Rückkehr zum Bewährten

Die Woche:

  • Vordringlich muss – offiziell zumindest – ein neuer Sportvorstand gefunden werden; und zwar ziemlich schnell, sollen die aufgrund der Unfähigkeit der Abstiegskonkurrenz noch existierenden Chancen auf den Klassenerhalt genutzt werden. In der Gerüchteküche wird neben Bader-Spezi Christian Möckel, Olaf Rebbe, dem Holländer Stan Valckx und Ex-Clubspieler Per Nilsson auch der Name Felix Magath gehandelt. Der ist zumindest schon mal gut vernetzt.
  • Vernetzung wird – wie es aussieht – im Bundesligafußball aber wohl überbewertet. Auch ohne Sportvorstand und eigenes Zutun stehen beim Club die Trainer auf der Matte. Da ist Bundesligaerfahrung genauso dabei, wie regionaler Bezug , die in einem Fall sogar noch mit einer gewissen Weltläufigkeit gepaart ist. Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Wenn sich die Trainerfindung als genauso easy erweist wie das Einkaufen im Baumarkt, dann könnte sich Klein-Grethe eventuell überlegen, das Geld für einen Sportvorstand ganz einzusparen.
  • Via Facebook hat sich jetzt auch Michael Köllner zur Wort gemeldet. Er werde sich erst einmal der „Erholung und Aufarbeitung“ widmen. Trotzdem wurde er zusammen mit dem gleichfalls entlassenen Sportvorstand Andreas Bornemann beim Spiel unserer U19-Mannschaft gesichtet.

Das Spiel:

Schon wieder ein Montagspiel in Nürnberg. Mit Stinkefingern und der Ankündigung, die Ligabosse „in der Pfeife rauchen“ zu wollen, protestierten die organisierten Fans. Berechtigt! Später gabs dann leider auch noch Tennisbällchen und schwarzen Rauch.

Doch eigentlich interessanter war, was sich im Spiel eins nach Köllner/Bornemann geändert hatte. Da standen mit Kubo und Löwen zwei Spieler in der Startelf, die zuletzt kaum berücksichtigt wurden. Dagegen saß Mikael Ishak wieder nur auf der Bank.

Auffällig auch die Art, wie sich die Mannschaft gegen den Tabellführer reinschmiss. Hinten wurde Beton angerührt, was dazu führte, dass der Club kaum in die gegnerische Hälfte und bei den Ballbesitzwerten zunächst gerade mal auf 20 Prozent kam.

Die Dortmunder rannten sich meistens in der vielbeinigen Clubabwehr fest und wenn es doch einmal brenzlig wurde, war Mathenia auf dem Posten. Kurzzeitig gab der Club dann aber doch die Zurückhaltung auf. Nach einer knappen halben Stunde hatte Kapitän Hanno Behrens sogar zwei Großchancen und Pech. Kurz darauf hatte der Club wiederum Glück. Sancho fiel nach einem Zweikampf mit Leibold im Strafraum um. Da hätte es auch Elfmeter und einen Einspruch aus Köln geben können (aber vlt. arbeiten die montags nicht). So ging es dann torlos in die Pause. Einen Eckball für die Dortmunder ließ der aus Hannover stammende Schiedsrichter zuvor übrigens nicht mehr ausführen, wohl um sich ein weiteres Bälletheater zu ersparen.

Nicht schön, aber was das Unterbinden des Dortmunder Spielflusses anging erfolgreich, ging es in der zweiten Hälfte weiter. Über weite Strecken mit Mann und Maus hielt die Clubabwehr die Gäste vom Tor fern. Neben Mathenia verdienten sich dabei besonders Ewerton und Behrens Bestnoten.

Dem BVB fiel gegen die aufopferungsvoll abwehrende Clubelf nicht mehr viel ein. Auch Joker Alcacer stach nicht. Ishak, der – ungewohnt – bereits nach einer guten Stunde eingewechselt wurde, allerdings auch nicht.

Am Ende rettete der Club die Null ins Ziel. Mit einer bewährten Taktik. Also völlig unköllnerlike.

Ein Letztes:

Kaum hissen wir das Deppen-Fähnchen, schon ist der Club in der deutschen Fußballwelt wieder Thema. So wundert sich beispielsweise Arnd Zeigler, warum Trainer und Sportvorstand gehen mussten, obwohl die Mannschaft doch eine Galavorstellung nach der anderen abgeliefert hat.

