Ein Stadion wie Götterspeise

Wenn man sich anschaut, was da zur Zeit im Internet über unser Frankenstadion kursiert, dann fragt man sich schon, ob easyCredit nicht doch der richtige Name wäre, schließlich passt er gut zu: easyBauweise.

Das Video stammt vom letzten Heimspiel des Club gegen den BVB und vermittelt nicht gerade das Gefühl von Sicherheit (wir kennen das Phänomen freilich schon ein bisschen länger)

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Nie mehr easyCredit, nie mehr….!

arc-200603_cd6-0312So wie es aussieht bekommen die Rundfunk- und Fernsehreporter jetzt wirklich einen neuen Stadionnamen. Wir Fans haben ohnehin immer Frankenstadion gesagt – und die Deutsche Bahn ebenfalls.

Insofern könnte uns das ganze Hickhack, das Genöhle von Bankern und Clubverantwortlichen sonstwo vorbei gehen. Sollen sie doch umtaufen wie sie wollen, wir sind Traditionalisten, sonst wären wir doch keine Clubfans, sondern würden unser Mäntelchen immer in den Wind hängen. Aktuell würden wir dann in der Champions League dem FC Bayern und in der Bundesliga dem BVB zujubeln. Aber so sind wir nicht. Wir halten unserem Club die Stange, selbst in der in jeder Hinsicht unwirtlichen Adventszeit.

Trotzdem aweng mittwaffeln wollen wir schon auch. Mit Max-Morlock-Stadion könnten wir selbstverständlich leben. Auch mit originellen Namen, wie Allmächd-Arena, Hoch-Tief-Stadion oder Geld-schießt-keine-Tore-Building. Auch Atomkraft-nein-danke-Arena würden wir, um zu zeigen, dass unser Trikotsponsoring ein Witz ist, begrüßen. Vielleicht zahlt dann unser Trikotsponsor noch was extra, damit wir das nicht machen 😉

Immerhin hat der Club nun eineinhalb Jahre Zeit, sich was zu überlegen. Auch wenn gute Gedanken nicht Zeit, sondern helle Köpfe als Nährboden brauchen: right on, etwas Besseres als easyCredit wird sich doch finden lassen!

Intelligent mit dem Stadionnamen werben

Ich glaube, kreative Werbung macht allen mehr Freude. Denen, die sie entwickeln. Denen, die sie sehen. Und denen, die sie bezahlen. Markus Ruf

urn:newsml:dpa.com:20090101:101012-99-00078Das Thema Stadionnamen haben wir bislang gerne den Denglisch-Gegnern, anderen Blogs oder den Zeitungskollegen überlassen. Nicht weil uns der Name easyCredit-Stadion besonders gut gefällt, sondern weil uns ja keiner daran hindert, weiterhin Frankenstadion zu sagen. Im Gegensatz zu Rundfunk- und Fernsehanstalten bekommen wir kein Geld und keine Senderechte dafür, dass wir derartige Werbebotschaften transportieren.

Trotzdem wollen wir jetzt in die Diskussion eingreifen, denn die Geschichte ist derzeit so verfahren, dass Club-Geschäftsführer Ralf Woy laut Bildzeitung sogar einen Stadion-Neubau vorschlägt, der dann (es geht immer noch schlimmer) vielleicht Areva-Atompark heißt, oder OB Ulrich Maly versucht, schlechte Namen schön zu reden. Die Einnahmen durch den Stadionnamen, da sind sich Woy, Maly und Stadionbetreibergesellschaft einig, seien nämlich unverzichtbar. Die Teambank wiederum will aber nicht weiter für einen Namen bezahlen, der bei den Fans eher schlecht ankommt und der damit eher nervend als werbend wirkt.

Ganz offensichtlich traut sich aber niemand den (rar gesäten) Sponsoren mal die Meinung zu sagen und ihnen die Botschaft zu übermitteln: Zahlt euer Geld doch lieber für Werbung, die ankommt. Solche Werbung nennt nicht plump nur einen Produktnamen, den niemand hören mag. Solche Werbung geht notfalls auch Umwege und lässt Platz für die Interpretation des Publikums. Außer natürlich, man hält sein Publikum für Volltrottel, dann funktioniert das nicht.

Wir setzen aber einmal voraus, dass der von der Teambank offerierte Leichtkredit auch für intelligentere Zeitgenossen eine Option sein kann. Dann könnte man denen doch schon mit der Stadion-Namensgebung zeigen: Wenn ihr was Gutes habt, könnt ihr bei uns eventuell mal wegen eines Kredits nachfragen. Wenn ihr also einen derart guten Namen wie Frankenstadion habt, dann unterstützen wir den mit einem Kredit. Konkret hieße das: In den Logos stünde dann unter „Frankenstadion“ jeweils „unterstützt durch easyCredit“ oder „TeamBank“.

Das wäre dezente Werbung, die Sympathie generiert. Das würde die Teambank, die früher Norisbank hieß und jetzt eh ein lokales Bezugsdefizit hat, nicht nur mit dem 1.FCN sondern auch mit Franken in Zusammenhang bringen. Beides ist nichts, wofür man sich als Bank schämen muss.

