Erfolgreiche Abwehrschlacht

Die 3/7-Woche:

Erinnert ihr euch noch, als wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit „Bader raus!“ getwittert haben? Nun, das können jetzt die Fans des FC Kaiserslautern schon mal üben. Wobei wir dem dortigen neuen Vorstandschef natürlich alles Gute wünschen. Vor allem wünschen wir ihm das wegen der Einwohner Kaiserslauterns, denen nämlich im Falle eines FCK-Abstiegs die Grundsteuer erhöht würde. Schlechter Support bedeutet also: Steuern rauf. Da sieht man mal welch soziale Aufgabe, wir Fans wahrnehmen.

Das Spiel:

Mit gleich mehreren Überraschungen gegenüber dem Regensburgspiel wartete Trainer Michael Köllner in Berlin auf. Die beiden Stammkräfte Georg Margreitter und Edgar Salli fehlten. Und das obwohl bei Salli am Dienstag endlich der Knoten geplatzt war. Auch Petrak musste pausieren. Dafür spielten Lukas Mühl, Eduard Löwen und Winter-Neuzugang Federico Palacios von Anfang an. Geschuldet war das, zumindest zum Teil, einer Systemumstellung. In der Alten Försterei agierte der Club zunächst mit einer Dreierkette und zwei Angreifern.

Prompt bauten die Gäste enormen Druck auf. So war es nicht unverdient, als Ewerton in der 11. Minute per Kopf eine Valentini-Ecke im Berliner Tor versenkte. Danach ließ es der Club freilich ruhiger angehen. Einerseits muss man in englischen Wochen mit den Kräften haushalten. Andererseits mussten schließlich die Berliner kommen, wenn ihnen der Aufstiegszug nicht aus dem Blickfeld geraten sollte. Glücklicherweise fehlte dabei die notwendige Präzision bei den oft durch Club-Fehler begünstigten Chancen. Besonders Erras und Mühl erwiesen sich mehrfach als Unsicherheitsfaktoren in der Abwehr. Dafür zeigt Löwen aufsteigende Tendenz und Ewerthons Leistung gegen Regensburg schien eher ein Ausrutscher gewesen zu sein.

In der zweiten Hälfte ging es ähnlich weiter. Union drängte den Club hinten rein, doch die FCN-Abwehr brachte immer ein Bein dazwischen. Trotzdem schien auch Trainer Köllner zu merken, dass er was schrauben muss. Er brachte in der 66. Minute Salli für den unauffälligen Debütanten Palacios und stellte auf 4-1-4-1 um. Sofort machte der Club einen sichereren Eindruck und nachdem auch noch Werner für Möhwald eingewechselt wurde, gab es wieder die eine oder andere Entlastung – für unsere Nerven, aber auch für die dauerbeschäftigte Clubabwehr.

Bei den Berlinern baute sich zunehmend Frust auf. Das „belohnte“ dann auch Schiedsrichter Patrick Ittrich. Zunächst schickte er Leistner wegen eines Fouls am Nürnberger (!) Strafraum mit Gelb-Rot runter. Wenig später durften die erst eingewechselten Spieler Hosiner und Salli vorzeitig zum Duschen. Der Berliner Spieler war Salli erst an die Gurgel gegangen, der lange ihm dafür unnötigerweise ins Gesicht. Gelb hätte es freilich auch getan. Zehn Cluberer schaukelten die knappe Führung dann gegen neun „Eiserne“ nach Hause.

Ein alles andere als glanzvoller Sieg zwar. Aber genau solche Spiele…. Doch wem sage ich das?

Ein Letztes:

Immerhin eine schöne Momentaufnahme:

Langsam darf es wieder losgehen

Die Woche:

So, das Trainingslager in Valencia ist vorbei. Zeit für einen kurzen Zwischenbericht, ehe es nach einem weiteren Test gegen Dukla Prag nächste Woche mit dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg wieder ernst wird.

1. Nach dem Weggang von Cedric Teuchert zu Schalke 04 stand erst einmal die Frage im Vordergrund, wer soll beim Club stürmen, wenn Mikael Ishak ausfällt. Verschärft wurde dies dadurch, dass der ein bisschen in Vergessenheit geratene Adam Zrelak sich in Valencia einen Muskelfaserriss zuzog und erst einmal ausfällt. Zusätzlich will Trainer Köllner eventuell verstärkt auf die Dreikette setzen und mit zwei Stürmern antreten. Mit Federico Palacios von RB Leipzig und den vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Marvin Stefaniak bekommt Köllner aber die gewünschten Optionen im Sturm. Wobei bei Palacios schon die ersten „Fans“ Ablehnung signalisierten, weil der sich an die Brause-Heinis verkauft habe. Kann man nur sagen: Leute, lasst den Scheiß! Das ist schon beim FC Kaiserslautern schief gegangen. Außerdem können wir uns doch freuen, wenn verlorene Schäfchen den Weg zurück zur Herde finden.

