Mit Glück und Grethlein

Inzwischen habe ich mir wieder ein paar Spiele angetan. Auch die vom Club. So ganz kann man es dann doch nicht lassen.

Wenn man ohne Vertrag woanders mitgucken kann und daher nichts zahlen muss, fällt einem aber leider auch auf, dass man immer noch Zeit investiert. Zeit, die man eigentlich für vieles sinnvoller nutzen und unterhaltsamer verbringen könnte. Oben steuern die Bayern ihren drölfzigsten Titel an. Unten wird der Club nur durch die Hilfe der Gegner noch einigermaßen am Leben gehalten. In der ersten Hälfte des Heimspiels gegen Aue wäre ich beinahe weggenickt. Spielerisch und kämpferisch kommt da gar nichts. Nicht einmal akustisch. Die Clubspieler haben offenbar besonders große Angst vor Tröpfcheninfektion und taumeln deshalb stumm in Richtung 3. Liga. Der ebenfalls ziemlich ruhige Trainer Jens Keller scheint mit seinem Latein ohnehin am Ende (dürfte sich eher um das kleine Latinum handeln), was sich auch in dem hilflosen Wortgeschwurbel widerspiegelt, mit dem er die Lokalpresse abspeist.

Einzig Aufsichtsratschef Thomas Grethlein ist mit verbalen Supportversuchen im fanentleerten Stadion zu hören. Außer „FCN“ und „Weiter“ hatte er aber nichts auf der Platte. Da erkennt man erst, wie originell doch die Fans sind. Wobei es auch da Ausnahmen gibt, zum Beispiel wenn fast eine Halbzeit lang bloß das hier gebrüllt wird. Die Leistungen der Fans verhalten sich da anscheinend umgekehrt proportional zu denen auf dem Platz.

Im Heimspiel gegen Aue schien zumindest Kapitän Hanno Behrens dem „Weiter“ seines AR-Vorsitzenden Gehör zu schenken. Sein energischer Vorstoß führte dann wenigstens zum Ausgleich.

In Regensburg war es mit dem von Keller geschmähten Ishak ebenfalls einer der „Alten“, der uns endlich mal ein Feldtor bescherte. Aber egal, auf welcher Seite das Tor fällt, beim FCN scheint das immer Lähmung und Zurückschalten in den Verwaltungsmodus zu bedeuten. Gegen den Jahn ging das sogar eine Zeit lang gut. Statt jedoch nach den beiden Aluminiumtreffern aufzuwachen und das eigene Glück nicht weiter zu strapazieren, bettelte der Club so lange bis er 1:2 in Rückstand lag. Dass dann in der Nachspielzeit noch der kaum erwartbare Ausgleich durch den derzeit besten Clubstürmer (Eigentor) fiel, dürfte höchstens dazu dienen, den trostlosen Auftritt wieder irgendwie schönzureden. In der Tabelle hat sich der Abstand zum Mittelfeld für den Club weiter vergrößert. Möglicherweise muss so lange gezittert werden, bis Dresden seine beiden Nachholspiele absolviert hat.

Andererseits ertappe ich mich mittlerweile bei dem Gedanken, ob nicht ein Abstieg und eine völlige Neuorientierung für den FCN besser wäre als eine irgendwie glücklich zustande gekommene Verlängerung des jetzt noch deutlicher zu Tage tretenden Trauerspiels. Ohne Fans ist der Club, noch mehr als andere Vereine, ein Nichts.

Doch wie soll eine solche Neuorientierung stattfinden? Bekanntlich gibt es nichts Richtiges im Falschen. Einige Fankommentatoren schlagen da vor, das Rad der Zeit um etwa 15 Monate zurück zu drehen, Köllner und Bornemann wieder zu holen und stattdessen die, für deren Entlassung verantwortlichen „Amateure“ in die Wüste zu schicken. Die Beiträge unserer Scoutingabteilung machen Bornemanns reservierte Haltung, was Neuverpflichtungen anging, nachträglich verständlich. Aktuelles Beispiel ist der, lediglich durch seinen Fehlschuss im Derby aufgefallene, Iuri Medeiros, der jetzt an Braga abgegeben werden soll.

