Wer grillt die Bayern? Der Club!

Respekt! Die zweite Halbzeit gegen die Bayern war wohl das beste, was der Club seit langem gezeigt hat. Einsatzbereitschaft, Biss, Kampf bis zum letzten. So sieht man den Club gern. Am Ende jubelte das Frankenstadion und das, obwohl es nur ein Unentschieden zu feiern gab. Aber wie das zustande kam, das war Klasse.

Erstmals in dieser Saison konnten die Bayern keinen Sieg einfahren und waren am Ende ziemlich nervös und irritiert angesichts des Auftretens der Nürnberger Mannschaft. FCB-Trainer Heynckes musste mehrfach nachbessern und beispielsweise Lahm einwechseln. Gebracht hatte das aber nichts.

Der Club setzte sich aber nicht bloß gegen die Bayern durch, sondern auch gegen einen Schiedsrichter, der – sagen wir mal – nicht unbedingt die Heimmannschaft bevorzugte. Die gelb-rote Karte gegen Timo Gebhart konnte man geben, genauso hätte man aber auch zwei Mal Elfmeter für den Club geben können. Auch was die gelben Karten anging, war Manuel Gräfe bei den Bayern-Stars seltsam nachsichtig. Aber der Club benötigte heute die Hilfe des Schiedsrichters nicht. Zumindest nicht, um den Bayern einen Punkt abzutrotzen.

Kommen wir zum unglücklichen Auftakt. Bereits nach drei Minuten lag der FCN hinten. Hauptverantwortlich war Javier Pinola mit einem Luftloch. Hinterher steigerte sich Pinola jedoch. Hinterher hatte ich auch den Eindruck, als sei das frühe Tor eher ein Nachteil für den FCB, der sofort einen Gang zurückschaltete und dann nicht mehr richtig auf Touren kam. Insofern war das vielleicht auch ein taktisches Luftloch. Egal!

Aber genial war vor allem Timm Klose in der Abwehr. Timothy Chandler ist ebenfalls im Aufwind. Toll auch, wie Markus Feulner seine Chance nutzte, es seinem Ex-Verein zu zeigen. Dass Feulner das Ausgleichstor machte und von einem Fehler von Manuel Neuer profitierte, passte da wie die Bratwurst zum Uli. Bezeichnend übrigens, dass Feulner das zehnte Tor für den Club machte und dabei der zehnte Torschütze war.

Der eine Punkt hilft uns im Abstiegskampf zwar erst einmal wenig. Aber heute hat der Club deutschlandweit jede Menge Sympathien gewonnen. Denn abgesehen von den FCB-Fans freuten sich eigentlich alle Fußballfreunde darüber, dass die Bayern endlich einmal einen Dämpfer bekamen.

Club kooperiert mit obskurem Tickethändler

Es fällt mir schon schwer, die Bayern zu loben und den Club zu tadeln. In diesem Fall ist es leider angebracht.

Weil es für das Freitagabendspiel gegen Frankfurt im Vorverkauf keine Karten mehr gibt, verweist der Club auf seiner Facebookseite die Fans auf Viagogo. Und zwar mit folgendem Text:

„Ihr möchtet den Club beim Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Frankfurt unterstützen, aber habt keine Karte mehr bekommen? Kein Problem! Auf viagogo.de, der offiziellen Ticketbörse des 1. FC Nürnberg, gibt es noch Karten für die Begegnung. Sichert euch eure Karte und seid am Freitag live dabei.“

Für Leute, die Viagogo kennen, hört sich diese Aufforderung an, als würde der FCN auf den Schwarzmarkt verweisen. Beim Online-Ticket-Händler Viagogo stellt man seine Karte zu einem beliebigen Preis ein. Der Käufer kann sie nehmen oder nicht. Auf jeden Fall kassiert Viagogo, und zwar zehn Prozent vom Verkäufer und 15 Prozent vom Käufer – je mehr verlangt wird, desto mehr verdient Viagogo. Der Online-Händler wehrt sich freilich gegen den Vorwurf, weiter lesen

…und wir dachten immer, der Club sei der Depp

Beim FC Bayern hat man als Außenstehender oft den Eindruck, die spielen was Management und Vereinsführung angeht, in einer anderen Liga. Dem scheint allerdings nicht so zu sein. Offenbar hat der FC Bayern Probleme mit den Fans und versucht die jetzt mit Methoden zahlenmäßig zu vermehren, die selbst einem Dorfverein zu peinlich wären.

