Tickt der weibliche Fan anders?

Wie wird man ein Fan? Und wie entscheidet man sich, für wen man Fan sein will? Bei Fußballfans ist das Naheliegende wohl, dass man sich einfach für seinen Heimatverein begeistert. Aber ganz so selbstverständlich ist das nicht mehr. Wenn man in der Schule jemand nicht leiden kann und es stellt sich heraus, der ist Clubfan, dann sucht man sich wahrscheinlich einen anderen Verein (Greuther!?). Wenn einer ein typischer Loser ist und endlich mal das Gefühl zu gewinnen genießen will, dann wird er bestimmt nicht Clubfan. Es gibt auch Leute, denen gefallen einfach bestimmte Spieler. Wahrscheinlich ist das bei Frauen eher der Fall als bei Männern.

Um etwas Licht in diesen Bereich zu bringen, haben wir uns mit unserer Modefachfrau Isabel Strohschein unterhalten. Sie ist auch noch Clubfan (wie heißt eigentlich die weibliche Form von Fan? Fanin?), was ihr dann noch eine Zusatzkompetenz verleiht:

isaNach welchen Kriterien wird jemand Fan einer bestimmten Mannschaft?

Ich glaube, entweder, das ist schon eine Familientradition, in die man hineingeboren wird oder man entscheidet aus dem Bauch heraus nach Sympathie. Manche wollen auch einfach zu den Gewinnern gehören (wie die meisten Bayern-„Fans“, die ja in letzter Zeit nicht viel zu lachen hatten). Das sind dann so Pseudo-Fans, die ihr Leben lang von einem Sitz in der VIP-Lounge träumen.

Gibt es dabei Geschlechterunterschiede?

Ganz sicher, weil die wenigsten Frauen von Kindesbeinen an als Fan „erzogen“ werden, sie suchen sich meistens als Erwachsene eine Mannschaft ganz bewusst aus. Männer haben oft schon die Vereinsmitgliedschaft zur Geburt geschenkt bekommen oder wenigstens die Babyausstattung in Vereinsfarben (siehe Schalke-Anhänger).

Wie war das bei Dir?

Ich habe mich lange nur sehr generell für Fußball interessiert, also für Weltmeister- und Europameisterschaften, das aber schon als Kind. Ich habe auch mal mit Fußball angefangen, aber das ging nicht lange gut, denn damals gab es noch keine Mädchenmannschaften und ich konnte mich gegen die Jungs nicht mehr durchsetzen, rein körperlich gesehen natürlich. Dann habe ich Tennis gespielt. Als ich später regelmäßig Pokalspiele und Uefapokalspiele wie NK Dynamo Zagreb gegen FC Temesvar zu schauen begann, war ich offensichtlich auf dem Weg zum Fußballfan. Und bitte: Welchem Club soll man anhängen, wenn man aus Nürnberg kommt und dort lebt? Als Clubfan macht man alles mit, alles durch, und die fränkische Seele kann sich ganz in diesem Unglück (meistens) wunderbar wohlig suhlen.

Worauf gucken Frauen besonders bei Fußballspielern?

Auf die Augen! Natürlich gibt es da sehr attraktive Exemplare, die meist so einen richtigen Männer-Typus vertreten. Luis Figo: Der südländisch-feurig-melancholische Macho, David Beckham: Der suchende Trendsetter mit Proll-Einschlag, Luca Toni: Der Rimini-Verführer mit Ferrari-Ausstattung, Philipp Lahm: Der ehrgeizig-hochbegabt-schüchterne Junge. Da haben Frauen schon eine Riesen-Auswahl. Mir ist allerdings wirklich wichtig, dass derjenige in erster Linie ein erstklassiger Fußballspieler ist. Ich war Zinedine Zidane verfallen, allein wegen seiner Ballannahmen, seiner Eleganz des Spiels, die immer auch kraftvoll, nie nur spielerisch war. Und ich verehre Lionel Messi, der ist ja jetzt auch kein Beau im klassischen Sinne.

Lassen Frauen sich dabei auch von ihrem Partner beeinflussen?

Niemals! Ansonsten sind sie keine Fans, sondern Mitläuferinnen.

Welche Rolle spielt Kleidung, z.B. die Trikotfarbe?