Endlich mal wieder ein Punkt

  • „Blickpunkt Sport“ hatte nach der Niederlage gegen Mainz Ex-Torwart Raphael Schäfer aus der Versenkung geholt. Der erzählte dort, es gäbe noch eine 10-Prozent-Chance für den Club. Dazu müsste aber ein Trainerwechsel her. Apropos Schäfer: Da erinnern wir uns an eine entscheidende Szene beim letzten Bundesligaabstieg. Damals ging es nicht nur um eine Fußspitze, die im Abseits stand. Der Abseits-Spieler trug jedoch auch nicht das Trikot des FCN.
  • Das ehemalige Club-Talent Patrick Kammerbauer konnte sich beim SC Freiburg nicht durchsetzen und wechselt nach Kiel . Was sagt uns das? Vielleicht, dass es selbst bei hoffnungsvollen Talenten mangelnde Erstligatauglichkeiten gibt.
  • In der Nürnberger Talentschmiede setzt man auf Kontinuität. Der Vertrag mit dem Phantom wurde um drei Jahre verlängert. Welche Altersgruppe Marek Mintal dort betreut, ist noch nicht ganz raus.
  • Witze über Eigennamen sind billig und deshalb abzulehnen. Beim Club und dessen (Noch-)Trainer erreichen sie jedoch neue Sphären. Erst bescherten dem aus dem oberpfälzischen Fuchsmühl Stammenden ausgerechnet die Spieler Fuchs und Mühl die letzte größere Torausbeute. Jetzt sorgte der Kölner Keller dafür, dass der im Keller steckende Köllner aus diesem nicht rauskommt. Gut, wenn man dort wenigstens noch lachen kann.
  • War der Club in Tagen wie diesen bisher immer „ein Depp“, tendiert er jetzt eher in Richtung Witzfigur. Selbst der „Postillon“ erkannte das Unterhaltungspotenzial, das die Unaufgeregtheit bietet, mit der der Club die rote Laterne trägt. Vor allem außerhalb Nürnbergs dürfte diese Meldung dann doch den einen oder anderen Lacher erzeugt haben.
  • Beim FCN muss bekanntlich gespart werden. Deswegen hat der Trainer noch einen Zweitjob. Bei Rossow, Bornemann, aber auch beim offiziellen Pressesprecher ist man ebenfalls nicht so sicher, ob die nicht noch anderweitig unterwegs sind. So muss dann sogar Georg Margreitter nicht bloß hinten die Löcher stopfen, sondern auch gegenüber Journalisten die Verpflichtung von Ivo Ilicevic verkünden.
  • Ilicevic bleibt allerdings der einzige Neue beim Club. Inzwischen wird er gar als Hoffnungsträger verkauft. Dabei hatte sich der Transfer verzögert, weil Bornemann erst abwarten wollte, ob sich nicht noch bessere Alternativen auf dem Markt ergeben. Ganz überzeugt war er da wohl selber nicht.
  • Auch wenn der Club-Vorstand gerne behauptet, sich nicht mit sozialen Medien zu beschäftigen, scheint der dort geäußerte Unmut über das aktuelle Nichthandeln angekommen zu sein. Sowohl den Fans als auch der Presse erklärten sich die FCN-Verantwortlichen dann doch noch. Fazit des Ganzen: Die Kohle fehlt, aber es gibt ein Konzept.

Das Spiel:

Vor dem Spiel witzelten manche, Michael Köllner werde beim Club gefeuert und bei den Fürthern anheuern, die sich in Paderborn eine 6:0-Klatsche eingefangen hatten. Aber mit derartigen Witzen war es dann bald vorbei. Der Club zeigte sich gegen Bremen nämlich deutlich verbessert. Zumindest was die Abwehrleistung anging. Da ließen nicht nur die nominellen Abwehrspieler kaum etwas anbrennen. Bezeichnend für die Lernfähigkeit unserer Mannschaft war eine Szene in der 26. Minute. Da startete Werder nach einer Club-Ecke zum Konter. Eine Situation, in der wir in letzter Zeit häufig Tore kassiert haben. Doch Misidjan unterband die Aktion auf Kosten einer gelben Karte.

Dass er langsam wieder zu alter Stärke zurückfindet, bewies Ewerton dann auch noch durch eine spektakuläre Rettungstat in der 39. Minute. Allerdings: Nach vorne lief eben auch nicht viel, so dass es torlos in die Pause ging.

Trotzdem: Auch eine verbesserte Abwehr macht immer noch Fehler. Beim Club war es in der 63. Minute soweit. Palacios verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball. Dann spielt Augustinsson per Fallrückzieger auch noch den eingewechselten Johannes Eggestein spektakuär frei, der schließlich keine Probleme hat, Mathenia zu überwinden. Wieder lag der Club hinten und nachdem ihm nach vorne nicht viel gelang (Kapitän Behrens vergab dabei eine Hundertprozentige), schaute es wieder nach Business as usual aus. Doch da war ja noch der Joker. In der 82. Minute brachte Köllner endlich Mikael Ishak und der war nicht mal fünf Minuten im Spiel, da zeigte er es – nach schönem Zuspiel von Matheus Pereira – den Kollegen und versenkte die Kugel im Werdertor.

Immerhin gabs auch auf dem Platz wieder ein Lebenszeichen. Das Unentschieden geht zudem, was die Leistungten angeht, in Ordnung. Wobei heute sicher mehr drin gewesen wäre. Wenn Köllner zum Beispiel Ishak gleich gebracht hätte… Aber dann hätte er vielleicht nicht die nötige Angefressenheit besessen, um da Tor zu machen. Nun, vielleicht geht ja nächstes Mal jemand gleich von Beginn an angefressen ins Spiel, zum Beispiel weil man bislang so viel liegen gelassen hat.

