Zurück aus der Zwangspause

1. In unserem letzten Beitrag vor der, durch die DSGVO bedingten Zwangspause haben wir die Frage gestellt, ob der Club mit Schwung oder mit Erfahrung in die Erstligasaison gehen soll. Was das (jetzt verstärkte) Trainerteam angeht, wurde die jetzt beantwortet. Wäre schön, wenn der Dacia-Verkäufer da zurückrudern müsste.

2. Im Clubtor setzen besagte Trainer weiter auf Konkurrenz. Zwar hat Fabian Bredlow das Duell gegen Thorsten Kirschbaum – dessen Vertrag nicht verlängert wurde (danke und alles Gute!) – für sich entschieden. Jetzt bekommt er aber mit Christian Mathenia vom HSV einen neuen Mitbewerber um den Platz im Kasten an die Seite gestellt.

3. Oft sind es Kleinigkeiten. Da wird der Übeltäter zur Sturmhoffnung der Nation, während der Leidtragende jetzt vor einem Scherbenhaufen steht. Immerhin hofft man dort noch auf dringend benötigte Transfereinnahmen und die sollen unter anderem auch von Club kommen.

4. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hat seine Verdienste um den Club. Trotzdem scheint es ganz gut zu sein, dass sich eine von manchem Fan gewünschte Geschäftspartnerschaft zerschlagen hat. Für den FCN hat die plötzliche Kehrtwende von Vater und Sohn allerdings auch eine Schattenseite: Hannover 96 wird nun mit aller Macht versuchen, seinen Stürmer Niklas Füllkrug zu halten. Das heißt: Andreas Bornemann muss auf die erhofften Einnahmen aus dem Transfer des früheren Clubspielers wohl verzichten.

5. Wer hätte das gedacht? Bei der Wahl des Cluberers/Clubspielers der Saison holte sich Kapitän Hanno Behrens den Titel. Er wird Nachfolger von Raphael Schäfer. Was treibt der eigentlich?

6.Beim Club dürfte es nächste Saison andere Prioritäten als den Pokalsieg geben. Trotzdem hätten die Optimisten unter uns natürlich nichts dagegen, wenn sich das mit dem Nichtabstieg verquicken ließe. In der ersten Pokalrunde muss der Club übrigens gegen den SV Linx ran. Der erhoffte sich einen „leichten Gegner“. Mal sehen!

Ein Letztes:

Hier erst einmal eine Mahnung an alle, die meinen, sie seien zu gut für den Club. Nachgereicht wurde dann auch eine
an jene, die meinen, so jemanden „beraten“ zu wollen.

Zu den, manchen als publizistisch verzichtbar erscheinenden, Vorgängen versetzt das exklusiv berichtende Medium der Konkurrenz (die Clubfreunde sind allerdings entschuldigt) auch noch einen Seitenhieb:

Einer, der den Unterschied macht

Die Woche:

1. Am 13. Mai kommt zum Saisonfinale Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf ins Morlock-Stadion. Nach dem Spiel ist in den Facebookveranstaltungen bereits eine Aufstiegsfeier angekündigt. Da werden bei den Älteren unter uns Erinnerungen an 1999 wach. Seinerzeit wurde auch bereits eine Nichtabstiegsfeier organisiert und dann schaffte der Club es noch, das Ding zu vergeigen.

2. Die zweite Liga geht in die entscheidende Endphase. Was da eigentlich völlig überflüssig ist, sind zusätzliche Baustellen. Trotzdem wird jetzt auch noch eine Torwartdiskussion vom Zaun gebrochen. Von der hat sich der Trainer allerdings inzwischen wieder distanziert.

3. Michael Wimmer verlässt den Club und geht zum FC Augsburg. Diese Personalie dürfte sich für die meisten eher unbedeutend anhören. Allerdings: Wimmer steht für jahrelange, erfolgreiche Jugendarbeit beim Club. Und somit ist das durchaus ein Verlust.

4. Mit der Schlagzeile „Köllner ist es EGAL“ machte die Zeitung mit den diesmal besonders großen Buchstaben Stimmung gegen FCN-Trainer Michael Köllner. Wahrscheinlich hatte der aber einfach nur keine Lust auf blöde Suggestivfragen zu antworten.

