyotake war diesmal Hlousek der Ausgleichschütze. Zu mehr reichte es dann allerdings nicht.

Beim Club hat man zusehends das Gefühl, dass nur gefightet wird, wenn es brennt, wenn der Stuhl von Wiesinger am Kippen ist oder wenn weitere Rauswürfe drohen. Ein Unentschieden reicht da scheinbar als Leistungsnachweis. Wie schon gegen Dortmund ist zwar der Druck von Wiesinger durch die 2. Halbzeit erstmal wieder weg. Der erste Dreier steht aber weiterhin aus.

Selbst wenn die Einwechslung von Drmic die Wende brachte, steht und fällt das Clubspiel augenscheinlich mit der Stimmung von Hiroshi Kiyotake. Leute, besorgt ihm Geishas, füllt ihn mit Reiswein ab, peppelt ihn sonstwie… ganz egal, sonst wird das nie was mit einem Dreier. Den braucht der Club jedoch, und zwar bald. Wenn wir nämlich in dieser Saison remismäßig so weiter machen, dann hat der Club am Ende 32 Punkte. Das dürfte zum Klassenerhalt nicht reichen.