Ein Letztes:

Bild will ab sofort nur noch Fakten twittern:

Kritik ist völlig berechtigt – wir dürfen einfach unsere Infos, die wir tatsächlich hatten – online nicht mehr weiter geben – sondern nur noch Fakten weiter geben …— BILD 1. FC Nuernberg (@BILD_FCN) 31. Januar 2019

Wenn höhere Mächte mitspielen

  • Der Kicker hatte anhand diverser Vergleichszahlen (angekommene Flanken, Weitschussgegentore, Konteranfälligkeit…) dargelegt, dass der Club zurecht mit der roten Laterne herumläuft. Unser Noch-Trainer hatte diese Statistiken angezweifelt. Für ihn zähle nur eine Statistik, das sei die Tabelle. Die sagt aber eben auch nichts anderes aus.
  • Auch anderweitig erzählt Michael Köllner derzeit viel. Hier beruhigt er uns zum Beispiel mit der alten oberpfälzer Bauernregel: „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“
  • Trotzdem wollte man beim Club das öffentliche Begleitkonzert möglichst leise drehen. Deswegen wurde ein Geheimtrainig angekündigt. Bild war trotzdem dabei (und begegnete dabei auch noch zufällig der angekündigten Verstärkung) . Wenn du unten stehst, klappt halt vieles nicht. Vielleicht war der Schiedsrichter schuld.
  • Günstig Erfahrung einkaufen, das war die Vorgabe für etwaige Wintertransfers. Jetzt gilt es Vollzug zu melden. Der früher für die Fürther Kräuter und dann für den HSV spielende Ivo Ilicevic soll es richten. Die Familie des 32-Jährigen, der derzeit vereinslos ist, wohnt ohnehin schon hier. Sieht so aus, als wären sich da zwei Billigheimer in die Arme gestolpert.
  • Auch auf anderen Ebenen sind Highlights offenbar rar gesät: „Spannender Tag für Niels #Rossow. Der Club-Vorstand war heute auf dem Unternehmerkongress, referierte und führte viele interessante Gespräche. #fcn pic.twitter.com/lMXvXzkhj3 “ — 1. FC Nürnberg (@1_fc_nuernberg) 21. Januar 2019

Das Spiel:

Für das Spiel in Mainz holte Trainer Köllner mal wieder zwei Rettungskräfte von der Tribüne: Palacios und Zrelak. Dazu wechselte er vom 4-1-4-1 auf 4-4-2. Aber egal, welches System der Club praktiziert: In der Abwehr ist er immer für irgendwelche Klöpse gut. Diesmal stellten sich Valentini und Behrens naiv an. Eigentlich war die Chance schon vorbei, da versuchte Aaron noch in den Strafraum zu kommen, düpierte erst Valentini und fiel dann über das Bein unseres Kapitäns. Den Elfer versenkte Brosinski. Wieder mal lag der Club hinten und brauchte eine Weile, sich zu sortieren.

Erest gegen Ende der ersten Hälfte erhöhte der Club, der diesmal auf lange Pässe in die Spitze setzte, den Druck. In der 43. Minute wurde er dann – wie auch sonst – nach einer Ecke belohnt. Georg Margreitter stieg am höchsten und köpfte zum Ausgleich ein.

Nun ja, 1:1 hieß es auch gegen die Hertha zur Pause. Gegen die Mainzer ließ der Club aber erst einmal nichts anbrennen. Allerdings kam auch nach vorne wenig. Aufregung gab es lediglich am Spielfeldrand. Wegen eines nicht gegebenen Einwurfs bekam sogar Ersatzkeeper Fabian Bredlow die gelbe Karte.

Danach waren wieder die Hausherren am Drücker und erspielten sich durch Mateta mehrfach Chancen. Mathenia und viel Glück verhinderten die erneute Mainzer Führung. Die erzielte dann in der 62. Minute der Club. Zrelak verwertete eine Flanke von Leibold. Riesenjubel! Sollte das die Wende sein und der Club endlich mal wieder Punkte einfahren?

Nein! Diesmal hatte der Videoassistent etwas dagegen. Angeblich war Zrelaks Fußspitze im Abseits. Keine Führung! Aber ein Moment, in dem es wohl nicht nur um die Anerkennung eines Tores, sondern um weit mehr ging.: Um Trainerschicksale, um Abstiege, aber auch um das ungute Gefühl, das dann offenbar auch die Spieler beschlichen hat: Der DFB hat offensichtlich entschieden, dass wir absteigen sollen.

Der Club agierte wieder verunsichert. Zehn Minuten später verlor Leibold bei einem Vorstoß den Ball. Die Mainzer konnten kontern und unbeanstandet von Videoschiedsrichtern das 2:1 markieren. Der Club erholte sich von dem erneuten Nackenschlag nicht mehr. So blieb es bei der Niederlage und der Erkenntnis, dass es nicht langt, aber offenbar auch nicht langen soll.

Ob ein Trainerwechsel daran etwas ändert? Nun: Zum Anforderungsprofil dürfte für einen Köllnernachfolger jetzt neben Erstligaerfahrung auch ein gutes Standing beim DFB kommen.

Ein Letztes:

Erst der lachende Köllner, jetzt der fröhliche Edgar Salli: Beim Club scheint trotz allem gute Laune zu herrschen. Kann aber auch sein, dass unser Fußballfachblattt dieses Bild nur deshalb für seine Transfergalerie ausgewählt hat, um die beim FCN ausgemachte Realitätsverweigerung zu symbolisieren.

Der Berg kreißte und gebar eine Raute

1. Der Club erinnert ein bisschen an Angela Merkel:
Außer der Raute und ein paar leeren Worten passiert nichts. Das vorhandene Personal bekommt ein paar neue Dienstanweisungen. Das muss reichen. Von den angekündigten personellen Verstärkungen ist jedenfalls weit und breit nichts zu sehen.