Kosten minimieren dürfte beim Club wieder oberstes Gebot werden. Guter Fußball für die Fans interessiert da eher weniger. Ohnehin weiß keiner genau, wie es nach der Saison weiter geht. Im August dürfte es bestimmt noch keinen Impfstoff geben. Ob wir gegen Fürth oder gegen Würzburg nicht hin dürfen, ist dann auch egal.

Immerhin scheint Grethlein – trotz stark limitierter Mittel – erkannt zu haben, dass es beim Produkt Fußball auch um Unterhaltungswerte geht. Das ist schon mal ein Hoffnungsschimmer. Vielleicht finden sich ja in der Möchtegern-Kulturhauptstadt noch ein paar – derzeit ohnehin beschäftigungslose – Künstler, die wenigstens das mit der akustischen Unterstützung ein bisschen besser hinbekommen.

Ein Letztes:

Sollen wir die jetzt auch noch belohnen?

In schweren Zeiten braucht man Tröstliches. Deswegen das Positive vorweg: Unser Club hat 120. Geburtstag feiern und in schönen Erinnerungen schwelgen dürfen. Außerdem haben wir den DFB-Pokal gewonnen. Zwar nur im Bayerischen Fernsehen und als Wiederholung. Aber immerhin.

Leider hat das Umfeld, in dem unser Ruhmreicher zugange ist, das mit der Maskenpflicht offenbar missverstanden und stattdessen alle Masken fallen lassen. Jetzt regiert nur noch der Reibach, dem Fan wird seine Überflüssigkeit vor Augen geführt und von Vereinen, die beste Drähte in Politik und Wirtschaft haben, werden berechtigte Skrupel der Konkurrenz schamlos ausgenutzt. Zudem wird wieder deutlich, dass es sich beim Profifußball um gut bezahlte Sklavenhaltung handelt. Nirgendwo wurden Spieler gefragt, ob sie das Kasperletheater mitmachen und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen wollen. Wenn das alles irgendeine Vorbildfunktion haben sollte, dann gute Nacht!

Und wer jetzt einwendet, die hätten doch alle Demut und Bescheidenheit bekundet. Ja, der Seifert vielleicht. Der hat das noch bei Karstadt gelernt. Schon wenn Palikuca was von Demut erzählt, kämen einem Zweifel, wenn man nicht als Clubfan schon vor der Pandemie im Demutsmodus gewesen wäre.

Demut ist ohnehin nicht überall angebracht. Haben wir unseren Sportvorstand für seine juristischen Aktivitäten im Fall Bakery Jatta noch kritisiert, hoffen wir jetzt, dass er seine Anwaltskontakte spielen lässt, um im Abstiegsfall DFL und DFB bis vor die Bundesgerichte zu zerren.

Wobei, wahrscheinlich wird hier die Drohung reichen. Das dürfte dann schon so hingemauschelt werden, dass nur juristisch weniger beschlagene Vereine absteigen. Wenn überhaupt einer absteigt, schließlich ist die Zukunft der 3.Liga noch völlig unklar.

Das Mauscheln dürfte in den nächsten Wochen jedenfalls um einiges einfacher werden. Zuschauer, die sich über etwaige Fehlentscheidungen aufregen könnten, gibt es nicht mehr und die verbliebenen Journalisten – allen voran die leicht beeinflußbaren Sky-Kommentatoren – dürften letztlich eher am Erhalt ihres Arbeitsplatzes als an der Aufdeckung irgendwelcher Schummeleien interessiert sein.

Stellt sich also auch für uns die Frage: Sollen wir uns an dieser Farce beteiligen? Sollen wir unsere Sky-Tickets reaktivieren oder gar ein Abo abschließen? Gemeinsam mit anderen den Club gucken, das geht ja sowohl im Stadion als auch in der Kneipe nicht mehr.

Wir sind noch unschlüssig. Einerseits sollte man denen auf die Finger schauen. Andererseits gilt: Wer zahlt, signalisiert Zustimmung. Und das wollen wir auf gar keinen Fall.

Vorerst werden wir das Ganze also unter größtmöglicher Abstandwahrung sowohl zum Mitzuschauer als auch zum Arschlochfußball beobachten. Die gewohnten aktuellen Beiträge zu den Spielen werdet ihr hier erst einmal nicht finden. Wir melden uns, wenn es aus Clubfansicht was anzumerken gibt oder wenn uns wieder der Kragen platzt.

In eigener Sache

Bei den Clubfreunden hat sich einiges geändert. Unser verehrter Stefan Hofer hat den Arbeitgeber gewechselt und ist daher auch leider nicht mehr bei den Clubfreunden aktiv (vielen Dank für alles und viel Erfolg im neuen Job). Für ihn springt Isabel Strohschein ein. Sie hat schon einmal vor fünf Jahren als Gastautorin für die Clubfreunde geschrieben und ist jetzt voll dabei. Allerdings als Freie, nachdem sie – wie ich übrigens auch – ihr Angestelltenverhältnis beim Verlag beendet hat. Marco ist also der einzige, der dort noch das Clubfreundefähnchen hochhält.

Vor diesem Hintergrund sind wir so frei, einige Änderungen im Blog durchzuführen. Wir wollen weg von den Spielberichten und unabhängig vom – sowieso zunehmend nervenden (gerade steht auch noch ein Montagabendspiel an) – Spielplan bloggen. Das jeweilige Spiel wird dafür in einem Wochenrückblick berücksichtigt. Dort geht es aber auch um alles, was sonst noch so beim Club und rund um den Club passiert ist. Der Wochenreport soll „Glubb-Weekly“ heißen und schon im Namen andeuten, dass hier internationaler Fußball auf fränkische Bodenständigkeit trifft. Wer also nicht regelmäßig alle Medien und Foren durchforsten und sich einfach nur im Wochenrhythmus updaten will, der ist hier richtig. Unabhängig vom Weekly soll hier auch jede Woche ein Clubthema eingehender behandelt werden.

Natürlich wollen wir dabei weiter aus der Fanperspektive bloggen – ohne Rücksicht auf etwaige Vorteile bei der Vergabe von Informationen oder Freikarten.

Mit Leidenschaft ein 1:1 geholt

2017734730Mit taktischer Disziplin und Leidenschaft vor allem in der Abwehr holte sich der Club im ersten Relegationsspiel ein 1:1. Das Auswärtstor kann da noch Gold wert sein.

Dabei sah es lange nicht danach aus, als würde der FCN in Frankfurt was holen können. Die Eintracht nagelte die weiß-gekleideten Clubspieler am eigenen Strafraum fest. Wie ein Absteiger spielte die Eintracht auch nicht. Der Club hatte praktisch keine Torchance, sieht man mal von einem Freistoß ab, den Sebastian Kerk aber in den wolkenverhangenen Frankfurter Abendhimmel hämmerte. Umso überraschender, quasi aus dem Phrasenschweinnichts, fiel dann der Führungstreffer. Kerk zirkelte den Freistoß diesmal statt in den Himmel lieber in den Sechzehner. Dort behinderte der Ex-Cluberer Hasebe seinen Mannschaftskapitän Marco Russ, der dann den Ball ins eigene Tor beförderte. Ausgerechnet Russ, der am Tag vorher eine Krebsdiagnose erhalten hatte! Sowas wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht. Alles Gute, Marco, aber vor allem für die Gesundheit!

In der zweiten Halbzeit machte die Eintracht zwar druckvoll weiter, aber man merkte, dass sie angeknackst war. Fehlpässe, Missverständnisse und zunehmende Planlosigkeit waren Trumpf. Der Club schien sich da irgendwie negativ beeindrucken zu lassen. Vielleicht dachte man auch, die bekommen es eh nicht mehr hin. Ein Fehler! In der 65. Minute fällt dann der Ausgleich. Unverdient war er bestimmt nicht. Aber sicher vermeidbar. Danach wurde dann auch der Unterschied deutlich zwischen den bisherigen Zweitligagegnern und der Eintracht. Während der Club in der Schlussphase sonst immer noch zulegen und sogar manches Spiel drehen konnte, schien die Eintracht am Ende etwas fitter als der Club.

Für Montag heißt es: Die Ausgangslage ist gut, gewonnen aber noch nichts.

Hat der FCN die Stimmung aufgeheizt?

Motiv:   Eröffnung Pizza Pasta Bar " Vapiano " in der Poppenreuther Str. 50 , Fürth Foto: Mark Johnston
Es gibt auch Clubfans, die sind nicht nur friedlich, die wohnen sogar in Fürth. Sebastian N. zum Beispiel. Doch auch solche Fans haben manchmal Hunger. Auf eine Pizza zum Beispiel. Am Tag vor dem Derby wollte N. sich eine in der Nachbarschaft besorgen, doch was musste er lesen? Pizza gibts nicht, es besteht Betretungsverbot für Fans des FCN.

Der Fan ist zunächst sauer auf die Vapiano-Filiale, für die das angebliche „Betretungsverbot für Nürnberg-Anhänger“ ausgesprochen wurde und beschwert sich bei dieser via Facebook. Das grenze an Gesinnungsterror, meint er. Doch dann stellte sich heraus, die Vapiano-Filiale (Bild: Mark Johnston) wusste gar nicht, dass sie mit einem Bann belegt worden war:

Auf die Frage warum Clubfans bei uns nicht rein dürfen können wir leider nur antworten, dass wir es nicht wissen. Wir als Vapiano haben uns im Gegenteil extra vorbereitet auf einen Ansturm des Hungers vor oder nach dem Spiel. Wir haben uns auch gewundert warum denn niemand kommt.

Wir haben lediglich der Polizei gestattet auf unserem Parkplatz Station zu beziehen jedoch nicht, niemanden rein bzw. raus zu lassen. Davon hören selbst wir zum Ersten Mal. Wir möchten uns auf jeden Fall für diesen unschönen Vorfall entschuldigen. Ihr alle könnt sogar sicher sein, dass bei Vapiano jeder Fan zu jeder Zeit willkommen ist egal von welchem Verein.

Haben also Polizei oder Stadt Fürth dem Vapiano das Geschäft vermiest?

Polizeisprecherin Elke Schönwald weist das energisch zurück. Selbstverständlich habe jeder Fan, ganz gleich von welchem Verein, die Möglichkeit gehabt, das Vapiano (sowie das ebenfalls in der „Faninfo“ genannte Hotel Mercure) zu betreten. Verbote gab es nur für jene 33 Clubfans, die aufgrund früherer Vorkommnisse mit einem Bereichsbetretungsverbot belegt worden waren.

Ging also der „Gesinnungsterror“ von der Stadt Fürth aus? Offenbar ebenfalls nicht! Der dortige Ordnungsamtsleiter Hans Peter Kürzdörfer beteuerte, derartiges habe nicht in den Auflagen gestanden, die an die Vereine und Fanorganisationen herausgingen. „So etwas steht uns gar nicht zu“, sagte Kürzdörfer.

Es scheint also so zu sein, dass da jemand beim 1.FC Nürnberg von sich aus ein bisschen gezündelt hat.

Die sollten lieber auf dem Platz ein Feuerwerk abbrennen, möchte man als frustrierter FCN-Anhänger dem hinzufügen.

