Neues Ziel: Klassenerhalt

Die Woche:

  • Was treibt eigentlich….Peter Hermann? Der bisherige Bayern-Co-Trainer sollte eigentlich seinen Sachverstand beim Club einbringen. Dort wollte man dann aber offenbar zu viel. Nach dem Motto „alter Mann ist kein D-Zug“ zog es Hermann vor, die deutsche U18-Mannschaft als Co zu betreuen.
  • Der gambische Fußballverband hat die Identität von Bakery Jatta zwar bestätigt. Beim DFB wurde aber noch keine Entscheidung getroffen. Der FCN hat daher beantragt, die Einspruchsfrist zu verlängern. In Hamburg geht das Club-Bashing weiter:
  • Palikuca und Co wollten noch einen Stürmer verpflichten und sind fündig geworden. IDer Schweizer Michael Frey soll vorne die vakante Stelle des „kantigen Stoßstürmers“ besetzen. Inzwischen sorgte ein gefühlter Neuzugang bei der U21 für Furore: Dennis Lippert. Der Linksverteidiger war trotz einer fast zweieinhalbjährigen Verletzungspause bei einem Testspiel bester Clubspieler.

Das Spiel:

Trotz der HSV-Klatsche ging der Club in Sandhausen als Favorit ins Spiel. Warum, das wurde auf dem Platz allerdings nicht klar. Der SV Sandhausen war zunächst in allen Belangen überlegen. Nach vorne fand der FCN nicht statt und hinten ließ sich dann sogar Mathenia von der Unsicherheit seiner Vorderleute anstecken. Wie schon gegen den HSV ließ sich der Club-Keeper bei einem Freistoß verladen (25. Minute).

Zehn Minuten später klapperte es erneut. Paqarada kann völlig unbehindert flanken, In der Mitte schauen Mühl und Handwerker nur zu, wie der Namensvetter unseres Kapitäns hochsteigt und Mathenia erneut überwindet. Angesichts der Chancen und der unterirdischen Leistung war der Club mit diesem 2-Tore-Rückstand noch gut bedient.

Dass er kurz vor der Pause doch noch zurück ins Spiel fand, war Torwart Fraisl zu verdanken. Der bugsierte sich einen Kopfball von Sebsatian Kerk selbst ins Netz. Nur noch 1:2.

Danach bewies Trainer Canadi, dass er nichts von Denkmalschutz hält. Für die – zuletzt allerdings schwachen – Aufstiegshelden Behrens und Ishak brachte er Jäger und Knöll. Prompt spielte der Club zumindest auf Augenhöhe mit. Kurzfristig konnte er sich sogar in der Hälfte der Gastgeber festsetzen. In der 70. Minute bedankte sich Sörensen für einen Fehler in der SVS-Abwehr mit dem Ausgleich. Verdient war der zwar nicht. Aber, sowas ist uns ja egal. Warum soll ein Favorit nicht Dusel haben. Das kennen wir schließlich von den Bayern.

Wer jetzt aber dachte, da holen wir noch den Dreier, der kennt den Club 2019 schlecht. In der 89. Minute erzielte Türpitz den Siegtreffer. Völlig frei kam er am Strafraum zum Schuss. Überheblichkeit? Unvermögen? Man weiß es nicht.

Nach der Leistung in jenem Stadion, in dem wir vor gut einem Jahr den Aufstieg feiern konnten, bleibt eigentlich nur das Fazit: Eine Wiederholung wird es so nicht geben. In keinem Stadion der Welt. Und wer gegen Sandhausen verdientermaßen verliert, der muss sich sowieso eher Gedanken darüber machen, wie er die Klasse hält.

Ein Letztes:

Immerhin hat der Club dem DFB etwas voraus.

Er hat einen Bierpartner. Der DFB nicht.

Same Procedure

Die Woche:

  • Der heutige Gast aus Hamburg bescherte uns auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Tim Leibold. Dessen Doch-Abgang, nachdem er zuvor noch Treuebekenntnisse abgegeben hatte, war, sagen wir mal, unglücklich inszeniert. Im Vorfeld hatte deshalb sein ehemaliger WG-Kumpel Sebastian Kerk ein gutes Wort für ihn eingelegt. Geholfen hat es nichts: Leibold wurde bei jeder Aktion ausgepfiffen.
  • Fast die halbe Belegschaft von Radio Gong arbeitet mittlerweile nebenbei beim FCN. Guido Seibelt wird neuerdings von seinem Kollegen Sebastian Wendl als Stadionsprecher unterstützt. Gut, dass bei Privatradios die Unabhängigkeit der journalistischen Mitarbeiter nicht allzu groß geschrieben wird.
  • Am Spielfeldrand soll beim Club künftig Gleichberechtigung herrschen. Neben den Balljungen sollen auch Ballmädchen zum Einsatz kommen. Ist zwar nur eine schlecht entlohnte Hilfstätigkeit, aber immerhin!
  • Edgar Salli spielt jetzt bei Sepsi. Der gleichnamige Ex-Clubspieler ist dort freilich nicht aktiv, sondern bei Universitatea Cluj. Das ist aber ebenfalls ein rumänischer Erstligaverein.
  • Ist der FCN-Kader aufgebläht? Obwohl sich (zugegeben, einfache Additionen sind da etwas schwierig) Zugänge und Abgänge in etwa die Waage halten, hatte die Bildzeitung spekuliert, der Club müsse noch einige Spieler abgeben. „Müssen“ stimmt wohl nicht. Dennoch könnte es noch den einen oder anderen Abschied geben, falls sich Interessenten finden. Zumal jinziwschen auch die lange angekündigte Kreativkraft fürs Mittelfeld gefunden wurde: der aus Schweinfurt stammende und zuletzt für den 1.FC Köln spielende, inzwischen aber vertragslose Johannes Geis.

Das Spiel:

In der zweiten Liga halten manche Aussagen höchstens mal eine Woche. Zum Beispiel die, dass die Clubabwehr sicher steht. Gegen den HSV hielt die Null gerade einmal 12 Minuten. Dann war es ausgerechnet der nach Hamburg gewechselte Tim Leibold, der auf Links Dampf machte, nach innen zu Dudziak flankte, der mit einer kurzen Drehung Sörensen aussteigen ließ und den Ball zum 1:0 ins Clubtor zirkelte.