2. Lediglich zu zwei Testspielen hat es im spanischen Trainingslager Benahavis gereicht. Wohl damit das nicht so dürftig rüberkommt hat der FCN gegen Excel Mouscron, das in der belgischen Liga ähnlich schlecht dasteht, drei „Halbzeiten“ gespielt. Am Ende stand es 1:2. Dazu kam die – weiß Gott nicht neue – Erkenntnis, dass schon eine Halbzeit für einen Torwatfehler reicht, die Torausbeute aber durch die Länge der Spielzeit nicht zunimmt. Lediglich der eingewechselte Yuya Kubo traf, übrigens nach schönem Zuspiel des wieder einsatzbereiten Eduard Löwen.

3. Während die einen von einem „Trainingslager aus der Hölle“ sprachen, formuliert die FCN-PR-Maschine: „Nicht alles lief perfekt.“ Der Glaube sei noch da. Nun ja, was sollen sie auch schreiben?

Ein Letztes:

Wenn sonst nichts Hoffnung macht, dann muss halt ein Vogelschiss auf Eduard Löwens Stirm herhalten.

Wir melden uns vom Abgrund

1. Ich hoffe, ihr würdigt das, dass wir euch über die Feiertage mit Blicken in den „Abgrund“ (Günther Koch, 1999) verschont und mit dem Weekly ausgesetzt haben. Sowas dient auch dem eigenen Wohlbefinden. Jetzt wird es dennoch wieder langsam Zeit, den Realitäten ins Auge zu schauen. Macht ja sonst (fast) keiner.

2. Eine dieser Realitäten ist die hier schon erwähnte und nicht bloß den Spielern fehlende Erstligaerfahrung. Gut, ein bisschen Kenntnis im Abstiegskampf ist vorhanden. Eventuell soll da vielleicht noch weitere dazu gekauft werden. Wobei es sich in beiden Fällen eher um Erfahrung im Absteigen handelt und absteigen können die Zweitligacracks auch alleine.

3. Apropos zweite Liga. Da gehört der Club was seine finanziellen Möglichkeiten angeht eigentlich hin. Dass es letzte Saison zum Aufstieg gereicht hat, war ja eher ein „Unfall“. Ein ziemlich glücklicher noch dazu. In diesem Jahr sind nämlich in der 2.Liga derartige „Unfälle“ nicht zu erwarten. Da sind die Aufstiegsplätze an Köln und Hamburg vergeben und wie die Relegation für den Zweitklassigen ausgeht, wissen wir inzwischen ja. Insofern war es schon mal clever, diese Saison in der ersten Liga zu „überbrücken“ und sich so die Langeweile eine Klasse tiefer zu ersparen.

4. Langeweile macht sich jedoch auch dort schnell breit, wo die seriöse Finanzpolitik regiert. Dass beim Club auf Konsolidierung gesetzt wird, ist trotzdem richtig. Jetzt noch schnell irgendwelche teuren „Heilsbringer“ zu verpflichten, die wahrscheinlich nicht ohne Grund auf dem Markt sind, bringt – da sei etwa an Koller, Charisteas oder Hoeneß erinnert – allenfalls neue Schulden. In der Trainerfrage verhält es sich ähnlich. Klar hat Köllner Fehler gemacht, klar geht ihm Erstligaerfahrung ab. Aber was sind denn die Alternativen? Gisdol, Neururer, Matthäus? Zudem ist Köllner Teil des Konsolidierungskonzepts. Er erledigt mehrere Jobs gleichzeitig und ist somit eine kostengünstige Lösung. Ein Trainerwechsel wäre die Abkehr vom Sparkurs und der ist beim Club mittlerweile eben wichtiger als das Sportliche. Natürlich könnte man dem Oberpfälzer auch einen Berater mit Erfahrung zur Seite stellen. Aber der kostet halt auch und außerdem ist Köllner für sowas wohl eher nicht zugänglich.

5. Zumindest verbal sind die „Führungsspieler“ des FCN immer gut dabei. Jetzt hat Georg Margreitter die Hinrunde analysiert und festgestellt, man sei gegen die Großen zu ehrfürchig gewesen und habe gegen die Kleineren dem Druck nicht standgehalten, im Endeffekt also: hier wie da Scheiße gespielt. Offenbar meint er aber, das Problem im mentalen Bereich verorten zu können.

6. 1:1 endete das erste Testspiel gegen den PEC Zwolle. Knöll traf für einen ansonsten wenig überzeugenden FCN. Aber es ging – wieder mal- um den Lerneffekt. Diesmal stand „Raute“ auf dem Programm.

Plan- und mittellos im Oberhaus

Die Woche:

1. Wie lange dürfen Lernphasen dauern? Ab wann sollten die Schüler ins harte Leben entlassen werden? Diese Frage darf sich der Club inzwischen ruhig stellen. Wobei Sportvorstand Andreas Bornemann da erst einmal nur die Führungsspieler gefordert sieht. Welche Führungsspieler? Das fargen wir uns da allerdings.

2. Am 12.Spieltag in der Saison 2013/2014 stand der Club zum letzten Mal am Tabellenende der Fußballbundesliga. Danach nistete sich die Braunschweiger Eintracht dort ein. Abgestiegen ist der Club trotzdem. In Braunschweig wäre man inzwischen allerdings froh über eine solche Platzierung.

3. „Noch bei der Musik dabei“. Damait versuchte der Kicker vor der Niederlage gegen die Freiburger zu trösten. Inzwischen ist die Musik kaum noch in Hörweite.