Das macht die Sache einfach attraktiver oder ärgerlicher – wie Mode abseits des Fußballplatzes eben auch. Ich persönlich liebe dunkle Trikots, die aber selten sind. Der MSV Duisburg oder auch die Borussia haben sich in den vergangenen Jahren in richtig hässlichen Trikots schlagen müssen, das ist doch demotivierend. Manche Spieler stehen eine halbe Stunde vor dem Spiegel, um ihren Brilli ins Ohr und das Haar in Form zu bringen – und sollen dann in ein abartig-buntes, schlabbriges Etwas schlüpfen? Die Club-Trikots gehen derzeit, nur diese Atom-Nummer auf der Brust..naja. Immer noch besser als für einen Textil-Diskont zu werben.


Du hast eine häßliche Mannschaft, die dauernd gewinnt, und eine schöne, die dauernd verliert, für welche würdest Du Dich entscheiden?

Da ich schon Männer nicht weinen sehen kann, und weinende Fußballer gar nicht ertrage, würde ich mich für die schönen Verlierer entscheiden. Das Auge freut sich, das Herz leidet mit, da hat man dann emotional ziemlich viel abgedeckt. Spart man sich schon das Geld fürs Kino.

Was müsste der Club aus Sicht einer Modefachfrau anders machen?

Schwarz-Rot ist eine gute Farbkombination, steht den meisten und kombiniert klassische Eleganz mit Temperament. Das Logo ist rund und freundlich, aber etwas langweilig. Ich würde mehr Dynamik ins Trikot bringen, mit asymmetrischen Elementen, wie es die Nationalmannschaft in ihrer neuen Ausstattung hat. Dringendst müsste der Club schickere Fan-Artikel, vor allem für Frauen, anbieten.
Da verzweifle ich jedes Mal, wenn ich im Fanshop stehe – und dann doch nichts kaufe. Aber: Wenn die Dinge Erinnerungswert haben, ist mir die Optik egal. Meinen Pokalsiegerschal, in der Nacht des Triumphes am Hauptmarkt erstanden, liebe ich über alles.


Der grün-weiße Vorstadtverein wird hier blogmäßig von Frauen betreut, kann es sein, dass die Greuther eher die Mutterinstinkte wecken?

Bitte? Welcher Vorstadtverein? Kenn ich nicht.

Welches sind für Dich die fünf bestaussehendsten Spieler?

Da für mich nicht nur die reine Optik zählt (kein Witz!), mag meine Auswahl recht kurios erscheinen, aber ich schaue ja vor allem auf die spielerischen Qualitäten. Also: Javier Pinola, Philipp Lahm, Marek Mintal, Lionel Messi, Thierry Henry, Iker Casillas, letzterer vereint beides in Perfektion.

Für welchen Verein sollten die fünf kicken, damit Du sie noch ein bisschen toller finden würdest?

Für den Club natürlich! Oder für den FC Barcelona.

PS

Wer Fan der Clubfreunde werden will, kann das übrigens jetzt bei Facebook tun.

Ey Fans, wie wär´s mit klatschen?

So, genug geunkt, gekrittelt und niedergemacht! Jetzt sollte man sich mal mit der Frage beschäftigen: Wie soll es konkret weitergehen? Nicht: wie könnte es weitergehen, wenn der Club Geld hätte und wenn irgendwo irgendwelche Torgarantien auf der Bank sitzen würden um von einem Verein wie dem FCN wachgeküsst zu werden?
Der Club steckt offenbar in einer Falle, aus der er nicht herauskommt. Handeln können ganz offensichtlich – und da danken wir den Clubfans-United für den entscheidenden Denkanstoß – derzeit nur die Fans. Wir Fans könnten freilich die Clubverantwortlichen für Fehl- und Nichtverhalten abstrafen. Doch das bringt aus o.g. Gründen nichts. Wir könnten aber genausogut die verängstigten und nicht unbedingt vor Kampfeswillen strotzenden Spieler derart nach vorne peitschen, dass die grätschen, schießen, grasfressen und fighten was das Zeug hält. Wir könnten – wie in diesem Video demonstriert – aufbauend Beifall spenden, selbst wenn es sich um scheinbare Selbstverständlichkeiten handelt (wenn man unten drinsteckt, ist ohnehin vieles nicht mehr selbstverständlich).
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Also Leute: Pfeifen war gestern!

…und vielleicht fällt uns bis zum Hertha-Spiel nächste Woche auch noch was anderes als Klatschen ein.