Das Spiel:

Trotz der Meldungen, er sei noch nicht so weit, ließ Köllner den lange vermissten Mikael Ishak auflaufen. Das Spiel gegen die stark abstiegsbedrohten Heidenheimer begann aber wie in den letzten Wochen gewohnt. Der Club hatte zwar mehr Ballbesitz, biss sich aber an der massierten Verteidigung des Gegners die Zähne aus. Der versuchte es mit Kontern und nach einer knappen halben Stunde war es dann passiert. Verhoek traf mit einem Sonntagsschuss aus gut 30 Metern ins Dreieck. Der Club lag wieder einmal hinten.

Doch jetzt erwies sich, wie wertvoll Ishak für uns ist. Der Gegentreffer wurde diesmal zum Weckruf. Fast im Gegenzug machte Behrens auf Flanke von Leibold erst den Ausglich und eine Minute später eroberte Ishak am Strafraum den Ball, den dann Eduard Löwen im Gästetor versenkte. Beim Club war auf einmal wieder die alte Lockerheit im Sturm da. Daher war das 3:1 durch Stefaniak in der 38. Minute fast die logische Folge. Wieder geht der Assist an Ishak. Der hat allerdings durch sein Bemühen, keinen Ball verloren zu geben und den dann auch vorne festzumachen, bis die Kollegen aufgerückt sind, wesentlich zum Umschwung beigetragen. Kurz vor der Pause hatte der Clubstürmer sogar noch die Chance zum 4:1, verzog aber.

Nach der Pause kam dann Tobias Werner für Ishak, dem Köllner offenbar noch nicht die volle Spielzeit zutraute. Prompt war es vorbei mit der Torgefährlichkeit. Wobei allerdings auch Schiedsrichter Pfeifer zum Spielverderber wurde. Statt eines durchaus vertretbaren Elfers gab er Werner wegen angeblicher Schwalbe Gelb, zudem übersah er ein klares Handspiel im Strafraum. Dass es noch einmal eng wurde, hatte sich der Club jedoch selber zuzuschreiben. In der 52. Minute unterlief Bredlow eine Flanke, die der gerade erst eingwechselte Heidenheimer Dovedan zum Anschlusstreffer nutzte.

Danach hielt der Clubtorwart allerdings mehrfach in letzter Not den Dreier fest. Unnötig zu sagen, dass das uns Fans wieder ziemlich Nerven gekostet hat. Aber am Ende ging es gut. Der Club hat seine Durststrecke beendet und endlich wieder mal einen Sieg gelandet. Der ist umso wertvoller, nachdem die Konkurrenz Punkte liegen gelassen hat.

Ein Letztes:

Der Hashtag #buerofussballer ist dieser Tage wieder auferstanden. Das verspricht belanglosen Zeitvertreib für den angestellten Fan. Der denkt sich dann zum Beispiel Thomas von Spesen aus oder Daniel Bürofka. Bei sowas ist dann auch der offizielle Clubaccount mit von der Partie. Blöd nur, wenn dann auch solche Tweets eintrudelt.

Wichtige Signale

Die Woche:

1. Wichtigste Meldung der Woche: Tim Leibold verlängerte beim Club. Das ist weniger deshalb bedeutend, weil der Club so weithin auf der Linksverteidigerposition gut besetzt ist, sondern als Signal dafür, dass er nicht bloß Durchlauferhitzer für Talente, sondern auch eine Option für die Zukunft sein kann.

2. Ebenfalls für den Ruhmreichen ausgesprochen hat sich Finanzvorstand Michael Meeske. Nach dem HSV sagte er jetzt auch dem VfL Wolfsburg ab. Trotzdem seltsam diese Avancen-Häufung. Nicht ganz klar, aber beim Club eh kein Thema, ist übrigens Meeskes Einstellung zur 50+1-Regelung.

3. In der Länderspielpause hat man mal Muße, sich die Tabelle genauer anzuschauen. Da fällt auf, dass der Club zu jenen vier Mannschaften gehört, die sich keine Abstiegssorgen mehr machen müssen. Das Glas ist also auch halbvoll.

Das Spiel:

Nachdem einige Spieler geschont oder anderweitig gebraucht wurden, konnten sich im Testspiel gegen den österreichischen Zweitligisten SV Ried zwei nicht so im Rampenlicht stehende Kadermitglieder als Torschützen auszeichnen: Laszlo Sepsi und Marvin Stefaniak. Der Club gewann 2:1. Aber bei solchen Pausenevents geht es weniger ums Ergebnis als um die Erkenntnisse und das Im-Rhythmus-Bleiben.