Danach versuchte der Club, der bislang nach vorne überhaupt nichts zustande brachte, wenigstens offensiver zu werden. Aber so richtig gefährlich war das alles nicht. Nach einer halben Stunde zeigten die Gäste, wie das geht. Erneut war es Leibold, der kurz vor der Strafraumgrenze einen Freistoß herausholte. In der Mauer standen auch drei weiße Hamburger, die den zuvor noch hochgelobten Mathenia wohl irritierten. Sie stellten sich dem Ball nämlich nicht in den Weg, sondern duckten sich weg. Mathenia kam zu spät und der von Kittel getretene Freistoß landete zum 2:0 im Clubtor. Trainer Canadi reagierte prompt und brachte Ishak als zweiten Stürmer neben dem blassen Dovedan. Abgesehen von einem Abseitstor durch Behrens war das Sturmspiel des FCN aber weitgehend von Harmlosigkeit geprägt.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Denn nun kamen Erinnerungen an die peinlichen Klatschen im einjährigen Erstligagastspiel auf. Vorne agierte der Club weiter hilf- und planlos. Bezeichnend der Auftritt von Ishak, der schon nach dem ersten Ballverlust nur noch mit hängenden Schultern durch die HSV-Hälfte geisterte. Hinten lieferte Georg Margreitter das Gegenstück. Offenbar hatte HSV-Trainer Dieter Hecking schon vorher die Parole ausgegeben: den braucht ihr nicht stören. Prompt schien sich beim Clubverteidiger Verunsicherung einzustellen.

Ach so, Tore fielen in der zweiten Hälfte auch. In der 72. Minute hämmerte Narey den Ball zum 3:0 ins linke Eck. Nicht mal zehn Minuten später gab es noch das 4:0 (Eigentor Handwerker). Dazu rettete Mathenia noch zwei Mal bravourös. Insofern geht die Niederlage auch in der Höhe in Ordnung.

Jedenfalls wurde deutlich: Man kann auch in der zweiten Liga den gleichen Grottenkick abliefern wie in der ersten. Man kann dort auch einbrechen. Selbst gegen Mannschaften, die, wie der HSV heute, nicht brillieren oder Klassefußball zelebrieren.

Hoffen wir, dass die notwendigen Schlüsse draus gezogen werden. Immerhin haben wir die Favoritenbürde los. So wird das nämlich mit dem Wiederaufstieg nichts.

Ein Vorletztes:

Beim Auftaktspiel gegen Dresden haben die Nürnberger Fans sich ein bisschen Häme in Richtung des Aufstiegskonkurrenten VfB Stuttgart und dessen zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Dietrich nicht verkneifen können. „Dietrich, der erste Mann, der über das WLAN-Kabel gestolpert ist“, hieß es auf dem Transparent. Für ähnliche Peinlichkeiten war – die Älteren erinnern sich – früher eigentlich ein anderer (der) Club bekannt.

Ein Letztes:

…und hier noch ein Video, das zeigt, warum man die Schalke-Fans gern haben muss.

Zum Saisonstart

  • Selbst in spielfreien Zeiten wird der Clubfan mit ausreichend Lektüre beglückt. Die Substanz kann zwar nicht mit der Menge Schritt halten. Aber wenn ein Verlag einem Journalisten schon den Auslandsaufenthalt im österreichischen Trainingslager bezahlt, dann muss eben auch geliefert werden. Zum Ausgleich haben wir uns in vornehmer Zurückhaltung geübt und kommen erst jetzt – nachdem sich der Nebel gelichtet hat – zurück.
  • Neun neue Spieler hat der FCN verpflichten können. Der teuerste (2,5 Millionen) war Nikola Dovedan (offensives Mittelfeld) vom 1. FC Heidenheim. 2 Mio. soll Rechtsaußen Iuri Medeiros von Sporting Lissabon gekostet haben, wo auch der – leider inzwischen wieder zurückgekehrte, aber von Schalke 04 umgarnte – Matheus Pereira kickt. Für jeweils eine halbe Million wechselten Robin Hack (Linksaußen aus Hoffenheim) und Asger Sörensen (Innenverteidiger aus Salzburg) nach Nürnberg. 450.000 Euro kostete Fabian Schleusener (Stürmer vom SC Freiburg). Für Linksverteidiger Tim Handwerker flossen 300.000 Euro nach Köln. Ablösefrei konnte sich der Club zuvor schon Felix Lohkemper (Mittelstürmer vom FC Magdeburg), Oliver Sorg (Rechtsverteidigeer von Mitabsteiger Hannover 96) und Andreas Lukse (Ersatz für Keeper Mathenia von Trainer Canadis früheren Verein SCR Altach) schnappen.
  • Allerdings hatte der Club auch einige – mehr oder weniger – schmerzliche Abgänge zu verzeichnen. Ewerton und Tim Leibold werden künftig den Aufstiegskonkurrenten HSV unterstützen. Ebenfalls zur Konkurrenz (VfB Stuttgart) wechselte Fabian Bredlow. Eduard Löwen wird bei Hertha BSC weiter in der ersten Liga aktiv sein. Immerhin elf Millionen Euro brachten diese Abgänge dem FCN ein, so dass – Stand jetzt – ein Transferplus vor rund fünf Millionen bleibt. Zu ihren Stammvereinen zurück kehrten die Leihspieler Robert Bauer (Werder Bremen), Timothy Tillman (FC Bayern), Yuya Kubo (KAA Gent) und der bereits erwähnte Matheus Pereira (Sporting Lissabon). Noch unklar ist, wo Ivo Ilicevic und Edgar Salli landen. Bei beiden ist der Vertrag ausgelaufen.
  • Die Testspiel-Bilanz ist eher durchwachsen. Peinlichen Niederlagen gegen Bayreuth und Basel stand zum Schluss immerhin ein achtbares 1:1 gegen Paris Saint-Germain gegenüber. Eher im Zeichen der Fanfreundschaft stand das Spiel gegen Rapid Wien. Dass es eine 1:2-Niederlage gab, spielte da eine untergeordnete Rolle. Andererseits wissen wir nicht nur aus dem letzten Jahr, dass die Zahl der Testspielerfolge kaum Rückschlüsse auf den Saisonverlauf zulässt. Ernst wird es erst am Samstag in Dresden. Zumindest zeigt das Transfergeschehen, dass der Club hinter den Mitabsteigern und Fastaufsteiger HSV rangiert. Insofern ist es sicher nicht verkehrt, dass Neu-Trainer Damir Canadi zwei Jahre für den Wiederaufstieg eingeräumt werden.
  • Was das nichtspielende Personal angeht, hat sich die angekündigte Zusammenarbeit mit Peter Hermann leider zerschlagen. Dafür wurde die in der Vergangenheit häufig bemängelte Einbindung früherer Clubspieler vorangetrieben, neben Tomas Galasek und Dieter Frey ist jetzt auch Andreas Wolf fest am Valznerweiher engagiert. Apropos Wolf. Der war nicht immer nur der resolute Abräumer, sondern machte in seiner aktiven Zeit auch einige Verunsicherungsphasen durch, weshalb die Clubfreunde damals an die eher unrühmliche Mentalcoachperiode beim FCN erinnerten. Der kehrte jetzt zum zwischenzeitlich verpönten „Psychoquatsch“ zurück und ließ im Trainingslager zwei „Teambuilder“ aufmarschieren.
  • Im Testspiel gegen Paris brillierte mit Federico Palacios ausgerechnet einer, dem beim Club keine bedeutende Rolle zugedacht war. Zudem standen mit Hack und Sörensen lediglich zwei Neuzugänge auf dem Platz. Entweder ist also noch einiges an Integrationsarbeit zu leisten oder es erweist sich, dass der zweite Anzug (Canadi setzt da auch auf seinen bislang kaum eingesetzten Landsmann Lukas Jäger) durchaus ausbaufähig ist.