Einfältig, einfältiger, Kleeblattfan

Ironie kommt im geschriebenen Wort manchmal schlecht rüber. Das wissen Journalisten und berücksichtigen das. Ganz darauf verzichten wollen sie meist trotzdem nicht, denn mit Ironie kann man zum Beispiel Leute, die sie verstehen, auf seine Seite ziehen und Idioten als Idioten dastehen lassen. Wenn Ironie dagegen gar keiner versteht, kann das damit zusammenhängen, dass sie als solche nicht erkennbar war, oder aber, dass das Publikum einfach nicht über die notwendigen geistigen Fähigkeiten verfügt.

Womit wir, so schnell kann es gehen, wieder bei den Fürthern und unserem neuen Konkurrenzblog, den „Greuther-Weibern„, wären. Die beneiden wir im Augenblick nämlich nicht. Ihre Zielgruppe scheint schon qua Geburt auf dem Schlauch zu stehen und rafft ganz offensichtlich überhaupt nichts. Anstatt dass sich die paar Fürther Fans darüber freuen, dass sich überhaupt jemand für sie interessiert und etwas für sie ins Netz stellt, mäkeln sie an dem Begriff „Greuther“ herum (meinen aber wahrscheinlich eher das „Weiber“, denn denen unterstellen sie anscheinend, keine Ahnung und daher eine Lektion in der korrekten Vereinsnamenslehrer dringend nötig zu haben). In den Kommentaren verlangen sie nun, das Blog von „Greuther-Weiber“ etwa in „Kleeblatt-Weiber“ umzuwandeln, und wettern dann auch noch gegen die Handtasche als Accessoire – wollen wohl lieber ein Sixpack.

Geht´s noch? Warum stellt ihr euch dann nicht in eurer Mitgliederversammlung hin und verbannt per Antrag das Greuther aus dem Vereinsnamen? Und wenn ihr schon soviel Wert auf korrekte Bezeichnungen legt, dann nennt euch statt „Spielvereinigung Fürth“ doch „Nichtaufstiegspakt Fürth“. Dann weiß wenigstens jeder, was los ist.

Noch eins, ihr Greuther-Heinis: Der Begriff Greuther-Weiber lehnt sich an die mittelalterlichen Kräuterweiber an. Kleeblattweiber gab es noch nie. Kleeblätter haben nämlich keine Heilwirkung. Und dass das Fürther Kleeblatt die einzige Blume ist, die niemals blüht, ist bestimmt kein Grund sich Kleeblattweib zu nennen.

Wir sind, liebe Greuther-Weiber, jedenfalls heilfroh, Clubfans zu sein. Die sind wenigstens in der Lage, auch komplexeren Gedankengängen zu folgen, auch mal auf der Metaebene zu diskutieren und ihren Club als Deppen zu bezeichnen, obwohl sie ihm natürlich trotzdem weiter die Treue halten.

Stuhlfauth – nur für Fans!

Muss man Heiner Stuhlfauth kennen? Die jungen Kolleginnen in der Lokalredaktion meinen: Nein! Sie verstehen auch, dass meine, dann doch noch erfolgreiche (s.l.), Nachfrage nach einem Archivfoto mit Unverständnis beantwortet wurde. „Heiner Stuhlfauth, was macht der jetzt?“ „Eigentlich nichts…“

Aber wir schließen Bildungslücken gern. Besonders dann, wenn es um einen ganz Großen des FCN geht. Vor allem schließen wir diese Lücke aus aktuellem Anlass, denn auf den neuen Club-Trikots ist jetzt ein – regelmäßigen Frankenstadionbesuchern durchaus bekannter – Satz des legendären Torwarts aufgedruckt:

Es ist eine Ehre, für diese Stadt, diesen Verein und die Bewohner Nürnbergs zu spielen. Möge all dies immer bewahrt werden und der großartige 1. FC Nürnberg niemals untergehen.

Schöner Spruch! Leider steht er nicht dort, wo er wirklich hingehört, auf den Trikots jener elf Spieler, die kommende Saison wohl vor allem um den Klassenerhalt kämpfen müssen (dank an TobFis für den Hinweis via Twitter), sondern nur auf jenen Hemdchen, die die Fans für 69,95 Euro im Fanshop erwerben sollen. Das Areva-Logo ist dafür überall drauf, was wiederum nicht so ganz einleuchtet, denn dem Atomunternehmen geht es schließlich vorwiegend darum, kostenlos ins Fernsehen zu kommen, und nicht in die Nürnberger Kleiderschränke.