Heute kündigte der FCB auf seiner Webseite und über die üblichen Social-Media-Kanäle an, es werde um 14 Uhr eine Pressekonferenz geben, der FCB werde einen „spektakulären“ neuen Offensivspieler vorstellen. Näheres erfahre man auf der Facebookseite des FCB. Dort sieht man allerdings nur etwas, wenn man Fan wird.

Um 14 Uhr fand dann allerdings keine Pressekonferenz statt, es gab auch keinen neuen Spieler. Nur den Hinweis, es habe sich um einen PR-Gag gehandelt. Etliche Fans, aber auch seriöse Medien, fielen zunächst auf diesen Gag rein. Man erwartet offenbar solche Scherze nicht bei einem Profiverein. weiter lesen

Irgendwie drollig die Fürther

Im Augenblick scheint nicht „besser sein“, sondern „weniger Mist produzieren“ das Gebot der Stunde. Nicht nur, aber auch im Fußball. Für den Club heißt das: So lange es zwei Mannschaften gibt, die noch unglücklicher agieren und der Dritte der 2. Liga dann genauso lustlos kickt wie weiland Energie Cottbus, dann hat alles gepasst.

trolliUnd wenn wir bei mehr Mist produzieren sind, dann wären wir auch schon bei dem Verein aus der Nachbarstadt. Der ist bei uns zwar doch noch um einiges beliebter als der FC Bayern, bei dem allerdings langsam der Mitleidseffekt zu greifen scheint. Dennoch sind die Fürther immer wieder für etwas – von eigenen Problemen ablenkende – Schadenfreude gut.
Nun wollen sie nämlich ihr Stadion in Trolli-Arena umbenennen. Klingt im Fränkischen irgendwie drollig.

Am drolligsten ist aber, wenn man beim Gummibärchenhersteller Mederer auf die Homepage klickt um sich mal die dort angebotenen Gummibärchen anzuschauen. Wer lacht einem da entgegen: Der Obersympathikus der Liga, der FC Bayern.

Wir lachen gerne zurück und freuen uns über die Unterhaltungswerte, die uns da so kostenlos und ohne Rücksicht auf eigene Verluste geliefert werden.

Die Mutter aller Abstiege

Man muss die Vorgeschichte kennen, um die gesamte Blödheit dieses Bundesligaabstiegs erfassen zu können. Fangen wir mit dem 2. Dezember 1967 an. Damals schlug der Club in einem legendären Spiel den FC Bayern mit 7:3 (Bomber Gerd Müller hatte vor dem Spiel noch groß getönt, man werde dem Club „drei einschenken“, was immerhin stimmte, allerdings traf allein „Goldköpfchen“ Franz Brungs fünf Mal). Am Ende der Saison wurde der Club Meister (hier ein kurzes Video von der Sportstudiosendung mit Harry Valerien).

