Stuhlfauth – nur für Fans!

Muss man Heiner Stuhlfauth kennen? Die jungen Kolleginnen in der Lokalredaktion meinen: Nein! Sie verstehen auch, dass meine, dann doch noch erfolgreiche (s.l.), Nachfrage nach einem Archivfoto mit Unverständnis beantwortet wurde. „Heiner Stuhlfauth, was macht der jetzt?“ „Eigentlich nichts…“

Aber wir schließen Bildungslücken gern. Besonders dann, wenn es um einen ganz Großen des FCN geht. Vor allem schließen wir diese Lücke aus aktuellem Anlass, denn auf den neuen Club-Trikots ist jetzt ein – regelmäßigen Frankenstadionbesuchern durchaus bekannter – Satz des legendären Torwarts aufgedruckt:

Es ist eine Ehre, für diese Stadt, diesen Verein und die Bewohner Nürnbergs zu spielen. Möge all dies immer bewahrt werden und der großartige 1. FC Nürnberg niemals untergehen.

Schöner Spruch! Leider steht er nicht dort, wo er wirklich hingehört, auf den Trikots jener elf Spieler, die kommende Saison wohl vor allem um den Klassenerhalt kämpfen müssen (dank an TobFis für den Hinweis via Twitter), sondern nur auf jenen Hemdchen, die die Fans für 69,95 Euro im Fanshop erwerben sollen. Das Areva-Logo ist dafür überall drauf, was wiederum nicht so ganz einleuchtet, denn dem Atomunternehmen geht es schließlich vorwiegend darum, kostenlos ins Fernsehen zu kommen, und nicht in die Nürnberger Kleiderschränke.

Ach so, den Unwissenden sind wir ja noch die Infos schuldig. Der 1966 verstorbene Stuhlfauth machte zwischen 1916 und 1933 mehr als 600 Spiele für den Club, stand auch in der Nationalmannschaft und war sowohl für seine Mütze als auch für seine „Abortdeckelhände“ bekannt. Er war wohl der erste „mitspielende“ Torwart in der Fußballgeschichte. Mehr findet Ihr im Franken-Wiki und noch mehr hier.

Stuhlfauths berühmte Mütze ist übrigens im Nürnberger Museum Industriekultur zu besichtigen.