Ach so, den Unwissenden sind wir ja noch die Infos schuldig. Der 1966 verstorbene Stuhlfauth machte zwischen 1916 und 1933 mehr als 600 Spiele für den Club, stand auch in der Nationalmannschaft und war sowohl für seine Mütze als auch für seine „Abortdeckelhände“ bekannt. Er war wohl der erste „mitspielende“ Torwart in der Fußballgeschichte. Mehr findet Ihr im Franken-Wiki und noch mehr hier.

Stuhlfauths berühmte Mütze ist übrigens im Nürnberger Museum Industriekultur zu besichtigen.

Wer Karten will, muss leiden

Es gibt im Fußball wohl kaum eine Odelgrube, in der unser Ruhmreicher nicht schon mal schwimmen war. Klar, dass er nun auch der erste sein musste, der die neue (gut, in grauer Vorzeit gabs die auch schon mal) Relegationsspielregelung durchexerziert. Genauso klar, dass er – obwohl das schon etliche Zeit irgendwie absehbar war – da nun völlig planlos reinschlittert. Und erst recht klar, dass er mal wieder die Chance nutzt, es seinen (blöden) Fans zu zeigen. Die sind schließlich an allem schuld. Ohne die könnte der Club am Valznerweiher in der Bezirksoberliga kicken und bräuchte sich nicht mit dem ganzen Profistress rumplagen – und müsste auch noch (das Allerletzte!) Stadionmiete zahlen.

Aber nun sind sie halt da die Fans. Noch dazu sind sie ziemlich anhänglich. Erwerben sogar für teures Geld eine Dauerkarte und löhnen dann trotzdem noch fürs Relegationsspiel. Aber nicht bloß das. Nein, nachdem die Clubverantwortlichen wissen, dass die Dauerkartenbesitzer immer kommen, kann man sie auch gleich am Sonntag im Stadion die Karten kaufen lassen. Am besten während des Spiels, dann sind sie noch nicht daheim.

Und weil die Clubfans so ziemlich die abgebrühtesten Fans sind, die es in Fußballdeutschland gibt, nehmen sie auch sowas in Kauf. Sie verzichten also darauf, den Club gegen 1860 München siegen zu sehen und stellen sich lieber am Kartenhäuschen an. Dass die Häuschen nur unzureichend besetzt waren, überschreitet dann bei einigen aber wohl doch die Abbrühungsgrenze.

Nun gut, kann man sich ja noch am nächsten Tag vor den Fanshop stellen. Dort ist auch nicht mehr Personal. Internet, modernes Ticketing, schon mal davon gehört? Das was der Club angeboten hat, soll gestern jedenfalls nicht, oder nur eingeschränkt, funktioniert haben. Ein Fan, der dann bei uns angerufen hat, war angeblich sogar vier Stunden in der Warteschleife (14 Cent/Minute).

Okay, okay! Wir wollen jetzt nicht allzusehr auf den Clubverantwortlichen herumtrampeln. Wenn die Liga Relegationsspiele einführt, dann sollte sie sich nicht nur darüber Gedanken machen, wie man die so terminiert, dass Spieler und Funktionäre auf ihre acht Wochen Urlaub kommen, sondern auch darüber, wie man dann den Ticketverkauf organisiert. Insofern war der Club halt auch Versuchskaninchen. Oder um im obigen Bild zu bleiben: Wenn der Club wo reinspringt, ist oft noch Odel drin. Später wird dann Wasser oder – spätestens, wenn die Bayern dran sind – Champagner nachgefüllt.

Bayreuth lernt aus der Finanzkrise

Man muss nicht bloß über unfähige Banker oder widerliche Hedgefondsmanager lästern, man kann auch von ihnen lernen. Das machten jetzt die Fans der SpVgg Bayreuth. Der traditionsreiche Verein, der bekanntlich ein paar Mal durchaus auf Augenhöhe mit unserem Club gespielt hat,  musste Insolvenz beantragen. Doch die Fans wollen ihn nicht so einfach untergehen lassen. Jetzt arrangierten sie ein Benefizspiel gegen Real Madrid, das die Spielvereinigung mit einem Treffer in der 98. Minute noch mit 3:2 gewonnen hat. Im ausverkauftem Hans-Walter-Wild-Stadion.