Doch dann wollte Trainer Max Merkel die „Bauernkapelle“ in ein „Symphonieorchester“ umwandeln, kaufte groß ein und ließ Leistungsträger wie Ferschl, Starek und Brungs unter teilweise merkwürdigen Umständen gehen. Noch merkwürdiger war allerdings der Verlauf der Saison 68/69. Die Neueinkäufe brachten es nicht, es reihte sich Niederlage an Niederlage. Schließlich wurde Max Merkel entlassen („aus gesundheitlichen Gründen“) und zunächst durch den (überforderten) Co-Trainer Robert Körner und dann durch Kuno Klötzer ersetzt. Doch als sich der Club wieder gerappelt hatte, siegte die Konkurrenz plötzlich auch. Irgendetwas schien sich gegen den FCN verschworen zu haben.

abstieg.JPGEine ganz undurchsichtige Rolle spielte Club-Torwart Jürgen Rynio, der schon einen Vertrag mit Dortmund unterzeichnet hatte und vielleicht deshalb im Schicksalsspiel gegen den BVB – nicht ganz uneigennützig – daneben gelangt hat. Als am letzten Spieltag der Abstieg durch ein 0:3 in Köln besiegelt war, schlichen die Clubspieler heulend vom Platz. Nur einer soll grinsend im Hintergrund gestanden haben: Torwart Rynio.

Zum ersten und einzigen Mal war ein amtierender Deutscher Meister abgestiegen. Für viele war dieser Abstieg die Mutter aller FCN-Tiefpunkte, der Anfang des Clubdeppentums, die Weichenstellung von der Spitzenmannschaft zum Rekordabsteiger.

Zusammen mit dem Club verabschiedete sich damals übrigens Kickers Offenbach aus der Bundesliga. Zwei Jahre später stand der Mitabsteiger im Mittelpunkt des größten Bundesligaskandals bislang. Was Schmiergeldzahlungen beim Club anging, gab es auch etliche Andeutungen, ans Licht gekommen ist aber nichts.

TIEFPUNKT 6

Der Club hätte nicht absteigen dürfen

Normalerweise beschäftigen sich Clubfans nicht mit den Bayern und deren Fans. Doch manchmal lohnt es sich doch, bei ihnen reinzugucken. Etwa auf der Seite „Mythos Bayern“. Auf dieser bestimmt nicht für den FCN eingenommenen Seite wurde jetzt die um alle Fehlentscheidungen bereinigte Tabelle der Bundesligasaison 2007/2008 veröffentlicht. Und siehe da: Der Club wurde um sieben Punkte beschissen und wäre, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, als 14. nicht abgestiegen. Stattdessen hätte es Arminia Bielefeld erwischt (zusammen mit Dortmund und Duisburg). So konnte dann Bayern-Blogger „Breitnigge“ auch vor dem mühsamen Sieg seines Milliardärsvereins gestern gegen die Arminia posten: „Wir spielen gegen eine Stadt, die es eigentlich nicht gibt. So ist eben Fußball.“

Übrigens: Heute spielt dann Bochum in einer Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt.

Wer falsch fragt, fliegt

FC_Bayer.JPGHat hier eigentlich jemand Club-TV abonniert und kann von seinen Erfahrungen berichten? In meinem Bekanntenkreis ist keiner, der das anschaut, und persönlich kann ich mich noch zurückzuhalten. Bestätigt fühle ich mich dabei durch das seltsame Verständnis von Pressefreiheit, das bei diesen vereinseigenen Fernsehsendern zu herrschen scheint. Und wer tut sich da wieder besonders hervor: Bayern-Manager Uli Hoeneß. Nach dem glücklichen Sieg seines Starensembles gegen die Underdogs aus Karlsruhe wurde er von einem Reporter von fcb.tv gefragt: „Haben wir heute wieder die Dusel-Bayern erlebt?“ Eine absolut nahe liegende Frage. Doch was macht unser Uli? Anstatt das übliche Gschmarri abzusondern (das war das Glück des Tüchtigen o.ä.) sagt er: „Sind Sie wirklich vom fcb.tv? Dann müssen Sie sich nächste Woche einen neuen Job suchen.“ Wenn ich Bayern.TV abonniert hätte, müsste sich Hoeneß gleich auch einen neuen Abonnenten suchen. Aber ich guck das nicht, ich gucke ja nicht einmal Club-TV.

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