Club belohnt sich endlich

Die Woche:

1. Als freundlich lachender Zuschauer wertet Clubtrainer Michael Köllner in seiner Freizeit Kabarettsendungen des Bayerischen Fernsehens auf. Auch anderen regionalen Medien verhilft er als Interviewpartner derzeit zu ein bisschen Glanz. Dem fränkischen Tag hat er dabei so bahnbrechende Sätze diktiert wie: „Jeder Spieler hat immer die Chance, in den Spieltags-Kader zu kommen oder sich sogar einen Startelf-Einsatz zu sichern. Voraussetzungen hierfür sind starke Leistungen im Training.“

2. Am 17.Oktober findet die Jahreshauptversammlung des FCN statt, Es dürfte diesmal wohl eher eine harmonische werden. Finanzvorstand Michael Meeske wird sich verabschieden und seinen Nachfolger einführen. Außerdem steht u.a. Oberbürgermeister Ulrich Maly als Aufsichtsrat zur Wiederwahl an.

3. Seit Saisonbeginn wird im Stadion Pfand auf Getränkebecher erhoben. Das dient der Abfallvermeidung, verursacht aber lange Schlangen und Stress bei der Pfandrückgabe nach dem Spiel. Um da Druck rauszunehmen, kann man jetzt den Becherpfand (zwei Euro) auch für einen guten Zweck spenden: für das Projekt Viva con Agua des ehemaligen Pauli-Spielers Benjamin Adrion. Ziel des Projektes ist es, ärmeren Ländern Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Zu den Guten gehört der FCN deswegen trotzdem noch nicht, denn er unterhält auch eine Partnerschaft mit Nestlé (Schöller). Dieser Konzern ist was das Trinkwasser angeht gerade in der Gegenrichtung unterwegs.

Das Spiel:

Heimsieg, der erste Dreier, was will man mehr? Dabei begann es gegen Hannover 96 erstmal wie üblich. Der Club spielte (diesmal mit Virgil Misidjan von Beginn an) gefällig, aber nicht zwingend. So begann manch einer schon wieder zu zittern, als sich die 25. Minute näherte. Geriet der Club da doch regelmäßig in Rückstand. Aber nichts da. Beinahe im Gegenteil. Denn nach einem Kopfball von Misidjan erzielte Ishak das Tor für den Club. Jubel im Stadion, Jubel vor den Bildschirmen und Jubel auf Twitter. Doch wieder mal spielte der Videobeweis den Stimmungskiller. Der Club ließ sich aber nicht beirren. Erneut war Misidjan der Ausgangspunkt. Er steuerte frei aufs 96er-Tor zu, wurde aber an der Strafraumgrenze von Albornoz von den Beinen geholt. Schiedsrichter Dankert ließ die Pfeife stecken und musste sich dann Schieber-Rufe anhören. Das war doch ein klarer Elfer, dachten die meisten. Eine gefühlte Ewigkeit später präsentierten die Videoschiris in Köln eine ganz eigene Interpretation. Freistoß und Rot für Albornoz wegen Notbremse. Den Freistoß setzte Leibold dann an den Pfosten. Danach stellten die Hannoveraner um, verstärkten die Defensive und versuchten es mit Kontern. Dem Club fiel dazu nicht viel ein. Da mussten die Ideen eben von außen kommen. Trainer Köllner wechselte nach gut 70 Minuten Törles Knöll ein und der wurde zum Matchwinner. Kaum eingewechselt zwang er erst Anton zu einem Eigentor und nur zwei Minuten später markierte er nach Ishakzuspiel das 2:0. Hannover hatte zwar danach nochmal eine Chance zum Anschlusstreffer. Aber der Club brachte den Vorsprung über die Zeit. Am Mittwoch geht es nach Dortmund. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Ein Letztes:

Ein Grund mehr, dem derzeit glücklosen Domenico Tedesco die Daumen zu drücken: