Wenigstens keine Klatsche

  • Die Augsburger haben versucht, sich mit der Verpflichtung von Jens Lehmann Sachverstand und Bundesligaerfahrung ins Leitungsteam zu holen. Dem Club war Ähnliches hingegen wohl zu teuer, zu plötzlich, zu ungewöhnlich… Immerhin könnte der FCN jetzt Nutznießer Augsburger Sachverstandsüberkapazitäten werden. Der bisherige Technische Direktor Stephan Schwarz ist beim FCA ins Abseits geraten und nun ein Kandidat für die Bornemann-Nachfolge.
  • So schlecht war seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch keiner in der Bundesliga. Diesen neuen Negativrekord kann sich der Club zwar an die Deppenwand hängen. Er hat allerdings auch etwas Positives, als relativ frühzeitig Planungssicherheit besteht. Ein Vorteil, den man nutzen könnte, um der Konkurrenz zuvorzukommen und jetzt schon Spieler zu kontaktieren, mit denen der Wiederaufstieg ins Visier genommen werden kann. Doch leider ist keiner da, der gegenwärtig Spieler verpflichten kann und darf. Man möchte ein bisschen verzweifeln.
  • Als Oberbürgermeister tritt Ulrich Maly nicht mehr an. Nach Ende seiner Amtszeit will er erstmal nichts tun. Ob das auch bedeutet, dass er sich als Aufsichstrat des FCN zurückzieht, ist unklar. Dessen Chef würde diesen Schritt allerdings bedauern.
  • Immerhin wäre das ein Statement gegen das Legionärswesen im Profifußball: Ein Eigengewächs mit dem Namen Nürnberger kickt beim Nürnberger Fußballverein. Für Fabian Nürnberger reichte es diesmal noch nicht zu einem Platz im Aufgebot. Aber der 19-Jährige U21-Spieler ist ganz nah dran.

Das Spiel:

Eine neue Folge aus der Serie „Auf Augenhöhe, aber leider hat es nicht gelangt“. Diesmal war Frankfurt der Schauplatz. Die dortige Eintracht ist immerhin der letzte Hoffnungsträger Deutschlands im internationalen Fußball. Genau daraus konnten wir insgeheim etwas Hoffnung schöpfen. Vielleicht sind sie ein bisschen ausgepowert, nachdem sie unter der Woche in Mailand ran mussten. Andererseits hatte der Club etliche Stammspieler zu ersetzen. Boris Schommers musste nicht nur Timothy Tillman von Beginn an bringen, sondern sogar Sebastian Kerk als Verteidiger auf Links einsetzen. Ausgerechnet Kerk war ein echter Aktivposten in der Abwehr. Leider liefen fast alle Angriffsaktionen der Frankfurter über unsere rechte Abwehrseite, die vor allem Kostic nie in den Griff bekam. Ein ums andere Mal durfte der gefährliche Flanken in den FCN-Strafraum schlagen. Immerhin eine halbe Stunde konnte sich unsere Hintermannschaft schadlos halten. Dann spielte Jovic mit einem sehenswerten Pass Kostic frei, dessen Hereingabe Hinteregger nur noch über die Linie drücken musste.

Verdient war die Führung ängst, zumal der Club außer einer Superchance von Behrens gleich nach Spielbeginn nach vorne wieder nur wenig zustande brachte und im Mittelfeld (Kubo) einfach zu langsam und gedankenträge agierte, um die Eintracht in Gefahr zu bringen.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich teilweise ein offener Schlagabtausch. Die Eintracht hatte zwar weiterhin ein Chancenplus, aber auch der Club kam zu Gelegenheiten. Doch letztlich war das dann meistens viel zu unsauber und drucklos zuende gespielt. Bezeichnend wie der eingewechselte Salli einen vielversprechenden Konter mit einem dankbaren Schuss auf Eintrachtkeeper Trapp abschloss.

Auf der anderen Seite wurden allerdings ebenfalls beste Chancen entweder von der Clubabwehr abgeblockt oder vergeben. Eigentlich ein klassischer Fall für die alte Fußballweisheit: Wenn du vorne deine Chancen nicht reinmachst, rächt sich das.

Aber mei, es ist halt der 2019er Club. Und der rächt nichts.

Der Sieg der Eintracht, daran gibt es nichts zu deuteln, war verdient. Ein Unentschieden hätte uns eh nichts geholfen. Insofern war das alles höchstens ein Beleg dafür, dass wir als praktisch feststehender Absteiger unseren Gegnern zumindest nichts schenken.