Ein Letztes:

Nur weil die Presse teilweise etwas anderes meldete: hier nochmal eine Richtigstellung zum Darmstadtspiel. Das ging 1:1, also unentschieden, aus.

Viel Aufwand, wenig Ertrag

Die Woche:

1. Hatten wir letzte Woche noch etliche drohende Abgänge zu vermelden, hat sich inzwischen die Lage offenbar etwas entspannt. Finanzvorstand Michael Meeske fand das Interesse des HSV an ihm zwar schmeichelhaft, will aber dann doch lieber seinen Vertrag beim Club erfüllen. Tim Leibold könnte laut Clubkapitän Hanno Behrens auch bleiben. Auch Kevin Möhwald betont, es sei noch nicht entschieden, ob er wechselt. Und auch aus dem Lazarett dringt Positives. Mikael Ishak kann eventuell nach der Länderspielpause wieder eingreifen und Sebastian Kerk steht auch schon in Laufschuhen auf dem Platz.

2. Der ehemalige Clubtrainer Gertjan Verbeek hat der WAZ ein Interview gegeben. Eigentlich zu seinem abrupten Abgang beim VfL Bochum. Er sagte aber auch einiges zu seinem Vorgöängerengagement beim FCN. Zum Beispiel lobte er die Stadt Nürnberg („wunderschön“), die Fans („ein Kultclub“) und die viele Menschen, mit denen er „herzlich gern“ zusammengearbeitet habe. Dafür zieht er über unseren damaligen Manager Martin Bader ziemlich deutlich vom Leder. Der habe „keine Ahnung von Fußball“ gehabt, sich aber dennoch überall eingemischt.

3. „Der Club schlägt die Bayern“: Ein Satz, von dem viele von uns träumen. Jetzt darf man ihn hinschreiben. Denn unsere U21 hat die zweite Mannschaft des FC Bayern mit 3:1 geschlagen. Weil es „nur“ der Nachwuchs war, wurde dieser Sieg medial nicht groß abgefeiert. Dabei ist der Nachwuchs die Zukunft. Und in die können wir wohl ganz optimistisch schauen.

4. Nach den Club-Heimspielen heißt es künftig erst einmal: Leergut zurückbringen. Die Stadt Nürnberg will etwas gegen den Plastikmüll unternehmen. Die bislang verwendeten Einwegbecher werden abgeschafft.

Das Spiel:

Trainer Köllner ließ gegen die abstiegsbedrohten Darmstädter die gleichen Spieler auflaufen, die auch in Bielefeld an den Start gingen. Mit dabei also jene Stürmer, bei denen wir alle seit Wochen vergeblich auf den Ishak-Effekt hoffen. Leider ging bei Salli, Trelak und Stefaniak auch im nur mit 27.000 Zuschauern besetzten Max-Morlock-Stadion kein Knopf auf. Dabei bemühte sich die Mannschaft immerhin, Chance um Chance zu generieren. Nach dem Motto: die Masse macht´s! Dummerweise bewiesen ihr die Gäste dann nach 18 Minuten das Gegenteil. Die erste, durch Abwehrunvermögen begünstigte Gelegenheit saß gleich. Boyd kann nach einer Ecke aus drei Metern einnicken. Das ermöglichte es den Darmstädtern, sich erst recht hintenreinzustellen und genußvoll zuzusehen, wie der Club sich die Zähne ausbeißt. Wobei der erst einmal verunsichert wirkte und außer viel Ballbesitz und neuerlichen Ecken nichts zustande brachte.

Nach der Pause versuchte es unsere Mannschaft gegen die nun zeitweise mit einer Sechserkette verteidigenden Darmstädter mit Kampf und Dauerdruck. Doch das Gästetor schien wie vernagelt. Irgendwie stand immer ein Darmstädter Fuß und einmal auch der Pfosten im Weg. Und dann war er dann doch drin. Nach der 15. oder 16. Ecke musste ausgerechnet Verteidiger Georg Margreitter die Torflaute beenden. Selten wurde wohl für ein einziges Tor mehr Aufwand betrieben. Und dass das die letzten 15 Minuten so weiter ging und nicht wie erhofft der Knoten aufgegangen ist, muss man leider auch konstatieren. Es passierte nämlich nichts mehr.

