Wichtiger Zittersieg

Durchatmen! Wichtige drei Punkte gegen einen Kellerkollegen. Da kann man es auch verschmerzen, dass der Club es wieder (unnötig!) spannend gemacht hat. Gab es gegen Augsburg kaum Torchancen, hätte der Club eigentlich diesmal mehr als nur zwei Mal treffen können, ja müssen. Zwei Mal an den Pfosten, das leere Tor aus nächster Nähe nicht getroffen…

Egal! Am Ende zählen die Punkte und die sind gegen einen Mitkonkurrenten Gold wert, vor allem wenn auch noch die anderen Abstiegskandidaten verlieren. Ein gutes Spiel war das aber, seien wir ehrlich, trotzdem nicht. Da können auch die vergleichsweise vielen Torchancen nicht darüber hinwegtäuschen. Wenn zum Beispiel ein Timothy Chandler, der von außen Pekhart mit Flanken füttern sollte, gerade einmal eine von acht dieser Flanken zum eigenen Mann bringt, dann sieht man, wo es hapert. Auch wenn man sich nach der Pause von Köln einschnüren lässt und dann im Mittelfeld keiner für Ruhe sorgen kann. Dummerweise sind es beim Club immer andere, die patzen. Aber umgekehrt ist es genauso. So spielten Alexander Esswein (an beiden Toren beteiligt) und Markus Feulner diesmal groß auf. Und dass Tomas Pekhart endlich wieder ins Tor traf, ist natürlich auch klasse. Vielleicht ist der Knoten jetzt geplatzt. Ach so, Neuzugang Hanno Balitsch machte bis zu seiner Auswechslung ein gutes Spiel.

Insgesamt also: Aufwärtstrend!

Das Problem hieß Weiner, nicht Stephan

Vor dem Spiel in Köln drehte sich alles nur um das Nürnberger Torwartproblem. Würde der 3.Torwart Alexander Stephan dem Druck standhalten? Muss der Club nochmal auf dem Transfermarkt aktiv werden?

Doch im Spiel drehte sich alles um ganz andere Aklteure. Zunächst um den Kölner Pedro Geromel, der dem Club zwei berechtigte und durch Timmy Simons verwandelte Elfmeter bescherte und dann um Schiedsrichter Michael Weiner. Erstmals erzielte der Club in einer ersten Häfte wieder ein Tor. Diesmal sogar zwei. Doch dann gab es ein unglückliches Anschlusstor, bei dem Stephan nicht den allerbesten Eindruck machte, das man ihm aber nicht ankreiden kann. Dennoch: Der Club spielte so überlegen und souverän, dass man eigentlich nicht dachte, das Spiel könnte noch kippen.

Das war erst der Fall als Schiedsrichter Weiner eingriff. Der hatte wohl ein schlechtes Gewissen, dass er gegen die Heimmannschaft zwei Elfer gepfiffen hatte und dachte dann: Tue ich denen halt auch mal was Gutes! So schickte er Tomas Pekhart mit Gelb-Rot vom Platz. Für was? Für nichts! Schon die erste gelbe Karte war eigentlich ein Witz. Pekhart versuchte einen Ball per Fallrückzieher ins Tor zu bringen und sah nicht, dass hinter ihm einer stand. Die zweite Gelbe war dann nur noch absurd.

In der zweiten Halbzeit kämpfte der Club hinten aufopferungsvoll. Mit den trotz Unterzahl erarbeiteten Chancen gingen die Clubspieler leider zu lässig und unkonzentriert um. Dass die Kölner sich darauf verlegten, Elfmeter zu schinden, bewies dagegen zum einen, welch beschränkte Mittel diese Mannschaft besitzt und zum anderen, welche Meinung sie vom Durchblick des Schiedsrichters hatte.

Der kippte dann immerhin nicht um, weshalb wir ihn nicht ganz so hart anfassen sollten. Stattdessen plagte ihn noch einmal des Gewissen und er schickte noch den Kölner Brecko aus recht zweifelhaften Gründen vom Platz. Der Druck auf den Club wurde dadurch allerdings nicht kleiner. Wir Fans hatten also wieder einmal verstärkten Bedarf an Beruhigungsmitteln. Doch was solls: drei Punkte, Auswärtssieg! Wer sagt´s denn?