Ein Letztes (muss nochmal sein):

Herr Grindel, HERR GRINDEL! Jemand zuhause?

.@DFB_Praesident Reinhard #Grindel spricht im @DeutscheWelle-Interview über die Zukunft des Weltfußballs und mögliche neue Wettbewerbe. Doch plötzlich findet das Gespräch ein jähes Ende…

👉 https://t.co/XJoIV89F8E@FloBauerAuthor @sportschau @dw_deutsch pic.twitter.com/MvazcEgPi2— DW Sport (@dw_sport) 13. März 2019

Mit Leidenschaft ein 1:1 geholt

2017734730Mit taktischer Disziplin und Leidenschaft vor allem in der Abwehr holte sich der Club im ersten Relegationsspiel ein 1:1. Das Auswärtstor kann da noch Gold wert sein.

Dabei sah es lange nicht danach aus, als würde der FCN in Frankfurt was holen können. Die Eintracht nagelte die weiß-gekleideten Clubspieler am eigenen Strafraum fest. Wie ein Absteiger spielte die Eintracht auch nicht. Der Club hatte praktisch keine Torchance, sieht man mal von einem Freistoß ab, den Sebastian Kerk aber in den wolkenverhangenen Frankfurter Abendhimmel hämmerte. Umso überraschender, quasi aus dem Phrasenschweinnichts, fiel dann der Führungstreffer. Kerk zirkelte den Freistoß diesmal statt in den Himmel lieber in den Sechzehner. Dort behinderte der Ex-Cluberer Hasebe seinen Mannschaftskapitän Marco Russ, der dann den Ball ins eigene Tor beförderte. Ausgerechnet Russ, der am Tag vorher eine Krebsdiagnose erhalten hatte! Sowas wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht. Alles Gute, Marco, aber vor allem für die Gesundheit!

In der zweiten Halbzeit machte die Eintracht zwar druckvoll weiter, aber man merkte, dass sie angeknackst war. Fehlpässe, Missverständnisse und zunehmende Planlosigkeit waren Trumpf. Der Club schien sich da irgendwie negativ beeindrucken zu lassen. Vielleicht dachte man auch, die bekommen es eh nicht mehr hin. Ein Fehler! In der 65. Minute fällt dann der Ausgleich. Unverdient war er bestimmt nicht. Aber sicher vermeidbar. Danach wurde dann auch der Unterschied deutlich zwischen den bisherigen Zweitligagegnern und der Eintracht. Während der Club in der Schlussphase sonst immer noch zulegen und sogar manches Spiel drehen konnte, schien die Eintracht am Ende etwas fitter als der Club.

Für Montag heißt es: Die Ausgangslage ist gut, gewonnen aber noch nichts.

Erfolgsrezept: einfach länger können

1888361644So, jetzt ist auch die über 20 Jahre alte sieglose Serie gegen den FSV Frankfurt beendet. Wäre ja auch noch schöner, wenn Gleiches mit unserer – nun 18 Spiele andauernden – Serie an ungeschlagenen Spielen passiert wäre.

Dabei hat man anfangs durchaus gesehen, warum sich der Club gegen den FSV bisher immer erfolgslos abgestrampelt hat, selbst dann wenn das Stadion am Bornheimer Hang fest in Clubfan-Hand ist. Über dem FSV scheint nämlich die schützende Hand des DFB zu schweben, so dass die immer einen Mann mehr haben. Das war schon beim Hinspiel so, wo dem Club noch in letzter Minute der Dreier geklaut wurde. Diesmal wurde dem FCN in der 16. Minute ein korrektes Tor wegen Abseits aberkannt. So musste der Club noch mehr als 50 Spielminuten gegen das Frankfurter Bollwerk anrennen, ehe die Dose endlich geöffnet war. Nach einer Ecke erzielten Füllkrug (offiziell) und Burhstaller (inoffiziell) in Gemeinschaftsproduktion den Führungstreffer. Zuvor hatte der FCN noch Glück als Rakovsky einen Schuss von Awoniyi gerade noch mit den Fingerspitzen an die Lattenunterkante lenken konnte und der Nachschuss dann neben dem Tor landete.

Danach zeigte sich wieder: Der Club ist die Mannschaft der letzten Viertelstunde. Der eingewechselte Danny Blum ersprintete sich in der 87. Minute an der rechten Außenbahn den Ball, zieht nach innen und hämmert ihn dann ins lange Eck. Doch damit nicht genug. Blum, der auch um eine Vertragsverlängerung beim FCN kömpft, gibt zwei Minuten später erneut den Robben und legt das 3:0 nach.