Das Spiel:

Von Endspiel war die Rede. Man werde alles geben, hieß es. Auf dem Platz lief es dann aber erstmal wie immer. Der Club stand meistens zu weit weg und ließ den Freiburgern viele Freiräume. Die gaben dem Club aber trotzdem das Gefühl, er mache das Spiel. Inzwischen hat es sich in der Bundesliga herumgesprochen, dass kaum Zählbares dabei rauskommt. Vor allem, wenn man über eine einigermaßen stabile Abwehr und einen bundesligatauglichen Torwart verfügt. Dem SC Freiburg kam dann auch noch das Glück zuhilfe. In der 19. Minute zirkelt Günter einen Freistoß in den Strafraum. Der Ball springt auf und an Bredlow vorbei ins lange Eck. Unglücklich, deppert, aber eben leider auch clublike. Danach begann der Club endlich Dampf zu machen. Das führte zu zahlreichen Ecken und Freistößen. Die wurden meistens von Sebastian Kerk getreten, der jedoch noch längst nicht der Alte ist. Torgefahr entwickelte sich aus diesen Standards durch die Bank nicht. So ging es dann mit dem Rückstand und unüberhörbaren Pfiffen in die Pause.

In der zweiten Halbzeit drängte der Club weiter. Aber, wie gesagt, drängen bedeutet beim FCN nichts. Da springen eben höchstens Ecken oder Freistöße raus. Die aber selbst dann verpuffen, wenn da nicht Kerk anläuft. Der wurde nämlich schnell durch Kubo ersetzt. Schließlich kam auch noch Ishak als Joker. Allerdings für Misidjan, der eigentlich noch einer der Aktivposten war.

Es half aber alles nichts. Der Club spielt zwar jedesmal wacker mit, versagt jedoch dort, wo es in der Bundesliga drauf ankommt: vor dem Tor. Da fehlen einfach die zündenden Ideen, irgendein Überraschungsmoment, der letzte Durchsetzungswille, die richtige, weil nicht erwartete Entscheidung… Heute hätte der Club wieder mal stundenlang weiterspielen können ohne was Zählbares zu erreichen.

Jetzt, wo wir auch noch ganz unten stehen, kommt zusätzlich Verunsicherung und der Verlust des eh schon geringen Selbstvertrauens hinzu. Wenn der Trainer vor dem Spiel dann auch noch so tut, als wäre der SC Freiburg eine Übermannschaft, steuert er dem zumindest nicht entgegen. Andererseits merkt man inzwischen überdeutlich, dass – inklusive Trainer – beim Club praktisch keiner Bundesligaerfahrung besitzt (und kommt mir bitte nicht mit Robert Bauer).

Ob man sich diese Erfahrung in der Winterpause zukaufen kann? Ich weiß es nicht. Zumal sich Köllner wohl kaum von einem neu verpflichteten Spieler erklären lassen dürfte, wo es lang geht.

Ein Letztes:

Wenn der Club nicht gewinnt, verschärfen sich auch die Drogenprobleme:

Im Westen nichts Neues

Nachdem das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg relativ kläglich verloren ging, waren die Erwartungen heute eher gering. Schließlich ist der Club auswärts ohnehin Punktelieferant und dann ging es in Gladbach auch noch gegen den Tabellenzweiten. Dass zudem Mikael Ishak kurzfristig wegen Verletzung ausfiel, machte die Sache nicht besser.

Umso erfreulicher, dass der Club zunächst selbstbewusst und forsch aufspielte. Diesmal setzte Köllner auf ein 4-5-1-System, mit dem die Gastgeber erst einmal nicht zurecht kamen. Die erste dicke Chance hatte demnach der Club. In der 5. Minute landet ein Schuss von Fuchs an der Latte und Zrelak bekommt sogar noch den Abpraller, den Gladbachs Torwart Sommer jedoch abwehren kann. Es dauert fast 20 Minuten ehe die Gladbacher Konstruktives zustande bringen. Zunächst kann Mühl dem durchbrechenden Plea gerade noch den Ball vom Fuß spitzeln, dann verzieht Zakaria aus aussichtsreicher Position. Wenig später kratzt Leibold Zakarias Kopfball von der Linie. Die größte Chance hatte der Tabellenzweite aber kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Neuhaus kommt nach Berührung von Petrak im Strafraum zu Fall. Den Elfmeter setzt Hazard aber lässig über das Tor. Glück für den Club! Aber eigentlich nur gerecht, denn den Elfer musste man nicht geben.

Nach der Pause war es dann aber vorbei mit dem Glück und auch mit den Köllnerschen Überraschungsmomenten. Wie immer beim Club scheinen mit zunehmender Spieldauer Blauäugigkeit und Unvermögen durch. Diesmal dauerte es nur bis zur 47. Minute. Der Club hat Freistoß. Doch statt einer Chance entwickelt sich daraus ein Konter. Dass die Gladbacher Konter können (im Gegensatz zum Club), dürfte bekannt sein. Diesen schließt Hazard mit dem 1:0 ab. Damit war das Spiel praktisch gelaufen. Beim Club gab es zwar noch ein paar Verzweiflungsaktionen zu bewundern, etwa die Einwechslungen von Salli und Knöll. Ansonsten wirkte das 1:0 noch nach, weshalb der FCN trotz des Rückstands vor allem auf Torabsicherung bedacht war. Bis zur 86. Minute: Da rückte die Mannschaft dann bei eigener Ecke auf. Prompt entstand daraus wieder ein Konter, den Plea mit dem zweiten Tor krönte.