2. Weiter hinten gab es hingegen nicht den akuten Handlungsbedarf, nachdem Leibold, Möhwald und Kammerbauer (alle haben auslaufende Verträge) signalisiert hatten, sich vorerst beim Club für den Wiederaufstieg zu engagieren. Trotzdem präsentierte der FCN mit Ulisses Garcia von Werder Bremen einen neuen Linksverteidiger, der bei den Testspielen übrigens am ehesten den Eindruck vermittelte, sofort einsetzbar zu sein.

3. Wie das so ist, wenn nicht gespielt wird, da wird dann selber ein bisschen an der Nachrichtenlage geschraubt. So kursierten allerlei Gerüchte über weitere Neuzugänge. Da war etwa der in Metz gescheiterte ehemalige FCN-Verteidiger Philipp Wollscheid, oder unser alter Bekannter Stefan Kießling . Auch Ex-Nationalspieler Marko Marin wurde gehandelt. Und natürlich Pascal Köpke, bei dem sogar dynamische Allerweltsgestern bei Instagram als Fingerzeig für einen Wechsel Richtung Nürnberg gewertet werden.

Die Spiele:

Womit wird bei den Spielen wären. Im ersten Testspiel gegen KAA Gent verlor der Club zwar mit 0:1. Dennoch war der Eindruck eher positiv. Vor allem Torwart Bredlow, der den Kampf um die Nummer 1 gegen Thorsten Kirschbaum auch wegen dessen neuerlicher Verletzung gewonnen haben dürfte, konnte sich auszeichnen. Ondrej Petrak konnte auf der Sechserposition ebenfalls Pluspunkte machen. Gegen die deutlich limitierteren Schotten von Heart of Midlothian hatte die gar nicht einmal bestbesetzte Club-Mannschaft praktisch gar keine Probleme und siegte mit 5:0. Das Spiel bekräftigte den Clubtrainer auch darin, häufiger mal auf die Dreierkette zu setzen.

Ein Letztes:

Zum Testspiel gegen die Schotten präsentierte „Club-TV“ den kindgerechten Sportkommentar. Vielleicht sollte man dafür die Alterskategorie „bis 12“ einführen.

Gute Leistung nicht belohnt

Unwirtliches Wetter, arbeitnehmerfeindlicher Termin und dann auch noch das Parallelspiel im GEZ-TV: Kein Wunder, dass nur 25.000 Zuschauer ins Morlock-Stadion kamen. Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass der Club in der Vergangenheit gegen Bundesligisten immer kaum Land sah. Das war gegen den VfL Wolfsburg diesmal nicht der Fall. In der ersten Halbzeit waren wir durchaus ebenbürtig. Der Club hatte sogar die größere Zahl an Torchancen. Nach einer halben Stunde tankte sich erst der diesmal von Beginn an spielende Eduard Löwen durch, verfehlte das Tor aber knapp. Eine Minute später passte Hanno Behrens super auf Möhwald, der vergab aber überhastet. Allerdings hätte auch der Bundesligist ein Tor erzielen können, zum Beispiel in der 41. Minute als Dimata am herauseilenden Bredlow scheitert. Von einem Klassenunterschied war aber dennoch nichts zu spüren.

In der zweiten Hälfte machte der Club zunächst weiter mehr Druck. Die größte Chance hatte dabei Behrens in der 56. Minute als Tisserand für den bereits geschlagenen Keeper Grün Zentimeter vor der Linie klärte. Kurz darauf musste erneut Grün gegen Salli klären. Doch dann kamen die Wolfsburger, bei denen jetzt der frühere Cluberer Daniel Didavi mitspielte. Mehr als ein Pfostenschuss durch Malli in der 78. Minute kam dabei nicht rum.