Jetzt ist erst einmal Länderspielpause. Beim Club scheint die gerade recht zu kommen. Eine Auszeit, in der Verletzungen auskuriert und an etlichen Stellschrauben gedreht werden kann. Immerhin weiß die Mannschaft nun, dass sie Tore zumindest erzwingen kann.

Ein Letztes:

Wenn er Dinge verbal nicht ganz sauber eintütet, wird Clubtrainer Michael Köllner gerne zum „gebürtigen Oberpfälzer“. Auch jetzt, als er in einem Interview das D-Wort beerdigen wollte und dafür sogar einen Termin nannte: Karfreitag. Hoffentlich steht es dann nicht drei Tage später wieder auf…

Statt dem A- fällt nun das D-Wort

Die Woche:

Zumindest laut Bildzeitung steht dem Club ein personeller Aderlass bevor. Vor dem Abschied stehen demnach:

1. FCN-Finanzvorstand Michael Meeske. Der soll als Nachfiolger des beim HSV beurlaubten Heribnert Bruchhagen im Gespräch sein. Meeske kam allerdings vom innerstädtischen Rivalen St.Pauli zum Club. Er kennt also den HSV und ganz blöd ist er auch nicht.

2. Kevin Möhwald ist sich angeblich bereits mit Werder Bremen einig. Was, laut Bild, auch seine schlechte Form in den letzten Spielen erklären soll. Da Möhwald keine Anstalten gemacht hat, seinen Ende der Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern, war mit einem Wechsel leider zu rechnen. Dass er nun zu Werder will, braucht man nicht verstehen. Wenn´s dumm läuft, muss er in der Relegation mit seinem alten Verein gegen seinen neuen spielen.

3. Und da ist dann noch der mittlerweile in unserer Fangunst ziemlich abgerauschte FC Schalke ß4, der nach der Verpflichtung von Schöpf, Burgstaller und Teuchert offenbar nach weiteren Clubspielern schielt. Da gab es schon vor Wochen ein Treffen mit Tim Leibold. Nun scheint Schalke auch am Club-Allrounder und an Eduard Löwen dran zu sein. Besonders ärgerlich, dass da S04 in einer sportlich entscheidenden Phase Unruhe in den FCN bringt. Möglicherweise absichtlich. Denn so ein Kaufladen ist halt günstiger, solange er in der 2.Liga spielt.

Das Spiel:

Nach der Derbypleite hatten wir uns Wiedergutmachung, Leidenschaft, Kampfgeist und spielerisches Feuerwerk gewünscht. Doch ganz offensichtlich lag es, wenn man irgendeine Erkenntnis von der Bielefelder Alm mitnehmen will, nicht an der falschen Einstellung, dass das gegen Fürth daneben ging.

Der Club begann in Bielefeld mit einem neuformierten Sturm. Zrelak, Salli und Stefaniak sollten die Torflaute beenden. Daraus wurde leider nichts. Den Dreien gelang fast nichts. Salli machte immerhin noch Betrieb. Zrelak fiel lediglich durch seine Frisur und zwei kläglich vergebene Chancen auf. Stefaniak stand völlig neben sich.

Gut, von hinten kam auch wenig. Möhwald musste bereits nach 25. Minuten verletzt raus. Für ihn kam Löwen, dem Trainer Köllner eigentlich – und nicht zu Unrecht – eine schöpferische Pause schenken wollte.

Immerhin hielt die Abwehr lange dicht. Vor allem die Innenverteidigung (Margreitter und Ewerton) ließ wenig anbrennen. Torwart Fabian Bredlow erwischte wieder einen guten Tag und rettete ein paar Mal bravourös. Aber als sich dann alle schon mit einer neuerlichen Auswärts-Nullnummer anzufreunden schienen, passierte es doch noch. Der ansonsten so souveräne Ewerton kann eine Flanke nicht klären und Kerschbaumer nutzt die Konfusion in der FCN-Abwehr.

Nach dem Derby ist eine derart späte Niederlage natürlich ein weiterer Schlag für die Psyche. Umsomehr als das Spiel auch zeigte, dass der Club höchstens nominell einen Sturm besitzt. Angesichts dessen verbietet es sich eigentlich, weiterhin von Aufstieg zu sprechen. Stattdessen macht der gute alte Depp wieder die Runde.

…und wir dachten wirklich, beim Club hätten sich die Zeiten geändert.

Ein Letztes:

Noch ein Nachtrag zum Derby (da müsst ihr halt durch). Er belegt, dass nicht jede gekaufte Zeitung auch gelesen wird.

Nachbarschaftshilfe

Die Woche:

1. Korreliert man die Zuschauerzahlen mit der Tabellensituation, dann bleibt beim FCN augenscheinlich nur der Schluss: Je schlechter die Mannschaft, desto größer der Publikumszuspruch. Oder auch umgekehrt. Beim Derby war das Stadion nämlich ausverkauft. Zuvor hatte sich Clubtrainer Michael Köllner über das meist halbleere Morlockstadion beklagt. Dem lieben Herrn Köllner möchten wir zudem entgegenhalten, dass wir Clubanhänger anders gestrickt sind. Erfolgsorientierte Fans gehen zum FC Bayern. Dort passen auch die Anstoßzeiten. Zudem sind in der Allianzarena sämtliche Tribünen uneingeschränkt nutzbar. Und nochwas: Geht es mit dem Fußball vor lauter einseitiger Erfolgs- und Gewinnorientiertheit nicht gerade generell abwärts?

2. Trotz der Niederlage könnte das viellleicht doch für einige Zeit das letzte Frankenderby gewesen sein. Manchem Sportkollegen wäre das jedenfalls nicht unrecht. Musste er sich im Vorfeld doch jedesmal etwas einfallen lassen, um die Derbystimmung anzuheizen. Da blieb kaum ein Grashalm unerwähnt und kein „Promi“ ungefragt. Auch diesmal wurden die wieder um ihre Tipps gebeten. Wobei, wenig überraschend, die FCN-affinen einen Clubsieg und die Fürther einen Erfolg des Kleeblatts tippten. Erstaunlich eigentlich eher, dass man überhaupt 51 fränkische Prominente finden konnte.

3. Dass der Club im Sturm dringend Verstärkung braucht, war nach dem Weggang von Cedric Teuchert und der Verletzung von Mikael Ishak offensichtlich. Jetzt präsentierte der FCN einen Neuzugang für die kommende Saison: Törles Knöll. Der 20-Jährige kommt ablösefrei vom möglichen Absteiger HSV zum möglichen Aufsteiger FCN. Laut Sportvorstand Andreas Bornemann passt er „perfekt in unser Profil“.

Das Spiel:

Bei den Frankenderbys spielt die fussballerische Klasse meist keine entscheidende Rolle, sondern die Frage, wer besser mit dem Druck umgehen kann. Der lastet fast immer auf dem Club. Die Schmach gegen die Vorstadt zu verlieren…

Diesmal standen aber auch die Fürther unter Druck, hatten doch gestern die die beiden Mannschaften hinter ihnen jeweils Siege eingefahren. Es mussten also dringend Punkte her.

Dass sie die einfahren können, schien angesichts der ersten Hälfte allerdings eher unwahrscheinlich. Zwar näherten sich die Grün-Weißen ein paar Mal dem von Fabian Bredlow gehüteten Clubgehäuse, aber echte Torgefahr kam nicht auf. Der FCN hatte das Spiel im eigenen Haus, wo die Fans übrigens eine Superstimmung verbreiteten, souverän im Griff, ohne nach vorne aber allzuviel zu reißen. Da merkte man, dass Adam Zrelak kein Ishak-Ersatz und Federico Palacios schon von der Physis her kein Strafraumbrecher ist. Trotzdem dachten wir noch: Irgendwann wird schon irgendwer den Ball bei den Fürthern unterbringen.

Nach der Pause knüpfte der Club an die Dosenöffner-Suche an. Doch bereits nach vier Minuten kassierte er, völlig überraschend, den Gegentreffer. Narey ließ erst Eduard Löwen alt aussehen und dann auch Bredlow mit einem schwer zu haltenden doppelten Aufsetzer keine Chance. Jetzt ging beim Club auch noch die Souveränität flöten. Hektik mischte sich mit Verzweiflung und nun wurde noch offensichtlicher, dass vorne die Zielstrebigkeit fehlt. Trotz aller Bemühungen wurde Gästekeeper Burchert eigentlich nie ernsthaft beschäftigt. Die beste Chance hatte noch der eingewechselte Tobias Werner mit einem Kopfball, der übers Tor ging. Stattdessen machten dann die Fürther in der Nachspielzeit durch Steininger den Sack zu.

Unter den gegebenen Umständen ist so eine Derbyniederlage natürlich doppelt peinlich. Erschwerend kommt hinzu, dass Verfolger Kiel (5:0 gegen den MSV Duisburg) den Schalter wieder umgelegt hat. Jetzt braucht es den Aufstieg schon fast als Wiedergutmachung. Dann könnten wir im Nachhinein wenigstens generös behaupten, dem Nachbarn eventuell zu entscheidenden Punkten verholfen zu haben.

Dennoch wir es langsam Zeit, dass es der Club einmal schafft, den Derbydruck auf den Gegner umzuleiten.

Ein Letztes:

Dass auch Fans für das Verantwortung tragen, was sie im Netz von sich geben, das belegt das Buch von Ex-Schiedsrichter Babak Rafati. Dort spielen die Vorgänge nach dem Clubspiel gegen Mönchengladbach im Januar 2011 eine wichtige Rolle (und ja, auch wir hatten damals Rafati kritisiert).

Erfolgreiche Abwehrschlacht

Die 3/7-Woche:

Erinnert ihr euch noch, als wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit „Bader raus!“ getwittert haben? Nun, das können jetzt die Fans des FC Kaiserslautern schon mal üben. Wobei wir dem dortigen neuen Vorstandschef natürlich alles Gute wünschen. Vor allem wünschen wir ihm das wegen der Einwohner Kaiserslauterns, denen nämlich im Falle eines FCK-Abstiegs die Grundsteuer erhöht würde. Schlechter Support bedeutet also: Steuern rauf. Da sieht man mal welch soziale Aufgabe, wir Fans wahrnehmen.

Das Spiel:

Mit gleich mehreren Überraschungen gegenüber dem Regensburgspiel wartete Trainer Michael Köllner in Berlin auf. Die beiden Stammkräfte Georg Margreitter und Edgar Salli fehlten. Und das obwohl bei Salli am Dienstag endlich der Knoten geplatzt war. Auch Petrak musste pausieren. Dafür spielten Lukas Mühl, Eduard Löwen und Winter-Neuzugang Federico Palacios von Anfang an. Geschuldet war das, zumindest zum Teil, einer Systemumstellung. In der Alten Försterei agierte der Club zunächst mit einer Dreierkette und zwei Angreifern.

Prompt bauten die Gäste enormen Druck auf. So war es nicht unverdient, als Ewerton in der 11. Minute per Kopf eine Valentini-Ecke im Berliner Tor versenkte. Danach ließ es der Club freilich ruhiger angehen. Einerseits muss man in englischen Wochen mit den Kräften haushalten. Andererseits mussten schließlich die Berliner kommen, wenn ihnen der Aufstiegszug nicht aus dem Blickfeld geraten sollte. Glücklicherweise fehlte dabei die notwendige Präzision bei den oft durch Club-Fehler begünstigten Chancen. Besonders Erras und Mühl erwiesen sich mehrfach als Unsicherheitsfaktoren in der Abwehr. Dafür zeigt Löwen aufsteigende Tendenz und Ewerthons Leistung gegen Regensburg schien eher ein Ausrutscher gewesen zu sein.

In der zweiten Hälfte ging es ähnlich weiter. Union drängte den Club hinten rein, doch die FCN-Abwehr brachte immer ein Bein dazwischen. Trotzdem schien auch Trainer Köllner zu merken, dass er was schrauben muss. Er brachte in der 66. Minute Salli für den unauffälligen Debütanten Palacios und stellte auf 4-1-4-1 um. Sofort machte der Club einen sichereren Eindruck und nachdem auch noch Werner für Möhwald eingewechselt wurde, gab es wieder die eine oder andere Entlastung – für unsere Nerven, aber auch für die dauerbeschäftigte Clubabwehr.

Bei den Berlinern baute sich zunehmend Frust auf. Das „belohnte“ dann auch Schiedsrichter Patrick Ittrich. Zunächst schickte er Leistner wegen eines Fouls am Nürnberger (!) Strafraum mit Gelb-Rot runter. Wenig später durften die erst eingewechselten Spieler Hosiner und Salli vorzeitig zum Duschen. Der Berliner Spieler war Salli erst an die Gurgel gegangen, der lange ihm dafür unnötigerweise ins Gesicht. Gelb hätte es freilich auch getan. Zehn Cluberer schaukelten die knappe Führung dann gegen neun „Eiserne“ nach Hause.