Mag sein, dass die Haltungsnoten diesmal etwas besser waren. Trotzdem war der Club erneut verdienter Verlierer gegen eine Mannschaft, die nicht voll aus sich raus gehen musste. Dass es zum Jahresabschluss gegen Freiburg besser läuft, ist so leider nicht zu erwarten.

Ein Punkt beim Montags-Wasserball

Die Woche:

1. Was Gehälter angeht, ist der Club der Billigheimer der Liga. Sogar der SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf zahlen besser. Unter den untersuchten Proficlubs liegt der Bundesligaaufsteiger mit seinem durchschnittlichen Jahresgehalt von 360.00 Euro international auf Rang 263 bei 349 gelisteten Vereinen. Das belegt vielleicht, warum alles andere als der Abstieg schon ein großer Erfolg wäre. Andererseits sind 360.000 Euro Jahresgehalt jetzt nicht gerade ein Hungerlohn.

2. Der Club plant bereits für den Abstiegsfall. Mit Michael Köllner.

3. Obwohl sich Christian Mathenia gegen Schalke verletzt hat, ist die Torwartposition offenbar die einzige, auf der der Club keine Probleme hat. Meint zumindest der Kicker, der seine Clubbilanz mit der Überschrift versieht: „FCN offenbart Defizite in Defensive und Offensive„. Also eigentlich fast überall.

4. Unser alter „Spezi“ Martin Bader hat mal wieder einen Trainer entlassen. Bei Michael Frontzeck zelebriert er das bereits zum zweiten Mal. Gut, dass wir das als unbeteiligte Zuschauer beobachten dürfen.

5. Einer, an den wir uns ungleich lieber erinnern, ist unser langjähriger Linksverteidiger Javier Pinola. Mit seinem derzeitigen Verein River Plate hat er es ins Finale der Copa Libertadores geschafft. Wegen Fanausschreitungen konnte das Endspiel nicht in Buenos Aires stattfinden. „Eine Schande“, meint der Kicker. Ob „Ersatzstandort“ Madrid zum Zuge kommt, ist auch zweifelhaft. Wie so vieles bei diesem Theater.

Das Spiel:

Erstes Montagspiel in der Bundesliga: Zunächst ging es ruhig los. Das lag auch am angekündigten Stimmungsboykott, wobei ohnehin nur 32.000 Zuschauer da waren (womit bewiesen wäre, dass solche Montagsspiele auch finanzielle Nachteile bringen). Dazu kam, dass kaum ein geordnetes Spiel möglich war. Die heftigen Regenfälle hatten den Rasen in eine Wasserlandschaft verwandelt. Flache Bälle blieben sofort liegen. Sicheren Stand hatten die Spieler selten. Aber dennoch: Der Club blieb sich auch unter diesen widrigen Umständen treu. Zwischen der 20. und 30.Minute lässt jedesmal die Konzentration nach und dann klappert´s. Da können die Leverkusener nach einer halben Stunde einen Pass des ansonsten durchaus überzeugenden Startelfneulings Kevin Goden abfangen. Den von Brandt in den Strafraum geschlagenen Ball kann Bredlow nur zur Mitte abwehren, wo ihn Havertz ganz cool ins rechte Toreck lupft. Solche Aktionen funktionieren eben auch, wenn der Platz unter Wasser steht. Leider ging dem Club diese witterungsangepasste Spielweise ab. Zunächst.

In der Kabine muss dann wohl der eine oder andere Tipp vermittelt worden sein. Beim Club wurde jedenfalls plötzlich schnörkellos das Mittelfeld überbrückt und der Gegner besser vom eigenen Sechzehner ferngehalten. In der 56. Minute war es dann soweit. Der Club machte Druck, kam zu seinen ersten Ecken. Die zweite konnten diesmal die Leverkusener nur zur Mitte klären, wo Georg Margreitter aus dem Rückraum den Ball halbhoch ins Tor zimmerte. Danach verstärkten beide Trainer die Offensive. Mit dem Punkt wollten sie sich nicht zufrieden geben. Letztlich nutzte das jedoch nichts. Wobei dabei wohl auch die immer ungünstiger werdenden Platzverhältnisse eine Rolle und – ehrlicherweise muss das gesagt werden – mehr dem Club in die Karten spielten.

Alles in allem geht das Unentschieden aber in Ordnung. Der Club hat sich den Punkt durch eine engagierte Leistung in der zweitem Hälfte verdient, während er in der ersten wieder mal viel zu harmlos agierte.

Ein Letztes:

Absurditäten gibt es im modernen Profifußball reichlich. Jetzt kommt eine neue hinzu. Die wird wohl dazu führen, dass viele Bundesligavereine am Ende lieber auf Platz 15 landen als auf Platz 7.

Club baut auch die Schalker auf

1. „Irgendwie drinbleiben“ lautet die – wieder aufgewärmte – Devise beim Club. Um dieses Ziel zu erreichen soll der Markt nochmal nach etwaigen Verstärkungen gescannt werden. Im Gespräch ist der, derzeit bei Holstein Kiel (dort heute Matchwinner gegen Sandhausen) spielende Rechtsaußen Kingsley Schindler.

2. Ein Chopin spielender Bundesligatrainer, das kam seinerzeit nicht nur bei Nürnberger Frauen gut an. Auch wir erinnern uns – teilweise – gerne an den Aufstiegstrainer. Zumal er seine Derbys nie verloren hat. Nun ist Michael Oenning wieder zurück im Bundesligageschehen. Er heuerte beim FC Magdeburg an, kam am Freitag nach Fürth, wo er diesmal Neuland betrat und ohne Punkte blieb.