Ein Letztes:

Beim offiziellen Mannschaftsfoto vermittelte ein „Blitzer“ den irrigen Eindruck, Nürnberg sei eine Radlerstadt:

Ungewohnt aktiv

  • Die Saison ist zwar vorbei. Vom Club gibt es – vor allem wegen der Aktivitäten des neuen Sportvorstands – jedoch mehr zu berichten als sonst. Zumal ja die Spielberichte zuletzt ohnehin eher zu Redundanz tendierten. Meinen ursprünglichen Wunsch nach einer Pause (die anderen beiden Clubfreunde pausieren ohnehin schon) habe ich also erstmal zurückgestellt.
  • Die Trainerposition wird jetzt, wie erwartet, von Damir Canadi übernommen. Der 49-jährige Wiener wurde für zwei Jahre verpflichtet. Unmissverständliches Ziel: der Wiederaufstieg. Canadi bringt übrigens mit Eric Orie seinen eigenen Co mit.
  • Die Verpflichtung Canadis sorgte für Verwerfungen bei Palikucas Ex-Verein Fortuna Düsseldorf. Dessen Trainer Friedhelm Funkel sah darin den Beweis, dass Palikuca schon länger Kontakt zu Canadi hatte und ihn eigentlich als seinen Nachfolger bei der Fortuna verpflichten wollte. Das Ganze ist wohl auch Beleg für zunehmende Mimosenhaftigkeit bei den Bundesligatrainern.
  • Lange war unklar, ob er bleibt: Jetzt hat der FCN mit Christian Mathenia sogar einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen. Auf der Torhüterposition herrscht also schon mal Klarheit, zumal auch Patrick Klandt und Jonas Weidlinger weiter an den Verein gebunden wurden. Angesichts dessen ist allerdings fraglich, was aus Fabian Bredlow wird. Er hat noch ein Jahr Vertrag.
  • Was den anderen Lichtblick in der Abstiegstruppe angeht, haben sich die Hoffnungen leider zerschlagen. Der von Sporting Lissabon ausgeliehene Matheus Pereira verlässt den Club. Mach´s gut!
  • Auch der teuerste Neuzugang der vergangenen Saison dürfte bald weg sein: Virgil Misidjan hat – und da trug wohl auch Ex-Trainer Boris Schommers mit dazu bei – keine Lust mehr auf Nürnberg
  • Als Neuzugänge stehen bereits Rechtsverteidiger Oliver Sorg vom Hannover 96 und Stürmer Felix Lohkemper vom Zweitligaabsteiger FC Magdeburg fest. Beide kommen ablösefrei. Auch der Darmstädter Marvin Mehlem könnte zum FCN wechseln. Ebenso Marvin Bakalorz. Er war sogar Kapitän beim Mitabsteiger Hannover 96. Scheint so, als würde der FCN mittlerweile besser zahlen als der Kind-Club.-
  • Erstaunlich in diesem Kontext auch, wie problemlos jetzt frühere Publikumslieblinge eingebunden werden. Neben der geplanten Rückholung von Javier Pinola wurde bekannt, dass Tomas Galasek als Jugendtrainer eingestellt werden soll. Entweder hat Palikuca da mehr Mittel zur Verfügung oder er geht anders um mit Leuten, die ihm eventuell reinreden könnten. Vielleicht stimmt auch beides.
  • Trotzdem rechnet man beim Club mit einem Zuschauerrückgang. Daher wird die Südkurve im Morlock-Stadion künftig leer bleiben. Schaut auf jeden Fall traurig und eher drittklassig aus. Kein Wunder, dass der Ruf nach einem Neubau wieder laut wird. Andererseits, wie sollte denn ein neues Stadion dimensioniert sein, damit es für eine Fahrstuhlmannschaft wie den Club längerfristig passt?

Ein Letztes:

Wieder im Fahrstuhl

Die Woche:

  • Irgendwo hatten wir immer noch eine vage Hoffnung. Aber letztlich war die durch nichts begründet. Schon seit Monaten stehen die Zeichen auf Abstieg. Dass der erst nach dem vorletzten Spieltag feststeht und das bei gerade mal 19 Punkten, grenzt eigentlich an ein Wunder. Normalerweise hätte ein derart miese Bilanz eine mehrmonatige Abschiedstour bedeutet. Andererseits beweist das auch, dass es wohl noch nie so einfach war, drinzubleiben.
  • Dem als neuen Clubtrainer gehandelten Damir Canadi eilt ein etwas zweifelhafter Ruf voraus. Menschlich sei er schlimm wird kolporiert. Der Österreicher wird im Umgang gern mal mit Peter Pacult verglichen. Allerdings habe der wenigstens gewusst, „dass er nicht Gott ist“. Allerdings springt Canadi auch mit Journalisten nicht gerade respektvoll um. Vielleicht hat dann wenigstens das Kuscheln dort ein Ende.
  • Apropos Kuscheln: Vor diesem Hintergrund fällt es dann auch kaum auf, ob der neue Clubvorstand vom Verein selber oder von anderweitig bezahlten Journalisten interviewt wird.
  • Einen Trainer, der im nahen Erlangen geboren und beim Club groß geworden ist, und der von daher gut zum FCN passen würde, hat sich jetzt laut Bild der 1. FC Köln geangelt: Achim Beierlorzer.
  • Defizite bei einem gewissen Herrn Sabiri auszumachen, ist nicht schwer. Zumal der frühere Clubspieler inzwischen – meistens als Ersatzspieler – mit seinem Verein aus der ersten englischen Liga abgestiegen ist. Dass er sich jetzt mit seinem alten Verein beschäftigt, mag man als Nachtreten bezeichnen. Ein Schuh wird aber auch draus, dass ihn Bornemann und Köllner los haben wollten und die beiden jetzt nicht mehr da sind. Für eine Rückführung zum FCN gibt es aber wohl noch andere Hinderungsgründe.
  • Besagter Andreas Bornemann hat inzwischen beim FC St.Pauli als Sportdirektor angeheuert. Beim Club hätte er zwar noch bis nächstes Jahr Vertrag gehabt, aber dort ist man froh, ihn von der Gehaltsliste streichen zu können und zahlt ihm sogar noch eine Abfindung von 150.000 Euro.
  • Die U19 des FCN ist leider ebenfalls abgestiegen. Trotz eines 4:0 im letzten Spiel gegen die Stuttgarter Kickers geht es runter in die Bayernliga.
  • Keine schlechte Taktik, dort, wo erfolglose Vorgänger gebremst haben, Gas zu geben. Sportvorstand Palikuca kann sich eine Pinola-Rückkehr durchaus vorstellen.

Das Spiel:

Verletzungsbedingt musste Trainer Schommers diesmal umstellen. Ewerton und Pereira, mit die besten in den letzten Wochen, fehlten. Margreitter und der zuletzt nicht mal auf der Bank sitzende Misidjan kamen dafür rein. Letzterer ewar noch in Aktivposten. Bis zum Strafraum sah das beim FCN teilweise sogar ganz gut aus. Dann fehlten jedoch immer ein paar Millimeter, wurde oft die falsche Entscheidung getroffen oder zu durchsichtig gespielt. Das zog sich leider halt schon durch die gesamte Saison. Mönchengladbach hatte zwar auch zwei, drei gute Chancen, überzeugte insgesamt aber kaum. Eine konkurrenzfähige Bundesligamannschaft hätte da längst führen müssen. Die Abstiegskonkurrenz machte das vor. Während Stuttgart und Hannover vorne lagen, ging es in Nürnberg torlos in die Kabine.

Roch es da schon streng nach Abstieg, kam dann in der 56. Minute der KO. Ausgerechnet Ex-Clubspieler Drmic war es, der Mönchengladbach in Front brachte und den Club den letzten Zahn zog. Danach war die Sache eigentlich gegessen, zumal der VfB Stuttgart und Hannover nachlegten. Selbst wenn jetzt doch noch wundersamerweise jemand entdeckt hätte, wie das geht mit dem Tore schießen, es hätte nichts mehr gebracht.

Stattdessen brach der Club danach ein. Gladbach legte noch drei Dinger nach. Genau genommen nur zwei. Denn das 0:2 war ein Eigentor von Lukas Mühl.

So wurde dann eben auch deutlich, was passiert, wenn der Einsatz nicht hundertprozentig stimmt. Dann geht der Club unter. Stimmt er, dann reicht es aber auch nicht zum Sieg. Insofern ist der Abstieg folgerichtig. Jetzt wahrscheinlich auch noch als Tabellenletzter mit traurigen 19 Punkten.

Als erstklassig erwiesen sich hingegen die Fans, die den FCN trotz des 9. Abstiegs feierten und Maximilian Kerners „Iech bin a Glubberer“ intonierten.

Ein Letztes:

Palikuca könnte in jedem Film den Mafia Boss spielen. #fcn— Chris1900 (@1fcn_1990) 9. Mai 2019


Bayern am Rand einer Niederlage

Die Woche:

  • Ex-Trainer Köllner war bekanntlich bei „Blickpunkt Sport“ zu Gast. Unter anderem erzählte er dort, dass die Übernahme der Mannschaft durch Co-Trainer Boris Schommers „so nicht besprochen“ war. Muss man nicht verstehen. Schommers tut es übrigens auch nicht. Köllner fand die Formulierung später dann auch „missverständlich“. Fazit: Sendezeit und Papier verbraucht.
  • Seine (nicht unsere) wirklich wichtigen Ziele hat der FCN erreicht: Seit 12 Jahren erhält er erstmals wieder die Lizenz ohne Auflagen
  • Wie der Vater, so der Sohn. Das raunten manche, nachdem Sven Jablonski als Videoschiedsrichter das korrekte Behrens-Tor gegen Schalke verhindert hatte. Jablonskis Vater war nämlich beim ominösen Phantomtor 1994 Linienrichter. Schiedsrichter war damals ein gewisser Herr Osmers. Diesmal gab wieder ein Herr Osmers bei einem Spiel der Bayern gegen den Club den Unparteiischen. Im Kölner Keller. Harm Osmers ist aber weder verwandt noch verschwägert mit dem Phantomtor-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers. Dafür saß wiederum jener Schiedsrichter, der das Behrens-Tor aberkannte, im Videokeller bei der Bayern-Hilfsaktion im Pokalspiel gegen Bremen. So dient die Namensgleichheit dann eben doch als Wegweiser in Sumpfgebiete.

Das Spiel:

Nach den Ergebnissen vom Samstag war der Club in Zugzwang. Nur mit einem Sieg bestand eine realistische Chance, wenigstens noch den Relegationsplatz 16 zu erreichen. Trainer Schommers setzte bei der Aufstellung erneut auf Kontinuität. Allerdings rückte diesmal Eduard Löwen zu Mikael Ishak mit in den Sturm. Dafür standen bei FCB-Ballbesitz sechs Mann in der Abwehr.

In der ersten Hälfte kam der FCB so zu mehr Torchancen. Die beste als Mathenia einen Alaba-Freistoß gerade noch gegen die Latte lenken konnte. Auf der anderen Seite passierte nicht viel. Lediglich eine Unaufmerksamkeit des Bayern-Keepers hätte beinahe eine ungeahnte Möglichkeit für Löwen eröffnet. Aber Ulreich konnte den Ball gerade noch wegspitzeln.

So ging es torlos in die Pause.

