Am ersten Advent gleich vier Lichtlein angezündet

3855106929Da denkst du erst, oje, das wird heute nichts: Der auswärtschwache Club beim relativ souverän aufspielenden Tabellendritten St. Pauli, am Millerntor, wo der FCN seit 21 Jahren kein Tor mehr erzielt hat. Und dann auch noch ohne den gelbgesperrtemn Guido Burgstaller, der bislang meistens beteiligt war, wenn es mal für den Club was Zählbares gab. Die Erwartungshaltung war also niedrig.

Aber dann machte der Club die Wundertüte auf. Selten haben wir Fans derart relaxt ein Spiel verfolgen können. Spätestens nach 53 Minuten hatte sich auch der FC St.Pauli aufgegeben, so dass es diesmal eine fast schon langweilige Schlussphase zu beobachten gab. Nichts mit Nervenflattern und Bibbern bis zum Schlusspfiff. Im Gegenteil: Eine Minute vor Schluss ließ der jahrelang Torlose dann sogar noch den vierten Treffer folgen.

Doch der Reihe nach: Statt Burgstaller sollte diesmal Niclas Füllkrug vorne wirbeln und das tat er dann auch. Während der FC St.Pauli anfangs permanent auf das Gästetor drängte, nutzte der Club seine erste richtige Chance: Mit dem Knie bugsierte Füllkrug den Ball ins Hamburger Gehäuse. Danach verlagerten die Gäste das Geschehen weiter nach vorne. Bereits im Mittelfeld verpufften die meisten FCSP-Angriffe. Der Club kam sogar zu der einen oder anderen Chance und in der 43. Minute war es erneut Füllkrug, der einen Pass des diesmal gut aufgelegten Alessandro Schöpf mitnahm und dann nicht lang fackelte.

2:0 zur Pause. Wer hätte das gedacht? Aber es kam noch besser. Gerade einmal acht Minuten nach Wiederanpfiff machte dann Leibold, erneut auf Pass von Schöpf, den Deckel drauf. Während die St.Pauli-Fans unermüdlich am Anfeuern waren, hatte sich ihre Mannschaft dann wohl in ihr Schicksal gefügt. Dazu trug sicher auch bei, dass sie nie den Schlüssel fand, um die Clubabwehr zu öffnen. Wenn dann doch einmal ein Ball aufs Tor flog, war Raphael Schäfer auf dem Posten. Der Altersteilzeit-Keeper strahlt da die nötige Ruhe aus, die seinen beiden jungen Kollegen (noch, oder dauerhaft?) fehlt.

Hinten den Zahn ziehen und vorne gnadenlos effizient verwandeln, mit diesem Rezept zündete der Club dann am 1. Advent gleich vier Lichtlein an. Dass der Auswärtssieg gegen eine Mannschaft gelang, die bislang oben rangierte und auch noch als relativ heimstark gilt, lässt auf einmal wieder Aufstiegsträume blühen. Immerhin ist der Club inzwischen bereits auf Platz 6 geklettert und hat sogar die Kräuterkicker dank des besseren Torverhältnisses überholt. Die 2. Liga ist zwar relativ ausgeglichen und viel hängt da an Kleinigkeiten. Dennoch könnte es sein, dass wir mal schreiben: Der 1. Advent war der Knackpunkt, da wurden die Weichen zur Aufholjagd gestellt.