Nachdem die Verfolger allesamt Federn ließen, ist dem FCN dank seiner Last-Minute-Dominanz der Relegationsplatz fast sicher. Die beiden führenden Teams werden weiter unter Druck gesetzt. Ob da irgednwann einer schwächelt wird man sehen. Ansonsten müssen wir halt in sieben Wochen eventuell nochmal nach Frankfurt und die Eintracht wegputzen.

Heftig & Co: Club im Zweitliga-Nirvana

101542442120 Jahre hat der Club gegen den FSV Frankfurt nicht gewinnen können. Heute leider auch nicht. Der FSV brauchte dabei allerdings die Mithilfe von Schiedsrichter Florian Heft, der in der 93. Minute den Wunsch der Frankfurter nach einem Elfmeter erhörte. Wünschen reicht bei Heft offensichtlich. Gründe sind überflüssig. Aber anyway. der DFB kommt auch aus Frankfurt und in schweren Zeiten müssen da wohl auch Schiedsrichter Flagge (Pfeife) zeigen.

Andererseits: Dass der FSV sich mit zwölf Mann hinten reinstellt und vorne dann gerne noch den einen oder anderen Bonuspunkt kredenzt bekommt, hätte man beim FCN wissen können. Eigentlich hätte es nie soweit kommen dürfen, dass da einem Schiri noch die Chance gegeben wird, das Ergebnis auf den Kopf zu stellen. Torchancen hatte der Club jede Menge. Doch während wir früher die Effizienz des FCN loben durften, haperte es diesmal genau daran. Dreimal ging der Ball an den Pfosten. Einmal war er danach sogar drin. Aber das war Heft wohl zu heftig. So reichte es nur zu dem einen Treffer durch Schöpf.

Selten hatte man den Club so dominant auftreten sehen. Die Frankfurter wurden über weite Strecken in ihrer Hälfte eingeschnürt. Hinten leistete sich der Club zwar den einen oder anderen Wackler. Die Frankfurter waren allerdings viel zu harmlos, um das zu nutzen. Auch aus dem neu aufgetauchten Torwartproblem beim FCN konnten sie kein Kapital schlagen. Raphael Schäfer verletzte sich nämich bereits nach 18 Minuten ohne Gegnereinwirkung an der Wade und musste raus. Für ihn kam die bisherige Nummer 3, Patrick Rakovsky, zum Einsatz. Das Torhüterkarussell dreht sich also weiter. Rakovsky leistete sich jedoch keine gravierenden Fehler, genau wie der andere Patrick. Debütant Patrick Erras feierte einen durchaus soliden Einstand.

Normalerweise hätte der Club das Spiel 5:0 oder 6:0 gewinnen müssen. Drei Punkte hätten wenigstens etwas Licht in die gegenwärtige Zweitliga-Tristesse gebracht. Vielleicht wären dann auch wieder etwas mehr Zuschauer ins Stadion gepilgert. So aber bleibt es beim grauen Mittelmaß. Schade! Denn eigentlich wäre mehr drin.

Zurück aus dem Traumland

3488082697In Nürnberg verliert man gerne einmal den Realitätsbezug. Auch als FCN-Fan. Da reicht schon eine längere Winterpause um ins Traumland abzudriften. Der Aufstieg ist noch drin, dachte da so mancher. Der eine eher heimlich, der andere ganz offensiv. Clubtrainer Rene Weiler hatte deshalb vor dem Spiel in Frankfurt schon etwas mehr Realitätssinn eingefordert.

Aber, dass es dann so real werden würde, das hatten nicht einmal wir, die wir sonst eher zum Unken neigen, gedacht. Real, das war das sattsam bekannte einfallslose Clubgekicke, das brave, aber vergebliche Bemühen um Struktur, das immer mit dem einen oder anderen Fehler garnierte Abwehrspiel, das eher verzweiflungsgetriebene Anstürmen, wenn der Ball doch einmal in Strafraumnähe kommt… Wir kennen das aus dem letzten und auch aus dem vorletzten Jahr. Dass sich das ändern könnte, weil wir nun 2015 schreiben und der Club in Belek weilte, ja mei: Es war ein Irrtum.