Ach so: das Torwartproblem. Die Diskussion wird uns wohl noch weiter begleiten, denn Stephan war in Köln einfach zu wenig gefordert. Gegen Bremen haben wir zudem noch ein Stürmerproblem, denn da wird Pekhart fehlen.

Saublödes Last-Second-Tor

So einen depperten Treffer in der letzten Sekunde muss man erst einmal verdauen. Das war sozusagen das I-Tüpfelchen auf ein trauriges Spiel. Die geborene Nullnummer hat dann doch noch so getan als sei sie ein richtiges Fußballspiel gewesen.

Aber mei! Wie schon gegen Bremen können wir auch diese Niederlage generös wegstecken. Dann kommen wir halt doch nicht nach Europa. Wird Europa schon sehen was es davon hat. Sollen sie sich halt wieder mit den Bauern langweilen (wobei: so wie der Club in Köln spielte, versäumt Europa auch nichts).

Zum Beispiel hat man in Köln auch gesehen, dass Julian Schieber vorne sehr fehlt. Für das gegnerische Tor gab es kaum Gefahr. Da war nichts. Hinten rettete Schäfer dafür einige Male bravourös, weil die Kölner dann doch etwas mehr Druck machten.

Aber letztlich wurde das Spiel wohl auf der Kartenebene entschieden. Vor der Pause hätte Mohamad eigentllich wegen Nachtretens Rot sehen müssen. Stattdessen gabs nur Gelb. Auch noch für Andi Wolf, der dann dauernd am Rande eines Platzverweises stand und folgerichtig ausgewechselt wurde.

Überhaupt stiegen die Kölner teilweise überhart und unfair ein. Genauso, wie es ihr Edelfan, der BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, eigentlich dem Club unterstellt hatte. Auch so kann man vor dem Spiel Stimmung machen und Schiedsrichter für die falsche Seite sensibilisieren.

Aber wir haben ja gesagt: Wir stecken das weg! Wir stecken das weg! Wir stecken das weg! Macht uns doch gar nichts! Wir stehen da drüber….

…ein klein bisschen hätte es uns aber schon gefallen, die Bayern noch einzuholen. Das müssen wir schon zugeben. Vielleicht ist uns gegen diese überhart einsteigende Bande ja am nächsten Samstag das Glück etwas holder.

Der Club grüßt von Platz 6

1827554800Der Club kann also nicht nur 2:1, nein, auch 3:1. Es wird immer besser. Zumindest ergebnistechnisch.

Die 90 Minuten im Frankenstadion waren für uns Fans dann aber doch anstrengender als es das Resultat ausdrückt. Nach dem blöden Ausgleich zum 1:1 dachte man bei jeder Ecke der Kölner, jetzt klappert`s. Zu konfus war die Abwehr bei den Standards. Umgekehrt ging von den zahllosen FCN-Ecken so gut wie keine Gefahr aus.

In der zweiten Hälfte ließ sich der Club dann das Heft zunächst völlig aus der Hand nehmen. Das ist noch ein Manko, dass die Mannschaft dann, wenn sie führt, das macht, was sie kann, sich hinten reinstellen und auf Konter warten, dass sie aber dabei auch in der Konzentration und Präzision nachlässt. Dann wird man zuweit reingedrückt, Schäfer muss öfter retten als ihm lieb ist und das Glück wird auch ziemlich strapaziert.

Bild 2Aber gegen Köln ist es gut gegangen. Jetzt grüßt der FCN sogar von Platz 6. Da singen manche schon: „Europa, wir kommen!“ Freilich steht nun erst einmal das Spiel gegen die Bayern an. Gegen schwächere Gegner hat sich der Club in der Saison immer schwer getan. Wir sollten also nicht den Fehler machen, die auf die leichte Schulter zu nehmen, nur weil sie weiter unten stehen und im Vergleich zur Club-Mannschaft jegliche Klasse vermissen lassen.

Eins muss man noch erwähnen, dass beim Club gerade die Spieler, die vorher im Fokus stehen, dann auch Topleistungen bringen. Diesmal war der in Köln groß gewordene Jens Hegeler der beste Mann beim Club und Ilkay Gündogan hat seinen Marktwert erneut gesteigert.