Hilferuf nach Fürth

Blogbeiträge nach Cluberfolgen werden immer besser geklickt, als nach Niederlagen oder drögen Unentschieden. Da will man dann möglichst nicht daran erinnert werden und sucht woanders Ablenkung. Insofern hätten wir hier die Chance nutzen sollen und das 6:0 in Wiesbaden gebührend abfeiern müssen. Doch interessieren uns Zugriffszahlen? Mitichten!

Deshalb ließen wir die Klicks liegen, feierten verhalten und hakten das Ganze erst einmal unter „unerklärlicher Ausrutscher“ ab. Bei den Mitkonkurrenten aus Osnabrück oder Karlsruhe kursierten ja schon Verschwörungstheorien, die verdammt an das 5:1 der Frankfurter gegen Kaiserslautern erinnerten, weswegen der fast schon gesicherte FCN dann 1999 doch noch abgestiegen ist. Gab es da Absprachen, waren gar Drogen oder Schmiergelder im Spiel?

Nun ja! Auch in der Hinrunde gab es mit dem 4:0 in Hannover schon so einen „Ausrutscher“, der dann aber nur den Blick auf die Realitäten verstellte und allenfalls den Beweis erbrachte, dass die Mannschaft zwar gewinnen kann, aber halt nur wenn Ostern und Weihnachten zusammenfallen, also wenn alles passt und der Gegner vorwiegend mit sich selber zu tun hat.

Insofern wollten wir erst einmal das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart abwarten. Da war der Club dann prompt wieder der Alte. Nichts zu sehen vom gewonnenen Selbstvertrauen, von umgestoßenen Bock oder von den – schon wieder nach oben geschriebenen – Unterschiedsspielern. Der Club fing – wie gewöhnlich – ganz nett an. leistete sich dann aber bereits in der 11. Minute den ersten Fehler (diesmal war es Margreitter, der pennte) und lag prompt 0:1 hinten. Danach lief es so, wie wir das noch aus Erstligazeiten bei frühen Rückständen gegen überlegene Teams kennen: Die „Mannschaft“ fiel in sich zusammen. Beim VfB wunderter man sich ein ums andere Mal, wie einfach gegen den Club Torchancen generiert werden konnten. Am Ende kassierte der FCN genau jene sechs Tore, die er gegen Wiesbaden noch geschossen hatte. Und damiti war er sogar noch gut bedient. Der jetzt als Aufsteiger feststehende VfB hätte nämlich locker noch mehr Treffer erzielen können gegen eine völlig desolate Clubabwehr. Wobei die Kritik an der Abwehr nur das eine ist. Nach vorne ging nämlich auch nichts. Da bestand 90 Minuten lang eigentlich nie Gefahr für den Stuttgarter Keeper Kobel. Das Ergebnis war also auch in der Höhe mehr als verdient.

Verdient hätte diese Truppe nach diesem Auftritt auch den Abstieg in die dritte Liga. Dass der mittlerweile – zumindest auf direktem Weg – nicht mehr möglich ist, haben wir den Darmstädtern zu verdanken, die gegen Wehen-Wiesbaden gewonnen haben. Am nächsten Sonntag geht es also nurmehr darum, wer in die Relegation muss, der KSC oder der FCN.

Der Club hat zwar zwei Punkte Vorsprung, muss aber noch nach Kiel, während der KSC in Fürth gewinnen muss. Da die Hoffnung, die Kieler zu schlagen, nach dem heutigen Auftritt nicht allzu groß ist, sind wir wohl auf die Hilfe des Kleeblatts angewiesen. Schlimmer kann eine Demütigung kaum sein.

Voll dabei im Abstiegsrennen

Die Woche:

1. Manchmal fällt den Kollegen ein Wortspiel ein, das sie lustig finden. Dann müssen sie meist flugs einen Beitrag draus zimmern. Realität hin oder her! Das war beim hier bereits erwähnten Abfang-Jäger so und das steckt wohl auch hinter der Kubo-Krise. Wobei bei der Kuba-Krise damals die ganze Welt den Atem anhielt. Dass FCN-Neuzugang Yuya Kubo in der Kicker-Benotung erst eine 2 und dann nur noch 4er und 5er bekam, lässt jetzt nicht einmal Hardcore-Fans den Atem stocken.

2. Von Stefan Kuntz nominiert zu werden, ist jetzt nicht unbedingt der Ritterschlag. Schließlich hat der Trainer der U21-Nationalmannschaft auch Abdelhamid Sabiri in sein Team geholt. Trotzdem gratulieren wir Clubstürmer Törles Knöll natürlch zu diesem Karriereschritt.

3. Im DFB-Pokal muss der Club Anfang Februar gegen der HSV ran. Der ist inzwischen Spitzenreiter in der 2. Liga, kann also einen Dämpfer vertragen.

4. Nach Michael Wimmer und Reiner Geyer droht dem Nachwuchsleistungszentrum der FCN ein weiterer Verlust. Clublegede Marek Mintal, der die U17 des FCN betreut, hat die Gerüchte um seinen Weggang jedenfalls nur mit den Worten kommentiert: Davon habe er auch schon gehört. Ein Dementi sieht anders aus.

Die Woche:

Wer dachte, der als Tabellenletzter angereiste VfB würde sich hinten reinstellen, sah sich getäuscht. Die Stuttgarter ließen es durchaus offensiv angehen, so dass sich zumindest 15 Minuten lang ein munterer Kick entwickelte, ohne dass es allerdings zu zwingende Gelegenheiten vor dem Tor kam. Danach zog sich der Club zurück, verlor dabei aber immer mehr den Zugriff auf das Spiel. Schließlich kam er kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus und konnte von Glück sagen, dass der VfB in der Verwertung seiner Chancen deutlich machte, warum er in der Tabelle unten drin hängt.

Getäuscht sahen sich dann aber auch diejenigen, die auf einen neuerlichen Pausenweckruf gehofft hatten. In der zweiten Halbzeit ging es genauso weiter. Der VfB drängte aufs Clubtor. Zwar deutete sich für den FCN der eine oder andere Konter an, aber irgendwie klemmte das Offensivspiel. Zum einen lag das am Gegner, der früh Druck machte und unsere Mannschaft daher kaum zu einem geordneten Spielaufbau kommen ließ. Zum anderen machte sich auch das Fehlen von Mikael Ishak bemerkbar, der offenbar der einzige ist, der vorne mal einen Ball sichern kann. Die Hoffnung ruhte nun darauf, der Clubtrainer könnte wieder einen Matchwinner einwechseln. Palacios, derfür Kerk kam, war das allerdings schon mal nicht. Dann wollte Köllner Petrak für Behrens einwechseln. Kurz vorher hatte der VfB aber eine seiner vielen Ecken. Die wehrte Robert Bauer genau zu Baumgartl ab, der die Einladung dann dankend annahm.

Danach folgte auch schon die nächste Enttäuschung: Ein Aufbäumen in diesem Schlüsselspiel war nicht zu erkennen. Fahrig und lethargisch ging es auf FCN-Seite weiter. Schon zarte Ansätze von Offensivbemühungen scheiterten an den nun auch selbstbewussteren Stuttgartern und an eigenem Unvermögen. So war dann das 2:0 durch den eingewechselten Thommy – übrigens wieder nach einer Ecke – die logische Folge. Zuvor hatte Mathenia noch zwei Mal bravourös einen weiteren Treffer verhindert.

Gut, der VfB – das wusste jeder – ist nicht so schwach, wie das die Tabelle ausweist. Andererseits kam vom Club einfach zu wenig, um die Verunsicherung auszunutzen. Auch das Konzept, den Gegner kommen zu lassen und dann Konter zu setzen, ging in die Hose. Der Club, das muss leider gesagt werden, präsentierte sich heute als Top-Abstiegskandidat. Bedauerlicherweise wird das auch noch durch die Faktenlage belegt. Denn nicht nur Stuttgart machte auf uns Boden gut, auch Hannover und Düsseldorf konnten gewinnen. Insofern: ein Spieltag zum Vergessen.

Ein Letztes:

Selbst wenn es mit dem Klassenerhalt dann doch nicht klappen sollte, für seinen Heimatort hat sich Clubtrainer Köllner mit Hilfe der beiden Torschützen von Augsburg nachhaltig verdient gemacht.

Club kann sich leider nicht belohnen

Schade, schade, das hatte der Club nicht verdient! Nach streckenweise überzeugenden Spiel unterlag er durch ein Tor in der Nachspielzeit noch Tabellenführer VfB Stuttgart, der nach dem Spiel mit seinen zahlreichen Fans dann schon mal den wichtigen, und fast nicht mehr erwartbaren Schritt zum Aufstieg feierte.

Womit wir bei den Fans wären. Da machten die aus Stuttgart angereisten Gäste, die für ein ausnahmsweise fast gefülltes Nürnberger Stadion sorgten, mehr Betrieb als die Club-Anhänger. Das lag nicht nur an deren Quantität, sondern auch daran, dass den Nürnberger Ultras wieder mal irgendetwas Verstummendes über die Leber gelaufen ist. weiter lesen