Danach belohnte sich der Club endlich für sein couragiertes Spiel gegen den Tabellenführer. Eine Flanke von Kerk nahm Löwen auf. Seinen Schuss konnte Ulreich zwar noch abwehren, doch Pereira setzte den Nachschuss überlegt ins lange Eck. Jetzt war Stimmung im Stadion und der Club hatte Oberwasser. Drei Minuten später tauchen drei Cluberer vor dem Bayerntor auf. Aber Löwen bleibt am letzten Mann, an Süle hängen. Das hätte eigentlich das 2:0 und der dringend notwendige Dreier gegen heute schwache Bayern sein müssen.

Die schafften es auch danach nicht, das Clubtor in Gefahr zu bringen. Höchstens bei Standardsituationen. Etwa in der 69. Minute als James einen Freistoß erneut nur an die Latte zirkeln kann. Jetzt verstärkten die Münchner den Druck weiter. Den Ausgleich markierten sie allerdings nur mit viel Glück. Eine Kimmich-Flanke versuchte Bauer in der 75. Minute aus dem Strafraum zu schlagen, traf aber genau den hinter ihm stehenden Gnabry, von dem sich der Ball ins Clubtor senkte.

Der Club gab danach allerdings nicht auf. In der 89. Minute hatte er endlich einmal das Schiedsrichterglück, das sonst so oft gefehlt hatte. Der eingewechselte Davies hatte den ebenfalls eingewechselten Margreitter im Strafraum gefoult. Elfmeter! Nochmal die Riesenchance auf den Dreier. Nachdem Behrens zuletzt zwei Mal verschossen hatte, trat diesmal Leibold an. Aber er scheiterte am Innenpfosten. Das waren Millimeter! Aber das ist halt auch die aktuelle Situation beim Club:

Sie spielen mittlerweile gut, haben die Bayern am Rande einer Niederlage und scheitern dann an den eigenen Nerven. Wobei in der Schlussminute Mathenia wiederum nervenstark gegen den allein durchgebrochenen Coman rettete und so den, wenn auch wahrscheinlich wertlosen, Punkt rettete.

Wenn wir nur unsere Elfmeter verwandelt hätten, hätten wir wohl sechs Punkte mehr, und wären noch gut dabei. So schaut es – trotz einer guten Leistung und dem Nachweis, durchaus bundesligatauglich zu sein – leider schlecht aus.

Der Abstand zu Rang 16 ist an diesem Wochenende auf fünf Punkte angewachsen. Und inzwischen gibt es nur noch drei Möglichkeiten das wettzumachen.

Ein Letztes:

Elfmeter verschossen. Vielleicht lag´s nicht nur am Pfosten. Zuvor musste Tim Leibold nämlich in der Bild lesen, er werde beim FCN „die Flatter machen“. Tim Leibold veröffentlichte seine „Gegendarstellung“ dann via Instagram:

Wieder nichts, aber…

Die Woche:

  • Verpfiffen fühlten wir uns – wieder mal – nach dem Unentschieden gegen Schalke. Wobei die Frage ist, ob überhaupt gepfiffen wurde, bevor Hanno Behrens den Ball am Schalker Keeper Nübel vorbeispitzelte und das vermeindliche 1:0 erzielte. Schiedsrichter Dr. (so viel Zeit muss sein) Kampka soll schon vor dem Tor gepfiffen haben (was laut Sportschau auch nach intensiven Studiums der O-Ton-Aufzeichnungen aber nicht zu belegen ist). Dann wäre das Spiel unterbrochen gewesen und der Kölner Keller hätte nicht eingreifen dürfen. Dann hätte sich nur die Frage gestellt, warum pfeift der Mann so voreilig?. Andernfalls liegt der Fokus auf den Videoassistenten. Und da muss man aufpassen, nicht in den Verschwörungsmodus zu geraten. Geleitet wurde das Assistententeam nämlich von Sven Jablonski. Das ist zum einen der jüngste Bundesligaschiedsrichter, zum anderen der Sohn von Jörg Jablonski, der 1994 als Linienrichter verantwortlioch dafür war, dass damals das berühmte Phantomtor gegen den Club gegeben wurde. Bei Sven Jablonski müsste jetzt eigentlich verstärktes Laufen im Bremer Bürgerpark angesagt sein.
  • Seiner Heimatzeitung hat Ex-Clubtrainer Michael Köllner jetzt ein Interview gegeben. Demnach drückt er dem Club noch die Daumen. Angeblich habe er auch schon wieder neue Angebote. Trotzdem ist er aber am Sonntag Gast in der Trainer-Verkupplungsshow „Blickpunkt Sport“.
  • Thomas Ziemer, die Älteren erinnern sich, hat sich auch zur Situation beim FCN geäußert. Die sieht er als desolat an und glaubt, dass der Verein näher an der dritten als an der ersten Liga steht. Auch beim NLZ sieht er vieles im Argen liegen.
  • Wer geht, wer bleibt? Offenbar ist Eduard Löwen wohl am Gehen. Er ist schließlich „Jungstar“. Da wundert es nicht, wenn die Russen, neben den Frankfurtern, Interesse haben. Andererseits gingen wir alle auch davon aus, dass Matheus Pereira den Club zu Saisonende verlässt. Doch Neu-Sportvorstand Palikuca scheint da seine Beziehungen spielen zu lassen. Ungewohnter Einsatz, wenn man da an die Bornemannschen Winterpausenaktivitäten denkt.

Das Spiel:

Im Gegensatz zur Köllner-Ära muss man über die Aufstellung nicht viel Worte verlieren. Wenn sich niemand verletzt und keiner gesperrt ist, spielen bei Schommers bekanntlich immer die gleichen. Der Stabilität der Abwehr kommt das auf jeden Fall zugute. Allerdings werden auch die Konter nur mit angezogener Handbremse gefahren. Absicherung nach Hinten ist oberstes Gebot.

Gegen Bayer Leverkusen war dann in der ersten Hälfte vor allem die Abwehr gefragt. Nach etwas zehn Minuten entfachten die Werkskicker Dauerdruck, agierten aber letztlich meistens zu umständlich. Die beste Chance hatte Havertz in der 18. Minute. Mathenia konnte seinen Schuss aber noch gegen das Aluminium lenken.

Der Club hätte allerdings zehn Minuten später ebenfalls in Führung gehen können. Bender stellt sich strafstoßverdächtig Eduard Löwen in den Weg. Aber gut, den Elfer kann man auch nicht geben. Gegen den Club sowieso.

So ging es dann torlos in die Pause.