Ein alles andere als glanzvoller Sieg zwar. Aber genau solche Spiele…. Doch wem sage ich das?

Ein Letztes:

Immerhin eine schöne Momentaufnahme:

Langsam darf es wieder losgehen

Die Woche:

So, das Trainingslager in Valencia ist vorbei. Zeit für einen kurzen Zwischenbericht, ehe es nach einem weiteren Test gegen Dukla Prag nächste Woche mit dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg wieder ernst wird.

1. Nach dem Weggang von Cedric Teuchert zu Schalke 04 stand erst einmal die Frage im Vordergrund, wer soll beim Club stürmen, wenn Mikael Ishak ausfällt. Verschärft wurde dies dadurch, dass der ein bisschen in Vergessenheit geratene Adam Zrelak sich in Valencia einen Muskelfaserriss zuzog und erst einmal ausfällt. Zusätzlich will Trainer Köllner eventuell verstärkt auf die Dreikette setzen und mit zwei Stürmern antreten. Mit Federico Palacios von RB Leipzig und den vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Marvin Stefaniak bekommt Köllner aber die gewünschten Optionen im Sturm. Wobei bei Palacios schon die ersten „Fans“ Ablehnung signalisierten, weil der sich an die Brause-Heinis verkauft habe. Kann man nur sagen: Leute, lasst den Scheiß! Das ist schon beim FC Kaiserslautern schief gegangen. Außerdem können wir uns doch freuen, wenn verlorene Schäfchen den Weg zurück zur Herde finden.

2. Weiter hinten gab es hingegen nicht den akuten Handlungsbedarf, nachdem Leibold, Möhwald und Kammerbauer (alle haben auslaufende Verträge) signalisiert hatten, sich vorerst beim Club für den Wiederaufstieg zu engagieren. Trotzdem präsentierte der FCN mit Ulisses Garcia von Werder Bremen einen neuen Linksverteidiger, der bei den Testspielen übrigens am ehesten den Eindruck vermittelte, sofort einsetzbar zu sein.

3. Wie das so ist, wenn nicht gespielt wird, da wird dann selber ein bisschen an der Nachrichtenlage geschraubt. So kursierten allerlei Gerüchte über weitere Neuzugänge. Da war etwa der in Metz gescheiterte ehemalige FCN-Verteidiger Philipp Wollscheid, oder unser alter Bekannter Stefan Kießling . Auch Ex-Nationalspieler Marko Marin wurde gehandelt. Und natürlich Pascal Köpke, bei dem sogar dynamische Allerweltsgestern bei Instagram als Fingerzeig für einen Wechsel Richtung Nürnberg gewertet werden.

Die Spiele:

Womit wird bei den Spielen wären. Im ersten Testspiel gegen KAA Gent verlor der Club zwar mit 0:1. Dennoch war der Eindruck eher positiv. Vor allem Torwart Bredlow, der den Kampf um die Nummer 1 gegen Thorsten Kirschbaum auch wegen dessen neuerlicher Verletzung gewonnen haben dürfte, konnte sich auszeichnen. Ondrej Petrak konnte auf der Sechserposition ebenfalls Pluspunkte machen. Gegen die deutlich limitierteren Schotten von Heart of Midlothian hatte die gar nicht einmal bestbesetzte Club-Mannschaft praktisch gar keine Probleme und siegte mit 5:0. Das Spiel bekräftigte den Clubtrainer auch darin, häufiger mal auf die Dreierkette zu setzen.

Ein Letztes:

Zum Testspiel gegen die Schotten präsentierte „Club-TV“ den kindgerechten Sportkommentar. Vielleicht sollte man dafür die Alterskategorie „bis 12“ einführen.

