Zu blöd zum Punkten

Die Woche:

  • Angeblich gibt es einen wahren und einen falschen Club. Für uns gibt es im Augenblick nur einen falschen Film.
  • Am Rande der Begegnung gegen den BVB haben zwei Montagsspielgegner versucht ins Fernsehen zu kommen. Das geht natürlich gar nicht.
  • Unser – auch nicht mehr ganz neuer – Finanzvorstand hat erneut seine Pläne konkretisiert: Jetzt geht das in Richtung AfroPunk-Army, Einbindung der Nürnberger Symphoniker und Werbung in den Grundschulen.
  • Ein neuer Name geistert durch die Gerüchteküche: Demnach will der Club Johannes Spors vom HSV als Sportvorstand verpflichten.
  • Georg Margreitter – ohne den gegen den Bundesligaspitzenreiter allerdings hinten die Null stand – fehlt weiter verletzungsbedingt, ebenso wie Kevin Goden. Zudem liegt auch noch die NN-Sportredaktion flach.

Das Spiel:

Das kennen wir nicht mehr: In Düsseldorf ließen Schommers/Mintal die gleiche Elf auflaufen wie gegen den BVB. Kontinuität ist offenbar angesagt. Leider aber auch auf andere Weise. In der 2. Minute dezimierte sich der Club nämlich selber. Pereira revanchiert sich für ein Foul des Ex-Fürthers Gießelmann mit einem Schlag in dessen „Kronjuwelen“ (Kicker). Nach Videobeweis gab es glatt Rot. War der frühe Platzverweis in Hannover noch auf Ungeschicklichkeit zurückzuführen, war das diesmal eher Dummheit.

Alle taktischen Vorgaben waren da über den Haufen geworfen. Wie schon beim „El Kackico“ wurde auf 4-3-2 umgestellt. Beim Club stand vor allem weitere Schadensvermeidung im Vordergrund. Allerdings fiel der Fortuna aber auch nicht allzu viel ein. Wir sind ja ein Mann mehr und irgendwann werden die auch müde, so dachten die Düsseldorfer offenbar.

Dass der FCN Torchancen generieren und eventuell aus der zweiten Reihe seinm Glück versuchen könnte, das hatte die Fortuna nicht auf dem Zettel. In der 41. Minute passierte es dann. Zrelak, der wieder den Vorzug vor Ishak bekommen hatte, eroberte den Ball, den kann Ayhan nur vor die Füße von Eduard Löwen köpfen und der zieht aus 20 Metern unhaltbar ab. Kaum Chancen, kaum Ballbesitz, Unterzahl und trotzdem in Führung. Beim Club ist derzeit manches möglich.

Aber halt meistens andersrum. Bereits in der 51. Minute schien das Unglück wieder seinen Lauf zu nehmen. Mühl ging im Strafraum mit der Hand zum Ball. Diesmal entschieden die Videoschiedsrichter jedoch zugunsten des Club. Zwölf Minuten später konnte uns aber niemand helfen. Nachdem die Fortuna bislang am wieder überragenden Mathenia scheiterte, sprang der ansonsten zuverlässige Ewerton in die Bresche und verlängerte unbedrängt und unhaltbar eine Hereingabe von Lukebakio ins eigene Netz. Früher Platzverweis, Eigentor, da ist dann das Vier-Buchstaben-Wort naheliegend.

Doch es kam noch schlimmer. In der 83. Minute wird der Düsseldorfer Ayhan, der uns schon in der 2. Liga genervt hat, nicht eng genug gedeckt und markiert den Siegtreffer. Dass dann nach über 80 Minuten in Unterzahl die Kräfte nicht mehr reichen, das Ruder nochmal herumzureißen, ist kaum verwunderlich.

Das wirklich Ärgerliche ist jedoch, dass da heute nicht der Bessere gewonnen, sondern der Blödere verloren hat. Wobei der Hauptverantwortliche dafür nur zwei Minuten auf dem Platz stand.


Ein Letztes:

Wird das jetzt noch mal was, @1_fc_nuernberg? Gesehen in einer Arztpraxis in #Nürnberg. #fcn pic.twitter.com/Dug9DnG4ME— NZ-Lokalredaktion (@nz_lokal) 22. Februar 2019

Mit Glück bei der Fortuna gepunktet

dpaDas Spiel in Düsseldorf war fast eine Blaupause zur peinlichen Heimniederlage gegen Sandhausen. Nur, dass diesmal der Club auf der Sonnenseite stand. Die Fortuna machte fast durchgehend das Spiel. Nur halt keine Tore. Der Club stand hinten zwar nicht ganz sicher, aber immerhin – auch dank der Rückkehr von Margreitter – stabiler als zuletzt. Und dann hatte der Club einerseits jenes Glück, das die Düsseldorfer diesmal nur im Namen hatten. Und andererseits mit Guido Burgstaller auch den abermaligen Matchwinner. Dazu kam, dass uns Schiedsrichter Rene Rohde in manchen Situationen zumindest nicht benachteiligt – oder sagen wir mal: zu unseren Gunsten genau hingesehen – hat. Zum Beispiel in der 28. Minute als der Düsseldorfer Bebou im Nürnberger Straßraum hinfällt. Dass da vor allem der Rasen dran Schuld war, wäre nicht allen DFB-Unparteiischen aufgefallen.

Da stand es allerdings bereits 1:0 für den Club. Bereits nach sechs Minuten machte Burgstaller seinen 13. Treffer in dieser Saison. Auf Vorlage von Miso Brecko übrigens, dessen Flanken sonst nicht unbedingt immer den eigenen Mann finden.

Das frühe Tor baute den Club natürlich auf. Düsseldorf rannte zwar weiter an. Aber, das kennen wir aus dem Sandhausen-Spiel: Für Überlegenheit und Ballbesitz kannst du dir nichts kaufen. Im Gegenteil: Das scheint eher zu lähmen und die Fehleranfälligkeit zu erhöhen. Folglich versiebten die Fortunen ihre durchaus vorhandenen Chancen meist kläglich.

Wenn die Heimmannschaft das Spiel macht und der Club nur reagieren muss, fällt andererseits auch jene in dieser Woche diskutierte Schwäche nicht so ins Gewicht: der fehlende Leader in der Abwehr. Wobei uns der schon seit dem Weggang von Timmy Simons fehlt. Aber das nur am Rande.

In der zweiten Hälfte bot sich das gleiche Bild. Düsseldorf fand nicht die geeigneten Mittel. Der Club wartete auf Konter. In der 66. Minute, also ziemlich genau eine Stunde nach dem 1:0, war es dann soweit. Diesmal legte Burgstaller super für Matavz auf. Der setzt sich dann gut durch und hebt den Ball ins Düsseldorfer Tor. Kurz darauf hatte der Club sogar noch die Chance, auf 3:0 zu erhöhen. Bei den Düsseldorfern kam jetzt zum nach wie vor vorhandenen Bemühen noch Verzweiflung hinzu. Aber dann endlich auch mal Glück, als der Schiedsrichter in der 87. Minute Ayhan für sein brutales Einsteigen gegen den eingewechselten Kammerbauer nicht mit Rot bestrafte. Allerdings hatte Schiri Rohde zuvor schon bei Burgstaller mal ein Auge zugedrückt. So dass wir uns auch hier nicht beschweren dürfen.

Alles in allem: Ein gelungener Ausflug nach Düsseldorf und eine Wiedergutmachung für das Sandhausenspiel.