3. Die Club-Nachwuchsarbeit läuft, um es vorsichtig auszudrücken, suboptimal. Sportvorstand Andreas Bornemann versucht zwar wacker, in der Öffentlichkeit den Deckel drauf zu halten. Aber sowohl die Ergebnisse als auch die Personalfluktuation sprechen eine andere Sprache. Schnell einen neuen Partner gefunden hat ein Leidtragender der Malaise, der ASV Neumarkt. Der Club hatte dem Verein den Trainer für die Nachwuchsarbeit abgeworben. Die Neumarkter waren sauer und fanden jetzt einen neuen Kooperationspartner: Jahn Regensburg.

4. Michael Köllner scheint die Macht der Presse etwas zu überschätzen. Der Club, so schimpfte er, sei längst schon abgestiegen, wenn es nach dem Geschreibsel mancher Journalisten ginge. Natürlich ist das bei 22 noch ausstehenden Spieltagen Quatsch. Trotzdem belegt es, dass beim FCN nicht nur die Rentner am Spielfeldrand schlechte Laune verbreiten.

5. Der tabellarisch beste Verein in Bayern ist der FCN schon länger nicht mehr. Aber der beliebteste. Geahnt hatten wir das schon immer. Trotzdem ist es schön, das auch mal grafisch belegt zu sehen. Ob die Zahlen statistisch korrekt erhoben wurden, lassen wir da mal außer acht.

6. Der Club will sich in Andalusien auf die Rückrunde vorbereiten. Im gleichen Hotel wie vor zwölf Jahren. Damals lag man auf Platz 15, kletterte unter Trainer Hans Meyer danach noch auf Platz 6 und gewann sogar den DFB-Pokal. Vielleicht sind die Club-Reiseplaner der Meinung, Geschichte wiederholt sich.

7. Am nächsten Spieltag bestreitet der Club gegen Leverkusen das erste Montagsspiel der ersten Bundesliga. Von Fanseite wurde bereits 45 Minuten Stimmungsboykott angekündigt. Immerhin hat das Einlenken der DFL gezeigt, dass solcher Protest durchaus Erfolg haben kann. Vielleicht hilft also das gute Zureden des Trainer was und es gibt doch Unterstützung von den Rängen.

8. Ach so, ein Testspiel gab es während der Länderspielpause auch. In Schwaig schlug der FCN den tschechischen Zweitligisten FK Usti nad Labem mit 4:2. Wie üblich bei solchen Spielen, schlüpfte Edgar Salli wieder in die Rolle des Goalgetters.

Das Spiel:

Nach der Pleite gegen den VfB Stuttgart stellte Trainer Köllner gleich vier Mal um. Neben dem wiedergenesenen Mikael Ishak ließ er Petrak, Placios und Kubo von Beginn an auflaufen. Ein bisschen überraschend saß Misidjan, der als einziger gegen den VfB etwas Betrieb gemacht hatte, nur auf der Bank. Taktisch stellte Köllner zudem auf Raute um, was Kubo die Möglichkeit eröffnete, auf der von ihm bevorzugten Zehnerposition zu spielen. Der Club brauchte daher eine Weile um seine Linie zu finden. Die Gastgeber kamen zu mehreren Großchancen, konnten die aber nicht verwerten, wobei Christian Mathenia, von dem noch die Rede sein wird, wiederholt Klasse parierte.

Wie bereits bei früheren Niederlagen war nach knapp eine halben Stunde wieder ein Nackenschlag zu verzeichnen. Erst hatte Hanno Behrens das 1:0 auf dem Fuß, zog aber freistehend rechts am Pfosten vorbei. Dann säbelte der erwähnte Clubkeeper praktisch im Gegenzug beim Herauslaufen über den Ball, Skrzybski sagte Danke und erzielte den Führungstreffer. Nicht nur das: Mathenia verletzte sich bei der Aktion auch noch, spielte aber zunächst weiter. Dafür durfte er dann fünf Minuten später erneut den Ball aus dem Netz holen. Wieder kamen die Schalke über die linke Clubabwehr-Seite. Diesmal säbelt Margreitter über den Ball, so dass die Flanke den völlig freistehenden Harit erreicht, der nur noch einzuschieben braucht. Zwei echte Geschenke und erneut die Angst, die Mannschaft könnte wieder einbrechen. Doch genauso wie Schalke aus dem Nichts seine Tore erzielte, kam auch der Club zum Anschlusstreffer. In der 38. Minute konnte Schalkes Torwart Fährmann einen Ishak-Schuss zwar noch klären. Palacios stand aber richtig und markierte das 2:1. Wenig später musste Mathenia dann doch ausgewechselt werden. Der Meniskus! So kam Fabian Bredlow wieder zu seiner Chance.

In der zweiten Hälfte wurde zunächst deutlich, warum die Königsblauen vor dem Spiel punktgleich mit dem Club unten drin hängen. Jetzt hätte ein Kick von Außen (Zrelek, Misidjan rein!) vielleicht was gebracht. Aber Köllner wechselt bekanntlich immer erst spät. Als es dann soweit war, war die Sache eigentlich schon gelaufen. In der 67. Minute holte sich der bereits zu Spielbeginn verwarnte Bauer die zweite gelbe Karte ab und musste runter. Prompt brachte Ex-Cluberer Guido Burgstaller die Schalker mit 3:1 in Front. Kurzzeitig kam zwar abermals Hoffnung auf. In der 78. Minute nahm der inzwischen doch eingewechselte Zrelak den zunächst zwischen den beiden Pfosten hin und her springenden Ball auf und erzielte den erneuten Anschluss. Doch dann machten erneut Skrzybski und Oczipka den Sack zu. Dabei muss leider konstatiert werden, dass Schalke keineswegs wirklich gut war. Vielmehr offenbarte der Club in der Abwehr mangelnde Erstligatauglichkeit. Besonders Bauer und Leibold sind da zu nennen. Kann sein, dass da immer noch Lehrgeld bezahlt wird. Irgendwann könnte sich das aber auch als Leergeld entpuppen.