Gute Leistung nicht belohnt

Unwirtliches Wetter, arbeitnehmerfeindlicher Termin und dann auch noch das Parallelspiel im GEZ-TV: Kein Wunder, dass nur 25.000 Zuschauer ins Morlock-Stadion kamen. Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass der Club in der Vergangenheit gegen Bundesligisten immer kaum Land sah. Das war gegen den VfL Wolfsburg diesmal nicht der Fall. In der ersten Halbzeit waren wir durchaus ebenbürtig. Der Club hatte sogar die größere Zahl an Torchancen. Nach einer halben Stunde tankte sich erst der diesmal von Beginn an spielende Eduard Löwen durch, verfehlte das Tor aber knapp. Eine Minute später passte Hanno Behrens super auf Möhwald, der vergab aber überhastet. Allerdings hätte auch der Bundesligist ein Tor erzielen können, zum Beispiel in der 41. Minute als Dimata am herauseilenden Bredlow scheitert. Von einem Klassenunterschied war aber dennoch nichts zu spüren.

In der zweiten Hälfte machte der Club zunächst weiter mehr Druck. Die größte Chance hatte dabei Behrens in der 56. Minute als Tisserand für den bereits geschlagenen Keeper Grün Zentimeter vor der Linie klärte. Kurz darauf musste erneut Grün gegen Salli klären. Doch dann kamen die Wolfsburger, bei denen jetzt der frühere Cluberer Daniel Didavi mitspielte. Mehr als ein Pfostenschuss durch Malli in der 78. Minute kam dabei nicht rum.

So ging das Spiel in die Verlängerung. Damit war die Köllner-Vorgabe, gut auszusehen und dem Bundesligisten alles abzuverlangen schon erfüllt. Das spürte man leider auch auf dem Rasen. Die Konzentration ließ sichtlich nach. Aber die Wolfsburger brauchten dennoch ein Gurkentor, um den Club in die Knie zu zwingen. In der 96. Minute war es Uduokhai der nach einem Gewühl im Strafraum am schnellsten schaltete (Clubkeeper Bredlow kam etwas zu zögerlich raus) und den Ball zum 1:0 ins FCN-Tor stocherte. Verdient, wie der Sky-Reporter behauptete, war das nicht. Der Club war insgesamt die bessere Mannschaft. Die Wolfsburger Millionenkicker wirkte eher wie Ferraris im Stadtverkehr. Irgendwie brachten sie ihr Potenzial nicht auf den Boden.

Danach war der Käse eigentlich gegessen, denn beim Club paarte sich Frust mit ersten Ermüdungserscheinungen. Eigentlich wäre jetzt die Gelegenheit gewesen, Cedric Teuchert einzuwechseln und ihm die Gelegnehit zu geben, sich bei solventen Vereinen zu empfehlen. Aber Trainer Köllner brachte zunächst Kammerbauer. Erst vier Minuten vor Schluss ließ er Teuchert dann doch noch auflaufen. Doch prompt nutzte Didavi eine unglückliche Vorlage von Tobias Werner zum 2:0 und das war´s dann.

Das Glück war diesmal jedenfalls nicht bei den Tüchtigen. Insofern kann sich der Club trotz Pokal-Aus erhobenen Hauptes in die Winterpause verabschieden und sich dann voll auf den Wiederaufstieg konzentrieren. Angst vor der Bundesliga müssen wir, diese Erkenntnis kann man aus der unglücklichen Niederlage mitnehmen, jedenfalls nicht haben.

Zum Glück ist jetzt Sommerpause

Mit einem 0:1 beim 1. FC Kaiserslautern hat sich am Sonntag auch der Club in die Sommerpause verabschiedet. Und soll ich euch was sagen? Zeit wurde es! Dass ich bei all meiner Fußballverrücktheit mal so etwas von mir geben würde, hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht zu träumen gewagt. Dass es so weit kommen konnte, liegt vor allem daran, dass ich momentan diesen Affenzirkus Profifußball einfach leid bin. In München, wo gestern die langweiligste aller Bayern-Meisterschaften dermaßen durchexerziert wurde, dass einem als Fußballfreund vor lauter Fremdschämen die Haare zu Berge standen, haben sie für die perfekte Inszenierung der Bierdusche tatsächlich wasserdichte Action-Kameras an den Weizengläsern befestigt. Das alleine sagt eigentlich schon alles. Hinzu kommt eine vom Verein in Auftrag gegebene Choreografie, die das Spektakel einläutete. Ganz zu schweigen davon, dass die zweite Halbzeit acht Minuten verspätet begann, weil die Pausenshow von „Popstar“ Anastacia länger als geplant gedauert hat. weiter lesen