Dabei hatte uns der FCN erst letzte Woche einen weiteren Irrtum aufgezeigt. Wir glaubten nämlich immer, es läuft nur sportlich nicht, dafür seien die Finanzen wenigsten in Ordnung. Falsch gedacht! Es gibt also auch noch Realitäten, die wir gar nicht kennen. Der Club scheint für den Träumer eine Wundertüte zu sein. Allerdings eine, in der vor allem Arschkarten drin sind.

Doch zurück zum Spiel. Bekanntlich gilt der FSV Frankfurt eher als graue Maus in der 2. Liga. Eine biedere Handwerkertruppe, die es dem Gegner zwar schwer macht, aber kaum in der Lage ist, selber Akzente zu setzen oder gar fußballerisch zu brillieren. Eine Billigheimer-Elf, die schauen muss, dass sie die Klasse hält. Mit dieser befand sich der Club in den besseren Momenten des Spiels auf Augenhöhe. Insofern wäre ein Unentschieden vielleicht gerecht gewesen. Allerdings hatte die Billigheimer-Elf aus Frankfurt einemn Vicenzo Grifo in ihren Reihen, der dann auch mal mit einem Weitschuss treffen kann. Es gibt also doch noch Unterschiede zwischen Bornheimer und Billigheimer.

Für letztere muss die Erkenntnis wohl lauten: Klasse halten und im nächsten Jahr und dann mit einem vielleicht zweitligatauglichen Linksverteidiger oben angreifen.

Kircher will uns auch nicht haben

Keine Ahnung, was man da noch sagen, raten, anmerken soll. Der Trainer wurde schon gewechselt. Spieler wurden auch nachverpflichtet. Diverse Taktiken wurden ausprobiert. Mit Schönspielen haben wir´s probiert, mit Schlechtspielen auch. Sogar Hanno Balitsch bekam wieder eine Chance. Das einzige, was wir vielleicht versäumt haben, dem Schiedsrichterobmann mal was von unserem Vontobelkonto…. Aber nee, das gibt es ja nicht. Bei uns geht alles korrekt zu und Hoeneß ist ein ehrenwerter Mann, vor dem man Respekt haben muss 😉

Vielleicht sollten wir angesichts dieser Situation etwas tun, das wir bislang vermieden haben: in den Abgrund blicken. Der heißt: 2. Liga. So wie es aussieht geht der 1.FC Köln rauf und die anderen, auf die wir nicht ab können, eventuell auch. Denen können wir schon mal aus dem Weg gehen. Besser, als gegen die in der Relegation rausfliegen. Zwar sind wir dann in Bayern nur noch die Nummer 4. Aber, was soll´s? Dann kommen wir halt von hinten, mit jungen Spielern, die durchaus auch die Verbeeksche Taktik umsetzen können und nicht von routinierteren Kollegen im Abstiegskampf düpiert werden.

So war das nämlich gegen Frankfurt. Die zeigten, dass man nicht Angst haben, sondern Angst machen muss. Zum Beispiel, indem man, wie Joselu, einfach mal dem noch unerfahrenen Gegner eine mitgibt (Bild). Gut, wenn der Schiri von Frankfurt aus verwaltet wird und sowas dann schon mal übersehen darf. Als Petrak dann wegen seiner Gehirerschütterung behandelt wurde, nutzte die Eintracht die Überzahl zum Führungstreffer. Joselu, der sich auch nicht hätte beschweren dürfen, wenn er da schon unter der Dusche gestanden hätte, war dann sogar noch an zwei weiteren Treffern beteiligt. Der Club spielte derweil derart mutlos und verunsichert, dass wir alle froh waren, nur mit einem 0:1 in die Pause entlassen zu werden. Danach hätte alles besser werden können, aber was kam: der zweite Treffer der Frankfurter. Die legten sogar, allerdings aus Abseitsposition, auch noch den dritten nach. Wir schauten da schon mal nach Aue und Paderborn.

Doch, wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt irgendwo der Drmic her. Der haute plötzlich den Ball in die Maschen und auf einmal stand ein ganz anderer Club auf dem Rasen. Jetzt waren die Frankfurter verunsichert, machten Fehler und kassierten folgerichtig durch Campana noch ein zweites Tor. Aber da war ja auch noch Schiedsrichter Knut Kircher. Der wusste, den Pinola kann man schon aufgrund seiner Frisur mal ne Karte zeigen. Gut, es war jetzt nicht die vollkrasse Fehlentscheidung. Irgendwie war vielleicht Körperkontakt da. Aber das sind halt auch die Momente, wo die Weichen in Richtung Abstieg gestellt werden.