Nachtrag 16. September 2015: Inzwischen hat sich auch der Club zu dem Vorgang geäußert. Laut FCN-Sprecherin Katharina Wildermuth ist die Fan-Info auf Bitten der Polizei Fürth so formuliert worden. Dabei habe auch der Wunsch der Betreiber (also Mercure-Hotel und Vapiano) eine wichtige Rolle gespielt. Dies, so Wildermuth, sei auch im Protokoll der Sicherheitsbesprechung vermerkt. „Wir können uns nicht erklären, wie die Polizei Nürnberg jetzt zu einer anderen Aussage kommt“, sagt Wildermuth. Auch die Äußerung von Vapiano, davon nichts gewusst zu haben, kann sie nicht nachvollziehen. Im übrigen stelle sich die Frage, welches Interesse der FCN haben soll, so etwas von sich aus in die Fan-Info zu schreiben.

Auch ohne Fahnen einen Punkt geholt

Ein Unentschieden bei den hochgelobten Frankfurtern, da dürfen wir gerne den Hut ziehen. Trotzdem: Es war mehr drin. Der Club war die bessere Mannschaft, hatte eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen. Doch die wurden entweder relativ kläglich vergeben oder vom besten Frankfurter, Torhüter Trapp, zunichte gemacht.

Schade! Eigentlich wäre heute ein Auswärtsdreier fällig gewesen. Dennoch: Das Spiel macht Hoffnung. Unter Michael Wiesinger steht die Mannschaft hinten mindestens genauso sicher, wie unter Vorgänger Dieter Hecking. Nach vorne ist das manchmal schon richtig ansehnlich. Jetzt muss halt bloß noch einer treffen. Leider wirkten da sowohl Pekhart als auch der später eingewechselte Polter eher gehemmt. Dafür scheint der eingewechselte Neuzugang Momo Ildiz die erwartete Verstärkung zu werden. Mit ihm kam zusätzlicher Druck nach vorne. Aber halt ebenfalls kein Tor. Zu erwähnen auch der diesmal couragiert und relativ fehlerfrei auftretende Javier Pinola, der sch auch ein paarmal als Torschütze versuchte.

Wenig Hoffnung macht hingegen das, was da außerhalb des Platzes stattfand. Offenbar wollten die Frankfurter mit Polizeihilfe ihren Spitzenplatz in der Problemfanliga an den FCN abtreten. Gleichzeitig scheint es jetzt wohl im Kampf gegen die Pyrotechnik auch dem Fahnenunwesen an den Kragen zu gehen. Wo kommen wir denn hin, wenn durch völlig unnütze Fahnen den Überwachungskameras der Blick auf die Fans verstellt wird, scheinen einige Ligaverantwortliche zu denken.

Aus Protest gegen die Sicherheitsmaßnahmen und das Vorgehen der Polizei blieb der Gästeblock übrigens 30 Minuten lang leer.

Über das Spiel wird schon bald keiner mehr reden. Über das, was außerhalb des Spielfelds stattfand, wird wahrscheinlich noch länger debattiert. Dem Fußball und der Bundesliga ist das bestimmt nicht zuträglich. Und wenn jetzt jemand allein die Clubfans dafür verantwortlich machen will, dann stimmt das schlicht nicht.

Hier ein Video vom „Hüpfboykott“ vor dem Stadion:
YouTube Preview Image

…und dazu noch ein lesenswerter Bericht über einen Fanausflug nach Frankfurt.

FCN lässt Max Morlock verschwinden

Wenn einem die Realität nicht passt, dann wird sie halt passend gemacht. Das denkt ganz offensichtlich auch unser ruhmreicher FCN. Der bemüht sich – ganeu wie wir 😉 – die Fans auch in der Sommerpause bei Laune zu halten. Zum Beispiel mit Gewinnspielen. Gerade postete er Folgendes bei Facebook:

Mit dem 1. FCN Fan-Shop verlosen wir 5 Poster. Die tollen FAN-Poster zeigen einmalige, glänzende Motive rund um den 1. FC Nürnberg. Beantwortet uns einfach diese Frage: Am Samstag feiert der 1. FC Nürnberg den Jahrestag eines Meistertitels. Gegen wen und in welchem Jahr wurde der Club am 9. Juni Deutscher Meister? Schickt uns eine Email an gewinnspiel@fcn.de! Einsendeschluss: Freitag, 08.06.12, 12 Uhr! Die Gewinner werden per Email informiert, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Abholung der Gewinne im Fan-Shop Ludwigstraße 46, 90402 Nürnberg.


