Mühsamer Jahresabschlusserfolg

Daheim machen sie dich ein. Das gilt beim Club in letzter Zeit leider öfter. Wobei diesmal der FC Kaiserslautern zu Gast war. Bei dem schien die Offensive kein Problem zu sein. Dafür stand die Frage im Raum, ob es gelingt, den Zu-Null-Königen einen reinzuballern. Entsprechend unansehnlich gestaltete sich dann auch die erste Halbzeit. Fehlpässe am laufenden Band, uninspiriertes Angerenne, planloses Rumgekicke bei gefühlter Überlegenheit des 1.FCN. Wobei dem zugute gehalten werden muss, dass ihm Schiedsrichter Markus Schmidt in der 20. Minute ein korrektes Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte. Das war dann aber schon das Highlight der ersten Hälfte im stark unterfüllten Frankenstadion.

In der zweiten Hälfte egalisierte der Club dann doch den bisherigen Rekord der SG Wattenscheid und traf im 38. Zweitligaspiel in Folge ins Tor (Behrens nach Ecke in der 51. Minute). Jetzt aber, dachten wir! Der Bann war schließlich gebrochen und der FCK hatte ja wochenlang kein Tor mehr erzielt. Doch nicht mit dem Club. Der ist bekanntlich ein Samariter. Der hilft jedem aus der Patsche und baut auch hoffnungslose Fälle auf.

Die Mannschaft ließ sich hinten reindrängen, wurde seltsam apathisch. Oft wurde der Club minutenlang in der eigenen Hälfte beschäftigt. In der 62. Minute hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn es nach einem Handspiel von Dave Bulthuis Elfer gegeben hätte. Die Warnung verpuffte freilich. Weiter bettelte der Club nach einem Kaiserslauterner Treffer. In der 78. Minute war es dann soweit. Völlig unüberraschend köpfte Zoua nach einer Ecke (das erste Tor nach einer Standardsituation für den FCK) den ziemlich haltbar aussehenden Ball ins Clubnetz.

Jetzt ließen es die Pfälzer wieder ruhiger angehen, ohne dass der Club richtig zwingend zurückkommen konnte. Aber wir haben ja Guido Burgstaller. Noch! Der hatte sich seinen großen Auftritt für die 90. Minute aufgehoben. Von Behrens freigespielt zog er im Strafraum ab und traf zum 2:1.

Am Ende ein versöhnlicher Jahresabschluss. Mit dem bereits bei den vorigen Spielen erwähnten bitteren Beigeschmack, dass der Matchwinner wohl die längste Zeit für den FCN die Kastanien aus dem Feuer geholt hat.

Auf dem Zahnfleisch zum Dreier

548320621Vom Club ist man viel gewöhnt. Aber wenn selbst die scheinbar sicheren Nummern derart an den Nerven zerren, dann weiß unsereins: Als Fan des FCN spielst du in einer anderen Liga. In der Flatter- und Stress-Division und zwar ganz oben.

Dabei schien doch alles so schön angerichtet. Bis zur 22. Minute. Der Club drängte auf eine frühe Führung. Das schien auch angebracht, nachdem schon das Spiel gegen Sandhausen gewisse Verschleiß- und Ermüdungserscheinungen aufzeigte und diesmal noch Brecko und Leibold wegen Gelbsperren fehlten. Nach 19 Minuten war es dann soweit. Wieder einmal war Erras zur Stelle und bugsierte den Ball zur – leider nur scheinbar- beruhigenden Clubführung ins Tornetz. Was sollte da noch schief gehen. Schließlich spielte der Dritte zuhause gegen den Zehnten. Doch die Lauterer schlugen nicht einmal drei Minuten später zurück (die Vorlage kam auch noch vom Ex-Clubberer Antonio Colak). Da kehrte beim Club plötzlich Verunsicherung ein. Es ging kaum noch was zusammen. Der FCK hatte plötzlich Oberwasser und das 1:1 war zur Pause noch nicht einmal unglücklich.

Danach mühte sich der FCN weiter ab, die meistens gefährlicheren Lauterer in Schach zu halten. Im Mittelfeld hatten die zumindest ein Übergewicht. Da ging beim Club wenig zusammen. In der 66. Minute kam es dann ganz dick. Raphael Schäfer verletzte sich und musste durch Patrick Rakovsky ersetzt werden. Trainer Rene Weiler stellte deshalb die bereits geplante Einwechslung von Zoltan Stieber zurück. Zuvor hatte er schließlich schon Blum für Möhwald eingewechselt. Wenig später brachte er Stieber dann trotzdem. Kurz danach prallte Rakovsky mit Vucur zusammen und musste ebenfalls verletzt behandelt werden. Kurz danach holte sich der gerade eingewechselte Stieber wegen eines Ellenbogenchecks die gelbe Karte ab. Das alles schien in der 88. Minute vergessen: FCK-Keeper Müller unterlief eine Flanke und Stieber machte seinen ersten Treffer für den Club. Leider nicht nur das. Aus lauter Freude stülpte er sein Trikot über den Kopf und – wir wissen: es ist Schwachsinn, aber halt die Regel – flog postwendend mit Geld-Rot vom Platz. Platzverweis wegen Torjubels. Erlebt man auch nicht alle Tage.

