Wer hätte das gedacht?

Wieder ein Dreier! Die Durststrecke, die wohl regelmäßig nach Siegen in Wolfsburg einsetzt, ist vorbei. Am Ende wurde es zwar in Kaiserslautern noch spannend (wobei da auch – wieder mal – der Schiedsrichter Schuld war). Aber sonst hatte der Club alles sicher im Griff. Gab gerade so viel Gas, um den Gegner auf Abstand zu halten. Der musste wohl auch anerkennen, dass der Nürnberger Gast einfach besser war, strukturierter, geordneter und souveräner spielte und nicht zu Unrecht oben dabei ist. Dass wir sowas nochmal erleben dürfen! Hach!

Der Becherwurf auf Ekici war wohl auch ein Symptom dafür, dass man am Betzenberg nicht glaubte, dem Club mit normalen Mitteln beizukommen. Gut, Kaiserslautern kam dann doch noch gefährlicher auf. Aber bisschen Spannung muss ja auch sein 😉 Drei Punkte einfach nur langweilig nach Hause bringen, das will man als Clubfan ja auch nicht. Oder?

Noch was zu den Spielern. Julian Schieber war noch nicht wieder der Alte. Dafür gibt Christian Eigler wieder den Goalgetter. War aber auch Klasse die Vorbereitung von Timothy Chandler. Der eingewechselte Robert Mak machte das beim 2:0 ebenfalls super.

Nun geht den Mainzern wahrscheinlich die Muffe. Wird also eine heiße Nummer am Ostersonntag. Kampf um Europa: Nürnberg gegen Mainz. Wer hätte das gedacht?

Eigler zeigt es allen

Wunderbar! So eine klare Sache hätten wir nicht erwartet. Schon nach 17 Minuten war der Käse eigentlich gegessen. Da stand es durch Tore von Wollscheid und zweimal Eigler bereits 3:0. Danach war das eine lockere Partie, bei der man nie das Gefühl hatte, als würde da noch was anbrennen. Der Club war eine Klasse besser als St.Pauli und hatte alles jederzeit im Griff.

In der zweiten Hälfte lehnten sich dann alle schon gemütlich zurück, freuten sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie Ilkay Gündogan und Marek Mintal, schauten mal was der Neue, Ben Khalifa, drauf hat und fanden sich mit dem 3:0 ab. Aber da hatten sie nicht mit Christian Eigler gerechnet. Der genoss es ganz offensichtlich, vorne allein im Sturm zu stehen, und legte dann in der Schlussphase noch zwei Tore nach. Nicht nur seine Kritiker, zu denen wir manchmal auch gehörten (wir schämen uns hiermit!), dürften jetzt Ruhe geben, auch diejenigen, die meinten ein Julian Schieber sei vorne nicht so leicht zu ersetzen, dürften eines Besseren belehrt worden sein.
Beim Club ist offenbar jeder zu ersetzen. Schön!

Kann sein, dass das für den Europacup reicht. Uns würde es schon langen, wenn wir diesmal die Bayern überholen. Im Augenblick liegen die nur drei Punkte vor dem Club und müssen in vier Wochen noch ins Frankenstadion. Da ist alles drin. Dann wäre der Club die Nummer eins im Freistaat und beim Bayerischen Rundfunk müsste man wohl das Sendekonzept überdenken.

Der negative Eigler

In der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ erinnert man sich manchmal daran, dass auch noch ein anderer Verein im Norden des Sendegebiets in der Bundesliga mitkickt: der FCN. Am Montag war es wieder soweit und Torschütze Christian Eigler durfte als Studiogast Platz nehmen. Und sagen wir es einmal so: Er vermittelte nicht unbedingt den Eindruck, als sei Franken ein Hort von Intelligenzbestien.

Auf die Frage, welche drei Adjektive auf ihn zuträfen, fiel ihm eigentlich nur eines ein (die anderen waren vorgesagt): NEGATIV. Wie? „Negativ! Ja, ich hab ein bisschen eine negative Ausstrahlung.“ Das sagte er wirklich. Kann man sich hier noch einmal ansehen.

Aber wir können den Christian beruhigen. So negativ war der Eindruck am Bildschirm nun auch nicht. Die Begründung für den Platzverweis („Ich war ein bisschen übersäuert am Schluss, vom Kopf her.“) war durchaus originell. Im übrigen wäre ein wirklich Negativer spätestens nach der ersten Frage von Moderatorin Janina Nottensteiner zum FC Bayern aufgestanden, hätte „Scheiß-Bauern!“ gerufen und das Studio verlassen. Eigler sagte hingegen brav, „jeder würde gern mal für die Bayern spielen“. Das wirkt positiv auf die BR-Leute. Da darf er sicher gern mal wiederkommen.

Uns soll´s recht sein, solange solche Tore der Anlass sind:
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Abstieg, welcher Abstieg?

Clubtrainer Dieter Hecking hat schon vor dem Leverkusen-Spiel die Parole ausgegeben, der FCN habe nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Das schien mir etwas verfrüht. Aber nach dem Spiel gegen Leverkusen will wohl keiner mehr unken.

Die Ewig-Zweiten waren allerdings auch nur auf dem Papier furchteinflößend. Die Clubspieler machten es gegen die großen Namen genau richtig, sie kauften ihnen den Schneid ab. Gegen zusammengewürfelte Millionentruppen muss man so spielen. Denen ist das eigene Wohlbefinden im Zweifelsfall immer wichtiger als der Erfolg des Vereins.