Eines können wir uns nach dieser neuerlichen Pleite gegen einen Abstiegskonkurrenten aber zugute halten: Wenigstens sind wir am Ende ehrlich abgestiegen.

Potenzial ist jedenfalls da

Zwei Wochen sind seit dem peinlichen 0:5 gegen den Hamburger SV vergangen. Viel ist seitdem passiert. Das Trainerduo Wiesenhahn wurde an die Luft gesetzt. Eine Jahreshauptversammlung gab es mittlerweile. Zudem kennen wir die Namen etlicher schweizer und holländischer Trainer.
Doch was ist auf dem Platz?
Das alte Lied/Leid!
Der Club spielt uninspiriert, unpräzise, verpennt die erste Halbzeit und schafft am Schluss dann irgendwie doch noch ein Unentschieden. Und damit müssen wir dann angesichts des Spielverlaufs auch noch zufrieden sein.

Wenn so viele Regelmäßigkeiten auftreten, ist es interessant, sich auf die kleinen Unterschiede zu konzentrieren. Zum Beispiel darauf, dass Interimstrainer Roger Prinzen mit der Einwechslung von Drmic, Mak und dem U23-Talent Colak überhaupt erst den notwendigen Drive ins behäbige und betuliche Clubspiel brachte. Drmic und Mak hätten wir natürlich gerne auch gleich von Beginn an gesehen. Aber Colak? Den hatte keiner auf der Rechnung. Insofern scheint für neue Trainer beim Club offenbar schon Potenzial da zu sein, das man halt ausreizen muss. Wozu aber auch eine gewisse Risikofreudigkeit gehört. Die fehlte bisher – sowohl bei der Aufstellung wie bei der Einstellung. Wenn sich schon der Trainer nichts traut, dann traut sich auch die Mannschaft nichts. Wobei mich von meinem Menschenbild her die Diskussion der letzten Wochen schon ziemlich befremdet hat. Was sind denn das für Typen, wenn die völlig versacken, auf dem Platz keinen Plan haben und bis 4 Uhr im WON rumhängen, so lange ihnen keiner sagt, dass das nicht unbedingt zu drei Punkten führt? Kann ein Bundesligaprofi sowas nicht selber checken? Insofern stimmt es auch bedenklich, wenn Martin Bader sagt, die Mannschaft sei intakt. Intakt ist doch nicht, wenn jemand für einfachste Dinge immer den Pappi braucht, der ihn an die Leine nimmt.

Aber wenn es so ist, dann ist es so. Immerhin zeigen jene Spieler, die gerade erst reinkommen meistens noch Elan. Der gibt sich dann zwar, je länger sie am Platz sind. Aber fussballerische Fähigkeiten scheinen da zu sein. Jetzt muss sie nur einer rauskitzeln. Ob der Meulensteen oder Koller heißt, ist dann auch egal.

Auch ohne Fahnen einen Punkt geholt

Ein Unentschieden bei den hochgelobten Frankfurtern, da dürfen wir gerne den Hut ziehen. Trotzdem: Es war mehr drin. Der Club war die bessere Mannschaft, hatte eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen. Doch die wurden entweder relativ kläglich vergeben oder vom besten Frankfurter, Torhüter Trapp, zunichte gemacht.

Schade! Eigentlich wäre heute ein Auswärtsdreier fällig gewesen. Dennoch: Das Spiel macht Hoffnung. Unter Michael Wiesinger steht die Mannschaft hinten mindestens genauso sicher, wie unter Vorgänger Dieter Hecking. Nach vorne ist das manchmal schon richtig ansehnlich. Jetzt muss halt bloß noch einer treffen. Leider wirkten da sowohl Pekhart als auch der später eingewechselte Polter eher gehemmt. Dafür scheint der eingewechselte Neuzugang Momo Ildiz die erwartete Verstärkung zu werden. Mit ihm kam zusätzlicher Druck nach vorne. Aber halt ebenfalls kein Tor. Zu erwähnen auch der diesmal couragiert und relativ fehlerfrei auftretende Javier Pinola, der sch auch ein paarmal als Torschütze versuchte.

Wenig Hoffnung macht hingegen das, was da außerhalb des Platzes stattfand. Offenbar wollten die Frankfurter mit Polizeihilfe ihren Spitzenplatz in der Problemfanliga an den FCN abtreten. Gleichzeitig scheint es jetzt wohl im Kampf gegen die Pyrotechnik auch dem Fahnenunwesen an den Kragen zu gehen. Wo kommen wir denn hin, wenn durch völlig unnütze Fahnen den Überwachungskameras der Blick auf die Fans verstellt wird, scheinen einige Ligaverantwortliche zu denken.