Dass es dann auch noch sechs Minuten Nachspielzeit gab, dass die Lauterer währenddessen gleich mehrere hochkarätige Chancen hatten und der angeschlagene Rakovsky den Ball einmal bravourös aus dem Winkel holen musste… Ich muss es euch nicht sagen: Da werden acht Minuten zu Lebensjahren. Dass am Ende drei Punkte standen, war es das wert. War schließlich nicht immer so. Die Serie hielt außerdem. Also: platt, aber glücklich.

Club schickt den FCK in die zweite Liga

War´s das? So lange bei Club rechnerisch noch ein Abstieg möglich ist, sollten wir nicht feiern. Das wissen wir aus leidvoller Erfahrung. Deswegen fällt auch allen Fußballinteressierten in Deutschland beim Begriff „Depp“ zunächst der 1.FCN ein. Aber dauernd Unken und Bedenken tragen, wer will das schon. Es gibt genug Miesepeter auf der Welt, da müssen wir nicht auch noch dazu gehören. Zumal es Leute gibt, die sehr viel mehr Grund dazu hätten. Zum Beispiel die Fans unseres heutigen Gegners. Der ist praktisch abgestiegen. Denn so wie er sich gegen den Club präsentiert hat, glaubt kein Mensch, dass da noch irgendein Dreier für den FCK drin ist.

Trotzdem war die Konstellation nicht so, dass man sagen konnte: Das war ein Selbstläufer für den Club. Normalerweise verfällt der nämlich in rätselhafte Lässigkeit und Lethargie, wenn alle einen Sieg erwarten, wenn er das Spiel machen muss und wenn ein Gegner fast schon am Boden liegt. Da gibt er gerne mal den Samariter, baut den Schwächeren auf und wundert sich dann über eine blöde Niederlage. Insofern war das also kein selbstverständlicher Dreier.

Dass es dazu kam war auch diesmal wieder Daniel Didavi (links im Bild) zu verdanken. Mit seinem ersten Tor beendete er nicht nur eine Drangperiode des FCK, er ebnete damit auch den Weg zum Sieg. Klar, dass er auch das zweite Tor durch Tomas Pekhart vorbereitete. Blöderweise wurde er so wieder zum „Mann des Spiels“. Blöderweise, weil das dann auch die Stuttgarten mitbekommen und ihn wieder haben wollen.

Insofern herrscht doch noch Spannung. Bleibt er oder geht er? Da wird jetzt Martin Bader zeigen müssen, ob er auch was eintüten kann. Vollstreckerqualitäten sind manchmal auch außerhalb des Platzes gefragt.

Nachtrag: Durch die Niederlage der Kölner in Gladbach kann der Club jetzt nur dann noch auf einen Relegationsplatz abrutschen, wenn er keinen einzigen Punkt mehr holt der 1.FC Köln gleichzeitig die ausstehenden drei Spiele gewinnt und dazu noch 21 Tore gut macht. Ich würde mal sagen, selbst wenn der Club der einzige Verein sein sollte, dem man solche unmöglichen „Aufholjagden“ zutraut: Das Ding ist durch.

Endlich mal wieder ein Heimsieg!

Geht doch! Nach acht sieglosen Spielen holt der Club endlich wieder drei Punkte. Ob das der Durchbruch war, das Ende der Krise? Eher nicht! Der FC Kaiserslautern war einfach schwach. Da fehlen halt die Huntelaars oder Rauls, die mal eine geniale Aktion rauspacken. Gut für uns! Gut auch, dass da endlich mal ein Mitkonkurrent um den Abstieg nicht aufgebaut, sondern selber in Kalamitäten gestürzt wurde.

Den Unterschied machten diesmal vor allem zwei Abwehrspieler aus. Dominic Maroh nutzte seine Chance, sich als erste Wahl für die Abwehrreihe zu empfehlen. Timothy Chandler spielte so, als möchte er demnächst auch für ein paar Millionen zu Leverkusen oder einem anderen solventen Verein wechseln, machte nicht nur hinten dicht, sondern auch viel Druck über seine Seite und noch das entscheidende Tor.

Ansonsten war das eher Hausmannskost. Am ärgerlichsten wieder: Ein Torerfolg scheint beim Club immer einen Bruch auszulösen. Kaum liegt die Mannschaft in Führung beginnt sie nachzulassen, meint, sie könne ein Ergebnis verwalten und hinten die Null halten. Dass das nicht stimmt, haben doch die letzten Spiele gezeigt.

Egal! Es geht ja nicht darum, welche Nervenpein der FCN bei seinen Fans auslöst, sondern darum, was am Ende an Zählbarem rauskommt. Diesmal warens endlich einmal drei Punkte. Und weil es gegen einen Konkurrenten um den Abstieg ging, zählen die sogar noch etwas mehr.