Die erste Halbzeit war, wie in letzter Zeit häufiger, eher arm an Torchancen, dafür reich an Fouls und Nickligkeiten. Wir Clubfans kennen das schon und wissen: Unsere Leute kommen in Hälfte zwei. Wer dann nach der Pause das Highlight setzt, ist aber immer wieder eine Überraschung. Diesmal war es Christian Eigler. Der traf – und hier möchten wir schon mal einen Vorschlag zum Clubwort des Jahres anbringen – mit einem sehenswerten Hammer in die Gambel – wie Julian Schieber vor zwei Wochen in Freiburg. Die Gambel, für die Zugereisten unter euch, ist das obere Tordreieck.

Über Eigler haben wir hier nicht immer nur Positives geschrieben. Diesmal hätten wir es gerne, leider machte er sein Erfolgsergebnis in der Offensive dann durch etwas ungeschicktes Defensivverhalten zunichte und flog mit Gelb-Rot vom Platz. Dies bescherte uns dann noch das clubübliche Zittern am Ende. Aber die Abwehr hielt. Andi Wolf wurde eigentlich die ganzen 90 Minuten nicht vermisst, was beweist: Beim Club kann man mittlerweile auch Spielerausfälle wegstecken.

Und wenn man mal 15 Minuten wegen der drei Punkte zittern muss, ist das schließlich Luxus. Normalerweise zittern wir bis zum zweiten Relegationsspiel – und zwar um den Klassenerhalt.

Eigler, einer für die wichtigen Tore

20101211 Hoffenheim - FCNLeute, das war wichtig! Manchen Spielen sieht man ihre Bedeutung gar nicht an. Zum Beispiel dem in Sinsheim, bei den SAPlern. Da sorgte der Club in der ersten Hälfte für die angekündigte Unansehnlichkeit. Die SAPler wiederum bewiesen, dass sie zurecht nicht ganz oben dabei sind. Andere Mannschaften hätten die zahlreichen Chancen sicher genutzt.

Doch das wäre eigentlich egal gewesen. Denn wie das so ist beim FCN im Jahr 2010: Man kann zwar Tore verhindern, aber keine Standards (jetzt haben wir das S-Wort doch gebraucht). Und da ist es dann meistens irgendwann vorbei. Während beim Gegner der ruhende Ball für mehr Präzision und Konzentration sorgt, verursacht er beim Club Fracksausen. Aber, auch das war egal, denn einer, den wir schon alle kaum noch auf dem Zettel hatten, schon gar nicht als Goalgetter, machte dann doch noch den Ausgleich: der Christian Eigler. Wir gönnen es ihm. Wir gönnen es dem Club. Wir gönnen es auch irgendwie SAP) aber das hat andere, fußballfremde Gründe, auf die wir deshalb hier nicht eingehen wollen.

Ein enorm wichtiges Tor. Nicht nur, weil es dem Club einen Punkt gegen den Abstieg bescherte, sondern weil es sonst wahrscheinlich doch wieder zu gesteigertem Krisengerede und der am Valznerweiher dann gerne einsetzenden Panik gekommen wäre.

Immerhin ein Tor

urn:newsml:dpa.com:20090101:100123-10-10939Sehen wir es mal positiv: Nach fünf torlosen Spielen konnten wir Clubfans endlich mal wieder jubeln. Dass das Tor ausgerechnet Christian Eigler, noch dazu auf etwas ungewöhnliche Weise (Schulter), gemacht hat, das beweist immerhin: Nichts ist unmöglich. Insofern möchte man gerne daran glauben, dass der doch immer mehr ins Unmögliche abdriftende Klassenerhalt doch noch geschafft werden kann.

Mit einem Unentschieden zuhause gegen wirklich nicht übermächtig aufspielende Frankfurter läuft das allerdings nicht. Gegen wen will der Club denn die nötigen Punkte holen, wenn nicht gegen derart mittelmäßige Gegner? Aber vielleicht verleiht ja einfach der Gedanke, dass man doch noch Tore erzielen kann, Flügel. Die werden auf jeden Fall nötig sein.

Was leider immer noch auffällt: Beim Club ist auch unter Dieter Hecking keine taktische Ausrichtung erkennbar. Die Mannschaft scheint immer noch nach dem Motto „Schau mer halt, dann seh mer scho“ ins Spiel zu gehemn. Wenn dabei wenigstens jeder einzelne versuchen würde, möglichst seine Zweikämpfe zu gewinnen, dann wäre das wenigstens etwas. Aber dazu reichen offenbar die spielerischen Mittel nicht.

Insofern war das Tor eigentlich der einzige Hoffnungsschimmer. Wenn aber jeden Spieltag ein weiterer dazu käme, dann könnte es vielleicht noch reichen.

Harry-Initiative am Ziel

CharisteasSo schnell kann es gehen. gestern war er noch der ungeliebte Kostgänger, den man möglichst schnell loswerden wollte, doch nach dem Frankfurt-Spiel ist Angelos Charisteas plötzlich der Club-Hoffnungsträger. Nach seiner Einwechslung machte er enormen Wirbel und bereitete das Tor seines Sturmpartners Bunjaku vor. Die Initiative „Gebt-Harry-eine-Chance„, die in den letzten Monaten eher belächelt wurde, scheint also urplötzlich am Ziel angekommen zu sein. Trainer Michael Oenning hat jedenfalls durchblicken lassen, dass er das nächste Mal Harry und Bunjaku in der Startelf bringen und Boakye und Eigler auf die Bank setzen wird.
Nach dem Erfolg der Harry-Kampagne halten wir es für an der Zeit, die Initiative „Gebt-Vidosic-eine-Chance“ anzuregen. Wir können uns aber durchaus auch vorstellen, dass Ähnliches bald für Eigler und Boakye passiert.