Feiermodus gegen Abstiegskampf: 2:3

Es war das letzte Heimspiel nach einer Saison, die der Clubfan wohl schnell abhaken dürfte. Dafür war diese Begegnung mit allerlei anderem befrachtet. Mit Abschieden, mit Traditionspflege, mit ungewöhnlichen Witterungs- und Platzverhältnissen. Die Punkte spielten da nicht die allerwichtigste Rolle.

Das merkte man dem Club letztlich auch an. Der Spaß am Spiel stand eher im Vordergrund als lästige Pflichtaufgaben, wie Absichern nach hinten oder Decken bei Standards. Für den Gegner, die Fortuna, ging es hingegen noch darum, den Abstieg zu vermeiden. Da brennt man eben auch noch, wenn der andere schon ans Freibier denkt. weiter lesen

Im Pokal zeigt der Club sein zweites Gesicht

756416955Der Pokal, so sagt das Phrasenschwein, hat seine eigenen Gesetze. Und es hat Recht. Selten haben wir einen so fröhlich-relaxten Fußballabend verbracht. Bereits nach 20 Minuten führte der Club mit 2:0. Und weil der offenbar wusste, dass uns das noch nicht beruhigt, legte die Mannschaft kurz vor der Halbzeit noch einmal zwei Dinger nach. 4:0 zur Pause. An solche Ergebnisse erinnern sich nur die Senioren unter uns.

Kein Wunder, dass dann in Halbzeit 2 die Luft ein bisschen draußen war. Der eingewechselte Danny Blum durfte noch das Fünfte fürs angeknackste Selbstbewusstsein einköpfen. Auch den Düsseldorfern war noch eines vergönnt. 5:1, das lässt sich sehen.

Wobei: Im Pokal gelten ja, wie gesagt, eigene Gesetze. Da zählt zum Beispiel das Torverhältnis nichts. Da blühen aber auch Mannschaften auf, die sonst vom grauen Zweitligaalltag eher gelähmt werden, denen da der Glanz fehlt und das Taktieren eine zu größere Rolle einnimmt. Aber auch im Pokal kann man taktieren. Zum Beispiel, wie der FCN heute: permanent über links angreifen, weil da die Schwachstelle der Fortuna verortet wurde. Das war aber nicht die einzige. Mit Keeper Unnerstall und Verteidiger Madlung (der auch mal beim Club als Verstärkung im Gespräch war) hatte der Fortuna-Trainer Frank Kramner zwei Neue in die Abwehr gestellt und sich verzockt. Madlung war ein permanenter Unischerheitsfaktor. Unnerstall hatte zumindest das 2:0 auf dem Gewissen, wobei da wohl eine Abseitsstellung voraus ging.

Beim 3:0 ließ Schöpf mit einem Superpass aus der Drehung auf den Torschützen Füllkrug seine Klasse aufblitzen. Die Verunsicherung nutzte dann Leibold kurz darauf sogar noch zum 4:0.

Bevor jetzt schon wieder welche von Berlin träumen: Die Fortuna war heute wirklich schwach. Andererseits: Der Club wächst im Pokal. Das kennen wir noch von 2007. Also, dranbleiben!

Verdienter Heimsieg

Dieser Heimsieg war aber so was von verdient. Obwohl Hiroshi Kiyotake wegen Grippe fehlte, gab es im Nürnberger Mittelfeld kein Kreativloch. Das füllte diesmal Markus Feulner, der ein Klassespiel machte und das auch noch mit dem zweiten Tor krönte. Allerdings muss man auch zugeben: Fortuna Düsseldorf war schon ziemlich schwach. Wenn da einer ein bisschen zielstrebiger im Clubstrafraum aufgetreten wäre, dann hätten wir ernsthafte Probleme bekommen.

Sehr viel besser war die Chancenverwertung beim FCN allerdings auch nicht. Zur Halbzeit hätte es gut und gerne 5:1 und nicht 1:0 stehen können. Aber es war nicht nur das Unvermögen der Clubspieler, sondern auch der gute Düsseldorfer Keeper Giefer, der zwei Mal fast sichere Tore verhinderte.

In der zweiten Hälfte plätscherte das Spiel zunächst etwas dahin. Der Club wartete wohl darauf, dass die Fortuna auf den Ausgleich drängt. Das tat sie dann nach gut einer Stunde auch und schon setzte das clubfanübliche Nervenflattern ein. Nicht, dass der Ausgleich verdient gewesen wäre. Aber, wir kennen das ja. Ich sage nur „Depp“.

Dafür kam der Club dann in der Schlussphase zu Kontern und prompt gab es dann kurz vor Schluss das verdiente 2:0.

Positiv: Der Club kann auch gegen einen ähnlich spielenden Gegner daheim mittlerweile Siege einfahren.
Gewohnt: Das Zittern bis zum Schluss.
Andererseits: Wenn man sich ansieht, wie langweilig die Bundesliga mittlerweile an der Spitze geworden ist, dann sind wir doch froh dass es bei uns noch ein bisschen Suspense gibt.
Weiter so, Glubb!