Im Bild sieht man dann auch die Plakatmotive. Doch halt, da fordern doch welche ein „1.FC Nürnberg-Stadion“, mit einem riesigen Transparent (oben links). Hatten wir das überhaupt auf der Namensliste? Ist das ein Kompromissvorschlag? Wie gut, dass wir uns noch daran erinnern konnten,. dass da eigentlich Max-Morlock-Stadion darauf stand. Den Name, den wohl die meisten hier haben wollen. Der Club will ihn offensichtlich nicht. Da arbeitet er lieber mit Photoshop und jubelt den Fans etwas unter, was eigentlich nur Sinn macht, wenn der FCN selbst ein paar Millionen übrig hätte, um sich die Stadionnamensrechte zu sichern.

Wahrscheinlich wollte der Club aber nur vermeiden, potenzielle Sponsoren zu verprellen, indem er ihnen suggeriert, hier wäre noch Platz für ihren Firmennamen.

Dass es so schlimm läuft bei der Sponsorensuche, hatten wir eigentlich nicht gedacht. Aber Max Morlock wegretouchieren, das geht gar nicht.

Nachtrag: Im Bild unten links sieht man, dass Markus Feulner der Sponsorensuche ebenfalls wenig zuträglich zu sein scheint. Auch auf seinem Trikot wurde der Name durch „1.FC Nürnberg“ ersetzt. – Dank an Kommentator JP für den Hinweis.

Allerdings haben wir mittlerweile vom Club die Info, dass alle Eigennamen deshalb entfernt wurden, weil das Ganze auf die „personalisierten Produkte“ des FCN-Fanshop zurückgeht. Eigentlich sollte statt 1.FC Nürnberg der Name des Fans bzw. statt Max Morlock „Max Mustermann“ stehen. Nur, wer soll diese Aktion mit der Plakatverlosung in Zusammenhang bringen?

Max Morlock und ein Schock am Samstagmorgen

Schwerer Schock am Samstagmorgen: Ich bin gerade auf dem Weg zum Einkaufen, als mein Blick routinemäßig auf die nebeneinander postierten Zeitungsautomaten an der Straßenbahn-Haltestelle „Schuckertstraße“ fällt: „Max Morlock Stadion ab 2012“ ist auf den Aushängen von NN, AZ und Bild unisono zu lesen. Ich starre voll Unverständnis auf die sogenannten stummen Verkäufer, mein Bauch krampft sich zusammmen: Nicht, weil die Neuigkeit mich betrüben würde, im Gegenteil. Ins Max-Morlock-Stadion oder auch ins Frankenstadion zu gehen fände ich viel angenehmer, als wenn nach „easy-Credit“ die nächste kommerzielle Marke der Spielstätte des Clubs den Namen gäbe.

Allein: Ich bin mir sicher, dass wir als Nürnberger Zeitung in unserer Samstagsausgabe nicht über die Umbenamsung berichtet haben. Sollte uns eine wichtige Pressekonferenz entgangen sein? Haben wir als einzige Zeitung in der Stadt nun diese famose Neuigkeit nicht? Wer zum Teufel hat diese Meldung weggeschmissen? Oder bin ich gar selbst schuld, habe ich eine Mail übersehen, in der die Kampagne „Max-Morlock-Stadion jetzt!“ ihren grandiosen Erfolg kundtut? Aber wie kann das überhaupt sein? Noch vor Wochenfrist hat Oberbürgermeister Ulrich Maly bei der Gala der Fußball-Akademie deutlich gemacht, dass die Stadt auf die Erlöse aus dem Verkauf der Namensrechte angewiesen ist. Und Maly ist eigentlich nicht dafür bekannt, dass er ähnlich rasante Meinungsschwenks vollzieht wie die nun plötzlich für den Mindestlohn votierende Angela Merkel. Aber vielleicht hat Kämmerer Harry Riedel ja im Vorfeld der bald anstehenden Haushaltsberatungen festgestellt, dass er doch noch einige Euros übrig hat, mit denen er den Club-Fans ihren Herzenswunsch erfüllen kann.