In der zweiten Halbzeit ging das einseitige Spiel leider weiter. Der Club ließ sich weiterhin hinten rein drängen. Das ging eine Stunde lang gut. Aber dann war es eben doch passiert. Nach der neunten Ecke köpfte Alario den Ball in die lange Ecke, wo Leibold zwar noch artistisch zu klären versucht. Doch die Torlinientechnik bewies, der Ball war deutlich hinter der Linie.

Eigentlich hätte der Club jetzt kommen müssen, doch da offenbarte sich eben auch, dass Leverkusen defensiv sicher stand und den Clubflügelspielern Perreira und dem eingewechselte Misidjan kaum Raum gönnte. Erst in der 83. Minute kam der Club überhaupt zur ersten Ecke. Kurz darauf kann Löwen eine Superkombination des FCN nicht im Kasten versenken. Der Club löste jetzt die Handbremse, was sich prompt rächte. Bauer verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball und Volland hatte dann wenig Probleme, den Sack zuzumachen.

Leverkusen tat sich zwar schwer, aber der Sieg geht leider völlig in Ordnung. Ärgerlich, denn so wurde die Chance, auf den Relegationsplatz zu klettern, vergeben. Immerhin hat Stuttgart verloren, so dass sich nächste Woche nochmal eine Chance eröffnet. Dann müssten wir aber gegen die Bayern gewinnen.

Eine Letztes:

Neuer Sportdirektor und dann das. Da macht sich mancher Gedanken.

Jose #Mourinho in #Nürnberg… 😲😳 #Thespecialone

(gesehen bei Erik Engelhardt auf Instagram) pic.twitter.com/RkBtAy1wgn— SteWö (@Flying_Stevie) 15. April 2019

Sie haben es immerhin versucht

Die Woche:

  • Nun hat es also doch keine acht Wochen gedauert, bis der Club endlich einen Bornemann-Nachfolger präsentieren konnte. Auserwählt wurde allerdings keine der in der Gerüchteküche gehandelten Personen. Auch keiner mit bekanntem Namen. Pali-wer, fragte sich mancher. Der 40-jährige Robert Palikuca kann immerhin darauf verweisen, den Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf in die Erfolgsspur gebracht zu haben. In Düsseldorf stand er allerdings als „Kadermanager“ in der zweiten Reihe. In Nürnberg macht er demnach einen Karriereschritt. Das soll jedoch nicht der einzige Grund für seinen Wechsel gewesen sein. Offenbar stimmte in Düsseldorf das Verhältnis zum Sportvorstand, zum Chef der Scoutingabteilung und zu Trainer Funkel nicht.
  • Wenn man jemanden nicht kennt, dann sucht mal halt im Netz nach Informationen. Die fördern dann aber auch manch Abseitiges zutage. Demnach ist Palikuća auch ein Ort in Serbien. Dem Google-Übersetzer wiederum ist die Info zu verdanken, dass der kroatische Name Palikuća „Brandstifter“ (via) heißt. Vielleicht sollte der FCN jetzt noch einen Biedermann einstellen….
  • Laut NZ (Print only) soll Palikuca nämlich noch ein Kaderplaner oder Sportdirektor zur Seite gestellt werden. Offenbar hat der Aufsichtsrat eigene und strukturelle Schwächen jetzt doch erkannt.
  • In diesem Zusammenhang sind die Vorgänge beim FC Augsburg nicht ganz uninteressant. Dort wurden – Grund war auch die Niederlage gegen den FCN – neben Trainer Manuel Baum und Berater Jens Lehmann der Technische Direktor Stephan Schwarz gefeuert. Schwarz galt lange Zeit als Kandidat für die Bornemann-Nachfolge vielleicht heuert er beim Club jetzt in anderer Funktion an.
  • Wer bleibt, wer geht? Diese Fragen rücken beim erwartbaren Abstieg natürlich verstärkt in den Fokus. Auf jeden Fall dürften die Leihspieler weg sein. Auch bei Eigengewächs Patrick Erras gibt es inzwischen Wechselgerüchte. Nicht erwähnt wurde hier Ewerton, der ebenso wie Erras zuletzt erheblich dazu beigetragen hat, dass die Abwehr stabil steht. Dafür haben nach Tim Leibold auch Enrico Valentini und Sebastian Kerk angekündigt, bei einem Abstieg beim FCN bleiben zu wollen.
  • Und was ist mit Neuzugängen? Immerhin kann der FCN vielleicht doch noch mit zusätzlichen Einnahmen aus einem Verkauf des früheren Club-Spielers Niclas Füllkrug rechnen.
  • Stolz verkündet hat der kaufmännische Vorstand des FCN, dass es bald einen neuen Fanshop in zentraler Lage geben wird. Vielleicht am Josephsplatz. Dort, wo bisher Dirndl und Trachtenjacken verkauft wurden. Allerdings wird dafür erst einmal der gut angenommene Fanshop in Höfen geschlossen. Die Freude, so überhaupt vorhanden, ist als getrübt.
  • Die Fanfreundschaft zwischen dem Club und Schalke 04 war aktuell auch Thema im Kicker. Dabei geht es auch um die Legenden, die sich darum und um ihre Ursprünge ranken.

Das Spiel:

Gegen unsere „Freunde“ hatten wir im Hinspiel fünf Tore kassiert. In der Zwischenzeit ging es bei Schalke 04 zunehmend abwärts. Wir waren eh schon unten, so dass das heute zu einem Abstiegsduell wurde, wobei es beim Club eher um den letzten Strohhalm ging.

Von Abstiegskampf war jedoch zunächst nicht viel zu spüren. Schalke brachte kaum etwas auf die Reihe. Der Club war das bessere Team. Bereits nach 13 Minuten gab es die fünfte Ecke für uns. Doch leider gelang es nicht, die zahlreichen Chancen in Zählbares umzusetzen.

Das Spiel verflachte danach etwas. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit drehte der Club wieder auf. In der 43. Minute spitzelte Behrens nach einem Abwehrfehler der Schalker den Ball an Torwart Nübel vorbei und machte das Tor. Schiedsrichter Kampka entschied allerdings fälschlicherweise auf „gestrecktes Bein“. In der Nachspielzeit gab es dann Elfmeter für den Club. Nübel hatte Pereira von den Beinen geholt. Behrens legte sich den Ball hin. Doch Nübel hält. Statt zwei standen zur Pause null Tore auf der Habenseite.

In der zweiten Hälfte kamen die Gegner ein bisschen besser ins Spiel. Unsere Mannschaft hatte wohl noch an den Ereignissen zuvor zu knabbern. Doch nach einer Stunde kam der Club wieder auf. Mehrfach parierte Nübel glänzend. In der 63. Minute klärte zudem noch ein Mitspieler auf der Linie. Das wird nichts mehr, dachten alle. Da gelang ausgerechnet dem eingewechselten Yuya Kubo das scheinbar Unmögliche. In Minute 82 köpfte er eine Flanke des – wieder mal – gefährlichsten Nürnbergers Pereira gegen den Innenpfosten, von wo er zum längst verdienten 1:0 ins Schalker Tor prallte.

Aber der Club wäre nicht der Club, wenn er so einen Vorteil nach Hause schaukeln würde. Keine zwei Minuten später konnte Mathenia einen Schuss nur nach vorne abwehren. Aus dem Hintergrund zog Mascarell einfach mal ab. Nastasic fälschte den Ball dann unhaltbar ab. Ausgleich! Unverdient! Unglücklich!

Wieder mal bekam der Club den rettenden Strohhalm nicht zu fassen. Diesmal war es wohl der letzte.

Wobei: Vielleicht kommt ja noch der hinterletzte. Gegen die Bayern.

Ansonsten nötigt zumindest die Art, wie unsere Mannschaft inzwischen auftritt, Respekt ab. Wenn Schalke mal Meister der Herzen war, dann sind wir wohl Nichtabsteiger der Herzen.

Ein Letztes:

Fast wäre es der Typ links im Bild geworden. pic.twitter.com/xzLdSKMBec— Corinna (@Kleinekoenen) 6. April 2019

Das Ufer rückt nicht näher

Die Woche:

  • Wenn Andreas Bornemann bald einen Job findet, könnte das auch die FCN-Kasse entlasten. Gerüchteweise soll er beim abstiegsbedrohten Zweitligisten FC Ingolstadt im Gespräch sein.
  • Was Bornemanns Nachfolger angeht, sollte diese Woche endlich eine Entscheidung fallen. Aufsichtsratschef Grethlein hatte zudem bei der Pressekonferenz nach dem Abgang des Sportvorstand verkündet, es werde keine acht Wochen dauern, bis ein neuer präsentiert wird. Die acht Wochen sind fast um. Aber nichts! Dass es so lange gedauert hat, lag wohl an den Schwierigkeiten, den Wunschkandidaten Markus Krösche von Paderborn loszueisen. Doch der hat inzwischen abgesagt. Er bleibt beim FCP. Wahrscheinlich hat man ihm nachdrücklich bedeutet, dass der FCN halt auch nicht unbedingt ein Karriereschritt nach oben gewesen wäre. Dass die Krösche-Verhandlungen und die Bereitschaft, eine stattliche Ablöse zu zahlen, öffentlich wurden, macht die Position einem „Ersatz“ zu finden – inzwischen wurden auch die Namen Antoine Hey und Olaf Rebbe gehandelt – bestimmt nicht besser. Profis sind im FCN-Aufsichtsrat eben nicht am Werk. Kann aber sein, dass doe dort einfach nur wieder eine Möglichkeit sehen, Geld zu sparen. Schließlich spart man sich so länger das Gehalt für teures Führungspersonal.
  • Alles wieder gut! Nach seinem Aussetzer gegen Düsseldorf hat Matheus Pereira mit dem Tor gegen Augsburg und seinen Entschuldigungsgesten an die Fans mittlerweile Absolution erhalten. Und gegen den VfB hat er dann sogar noch nachgelegt. Über die Saison hinaus bleiben wird er dennoch nicht. Für den Club ist der Leihspieler schlicht zu teuer. Das ist lange bekannt. Weshalb man auch mal die Frage stellen kann, ob man solchen „Verkaufsannoncen“ irgendwelcher Berater überhaupt ein Forum bieten sollte.
  • Dennis Lippert steigt wieder ins Training ein. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den Linksverteidiger. Der riss sich vor zwei Jahren – damals hieß der Trainer noch Alois Schwarz – das Kreuzband.
  • In der Winterpause wurde lediglich Ivo Ilicevic neu verpflichtet. Er sollte das Defizit an Bundesligaerfahrung im Kader beheben. Gegen Augsburg durfte er erstmals für ein paar Minuten ran. Danach fehlte er wieder. Wegen „muskulärer Probleme“.
  • Die letzte Woche beendete Serie von 20 Spielen ohne Sieg bedeuten in der Bundesligarangliste immerhin Platz 5 für den FCN. Platz 1 nimmt Tasmania Berlin mit 31 Spielen ein. Mit je 21 Spielen stehen Kaiserslautern, Dresden und Blauweiß Berlin auf den folgenden Plätzen. Gibt es eigentlich schon eine Rangliste für die längste Sportvorstandssuche.

Das Spiel:

Wieder ein Schicksalsspiel! Diesmal mit der Chance, das rettende Ufer in Sichtweite zu befördern. Zunächst begann der Club gegen den VfB gut. Ließ nicht viel anbrennen, brachte aber nach vorne nicht viel zuwege. Langsam kamen die Stuttgarter aber besser ins Spiel. Richtig brenzlig wurde es allerdings erst in der 34. Minute als Kempf mit einem Kopfball aus kurzer Distanz nur die Latte trifft. Fünf Minuten später schafft der Club jedoch den Aluminiumausgleich. Einen Schuss von Pereira konnte Zieler noch gegen den Pfosten lenken. Drei Minuten später macht es besagter Pereira aber besser. Zunächst setzte Behrens den Ball nach einer Ecke zwar noch an die Latte, dann war der Leihspieler aus Lissabon aber zu Stelle und drückte den Abpraller über die Linie.

Dass man solche Chancen allerdings auch vergeigen kann, bewies Ex-Nationalspieler Mario Gomez kurz danach. Ihm prallte der Ball am leeren Tor vor den Fuß. Gottseidank stocherte er vorbei.

In der zweiten Hälfte war der Club in der komfortablen Situation, auf Konter lauern zu können. Leider machte er nichts draus. Das lag auch daran, dass der in der erste Hälfte überragende Pereira etwas abbaute und sich der früh für den verletzten Kerk eingewechselte Kubo – wie übrigens auf der anderen Seite Gomez – als Chancentod profilierte. Für Kubo gab es dann kurz vor Schluss sogar noch die Höchstrafe: Er wurde für Petrak wieder ausgewechselt.

Schommers brachte zunächst Misidjan für Ishak und ließ Kubo als hängende Spitze agieren. Doch auch von Misidjan ging nicht viel Zwingendes aus. So war es in der 74. Minute Pereira der noch einmal eine gute Chance für den Club besaß, aber knapp am Tor vorbeizog.