Aus Protest gegen die Sicherheitsmaßnahmen und das Vorgehen der Polizei blieb der Gästeblock übrigens 30 Minuten lang leer.

Über das Spiel wird schon bald keiner mehr reden. Über das, was außerhalb des Spielfelds stattfand, wird wahrscheinlich noch länger debattiert. Dem Fußball und der Bundesliga ist das bestimmt nicht zuträglich. Und wenn jetzt jemand allein die Clubfans dafür verantwortlich machen will, dann stimmt das schlicht nicht.

Hier ein Video vom „Hüpfboykott“ vor dem Stadion:
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…und dazu noch ein lesenswerter Bericht über einen Fanausflug nach Frankfurt.

Frankfurt ist eine Gefahr für die Liga

Es gibt vielfältige Gründe, warum es besser wäre, Eintracht Frankfurt würde in der zweiten oder dritten Liga spielen. Da sind die Frankfurter Fans mit ihrer Pyrotechnik und ihrem aggressiven Verhalten. Da ist aber auch der Umstand, dass sie gegen uns gewinnen. Nun kommt noch etwas Weiteres hinzu: Unser WM-Stadion ist für die Gäste aus Frankfurt nicht geeignet. Mit ihrem verschärften Wippen bringen sie – wie am Freitagabend zu sehen – möglicherweise noch mal unser Stadion zu Einsturz.
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Dabei wurde die mit Stützen nachgerüstete Südtribüne mit den unterschiedlichsten Fans getestet und mittlerweile für hüpfresistent befunden. Es liegt deshalb nicht an uns und unseren Stadionbauleuten, sondern an den Frankfurtern. Also DFL, übernehmt mal! Frankfurt ist eine Gefahr für die Liga.

Zurück am Boden

Es ist halt wie immer: Kaum fängt man beim FCN an zu träumen, dann gibt es eins auf die Mütze. Wenn man die Zeitungen in den letzten Tagen gelesen hat, ging es nur um die Tabellenführung. Zumindest um die kurzzeitige. Schließlich hatte der Club bislang gut gespielt und mit Kiyotake auch endlich einen, der das Spiel machen und Standards schießen kann. Die Erwartungshaltung war groß, aber wurde halt wieder mal enttäuscht. Aber es ist nicht nur das. Der Club hat auch nach wie vor Probleme, zuhause das Spiel zu machen. Gegen Dortmund fällt das nicht auf. Die versuchen auch auswärts zu dominieren. Bei Frankfurt war das anders. Zunächst ließen die den Club kommen, der kam auch, aber nicht zum Tor. Dabei sah da alles noch gut aus. Frankfurt musste früh zwei Spieler verletzungsbedingt wechseln. Dann hätte eigentlich noch Sambrano wegen Doppelgelb vom Platz gestellt gehört. Der Club dachte zu dem Zeitpunkt wohl, er hätte es im Griff. Aber, nichts da!

Gleich danach machte Frankfurt das Tor, nutzte eine missglückte Abseitsfalle aus (Pinola war da wieder mal nicht ganz auf der Höhe). Hinterher hatte die Eintracht das Spiel plötzlich unter Kontrolle. Der Club rannte sich schon im Mittelfeld fest und wenn er doch mal vors andere Tor kam, holte der gute Eintrachtkeeper Trapp alles raus. Auffällig war, dass außer Kiyotake, auf den sich die Konkurrenz aber mittlerweile eingestellt hat, niemand im Mittelfeld Akzente setzen kann. Folgerichtig wurden Mak und Esswein dann auch ausgewechselt. Da kam einfach zu wenig Konstruktives.

Und schließlich zeigte dann auch noch der Frankfurter Japaner Inui, dass er keineswegs gewillt ist, Kiyo den Titel „bester Japaner der Bundesliga“ kampflos zu überlassen. Die Clubabwehr sah da übrigens kollektiv ziemlich alt aus. Gut aber, dass sich die Mannschaft dann aufbäumte und doch noch die Eintrachtabwehr knackte. Am Ende wäre ein Unentschieden verdient gewesen. Die Chance von Polter war eigentlich eine 150prozentige. Aber wie es halt so ist, manchmal hat man kein Glück und wenn man zu spät aufwacht, gibt man dem Glück auch kaum Chancen.

Jetzt sind wir halt wieder am Boden. War leider vorhersehbar.