Während diese Gedanken durch meinen Kopf rattern, fällt mir auf, dass die Schürzen (so heißen die Aushänge im Zeitungsfachjargon) irgendwie anders aussehen. Mir fallen Steine, nein Felsbrocken vom Herzen: Wir haben keine Meldung verpasst, die Aushänge sind fingiert. Auf dem AZ-Plakat steht denn auch „A7“, und unter der Schürze hängt der ganz normale und vergleichsweise langweilige Aushang, der das Club-Spiel gegen Freiburg thematisiert. Die Aktivisten der oben erwähnten Morlock-Kampagne waren in der ganzen Stadt unterwegs und haben die echten Schürzen schlicht überhängt. Alle Achtung, ein gelungener Coup – meinen Adrenalinspiegel jedenfalls hat er ordentlich nach oben gejagt.

Wollt ihr Plastikgeld im Stadion?

Es heißt zwar immer noch easyCredit-Stadion, aber mit echtem Geld ist es da möglicherweise schon bald vorbei. Beim 1. FC Nürnberg wird nämlich diskutiert, nach dem Frühjahr 2012 ein bargeldloses Bezahlsystem einzuführen.

„Wir denken darüber nach“, bestätigt Ralf Woy, für die Finanzen zuständiger Vorstand des 1. FC Nürnberg (Bild). Frühestens zur neuen Saison könne man allerdings mit der Installation eines solchen Systems beginnen. Wie viel dieses kosten wird, ist noch unklar. Woy will ohnehin nicht gegen den Willen der Fans auf Plastikgeld umstellen.  „Es bringt nichts, wenn wir eine tolle Karte haben, die aber keinen Zuspruch hat“, sagt Woy. Woy will daher eine „sehr wohlüberlegte Entscheidung“  und dabei auch die Fanbetreuung einbeziehen.  Die Clubfreunde wollen darüberhinaus auch den „unbetreuten“ Fans eine Chance geben, ihre Meinung zu sagen.

In der Bundesliga sind gegenwärtig verschiedene Systeme im Einsatz. Es  gibt Karten, die nur im Stadion eines Vereins gültig sind. Andere dagegen können von den Fans in mehreren Stadien verwendet werden. Außerdem gibt es Plastikgeld, das wie eine Geldkarte funktioniert und beispielsweise auch an Tankstellen eingesetzt werden kann.

Ein System wie bei Schalke 04 ist für Nürnberg laut Woy allerdings ausgeschlossen. Bei der „Knappenkarte“ kommt der Betrag, der nicht verbraucht wurde, dem Verein zugute.
Neben dem Club haben Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC, VfL Wolfsburg, SC Freiburg und Hamburger SV bisher noch kein bargeldloses Bezahlsystem.  ng

Die besten Fans der Liga

Mal abgesehen von den Qualen, die einem die Relegationsspiele bereiten, haben sie jedoch auch ihr gutes. Zur besten Sendezeit werden diese im Öffentlich-rechtlichen ausgestrahlt. Da kann dann auch einmal einem größeren Kreis gezeigt werden, wie der Club spielt (eher schlecht, aber erfolgsorientiert) und was er für Fans hat. Bei letzteren waren dann nicht nur die „Pausenkasper“ Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl beeindruckt. Auch sonst machten sie für die TV-Zuschauer einiges wieder wett, was die Mannschaft spielerisch schuldig blieb. Die Fans haben den Erstligaverbleib jedenfalls verdient. Das meinte übrigens auch unsere Mitarbeiterin Katrin Meistring, die im Fanbus mitfuhr, und uns diese Bilder zur Verfügung stellte.
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…und dass die Mannschaft sich nach dem Sieg entsprechend bei ihren Fans bedankte, das war dann nur recht und billig:
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