Dann bewahrheitete sich aber leider wieder, dass sich sowas rächt. Eine Minute später nutzte Kabak die Unordnung in der Clubabwehr und erzielte den Ausgleich. Der wurde zwar vom Videoassistenten noch geprüft, da Donis, von dem der Ball zum Torschützen sprang, eventuell im Abseits stand. Aber das Tor wurde gegeben. Leider.

Danach hatte der VfB erstmal Auftrieb. Der Club musste sich erst sammeln. Doch dankenswerterweise vergab Gomez beste Chancen. Auf der anderen Seite ging es Misidjan aber nicht anders.

So blieb es beim 1:1. Ein Punkt, der wohl zu wenig ist, um noch das rettende Ufer zu erreichen. Ärgerlich vor allem, dass wieder mal die Chance verpasst wurde, einen Konkurrenten nach unten zu ziehen. Doch am Freitag kommt Schalke. Vielleicht klappt es da.

Ein Letztes:

Wenigstens am 1. April darf man doch mal erfolgsorientiert denken, oder?

„Nur so können wir uns dauerhaft in der 1. Liga etablieren“: #FCN und #SGF wollen über Fusion und Stadionneubau an der Stadtgrenze verhandeln: https://t.co/OAseH1wMze— Friends Of FCN (@clubfreunde) 1. April 2019

Wenigstens keine Klatsche

  • Die Augsburger haben versucht, sich mit der Verpflichtung von Jens Lehmann Sachverstand und Bundesligaerfahrung ins Leitungsteam zu holen. Dem Club war Ähnliches hingegen wohl zu teuer, zu plötzlich, zu ungewöhnlich… Immerhin könnte der FCN jetzt Nutznießer Augsburger Sachverstandsüberkapazitäten werden. Der bisherige Technische Direktor Stephan Schwarz ist beim FCA ins Abseits geraten und nun ein Kandidat für die Bornemann-Nachfolge.
  • So schlecht war seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch keiner in der Bundesliga. Diesen neuen Negativrekord kann sich der Club zwar an die Deppenwand hängen. Er hat allerdings auch etwas Positives, als relativ frühzeitig Planungssicherheit besteht. Ein Vorteil, den man nutzen könnte, um der Konkurrenz zuvorzukommen und jetzt schon Spieler zu kontaktieren, mit denen der Wiederaufstieg ins Visier genommen werden kann. Doch leider ist keiner da, der gegenwärtig Spieler verpflichten kann und darf. Man möchte ein bisschen verzweifeln.
  • Als Oberbürgermeister tritt Ulrich Maly nicht mehr an. Nach Ende seiner Amtszeit will er erstmal nichts tun. Ob das auch bedeutet, dass er sich als Aufsichstrat des FCN zurückzieht, ist unklar. Dessen Chef würde diesen Schritt allerdings bedauern.
  • Immerhin wäre das ein Statement gegen das Legionärswesen im Profifußball: Ein Eigengewächs mit dem Namen Nürnberger kickt beim Nürnberger Fußballverein. Für Fabian Nürnberger reichte es diesmal noch nicht zu einem Platz im Aufgebot. Aber der 19-Jährige U21-Spieler ist ganz nah dran.

Das Spiel:

Eine neue Folge aus der Serie „Auf Augenhöhe, aber leider hat es nicht gelangt“. Diesmal war Frankfurt der Schauplatz. Die dortige Eintracht ist immerhin der letzte Hoffnungsträger Deutschlands im internationalen Fußball. Genau daraus konnten wir insgeheim etwas Hoffnung schöpfen. Vielleicht sind sie ein bisschen ausgepowert, nachdem sie unter der Woche in Mailand ran mussten. Andererseits hatte der Club etliche Stammspieler zu ersetzen. Boris Schommers musste nicht nur Timothy Tillman von Beginn an bringen, sondern sogar Sebastian Kerk als Verteidiger auf Links einsetzen. Ausgerechnet Kerk war ein echter Aktivposten in der Abwehr. Leider liefen fast alle Angriffsaktionen der Frankfurter über unsere rechte Abwehrseite, die vor allem Kostic nie in den Griff bekam. Ein ums andere Mal durfte der gefährliche Flanken in den FCN-Strafraum schlagen. Immerhin eine halbe Stunde konnte sich unsere Hintermannschaft schadlos halten. Dann spielte Jovic mit einem sehenswerten Pass Kostic frei, dessen Hereingabe Hinteregger nur noch über die Linie drücken musste.

Verdient war die Führung ängst, zumal der Club außer einer Superchance von Behrens gleich nach Spielbeginn nach vorne wieder nur wenig zustande brachte und im Mittelfeld (Kubo) einfach zu langsam und gedankenträge agierte, um die Eintracht in Gefahr zu bringen.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich teilweise ein offener Schlagabtausch. Die Eintracht hatte zwar weiterhin ein Chancenplus, aber auch der Club kam zu Gelegenheiten. Doch letztlich war das dann meistens viel zu unsauber und drucklos zuende gespielt. Bezeichnend wie der eingewechselte Salli einen vielversprechenden Konter mit einem dankbaren Schuss auf Eintrachtkeeper Trapp abschloss.

Auf der anderen Seite wurden allerdings ebenfalls beste Chancen entweder von der Clubabwehr abgeblockt oder vergeben. Eigentlich ein klassischer Fall für die alte Fußballweisheit: Wenn du vorne deine Chancen nicht reinmachst, rächt sich das.

Aber mei, es ist halt der 2019er Club. Und der rächt nichts.

Der Sieg der Eintracht, daran gibt es nichts zu deuteln, war verdient. Ein Unentschieden hätte uns eh nichts geholfen. Insofern war das alles höchstens ein Beleg dafür, dass wir als praktisch feststehender Absteiger unseren Gegnern zumindest nichts schenken.

Ein Letztes (muss nochmal sein):

Herr Grindel, HERR GRINDEL! Jemand zuhause?

.@DFB_Praesident Reinhard #Grindel spricht im @DeutscheWelle-Interview über die Zukunft des Weltfußballs und mögliche neue Wettbewerbe. Doch plötzlich findet das Gespräch ein jähes Ende…

👉 https://t.co/XJoIV89F8E@FloBauerAuthor @sportschau @dw_deutsch pic.twitter.com/MvazcEgPi2— DW Sport (@dw_sport) 13. März 2019