So ging das Spiel in die Verlängerung. Damit war die Köllner-Vorgabe, gut auszusehen und dem Bundesligisten alles abzuverlangen schon erfüllt. Das spürte man leider auch auf dem Rasen. Die Konzentration ließ sichtlich nach. Aber die Wolfsburger brauchten dennoch ein Gurkentor, um den Club in die Knie zu zwingen. In der 96. Minute war es Uduokhai der nach einem Gewühl im Strafraum am schnellsten schaltete (Clubkeeper Bredlow kam etwas zu zögerlich raus) und den Ball zum 1:0 ins FCN-Tor stocherte. Verdient, wie der Sky-Reporter behauptete, war das nicht. Der Club war insgesamt die bessere Mannschaft. Die Wolfsburger Millionenkicker wirkte eher wie Ferraris im Stadtverkehr. Irgendwie brachten sie ihr Potenzial nicht auf den Boden.

Danach war der Käse eigentlich gegessen, denn beim Club paarte sich Frust mit ersten Ermüdungserscheinungen. Eigentlich wäre jetzt die Gelegenheit gewesen, Cedric Teuchert einzuwechseln und ihm die Gelegnehit zu geben, sich bei solventen Vereinen zu empfehlen. Aber Trainer Köllner brachte zunächst Kammerbauer. Erst vier Minuten vor Schluss ließ er Teuchert dann doch noch auflaufen. Doch prompt nutzte Didavi eine unglückliche Vorlage von Tobias Werner zum 2:0 und das war´s dann.

Das Glück war diesmal jedenfalls nicht bei den Tüchtigen. Insofern kann sich der Club trotz Pokal-Aus erhobenen Hauptes in die Winterpause verabschieden und sich dann voll auf den Wiederaufstieg konzentrieren. Angst vor der Bundesliga müssen wir, diese Erkenntnis kann man aus der unglücklichen Niederlage mitnehmen, jedenfalls nicht haben.

Zum Glück ist jetzt Sommerpause

Mit einem 0:1 beim 1. FC Kaiserslautern hat sich am Sonntag auch der Club in die Sommerpause verabschiedet. Und soll ich euch was sagen? Zeit wurde es! Dass ich bei all meiner Fußballverrücktheit mal so etwas von mir geben würde, hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht zu träumen gewagt. Dass es so weit kommen konnte, liegt vor allem daran, dass ich momentan diesen Affenzirkus Profifußball einfach leid bin. In München, wo gestern die langweiligste aller Bayern-Meisterschaften dermaßen durchexerziert wurde, dass einem als Fußballfreund vor lauter Fremdschämen die Haare zu Berge standen, haben sie für die perfekte Inszenierung der Bierdusche tatsächlich wasserdichte Action-Kameras an den Weizengläsern befestigt. Das alleine sagt eigentlich schon alles. Hinzu kommt eine vom Verein in Auftrag gegebene Choreografie, die das Spektakel einläutete. Ganz zu schweigen davon, dass die zweite Halbzeit acht Minuten verspätet begann, weil die Pausenshow von „Popstar“ Anastacia länger als geplant gedauert hat. weiter lesen

Der Club bleibt zweitklassig

Nach dem gefühlten Auswärtsspiel in Nürnberg am vergangenen Wochenende, für das über 15.000 Gäste-Fans aus Stuttgart sowie ein Stimmungs-Boykott der FCN-Ultras gesorgt hatten, ließ der Club am Samstag in Sandhausen ein gefühltes Heimspiel folgen. Dafür reichten rund 3000 stimmgewaltige mitgereiste Rot-Schwarze, die im Stadion am Hardtwald beinahe über die kompletten 90 Minuten die Atmosphäre dominierten. Insgesamt hatten sich 8408 Fußballfans eingefunden, um ihre Teams dabei zu unterstützen, die letzten nötigen Punkte für den Klassenerhalt in der zweiten Liga zu sammeln. Wenn man bedenkt, dass die im nordwestlichen Baden-Württemberg liegende Gemeinde Sandhausen gerade einmal 14.902 Einwohner zählt, ist das doch eine ganz stattliche Quote.
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Club kann sich leider nicht belohnen

Schade, schade, das hatte der Club nicht verdient! Nach streckenweise überzeugenden Spiel unterlag er durch ein Tor in der Nachspielzeit noch Tabellenführer VfB Stuttgart, der nach dem Spiel mit seinen zahlreichen Fans dann schon mal den wichtigen, und fast nicht mehr erwartbaren Schritt zum Aufstieg feierte.