Was das mit der Finanzkrise zu tun hat? Das Spiel fand nur fiktiv statt. In der Phantasie von 152 Fans, die sich gemeinsam nicht nur die Spieler vorstellten, sondern auch im Geiste das Stadion mit 19.848 zusätzlichen Fans füllten.

Aber wie bei der Finanzkrise auch, war nicht alles Fake. Es gab auch reale, greifbare Dinge, mit denen man die kritische Vernunft besänftigen konnte: Einen Stadionsprecher, der das Geisterbenefizspiel kommentierte und einen Schiedsrichterassistenten, der wie ein Blöder die Linie auf und ab rannte. Außerdem konnte man sich mit Bratwürsten und Glühwein abfüllen, was schließlich auch beruhigend und phantasieanregend wirkt.

Was jetzt nur noch fehlt, ist ein staatliches Rettungspaket. Merkel, Steinbrück übernehmen sie! Oder sind ihnen die 200.000 Euro, die der SpVgg Bayreuth zum Weitermachen fehlen, zu popelig?

Mehr zum Geisterspiel beim Fußballmagazin 11 Freunde.

So geht man nicht mit Fans um

Der Sportinformationsdienst SID verbreitete folgende, heute auch in der NZ veröffentlichte Meldung (zu der es das unten eingefügte Video gibt):

Nach dem wahrschein­lich ungewöhnlichsten Platzver­weis des Jahres muss Adrian Bas­tia vom griechischen Fußball- Erst­ligisten Asteras Tripolis mit einer Sperre rechnen. Der Mittelfeld­spieler aus Argentinien flog in der Nachspielzeit des Punktspiels bei Panathinaikos Athen (1:1) wegen Beinstellens vom Platz – aller­dings nicht gegen einen Gegenspieler, sondern einen „Flitzer“, den Ordnungskräfte zuvor erfolglos über das ganze Feld gejagt hatten. Unter dem Jubel der Zuschauer machte Bastia der wilden Verfol­gungsjagd ein Ende und schaute recht verdutzt, als ihm Schieds­richter Evangelos Katsidonis die Rote Karte zeigte. Laut Fifa­Regularien ist der Platzverweis gerechtfertigt.

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Für das gleiche „Vergehen“, das  offenbar häufiger vorkommt als das FIFA und SID ahnen, gab es früher auch schon mal die Gelbe Karte (wie dieser im Juli veröffentlichte Beitrag im Vipraum belegt). Und selbst darüber haben sich etliche Leute aufgeregt. Der russische Sprecher fand die Karte damals allerdings berechtigt, denn so könne man mit Fans nicht umgehen. Selbst wenn sie durchknallen. Hier also noch einmal das andere Video (sollte jemand noch weitere Fälle kennen: Wir fungieren gern als Sammelstelle):

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Die Fans sind schon wieder ganz oben

Ein Derby gegen Fürth ist ein Dorado für Kiebitze. Mit hochrotem Kopf werden Taktik und Zweikampfverhalten beäugt, gelungenen Aktionen wird Beifall gezollt und unkonzentrierten Kickern auch gezürnt. So bekennt Edelfan Paul: „Ich hab seit 6 Uhr nimmer schlofn könna, weil gleich nach Mittach die Fürther kumma.“ Und auch der Präsident bekommt Rückendeckung: „Mit dem Roth wird immer gschimpft, doch wenn der Aro net gwehn wer, geberts den Club woarscheinlich gar nimmer.“ Normalerweise werden alle Aktionen der Lieblinge schön geredet, nur als Dominik Reinhardt beim wiederholten Schwanzen wieder einmal an einem Gegenspieler hängenbleibt, bricht es aus einem Herzinfarkt gefährdeten Fan heraus: „Wenn du des noch a mal machst, derschloag ich dich.“ Ohne Schelte bleibt wieder einmal Keeper Schaäfer: „Der hat des Zeuch, um unser nächster Köpke zu wern“, heißt es umsisono. Auch Isaac Boakye und Dominik Maroh bekommen ob ihres Einsatzes großes Lob gezollt. Als dann Eigler zum 2:1 trifft, ist für Paul und Co der sofortige Wiederaufstieg beschlossene Sache. „Ich fohr am Montag für zwa Wochn nach Tunesien. Wenn ich widder ham komm und mir ham 6 Punkte, fohr ich gleich widder wech“, verabscheidet sich ein glücklicher Club-Fan. Dessen Freunde antworten fränkisch-herzlich: „Mir hoffn, mir segn dich gar nimmer.“