Und wenn die Teambank lieber den Maxl Morlock sponsern will, dann soll sie das unseretwegen machen. Gegen Max-Morlock-Stadion (Fußnote: „unterstützt durch easyCredit“) hätten wir auch nichts einzuwenden.

Die Null steht – dank Schäfer & Glück

NOR_20100307_cb012.JPGVorne das sattsam bekannte Unvermögen, hinten das seit ein paar Wochen bekannte Glück – gibt zusammen ein 0:0. Gegen die SAP-Mannschaft Hoffenheim ist das immerhin ein gutes Ergebnis. Gegen die gab es zuletzt nämlich nichts zu holen.

Mal abgesehen davon, dass man bei solchen Spielen als Zuschauer eigentlich das Eintrittsgeld zurückerstattet bekommen sollte., gab es immerhin eine breite Palette an Darstellern zu begutachten. Während Club-Torjäger Bunjaku verletzt auf der Tribüne saß, durften sich statt seiner Choupo-Moting, Charisteas, Mintal und sogar noch Boakye versuchen. Bloß, wenn man praktisch nie in den Strafraum kommt, dann ist das eigentlich egal, wer da vorne den Statisten gibt. Dass der Club eigentlich nur mit Weitschüssen seine Vorwärtsbemühungen abschloss, hatte fast schon was von Verzweiflung.

Positiv bleibt also nur festzuhalten, dass Raphael Schäfer, die Latte, eine etwas stabilere Abwehr und das Glück hinten die Null sicherten. Ob der Punkt weiterhilft, wird sich weisen. Zumindest Freiburg hat einen Sieg eingefahren und Boden gut gemacht.

Ansonsten gilt: Schwamm drüber! An dieses Spiel wird sich später jedenfalls niemand mehr erinnern; umsomehr dagegen an den Last-Minute-Sieg der Frankfurter Eintracht gegen den FC Bayern (womit hier noch für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt wäre).

Die Nordkurve und die Angst vor den Fans

Blöd gelaufen! Da hat man eigens in den Umbau der Nordkurve investiert (dass das aus statischen Gründen notwendig war, übergehen wir jetzt einfach mal) und so die Zuschauerkapazität im Frankenstadion von 46.780 auf 48.553 erhöht, aber so richtig brauchen dürfte man das wohl nicht. Wollen überhaupt so viele Leute den Club beim vergeblichen Bemühen das Tor zu treffen zusehen? Ich glaube nicht!

So ist es auch kaum verwunderlich, dass Stadion-Betreibergesellschaft, Stadt und Club die Eröffnung der umgebauten Nordkurve vorziehen auf den Donnerstag, 21. Januar. Im kleinen Journalistenkreis will man das abhandeln um so nach Möglichkeit eine Verknüpfung mit dem tristen Bundesligaalltag vermeiden.

Dabei hätte es sich doch angeboten, beim ersten Heimspiel der Rückrunde gegen Frankfurt vor vollbesetztem Haus ein Probewippen zu veranstalten, vielleicht im Anschluss an ein Clubtor. Der donnerstäglich Termin für die Journalisten zeigt leider, dass nicht mal mehr die Verantwortlichen an so etwas glauben, ja wahrscheinlich sogar Angst haben, sich mit ihrem Umbau vor den Fans lächerlich zu machen.

Derby, ausnahmsweise in Fürth

Um die Merkwürdigkeit dieses Vorgangs zu erfassen, sollte man bei der Meldung einmal die Beteiligten ändern:

Borussia Dortmund trägt sein Heimspiel gegen Schalke 04 in Dortmund aus.

Würde da nicht jeder Leser sagen: Diese doofen Journalisten, die haben sie doch nicht mehr alle.

Trotzdem hat es die Mitteilung, dass Greuther Fürth das Derby gegen den Club im Fürther Ronhof austrägt, bei uns zum Aufmacher im Sport geschafft. Bislang sind die Fürther bei solchen Gelegenheiten nämlich lieber ins Frankenstadion umgezogen, das mehr Zuschauer fasst und so auch mehr Einnahmen bringt. Dafür haben sie dann im Nürnberger Stadion so Scherze gebracht, wie: „Wir wollen uns aber in den Kabinen der Heimmannschaft umziehen.“! (Ich habe die Kabinen übrigens mal gesehen, die unterscheiden sich praktisch nicht von denen der Gastmannschaft).

Nun, dieses Problem wird es diesmal zumindest nicht geben. Dafür werden Nürnberger Fans nach Fürth (in die „Westvorstadt“) pilgern müssen, was weitaus schlimmer ist. Für die Beteiligten, aber auch für unbeteiligte Fürther Bewohner und die – zur Überparteilichkeit verpflichtete – Polizei ist der Eigensinn der Fürther (warum spielen eigentlich andere unbedeutende Mannschaften, wie Freiburg, Augsburg, Ingolstadt, Ahlen, Osnabrück etc. nicht auch dauernd im Frankenstadion, wäre doch viel einfacher und für sie auch lukrativer?) alles andere als erfreulich.

Aber vielleicht sind bis zum 8. Mai schon längst sämtliche Aufstiegsträume der Nürnberger und Fürther geplatzt, was sicher ein bisschen zur Deeskalierung beitragen würde. Denjenigen, die sich darüber freuen, sei allerdings gesagt: Dann habt ihr das gleiche Theater in der nächsten Saison wieder.