Womit wir bei den Fans wären. Da machten die aus Stuttgart angereisten Gäste, die für ein ausnahmsweise fast gefülltes Nürnberger Stadion sorgten, mehr Betrieb als die Club-Anhänger. Das lag nicht nur an deren Quantität, sondern auch daran, dass den Nürnberger Ultras wieder mal irgendetwas Verstummendes über die Leber gelaufen ist. weiter lesen

Frankenderby zum Abgewöhnen

Dass der fränkische Profifussball auf den Hund gekommen ist, das kann man leider nicht bloß der Tabelle entnehmen. Was da heute in der Würzburger Flyeralarm-Arena von den beiden Mannschaften abgeliefert wurde, hatte mit besagter Sportart nur noch wenig zu tun. Ein Spielfluß war kaum erkennbar. Spielideen und ein Spielplan auch nicht. Wobei man den Würzburgern zumindest attestieren muss, dass sie wohl die Absicht hatten, nach der frühen Führung eher destruktiv ans Werk zu gehen.

Bis zur 10. Minute hatte nämlich der Club noch durchaus ansehnlich agiert, sich eine Überlegenheit erspielt und Druck aufs Würzburger Tor entwickelt. Allerdings ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Das gelang den Kickers bei ihrer ersten Chance ungleich besser. Rama wird von Behrens und dem erneut indisponierten Kapitän Brecko nicht attackiert und markiert so das zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich überraschende 1:0. Danach verlor der Club völlig den Faden und wurde von den Kickers zeitweise regelrecht vorgeführt. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelingt es, ein paar Chancen zu generieren. weiter lesen

Nicht schlecht, aber zu harmlos

Bis vor wenigen Wochen wäre da jede Menge Zündstoff drin gewesen. Inzwischen sind unser Ex-Manager und unser Ex-Chefscout bei ihrem neuen Verein auch abserviert worden. Dazu geht für den Club nach oben nichts mehr und nach unten nicht mehr viel. Insofern wra das eine gute Gelegenheit für den aktuellen Clubcoach Michael Köllner, beim Spiel in Hannover seine taktischen Umstellungen einzustudieren.

Wobei sich die diesmal in 4-3-2-1 auflaufende Mannschaft mittlerweile schon fast von selbst aufstellte. Zehn Ausfälle sind zu beklagen. So musste dann sogar der angeblich kranke Dave Bulthuis ran. Nicht verwunderlich also, dass einem zu Beginn des Spiels angst und bange werden musste um unseren Club. Hannover legte furios los und hatte eine Torchance nach der anderen. Doch nach gut zehn Minuten hatte sich die Notelf gefunden und der Elan der 96er verpuffte. Plötzlich versuchte es die von ihrem Hörgerätehersteller zum Aufstieg verdonnerte Mannschaft mit weiten, aus der Verzweiflung geborenen Pässen. Auf der anderen Seite schaffte es der Club aber leider auch nicht, offensiv etwas zu reißen. Folgerichtig ging es mit einem 0:0 in die Pause. weiter lesen

Sogar der Schiri hatte Mitleid mit dem Club

Eigentlich war das eine klare Sache. Der KSC kam als Tabellenletzter nach Nürnberg, hatte zahlreiche Ausfälle zu beklagen, ein Spieler war in einen Wettskandal verwickelt, ein anderer (Valentini) möglicherweise mit den Gedanken schon woanders. Was sollte da schon schief gehen?

Bei normalen Mannschaften könnte man so denken. Beim Ckub nicht. Da ging – zumindest eine Stunde lang – so ziemlich alles schief, was schief gehen kann. Kaum ein Pass erreichte den eigenen Mann, Torchancen gab es praktisch überhaupt nicht, Spieler signalisierten, dass sie keine Anspielstation finden und die Fans waren letztlich dankbar für einen Gegner, der das alles nicht auszunutzen in der Lage war. Bis zur 24. Minute. Da zog der Karlsruher Sallahi aus 30 Metern eher alibimäßig in Richtung des wieder von Raphael Schäfer gehüteten Clubtors ab. Der Ball wäre weit vorbei gegangen, wenn er nicht Breckos Oberkörper getroffen hätte und von da ins rechte Toreck abgefälscht worden wäre. Ein Kacktor, das aber zu dem Kackspiel passte, das da im möglicherweise bald nach dem Club-Idol Max Morlock benannten Stadion zusammengestopselt wurde.

Es wurde sogar noch schlimmer. Der KSC konnte sich zurückziehen und der Club musste das zeigen, was er bekanntlich nicht kann: das Spiel machen. Das Ergebnis war an Armseligkeit kaum zu überbieten. Keine Ideen, keine Überraschungsmomente, miemand, der die Initiative übernahm. Ein Wunder fast, dass das Pfeifkonzert zur Halbzeit eher verhalten ausfiel.

Während die Fans sich in der Pause Gedanken machten, wie wohl der geschasste Clubtrainer Alois Schwartz gerade den Nachweis dafür abfeiert, dass es offensichtlich nicht an ihm lag, machte der Club zu Beginn der zweiten Hälfte nicht den Eindruck, irgendwie das Ruder herumreißen zu können. Zwar hatten die Clubspieler mehr Ballbesitz. Vor dem Tor tauchten sie aber kaum auf. Man musste angesichts der FCN-Harmlosigkeit fast schon Mitgefühl haben.

In der 58. Minute gab es dann wenigstens etwas zu berichten. Club-Coach Michael Köllner wechselte den diesmal zunächst auf die Bank verbannten Tobias Kempe ein. Vielleicht wusste er schon, was kommen würde. Denn der aus Stuttgart stammende Schiedsrichter Martin Petersen sollte nun ins Spiel eingreifen. Zunächst tat er das in der 65. Minute. Da erwischte der KSC-Spieler Krebs den dann doch einmal in den Strafraum vorgedrungenen Kevin Möhwald leicht am Knöchel. Elfmeter! Der eingewechselte Kempe haute ihn unten links rein. Gerade einmal fünf Minuten später pfiff Petersen erneut. Diesmal hatte der KSC-Spieler Mehlem den Ball an die Hand bekommen. Wieder tritt Kempe an und haut ihn abermals unten links rein. Der Club hatte das Spiel gedreht

Ohne Hilfe des Schiris musste er dann allerdings noch etliche Ausgleichsbemühungen der Karlsruher überstehen. Wobei Schäfer mehrfach zeigen konnte, dass er es immer noch drauf hat. Am Ende drückt Petersen dann allerdings noch einmal ein Auge gnädig zu, als ein Clubverteidiger elfmeterverdächtig den Ball im 16er mit der Hand erwischte.

Dass sich der KSC verschaukelt fühlte, ist verständlich. Wir können andererseits aber immerhin einwenden, auch schon oft genug benachteiligt worden zu sein.

Nach diesem fast schon peinlichen Dreier zu jubeln oder irgendwas an der heutigen Leistung schön reden zu wollen, ist freilich nicht angebracht und wäre auch ein Fehler. Für diesen Sieg konnte die Mannschaft nichts, den hat man ihr aufgezwungen.

Sallahi 24. Minute

Schwartz kann man keinen Vorwurf machen

So hatte die Derby-Niederlage also sogar noch was Gutes: Den Umständen entsprechend (es gab keine Anzeichen) dann doch etwas überraschend beendete der 1. FC Nürnberg am Dienstag das Missverständnis Alois Schwartz. Das 0:1 in Fürth war zu viel des Schlechten. Fast ist man geneigt zu sagen: „Danke, liebes Kleeblatt“. Aber so weit kommt’s noch… Fürth bleibt Fürth.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bei diesem Trainer von Anfang an skeptisch war. Erst war es nur ein Bauchgefühl, aber nach dem zweiten Spieltag war ich mir sicher: Das passt nicht. Mir wurde vorgeworfen, dass ich zu weit weg vom Geschehen am Valznerweiher sei, um das beurteilen zu können. Es stimmt: Ich kenne Schwartz nicht persönlich und war nie bei einem Training unter ihm dabei. Was ich aber wöchentlich bei den Pressekonferenzen vor und nach den Spielen sowie auf dem Platz gesehen habe, hat mir gereicht. Und darauf, auf die Außendarstellung und auf die Ergebnisse, kommt es letztlich auch an.

Ich hätte mich gefreut, wenn ich mit meiner Kritik am zweiten Spieltag falsch gelegen wäre. Ich hatte gehofft, dass der Trainer die Kurve kratzt und mich eines Besseren belehrt. Doch selbst die kleine Erfolgsserie im Spätherbst basierte nur auf Stückwerk und Glück, weil die Gegner allesamt nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Also blieb ich bei meiner Meinung, dass Schwartz fehl am Platz ist und jetzt war.

Ihm selbst kann ich gar keinen Vorwurf machen. Er ist ja nicht erst beim Club so geworden, wie er ist. Es hat einfach von vorneherein nicht gepasst. Und diesen Schuh muss sich Sportvorstand Andreas Bornemann anziehen, der ihn für 400.000 Euro geholt hatte und der komischerweise gestern im Interview mit CEF-TV nicht so wirkte, als würde eine Trainerentlassung kurz bevorstehen. Dann kam glücklicherweise der Aufsichtsrat und bereitete dem Spuk ein Ende.

Erschien in 1.FCN

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