Ein Letztes:

Unser Galgenhumor färbt ab:

Voll dabei im Abstiegsrennen

Die Woche:

1. Manchmal fällt den Kollegen ein Wortspiel ein, das sie lustig finden. Dann müssen sie meist flugs einen Beitrag draus zimmern. Realität hin oder her! Das war beim hier bereits erwähnten Abfang-Jäger so und das steckt wohl auch hinter der Kubo-Krise. Wobei bei der Kuba-Krise damals die ganze Welt den Atem anhielt. Dass FCN-Neuzugang Yuya Kubo in der Kicker-Benotung erst eine 2 und dann nur noch 4er und 5er bekam, lässt jetzt nicht einmal Hardcore-Fans den Atem stocken.

2. Von Stefan Kuntz nominiert zu werden, ist jetzt nicht unbedingt der Ritterschlag. Schließlich hat der Trainer der U21-Nationalmannschaft auch Abdelhamid Sabiri in sein Team geholt. Trotzdem gratulieren wir Clubstürmer Törles Knöll natürlch zu diesem Karriereschritt.

3. Im DFB-Pokal muss der Club Anfang Februar gegen der HSV ran. Der ist inzwischen Spitzenreiter in der 2. Liga, kann also einen Dämpfer vertragen.

4. Nach Michael Wimmer und Reiner Geyer droht dem Nachwuchsleistungszentrum der FCN ein weiterer Verlust. Clublegede Marek Mintal, der die U17 des FCN betreut, hat die Gerüchte um seinen Weggang jedenfalls nur mit den Worten kommentiert: Davon habe er auch schon gehört. Ein Dementi sieht anders aus.

Die Woche:

Wer dachte, der als Tabellenletzter angereiste VfB würde sich hinten reinstellen, sah sich getäuscht. Die Stuttgarter ließen es durchaus offensiv angehen, so dass sich zumindest 15 Minuten lang ein munterer Kick entwickelte, ohne dass es allerdings zu zwingende Gelegenheiten vor dem Tor kam. Danach zog sich der Club zurück, verlor dabei aber immer mehr den Zugriff auf das Spiel. Schließlich kam er kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus und konnte von Glück sagen, dass der VfB in der Verwertung seiner Chancen deutlich machte, warum er in der Tabelle unten drin hängt.

Getäuscht sahen sich dann aber auch diejenigen, die auf einen neuerlichen Pausenweckruf gehofft hatten. In der zweiten Halbzeit ging es genauso weiter. Der VfB drängte aufs Clubtor. Zwar deutete sich für den FCN der eine oder andere Konter an, aber irgendwie klemmte das Offensivspiel. Zum einen lag das am Gegner, der früh Druck machte und unsere Mannschaft daher kaum zu einem geordneten Spielaufbau kommen ließ. Zum anderen machte sich auch das Fehlen von Mikael Ishak bemerkbar, der offenbar der einzige ist, der vorne mal einen Ball sichern kann. Die Hoffnung ruhte nun darauf, der Clubtrainer könnte wieder einen Matchwinner einwechseln. Palacios, derfür Kerk kam, war das allerdings schon mal nicht. Dann wollte Köllner Petrak für Behrens einwechseln. Kurz vorher hatte der VfB aber eine seiner vielen Ecken. Die wehrte Robert Bauer genau zu Baumgartl ab, der die Einladung dann dankend annahm.

Danach folgte auch schon die nächste Enttäuschung: Ein Aufbäumen in diesem Schlüsselspiel war nicht zu erkennen. Fahrig und lethargisch ging es auf FCN-Seite weiter. Schon zarte Ansätze von Offensivbemühungen scheiterten an den nun auch selbstbewussteren Stuttgartern und an eigenem Unvermögen. So war dann das 2:0 durch den eingewechselten Thommy – übrigens wieder nach einer Ecke – die logische Folge. Zuvor hatte Mathenia noch zwei Mal bravourös einen weiteren Treffer verhindert.

Gut, der VfB – das wusste jeder – ist nicht so schwach, wie das die Tabelle ausweist. Andererseits kam vom Club einfach zu wenig, um die Verunsicherung auszunutzen. Auch das Konzept, den Gegner kommen zu lassen und dann Konter zu setzen, ging in die Hose. Der Club, das muss leider gesagt werden, präsentierte sich heute als Top-Abstiegskandidat. Bedauerlicherweise wird das auch noch durch die Faktenlage belegt. Denn nicht nur Stuttgart machte auf uns Boden gut, auch Hannover und Düsseldorf konnten gewinnen. Insofern: ein Spieltag zum Vergessen.

Ein Letztes:

Selbst wenn es mit dem Klassenerhalt dann doch nicht klappen sollte, für seinen Heimatort hat sich Clubtrainer Köllner mit Hilfe der beiden Torschützen von Augsburg nachhaltig verdient gemacht.